iot

  • Vierbeiniger Saboteur: Dieser gruselige Roboterhund soll Smarthomes abschalten
    Ein vierbeiniger roboter
    Q-UGV von Ghost Robotics: Diese Drohne ist die Basis von NEO.
    Vierbeiniger Saboteur Dieser gruselige Roboterhund soll Smarthomes abschalten

    Das US-Department of Homeland Security hat ein neues Spielzeug. Der Roboter NEO kann angeblich mit Denial-of-Service-Attacken Smarthomes lahmlegen.

    23. Juli 2024 5
  • Reparieren statt wegwerfen: Mit freier Software gegen Elektroschrott
    Eine Skulptur aus Elektroschrott
    Die Skulptur namens Wertgigant des Künstlers HA Schult vor dem NRW Landtag in Duesseldorf
    Reparieren statt wegwerfen Mit freier Software gegen Elektroschrott

    Immer wieder landen alte Geräte im Müll, weil sie sich nicht reparieren oder updaten lassen. Vor dem Hintergrund neuer EU-Regulierungen sieht ein Bündnis aus dutzenden Organisationen jetzt eine „historische Chance“ für mehr Nachhaltigkeit.

    27. April 2022 3
  • Internet der Dinge: Die Produkte gehören gar nicht uns
    Wuff wuff
    Wirklich grausam: Roboter-Hunde mit Abo-Modell
    Internet der Dinge Die Produkte gehören gar nicht uns

    Landen bei Ihnen „smarte“ Weihnachtsgeschenke unter dem Tannenbaum? Unsere Gast-Autorin zeigt auf, warum wir misstrauisch werden sollten, wenn Technik mit zusätzlichem Abo-Modell daherkommt. Am Ende könnten wir gleich doppelt im Dunkeln sitzen.

    24. Dezember 2020 17
  • Kritischer Bericht: Spionierende Smart-TVs in jedem Wohnzimmer
    Bildschirm und Code
    Smart-TVs sammeln fleißig Daten – für Verbrauchende ist es kaum möglich, sich dagegen zu wehren, schreibt das Bundeskartellamt.
    Kritischer Bericht Spionierende Smart-TVs in jedem Wohnzimmer

    Sie stehen in fast jedem Haushalt und sammeln personenbezogene Daten von Klickverhalten bis zu biometrischen Merkmalen wie der Stimme. Das Bundeskartellamt kritisiert in einer umfangreichen Untersuchung die Hersteller von Smart-TVs heftig – und fordert mehr gesetzliche Regelungen zum Schutz der Verbraucher:innen.

    4. Juli 2020 25
  • : Denunzianten-App: Amazon schult Polizei, um mehr Überwachungsvideos zu erhalten
    Amerikanische Vorort-Siedlung von oben.
    Mehr als 200 Polizeireviere sind im Partnerprogramm von Amazons Ring. Das Programm versucht, private Überwachungsaufnahmen in die Polizeiarbeit zu integrieren.
    Denunzianten-App: Amazon schult Polizei, um mehr Überwachungsvideos zu erhalten

    Vorlagen zur Herausgabe von Videos, Schulungsmaterialien und E‑Mail-Support: Amazon arbeitet mit Hochdruck daran, Polizeien in den USA bei der Arbeit mit der Heimüberwachungstechnik „Ring“ zu unterstützen.

    6. August 2019 3
  • : Noch kein Musterpolizeigesetz: Was die Innenminister stattdessen diskutieren
    Anzüge
    So könnte die Garderobe der rein männlichen Innenministerkonferenz aussehen (Symbolbild)
    Noch kein Musterpolizeigesetz: Was die Innenminister stattdessen diskutieren

    Überwachung von Chat-Gruppen, Abschiebungen, Predictive Policing und ein gemeinsames Polizei-Netz: Die Tagesordnung der Innenminister für ihr halbjährliches Treffen ist lang. Ein Thema muss jedoch bis nächstes Jahr warten: das geplante Musterpolizeigesetz.

    28. November 2018 5
  • : Von twitternden Waschmaschinen und vernetzten Staubsaugern – about:blank über das Internet der Dinge
    Von twitternden Waschmaschinen und vernetzten Staubsaugern – about:blank über das Internet der Dinge

    Frisch gebrühter Kaffee – genau fertig, wenn man morgens die Dusche verlässt? Ein Traum. Der Kühlschrank bestellt neue Milch nach, sobald die alte Packung leer ist? Super praktisch. Mit dem Internet vernetzte Geräte versprechen, viele Abläufe im Alltag zu vereinfachen. Was ist alles möglich und wie sieht es dabei mit dem Datenschutz aus? In Folge 16 unserer Videoreihe about:blank geht Florian Prokop dem sogenannten Internet of Things und der Idee des Smart Homes genauer auf den Grund. Dazu befragt er den Datenjournalisten Marco Maas, dessen Wohnung voll von vernetzten Geräten ist.

    Seit 2013 sammelt Maas in einem Experiment smarte Geräte, um zu messen, welche Daten im Betrieb anfallen. Und das sind eine ganze Menge: Maas’ altes Thermostat schickte beispielsweise jede Sekunde ein Datenpaket an einen US-Cloudanbieter. Wie viele Daten in Maas Wohnung anfallen, kann man in dieser Visualisierung aus dem Jahr 2015 nachsehen.

    Doch nicht nur die oft schlecht gesicherten Datensammlungen der Hersteller sind ein Problem. Maas möchte auch auf die zwischenmenschlichen Implikationen der neuen Technik aufmerksam machen. Mithilfe der anfallenden Daten kann man zum Beispiel minutengenau nachverfolgen, wie viele Leute gerade zu Hause sind oder auch wann der*die Freund*in aus dem Bett aufgestanden ist. Für die private Überwachung von Partner*in oder Kind braucht es demnach gar nicht erst spezielle Spionage-Apps, die in Folge 12 von about:blank Thema waren.

    Mit der zunehmenden Vernetzung unserer Wohnungen werden auch die Möglichkeiten des Spionierens immer leichter, sowohl für Firmen als auch für unsere Mitmenschen. Wie sollen wir als Gesellschaft mit diesem Szenario umgehen? Wie können wir die Kontrolle über unsere Daten behalten? Solche Diskussionen möchte Maas mit seinem Experiment gerne anstoßen.

    Das Video findet ihr auch auf YouTube.

    16. April 2018 3
  • : Interview mit Walter van Holst: Produkthaftung und das Internet der Dinge
    Walter van Holst (links) mit Kathrin Maurer im Gespräch.
    Interview mit Walter van Holst: Produkthaftung und das Internet der Dinge

    IT-Rechtler und Anwalt Walter van Holst erklärt im Video-Interview, warum wir uns dringend mit dem Internet der Dinge beschäftigen sollten und wie weit die Rechtsprechung auf EU-Ebene ist, wenn es um Produkthaftung geht.

    27. Oktober 2017 3
  • : #np13 – Regulierung, Sicherheit und Datenschutz: Was braucht es für das Internet der Dinge?
    „Waving Cat“-Gründer Peter Bihr auf der „Das ist Netzpolitik“-Konferenz.
    #np13 – Regulierung, Sicherheit und Datenschutz: Was braucht es für das Internet der Dinge?

    Die zunehmende Vernetzung von alten und neuen Produkten im Internet der Dinge wirft viele Fragen zu Haftung, Datenschutz und politischer Teilhabe auf. Gleich mehrere Veranstaltungen auf unserer „Das ist Netzpolitik“-Konferenz haben sich deshalb mit diesem Themenkomplex beschäftigt.

    21. September 2017
  • : Digitales Trinken: Wie das SmartGlass mit der Bier-Cloud spricht
    Niemand behauptet, Biertrinken wäre sonderlich smart. Das darf auch gern so bleiben. (verpixelt)
    Digitales Trinken: Wie das SmartGlass mit der Bier-Cloud spricht

    Klingt wie ein Aprilscherz, ist es aber nicht: smarte Gläser, die meinen Bierkonsum mit der Cloud teilen. Bestellung per Smartphone und QR-Code, menschliche Interaktion wird auf ein Minimum reduziert. Eine (Liebes-)Erklärung, warum mein Bierglas nicht intelligent werden soll.

    19. Mai 2017 7
  • : Daten aus der Assistenzwanze Amazon Echo werden für Ermittlungen genutzt
    Assistenzwanzen wie "Amazon Echo" geraten in den Fokus von Strafverfolgungsbehörden. Foto: PR
    Daten aus der Assistenzwanze Amazon Echo werden für Ermittlungen genutzt

    Bei den Ermittlungen in einem Mordfall in den USA werden die Daten aus Amazons Echo jetzt doch genutzt. Amazon hatte die Herausgabe zuerst verweigert und sich auf die Redefreiheit berufen. Nachdem der Prozessbeschuldigte die Daten doch herausgeben wollte, schloss sich das Unternehmen dem an.

    7. März 2017 39
  • : Teenager hackt 150.000 Drucker weltweit
    Dies druckte der Hacker auf den Druckern aus.
    Teenager hackt 150.000 Drucker weltweit

    Laut einem Bericht von Motherboard hat ein Teenager aus Großbritannien am vergangenen Samstag offenbar 150.000 Drucker gehackt und dort ASCII-Kunst ausgedruckt. Auf Twitter meldeten zahlreiche Nutzer, dass ihr Drucker gehackt worden sei. In einem Interview mit Motherboard erklärte der laut Selbstdarstellung „angepisste Schüler“, dass er nie dachte, dass die Sache so groß werden würde. Gleichzeitig warnte er vor dem Internet der Dinge, dem schlechten Code, der auf den Geräte laufe, und möglichen Angriffen.

    Nutzern rät der Hacker, dass sie ihre Drucker aus dem Internet nehmen sollten. Wenn der Zugriff über das Internet unbedingt nötig sei, sollten alle IP-Adressen bis auf die auf einer Whitelist stehenden blockiert oder ein Virtual Private Network (VPN) genutzt werden.

    9. Februar 2017 17
  • : USA: Smart-TV-Hersteller Vizio spionierte Nutzer aus
    Bildunterschrift. Foto: <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/">CC0 1.0</a> via unsplash/<a href="https://unsplash.com/photos/ngMtsE5r9eI/">Jens Kreuter</a>
    USA: Smart-TV-Hersteller Vizio spionierte Nutzer aus

    Die Smart-TVs des US-amerikanischen Herstellers Vizio haben elf Millionen Kunden detailliert ausspioniert, ohne sie gefragt oder informiert zu haben. Wie die US-Handelsbehörde Federal Trade Commission (FTC) in ihrer Klageschrift [PDF] schreibt, hätten die Fernseher zunächst sekundengenau aufgezeichnet, was geschaut wurde.

    Dabei ermittelte Daten hat das Unternehmen mit personenbezogenen Daten wie Geschlecht, Alter, Einkommen und Bildungsstand verknüpft und anschließend an Dritte weiterverkauft. Diese wiederum haben die Informationen gezielt für Werbung eingesetzt, auch für geräteübegreifende.

    Nun hat die FTC bekannt gegeben, dass sich Vizio verpflichtet, eine Strafzahlung von 2,2 Millionen US-Dollar zu leisten und die erhobenen Daten zu löschen.

    7. Februar 2017 6
  • : Verbraucherschützer: Massive Probleme bei vernetzten Spielzeugen festgestellt
    Als Spielzeuge noch nicht ans Internet angeschlossen waren, gab es weniger Probleme.
    Als Spielzeuge noch nicht ans Internet angeschlossen waren, gab es weniger Probleme. - <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/">CC0</a> via flickr/<a href="https://www.flickr.com/photos/shootthedoll/21157130536/">shootthedoll</a>
    Verbraucherschützer: Massive Probleme bei vernetzten Spielzeugen festgestellt

    Die vernetzen Kinderspielzeuge „My Friend Cayla“ und „i‑Que“ weisen massive Probleme hinsichtlich Datenschutz und Privatsphäre auf. Das meldet der europäische Verbraucherschutzverband BEUC in einer Pressemitteilung. Die Kritik geht auf eine Untersuchung des norwegischen Verbraucherschutzverbandes zurück. Demnach stimmt man bei der Nutzung der Spielzeuge zu, dass zum Beispiel alle Audioaufnahmen, die von den Spielzeugen gemacht werden, an die amerikanische Firma „Nuance Communications“ gesendet und an Dritte weitergegeben werden können.

    Die vernetzten Spielzeuge können mithilfe einer App ins Internet gehen, um Fragen von Kindern zu beantworten. Die Verbraucherschützer zeigen unter anderem, dass man mit einem Smartphone auf das Spielzeug zugreifen kann, so können auch Fremde mit den Kindern reden. Außerdem lässt sich auf diese Weise alles mithören, was in der Umgebung des Spielzeugs gesagt wird. Europäische und amerikanische Verbraucherschutzverbände planen deshalb, Klage gegen den Hersteller „Vivid“ zu erheben.

    In einem Video haben die norwegischen Datenschützer die rechtlichen Probleme der beiden vernetzten Spielzeuge zusammengefasst:

    Hier klicken, um den Inhalt von www.youtube-nocookie.com anzuzeigen.

    6. Dezember 2016 2
  • : Süddeutsche Zeitung: Recherche-Serie zum Internet of Things
    Über das Wochenende verteilt erscheinen fünf Artikel in einer Recherche-Serie.
    Über das Wochenende verteilt erscheinen fünf Artikel in einer Recherche-Serie. - <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC BY 2.0</a> via flickr/<a href="https://www.flickr.com/photos/itupictures/17197360777">itupictures</a>
    Süddeutsche Zeitung: Recherche-Serie zum Internet of Things

    Die Süddeutsche Zeitung startet heute eine Recherche-Serie mit dem Namen „Krieg im Netz der Dinge“. Dabei soll es vor allem um die Gefahr durch ungesicherte, vernetzte Geräte gehen. Angreifer könnten diese benutzen, um zum Beispiel einen DDoS-Angriff zu starten.

    Insgesamt sind fünf Artikel geplant, die über das Wochenende verteilt auf der Website erscheinen sollen. Im heutigen Stück ging es um die Gefahr von ungesicherten Webcams für die Privatsphäre. Besonders problematisch ist dabei, dass praktisch jeder durch spezielle Suchmaschinen Zugriff auf die Bilder der Kameras erlangen kann.

    Im Rahmen der Serie gibt es auch einen Test, mit dem man die Sicherheit seiner vernetzten Geräte prüfen kann. Dabei wird die IP-Adresse mit einer Bedrohungsdatenbank abgeglichen. Zur Durchführung des Tests wird die IP-Adresse von der NSIDE Attack Logic GmbH (IT-Sicherheitsdienstleister und Kooperationspartner der SZ) verwendet, um sie mit Bedrohungsdatenbanken abzugleichen und um ein personalisiertes Ergebnis anzuzeigen. Laut Süddeutsche werden sämtliche personenbezogenen Daten, die bei diesem Test erhoben werden nach Abschluss des Tests gelöscht.

    25. November 2016 6
  • Internet der Dinge: Ein Ausweis für jeden vernetzten Toaster?
    Internet der Dinge Ein Ausweis für jeden vernetzten Toaster?

    Kai Biermann berichtet auf Zeit Online: Ein Ausweis für jeden vernetzten Toaster?

    Recherchen von ZEIT ONLINE belegen, dass das Ministerium kurz davor stand, das Dinge-Netz zu einem flächendeckenden Überwachungswerkzeug auszubauen – weil ein einzelnes Unternehmen im Ministerium den Glauben weckte, das Netz sicherer machen zu können. Eine Firma, die offenbar hoffte, auf diese Weise ein mächtiges Kuchenstück der neuen Infrastruktur abzubekommen.

    Die Idee: Jedes Gerät, das am Internet hängt, vom Toaster bis zum Auto, sollte einen Chip in sich tragen müssen, mit dem es unveränderbar und eindeutig identifiziert werden kann. Es wäre eine Art digitaler Personalausweis für jeden Kühlschrank, jeden Laptop, jedes Auto. Das, so die Behauptung, werde das weltweit wachsende Netzwerk aller technischen Geräte und aller Lebensbereiche sicher machen.

    Das erwähnte 15-seitige Eckpunktepapier „Identitätssicherheitsgesetz für das Internet der Dinge“ haben wir gleichmal per Informationsfreiheitsgesetz angefragt.

    17. September 2015 31
  • : Vom Internet der Dinge, algorithmischer Gesetzgebung und dem Ende der Politik
    Vom Internet der Dinge, algorithmischer Gesetzgebung und dem Ende der Politik

    jahrbuch_300Dieser Artikel „Vom Internet der Dinge, algorithmischer Gesetzgebung und dem Ende der Politik“ von Kirsten Fiedler ist zuerst in unserem „Jahrbuch Netzpolitik 2014″ erschienen.

    Das „Internet der Dinge“ war in diesem Jahr ein viel gehypter Begriff, was an der wachsenden Erkenntnis liegen mag, dass es längst nicht mehr Science Fiction sondern allgegenwärtige Realität ist. Wir tragen Computer am Handgelenk, in der Hosentasche, wir bewegen uns in Computern fort und tragen sie in Form von Implantaten im Körper.

    Unsere Kommunikation wurde in den letzten zehn Jahren globaler und interaktiver, das Netz wurde gesellschaftlich und wirtschaftlich unumgänglich. Und nun dringt es bis in die letzten Ecken und Dinge unseres Alltag vor. Web‑2.0‑Pionier Tim O’Reilly vertritt die Ansicht, dass Regierungen an dieser „Big Data Revolution“ teilnehmen sollten und fragt in „Beyond Transparency“[1]: Wenn schon so viel in unserem Alltag erfasst und analysiert wird, warum sollte man weiterhin an theoretischen Regulierungsansätzen festhalten? Und warum sollte man schnell überholte Gesetze verabschieden, wenn man heutzutage so viele Sensoren und damit Möglichkeiten für flexiblen Feedback hat? Das Internet der Dinge ist eine Herausforderung für Politik und Gesellschaft, und zwar nicht nur für den Datenschutz und die Sicherheit. O’Reilly’s Vorschläge lassen ahnen, wie tiefgreifend das Internet der Dinge unsere Gesellschaft verändern wird.

    In einer Welt von Milliarden vernetzter Geräte, Systeme und Dienstleistungen ist die Frage naheliegend, wie die Regeln für den Umgang mit unseren persönlichen Daten aussehen und Grundrechte gesichert werden. Schon heute sind es nicht mehr nur PCs oder Laptops, die miteinander über das Internet kommunizieren, längst ist das Netz mobil geworden und begleitet uns im Verkehr, in Aufzügen, beim Einkaufsbummel oder auf Partys. Der Kühlschrank warnt, dass mal wieder Milch fehlt, die Zahnbürste erinnert uns ans Zähneputzen, die Herdplatten optimieren den Energieverbrauch, unser Armband wacht über unseren Schlaf und mahnt, heute noch ein paar Schritte mehr zu gehen.

    Experten der Investment-Firma Wedbush erklärten die Automatisierung von Haushalten zu einer der größten Geschäftsmöglichkeiten unseres Jahrzehnts. Kein Wunder also, dass Google im Januar 2014 den Thermostat- und Rauchmelderhersteller Nest Labs kaufte und damit den Einzug in unsere intelligenten Häuser vorbereitete. Die private Sammel-Industrie dringt mit dem Internet der Dinge noch viel weiter in unsere Privatsphäre vor, als es derzeit NSA, GCHQ oder BND tun. Der Europäische Datenschutzbeauftragte warnte bereits vor zwei Jahren, dass intelligente Messsysteme “eine massive Erhebung personenbezogener Daten” ermöglichen, “die Rückschlüsse auf häusliche Aktivitäten zulassen”. Kurz gesagt: Es lässt sich leicht herausfinden, welche Fernsehsendungen in einem Haus laufen, wie wohlhabend die Bewohner sind, wie sehr sie sich um die Sauberkeit bemühen, wann die Kinder zu Hause sind und wann nicht.

    Das Internet der Dinge rückt den Computer ins Zentrum sozialpolitischer Diskussionen. Wie wird sich Google in unsere Heizgewohnheiten einmischen, wenn das Unternehmen heute schon darüber entscheidet, welche Suchergebnisse wir angezeigt bekommen und welche nicht? Gibt es bald Staatstrojaner für Implantate oder Kühlschränke? Werden Kinder mit Sehstörungen zukünftig nur noch spezielle Implantate bekommen, die nicht jugendfreie Inhalte filtern? Oder werden Hörimplantate billiger angeboten, wenn man sich personalisierte Werbespots ins Ohr säuseln lässt?

    Auch unsere Straßen werden schlauer. Im Rahmen eines neuen Mautsystems, das lange diskutiert und nun von Verkehrsminister Dobrindt vorgeschlagen wurde, sollen alle Nummernschilder elektronisch erfasst werden. Im Arbeitsprogramm des technischen Polizeinetzwerks der EU (ENLETS) stand Anfang des Jahres der Wunsch, die Polizei mit technischen Hilfsmittel auszustatten, um Autos per Fernsteuerung anzuhalten. In Wien denkt man seit einigen Jahren über „intelligente Straßen“ nach, um gegen Parkplatznot und Staus vorzugehen und Singapur entwickelt sich mit tausenden Sensoren zur ersten smarten Nation. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bevor sich gegenwärtige netzpolitische Diskussionen in die hypervernetzte Welt verlagern: Müssen wir demnächst etwa für eine Verkehrsnetzneutralität kämpfen, damit alle fahrerlosen Autos potentiell gleich schnell ans Ziel kommen und nicht gegen bestimmte Verkehrsteilnehmer diskriminiert wird?

    Web‑2.0‑Pionier Tim O’Reilly erklärte auf der SolidCon 2014, dass Versicherungen zum Geschäftsmodell des Internets der Dinge werden – so wie die Werbung bereits das Geschäftsmodell des Internets ist. Je mehr das Internet der Dinge weiß, desto mehr Daten stehen den Versicherungen zur Verfügung, um zu verhindern, dass wir nicht vom rechten Weg abkommen. In den USA wird daher das schlaue Armband Fitbit auf dem amerikanischen Markt massenweise an Firmen verkauft, um bei der Verwaltung der Gesundheitsvorsorge ihrer Angestellten zu helfen. Denn das Programm „Obamacare“ belohnt Arbeitgeber für Initiativen, die zu einem gesünderen Leben ermuntern, mit Prämien und Steuervorteilen. Auch in Europa fasst diese Idee Fuß. Im November 2014 kündigte die Generali-Gruppe an, für die elektronische Kontrolle von Fitness und Ernährung Gutscheine für Reisen und sogar Prämiennachlässen zu gewähren.

    Was bedeutet das Internet der Dinge also für die Politik? Tim O’Reilly meint, dass wir uns an einem einzigartigen Zeitpunkt befinden, an dem wir die Anzahl der Gesetze verringern und Regierungen stattdessen von der Datenerhebung profitieren können, um Gesetzgebungsprozesse zu optimieren. Er nennt dies „algorithmische Regulierung“. Ein Beispiel hierfür ist das italienische Data-Mining Programm „redditometro“, welches in der Steuererklärung angegebene Einkommen und Ausgaben mittels Algorithmen abgleicht, um Steuerhinterziehungen aufzudecken.Ein weiteres Beispiel ist ein Bericht des Thinktanks 2020health, in dem der britischen Regierung vorgeschlagen wurde, Steuervorteile für diejenigen einzurichten, die mit dem Rauchen aufhören oder mehr Sport machen. Wie auch bei Obamacare und den Plänen der Generali-Gruppe gilt hier die unausgesprochene Annahme, dass ungesunde Lebensweisen der Gesellschaft zur Last fallen und daher steuerlich benachteiligt werden sollten – nach anderen Ursachen wird nicht gesucht, an der Lobbyarbeit mächtiger Lebensmittelkonzerne oder an wirtschaftlichen Ungerechtigkeiten liegt es natürlich nicht.

    O’Reilly trennt mit seinen Thesen das Mittel vom Zweck und vergisst dabei, dass Ersteres in einer demokratischen Gesellschaft fast ebenso wichtig wie das Ergebnis ist. Während wir uns darüber einig sind, dass Bildung, Gesundheit und Sicherheit erstrebenswerte Ziele sind, herrscht keine Einigung darüber, wie wir diese Ziele erreichen. Bisher waren die ideologischen Linien einigermaßen klar – wird die politische Debatte nun im Internet der Dinge überflüssig? Internet-Theoretiker Evgeny Morozov kritisiert[2] den Glauben, dass sich alle Probleme der Welt, vom Übergewicht bis zum Treibhauseffekt, mit ein paar Daten und vernetzten Geräten lösen lassen. Auch Frank Schirrmacher hinterfragte im letzten Jahr diese Entwicklung (wobei man im Hinblick auf O’Reilly den „Markt“ durch „Staat“ ersetzen kann): „Der automatisierte Markt analysiert Präferenzen, und ob es bei der Wahl des Konsumenten um Bücher oder Regierungen geht, ist für diesen Markt nur ein Preisunterschied.“[3]

    Edward Snowdens Enthüllungen haben gezeigt, wie gerne sich staatliche Behörden bei den Datenbeständen privater Unternehmen bedienen. Man kann bezweifeln, dass unsere Regierungen der Versuchung von „Big Data“ widerstehen werden. Wenn wir es jetzt nicht schaffen, universell geltende Rechte und Freiheiten zu verankern, riskieren wir womöglich mit einer „algorithmischen Regulierung“ eine politische Ordnung, in der private Unternehmen alles entscheiden. Aber vielleicht behält auch Stanislaw Lem Recht, da die Menschen „gern selbst entscheiden möchten, in welchem System sie leben, welches Wirtschaftsmodell sie verwirklichen und welche Ziele die Gesellschaft verfolgen soll (…); berücksichtigt man das, dann ist die Regelung gesellschaftlicher Systeme mit Hilfe von Maschinen, obwohl möglich, nicht ratsam“.[4]

    [1]: Tim O’Reilly: Open Data and Algorithmic Regulation in Brett Goldstein, [et al.] Beyond Transparency, Code for America Press, 2013.
    [2]: Evgeny Morozov: To Save Everythig, Click Here, 2013.
    [3]: Frank Schirrmacher: Ego – Das Spiel des Lebens, 2013.
    [4]: Stanislaw Lem: Summa Technologiae, 1964.

    26. Januar 2015 3