Bündnis 90/Die Grünen

  • : Die deutsche Politik zum EU-Kompromiss zur Netzneutralität – mit Spezialdiensten
    Der Bundestagssausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur
    Der Aussschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur besprach auch die EU-Einigung zum Roaming und zur Netzneutralität © DBT
    Die deutsche Politik zum EU-Kompromiss zur Netzneutralität – mit Spezialdiensten

    Am Dienstag kam es zu einer Einigung zwischen dem Europäischen Parlament, der Kommission und dem Rat hinsichtlich des „Digitalen Binnenmarkts“. Der endgültige Text ist noch nicht veröffentlicht, EU-Kommissar Günther Oettinger ließ es sich jedoch nicht nehmen, über das Ende von Roaming sowie Netzneutralität zu twittern.

    Gestern diskutierte der Bundestagsausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur das Thema. Aus den Bundestagsfraktionen kommen, wie zu erwarten, gemischte Reaktionen, insbesondere hinsichtlich der Spezialdienste, die von der Regel der Netzneutralität ausgenommen werden sollen.

    Die Grünen kritisieren die Regelung und sehen darin das Ende der Netzneutralität. Dazu schreibt Konstantin von Notz, netzpolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag:

    In der Tat droht nach dem jetzigen Kompromiss auf EU-Ebene de facto das Aus für die Netzneutralität. So werden „specialized services“ unter extrem weitreichenden, völlig unklaren Konditionen (wenn „notwendig“) zugelassen […] Durch ihr sich lange abzeichnendes Umkippen […] haben die Abgeordneten sowohl der Netzneutralität als auch dem Europäischen Parlament einen echten Bärendienst erwiesen.

    Die Unionsfraktion sieht in der Einigung eher eine pragmatische Lösung. Ulrich Lange, Obmann der Unionsfraktion im Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur:

    Mit dem Verhandlungsergebnis zur Netzneutralität ist eine jahrelange Diskussion jetzt pragmatisch beendet worden. Es ist gut, dass Spezialdienste grundsätzlich ermöglicht werden, um für innovative Dienste wie Connected Car eine entsprechende Basis zu bieten.

    Sein Fraktionskollege Thomas Jarzombek äußert sich etwas differenzierter und spricht die vielfach angesprochenen Probleme mit den Spezialdiensten an:

    Es bleibt aber die Frage, wie Diskriminierungsfreiheit innerhalb von Diensteklassen gewährleistet werden kann. Im Ergebnis darf es nicht dazu kommen, dass große Player Vorteile gegenüber dem Mittelstand und Gründern erhalten.

    Weiterhin erklärt Jarzombek, dass dieses Problem ein Schwerpunkt bei der nationalen Umsetzung der Einigung und bei der Kontrolle durch die Bundesnetzagentur sein sollte. Fraglich ist, inwieweit eine nationale Regelung die Netzneutralität schützen könnte, wenn multilateral Spezialdienste erlaubt sein werden, denn ein wirksamer Schutz auf EU-Ebene ist durch die trilaterale Einigung sehr unwahrscheinlich geworden.

    Zumindest auf EU-Ebene ist die SPD im Großen und Ganzen mit der getroffenen Einigung zufrieden. Die SPD-Europaabgeordnete Petra Kammerevert bringt sogar etwas Katzencontent ins Spiel:

    Alle Verkehre werden gleich behandelt, ob es das Katzenbild von Oma ist, ein Spielfilm, den ich mir herunterlade, oder eine E‑Mail. Es ist nicht alles so schön, wie wir uns das gewünscht haben, aber wir haben eine Menge erreicht.

    Nicht so schön ist besonders, dass sich die Spezialdienste zur Auslagerung bevorzugter Datenflüsse anbieten würden. So würde nach Verabschiedung der EU-Verordnung eben nicht jedes Bild und jede Datei gleich behandelt werden, wenn ein Anbieter als Spezialdienst anerkannt werden würde und ein anderer nicht.

    Von der Linksfraktion im Speziellen oder von der Linkspartei im Allgemeinen konnte ich bis zum jetzigen Zeitpunkt keine konkreten Äußerungen finden, für Hinweise zur Ergänbzung bin ich dankbar.

    Es ist damit zu rechnen, dass die Regelung ohne große Modifikationen durch das EU-Parlament und den Rat gebilligt werden wird. Gegen die Abschaffung des Roamings und gegen Netzneutralität spricht nichts, gegen die „Spezialdienste“, die von der Netzneutralität ausgenommen werden sollen, wenn es „nötig“ ist, deutlich mehr.

    Ergänzung:
    Auch Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel äußerte sich in einer Pressemitteilung zur erzielten Einigung. Gabriel persönlich äußerte sich dahingehend, dass die ausgenommenen Spezialdienste eher ein Feature sei, dass die Übertragung von Daten verlässlich mache:

    Ein starker Grundsatz der Gleichbehandlung des Verkehrs bewahrt das offene Internet. Gleichzeitig werden Teilhabe, Meinungsvielfalt, Innovation und fairer Wettbewerb sichergestellt. Außerdem bleibt genügend Spielraum für Qualitätsinnovationen, denn Netzwerkmanagement soll dort möglich bleiben, wo es technisch geboten ist. So können Daten und Anwendungen verlässlich übertragen werden.

    Halina Wawzyniak, netzpolitische Sprecherin von den Linken, ließ verlauten, dass die Abschaffung der Romaing-Gebühren gegen die Aufweichung der Netzneutralität kein guter Deal sei.

    2. Juli 2015 6
  • : Nach SPD: Auch Grünen-Spitze signalisiert Zustimmung für Vorratsdatenspeicherung (wohl doch nicht)
    Nach SPD: Auch Grünen-Spitze signalisiert Zustimmung für Vorratsdatenspeicherung (wohl doch nicht)

    Der Vorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Cem Özdemir, hat gestern bei der Sendung Maybritt Illner im ZDF seine Zustimmung zu einer Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung signalisiert, wenn sie denn mit unseren Grundrechten vereinbar wäre und über eine EU-Richtlinie käme. Maybritt Illner fragte: „Würden Sie einer europäischen Lösung, sofern sie denn gefunden wird, zustimmen?“ Und Özdemir antwortete: „Nur wenn sie verfassungskonform ist“. Vorher hatte er gesagt, er sei von dem Instrument nicht überzeugt, hinterher klang das nicht mehr so ablehnend.

    Bisher war die Linie von Bündnis 90/Die Grünen, eine anlasslose Vollprotokollierung unserer Verbindungsdaten generell abzulehnen. Netzpolitiker wie Konstantin von Notz (MdB) oder Jan-Philipp Albrecht (MdEP) setzen sich vehement gegen Bestrebungen ein, dieses Instrument wieder einzuführen. Unklar ist, ob Özdemir sich nur planlos verplappert hat oder Teile der Grünen in dieser Frage Richtung CDU/CSU abbiegen.

    Update: Cem Özdemir erklärte auf Twitter, dass es weiterhin keine anlasslose Massenüberwachung per #VDS geben würde.

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    Das Dementi klingt glaubwürdiger als von der SPD-Spitze.

    Bereits vorgestern hatten Sigmar Gabriel und Thomas Oppermann dieselben Signale an die CDU/CSU gesendet, dass sie einer Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung nach den Vorgaben vom Europäischen Gerichtshof und dem Bundesverfassungsgericht mittels einer EU-Richtlinie nicht im Wege stehen würden.

    Wir bleiben dabei: Eine Vorratsdatenspeicherung, wie auch immer sie nach den Vorgaben von EuGH und BVerfG möglich wäre, stellt trotzdem die Bevölkerung unter Generalverdacht, höhlt die Privatsphäre weiter aus und stärkt den Überwachungsstaat.

    Auch für Cem Özdemir haben wir einige Links zum Thema, um sich darüber zu informieren:

    Vorratsdatenspeicherung: Warum Verbindungsdaten noch aussagekräftiger sind als Kommunikations-Inhalte
    Lieber Bundesnachrichtendienst: Wir erklären, warum Metadaten sehr wohl personenbezogene Daten sind.
    Metadaten: Wie dein unschuldiges Smartphone fast dein ganzes Leben an den Geheimdienst übermittelt
    Vorratsdatenspeicherung visualisiert: Was Verbindungsdaten alles verraten

    16. Januar 2015 12
  • : 3. Juli in Berlin: Grüne laden zur vierten netzpolitischen Soirée
    3. Juli in Berlin: Grüne laden zur vierten netzpolitischen Soirée

    Am 3. Juli 2014 lädt die grüne Bundestagsfraktion Abends zur „Vierten netzpolitischen Soirée“ zum Thema „Konsequenzen aus dem Überwachungs- und Geheimdienstskandal“ in die Heinrich Böll Stiftung in Berlin ein. Neben den üblichen Politiker-Begrüssungsreden gibts dieses Programm, was spannend klingt:

    19.15 Uhr // Eröffnungsvortrag
    Jesselyn Radack, Rechtsberaterin von Edward Snowden, Direktorin des „National Security & Human Rights at the Government Accountability Project“

    19:45 Uhr // Podiumsdiskussion

    Hans-Georg Maaßen, Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz
    Thomas Drake, ehemaliger Mitarbeiter der NSA

    23. Juni 2014
  • : WePromise: Herzlichen Glückwunsch an die Kämpfer für digitale Bürgerrechte in Europa
    WePromise: Herzlichen Glückwunsch an die Kämpfer für digitale Bürgerrechte in Europa

    logoWir haben euch in den letzten Wochen vor der Europawahl auf die Kampagne WePromise aufmerksam gemacht, bei der Kandidaten für das Europaparlament versprechen konnten, sich für digitale Bürgerrechte einzusetzen, sobald sie ins Parlament gewählt werden. Dieses Versprechen ist wichtig! Netzpolitik wird in Europa gemacht. Netzneutralität, Urheberrecht, Überwachung, all das sind europäische Themen.

    Zahlreiche Kandidaten der Grünen, Linken, SPD, Piratenpartei, FDP, ÖDP und der Freien Wähler haben bei WePromise unterschrieben. Wir stellen euch jetzt vor, wer für die nächsten fünf Jahre tatsächlich mit dabei ist und daher zentraler Ansprechpartner für euch und uns wird.

    Et voilà – die selbst designierten Kämpfer für digitale Bürgerrechte:

    27. Mai 2014 4
  • : Europawahl: Netzpolitische Inhalte der Wahlprogramme
    Europawahl: Netzpolitische Inhalte der Wahlprogramme

    Bildschirmfoto-2013-08-24-um-19.41.44Mit Interesse haben wir die Europawahlprogramme der relevanten Parteien (CDU/CSU, SPD, Linke und Grüne, FDP weil sie noch im Europäischen Parlament sitzt und interessehalber Piraten) hinsichtlich netzpolitischer Themen untersucht.

    Augenfällig war zunächst der Umfang der Passagen: Die SPD scheint Netzpolitik so sehr am Herzen zu liegen, dass sie gleich zwei Absätze ihres 14-Seiten-umfassenden Wahlprogramms (inklusive Titelblatt) darauf verwendete, die wir ungekürzt hier zitieren können. Offenbar möchte die SPD eine ambitionierte digitale Agenda und starken europäischen Datenschutz. In dieser Hinsicht sind sich alle Parteien übrigens einig, nur die SPD lässt weitestgehend offen, wie sie das zu bewerkstelligen hofft. Für die CSU ist einzig Datenschutz noch von Bedeutung, aber die hat auch eher ein paar Poster entworfen als ein zusammenhängendes Programm.

    Weitaus ausführlicher äußert sich die stärkste Kraft in Deutschland (CDU), doch was steht da eigentlich drin? Einerseits will sie die digitale Wirtschaft stärken und mittels technologischer Unabhängigkeit die Sicherheit in Europa gewährleisten (das sieht die CSU ähnlich, sie will eine eigene europäische Sicherheitsindustrie aufbauen), zudem die „Digitale Agenda“ weiter voranbringen. Und, man höre und staune, die CDU setzt sich offenbar für Netzneutralität ein: „Bestimmte Daten dürfen bei der Durchleitung im Internet nicht bevorzugt werden. Zugleich soll es möglich bleiben, spezielle Dienste zuzulassen.“ Interessanter Zusatz, der das Konzept gleich wieder aushebelt. Und von einer gesetzlichen Verankerung der Netzneutralität, wie sie Grüne, Linke und Piraten fordern, liest man bei der CDU auch nichts. Die FDP möchte im Übrigen die europäische Netzneutralität „wahren“. Schnelles Internet soll nach CDU in Stadt und Land vorangebracht werden, der Breitbandausbau ist auch für die Grünen und die Piraten ein Thema, wobei vor allem das grüne Wahlprogramm diesen mit dem Grundsatz des gleichberechtigten Zugangs zum Netz verknüpft.

    23. Mai 2014 7
  • : Grüne veröffentlichen Kurzgutachten zum Tracking
    Grüne veröffentlichen Kurzgutachten zum Tracking

    Heute hat die Bundestagsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen ein Kurzgutachten von iRIGHTS.Law zum Tracking veröffentlicht, welches sich sowohl mit Änderungsvorschlägen für den Verbraucherdatenschutz auseinander setzt, als auch die aktuellen technischen Möglichkeitsbedingungen für das Tracking sowie ihre Entwicklung in den letzten Jahren analysiert. Als Kurzgutachten ist es zwar nur 45 Seiten lang, dafür bearbeitet es den Sachverhalt recht eingängig. Als Lektüre für alle, die sich etwas intensiver mit Detailfragen des Datenschutzes auseinander setzen wollen, ist es problemlos zu empfehlen. Aber was steht nun grob drin?

    Die Medienanwälte definieren Nutzerdaten und damit ihren Untersuchungsgegenstand als eine digitale Teilidentität:

    Diese digitale Identität ist nie identisch mit der Person selbst, es handelt sich stets lediglich um eine Sammlung von Informationen über eine Person, die jedoch eine sehr große Annäherung an ein Gesamtbild ermöglicht oder suggeriert.

    Mit dieser Herangehensweise versuchen sie der Beobachtung Rechnung zu tragen, dass informationstechnische Systeme in erster Linie Repräsentanzen oder die Beschreibung von Eigenschaften als Informationen speichern, da nicht alle Informationen die gesammelt werden können gleichermaßen quantifizierbar, und damit automatisiert auslesbar sind. 

    14. März 2014
  • : Katrin Göring-Eckardt (Die Grünen) – Jung & Naiv: Folge 118
    Katrin Göring-Eckardt (Die Grünen) – Jung & Naiv: Folge 118

    Ich weiß nicht, ob ihr’s mitbekommen habt: Diese grüne Partei hat es bei den letzten Wahlen nicht in die Regierung geschafft. Knapp daneben oder so. Die einen wollten anschließend mit ihnen nicht koalieren, mit anderen wollten wiederum die Grünen nicht… Nun ist man in der Opposition und Katrin Göring-Eckardt ist ihre Chefin im Bundestag. Im Wahlkampf war sie gemeinsam mit Jürgen Trittin noch Spitzenkandidatin.

    Ich habe Katrin getroffen und sie sollte mir jungundnaiv erklären, was sie jetzt macht. Wie sie dazu gekommen ist. Wie das damals in der DDR war. Wie das heute mit Deutschland ist. Wie es mit Europa aussieht. Was sie für ein Bildungskonzept hat. Und ob sie, wie Bundespräsident Joachim, findet, dass sich Deutschland mehr in der Welt engagieren soll. Und ob die Grünen Sebastian Edathy nun auch rausschmeißen würden.

    25. Februar 2014 5
  • : Alles geheim! Bundesregierung beantwortet Fragenkatalog zu Geheimdiensten (nicht)
    Alles geheim! Bundesregierung beantwortet Fragenkatalog zu Geheimdiensten (nicht)

    Die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen hat der Bundesregierung im September 47 weitere Fragen zur Zusammenarbeit deutscher Geheimdienste und Sicherheitsbehörden mit befreundeten Geheimdiensten und Sicherheitsbehörden zur Beantwortung als Ergänzung einer früheren Anfrage geschickt. Die Antworten sind jetzt eingetroffen (PDF). Im Vergleich zu früheren Antworten der Bundesregierung auf Fragen von Oppositionsfraktionen zum NSA-Skandal gibt es diesmal einen neuen traurigen Rekord: Von 47 Fragen wurden vier beantwortet, davon wurde bei einer Antwort auf eine frühere Antwort verwiesen. Der Rest ist geheim.

    Das bei der Antwort wohl federführende Bundesinnenministerium erklärt in der Einleitung erstmal nochmal in den bekannten Geschichten und Buzzwörtern, wie wichtig die Überwachungsmaßnahmen und die Zusammenarbeit mit ausländischen Geheimdiensten sei, um gegen „terroristische Netzwerke“ vorgehen zu können. Aller Austausch mit befreundeten Diensten sei selbstverständlich auf Basis existierender Gesetze erfolgt. Nachprüfen lässt sich das leider nicht so genau.

    Nach „sorgfältiger Abwägung“ ist die Bundesregierung zu „der Auffassung gelangt, dass die erbetenen Auskünfte einzeln und insbesondere in ihrer Zusammenschau geheimhaltungsbedürftig sind.“

    8. Oktober 2013 14
  • : Jung & Naiv – Folge 78: Jürgen Trittin
    Jung & Naiv – Folge 78: Jürgen Trittin

    Und schon wieder ein Grüner. Nachdem ich letztens noch recht zufällig Renate Künast traf, stand nun das jungundnaive Gespräch mit dem wahlkämpfenden Jürgen Trittin an. Der Grüne Spitzenkandidat erzählte mir, ob er der nächste Umweltminister wird, warum er keine Schulden mag, woran es in der Europolitik hapert, was wir mit unseren Freunden in Südeuropa machen, wie er es mit dem Neoliberalismus hält und wie die Banken zu bändigen sind. Außerdem reden wir darüber, weshalb die Grünen gegen so viele Verbote sind und ob sie als „Bevormunder“ gelten. Abschließend erklärt Trittin ziemlich anschaulich den NSA-Skandal, erzählt, wie die Überwachung zu stoppen ist, ob er die US-Drohnenangriffe z.B. im Jemen als Kriegsverbrechen sieht und ob auch Deutschland Kampfdrohnen braucht.

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    Wer’s verpasst hat: In Folge 77 war SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück zu Gast bei „Jung & Naiv“.

    23. August 2013 1
  • : Open Government: Analyse der Wahlprogramme zur Bundestagswahl 2013 vorgestellt
    Open Government: Analyse der Wahlprogramme zur Bundestagswahl 2013 vorgestellt

    Am 22. September diesen Jahres finden die Wahlen zum neuen Bundestag statt. Auch wenn Themen wie Steuer‑, Wirtschafts- oder Sozialpolitik im Wahlkampf der Parteien im Vordergrund stehen, werden auch netzpolitische Themen immer wichtiger. Eines dieser Themen ist Open Government, also die Öffnung der Regierung und Verwaltung gegenüber der Gesellschaft, aber auch der Wirtschaft. Forscher der Zeppelin Universität in Friedrichshafen haben sich, in einem am 19. August veröffentlichten Gutachten mit dem Titel „Open Government in den Wahlprogrammen zur Bundestagswahl 2013 – Wie steht es mit dem offenen Regierungs- und Verwaltungshandeln?“, die Wahlprogramme von CDU/CSU, FDP, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, Die LINKE und der Piratenpartei Deutschland in Bezug auf Open Government näher angeschaut und beurteilt.

    Das Fazit der Forscher rund um Prof. Dr. Jörn von Lucke fällt dabei optimistisch, jedoch gleichzeitig verhalten in Richtung einer weiteren Öffnung von Regierungen und Verwaltungen aus.

    Staat und Verwaltung werden sich in den kommenden Jahren öffnen und verändern. In den Wahlprogrammen sind viele Forderungen zu einem offenen Regierungs- und Verwaltungshandeln enthalten. Die Schwerpunkte werden jedoch von den Parteien unterschiedlich gesetzt. Entscheidend wird sein, welche Vorschläge ihren Weg in den Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung finden, wer sich für eine Umsetzung einsetzt und welches Ressort konkret welche Mittel für eine nachhaltige Öffnung zur Verfügung gestellt bekommt.

    21. August 2013 4
  • : Die Positionen der Bundestagsfraktionen zur Netzneutralität
    Die Positionen der Bundestagsfraktionen zur Netzneutralität

    Die Ankündigung der Deutschen Telekom, Internet-Anschlüsse zu drosseln und gleichzeitig Überholspuren einzuführen, hat eine breite Diskussion angestoßen, unter anderem zum Aspekt der Netzneutralität. In den Augen von Kritikern ist vor allem die schnelle Durchleitung von zahlenden Partnerdiensten auch nach dem Einsetzen der Geschwindigkeits-Drosselung für alle nicht-zahlenden normalen Internet-Dienste eine Verletzung dieses Prinzips. Das könnten Video-Dienste wie der hauseigene T‑Entertain oder YouTube sein, oder Musik-Dienste wie Spotify, oder aber auch Webseiten von Parlaments-Abgeordneten, die sich durch eine Geldzahlung einen Vorteil gegenüber Konkurrenten verschaffen. Wir wollen auf netzpolitik.org über die unterschiedlichen Positionen der fünf Bundestagsfraktionen berichten und haben diesen einen Fragebogen geschickt.

    Für die CDU/CSU-Fraktion hat Thomas Jarzombek geantwortet, für die FDP-Fraktion Sebastian Blumenthal, für die SPD-Fraktion Martin Dörmann, für die Linken-Fraktion Halina Wawzyniak und Konstantin von Notz für die Grünen-Fraktion.

    Das waren unsere Fragen:

    1. DSL-Pläne der Telekom

    Konkretes Beispiel Nr. 1: Wenn die Drosselung bei T‑Kunden einsetzt, werden Inhalte des Partners Youtube weiterhin von der Drosselung ausgenommen über T‑Entertain zu den Kunden in normaler Geschwindigkeit durchgelassen.

    Konkretes Beispiel Nr. 2: Wenn die Drosselung bei T‑Kunden einsetzt, werden Inhalte des Telekom-eigenen Video-on-Demand-Service weiterhin von der Drosselung ausgenommen über T‑Entertain zu den Kunden in normaler Geschwindigkeit durchgelassen.

    Konkretes Beispiel Nr. 3: Wenn die Drosselung bei T‑Kunden einsetzt, werden Inhalte eines zahlenden Bundestagskandidaten weiterhin von der Drosselung ausgenommen über T‑Entertain zu den Kunden in normaler Geschwindigkeit durchgelassen als die Inhalte seiner nicht-zahlenden Wahlkreiskonkurrenten.

    Konkretes Beispiel Nr. 4: Wenn die Drosselung bei T‑Kunden einsetzt, werden Inhalte eines zahlenden Musikstreamingpartners weiterhin von der Drosselung ausgenommen über T‑Entertain zu den Kunden in normaler Geschwindigkeit durchgelassen.

  • Falls dies für Sie und Ihre Fraktion keine Verletzung der Netzneutralität ist, können Sie begründen, warum nicht?
  • 2. Mobilfunk

    Bereits jetzt werden in vielen Mobilfunk-Tarifen, vor allem bei den beiden großen Anbietern T‑Mobile und Vodafone, Dienste rechtlich untersagt und oft auch technisch gesperrt.

    Und das sind die Antworten:

  • : Drohung oder Zukunftsversprechen? Grüne Fachtagung äußert massive Kritik an Drohnen
    Drohung oder Zukunftsversprechen? Grüne Fachtagung äußert massive Kritik an Drohnen

    Der Einsatz von unbemannten Fluggeräten ist längst keine ferne Zukunftsmusik mehr: Während bewaffnete US-Drohnen allein in Pakistan im Zeitraum von Juni 2004 bis September 2012 zwischen 2.562 und 3.325 Menschen getötet haben, werden bei uns Drohnen immer mehr zu Überwachungs- und Aufklärungszwecken verwendet. Und selbst Privatpersonen können mit dem Besuch des Elektronikladens um die Ecke eine Drohne mit hochauflösender Kamera erwerben und sich damit den Garten des Nachbarn oder gleich sein Schlafzimmer einmal genauer anschauen. Über die Konsequenzen dieser Entwicklung und mögliche Lösungen haben die Grünen am vergangenen Freitag die Fachtagung Drohnen – Drohung oder Zukunftsversprechen? veranstaltet.

    Drohnenangriffe sind Rekrutierungsgrund Nummer Eins für Al-Qaida

    Diese begann mit einer Rede von Professorin Mary Ellen O´Connell, die die US-Drohnenangriffe im Kontext internationalen Rechts diskutierte und dabei zu einem klaren Ergebnis kam: Es gebe keine rechtlichen Grundlagen, Menschen außerhalb von Konfliktzonen zu töten. Sie nahm die üblichen Argumente für das gezielte Töten mit Drohnen in Ländern wie Pakistan, Jemen und Somalia auseinander. So sei weder das Recht auf Selbstverteidigung, die Zustimmung von Ländern wie Pakistan oder das Argument, dass es ja Präzisionsschläge seien, ausreichend, um die Angriffe zu legitimieren. Besonders letzteres widerlegte sie eindrucksvoll: Allein in Pakistan starben bei 364 Drohnenangriffen 474 – 881 Zivilisten, einschließlich 176 Kindern. Inzwischen sind Drohnenangriffe Rekrutierungsgrund Nummer eins für al-Qaida – nicht mehr wie früher Guantanamo. Es sei nun an Deutschland, Druck auf den Verbündeten USA zu machen und sich gegen die extralegalen Tötungen zu stellen.

  • : Niedersachsen: Mehr Open-Data, keine Vorratsdatenspeicherung
    Niedersachsen: Mehr Open-Data, keine Vorratsdatenspeicherung

    In Niedersachen haben SPD und Grüne ihren Koalitionsvertrag veröffentlicht. Darin finden sich auch viele netzpolitisch relevante Stellen. Insgesamt ist der Koalitionsvertrag recht solide, aber besser geht auch noch.

    Man möchte „den weitgehenden Einsatz von Freier Software und Open Source in allen Behörden und Bildungseinrichtungen fördern“ und „darüber hinaus prüfen, wie dort der Einsatz von Tablets und Laptops zu verstärken ist“.

    Die zuvor ausgeweitete Videoüberwachung soll eingeschränkt werden und „für die verbleibenden Überwachungsanlagen wird ein öffentlich einsehbares „Anlagenkataster“ geschaffen“.“ Anlasslose Überwachungen von Großveranstaltungen“ sollen eingeschränkt werden, der „Einsatz von Drohnen als technisches Mittel zur Anfertigung von Bild- und Tonaufnahmen bei Veranstaltungen oder Ansammlungen im Rahmen von polizeilichen Maßnahmen“ wird generell abgelehnt. Drohnen sollen „lediglich bei der Verfolgung von schweren Straftaten wie Geiselnahmen, Entführung mit erpresserischem Menschenraub oder Verfolgung nach Bankraub kann im Einzelfall ein Einsatz von Drohnen in Betracht kommen“. „Personenbezogene Daten und Abbildungen einer Person dürfen vorerst nicht in sozialen Netzwerken eingestellt werden. Die polizeiliche Fahndung und Ermittlung mit und in sozialen Netzwerken werden datenschutzrechtlich überprüft und dafür eine gesetzliche Grundlage geschaffen.“

  • : „Am Weg zu einer normalen Partei“: Böll-Stiftung präsentiert Piraten-Studie
    „Am Weg zu einer normalen Partei“: Böll-Stiftung präsentiert Piraten-Studie

    Heute Abend wird eine von der Heinrich-Böll-Stiftung (HBS) herausgegebene und von Herbert Hönigsberger und Sven Osterberg von Nautilus Politikberatung verfasste Studie (PDF, CC-BY-NC-ND) mit dem Titel „Diskurs mit den Piraten: Eine sprachbasierte Lageanalyse und Empfehlungen zu einer Diskursstrategie“ im Rahmen einer Podiumsdiskussion der Öffentlichkeit präsentiert. Dem Vorwort von HBS-Vorstand Ralf Fücks und der Koordinatorin „Grüne Akademie“ Anne Ulrich zu Folge stellt die Studie vor allem „die Frage, wovon die Piraten reden. Der Diskurs, der programmatische ‚Schwarm’ der Piraten, wird verglichen mit der politischen Kommunikation der Grünen. Schließlich wird nach möglichen Folgerungen für eine Diskursstrategie gegenüber der Piratenpartei gefragt“ (S.5). Eines der Hauptmotive für Erstellung der Studie ist aber wohl die Angst vor einer weiteren „Aufsplitterung im links-liberal- alternativen Spektrum“ (S. 6).

    Den Studienautoren geht es in ihrer Analyse um „Sprache, wie sie die Piraten unter ihren eigenen Konditionen in ihren eigenen Diskursräumen sprechen, Sprache nach ihren eigenen Regeln zwischen Offenheit und Anonymität, also ungeschützten, authentischen O‑Ton, nicht gebrochen durch Interviewerfragen, Talkshow-Ambiente oder Erhebungssituationen.“ Es handelt sich demnach beim untersuchten Material fast ausschließlich um Online-Quellen wie das Piratenwiki, Pressemeldungen, Diskussionsforen, Mailinglisten etc., aus denen Textkorpora für eine eingehendere Untersuchung zusammengestellt wurden.

    In diesen Materialen fokussiert die Studie auf den normativen Diskurs, also vor allem jenen um Grundwerte der Partei, und identifizieren dabei „Demokratie, Freiheit, Transparenz“ als den innersten Kern eines Grundwertekonsenses der Piraten (S.19).

    Hinsichtlich des wichtigsten Grundwerts Demokratie arbeiten Hönigsberger und Osterberg heraus, dass repräsentative Demokratie skeptisch gesehen und direkte und Basisdemokratie als wünschenswert, die Schweiz als Vorbild betrachtet werden. Auch Transparenz als „das eigentliche Fahnenwort“ (S. 27) wird vor allem im Hinblick auf eine Verbesserung der Demokratie diskutiert – und durchaus auch hinsichtlich der Grenzen von zumutbarer Transparenz in Politik und Wirtschaft. Liquid Feedback wird in diesem Zusammenhang als ein „Testfall“ gesehen, dessen Umsetzung zwei widersprüchliche Ziele der Piraten berührt: „den Wunsch nach Transparenz und Nachvollziehbarkeit aller Entscheidungen und den Wunsch nach informationeller Selbstbestimmung und Schutz der Persönlichkeitsrechte der Teilnehmer“ (S. 30). Was den Freiheitsbegriff betrifft, so attestiert die Studie, dass die Piraten sich einem egalitären Freiheitsbegriff nähern – nicht zuletzt auch wegen der quer über verschiedene normative Dimensionen hinweg intensiven Diskussion des Bedingungslosen Grundeinkommens. Zur Unterscheidung von anderen Parteien dient dieser Freiheitsbegriff aber weniger bei als die Betonung von Transparenz, die die Piraten als erste zu einem Grundwert erhoben haben: Transparenz ist Grundwert, Kernthema, zentrale Forderung und Markenzeichen in einem.

  • : Netzpolitik ist Gesellschaftspolitik: Netzpolitischer Kongress der grünen Bundestagsfraktion
    Netzpolitik ist Gesellschaftspolitik: Netzpolitischer Kongress der grünen Bundestagsfraktion

    Am 20. Oktober findet der zweite Netzpolitische Kongress der Grünen Bundestagsfraktion im Paul-Löbe-Haus des Deutschen Bundestages statt. Unter dem Motto „Ein Gesellschaftsvertrag für das digitale Zeitalter“ soll einen Tag lang thematisiert werden, welche Aufgaben der Staat im digitalen Zeitaltern übernehmen muss und wie Netzpolitik die Gesamtgesellschaft beeinflussen kann und sollte.

    Im Programm finden sich u.a. Prof. Lawrence Lessig, der zu „Only the Net can save us, and save us it must“ sprechen wird, oder Ben Scott, dessen Keynote „Digital Disruption – Building a progressive Policy Agenda for the Internet“ lautet.

    Anmelden kann man sich noch bis zum 17. Oktober hier.
    Weitere Informationen zur Verantstaltung sowie das vollständige Programm finden sich hier.

  • : Wolfgang Blau über Urheberrecht und Eisenbahnen
    Wolfgang Blau über Urheberrecht und Eisenbahnen

    Vor zehn Tagen haben die Grünen einen Kongress zur Diskussion über das Urheberrecht veranstaltet. Wolfgang Blau, der Chefredakteur von Zeit-Online, hat dort die interessanteste Rede gehalten. Ein knapp 20 Minuten langes Video der Rede über das Urheberrecht, Eisenbahnen und das Leistungsschutzrecht ist jetzt online:

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    Der Sound wird nach drei Minuten besser.

  • : Streitgespräch über Netzpolitik: Die Regeln des Netzes
    Streitgespräch über Netzpolitik: Die Regeln des Netzes

    Die Taz hat ein Streitgespräch über Netzpolitik zwischen dem Piraten Alexander Morlang und dem Grünen Stefan Gelbhaar geführt. Beide sitzen als Abgeordnete im Berliner Abgeordnetenhaus und diskutieren über die unterschiedlichen Herangehensweisen an Netzpolitik und wofür sie jeweils stehen: Die Regeln des Netzes.

    Herr Gelbhaar, was ist für Sie konkret Netzpolitik?

    Für mich kommen da mehrere Punkte zusammen: zum einen die Infrastruktur. Ist der Zugang zum Internet so geregelt, dass es für alle möglich ist zu partizipieren? Das sind die Fragen des offenen WLAN, aber auch des Digital Divides – also, wer kann es sich finanziell leisten? Wie kriegen wir ein barrierefreies Netz hin, damit alle Menschen es gut nutzen können? Datenschutz, Urheberrechte und Netzneutralität bewegen uns in dem Themenfeld. Zudem gibt es die gesellschaftspolitische Entwicklung durch das Netz. Was passiert, wenn eine Verwaltung wirklich so weit wie möglich Open Data praktiziert? Wenn also die Verwaltungsdaten offen und verarbeitungsfähig im Netz stehen und die Bürgerinnen und Bürger sie sich jederzeit ziehen können?

    Und was ist für Sie Netzpolitik, Herr Morlang?

    Morlang: Wir sind dafür da, auf der obersten Ebene dafür zu sorgen, dass die Politik das Netz heil lässt.

  • : NRW will modern regieren im digitalen Zeitalter
    NRW will modern regieren im digitalen Zeitalter

    Rot-Grün hat in Nordrhein-Westfalen einen Koalitionsvertrag der Öffentlichkeit präsentiert. Alle relevanten netzpolitischen Punkte aus den 189 Seiten Papier habe ich hier mal zusammen kopiert. Kurzzusammenfassung: Zertifizierte Trojaner gegen Nazis, besseren Datenschutz, mehr Breitband, Netzneutralität gesetzlich verankern, weg mit der 7‑Tage-Regelung beim Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk, mehr Partizipation und mehr Open Government. Den Koalitionsvertrag von Rot-Grün-SSW in Schleswig-Holstein fand ich aber spannender und besser.

    Wie immer gilt: Koalitionsverträge sind blumige Texte und wir lassen uns von der Realität überraschen.

    In Zusammenarbeit mit der Bundesebene und anderen Bundesländern wollen wir das Ziel einer Breitbandversorgung von 50 MBit/s für alle Haushalte gewährleisten und dies bis 2018 erreichen. Wir werden eine Bundesratsinitiative für die Verankerung einer Breitband-Universaldienstverpflichtung im Telekommunikationsgesetz ergreifen.
    […]

  • : Schleswig-Holstein will Vorbild für eine aktive Informationsfreiheit werden
    Schleswig-Holstein will Vorbild für eine aktive Informationsfreiheit werden

    In Schleswig-Holstein laufen die Koalitionsverhandlungen zwischen SPD, Grüne und SSW dem Ende entgegen. Wir haben den bereits verhandelten Stand des Koalitionsvertrages zu Innen, Recht und Netzpolitik zugeschickt bekommen und bieten hier einen Überblick über die für uns relevanten Themen. Wir waren beim Lesen positiv überrascht, zumindest in den für uns relevanten Punkten gab es nicht auszusetzen und das liest sich alles gut. Wie immer gilt aber: Koalitionsverträge sind blumige Wörter, wichtig ist, was davon wie umgesetzt wird! Und da lassen wir uns mal überraschen.

    Bereits vorgestern wurde bekannt, dass sich Schleswig-Holstein im Bundesrat gegen eine Vorratsdatenspeicherung einsetzen wird. Das ist etwas ungewöhnlich für eine Landesregierung aufgrund der Formulierung, die recht eindeutig ist: „Die Vorratsdatenspeicherung ist ein hochproblematischer Eingriff in die Grundrechte. Deshalb werden wir uns auf Europa- und Bundesebene im Bundesrat und der Innenministerkonferenz gegen jede Form der Vorratsdatenspeicherung einsetzen.“

    Das Versammlungsfreiheitsgesetz soll gestärkt und damit verbunden ein Paradigmenwechsel umgesetzt werden: „Demonstrationen sind nicht als Gefahr, sondern als Ausübung eines Grundrechts zu begreifen.“ Dazu gehören „höhere Anforderungen an die technische Überwachung und ‑aufzeichnung auf Demonstrationen“.

  • : Kostenloskultur gegen ACTA – oder so
    Kostenloskultur gegen ACTA – oder so

    Daniel Mack, netzpolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion in Hessen, hat eine Pressemitteilung zu ACTA veröffentlicht. Irgendwie verstehe ich die Intention und den Sinn dahinter nicht so wirklich und frage mich immer noch, was Mack uns mitteilen möchte, wenn er schreibt:

    DIE GRÜNEN weisen darauf hin, dass die Kostenloskultur im Internet in seiner jetzigen Form keine Zukunft haben kann. „Es ist sehr wichtig, Bezahlvorgänge im Internet zu ermöglichen, die schnell, einfach und sicher sind, und so stattfinden, dass Urheber für ihre Leistungen entsprechend honoriert werden. Wer wertvolle Inhalte haben möchte, der muss dafür auch etwas zahlen. Die Kostenloskultur im Internet muss ein Ende haben. ACTA wie es heute vorliegt, ist nicht das richtige Mittel um eine neue Online-Kultur zu etablieren.“

    Wie müssen wir uns diese „neue Online-Kultur“ vorstellen, die die hessischen Grünen zu etablieren versuchen? Und wann führen die hessischen Grünen eine Paywall ein – oder sind ihre Inhalte nicht wertvoll genug?