Wikipedia

  • : Neues aus dem Fernsehrat (10): Wunschliste der Wikipedia an öffentlich-rechtliche Rundfunkanbieter
    In der Fußgängerzone und auf YouTube, aber nicht auf Wikipedia: Die Sendung mit der Maus.
    Neues aus dem Fernsehrat (10): Wunschliste der Wikipedia an öffentlich-rechtliche Rundfunkanbieter

    Öffentlich-rechtliche Inhalte müssen auch auf gemeinnützigen Plattformen wie Wikipedia verfügbar sein. Die deutschsprachige Wikipedia-Community hat eine Liste mit Aufnahmen und Sendungen erstellt, die sie gerne aufnehmen würde. Die Enzyklopädie sollte nicht hinter kommerziellen Plattformen zurückstehen.

    8. Juni 2017 8
  • : Transparenzbericht: Kein einziger Wikipedia-Artikel auf Druck von außen verändert oder gelöscht
    Transparenzbericht: Kein einziger Wikipedia-Artikel auf Druck von außen verändert oder gelöscht

    Die Wikimedia-Stiftung hat ihren Transparenzbericht für das zweite Halbjahr 2016 veröffentlicht. In solchen Transparenzberichten werden Anfragen von Regierungsstellen, Ermittlungsbehörden, aber auch von Unternehmen und Privatpersonen erfasst. Der aktuelle Bericht umfasst den Zeitraum von Juli bis Dezember 2016.

    Hierzu hat Wikimedia fünf verschiedene Kategorien aufgezählt und ausgewertet:

    1. Änderung oder Löschung von Inhalten:
      Hier gab es 187 Anfragen, von denen Wikimedia keiner Einzigen nachkam. Nur zwei der Anfragen waren von Regierungsstellen.
    2. Urheberrechtliche Ansprüche (Take Down Requests):
      Hier gab es zwölf Anfragen, von denen Wikimedia vier nachkam.
    3. Recht auf Vergessen:
      Hier gab es eine Anfrage, der nicht stattgegeben wurde.
    4. Anfrage nach Nutzerdaten:
      Von 13 Anfragen kam Wikimedia einer nach.
    5. Notfälle (Emergency Disclosures):
      Hier handelt es sich um Fälle, in denen Leib und Leben von Personen in Gefahr sind, beispielsweise durch Suizide. Hier gab Wikimedia in 19 Fällen Daten heraus. 17 davon waren so genannte „freiwillige Herausgaben“ (Voluntary Disclosures), die aufgrund von Nutzermeldungen geschahen, in zwei Fällen handelte es sich um staatliche Anfragen (Emergency Requests).

    Wikimedia gibt seit 2014 Transparenzberichte heraus. Der aktuelle Bericht lässt leider keine Rückschlüsse zu, aus welchen Ländern besonders viele Anfragen kamen. Die Wikimedia-Stiftung betreibt die Wikipedia und andere Projekte.

    17. Februar 2017 24
  • : Studie zu Belästigung in der Wikipedia belegt Defizite bei Moderation
    3D-Darstellung der Einträge binnen 30 Tagen auf Wikipedia-Diskussionsseiten, von denen 1092 verunglimpfende Sprache ("toxic language") aufwiesen (als rot angezeigt, wenn sichtbar, als grau, wenn revertiert) sowie 164.102 nicht-toxische Kommentare (Punkte). <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Demonstrative_visualization_of_personal_attacks_on_Wikipedia.png">Darstellung</a> von Hoshi Ludwig, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.en">CC BY-SA 4.0</a>.
    Studie zu Belästigung in der Wikipedia belegt Defizite bei Moderation

    Eine großzahlige Studie zu Belästigung unter Wikipedianern zeigt, dass registrierte Nutzer für einen größeren Teil von Belästigungen verantwortlich sind als unregistrierte. Außerdem wird nur ein geringer Teil der Belästigungen sanktioniert.

    8. Februar 2017 54
  • : Die Organisation der Digitalität: Zwischen grenzenloser Offenheit und offener Exklusion
    <a href="http://www.publicdomainpictures.net/view-image.php?image=90472&picture=neon-open-sign">Bild</a>: Public Domain
    Die Organisation der Digitalität: Zwischen grenzenloser Offenheit und offener Exklusion

    Die Konjunktur von Phänomenen wie Open Source, Open Innovation, Open Data, Open Government oder Open Strategy zeigt, dass Offenheit eine der zentralen Organisationsmaximen im Zeitalter der Digitalität darstellt. Die Antrittsvorlesung für die Professur für Organisation an der Universität Innsbruck widmet sich der Ambivalenz und der Voraussetzung von digitaler Offenheit.

    1. Februar 2017 6
  • : Informationsfreiheit: Verfassungsbeschwerde gegen Pflicht zum Identitätsnachweis
    Bundesverfassungsgericht wird nicht über Selektorenherausgabe an G-10-Kommission entscheiden - <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/">CC BY-SA 2.0</a> via flickr/<a href="https://www.flickr.com/photos/mehr-demokratie/7996835698/in/photolist-dbDSDy-cc11rj-cvCPwJ-cvCQS3-bUCQyH-bUCRwX-cvCPJb-3kHYH5-daaBEW-m2upvv-cvCRmC-3kHZ2G-dbDPyS-qUVQ29-cvCR2E-daaBD9-dbDT1Y-cvCQ2S-cL4YxW-3kDwDa-cL3CWS-dbDSa1-dbDSuW-d36DBG-cLvpLh-cL4taw-cvCPj9-cvCQ6A-d36AGb-cvCQD9-daaBx7-dbDNyR-bqYGN-dbDPdX-dbDKUM-dbDKDr-3kDwGR-cvCQbf-3kDwQa-daaBAd-cvCRbC-eRLsUG-cvCQAh-dbDMbi-4UkePj-dbDNVJ-cvCQgN-cvCQrG-dbDJua-d36EAA">Mehr Demokratie</a>
    Informationsfreiheit: Verfassungsbeschwerde gegen Pflicht zum Identitätsnachweis

    In Rheinland-Pfalz sind anonyme Anfragen an Landesbehörden nicht mehr möglich. Das entspricht einem bundesweiten Trend: Immer mehr Behörden greifen in die informationelle Selbstbestimmung von AntragsstellerInnen ein. Bald werden die Gerichte darüber entscheiden. Denn gegen die Regelung wurde in der vergangenen Woche Verfassungsbeschwerde eingelegt.

    26. Dezember 2016 27
  • : Neues aus dem Fernsehrat (4): Priorisierung von ZDF-Aktivitäten auf Drittplattformen
    Neues aus dem Fernsehrat (4): Priorisierung von ZDF-Aktivitäten auf Drittplattformen

    In der dritten Sitzung des Fernsehrats ging es unter anderem um die neue Selbstverpflichtung des ZDF und die Frage, ob das ZDF neben YouTube und Facebook verstärkt auch auf gemeinnützigen Plattformen wie Wikipedia mit seinen Inhalten präsent sein sollte.

    9. Dezember 2016 16
  • : Neues aus dem Fernsehrat (2): Mehr Creative Commons im ZDF?
    Diese Mainzelmaennchen gibt es im ZDF-Shop in Mainz zu kaufen.
    Neues aus dem Fernsehrat (2): Mehr Creative Commons im ZDF?

    Im Ausschuss Telemedien des ZDF Fernsehrats war Creative Commons ein Thema, soviel ist öffentlich dokumentiert. Was sich dazu unter Wahrung der Vertraulichkeitsverpflichtung von einem Mitglied dieses Ausschusses noch öffentlich sagen lässt, darum geht es in der zweiten Folge der Serie „Neues aus dem #Fernsehrat“.

    13. September 2016 8
  • : Internet ausgedruckt: Künstler bringt deutsche Wikipedia in Buchform
    Quelle: Lizenz: CC BY-SA 3.0
    Internet ausgedruckt: Künstler bringt deutsche Wikipedia in Buchform

    Eine Kunstausstellung in Berlin präsentiert die deutschsprachige Wikipedia in gedruckter Form. Sie visualisiert dadurch die gigantischen Mengen an akkumuliertem Wissen und zeigt gleichzeitig die Nachteile analoger Nachschlagewerke auf.

    30. Mai 2016 3
  • : Creative-Commons-lizenzierte Bilder: Die fünf häufigsten Fehler bei der Weiternutzung
    Creative-Commons-lizenzierte Bilder: Die fünf häufigsten Fehler bei der Weiternutzung

    Passend zum unlängst gestarteten Lizenzhinweisgenerator für Wikipedia-Bilder hat Wikimedia Deutschland einer Liste der fünf häufigsten Fehler zusammengestellt, die bei der Weiternutzung von CC-lizenzierten Bildern gemacht werden. Beachtet man die fünf einfachen Punkte, sollten sich nahezu alle Fallstricke beseitigen lassen, die mit der Verwendung einer der verschiedenen Creative-Commons-Lizenzen einhergehen. Kurz zusammengefasst:

    • Entsprechende Bilder niemals gänzlich ohne Angaben weiterverwenden.
    • Urheber angeben
    • Richtige CC-Lizenz angeben
    • Auf die entsprechende CC-Lizenz verlinken
    • Auf eine eventuelle Bearbeitung des Bildes verweisen

    Zusätzlich dazu ist nun auch das knapp eine Stunde lange Video der Veranstaltung abrufbar, bei der der Lizenzhinweisgenerator präsentiert wurde. Zu Wort kommen John Weitzmann, Referent Politik & Recht, Wikimedia Deutschland, Dr. Till Jaeger, Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht, Partner JBB Rechtsanwälte und Jens Ohlig, Kommunikation Software-Entwicklung, Wikimedia Deutschland.

    26. Mai 2016 25
  • : #rpTEN: Clash of Cultures – Bewegungen und ihre Organisationen
    Share <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC BY 2.0</a> via flickr/<a href="https://www.flickr.com/photos/jakerust/16639834358/in/photolist-rmpv2Q-dtBSgg-anA9LU-a1rEV8-8WNKd6-b8zyNz-ruGA23-gHVux-cRitZ7-7YVszp-9g9z91-6KqdcF-7TrTCP-rnicqU-p2WVuB-8SrUTz-84c8Fa-sritZb-5CoGH1-j3FsRK-sw2cnL-bX2iF9-okukzZ-sXCVBo-9hSWEx-6br1XQ-ovaab6-cDw99j-sdjsKh-bGG58v-dA7Vg-8WGn48-bEgMn7-6zaimS-7MU55g-9jX7Qa-4VMMcB-29JSU3-FDbra-dVdgSB-siCnBo-86iMjk-8CFPRy-5ZRLhX-saSsRy-dGC6uU-5NAgHs-dAEZJx-8SwdwQ-a1imXr">jakerust</a>
    #rpTEN: Clash of Cultures – Bewegungen und ihre Organisationen

    Auf der vergangenen re:publica gab es eine einstündige Diskussion über „Clash of Cultures – Bewegungen und ihre Organisationen“ mit toller Besetzung: Kathrin Passig, Monic Meisel, Volker Grassmuck und Leonhard Dobusch diskutierten über Open-Source-Communities und ihre unterschiedlichen Organisationsstrukturen sowie die damit verbundenen Herausforderungen. Die Schwerpunkte der Debatte bildeten dabei Freifunk, Wikipedia/Wikimedia und der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk.

    In der Einführung empfahl Kathrin Passig den Text „The Tyranny of Structurelessness“ von Jo Freeman (dt. Übersetzung).

    Bei Voicerepublic gibt es die Audioaufzeichnung.

    (Die Tage soll es auch noch Torrents aller #rpTEN-Vorträge zum Download geben.)

    9. Mai 2016 1
  • : Wikimedia verliert Kampf um Panoramafreiheit vor schwedischem Höchstgericht
    Sonnenuntergang über dem See Mälaren mit einer entfertnen Statue von Carl XIV Johannes von Schweden. Statue ist in der Public Domain. <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Carl_XIV_John_of_Sweden_statue_2011_Stockholm.jpg">Originalbild</a> von Jacob Truedson Demitz in der Public Domain, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Sunset_over_Lake_M%C3%A4lar_with_1854_statue_of_Carl_XIV_John_of_Sweden_removed.jpg">abgeleitetes Werk</a> von Kevin Jacobsen lizenziert unter <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.en">CC BY-SA 4.0</a>.
    Wikimedia verliert Kampf um Panoramafreiheit vor schwedischem Höchstgericht

    Das schwedische Höchstgericht verbietet in einer aktuellen Entscheidung der schwedischen Wikipedia die Veröffentlichung von Fotos von Kunstwerken im öffentlichen Raum, sofern diesbezüglich nicht die Rechte mit den Urhebern geklärt wurden. Genau rechtzeitig zur laufenden Konsultation der EU-Kommission zum Thema Panoramafreiheit dominiert damit das Thema wieder die europäische Urheberrechtsdebatte.

    Denn bereits im letzten Jahr hatte rund um den Bericht der deutschen EU-Abgeordneten Julia Reda (Piraten) zum EU-Urheberrecht ein Vorschlag zur Einschränkung von Panoramafreiheit heftigen Widerstand hervorgerufen, unter anderem auch in Form eines offenen Briefes von deutschsprachigen WikipedianerInnen. Im Endeffekt führte der Aufschrei dazu, dass es die kritisierte Passage zur Panoramafreiheit nicht in die finale Fassung des Reda-Reports geschafft hat.

    Dennoch wirkt die Diskussion bis heute nach, und die Kommission entschied, neben einer Konsultation zum Thema eines möglichen EU-Leistungsschutzrechts für Presseverleger auch eine zu Panoramafreiheit zu starten. Julia Reda liefert auf ihrem Blog eine ausführliche Erläuterung dieser Konsultationen.

    Die aktuelle Entscheidung des schwedischen Höchstgerichts macht diesbezüglich deutlich, dass es weniger um eine Einschränkung, sondern vielmehr um eine Ausdehnung und Vereinheitlichung von Bestimmungen zu Panoramafreiheit in der EU geht. Die schwedische Verwertungsgesellschaft für Bildkunst, Bildkonst Upphovsrätt i Sverige (BUS), hatte den schwedischen Wikimedia-Verein geklagt, weil dieser unter Offentligkonst.se offen lizenzierte und gemeinfreie Fotos von Kunstwerken im öffentlichen Raum geodatenbasiert angeboten hatte. Das schwedische Höchstgericht entschied nun, dass ein solches Angebot nicht ohne Zustimmung der Rechteinhaber betrieben werden darf. Dass das Angebot nicht profitorientiert ist, macht dafür keinen Unterschied. Absurderweise ist, der Wikimedia Foundation zu Folge, die Nutzung solcher Bilder auch ohne Zustimmung der Rechteinhaber für Produktion und Vertrieb von Ansichtskarten durchaus erlaubt.

    Wer also noch einen Grund gesucht hat, bei der Konsultation der EU-Kommission mitzumachen, um sich gegen eine weitere Verschärfung des urheberrechtlichen Schutzniveaus bzw. für eine Vereinheitlichung und Ausdehnung von Schranken- und Ausnahmebestimmungen auszusprechen, dem hat das schwedische Höchstgericht gerade noch einmal einen ziemlich guten Grund geliefert.

    5. April 2016 12
  • : Wikipedia zur kostenlosen Tauschbörse umfunktioniert
    Infrastruktur in Angola. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC BY 2.0</a>, via flickr/<a href="https://www.flickr.com/photos/mmmavocado/4684711347/">Malcolm Manners</a>
    Wikipedia zur kostenlosen Tauschbörse umfunktioniert

    Internetnutzer in Angola haben einen Weg gefunden, um kostenlos (mitunter urheberrechtlich geschützte) Dateien auszutauschen – und das in einem Land, in dem Mobilfunkanbieter 2,50 Dollar für 50 Megabyte verrechnen, bei einem Medianeinkommen von 720 Dollar pro Jahr.

    Wie Motherboard berichtet, haben die Nutzer kurzerhand Wikipedia und das Zero-Rating-Angebot des Netzbetreibers Unitel zusammengerührt, das Zugriffe auf die Plattform vom monatlichen Transfervolumen ausnimmt. Das manchmal in JPEG- oder PDF-Dateien versteckte Material landet dann in Wikipedia-Artikeln, die Links darauf werden über eine geschlossene Facebook-Gruppe weiterverbreitet.

    It’s an undeniably creative use of two services that were designed to give people in the developing world some access to the internet. But now that Angolans are causing headaches for Wikipedia editors and the Wikimedia Foundation, no one is sure what to do about it.

    Bisherige Versuche, die Praxis zu verhindern, indem etwa ganze IP-Adressbereiche aus Angola für das Editieren von Wikipedia-Artikeln gesperrt wurden, sind bislang relativ erfolglos und nicht ohne Nebenwirkungen für konventionelle Wikipedia-Nutzer geblieben. Wo ein Schlupfloch, findet sich schließlich meist auch ein Weg – was auch für die leicht zu umgehenden Netzsperren gilt, die in Europa immer wieder auf der Tagesordnung stehen.

    23. März 2016 10
  • : Jenseits von Hype und Ernüchterung: Zwei Gesichter der „Sharing Economy“
    Primär marktliche Sharing Economy (eigene Darstellung)
    Jenseits von Hype und Ernüchterung: Zwei Gesichter der „Sharing Economy“

    Nach einer ersten Phase des Hypes rund um (vermeintliche) Potentiale von „Sharing Economy“ ist mittlerweile Ernüchterung eingekehrt. Proteste gegen Mobilitätsplattformen wie Uber und der Boom von AirBnB in Gegenden mit knappem Wohnraum lassen die Skepsis gegenüber den Versprechen der Sharing Economy wachsen.

    Bei aller berechtigter Kritik am anfänglichen Hype droht die jetzt einsetzende Gegenbewegung das Kind mit dem Bade auszuschütten. Denn, erstens, werden mit dem Label „Sharing Economy“ sehr unterschiedliche Arten kollaborativen Wirtschaftens bezeichnet und, zweitens, sind die Auswirkungen von Sharing Economy je nach Ansatz und Regulierung sehr unterschiedlich.

    Gemeinsam ist den verschiedenen Spielarten von Sharing Economy, dass sie nur deshalb möglich sind, weil digitale Technologien Transaktionskosten reduzieren und neue Dienstleistungen praktikabel machen. Während sämtliche Varianten von Sharing Economy auf diesen neuen technischen Möglichkeiten aufbauen, sind die Auswirkungen je nach Typus von Sharing Economy durchaus unterschiedlich. Im Folgenden wird zu Illustrationszwecken eine grobe Differenzierung zwischen zwei verschiedenen Arten von Sharing Economy vorgenommen:

    A) Nicht-marktliche Sharing Economy

    Bei nicht-marktlicher, nicht-profitorientierter Sharing Economy ermöglicht die Verringerung von Transaktionskosten neue Formen kooperativer Produktions- bzw. Güternutzungsweisen. Trotz der nicht-marktlichen und nicht-profitorientierten Ausrichtung können dennoch substantielle (makro-)ökonomische (Wohlfahrts-)Effekte mit dieser Form der Sharing Economy einhergehen. Bekannte Beispiele für diese Form der Sharing Economy sind Plattformen wie „CouchSurfing“ oder die freie Online-Enzyklopädie Wikipedia.

    Im Fall von CouchSurfing bieten Menschen mit einer Gästecouch oder einem Gästezimmer anderen für kurze Zeit eine Möglichkeit zur kostenlosen Übernachtung. Sowohl AnbieterInnen als auch NutzerInnen verfügen über eine Profilseite und können sich nach einer Übernachtung gegenseitig bewerten. Auf diese Weise wird Vertrauen kommodifiziert, sinkt das Risiko „wildfremde“ Menschen bei sich zu Hause zu beherbergen: Wer bereits viele positive Bewertungen erhalten hat, dem wird eher vertraut als Neulingen. Zentrale Leistung der Plattform CouchSurfing ist es, an kurzzeitigen Übernachtungsgästen Interessierte mit potentiellen Gästen zusammenzubringen. In den Nutzungsbedingungen von CouchSurfing ist es dabei explizit verboten, für die Übernachtungsmöglichkeit Geld zu verlangen. Tun das Anbieter dennoch, können sie gemeldet und gesperrt werden. Im Vordergrund sollen Gastfreundschaft und wechselseitiges Kennenlernen stehen und nicht Profitmotive – zumindest bei den NutzerInnen der Plattform.

    Die Plattformbetreiber können durchaus Profitmotive verfolgen; solange bei den Beitragenden und NutzerInnen der Plattform kein unmittelbar reziproker Austausch von Gegenleistungen erfolgt, handelt es sich tendenziell um nicht-marktliche Formen der Sharing Economy. Noch eindeutiger als bei Couchsurfing ist das bei der freien Online-Enzyklopädie Wikipedia der Fall. Weder erhalten deren freiwillige AutorInnen eine Vergütung noch müssen die NutzerInnen der Wikipedia dafür bezahlen. Und auch die Wikimedia Foundation, die Betreiberin der Wiki-Softwareplattform, ist eine spendenfinanzierte Non-Profit-Organisation. Erst digitale Technik ermöglichte es tausenden dezentral verteilten Freiwilligen ihr Wissen mit anderen zu teilen und zu einer kollektiv verfassten Enzyklopädie beizusteuern.

    Gleichzeitig illustriert das Beispiel Wikipedia die durchaus vorhandene, ja bisweilen tiefgreifende ökonomische Relevanz auch nicht-marktlicher Sharing Economy. Seit dem Aufstieg von Wikipedia ist mit dem Verkauf klassischer Enzyklopädien kein Geld mehr zu verdienen. Wer nur auf den Beitrag der Anbieter von Enzyklopädien zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) schaut, würde also durch Wikipedia einen Rückgang beobachten. Der Zugang zu enzyklopädischem Wissen ist durch Wikipedia jedoch ungleich freier und kostengünstiger als zuvor. Eine Verringerung BIP-wirksamer Umsätze (in diesem Fall von Enzyklopädie-Anbietern) muss also keineswegs mit niedrigerem gesellschaftlichem Wohlstand einhergehen (in diesem Fall dem Zugang zu enzyklopädischem Wissen).

    B) Marktliche Sharing Economy

    Im Falle von marktlicher Sharing Economy erfolgt die Bereitstellung bzw. kollaborative Nutzung von Gütern aus überwiegend kommerziellem Interesse in gewerblichem Ausmaß. Prominente Beispiele marktlicher Sharing Economy sind die Dienste AirBnB und Uber, wo nicht nur auf Seiten des Plattformbetreibers, sondern auch auf Seiten des Anbieters der jeweiligen Mitnutzung kommerzielle Interessen dominieren. Nicht notwendigerweise erreicht das im jeweiligen Einzelfall aber auch ein gewerbliches Ausmaß.

    Im Unterschied zu CouchSurfing ist das Angebot an Übernachtungsmöglichkeiten bei AirBnB stark ökonomisch und von unmittelbar reziproken Gegenleistungen zwischen AnbieterInnen und NutzerInnen getrieben. Wohnungseigentümer können über die Plattform AirBnB kurze Phasen von Leerstand überbrücken oder überhaupt die Chance für profitablere Verwertung ihres Wohnungseigentum im Vergleich zu herkömmlicher Vermietung sehen. NutzerInnen sehen in AirBnB eine oft kostengünstigere Alternative zu Hotels und schätzen bisweilen auch den unmittelbar-persönlichen Kontakt mit VermieterInnen. Genauso wie bei Couchsurfing können sich sowohl AnbieterInnen als auch NutzerInnen gegenseitig bewerten und so zur Bildung von Vertrauen beitragen. Angesichts des reziproken Austauschs geldwerter Leistungen – Wohnraum gegen Geld – ist die Rolle von AirBnB aber nicht nur jene einer Vernetzungsplattform, sondern auch die eines Marktplatzes.

    Analog zu AirBnB ist die Situation beim anderen prominent-umstrittenen Fall von Sharing Economy, der Mobilitätsplattform Uber. Auch hier geht es um den unmittelbar reziproken Austausch geldwerter Leistungen, von Taxiservices über Kurierdienstleistungen bis hin zu Ridesharing.

    Eine unmittelbare Folge des primär kommerziellen, marktlichen Charakters von Plattformen wie AirBnB und Uber ist jedoch auch, dass bestehende gesetzliche Regelungen des Hotel- oder Transportgewerbes bzw. zur Beschäftigung (schein-)selbständiger MitarbeiterInnen einschlägig und anzuwenden sind – zumindest bei Überschreiten von Umsatzgrenzen, die auf Gewerbsmäßigkeit hindeuten.

    Externalitäten der Sharing Economy

    Zusammengefasst können beide Typen von Sharing Economy mit positiven und negativen Externalitäten – also sozio-ökonomischen Folgewirkungen – einhergehen, wobei der größere Regulierungsbedarf in der Regel im Kontext marktlicher Sharing Economy zu erwarten sein dürfte. Positive Externalitäten von Sharing Economy können dabei in ökologischer (z. B. geringerer Ressourcenverbrauch durch vermehrte Nutzung von Carsharing), sozialer (z. B. günstigere Nutzung bestimmter Güter und Dienstleistungen) oder ökonomischer Hinsicht (z. B. Veränderung relativer Preise, sektoraler Wandel) bestehen. Ob im konkreten Fall positive Externalitäten vorliegen, ist eine empirische Frage, die im jeweiligen Einzelfall zu klären und nicht für sämtliche Fälle von Sharing Economy a priori beantwortbar ist. Negative Externalitäten im Falle von Sharing Economy können insbesondere dann auftreten, wenn Vermittlung von Gütern und Dienstleistungen über neue digitale Plattformen vor allem zur Umgehung bestehender Regulierung im Bereich Umweltschutz, Arbeits- und Sozialstandards genutzt wird. Auch hier ist das Vorhandensein negativer Externalitäten eine empirische Frage.

    Klarerweise ist die Kategorisierung im Einzelfall keineswegs immer eindeutig, und es können insbesondere im Bereich von marktlicher Sharing Economy mit ein und derselben Plattform sowohl positive als auch negative Externalitäten einhergehen. Im vieldiskutierten Fall von AirBnB hängen die Externalitäten entscheidend von Kontextbedingungen wie dem Wohnraumangebot, Leerstand sowie Nutzungsweise (Gelegenheitsnutzung vs. Vollzeitnutzung sowie gewerbliches vs. nicht-gewerbliches Ausmaß) ab.

    In vielen Fällen sind jedoch nur geringfügige Anpassungen bestehender Regulierungen erforderlich, um diesbezügliche Herausforderungen zu adressieren. In der Regel ist die Beantwortung der Frage der Gewerbsmäßigkeit anhand der Überschreitung von Umsatzgrenzen ein guter Indikator für die Notwendigkeit der Anwendung entsprechender Regelungen auch auf neue Formen von „Sharing Economy“, also im Fall von AirBnB beispielsweise bei gewerbsmäßiger Vermietung von Privatwohnungen in Form der analogen Anwendung von Bestimmungen für Ferienwohnungen.

    Die Tendenz zur marktbeherrschenden Stellung weniger großer Sharing-Plattformen kann diesbezüglich sogar einen Vorteil darstellen, weil die Plattformbetreiber ein natürlicher Ansprechpartner für die Durchsetzung bestehender Regelungen (z. B. Einhebung von Abgaben) auch im Bereich der Sharing Economy sind. In bestimmten Fällen kann jedoch auch eine Änderung bestehender Regulierungen geboten sein, insbesondere wenn Geschäftspraktiken vor allem der Wettbewerbsvermeidung oder Regulierungsumgehung dienen.

    Dieser Beitrag ist in leicht adaptierter Form in der Zeitschrift Wirtschaftspolitik-Standpunkte der Arbeiterkammer Wien erschienen (PDF der Ausgabe 1/2016).

    23. März 2016 17
  • : Wikipedia-Gründer setzt sich für syrischen Aktivisten ein: #whereisBassel?
    Wikipedia-Gründer setzt sich für syrischen Aktivisten ein: #whereisBassel?

    Wikipedia-Gründer Jimmy Wales hat in einem Editorial für den Guardian abermals gefordert, dass der syrische Aktivist Bassel Khartabil freigelassen werden soll:

    Khartabil is a member of the Wikipedia community, a true believer in free knowledge and freedom of expression. His arbitrary arrest, torture and rumoured death sentence are not only grave violations of International Human Rights Law, but also a significant blow to our shared values of internet freedom and free speech.

    Im November gab es Gerüchte, dass Khartabil zum Tode verurteilt worden sein könnte.

    Angesichts des vierten Jahrestags von Khartabils Verhaftung wird es am Samstag, den 19.3. in einigen Städten Solidaritätsdemos für Khartabils Freilassung geben, darunter auch in Berlin um 14 Uhr am Weinbergspark nahe dem Rosenthaler Platz (Facebook-Event).

    17. März 2016
  • : Wikimedia Deutschland präsentiert Lizenzhinweisgenerator für Wikipedia-Bilder
    Screenshot des Lizenzhinweisgenerators; Bild links: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Mikegr">User:Mikegr</a>, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:LentosNightBlue.jpg">LentosNightBlue</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/legalcode">CC BY-SA 4.0</a>
    Wikimedia Deutschland präsentiert Lizenzhinweisgenerator für Wikipedia-Bilder

    Rechtzeitig zum 15. Geburtstag der deutschsprachigen Wikipedia präsentiert der deutsche Wikimedia-Verein einen Lizenzhinweisgenerator, der die Weiternutzung von Bildern aus der Wikipedia bzw. von Wikimedia Commons vereinfachen soll. Denn auch wenn die offenen Lizenzen von Wikipedia-Inhalten eine Nutzung in vielen anderen Kontexten auch ohne Rechteklärung ermöglichen, ist das Lizenzhandling nicht ohne Tücken – wie auch die Rechtsprechung zu Creative Commons belegt. Neben einem Verweis auf den Urheber des verwendeten Werks muss beispielsweise auch die Lizenz genannt und, sofern möglich, verlinkt werden.

    Der Lizenzhinweisgenerator richtet sich an all jene, die bei der Verwendung von Wikimedia-Bildern auf Nummer sicher gehen wollen und führt Nutzer Schritt für Schritt an Hand von Fragen durch den Lizenzierungsprozess. Vor allem ist der Generator hilfreich, wenn an einem Werk Bearbeitungen vorgenommen wurden – in so einem Fall muss nämlich auf diesen Umstand bzw. die Art der Bearbeitung hingewiesen werden. Gleichzeitig kann man sich selbst als Urheber der Bearbeitung kenntlich machen.

    Am Ende steht das Ergebnis in Form eines Lizenzhinweises in Text- und HTML-Form:

    Zum Einstieg fordert der Lizenzhinweisgenerator nur einen Link auf ein Bild in der Wikipedia bzw. Wikimedia Commons. Das Tool birgt abgesehen von seiner praktischen Nützlichkeit auch durchaus didaktisches Potential hinsichtlich der urheberrechtlichen Fragen, die sich bei der Verwendung offen lizenzierter Inhalte regelmäßig stellen.

    16. März 2016 5
  • : Wikimedia-Chefin Lila Tretikov tritt zurück [Update]
    Wikimedia-Chefin Lila Tretikov tritt zurück [Update]

    400px-Wikimedia_Foundation_RGB_logo_with_text.svgSchon länger schwelte bei der Wikimedia Foundation eine Führungs- und Managementkrise, die auch den 15. Geburtstag des Flaggschiffs Wikipedia überschattet hat – schließlich war ein von der Community gewähltes Vorstandsmitglied von seinen VorstandskollegInnen aus dem Gremium geworfen worden und ein in das Board nominierter Ex-Google-Manager trat nach Kritik an seiner Bestellung seinen Posten gar nicht erst an.

    Nachdem die Kritik am Führungsstil von Wikimedia CEO Lila Tretikov in den letzten Wochen an Intensität mehr und mehr zugenommen hatte, zog diese nun die Konsequenzen und trat zurück. Anlass waren zunächst dementierte Pläne Tretikovs, eine Wikipedia-Suchmaschine zu bauen (Hintergründe dazu liefert Wikipedia Signpost). Torsten Kleinz hat bei heise.de die Vorgänge rund um Tretikovs Rücktritt schön zusammengefasst. Er spricht von einem Dammbruch:

    In den vergangenen Tagen kam es jedoch zum Dammbruch: Immer mehr Angestellte erklärten auf der Mailingliste der Wikimedia Foundation ihre Kündigung mit der Unzufriedenheit [mit] Tretikov. Auch derzeitige Angestellte forderten offen ihren Rücktritt.

    Wie es jetzt weitergeht ist unklar, nach der Ankündigung des Abschieds von Tretikovs Vorgängerin Sue Gardner war mehrere Monate lang nach einem/r Nachfolger/in gesucht worden – mit offensichtlich nicht gerade großem Erfolg.

    [Update, 26.02.2016] Für alle, die die Ereignisse seit der Bestellung von Lila Tretikov im Detail nachvollziehen möchten empfiehlt sich ein Blick in eine diesbezügliche Timeline der Programmiererin Molly White. Außerdem wurde ich für einen längeren Beitrag zum Them bei SZ.de interviewt. [/Update]

    26. Februar 2016 6
  • : Ausbaufähig: Die englische Wikipedia über uns
    Ausbaufähig: Die englische Wikipedia über uns

    Per Zufall haben wir gerade festgestellt, dass wir eine englischsprachige Wikipedia-Seite haben. Die ist aber nur rudimentär mit Inhalten gefüllt. Da man sich ja nicht selber bearbeiten soll, fragen wir lieber: Wer hat Lust und Zeit, die Seite auszubauen?

    16. Februar 2016 16
  • : Netzpolitik-Podcast 133 mit Markus und Leonhard über Urheberrecht, 15 Jahre Wikipedia und Österreich
    Logo der Initiative für ein Recht auf Remix
    Netzpolitik-Podcast 133 mit Markus und Leonhard über Urheberrecht, 15 Jahre Wikipedia und Österreich

    Anlässlich seines Abschieds aus Berlin habe ich mich noch einmal mit Leonhard Dobusch zum Podcasten getroffen. Neben aktuellen Entwicklungen rund um geplante Urheberrechtsreformen in Deutschland und Europa waren auch Wikipedia und Leonhards neue, alte österreichische Heimat Thema des Gesprächs.

    Intro

    Stand der Urheberrechtsdebatte in Europa

    Oettinger verliert (sich) in Autometaphern zum Urheberrecht:

    Urheberrechtsdebatte im deutschsprachigen Raum

    Und noch mehr zum Urheberrecht

    Wikipedia wurde im Januar 15 Jahre alt

    Österreich und Netzpolitik

    31. Januar 2016 6
  • : 32C3 zum Nachschauen: Gated Communities
    Sim-Karte vom 32c3, Zugangvoraussetzung zum internen GSM-Netz via flickr/<a href="https://www.flickr.com/photos/fossasia/23814523850/">Hong Phuc FOSSASIA</a>
    32C3 zum Nachschauen: Gated Communities

    Im dritten Teil unserer Reihe der 32C3-Vortragsempfehlungen geht es um Gated Communities, Thema und Titel des 32. Chaos Communication Congress.

    Gated Communities sind zugangsbeschränkte Gruppen, Plattformen oder Foren jeglicher Art. Im Internet finden sich viele davon, wobei die Zugangsbeschränkung technischer Art sein kann, etwa wenn eine Anmeldung auf einer Internetseite nötig ist; genauso kann es aber auch das Know-How sein, das den Zugang zu bestimmten Themen erst ermöglicht. Das Internet ist aber auch selbst eine Gated Community, schließlich ist ein Internetzugang sowie eine gewisse Medienkompetenz Grundvoraussetzung, um das Internet nutzen zu können und so Teil der Community zu werden. Problematisch können Gated Communities nicht nur für die Ausgeschlossenen, sondern auch für die Mitglieder sein. Dies ist dann der Fall, wenn zum Beispiel Filterblasen die Wahrnehmung verzerren, weil die Zugangsbeschränkung nur Ähnliche oder Ähnliches durchlässt.

    Ende Dezember letzten Jahres fand in Hamburg der 32. Chaos Communication Congress statt, von dem wir mehrfach berichtet haben. Bei weit über einhundert gehaltenen Vorträgen zu Technik‑, Politik‑, Kunst- und Gesellschaftsthemen ist es äußerst schwer zu entscheiden, welche sehenswert sind. Daher werden wir in den nächsten Tagen einige Vorträge thematisch sortiert vorstellen.

    Die hier empfohlenen Vorträge sind, mit Ausnahme des ersten Vortrags, auf Englisch gehalten worden, aber auch mit einer deutschen Simultan-Übersetzung zum Download in der CCC-Mediathek verfügbar.

    Lessons learned: Freifunk für Geflüchtete

    Der Chaos Darmstadt e. V. versucht innerhalb der „Initiative Freifunk“, Geflüchteten in Unterkünften Zugang zum Internet zu ermöglichen. Der Chaos Darmstadt e. V. hat bei der Umsetzung mit Parteien, Landräten und Bürgermeistern zusammengearbeitet und berichtet von sehr unterschiedlichen Erfahrungen. In dem Vortrag geht es aber nicht nur um Politik und Verwaltung, sondern auch um das Problem der geringen Bandbreite, vor allem in den ländlichen Gebieten. Ein interessanter Vortrag mit dem Appell, es dem Chaos Darmstadt e. V. nachzumachen, einschließlich motivierender Anekdoten aus der Erfahrung der Initiative.

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    Dieser Vortrag ist auf Deutsch in der CCC-Mediathek als Stream und Download verfügbar.

    A new Kid on the Block

    In dem Vortrag von Katharina Nocun geht es um Soziale Netzwerke als die neuen Gatekeeper unserer Zeit. Die Vorteile sozialer Netzwerke sind unbestreitbar, ganz im Gegensatz zu ihren Monopolstellungen, wie es etwa bei Facebook der Fall ist. Katharina Nocun erklärt die Vorteile des dezentral aufgebauten Netzwerkes Diaspora* und erklärt, ob und wie es eine Chance hat, sich gegen Facebooks Omnipräsenz durchzusetzen.

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    Dieser Vortrag ist in der CCC-Mediathek auf englisch und deutsch als Stream und Download verfügbar.

    What is the value of anonymous communication?

    Die Benutzung des Anonymisierungsnetzwerkes Tor bringt leider immer auch Einschränkungen mit sich, zum Beispiel die Captcha-Abfragen beim Aufrufen mancher Internetseiten. So verhindert die Nutzung von Tor den Zugang zu einigen Communities. Ein Beispiel dafür ist, dass das Schreiben für Wikipedia nicht komplett anonym und nur sehr bedingt über Tor möglich ist. In dem Vortrag geht es um die Vor- und Nachteile der Anonymität im Internet, einer Studie folgend, in der gefragt wurde, welche unterschiedlichen Sichtweisen Wikipedia-Autoren und Tor-Nutzer darauf haben.

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    Dieser Vortrag ist in der CCC-Mediathek auf englisch und deutsch als Stream und Download verfügbar.

    Internet Landscapes

    Der Künstler Evan Roth beschäftigt sich in seinen Werken und Aktionen mit verschiedensten Aspekten von Internet, Technik und damit in Zusammenhang stehenden sozialen Phänomenen. Seine Werke machen Technik und Internet auf verschiedene Arten sicht- oder erfahrbar. In dem Vortrag stellt er einige der vergangenen Aktionen vor, beispielsweise wie er mit einem selbst gebastelten Google-Streetview-Auto durch Berlin fuhr und auf unterschiedliche Weise versuchte, Reaktionen der Passanten zu provozieren. Hauptthema des Vortrags sind aber die „Internet Landscapes“. Ähnlich wie Trevor Paglen reiste Evan Roth an die Küstenorte, an denen Internet-Kabel verlaufen. Dort machte er unter anderem Landschaftsfotos und Aufnahmen mit einem Gerät für selbsternannte Geisterjäger. Evan Roth stellt seine Bilder aber nicht einfach aus, sondern präsentiert die Aufnahmen in einer Weise, die sie in einen Zusammenhang mit dem Abgebildeten oder dem Prozess der Aufnahme stellen: Für die Landschaftsfotos schaute er zum Horizont, für den Geisterdetektor senkte er den Blick auf das Gerät. Die Aufnahmen wurden in einer Austellung hinterher übereinander angeordnet, sodass die Besucher beim Anschauen der Bilder eine ähnliche Bewegung machten. Evan Roth hält einen unterhaltsamen und faszinierenden Vortrag über die sichtbare und unsichtbare Infrastruktur des Internets und die vielen unterschiedlichen Zugangsmöglichkeiten.

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    Dieser Vortrag ist in der CCC-Mediathek auf englisch und deutsch als Stream und Download verfügbar.

    14. Januar 2016 5
  • : Wikipedia wird 15 Jahre alt: Beiträge zur Lage der freien Enzyklopädie [2. Update]
    Wikipedia wird 15 Jahre alt: Beiträge zur Lage der freien Enzyklopädie [2. Update]

    Wikipedia-logo-deBereits im Vorfeld des 15. Geburtstags der Wikipedia, der eigentlich erst am 15. Januar und damit Ende der Woche gefeiert wird, sind in zahlreichen Medien mehr oder weniger kritische Beiträge zur Lage der freien Online-Enzyklopädie erschienen. Gemeinsamer Nenner sämtlicher Analysen sind einerseits die Anerkennung für die enorme Leistung der freiwilligen AutorInnen und die zentrale Bedeutung der Wikipedia, die, andererseits, aber eben auch zu Sorge (Autorenschwund) und Kritik (Autorendiversität) Anlass geben.

    Astrid Herbolds Beitrag bei Zeit Online ist dementsprechend mit „Happy Birthday, Sorgenkind!“ betitelt. Herbolds legt den Fokus vor allem auf die Chancen und Risiken des neuen Vorzeigeprojekts Wikidata:

    Auch bei Wikidata stehen die Inhalte, die ebenfalls von Ehrenamtlichen zusammengetragen werden, unter freier Lizenz: Sie dürfen ausgelesen, kopiert, verbreitet und weiterverarbeitet werden. „Wikidata hat ein riesiges Potenzial und könnte grundsätzlich verändern, wie wir freies Wissen im Netz wahrnehmen“, sagt Wikimedia-Mitarbeiter Jens Ohlig, der an der Entwicklung der Datenbank beteiligt ist.

    Doch mit dem Potenzial geht möglicherweise auch eine neue Gefahr für die klassische Wikipedia einher. Je öfter Suchmaschinen und Sprachassistenzprogramme wie Siri oder Google auf die Wikidata-Datenbank zurückgreifen, desto mehr rückt der ausformulierte Lexikoneintrag in den Hintergrund.

    Bei Spiegel Online gab es zum 15. Geburtstag bislang nur eine Klickstrecke mit „Wikipedia-Anekdoten“, aber vielleicht kommt da ja noch etwas mehr bis Freitag rechtzeitig zum Geburtstag hat Angela Gruber noch einen Artikel beigesteuert (siehe auch 2. Update).

    Bereits am 8. Januar erschien ein Artikel von Torsten Kleinz im c’t‑Magazin, der inzwischen auch online verfügbar ist. Er widmet sich unter anderem dem Versuch, Autorenschwund mittels Algorithmus zu bekämpfen:

    Wenn zudem die ersten Gehversuche eines Neulings sofort wieder gelöscht werden, kommt der wahrscheinlich nicht so schnell wieder. „Unsere Studien zeigen, dass die Wiederkehrrate von wohlmeinenden Autoren eingebrochen ist, als diese Tools eingeführt wurden“, schreiben Aaron Halfaker und Dario Taraborelli, die die Situation in der Wikipedia untersucht hatten. […] Ihre Lösung dafür ist der „Objective Revision Evaluation Service“, ein selbstlernender Algorithmus, der künftig eine bessere Analyse liefern soll und als Webservice in 50 bis 100 Millisekunden eine Bewertung der Beiträge liefern kann. Inwieweit die Änderung im Backend tatsächlich für ein freundlicheres Klima auf Wikipedia sorgen wird, muss sich aber noch erweisen.

    In der Süddeutschen Zeitung durfte ich schließlich auch eine Einschätzung beisteuern. Aus dem Fazit:

    Das Beispiel Wikipedia ist der beste Beleg dafür, dass rein technologische Offenheit kein Garant für soziale Offenheit ist, im Gegenteil. Für Wikipedia gilt Ähnliches wie für Facebook und Zeitungsforen, die mit Hasskommentaren kämpfen: Digitale Plattformen basieren auf Voraussetzungen, welche die digitale Technik selbst weder herstellen noch garantieren kann, ohne die sie aber auf Dauer nicht lebensfähig sind.

    Einen kurzen Fernsehbeitrag zum Wikipedia-Geburtstag gab es ebenfalls bereits im Magazin „Shift“ der Deutschen Welle, der hier online angesehen bzw. als MP4 heruntergeladen werden kann.

    [Update, 14.01.2016] Bereits am Sonntag, 10.01. in der österreichischen Wochenzeitung profil erschienen aber erst jetzt frei online verfügbar ist eine „kritische Liebeserklärung“ von Ingrid Brodnig zum Wikipedia-Geburtstag:

    Die größte Gefahr für die Wikipedia, wie wir sie kennen, ist wohl, dass aus Liebe eine Hassliebe wird.

    [2. Update, 15.01.2016] Am Geburtstag selbst steuerte Torsten Kleinz noch einen zweiten Beitrag für heise.de über „Die Unvollendete“ bei, in der auch auf aktuelle Konflikte zwischen Wikimedia Foundation und Autoren-Community eingegangen wird:

    Hinter den Streitigkeiten steckt ein grundsätzlicher Konflikt: Die Wikipedia- Autoren befürchten, dass ihre jahrelange Arbeit entwertet wird, sollte die Wikimedia Foundation die Wikipedia nicht mehr als Hauptzweck, sondern nur noch eine von mehreren Wissensquellen behandeln. Die Wikimedia Foundation befürchtet wiederum, dass sie Relevanz verliert und so ihrer Mission, das Weltwissen an möglichst viele Menschen zu verteilen, nicht mehr nachkommen kann.

    Außerdem durfte ich mit Deutschlandradio Kultur über Wikipedia sprechen und Angela Gruper schreibt im Geburtstagsartikel von Spiegel Online über „schlechte Manieren“ als Bedrohung für die Wikipedia.

    Das größte journalistische Geschenk machte aber wahrscheinlich die Tagesschau-Redaktion, die ihren Geburtstagsbeitrag gleich im Wikipedia-Gewand präsentiert:

    13. Januar 2016 20