Netzpolitik

Netzpolitischer Wochenrückblick: KW 15 – jetzt auch in Audio!

CC-BY-NC-ND by Masashi Mochida

Der Netzpolitische Wochenrückblick soll denjenigen von euch, die nicht jeden Tag auf Netzpolitik.org lesen können oder wollen, eine Alternative bieten. Um also auch hier keine Menschen mit netzpolitischen Inhalten zu erschlagen, werden nur noch die wirklich wichtigsten Artikel verlinkt. Außerdem versuche ich mich zum ersten Mal an einer Audioversion des Rückblicks. Die ist noch etwas.. simpel, wir freuen uns daher zum Einen über Feedback, andererseits wären aber auch eine CC Startmusik und/ oder Jingles klasse – wer da also was findet oder selbst komponieren kann, möge sich melden! Vor allem fragen wir uns: Interessiert das überhaupt jemanden oder können wir uns die Arbeit sparen?

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  • Französischer Geheimdienst lässt Artikel in Wikipedia löschen (Update)


Der französische Geheimdienst hat einen Artikel über die Militärische Funkstation bei Pierre-sur-Haute aus der französischen Wikipedia löschen lassen. Mittlerweile wurde der Artikel in 27 Sprachen übersetzt. Da lernt jemand den Streisand-Effekt kennen. [Zum Artikel]

  • Start der neuen europäischen Polizeidatenbank SIS II

Das Schengener Informationssystem (SIS), ein Informationssystem für Sicherheitsbehörden der Schengen-Länder, sollte 2007 an den Start gehen und 15 Millionen Euro kosten. Jetzt, sechs Jahre und 160 Millionen Euro später, ist es soweit. Ab morgen sind Sicherheitsbehörden, Europol und Eurojust berechtigt, auf die 42 Millionen Datensätze zuzugreifen, um folgende Personen besser erfassen zu können: [Zum Artikel]

  • Verteidigungsministerium geht mit Urheberrecht gegen investigativen Journalismus vor

Im vergangen Jahres hatte die WAZ Rechercheredaktion über 5000 Seiten Berichte an den Verteidigungsauschuss des Bundestages zugespielt bekommen. Diese Unterrichtungen des Parlamentes – UdP – waren als Verschlusssache nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, die WAZ veröffentlichte diese trotzdem Ende November. Ein halbes Jahr später geht das Bundesverteidigungsministerium nun dagegen vor. [Zum Artikel]

  • Oberlandesgericht Köln: Zollkriminalamt und DigiTask-Software wegen rechtswidriger Schnüffelei verurteilt

Kann eine staatliche Überwachungsmaßname besonders geschützte Kommunikation nicht unverzüglich löschen, darf diese nicht eingesetzt werden. Das hat das Oberlandesgericht Köln letzte Woche entschieden. Das Zollkriminalamt hatte Kommunikation mit einem Anwalt mitgeschnitten, aber ihre veraltete DigiTask-Software hatte noch keine Funktion zum selektiven Löschen. [Zum Artikel]

  • EU-Fluggastdaten an Kanada: Trotz Kritik will die Kommission das Abkommen abschließen

Das Abkommen zwischen der EU und Kanada zur Übermittlung und Speicherung von Fluggastdaten (PNR) steht kurz vor dem Abschluss. Erneut sollen massenhaft Daten unbescholtener Bürger an einen Drittstaat im Namen der Terrorbekämpfung übermittelt werden. [Zum Artikel]

  • Funkzellenabfrage: Amtsgericht Dresden findet Handy-Rasterfahndung Unschuldiger “notwendig und verhältnismäßig”

Mehr als eine Million Telekommunikationsverbindungen und 60.000 identifizierte Menschen sind verhältnismäßig für eine Polizei-Ermittlung. Dieser Auffassung ist das Amtsgericht Dresden in einem Beschluss zur Funkzellenabfrage, den wir an dieser Stelle exklusiv veröffentlichen. Daraus geht hervor, wie das LKA Sachsen die Rasterfahndung einer ganzen Stadt durchgeführt hat. [Zum Artikel]

  • Funkzellenabfrage: Mehr als 100 Handy-Rasterfahndungen in Sachsen letztes Jahr – auch wieder zu Anti-Nazi-Protesten

Allein im Bundesland Sachsen wurden im vergangenen Jahr 104 Funkzellenabfragen durchgeführt. Das geht aus einer Antwort des Justizministeriums auf eine kleine Anfrage hervor. Auch in diesem Jahr wurden wieder Anti-Nazi-Proteste mittels Handy-Überwachung und Rasterfahndungen ausgespäht. [Zum Artikel]

  • Studie der Bundesnetzagentur: Internet-Anschlüsse liefern oft nicht die Bandbreite, die verkauft wird

Die verkauften Bandbreiten von Breitbandanschlüssen werden in der Realität oft nicht eingehalten. Das geht aus einer Studie im Auftrag der Bundesnetzagentur hervor, die knapp eine Viertelmillion Internet-Anschlüsse gemessen hat. Auch beim Anbieterwechsel gibt es Probleme wie langwierige Ausfälle – die eigentlich gesetzlich verboten sind. [Zum Artikel]

  • WDR-Computernacht zum zeitsouveränen Nachschauen

Die vier Stunden WDR-Computernacht von Freitag Nacht können wegen ungeklärter Rechte nicht in der Mediathek gezeigt werden, aber trotzdem ist die Sendung im Netz zu sehen:

Termine

  • Bündnis gegen das Bestandsdatenschnüffelgesetz

Im Umfeld der Piratenpartei hat sich das “Bündnis gegen das Bestandsdatenschnüffelgesetz” gegründet. Ziel ist die Verhinderung der Bestandsdatenauskunft. Das Bündnis möchte daher gleich zweimal auf die Straße gehen, diesen Sonntag, den 14.4.2013 und zwei Wochen später am Samstag, den 27.04.2013. [Zum Artikel]

Habt ein schönes warmes Wochenende!

CC-BY-NC-ND by Masashi Mochida
CC-BY-NC-ND by Masashi Mochida

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15 Kommentare
  1. Ich bin ja mehr ein Fan von dialogischen Podcasts, aber vielleicht ist neben Logbuch Netzpolitik noch nicht viel mehr Platz fuer sowas im Wochentakt. Dennoch kann es gerne ein wenig persoenlicher werden. Der Anfang ist immer schwer, ist klar. Super, das zu versuchen jedenfalls.

    1. Ich muss da deutlich widersprechen: „Logbuch Netzpolitik“-Folgen sind 1 Stunde lang, dieser Podcast nicht mal eine Viertelstunde. Den Podcast hier kann ich mir also morgens vor der Arbeit reinziehen, den anderen nicht. Genau sowas habe ich gesucht: Netzpolitik-Nachrichten als Audio-Podcast. Längere Podcasts kann man machen, um einige Themen tiefer zu betrachten – beides hat also seinen Platz.

      @netzpolitik: Bitte weiter so!

  2. Super Service!
    So gern und viel ich auch lese, nehme ich Nachrichten lieber in Audio zu mir.
    Dinge, die mir aufgefallen sind:

    -) der Hall ist in der Tat störend und wird in akustisch schwierigen Situationen (Auto usw) die Sprachverständlichkeit deutlich mindern.
    -) äußerst positiv, fällt der gleichbleibende Pegel auf
    -) die Sprecherin ist jetzt nicht wahnsinnig schnell aber für solche nicht-triviale Inhalte wären ein etwas langsamer Sprechfluss (der Zeit für Denkpausen im Sekundenbruchteil-Bereich lässt) Gold wert
    -) Die Zischlaute sollten noch ein wenig unter Kontrolle gebracht werden (Stichwort: DeEsser)
    -) kommt der Wochenrückblick auch in den iTunes Podcast?

    1. Grundlegend muss ich zustimmen, aber bitte, Netzpolitik, verkrampft euch nicht darauf, es perfekt zu machen! Die Zischlaute sind ein Problem, aber wenn ihr euch dann bspw. denkt „Ne, es wäre dann zuviel Arbeit, die Laute zu dämpfen – dann lassen wir den Podcast lieber sein“, dann sag ich euch: Besser überhaupt diese tolle Idee für einen Netzpolitik-Nachrichten-Podcast weiterführen als gar nicht!

      1. Da hast du absolut Recht.
        Meine Nmerkungen waren natürlich nicht als Arbeitsauftrag sondern konstruktive Kritik gedacht. Ich hoffe natürlich, dass sie auch so verstanden wurden…

  3. Sehr schön und gut vorgelesen.
    Hab mir es sonst immer per Text2Speech vorlesen lassen. Für mich also ein Fortschritt.

    Vielleicht solltet ihr euch noch eine Sprecherkabine basteln. Da reicht schon ein alter Schrank und Noppenschaum.
    Allerdings hat mich der Hall nicht sonderlich gestört.

  4. Ich bin begeistert! – Beruflich bin ich sehr viel unterwegs und so kommt mir die Möglichkeit des Nachhörens statt -lesens sehr entgegen.
    Die Themenauswahl habt ihr gut hingekriegt, sie unterstreicht die Wichtigkeit Eurer Arbeit.
    Vielen Dank – und weiter so!

  5. da nicht triviale Themen: Lesefluss etwas verlangsamen. Information kann dann viel besser aufgenommen und verstanden werden. Ansonsten sehr angenehme Stimme.

    1. Nö. Ich finde die Sprechgeschwindigkeit genau passend. Langsam genug um folgen zu können und schnell genug um das Abschweifen der Aufmerksamkeit zu verhindern.

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