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Internet der Dinge: Ein Ausweis für jeden vernetzten Toaster?

Kai Biermann berichtet auf Zeit Online: Ein Ausweis für jeden vernetzten Toaster?

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Recherchen von ZEIT ONLINE belegen, dass das Ministerium kurz davor stand, das Dinge-Netz zu einem flächendeckenden Überwachungswerkzeug auszubauen – weil ein einzelnes Unternehmen im Ministerium den Glauben weckte, das Netz sicherer machen zu können. Eine Firma, die offenbar hoffte, auf diese Weise ein mächtiges Kuchenstück der neuen Infrastruktur abzubekommen.

Die Idee: Jedes Gerät, das am Internet hängt, vom Toaster bis zum Auto, sollte einen Chip in sich tragen müssen, mit dem es unveränderbar und eindeutig identifiziert werden kann. Es wäre eine Art digitaler Personalausweis für jeden Kühlschrank, jeden Laptop, jedes Auto. Das, so die Behauptung, werde das weltweit wachsende Netzwerk aller technischen Geräte und aller Lebensbereiche sicher machen.

Das erwähnte 15-seitige Eckpunktepapier „Identitätssicherheitsgesetz für das Internet der Dinge“ haben wir gleichmal per Informationsfreiheitsgesetz angefragt.

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31 Kommentare
  1. Das hat ja wieder Potenzial zum dystopischen Roman…

    Kann nur hoffen, dass das „Internet der Dinge“ in seiner ganzen Überflüssigkeit ein sehr kurzweiliger Geek-Gadget-Trend wird. Manchmal loben ja Cyberspace-Neuland-Erklärer irgendwas technisches als Zukunftstechnologie, damit sie selber futuristisch und informiert rüberkommen.

  2. Wen wundert es? Der Floh wurde ins Ohr eines – Trommelwirbel – SPD-Ministers implantiert.
    Wer war’s nun? Lest selbst, es lohnt sich wirklich!

  3. … und das von meiner Krankenkasse beantragte Auskunftsersuchen beim Verfassungsschutz zu meinem allmorgendlichen Toastbrotkonsum führte dann auch prompt zu einer individuellen Beitragserhöhung besagter Krankenkasse zu meinen Lasten… ich hatte in den vergangenen Monaten statt der 2 Toastbrotscheiben, die mein Hausarzt mir bei meinem letzten Besuch auf meiner eGK als Maximum verordnet hatte, schon öfter auch ‚mal 4-6 Scheiben konsumiert. Damn… und großes Dankeschön an NXP.

  4. Wer solchen Dreck kauft ist selber schuld! Es ging ja schon mal unvernetzt und die Welt wird sich weiter drehen, auch ohne solchen Kram.
    Und sollte es mal keine unvernetzten Toaster mehr zu kaufen geben, dann leg isch den Toast eben auf die mit Holz befeuerte Herdplatte.
    Niemand wird gezwungen vernetzten Krempel zu kaufen.

  5. Man muß den ganzen Scheiß ja nicht kaufen. Jeder ist geil auf Fernsehen mit Internetanschluß.
    Ich habe zwei davon und keiner hängt am Internet. Die Bürger sind selbst schuldt. Warum brauche ich ein Smartphone? Um beim laufen die Straße nicht mehr zu sehen und einen Haltungsschaden zu bekommen. Oder haben die Leute schiss davor irgendetwas zu verpassen. Ist WhatsUp und co so wichtig?
    Ausschalten und die Wirtschaft da treffen wo es weh tut. Dann bearbeiten die Lobbyisten die Politik in eine andere Richtig.

    1. > Ausschalten und die Wirtschaft da treffen wo es weh tut.

      Das ist die Kernaussage, die zielführend ist. Jeder einzelne ist Entscheidungsträger in seinem Wirkfeld. Und jeder kann Verantwortung gemäß seiner individuellen Moral ausüben. Das ist die letzte uns verbleibende Macht, die uns noch geblieben ist, nachdem relevante Kreise die Stimmzettel-Demokratie weitgehend außer Kraft gesetzt haben.
      Die Macht, die jeder besitzt, ist jene des selbstbestimmten und bewussten Käuferverhaltens. Diese Macht kann man gezielt und wirkungsvoll ausüben, sie wirkt mühelos auch über Landesgrenzen hinweg. Sie wirkt gewaltig und hinterlässt keine Metadaten, weil es keinen Kontakt mit dem Gegner gibt.

      1. Stimme voll und ganz zu, allerdings ist das schon etwas für Fortgeschrittene mit eigener Sanktionsliste.
        Ich mach das schon lange so, allerdings ist gute Resistenz gegen allgegenwärtige Werbung, aktuelle Hypes und gegen Mainstream nötig. Anfangs gibt es noch ein Gefühl von verzichten müssen, aber das wandelt sich mit der Zeit aber ein ein Gefühl der Stärke: „Mit mir macht ihr das nicht! Dafür gebe ich mein Geld nicht aus. Eure schmutzigen Praktiken unterstütze ich nicht.“ Selbstbestimmung und Konsumverzicht ist kein Widerspruch. Ganz im Gegenteil, das macht ultimative Freude!

    2. Solche Postings schon zur Mittagszeit? Haste was genommen?

      > Der Glaube ist heute wichtiger, als vor dem Fall des Eisernen Vorhangs!
      Der Satz könnte von Putin stammen.

        1. Fr/Sa wurden viele Postings, nicht nur bei diesem Thema gelöscht.
          Entweder das war ein „Betriebsunfall“ oder die site wurde gehackt?
          Auffallend war vorher schon, dass Kommentare nicht chronologisch korrekt eingeordnet wurden. Die gelöschten Kommentare waren kein Spam.

  6. Industrie und Handel und Banken wollen so manches, das ist normal, für eventuell negative Folgen kommt ja der Steuerzahler auf….. unbegrenzt.
    Schlimm wird es erst dadurch, das unsere gewählten Vertreter, die ‚Politik‘, das für alle dann zur Norm machen.

  7. @Netzpolitik, dann habt ihr ein echtes Problem!
    Es kann natürlich auch sein, das der Typ, dessen Posts gelöscht wurden, ein gewisses Problem für „Andere“ darstellen könnte oder eher die Posts!
    Zu surrealistisch oder doch zu realitätsnah?
    Vor allem bei dem einen Post, vor drei Jahren hat er ein Szenario beschrieben, das machbar war und teilweise schon umgesetzt wird, das mit den Straßenlampen z.B.!
    Was der/die gepostet hatte, hat mich schon erschreckt!

  8. Habe etwas gesucht … Zitat Sempralon auf Cop2Cop.de

    “Ich habe doch mal über das „Regionet“ sinniert … mit Internetführerschein usw. usf.!Ich entwickle mal die „Totaaaaaale Überrrwachung“, „die wir alle gerne haben möchten“ (… eine etwaige Verwechselung mit der Frage „Wollt Ihrrrr deeeen totaaaalen Krieg?“ ist voll auf beabsichtigt!!), da unsere Sicherheit über alles geht, auch über den Verstand!
    Wir haben doch Straßenlampen, nicht?
    Wir haben doch auch Technik, die Daten via Steckdose übertragen können, nicht?
    Nennt sich „PowerLan“ …Also können wir alle Straßenlampen mittels eines Netzwerks zusammenfassen und über diese jede Lampe einzeln, nach Bedarf, via Relais (mit IPv6 Addresse) ansteuern … nicht?
    … an dieses Netzwerk könnten wir doch auch RFID Lesegeräte anschließen, nicht?
    … alle 25m ein RFID-Lesegerät, das via PowerLan seine Daten an die Zentrale weiterleitet und das Licht in das Dunkel der Nacht bringt, so man dort vorbei geht!
    … spart Strom und die Anlage amortisiert sich recht schnell, da man dann auch gleich auf LED-Lampen umsteigen könnte!
    … und was ist mit dem Schulweg unserer Kinder?
    Jupp, auch wenn sie Abends nach Hause kommen, wird die Laufrichtung vorgegeben!
    Warum?
    Ganz einfach, wir Eltern haben den Weg bei der Stadt angemeldet und das System schaltet nicht nur eine Lampe ein, sondern gleich drei!
    … in die richtige Richtung, versteht sich!… und sollte unser Kind sich mal verirren, erkennt das RFID-System die Abweichung und der Operator schickt eine Drohne in diesen Bereich, es kann ja harmlos sein, ein Gespräch mit einem anderen Kind z.B., ein Spielplatz etwas Abseits der Route … welches Kind kann da widerstehen?
    Das nennt man dann Entscheidungsfreiheit! Die Freiheit zu gehen wohin man als Kind möchte und sich dennoch Sicher fühlen kann!
    Der Kinderspielplatz!
    Ist es nicht schön, das unsere Gemeinden/Gemeinschaft für die Sicherheit unsere Kinder sorgt?
    Wenn sie größer werden, sollen sie sich auch frei Bilden können!
    Bildung ist wichtig und sie muss mit der Entwicklung unserer Kinder schritt halten können!
    Mittels des RFID-Implantats und der darauf implementierten Steuer-Identifikationsnummer und dem am WohnungsComputer angeschlossenen RFID-Lesegerät, kann der Bildungs-/Internetinhalt Alters- und Klassenentsprechend angeboten werden, es ist ja nicht nötig, das ein Arbeiterkind mit Wissen überfrachtet wird … ein Akademikerkind ist diese Form der Reizüberflutung von seinen Eltern her gewohnt, also können diesem Kind höherwertige Inhalte angeboten werden!
    Die Eltern können selbstverständlich kostenpflichtige Inhalte für ihren Nachwuchs freischalten lassen, den ihr Nachwuchs an jedem Internetzugriffspunkt abrufen kann und sollte sich ein anderes Kind in der nähe befinden, für das der Bildungsinhalt nicht geeignet ist, so wird der Zugriff unterbrochen, um eine Überlastung des anderen Kindes zu vermeiden!
    Auch wenn Ihr Zögling den Führerschein ab 15 machen möchte, können sich alle Eltern sicher sein, dass er/sie auch nur ein Fahrzeug steuern kann, für das der RFID-Chip freigegeben ist (z.B. Twingo „Ja“, Geländetruck „Nein“!) und wenn Sie ein Verbot aussprechen z.B. „Auto-Arrest“, dann kann Ihr Zögling das Fahrzeug nicht oder eben nur auf den vorgesehenen Strecken nutzen, z.B. auf dem Weg zur Schule!
    Auch pornigraphische Inhalte können so Ihrem Zögling nichts mehr Anhaben!
    Da dieser Inhalt durch die RFID-Erkennung nicht freigegeben wäre, Ihr RFID-Chip hätte in dieser Hinsicht keine Beschränkungen!
    Kommt ihr Zögling von Ihnen unbemerkt in den Raum, wird sofort auf eine Altersgerechte Site umgeschaltet!
    Auch gegen Gewaltverbrecher ist ein effizienter Schutz möglich, da die Annäherung umgehend durch eine Drohne überwacht werden kann, in einem Kaufhaus wäre ein sofortiges Eingreifen z.B. nicht nötig, da der Verbrecher evtl. dort auch nur einkauft!
    Hat der Gewaltverbrecher ein Annäherungsverbot für Spielplätze, so darf er diese in den für ihn vorgegebenen Rahmen tangieren, aber nicht betreten!
    Sollte sich doch ein Übergriff anbahnen (Überwachungsdrohne), so kann der zuständige Blockwart durch ein schnelles Eingreifen die Sicherheit gewährleisten und den Gewaltverbrecher dingfest machen, auch wenn der Gewaltverbrecher entkommen sollte, so entgeht er nicht seiner angemessenen Strafe!
    Auch für den Steuerzahler lohnt sich die Etablierung, die Kosten für die Bereitstellung von Polizeipersonal und Dienststellen wird auf das notwendige Minimum reduziert!
    Bei größeren Ausschreitungen, können die verbliebenen Beamten auf Amtshilfe von der Bundeswehr bauen!“
    Quelle: http://www.cop2cop.de/2012/04/18/vorratsdatenspeicherung-3/

    P.s.: Sie wissen doch, was ein „Internetausdrucker“ ist, nicht?

  9. Bitte sagt mit, dass das ein Scherz ist. Eine Satireaktion mit einem falschen Lobbyisten, um zu sehen, was die alles in Gesetze kopieren würden.

      1. Die Laternen können also Umweltdaten erfassen. Soso … und bei der Installation macht man dann Mikros und Kameras draus? Damit könnte man ja vielleicht sogar … Ordnungswidrigkeiten aufklären!!!

        Wenn ich einen Propagandawunsch offen hätte, dann vielleicht dass die aufhören würden, Dinge mit Sensoren und Netzwerk als INTELLIGENT zu bezeichnen (sogar in der Bildunterschrift, ohne Anführungszeichen, und auch Reporter begehen allzuoft die unverzeihliche Dummheit, diese Lüge unkritisch zu verbreiten). Sich den Alltag verwanzen zu lassen ist DUMM, DUMM, DUMM.

      1. Das von Klaus ist auch Satire, zum Glück.

        Ich fürchte, den Chip gibt es wirklich schon. Die Pläne zum verpflichtenden Implantieren sind aber noch geheim.

  10. Ich hab noch was zu bemängeln

    „das Dinge-Netz zu einem flächendeckenden Überwachungswerkzeug auszubauen“

    trifft es nicht.

    Das Dinge-Netz wird ein flächendeckendes Überwachungswerkzeug, sobald es Realität wird.

    Die unnötige Idee, alles per Default zu vernetzen, lässt ohne aufwendige Vorkehrungen keinen Platz für Privatsphäre, und das interessiert die „Vordenker“ dieser tollen Idee traditionell wenig. Es geht nicht um praktische Technik. Es geht ums Datensammeln in großen Stil mit Überwachung als notwendiges Nebenprodukt.

    Das wirklich widerliche in deren Plänen ist diese Vorstellung von Zwang. Man soll in den eigenen Geráten bei Strafe bestimmte Dinge nicht ändern dürfen, und ausgerechnet eindeutige Identifikationsnummern. Das tu ich mal in die Kategorie „Orwell and beyond“. Schon heute gibt es solche Vorschriften mancherorts bei Handys, was ich ebenso als eine Überschreitung jedweder in einer freien Gesellschaft vorstellbarer gesetzgeberischer Kompetenz erachte.

    Ich wünsche mir das glatte Gegenteil. Eine Mitteilungspflicht bei Herstellern, die eindeutige IDs vergeben, die übermittelt werden, mündige Nutzer, die Transparenz und Herrschaft über die eigenen Geráte einfordern, einen Konsens gegen Anti-Hacking-Paragraphen, eine generelle Abkehr vom Identifizierungswahn. Und überdies keine Korpokratie und auch keine Verwebung von Staat und Industriegruppen.

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