Studie der Bundesnetzagentur: Internet-Anschlüsse liefern oft nicht die Bandbreite, die verkauft wird

Die verkauften Bandbreiten von Breitbandanschlüssen werden in der Realität oft nicht eingehalten. Das geht aus einer Studie im Auftrag der Bundesnetzagentur hervor, die knapp eine Viertelmillion Internet-Anschlüsse gemessen hat. Auch beim Anbieterwechsel gibt es Probleme wie langwierige Ausfälle – die eigentlich gesetzlich verboten sind.


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Wie wir bereits berichtet haben, hat die Bundesnetzagentur mit der Initiative Netzqualität eine Studie zur Dienstqualität von Internetzugängen durchgeführt. Mehr als 200.000 Messungen von DSL-, Kabel- und Mobil-Anschlüssen haben Freiwillige beigesteuert. Heute wurde der 144-Seiten starke Abschlussbericht veröffentlicht.

In dieser großen Datenbasis hat man jetzt auch ganz offiziell festgestellt, dass die verkauften Bandbreiten selten eingehalten werden. Aus der Pressemitteilung:

Die Messstudie bestätigt die Vielzahl der Kundenbeschwerden über Abweichungen zwischen der vertraglich vereinbarten „bis zu“-Bandbreite und der tatsächlichen Bandbreite. Über alle Technologien, Produkte und Anbieter hinweg haben die teilnehmenden Nutzer oft nicht die Bandbreite gemessen, die ihnen als maximal mögliche Bandbreite von ihrem Anbieter in Aussicht gestellt wurde.

Die Lösung dagegen sind transparente, unabhängige Messungen sowie Transparenz gegenüber den Kunden. Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur:

Der Kunde weiß so nur vage, mit welcher Leistung er konkret rechnen kann. Auch nach Vertragsabschluss und erfolgter Schaltung besteht kein überschwängliches Bemühen, dem Endkunden aktiv einen transparenten Überblick über die Leistungsfähigkeit des konkreten Anschlusses zu bieten.


Spannender als die Bandbreite dürfte der Teil zur Netzneutralität sein. Das wird noch nachgeliefert:

Die Studie ist dabei auch der Frage nachgegangen, ob Datenpakete je nach Anwendung, Ursprung, Ziel oder Inhalt systematisch unterschiedlich behandelt werden (Netzneutralitätsthematik). Die Untersuchungen dauern hierzu noch an; ihre Ergebnisse werden in einem separaten Dokument dargestellt werden.

Genau da wird es problematisch, wenn Internet-Anbieter bestimmte Dienste ausbremsen, bevorzugen oder eine Extra-Gebühr verlangen. Oder wie die Telekom die Flatrates abschaffen und Bandbreiten drosseln will. Michael Horn, Netzwerk-Techniker und Mitglied im Chaos Computer Club, dazu gegenüber netzpolitik.org:

Flatrates sind immer eine Mischkalkulation. In einem gewissen Rahmen ist das auch kein Problem, da zu keiner Zeit alle Kunden gleichzeitig ihren Anschluss voll ausnutzen. Ein guter Anbieter zeichnet sich dadurch aus, dass diese Mischkalkulation dem Kunden nicht auffällt, weil immer die gewünschte Bandbreite zur Verfügung steht. Ein schlechter Anbieter gängelt seine Kunden mit Volumenpaketen und spart sich den Netzausbau. Wenn dies einhergeht mit der Begünstigung eigener Dienste wie im Fall der Telekom und Spotify, dann stellt das eine eklatante Verletzung der Netzneutralität dar. Während die Messungen und Statistiken der Bundesnetzagentur ein guter Anfang sind, fehlen derzeit noch gezielte Messungen inwieweit Anbieter im Einzelnen wirklich einen diskriminierungsfreien Zugang zum gesamten Internet ermöglichen.

Eine andere Erkenntnis der aktuellen Studie überrascht ebenso wenig: „Leider gibt es trotz der neuen gesetzlichen Regelungen aktuell Probleme beim Anbieterwechsel.“

„Der Gesetzgeber wollte mit den Neuregelungen den Endkunden vor langwierigen Ausfällen beim Anbieterwechsel schützen. Seit Dezember des vergangenen Jahres muss der abgebende Anbieter im Falle eines Scheiterns des Wechselprozesses die Versorgung wieder aufnehmen. Die Unterbrechung darf zudem nicht länger als einen Kalendertag andauern„, erläuterte Homann. Die Beschwerdezahlen zeigen, dass es in der Praxis bei einem Anbieterwechsel allerdings nach wie vor zu länger dauernden Unterbrechungen des Telefon- und Internetanschlusses kommen kann. „Ich appelliere noch einmal eindringlich an die Unternehmen, die gesetzlichen Vorgaben entsprechend umzusetzen. Wie die eingeleiteten Bußgeldverfahren zeigen, werden wir die für Endkunden nicht hinnehmbare Situation nicht länger akzeptieren. Der unkomplizierte Anbieterwechsel ist eine Voraussetzung für funktionierenden Wettbewerb.“

Bisher war auch die Bundesnetzagentur immer der Auffassung, dass der freie Markt und die Möglichkeit zum Anbieterwechsel uns die Wahlfreiheit für ein echtes Netz garantieren. Schön, dass man einsieht, dass das in der Praxis nicht funktioniert.

Hier noch die Zusammenfassung der Studie aus dem PDF befreit:

Kurzzusammenfassung

Im Rahmen der Studie wurde die Datenübertragungsrate stationärer Internetzugangsdienste qualitätsgesichert durch Endkundenmessungen erhoben. Dabei wurden mit Hilfe einer Software Applikation 226.543 valide Einzelmessungen durchgeführt. Das statistische Monitoring zeigte, dass die Bevölkerung in ganz Deutschland gleichmäßig durch die Teilnahmeaufrufe erreicht wurde.

Dabei konnten zunächst Unterschiede bei den prozentual erreichten Datenübertragungsraten beobachtet werden, die die untersuchten stationären Anschlusstechnologien erreichen konnten. Die geringsten Abweichungen von der vermarkteten Download-Datenübertragungsrate traten bei Kabelanschlüssen auf. Gleichzeitig liegen die Datenübertragungsraten für Upload und Download bei diesen Anschlüsse vergleichsweise weit auseinander. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die erreichte Upload-Datenübertragungsrate durchaus der für den Upload vermarkteten Datenübertragungsrate entsprechen kann.

Bei der Betrachtung der Bandbreitklassen zeigten sich ebenfalls erkennbare Unterschiede bei den prozentual erreichten Datenübertragungsraten. Die geringsten Abweichungen sind technologie- übergreifend in der untersten Bandbreiteklasse (<= 2 Mbit/s) aufgetreten. Demgegenüber sind die größten Abweichungen in der obersten Bandbreiteklasse 50-100 Mbit/s für Kabelanschlüsse und 25-50 Mbit/s für LTE-Anschlüsse, bzw. in der Bandbreiteklasse zwischen 8-18 Mbit/s für DSL-Anschlüsse gemessen worden. Zwischen ländlichen, halbstädtischen und städtischen Regionen zeigten sich hingegen nur geringe Differenzen, wobei jedoch bei Anschlüssen städtischer Regionen in der Regel geringere Abweichungen aufgetreten sind. Eine Ausnahme hiervon bilden die stationären LTE-Anschlüsse, bei denen in Ballungszentren deutlich niedrigere Datenübertragungsraten gemessen wurden. Eine Analyse der zeitlichen Verteilung der Datenübertragungsrate ergab für DSL-Anschlüsse keine Abhängigkeit von der Tageszeit. Im Gegensatz dazu zeigten Kabelanschlüsse und stationäre LTE-Anschlüsse eine leichte Verringerung der Datenübertragungsrate in den Abendstunden (um bis zu 10%). Im Rahmen der Laufzeitmessungen wurde festgestellt, dass die Laufzeiten bei Kabel-Anschlüssen über den gesamten Tagesverlauf unter denen von DSL-Anschlüssen und stationären LTE-Anschlüssen lagen. Jedoch wiesen die Kabelanschlüsse in den Abendstunden eine etwas erhöhte Laufzeit auf (bis zu 10%). Auch bei der Untersuchung von Web Browsing als ein typisches Nutzungsszenario lagen die Webseiten-Downloadzeiten von Kabel- Anschlüssen unter denen von DSL-Anschlüssen und stationären LTE- Anschlüssen. Für alle Technologien verschlechterten sich die Werte jedoch um bis zu 15% in den Abendstunden. Die Interdependenzmessungen haben ergeben, dass technologie- übergreifend bei paralleler Inanspruchnahme von Bündeldiensten eine Verringerung der Download Datenübertragungsrate auftrat. Mobile UMTS-Anschlüsse wurden im Rahmen eines Bewegungstests stichpunktartig untersucht. Die dabei festgestellten prozentual erreichten Datenübertragungsraten waren regional sehr unterschiedlich. Dies legt den Schluss nahe, dass ein Bewegungs-/Drivetest zwar insbesondere für die exakte räumliche Analyse der Ende-zu-Ende Qualität einzelner Dienste zu einem gegeben Zeitpunkt angewendet werden kann, aber keinen von Ort und Zeit unabhängigen Rückschluss auf die Qualität der mobilen Internetzugänge zulässt. Zuletzt wurden ausgewählte technische Ansätze für Endnutzermessungen miteinander verglichen. Insgesamt überwiegen dabei grundsätzlich die Vorteile von qualitätsgesicherten Softwarelösungen; allerdings ist darauf hinzuweisen, dass die konkrete Ausgestaltung und damit die wesentlichen Vorteile essenziell von den privatwirtschaftlichen bzw. regulatorischen Rahmenbedingungen abhängig sind.

28 Kommentare
  1. Ich bekomme aus meiner „bis zu 16 Mbit“-Leitung rund 6-7 Mbit raus. Gibt es schon eine Möglichkeit sich die ganzen Daten nach Region und Ort aufschlüsseln zu lassen?

    1. Ich glaube „speedtest.net“ führt eine Datenbank mit den Ergebnissen.

      Zur Nachricht:
      Eigentlich fehlt jetzt dringend mal ein Gesetz, dass den Kunden die fristlose Kündigung oder Rechnungsminderung erlaubt.

  2. Man hat nun also festgestellt, was man eigentlich schon wusste. Wie ich im anderen Artikel dazu schon geschrieben habe: „bis zu“ heisst eben „bis zu“ und kommt einfach daher, dass jeder Anschluss andere Voraussetzungen hat (Art des Kabel, Entfernung zum DSLAM, Leitungs- und Signalqualität). Das Angebot ist da momentan einfach: „In deinem Wohnbezirk gibt es Geschwindigkeiten im Bereich X (z.B. 6 – 16 MBit/s), darin kostet der Anschluss X € pro Monat und wir geben dir die schnellste Geschwindigkeit, die machbar ist.“ Man könnte das sicher noch genauer Staffeln (6-12 und 12-16 MBit/s oder so), dann würden die langsameren Anschlüsse wahrscheinlich etwas billiger und die schnelleren teurer. Wenn man aber die Anbieter dazu zwingt, konkrete Geschwindigkeitsangaben zu machen wird dadurch das Angebot wohl eher verschlechtert, weil Angebote nach Worst-case abgegeben werden (in dem Beispiel: Anschluss im Gebiet mit 6 – 16 MBit/s, also gibt es nur 6 MBit/s).

    Auch, dass bei LTE und Kabel die Geschwindigkeiten in den Abendstunden (= starke Nutzung) sinken ist ja nun keine Neuigkeit. Gerade im Mobilfunk ist es ja kein Geheimnis, dass mit vielen Nutzern der Durchsatz sinkt. Und da viele Kabelnetze immer noch in Ringtopologie aufgebaut sind gilt hier ähnliches.

    Kurz gesagt sicher schön, dass man das mal „schwarz auf weiss“ hat, aber eine wirkliche Neuigkeit ist diese Untersuchung nun nicht. Es kommt denke ich ganz drauf an, was man aus der Untersuchung schlussfolgert, wenn man damit die Anbieter zu einem besseren Ausbau der Infrastruktur zwingen kann ist es gut, wenn man das ganze als „Kundenverarsche“ verkauft und konkrete Angaben über Geschwindigkeiten fordert wird das eher nach hinten los gehen (= langsamere Anschlüsse, s.o.).
    Interessant wird sicher noch der Teil zur Netzneutralität, aber letztlich hat die Bundesnetzagentur hier ja keinerlei rechtliche Handhabe dagegen, weil es keine gesetzliche Regelung dazu gibt.

    1. >> Interessant wird sicher noch der Teil zur Netzneutralität, aber letztlich hat die Bundesnetzagentur hier ja keinerlei rechtliche Handhabe dagegen, weil es keine gesetzliche Regelung dazu gibt.

      Hier müssen wohl die Kunden aufpassen was sie unterschreiben, beziehungsweise genau nachfragen beim persönlichen Abschluss.

      Das sagte ich auch schon zu der Diskussion, bei der Anbieter der Meinung sind der Router sei noch Teil ihres Netzes und nicht des Heimnetzes. Solange da pures IP rausfällt kann ich damit absolut leben, dann hänge ich eben noch nen eigenen Router dahinter. Wenn darin Mist läuft (z.B. nen NAT/Firewall was ich nicht abschalten kann oder darf) geht das natürlich nicht mehr.

      Und das ist der Punkt: Wenn mir jemand „Internet“ verkauft will ich einfach nur dass aus irgendeiner Dose IP fällt und dass ich mit diesen Datenströmen machen kann was ich will. Da könnte oder müsste der Gesetzgeber ggf. mal eingreifen, dass Abweichungen davon eben deutlich kommuniziert werden müssen und nicht tief vergraben in der letzten Fußnote des 40 Seitigen Vertrags. Denn so richtig verbieten will ich den Anbietern das auch nicht, es ist eben nicht so einfach in mobilen Netzen Services möglich zu machen (dafür brauchts eben eine erreichbare Adresse, was ja recht unüblich ist). Aber das muss dann eben auch deutlichst kommuniziert werden.

  3. Leider ist der Speedtest der BNA, wie alle anderen auch, für sehr hohe Bandbreiten nicht geeignet. Bei meinem VDSL50 bekomme ich regelmässig Werte zwischen3 und 160 (!) Mbit gemessen – beim Download von Linux-ISOs über mehrere Uniserver gleichzeitig erreiche ich jedoch immer 5-6MB/Sek.

    1. Ha, neuer Rekord: wieistmeineip misst:
      Download-Geschwindigkeit: 532.746 kbit/s (66.593 kByte/s)
      Upload-Geschwindigkeit: 3.832 kbit/s (479 kByte/s)

  4. Diese ganzen speedtest-Seiten sind doch für den Fuß. Was wird da gemessen? und wie genau? wie voll sind die Leitungen zwischen den speedtestseiten und den Anbietern?
    Daraus irgendwas abzuleiten und gar ein Kündigungsrecht zu fordern geht am Problem vorbei. Sinnvoller wären da schon standardisierte Messungen zwischen/zu verschiedenen Zielen. unidirektionale Latenzmessungen, etc… dann wird n Schuh draus, und ein kohärentes Bild, wo es Defizite gibt.

    1. Dazu gibts bei Fefe was:
      http://blog.fefe.de/?ts=b1032e75

      Das wurde garantiert auch bei der Bundesnetzagentur angewandt, ansonsten sähe der Test mit Sicherheit nicht so positiv für Kabelbetreiber aus.
      Davon mal abgesehn warte ich ja noch gespannt auf den Test bezüglich Traffic shaping. Gerade bei YT und Telekom dürften einige interessante Ergebnisse bestätigt werden.

  5. tja BundesNetzAgentur, und was ist wenn der Anbieter speziell bei /speedtest/ Seiten bescheißen tut? was macht ihr dann? oder ist das nicht schon eigentlich der Straftatbestand der vorsätzlichen Täuschung?

    müsste bei netzpolitik im archiv sein so ein Fall mit KabelDeutschland

  6. Nur mal so als Info in die Runde geworfen:

    Ich war früher ewig bei der Telekom: Geschwindigkeit 0,3 MB / Sekunde.
    Dann bin ich irgendwann zur hübschen Vanessa Hessler aka Alice gewechselt: Geschwindigkeit 0,4 MB / Sekunde.

    Dann brach die Rate von heute auf morgen ein auf ~ 0,1 MB / Sekunde.

    Viel Hin- und Hergeschreibe, viele Standard-Mails mit Alice.

    Dann: Ein sehr fitter Telekom-Mann kommt und misst im Keller den ankommenden Speed (die Anschlüsse gehören i.d.R. dem Magenta-T, egal wo man ist): Es kommen die 1,6 MB / Sekunde an, bis zu mir in die Wohnung „versacken“ die irgendwo.

    T-Man und ich so: HAUSVERKABELUNG!!

    Viel Hin- und Hergeschreibe, viele Standard-Mails mit der Hausverwaltung.

    Ergebnis: Neue Verkabelung vom Keller in die Wohnung.

    Noch ein fitter Telekom-Mann schaltet das frei und Cha-Ching: Von da an Fullspeed mit 1,6 MB / Sekunde!

    Die best angelegtesten 5 € Trinkgeld meines Lebens!

    Also: Fragt mal im Haus rum, wie schnell andere surfen und lasst ggf. die Verkabelung überprüfen.

  7. Also zumindest bei der Telekom habe ich ernsthafte Zweifel an „echtem Netz“: regelmäßig sind Videos von YouTube (andere Anbieter wie Vimeo gehen meist ganz gut, sind natürlich vom Volumen her aber auch eine ganz andere Liga) in 720p oder 1080p unendlich lahm beim Laden, so, dass man das Video nicht gucken kann. Das gleiche Video in niedrigerer Auflösung ist meist kein Problem. Das kann man dann häufig nur mit einem Download des Videos (cclive wirkt Wunder) umgehen, hat aber natürlich den Nachteil, dass man nicht gleich gucken kann, sondern erst, wenn der Download durch ist – und das kann dann Dank des niedrigen Durchsatzes lange dauern. Ich habe schon mehrfach am eigenen Anschluss sehen können, dass ein Video in „HD“ mit knapp 100 KB/s Peak dahinzuckelte, während das gleiche Video in z.B. 480er-Auflösung mit 3 MB/s in wenigen Sekunden geladen war. Da dieses Phänomen auch zu nahezu allen Tageszeiten nachvollziehbar ist, glaube ich auch nicht wirklich an das „temporäre Bandbreitenproblem“ zum Feierabend hin. Nur beweisen kann man das halt leider nicht. Aber das Thema wird die BNetzA dann in zehn Jahren erkannt habe, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist und man nicht mehr länger „der Markt wird es schon regeln“ fabulieren kann.

  8. Wahnsinn. Wasser ist nass und der Himmel ist Blau. Hat letztens eine Studie rausgefunden … XD

    Was meinen die warum Provider z.B. die Fritzbox hassen; es zeigt auch reinen Anwendern an, wieviel Datendurchsatz bei entsprechender Bandbreite möglich wären.

    @netzpolitik.org
    Bandbreite != Datendurchsatz,
    Ich weis nicht wer die Studie geschrieben hat, aber er hatte offenbar keine Ahnung von Signalverarbeitung. Natürlich legen die Provider mit ihren DSL Profilen auch die Bandbreite fest, aber sie versprechen einen Datendurchatz (Datenmenge pro Zeit). Der Fehler macht mich immer Kirre. ;)


    Bandbreite in kurz: Der Bereich des nutzbaren Signals zwischen der oberen und unteren Grenzfrequenz (DSL unterteilt diese noch in nutzbare Bänder/Frequenzbereiche)
    Datendurchsatz: Datenmenge pro Zeit

    1. Der Unterschied zwischen Bandbreite und Datendurchsatz ist schon jedem klar. So schwer ist das ja nun auch nicht.

      Aber mittlerweile hat sich der Begriff „Bandbreite“ als Vermarktungsschlagwort für Datendurchsatz durchgesetzt. Dagegen kommt man nicht an. Die Werbemaschinerie ist mächtiger als der Techniker.

      Da kann man nichts machen. Das ist genausomit dem Wort „Unkosten“, das die Kaufleute und Ökonomen kirre macht.

      1. Hehe, da kann ich die Kaufleute verstehen. ;)
        Der Vorteil der Provider ist dann aber, dass sie immer argumentieren können, dass sie doch eine einheitliche Bandbreite angeboten haben. Was nach SNR noch an Signal ankommt ist dann nicht deren Problem …

        Offenbar haben sie (die Provider!?) auch schon gelernt, wie man die Bedeutungshoheit von Wörtern übernehmen kann. Das finde ich … beunruhigend.

    2. Die Provider hassen Fritzbox? …

      In meinen Augen ist das nicht richtig eher im Gegenteil. Natürlich ist es unvorteilhaft für den Provider wenn der Endverbraucher sehen kann was „theoretisch“ möglich wäre. Als ehemalige Kundenbetreuerin einer kleineren Telekomkonkurrenz kann ich nur sagen das die „Provider“ massenhaft Fritzboxen ordern um den Endverbraucher mit diesen Geräten zu versorgen. Einzig und allein weil diese Geräte doch so -egal wie blöd du bist- Bedienbarkeit versprechen. Der Großteil der Kunden sich jedoch über diese Geräte beschweren im Vergleich zu anderen Modellen andere Firmen. Auch der Speedport Router der Telekom wird von Fritz hergestellt .. im Grunde genommen werden dem Endverbraucher diese Geräte aufgezwungen es sei denn er greift tief in die Tasche und kauft sich was vernüftiges. Und es gibt genügend Alternativen bei denen man ebenso den Datendurchsatz anschauen kann.

      Was das Geschwindigkeitsproblem angeht ich war mit massenhaft Kunden konfrontiert die sich darüber beschwert haben das sie nur eine 4000ner Leitung haben aber einen Vertrag für 6 oder 16 000 abgeschlossen haben. Technisch gesehen ist dies bei dem Großteil dieser Kunden einfach nicht möglich je höher die Dämpfung ist die Störungen in der Leitung ist einfach zu hoch. Dh. man könnte ihn auf 16 000 schalten dann müsste er aber damit leben das die Verbindung alle 30 Sec. abbricht. Damit wäre die Unzufriedenheit nur noch größer. Der Kunde möchte diesen Umstand auch nicht verstehen. Genausowenig wie die „Uraltleitungen“ „verbaut“ sind. Genauso wenig es nichts zu sagen hat wenn der Nachbar mit DSL 16000 surft und beim kunden nur 3000 möglich sind. Es ist sogar erstaunlich das es Gebiete gibt, wie Berlin und anderer Großstädte in denen die Bevölkerungsrate um ein vielfaches höher ist und von die versprochenen hohe Bandbreite ebenfalls nicht ansantzweise ankommt, wenn die Betroffenen in uralten Plattenbauten oder nicht modernisierten Altbau Mehrfamilien Wohnungen leben. Was aber wiederum daran liegt das zuviele Anschlüsse auf eine große Leitung geschaltet sind. Also die die in der Erde liegt. Das ist wie ein Gartenschlauch je mehr Löcher man hineinsticht desto weniger kommt am Ende raus. Da haben wir aber wieder das Problem des Ausbaus. Ist eben nicht Glasfaser. Um einen tatsächlichen Datendurchsatz gewährleisten zu können gäbe es nur eins. Veraltete Leitungen enfternen also die Technik zu erneuern. Aber.. wir wirssen ja nun wie die Telekom darüber denkt. Sie drosseln lieber zukünftig das Datenvolumen um Kohle zu scheffeln statt den Netzausbau / Modernisierung vorran zu treiben. Ein jeder der einen Vertrag bei der Telekom oder einem Provider hat der die Leitung bei der Telekom nur mietet wird sich damit abfinden müssen das die Geschwindigkeit nicht erreicht wird und kann wenn möglich nur auf einen niedrigeren Geschwindigkeitstarif wechseln um Geld zu spaaren. Da die versprochene Geschwindigkeit nicht erreicht werden kann. Die Messungen von denen hier gesprochen wird, sind schwankend und können so oder so keine statischen Werte abgeben. Ein Beispiel ich hatte einen Kunden dessen Leitung in den Sommermonaten fasst die gesammte Banbreite nutzen konnte bei Minusgraden brach diese jedoch des Öfteren fasst völlig ein. Es hat über ein Jahr gedauert bis man tatsächlich mal die Straße aufgebuddelt hat um dann festzustellen das die End-Leitung tatsächlich nicht in Ordnung war. Weil bei den typischen Messungen keine komplikationen festgestellt werden konnten hat man nichts unternommen und der EV musste sich mit Schneckeninternet abquälen.
      Natürlich ist das Mobile Internet und andere Technicken wie LTE und VDSL davon nicht betroffen. Wenn die Geschwindigkeit hier nicht erreicht wird würde ich dem Provider auch mal auf den Pelz rücken. Immerhin zahlt man dafür.

  9. Ich kann davon manches Lied singen. Schon zweimal wurde mir bei unterschiedlichen Anbietern eine 16k-Leitung verkauft, deren Bandbreite nie geliefert wurde.
    Momentan muss ich mich mit einer 6k-Leitung zufrieden geben…

    1. Wie in meinem Text oben schon erwähnt kann es sein das eine 16k Leitung bei dir einfach nicht möglich ist auf Grund zu hoher Dämpfungswerte. Wenn ein Vertrag abgeschlossen wird kann der Kundebetrer / Shopmitarbeiter / Telefonbetreuer, nur die Adresse Checken und daher wurde dir wohl DSL 16 000 „aufgequatscht“ Leider können die Internetanbieter nicht vorhersehen auf welche Großleitung du genau geschaltet werden wirst. Und wenn beim Nachbarn 16k ankommen bzw bei der Adresse eigentlich nur ein Gebiet gecheckt wird wird dir auch bestätigt das es theoretisch möglich ist. Die Provider sind aber nicht blöd und wissen das also sichern sie sich mit der „bis zu“ Klausel ab.

  10. Hab selber nen etwas anderes Problem mit der T-com.

    Umgezogen, als ich zuerst in die Wohnung bin: Router synct mit DSLAM von Alice (wo der Vormieter seine Leitung hatte, war noch nicht umgeschaltet), zeigt 11,7MBit an, mehr ging nicht wegen Störabstand.

    Umgeschaltet auf Telekomleitung: ~6600Kbit. Warum? Im tollen grauen Schaltkasten waren am Telekom DSLAM angeblich nur ports an nem alten 6000er frei, nen schnellerer 16000er existiert zwar, ist aber voll belegt.

    Wusste bis dato gar nicht, dass Alice eigene DSLAMs hat.

    Telekom-Techniker hat mir an der Stelle angeboten, dass sie nen 16000er einbauen würden wenn ich den bezahle. Bin mir unsicher was ich davon halten soll.

    1. Alice hat keine eigenen DSLAM aber wenn Alice diese gemietet hat. Dann kannst du nicht draufgeschaltet werden wenn du Telekomkunde bist ist doch logisch oder? Ich mein du mietest ja auch deine Wohnung und ziehst dann nicht beim Nachbarn ein oder er bei dir.

      Allerdings kann ich den Telekomtechniker nicht verstehen ich bin leider Gottes auch Telekomkundin weil hier nichts anderes Verfügbar ist abgesehen von dem Fremdanbieter bei dem ich gearbeitet hab dessen Leistungen mir selbst aber nicht gefallen ;).
      Und bei uns war komplett alles belegt ein netter Techniker teilte mir dann mit wenn nichts frei ist wird notfalls kostenlos eine neue gelegt was mir die Telekom ebenfalls schrifl. mitteilte.
      Am besten klärst du das telefonisch oder in einem Telekomshop. Es kann natürlich sein das du denen einwenig auf die Nerven gehen musst sowas liegt ja immer in der Willkür der einzelnen Kundenbetreuer. Natürlich könnte es nun von Nachteil sein das du nicht sofort reagiert hast da du ja einen Anschluss hast und bisher auch mit weniger „ausgekommen“ bist. Kann sein das sie sich jetzt quer stellen vorallem was die Kosten betrifft. Jedoch kannst du dich erkundigen wie es mit den Kosten aussieht falls du mal ausziehst und den Anbieter wechselst wieso sollte der Nachmieter denn dann von deiner Kohle die du (falls du dich dafür entscheiden solltest zu zahlen) investiert hast profitieren bzw diese dann an jemand anderen vergeben wird. Versuch macht klug. :)

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