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: Freiwillige vor! Strategiedebatte und Vorstandswechsel bei Wikimedia Deutschland
Logo von Wikimedia Deutschland : Freiwillige vor! Strategiedebatte und Vorstandswechsel bei Wikimedia Deutschland
Wikimedia Deutschland – Gesellschaft zur Förderung Freien Wissens e.V. ist das offizielle deutsche „Chapter“ der Wikimedia Foundation, der Organisation hinter Projekten wie Wikipedia, Wikibooks oder Wiktionary. Ein beträchtlicher Teil jener Spenden, die über die Seite der deutschsprachigen Wikipedia gesammelt werden, fließt an diesen Verein. Gestern gab jetzt das ehrenamtliche Präsidium von Wikimedia für viele, laut Mailingliste auch Vereinsmitglieder, überraschend bekannt, dass man die Zusammenarbeit mit dem bisherigen hauptamtlichen Vorstand Pavel Richter auf Grund strategischer Differenzen beenden werde. Für Kritik sorgte hierbei, diese Entscheidung fünf Tage vor der 14. Mitgliederversammlung des Vereins und ohne ausführlichere Begründung veröffentlicht zu haben. Erst auf Nachfrage wurde ein Link auf ein Strategiepapier (PDF) bereitgestellt, dessen Inhalt sich aber nicht fundamental von den bisherigen Aktivitäten des Vereins unterscheidet. Bemerkenswert an der Entscheidung ist auch, dass der Sprecher des Präsidiums Nikolaus Becker sich unmittelbar nach deren Verkündung via Mail von der Entscheidung distanzierte sowie eine Reihe prominenter und langjähriger (Ex-)Vereinsfunktionäre in einem offenen Brief „blankes Entsetzen“ über die Vorgehensweise des Päsidiums zeigten (siehe auch Bericht von Torsten Kleinz bei heise.de). -
: Lob des Dilettanten – Wenn der Bürger Wissen schafft
: Lob des Dilettanten – Wenn der Bürger Wissen schafft Am Freitag berichtete die Sendung „HR2 – Der Tag“ über „Lob des Dilettanten – Wenn der Bürger Wissen schafft“.
Ab heute (9.5.) zählen sie wieder Vögel, andere kartografieren ihre Heimat oder verschlagworten Kunst. Diese Bürger schaffen Wissen, das Forscher nutzen, analysieren, interpretieren können. Ein unerschöpflicher Fundus, auf den die Gesellschaft zurück greifen kann und Wissenschaft und Demokratie mit der Basis vernetzt. Kritiker sorgen sich: Wird die Wissenschaft so verwässert? Wer schützt sie vor Dilettantismus und aufgeblasenem Halbwissen?
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: WePromise Organisationen & Unterstützer #01: Wikipedia
: WePromise Organisationen & Unterstützer #01: Wikipedia Wikimedia Deutschland war die erste Organisation, die das EU-Wahlprojekt WePromise tatkräftig unterstützen wollte. Nur kurze Zeit später traf die Filmcrew von EDRi und GoVeto in Straßburg auf Wikipedianer, wo dieses nette Video entstand:
Mittlerweile sind viele Organisationen Partner des Europawahlprojekts WePromise geworden, hierzu zählen unter anderem Reporters without Borders, der vzbv, FSFE… Netzpolitik ist natürlich auch mit dabei.
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: Kommentar: Wie die Kluft zwischen Wikipedia und Wikimedia zum Autorenschwund beiträgt
Eine schöne Visualisierung von Löschdiskussionen in der Wikipedia liefert die Seite notabilia.net : Kommentar: Wie die Kluft zwischen Wikipedia und Wikimedia zum Autorenschwund beiträgt
In den letzten Wochen häufen sich bei mir wieder die Interviewanfragen zum Thema Autorenschwund in der Wikipedia (z.B. hier bei detektor.fm). Seit 2007 geht die Zahl der aktiven WikipedianerInnen langsam aber stetig zurück. Ungefähr seit damals werden auch immer dieselben beiden Fragen gestellt: Was ist der Grund für den Rückgang? Was ließe sich dagegen unternehmen?Zu den meistgenannten Gründen zählen eine wenig herzliche Willkommenskultur, die steigende Zahl an Regeln sowie technische Hürden. Zu den bislang ergriffenen Gegenmaßnahmen zählen die Einrichtung von „Teahouses“ für einen freundlichen Einstieg samt Einführung in die wichtigsten Regeln sowie die seit Jahren andauernde Entwicklung eines WYSIWYG-Editors. Soweit, so bekannt (siehe auch „Wikipedia: Grenzenlose Exklusion?“).
Eine Frage des Journalisten Johannes Fischer in einem Hintergrundgespräch hat mich jetzt aber noch einmal über eine Sache neu nachdenken lassen, die zwar vielleicht nicht für den AutorInnenschwund selbst, sehr wohl aber für dessen schleppende Bekämpfung mitverantwortlich ist: die Kluft zwischen der Community von Wikipedia-AutorInnen auf der einen und der Wikimedia Foundation bzw. nationalen Wikimedia-Vereinen („Chapters“) auf der anderen Seite. Denn die Frage von Johannes Fischer war eigentlich naheliegend: Wenn die Wikipedia ein Problem mit der Community-Kultur hat, warum werden dann nicht einfach ein paar Community-Manager eingestellt?
Spendengelder für Community-Manager?
Die Frage ist umso berechtigter, weil das Geld dafür da wäre. Die Wikimedia Foundation eilt von einem Spendenrekord zum nächsten. Aktuell sitzt die Wikimedia Foundation auf Barreserven von 55,3 Millionen US-Dollar (vgl. FAQs zum Financial Statement). Das ist viel mehr als für den technischen Betrieb der Wikipedia erforderlich ist. Die Wikimedia Foundation und die mit ihr über Verträge verbundenen Wikimedia-Vereine sind in der eigentlich beneidenswerten Situation, den größten Teil ihrer Spendengelder relativ frei einsetzen zu können.
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: Studie der Otto-Brenner-Stiftung: „Verdeckte PR in Wikipedia“
: Studie der Otto-Brenner-Stiftung: „Verdeckte PR in Wikipedia“
Während Wikipedianer Dirk Franke im netzpolitik.org-Interview von bezahltem Schreiben noch als „kommende[m] Problem“ spricht, kommt der Journalist Marvin Oppong in einer Studie für die gewerkschaftsfinanzierte Otto-Brenner-Stiftung (OBS) zu dem Schluss, dass verdeckte PR in der Wikipedia (PDF der Studie) bereits heute ein großes Problem ist. So heißt es in der Pressemeldung zur Veröffentlichung der Studie:Im seltsamen Kontrast zu dem ungebrochenen Siegeszug von Wikipedia als Informations‑, Orientierungs- und Deutungsquelle steht die interne Struktur von Wikipedia, die es bisher nicht vermag, „PR in Wikipedia effektiv zu verhindern und Manipulationen in Wikipedia wirksam zu unterbinden.
Zu diesem harten Urteil kommt Oppong unter anderem an Hand von Fallstudien einzelner Artikel, u.a. über Daimler, RWE oder den FDP-Politiker Christian Lindner. Oppong argumentiert, bei Wikipedia handle es sich um eine „Diktatur der Zeitreichen“, weshalb die finanziell gut ausgestattete PR-Branche im Vorteil sei und über verschiedene Manipulationswege verfüge (S. 39). Als eine jener Branchen, in der es mutmaßlich die meisten Manipulationen gibt, nennt Oppong deshalb auch die finanzstarke Pharma-Branche (S. 41).
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: Interview mit Dirk Franke über „Grenzen der Bezahlung“ in der Wikipedia
Dirk Franke (Foto: Tobias Schumann, CC-BY-SA-3.0) : Interview mit Dirk Franke über „Grenzen der Bezahlung“ in der Wikipedia Die Entlassung von Sarah Stierch durch die Wikimedia Foundation, weil sie neben ihrer offiziellen Tätigkeit gegen Bezahlung in der Wikipedia geschrieben hatte (vgl. „Neue Probleme mit bezahlten Artikeln in der Wikipedia“), sorgt immer noch für Diskussionen. So widmet sich auch die aktuelle Ausgabe der Wikipedia-Onlinezeitung „Signpost“ fast ausschließlich der Angelegenheit.
Die Kontroverse bietet aber auch einen guten Anlass, noch einmal etwas grundsätzlicher über die Frage des Für und Wider von bezahltem Schreiben in der Wikipedia zu diskutieren. In Deutschland bietet sich in diesem Zusammenhang besonders der langjährige Wikipedia-Autor und seit 1. Januar 2014 Wikimedia-Deutschland-Mitarbeiter Dirk „Southpark“ Franke an. Denn Dirk Franke hat bis vor kurzem zu „Grenzen der Bezahlung“ in der Wikipedia gearbeitet und wird sich auch weiterhin in seiner Freizeit mit dem Thema beschäftigen. Das folgende Interview hat deshalb auch nichts mit seiner Tätigkeit für Wikimedia Deutschland zu tun und seine Aussagen sind rein persönlicher Natur.
Du hast Dich für die Wikimedia Foundation in einem Projekt mit den „Grenzen der Bezahlung“ auseinandergesetzt. Was war da die Fragestellung?
Dirk Franke: Das stimmt so nicht so ganz. Gefördert wurde das Projekt vom Verein Wikimedia Deutschland, der rechtlich unabhängig von der Stiftung ist. Ich habe es auch nicht für den Verein gemacht, sondern im Rahmen eines Förderprogramms in dem Mitglieder der Community verschiedene Projekte vorschlagen können – ich habe das immer so verstanden, dass ich das Projekt für die Wikipedia-Community mache, und nicht so sehr für den Verein. Die Fragestellung war auch eher eine praktische: bezahltes Schreiben ist einfach absehbar ein kommendes Problem und eine kommende Entwicklung: Wie schaffe ich es, die Community dazu zu animieren, sich Gedanken zum Thema zu machen, noch bevor das Problem in der Tür steht, und es eigentlich zu spät ist?
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: Neue Probleme mit bezahlten Artikeln in der Wikipedia
: Neue Probleme mit bezahlten Artikeln in der Wikipedia Die Wikimedia Foundation hat eine Mitarbeiterin entlassen, die ihre Dienste kommerziell angeboten hat: 44,44$ pro Stunde Editierarbeit oder 300$ pro Artikel auf Wikipedia musste man zahlen, um Inhalte von Sarah Stierch verfasst zu bekommen.
Wer ist Sarah Stierch?
Sarah Stierch war ein öffentlich sehr sichtbares und aktives Mitglied der Wikimedia Foundation als „Program Evaluation & Design Community Coordinator“ und hat sich vor allem darin engagiert, Frauen zur Teilnahme an der Wikipedia zu motivieren. Auch in der Ada Initiative, die Frauen bei der Mitarbeit in Open Source und Open Culture fördert, war sie Vorstandsmitglied. 2011 hat sie eine Umfrage zum Gender Gap in der Wikipedia durchgeführt, die auch andere interessante Erkenntnisse über die Zusammensetzung der Wikipedia-Autoren zu Tage gefördert hat. Außerdem war sie Wikipedian-in Residence für die Archives of American Art und die Smithsonian Institution Archives. 2012 bekam sie ein Stipendium der Wikimedia Community.
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: Wikipedia: Wikimedia Foundation geht juristisch gegen PR-Firma vor
: Wikipedia: Wikimedia Foundation geht juristisch gegen PR-Firma vor
Im Oktober sorgte die Aufdeckung eines umfangreichen Netzwerks von Nutzer-Accounts für Aufsehen, mit denen die englische Wikipedia im Sinne der Kunden einer PR-Firma bearbeitet wurde. Nachdem der Fall bisher vor allem journalistisch und nach den Wikipedia-Regeln aufgeklärt und bearbeitet wurde, hat sich die Wikimedia Foundation nun entschlossen, auch zu juristischen Mitteln zu greifen: Mit einem cease-and-desist-letter der beauftragten Anwaltskanzlei wird der Firma Wiki-PR verboten, sich an dem Enzyklopädieprojekt zu beteiligen, bis sie die Bedingungen der Foundation und der Wikipedia-Community erfüllt hat. Letztere fordert von dem Unternehmen die Offenlegung aller Accounts und bearbeiteten Artikel sowie transparentes Arbeiten in der Zukunft. -
: Wikipedia geht gegen Sockenpuppen und schwarze Hüte vor
: Wikipedia geht gegen Sockenpuppen und schwarze Hüte vor Jeder darf zur Wikipedia beitragen, Artikel erstellen, ergänzen und sich an Diskussionen beteiligen. Das ist ein Konzept mit vielen Vorteilen, aber es kann auch für ganz konträre Zwecke missbraucht werden.
TheDailyDot veröffentlichte am Anfang des Monats einen Artikel, in dem über die Erfahrungen des Wikipedia-Autors DocTree berichtet wurde. Er entdeckte durch eine Routinekontrolle in der Diskussion eines Artikels Sockpuppets. Sockpuppets sind Mehrfachaccounts eines einzelnen Nutzers. Sie können, besonders in Diskussionsforen, dazu missbraucht werden, seine Meinung zu verstärken, indem unterschiedliche Gesprächsteilnehmer simuliert werden.
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: Bots sind schuld: Studie über Autorenschwund in Wikipedia
Aktive AutorInnen (>=5 Editierungen/Monat) in der englischsprachigen Wikipedia (Halfaker et al. 2013) : Bots sind schuld: Studie über Autorenschwund in Wikipedia Seit 2007 verzeichnet die englischsprachige Wikipedia einen kontinuierlichen Rückgang an aktiven AutorInnen, also solchen die mehr als fünfmal pro Monat etwas zur Online-Enzyklopädie beitragen:
Ein Forschungsteam rund um Aaron Halfaker von der University of Minnesota hat nun in einer Schwerpunktausgabe der Zeitschrift American Behavioral Scientist zum Thema Wikis eine Studie veröffentlicht (PDF), die in automatisierten Qualitätssicherungsmaßnahmen den Hauptgrund für den Rückgang an AutorInnen ausmacht. Halfaker dazu (meine Übersetzung):
Um die Qualität der enzyklopädischen Inhalte trotz des exponentiellen Wachstums der Gemeinschaft an Beitragenden aufrecht zu erhalten, entwickelten die WikipedianerInnen automatisierte (Bots) und halb-automatisierte Werkzeuge (Huggle, Twinkle, etc.) um die Aufgabe, unerwünschte Beiträge zurückzuweisen, so wenig aufwändig wie möglich zu gestalten. Diese Werkzeuge waren offensichtlich sehr effektiv.
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: Wikimedia-Interviews
: Wikimedia-Interviews Das SZ-Magazin hat ein längeres Interview mit Sue Gardner gemacht, der scheidenden Geschäftsführerin der Wikimedia-Foundation: Auf der guten Seite.
Sie sind umzingelt von Google, Amazon und eBay. Wird das Internet zur Shopping Mall?
Ich denke schon. Ich habe nichts gegen diese Seiten, ich nutze sie selber, aber ihr vordringliches Ziel ist es nun mal, Geld zu verdienen. Dass sie den Menschen helfen, ist zweitranging. Ihre Dominanz hat in meinen Augen dazu geführt, dass das Ökosystem des Internets aus dem Gleichgewicht geraten ist. Und noch eine andere Entwicklung, die damit zusammenhängt, stört mich: Das Großartige am Internet war doch mal, dass es den Leuten die grenzenlose Möglichkeit gibt, selber Inhalte zu produzieren, Blogs sind dafür nur ein Beispiel. Heute nutzen die Leute jedoch am liebsten Seiten, die ihre Ausdrucksmöglichkeiten beschneiden. In den USA verbringen die Menschen zehn Minuten von jeder Stunde, die sie online sind, auf Facebook. Dort können sie den »Gefällt mir«-Button klicken oder Inhalte verlinken, aber kaum noch eigene kreieren.
Und bei iRights.info findet sich ein Interview mit dem Wikimedia-Justiziar Geoff Brigham: „Jeden Tag rufen Streithähne aus aller Welt an, um Inhalte zu entfernen”
.Welche Arbeit im Alltagsgeschäft sonst noch anfällt, ist für Außenstehende gar nicht erkennbar. Jeden Tag rufen bei uns Streithähne aus der ganzen Welt an, darunter viele Anwälte und Regierungsbeamte, die uns auffordern, bestimmte Inhalte von unserer Site zu entfernen. So lange diese jedoch wahrheitsgemäß und rechtens sind, wird das nicht geschehen. Wir betrachten jeden Einzelfall für sich und gehen sehr gewissenhaft vor, nichts passiert automatisch. Handelt es sich beispielsweise um eine Urheberrechtsverletzung, überprüfen wir zunächst den Vorfall. Bewahrheitet sich der Vorwurf, löschen wir den Inhalt. Aber wir entfernen keinen Artikel, nur weil er einer Person nicht gefällt.
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: Wert der Wikipedia: Zwischen 3,6 und 80 Milliarden Dollar?
: Wert der Wikipedia: Zwischen 3,6 und 80 Milliarden Dollar? Eine der Kernaufgaben des betriebswirtschaftlichen Rechnungswesens ist die monetäre Bewertung des betrieblichen Vermögens, sei es für die (interne) Kostenrechnung oder die (externe) Bilanzierung. Diese Bewertungsfragen sind keineswegs trivial und eine Reihe von Regeln (z.B. die „Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung“) sollen dabei anleiten. Besonders schwierig ist dabei die monetäre Bewertung von Gütern oder Dienstleistungen, die nicht oder nur begrenzt auf Märkten handelbar sind.
Dementsprechend groß ist die Unsicherheit, einem gemeinnützigen Projekt wie der Wikipedia einen monetären Wert zuzuweisen. Jonathan Band and Jonathan Gerafi haben sich dennoch für infojustice.org an einer Kalkulation versucht (PDF). Sie listen dabei u.a. die folgenden Ansätze für eine Schätzung des Werts der Wikipedia auf:
- Wiederherstellungskosten in Höhe von $6,6 Milliarden, zzgl. $600 Millionen Aktualisierungskosten pro Jahr. Die $6,6 Milliarden folgern sie aus $300 für einen Wikipedia-Artikel durchschnittlicher Länge bei einer Gesamtzahl von 22 Millionen Artikeln.
- Konsumationswert I (fiktive Abogebühren): In ihrem (leider nicht frei online zugänglichen) Aufsatz „Placing Value on Wikipedia“ kalkulieren die zwei spanischen Betriebswirte Enrique Bonsón und Francisco Flores mit einer fiktiven jährlichen Nutzungsgebühr zwischen $33 (last.fm) und $170 (Encyclopedia Britannica), wobei sie mit einem Nutzungsrückgang von 75% im Falle einer Paywall rechnen. In diesem Fall würde der Wert bei 100 Millionen zahlenden Kunden zwischen $3,6 und $17 Milliarden liegen. Band und Gerafi wiederum argumentieren, dass ohne Bezahlschranke die entsprechenden Konsumationswerte aber bei allen über 470 Millionen NutzerInnen entstehen und deshalb ein Konsumationswert zwischen $16,9 und $80 Milliarden anzusetzen wäre.
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: OER – Konferenz zu freien Bildungsmaterialien dieses Wochenende in Berlin
: OER – Konferenz zu freien Bildungsmaterialien dieses Wochenende in Berlin
Dieses Wochenende findet in Berlin die OER (Open Educational Resources) Konferenz statt. Idee des ganzen ist, die verschiedensten Akteure aus dem Feld zusammenzubringen – ganz gleich, ob Akademikerin, Lehrerin, Aktivistin oder einfach nur interessierte Bürgerin. Veranstaltet und unterstützt wird das ganze durch die deutsche UNESCO-Kommission (Schirmherrschaft), mabb, creative commons, Co:llaboratory und werkstatt.bpb.de.Zu den Themenbereichen gehören: OER in Gesellschaft, Politik und in anderen Ländern. OER in Praxis, Projekten und Forschung. Anleitungen, Tipps & Tricks zu OER. Natürlich auch Qualität und Zugänglichkeit von OER. Und letztlich die leidige Frage der Finanzierung und Rahmenbedingungen.
Hier gehts zum Livestream. Hier findet ihr das Programm.
Wir sind für euch vor Ort und werden ein bisschen berichten, was sich so tut.
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: Wikipedia: Grenzenlose Exklusion?
Abbildung 3: Verschiedene Erklärungsansätze für Exklusion in der Wikipedia (eigene Darstellung) : Wikipedia: Grenzenlose Exklusion? „Welcome to Wikipedia, the free encyclopedia that anyone can edit.“ Diese freundliche Begrüßung findet sich auf der Startseite der englischen Wikipedia. Ganz ähnlich die Vision auf der Seite der gemeinnützigen Wikimedia Foundation, der Organisation hinter der Wikipedia: „Imagine a World in which every single human being can freely share in the sum of all knowledge.“
Beide Sätze stehen für digitale Inklusionsutopien. Jede/r – „anyone“ – soll die Möglichkeit haben, in der Wikipedia am Weltwissen mitzuwirken. Jeder einzelne Mensch – „every single human being“ – soll sich frei am digitalen Wissensaustausch beteiligen können. In den ersten Jahren von Wikipedias rasantem Aufstieg zur zentralen Anlaufstelle für das Weltwissen und zur einzigen nicht-profitorientierten unter den zehn meistbesuchten Webseiten wurde deshalb auch diskutiert, ob bei soviel Offenheit nicht Qualität und Seriosität auf der Strecke bleiben müssten? Die meistgestellte Frage lautete in etwa so: Wie Qualität und Neutralität wahren, wenn jederzeit irgendjemand irgendetwas ändern, ergänzen oder löschen kann? (vgl. z.B. den Focus-Artikel „Dilettanten und Fälscher bei Wikipedia“)
Die Antwort auf diese Frage gaben einerseits Studien, die in Wikipedia nicht mehr Fehler fanden als in der renommierten Encyclopedia Britannica (z.B. Giles 2005). Andererseits entwickelte sich die Wikipedia weiter, führte beispielsweise „gesichtete Versionen“ ein, die von erfahrenen WikipedianerInnen geprüft wurden. Und auch wenn immer wieder einmal Meldungen von manipulierten oder falschen Wikipedia-Einträgen die Runde machen, so steht spätestens seit dem Ende von Printenzyklopädien und der völligen Einstellung des Brockhaus die wiki-basierte Online-Enzyklopädie als Sieger fest. Heute gibt es kaum eine Internetsuche, die nicht eine prominent in den Ergebnissen platzierte Wikipedia-Seite zu Tage fördert. Die normative Kraft des Faktischen macht Wikipedia zum zentralen Wegweiser durch das Weltwissen.
Gleichzeitig hat sich die Kritik an Wikipedia geändert, ja paradoxerweise ins Gegenteil verkehrt. Nicht übermäßige sondern mangelnde Offenheit gelten heute als das größte Problem der Wikipedia. Zwar kann immer noch jede/r Wikipedia editieren, tatsächlich tut es aber letztlich nur eine kleine Minderheit. Die Situation wird in der Wikipedia selbst auf der Seite zu „Systemic Bias“ detailliert ausgeführt:
„The average Wikipedian on the English Wikipedia is (1) a male, (2) technically inclined, (3) formally educated, (4) an English speaker (native or non-native), (5) aged 15–49, (6) from a majority-Christian country, (7) from a developed nation, (8) from the Northern Hemisphere, and (9) likely employed as a white-collar worker or enrolled as a student rather than being employed as a laborer.“
Oder, in den Worten von Sarah Stierch, die sich im Auftrag der Wikimedia Foundation näher mit Diversitätsfragen in der Wikipedia auseinandergesetzt hat: „[I]t’s being written by middle-aged white guys.“ Wie dramatisch niedrig beispielsweise der Anteil weiblicher Editorinnen ist, zeigt ein Vergleich mit anderen Online-Communities: Während mehr Frauen als Männer soziale Netzwerke im Internet nutzen und auch in techniklastigen Plattformen wie Google+ oder Reddit 27 bzw. 16 Prozent der Nutzer/innen sich weiblich verorten, traf das in der letzten Editor-Survey 2011 gerade einmal auf 9 Prozent der aktiven Wikipedianer/innen zu –
ein Rückgang von 13 Prozent im Jahr davorund damit noch weniger als in anderen Studien zuvor gemessen worden war.[1] -
: Wikipedia und Wissenschaft
: Wikipedia und Wissenschaft Auf Deutschlandfunk hat die Sendung „Wissenschaft im Brennpunkt“ heute über „Wikipedia und Wissenschaft – Die freie Enzyklopädie mit ihren Forschern“ berichtet.
Die Wikipedia gehört zu den meist aufgerufenen Webseiten der Welt, manche unterstellen ihr ein Wissensmonopol. Die Autoren sind ausschließlich Freiwillige, darunter auch Wissenschaftler. Viele Wissenschaftler tun sich mit dem Schreiben in der Wikipedia schwer, weil sie eine andere Veröffentlichungskultur gewohnt sind. Die Dachorganisation der deutschen Wikipedia, die Wikimedia Deutschland sorgt für Kontakte zu Wissenschaftsorganisationen und schickt „Wikipedians in Residence“ dorthin. Mit 1,5 Millionen Artikeln ist die Wikipedia so riesig, dass die alten Enzyklopädien wie der Brockhaus ins Schlingern gerieten. Geolina kommt in dieser Sendung zu Wort, Ziko und viele andere Autoren eines sich selbst organisierenden Systems. Forscher äußern sich und Datenbank-Spezialisten. Gemeinsam portraitieren sie ein Großprojekt, das den Begriff „Wissen“ längst verändert hat.
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: Online-Faktenchecks für Bundestagswahl und user-generated content
: Online-Faktenchecks für Bundestagswahl und user-generated content Das ZDF will gemeinsam mit Phoenix einen Online-Faktencheck zur Bundestagswahl einrichten und lädt die Wikipedia-Community dazu ein, Aussagen zum Faktencheck vorzuschlagen und mitzuhelfen, die Richtigkeit der Aussagen zu prüfen. Der Online Faktencheck wird auf der re:publica am 6.5. in Berlin unter dem Label #ZDFcheck vorgestellt, die darin erarbeiteten Mediendateien stehen unter einer Freien Lizenz der Nachnutzung offen. Die Wikimedia bezeichnet das als einen ersten Meilenstein in der Zusammenarbeit mit einem öffentlich-rechtlichen Sender. Diese Zusammenarbeit soll durch einen so genannten “Wikipedian in Residence” koordiniert werden, der aktiv die Community ansprechen soll. Eine Ausschreibung hierfür ist seit Mittwoch online. Ab August soll das Projekt richtig durchstarten, alle Arbeitsschritte des Faktenchecks sollen live mitverfolgt und mitgestaltet werden können.
Einen Crowdsourcing-Fakten-Check haben auch Ingenieure des Masdar Institute of Technology und des Qatar Computing Research Institute entwickelt. Die Plattform Verily soll Informationen aus sozialen Medien verifizieren. Behauptungen sollen mittels der Crowdsourcing Plattform in weniger als zehn Minuten bewertet werden, Verily arbeitet dafür mit einem Anreizsystem, das erfolgreichen Nutzern Punkte vergibt. Wer sich im Laufe der Zeit als guter Detektiv bewährt, wird mit fame und höherer Glaubwürdigkeit belohnt.
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: Netzpolitischer Wochenrückblick: KW 15 – jetzt auch in Audio!
CC-BY-NC-ND by <a href="http://www.flickr.com/photos/41460120@N04/4718951541/" >Masashi Mochida</a> : Netzpolitischer Wochenrückblick: KW 15 – jetzt auch in Audio! Der Netzpolitische Wochenrückblick soll denjenigen von euch, die nicht jeden Tag auf Netzpolitik.org lesen können oder wollen, eine Alternative bieten. Um also auch hier keine Menschen mit netzpolitischen Inhalten zu erschlagen, werden nur noch die wirklich wichtigsten Artikel verlinkt. Außerdem versuche ich mich zum ersten Mal an einer Audioversion des Rückblicks. Die ist noch etwas.. simpel, wir freuen uns daher zum Einen über Feedback, andererseits wären aber auch eine CC Startmusik und/ oder Jingles klasse – wer da also was findet oder selbst komponieren kann, möge sich melden! Vor allem fragen wir uns: Interessiert das überhaupt jemanden oder können wir uns die Arbeit sparen?
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Französischer Geheimdienst lässt Artikel in Wikipedia löschen (Update)
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: Französischer Geheimdienst lässt Artikel in Wikipedia löschen (Update)
: Französischer Geheimdienst lässt Artikel in Wikipedia löschen (Update) Wo wir gerade beim Eingriff von staatlichen Behörden auf die Wikipedia sind: Der französische Geheimdienst hat einen Artikel aus der französischen Wikipedia löschen lassen. Hier ist eine Übersetzung der französischen Mitteilung:
Guten Tag,
ich teile Ihnen/euch mit, dass ich den Artikel über die Militärische Funkstation bei Pierre-sur-Haute während der bevorstehenden Wartung löschen werde. Dieser Artikel verstößt gegen den Artikel 413–11 des französischen Strafrechts (Verrat militärischer Geheimnisse der Landesverteidigung). Nachdem sich die Wikimedia Foundation geweigert hatte, diesen Artikel in seiner jetzigen Form zu löschen, lud mich die französische Polizei in meiner Eigenschaft als Administrator vor. Für eine Wiederbereitstellung des Artikels ist der_die jeweilige ausführende Administrator_in verantwortlich im Sinne des Strafrechts.
Über weitere Informationen freuen wir uns in den Kommentaren.
Update: Der Google-Translate-Text wurde gegen eine händische Übersetzung ausgetauscht.
Update: Es gibt ein Statement der Rechtsabteilung der Wikimedia Foundation: „Wikimedia Foundation elaborates on recent demand by French governmental agency to remove Wikipedia content.“ (Danke Tilmann)
Es gibt den Artikel derzeit in zwölf Sprachen, Tendenz steigend. Hier ist der deutsche Artikel: Militärische Sendeanlage Pierre-sur-Haute.
Da wird die Geschichte auch kurz nochmal erklärt: Kontroverse um Wikipedia-Artikel.
Am 4. März 2013 versuchte der französische Inlandsgeheimdienst DRCI durch einen Brief an die Wikimedia Foundation den Artikel über die Station aus der französischen Wikipedia löschen zu lassen, da dieser geheime Informationen enthalte.[3] Auf Nachfrage der Wikimedia Foundation, welche Passagen in den Augen der DRCI problematisch seien, wurde von dieser ohne Nennung weiterer Details wiederholt die Löschung des gesamten Artikels gefordert. Nachdem die Wikimedia Foundation dem nicht nachkam, nötigte die DRCI einen ehrenamtlichen Administrator der französischen Wikipedia dazu, die Löschung während einer persönlichen Vorladung in der Räumlichkeiten des DRCI vorzunehmen.[4][5][6][7][8]
Später wurde der Artikel von anderen Wikipedia-Nutzern wiederhergestellt.[5] Das französische Innenministerium lehnte gegenüber der AFP einen Kommentar ab.[9] Die Kontroverse brachte dem Artikel einige Medienaufmerksamkeit und führte dazu, dass der Artikel in mehrere Sprachen übersetzt wurde. Dies wurde von der Zeitung 20 minutes als Beispiel für den Streisand-Effekt angeführt.[10]
Und auch Wikinews berichtet: Französischer Inlandsgeheimdienst forderte Löschung eines Wikipedia-Artikels.
Hier ist übrigens eine Statistik, wie oft der Original-Artikel aufgerufen wurde.
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: Wird Russland die Wikipedia sperren?
: Wird Russland die Wikipedia sperren? Die englischsprachige russische Nachrichtenagentur RiaNovosti berichtet, dass die russische Wikipedia eine Nachrichte der dortigen SPerrbehörde erhalten hat, dass Teile der russischen Wikipedia auf die Liste der Netzzensur kommen könnte. Konkret handelt es sich wohl um einen Artikel zum Thema Cannabis, sicher ein Thema, wovor die Kinder geschützt werden müssen.
The notification says that a Wikipedia article titled “Smoking Cannabis” includes information on the methods of extraction, production and consumption of narcotics. The site’s administrators must remove all banned content within 24 hours of receiving the notification, otherwise the hosting provider is obliged to block access to Russian-language Wikipedia in Russia. If the provider fails to do this, the network operator will block access to the website, the notification said.
Wir sind gespannt. Eine Sperrung der russischen Wikipedia, und sei es nur zu Teilen, wegen eines Artikel zum Thema Cannabis zeigt, dass das dortige Netzzensur-Gesetz zum Schutz der Kinder garantiert zweckentfremdet wird.
