Netzpolitik

Netzpolitik hauptsächlich in Deutschland, aber auch international. Kernthema dieses Blogs.

  • : Cryptowar: Verfassungsschutz fordert ein Ende der „kryptierten Kommunikation“
    Hat uns angezeigt, aber will sich nicht im Bundestag rechtfertigen: Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen.
    Cryptowar: Verfassungsschutz fordert ein Ende der „kryptierten Kommunikation“

    Der Präsident des Verfassungsschutzes hat der taz ein Interview gegeben, in dem er Forderungen äußert, die auf das Aushebeln von Verschlüsselung hinauslaufen. Er benutzt die üblichen Bedrohungsszenarien, die von Polizei und Geheimdiensten immer wieder vorgebracht werden, um neue Befugnisse zu fordern. Maaßen bringt zur Begründung den Vergleich mit den Möglichkeiten der Hausdurchsuchung:

    Die Polizei darf mit einem Durchsuchungsbeschluss in eine Wohnung hinein, nach Dingen suchen und einen Panzerschrank aufbrechen. Das ist unbestrittene Rechtslage. Im Internet haben wir diese Möglichkeiten nicht mehr. Was früher im Panzerschrank lag, wird heute kryptiert ins Netz gestellt.

    Maaßen wiederholt hier die bereits bekannte Argumentation des Bundesinnenministers. Der Vergleich hinkt natürlich auf vielen Ebenen, schon deshalb, weil eine Wohnungsdurchsuchung eine offene Maßnahme ist, der in der Regel Zeugen beiwohnen, die vor allem aber nicht dauerhafter Natur ist oder gar längere Zeit hinter dem Rücken des Durchsuchten stattfindet.

    Unabhängig davon stellt sich die Frage, warum er als Geheimdienstchef die Wohnungsdurchsuchungen als Argument heranzieht. Denn Geheimdienstler dürfen das aus guten Gründen nicht.

    In der digitalen Welt, in der Telekommunikationsanbieter und Internetprovider ohnehin gesetzlich verpflichtet sind, Überwachungsschnittstellen vorzuhalten und laufend Daten herauszugeben, ist das Fernmeldegeheimnis kaum noch existent. Vergleiche mit der analogen Welt würden bei rationaler Betrachtung eigentlich die Frage aufwerfen, warum man die weitreichenden Befugnisse bei der Überwachung nicht mal grundsätzlich überdenkt und neu justiert, also auf ein sinnvolles Maß zurückschneidet.

    Wir haben es mit immer mehr Diensten und Anbietern zu tun, die ihre Produkte zunehmend verschlüsseln. „Dank Snowden“ hat auch die islamistische Szene die Vorteile einer kryptierten Kommunikation begriffen.

    Tatsächlich ist ein positiver Nebeneffekt der Snowden-Veröffentlichungen, dass viele der kommerziellen Anbieter ihre Kunden beim Schutz der Privatsphäre nun unterstützen und standardmäßig verschlüsselte Dienste bereitstellen. Dass aber die „islamistische Szene“ erst jetzt begonnen hätte, ihre Kommunikation zu verschlüsseln, ist ein neuerdings gern vorgebrachtes Argument, um sich generell gegen heute notwendige Maßnahmen beim Schutz vor Wirtschaftsspionage und gegen Überwachung bei privater und beruflicher Kommunikation auszusprechen.

    Da es aber politisch momentan nicht zu einer auch nur moderaten Beschränkung der technischen Überwachung durch die NSA und ihrer staatlichen und kommerziellen Partner kommt, wird das größte Spionage- und Hackingprogramm, das es je gab, in naher Zukunft wohl weiterbetrieben werden. Entsprechend bleibt Bürgern und Wirtschaft erstmal nur Verschlüsselung als sinnvolle Gegenmaßnahme.

    Es mag den Geheimdiensten nicht schmecken, dass Verschlüsselung deutlich an Attraktivität zugelegt hat, aber ihr eigenes Gebaren ist daran nicht ganz unschuldig. Das Wettrüsten haben sie selber ausgelöst, Snowden hat der Öffentlichkeit das nur vor Augen geführt. Aber niemand muss sich grämen, den „Cryptowar 2.0“ werden die Überwachungsradikalen nicht gewinnen können, auch nicht, wenn sie im Grunde nur auf die „Quellen-TKÜ“ hinauswollen, also den Staatstrojaner.

    Es gibt außerdem noch folgenden Lichtblick im Interview:

    taz: Sie haben bei Ihrem Amtsantritt mehr Transparenz versprochen. Der Bundestag fühlt sich unzulänglich informiert. Der Eindruck ist: Sie übermitteln bestenfalls so viel, wie Sie gesetzlich verpflichtet sind. 

    Dr. Maaßen: Mein Eindruck von der Wahrnehmung durch die Abgeordneten ist ein anderer. Wenn Sie sagen: Ich gebe ihnen nur das, wozu ich juristisch verpflichtet bin, dann heißt das auch, wozu ich juristisch befugt bin. Manche Informationen darf ich dem Parlament in öffentlicher Sitzung einfach nicht mitteilen.

    Der Präsident des Verfassungsschutzes fordert geradezu den Gesetzgeber auf, die rechtlichen Grundlagen dahingehend zu verbessern, dem Amt mehr Transparenz zu verordnen. :}

     

    11. Februar 2015 54
  • Studie über Hacktivismus: Bundeskriminalamt erforscht politischen Aktivismus – und sieht vor allem „Cybercrime“
    Cover der BKA-Studie. Seriöslich.
    Studie über Hacktivismus Bundeskriminalamt erforscht politischen Aktivismus – und sieht vor allem „Cybercrime“

    Das Bundeskriminalamt hat eine Studie erstellt: Hacktivisten. Abschlussbericht zum Projektteil der Hellfeldbeforschung (PDF, 101 Seiten, Mirror bei uns). Über die Vorarbeit hatten wir regelmäßig berichtet.

    Hier die Einleitung:

    „There may be times when we are powerless to prevent injustice, but there must never be a time when we fail to protest.“ Elie Wiesel

    Hacktivismus ist ein neues Phänomen, hervorgebracht durch die globale informations- und kommunikationstechnische Vernetzung. Ohne IuK-Technologien, ohne soziale Medien und ohne das Internet gäbe es keinen Hacktivismus, der als eines von vielen Cybercrime-Phänomenen letztlich nichts anderes als die digitalisierte Form von Aktivismus ist.

    Fundierte Erkenntnisse zu diesem Phänomen gibt es kaum. Literatur und Studien zum Hacktivismus sind rar. In Medien, Politik und Gesellschaft herrscht Begriffsverwirrung, Hacktivismus wird hier häufig mit Cyberterrorismus verwechselt oder per se mit profitorientierten Cyberkriminellen gleichgesetzt. Immer wieder wird von der Gefahr drohender Angriffe auf kritische Infrastrukturen gesprochen, die auch oder vor allem von Hacktivisten befürchtet werden.

    Um die Szene der Hacktivisten, ihr Vorgehen und das Gefährdungspotenzial hacktivistischer Aktionen genauer beschreiben zu können und von verwandten Cybercrime-Phänomenen wie z. B. denen des Hackings und des Cyberterrorismus abzugrenzen, wurde das nun vorliegende Projekt mit der Fokussierung auf das Hellfeld konzipiert (Kapitel 2).

    Mittels Erhebung vorhandener Erkenntnisse zu Hacktivismus und Hacktivisten aus Fachliteratur und Studien wurde eine erste fundierte Grundlage geschaffen (Kapitel 3.2), die durch die Auswertung registrierter deutscher hacktivistischer Fälle erweitert wurde (Kapitel 3.3). Diese Erkenntnisse aus dem Hellfeld wurden Experten aus den Bereichen des polizeilichen Staatsschutzes, der Strafverfolgung und der Forschung vorgestellt (Kapitel 3.4). Hacktivisten nutzen ähnliche Vorgehensweisen wie andere Cyberkriminelle – wie z. B. DDoS-Angriffe, Web-Defacements, Ausspähen von Daten etc. – jedoch mit einer anderer Zielrichtung: So agieren Hacktivisten niemals profitorientiert, sondern um sich für ideologische Zwecke und Prinzipien einzusetzen und Sympathisanten zu mobilisieren. Dass dabei dennoch materieller Schaden entstehen kann, zeigen die Beispiele (Kapitel 4).

    Es konnten eine erste fundierte Erkenntnisbasis zum Phänomen Hacktivismus und eine klare begriffliche und inhaltliche Abgrenzung zu anderen Cybercrime-Phänomenen geschaffen werden (Kapitel 4). Aufgrund fehlender Informationen zu Tätern und/oder Schäden in den registrierten Fällen konnte der Projektteil zum Hellfeld jedoch nicht alle Ziele vollständig umsetzen. Durch die Bewertung der gewonnenen Erkenntnisse zum Phänomen durch die Experten konnten die Ergebnisse entsprechend ihrer Relevanz in die repressive, präventive und akademische Praxis eingeordnet werden (Kapitel 5).

    Um die bisherige aus dem Hellfeld gewonnene Erkenntnisbasis zu erweitern und zu vervollständigen, sollen in einem anschließenden Projektteil „Dunkelfeld“ mittels verschiedener Methoden weitere Erkenntnisse zu den Aspekten des Hacktivismus gewonnen werden, die bislang zu sehr im Dunkeln geblieben sind, weil Fälle beispielsweise nicht zur Anzeige gebracht und (polizeilich) registriert wurden (Kapitel 6).

    Und das Fazit:

    Das Projekt wurde mit dem Ziel initiiert, die Erkenntnisse zum Cybercrime-Phänomen Hacktivismus zu erweitern und auf eine fundierte Wissensbasis zu stellen. Mittels Sekundäranalyse vorhandener Fachliteratur und Studien zum Forschungsgegenstand sowie mittels Fallanalyse polizeilich registrierter hacktivistischer Fälle aus dem deutschen Raum konnten neue Ergebnisse und Zusammenhänge gewonnen sowie vorhandene Aussagen differenziert werden. Daneben konnten diese Ergebnisse und Zusammenhänge in einem Expertenarbeitstreffen vorgestellt, bewertet und diskutiert werden, so dass weitere Einschätzungen zur Themenproblematik und zukünftigen Entwicklung sowie themenbezogene Implikationen ausgewertet werden konnten. Neben einer begrifflichen und inhaltlichen Abgrenzung zu anderen Cybercrime-Phänomenen liegen nun auch umfängliche Erkenntnisse zur Vorgehensweise, zu den Entwicklungen und Dynamiken der Hackitivismus-Szene(n) und auch zu Schäden sowie soziodemographischen und ‑ökonomischen Merkmalen der Täter vor.

    In der Auswertung des erhobenen Materials im Projektteil Hellfeld ließen sich keine Hinweise darauf finden, dass es bereits Angriffe von Hacktivisten auf kritische Infrastrukturen gegeben hat. Nach derzeitigem Erkenntnisstand steht die Sabotage kritischer Infrastrukturen (Energieversorgung, Verkehrssysteme, Telekommunikation, Ernährung und Gesundheitsversorgung) ideologisch nicht im Fokus von Hacktivisten. Angriffe auf kritische Infrastrukturen der Grundversorgung werden momentan eher von Cyber-Terroristen, ausländischen Geheimdiensten und „anderen“ Cyber-Kriminellen (im Rahmen von Erpressungen) erwartet. Auch islamistisch motivierte Cyber-Attacken auf kritische Infrastrukturen sind bislang weder in Deutschland noch international bekannt geworden.

    Neben dem Aspekt theoretisch (und praktisch) möglicher Angriffe auf kritische Infrastrukturen durch Hacktivisten steht außer Frage, dass die IuK-Technologien sowie das Internet Aktivisten neue effektive Wirkräume und Möglichkeiten eröffnen. Nicht nur Aktionen können schneller geplant und durchgeführt werden, auch das Zielspektrum möglicher Sympathisanten ist mit der hohen Akzeptanz und Nutzung des Internets und sozialer Medien größer, der Zugang zu Nutzern ist einfacher und ressourcensparender geworden. Auch politisch bislang wenig aktive aber interessierte Personen hätten nun die Möglichkeit, schnell und unkompliziert an entsprechenden Aktionen teilzunehmen, da mögliche Hinderungsgründe, die mit analogen Protestformen einhergehen, wie z. B. Witterung, Anfahrt, ungewollte Entdeckungsmöglichkeit (bei ausreichender Anonymisierung des Teilnehmers), bei digitalen Aktionen nahezu ausgeschlossen sind. Daher ist zu vermuten, dass bei entsprechender Organisation und Kommunikation zur Sympathisantengewinnung hacktivistische Aktionen und Angriffe in der Zukunft nicht abnehmen werden, sondern eher zunehmen.

    Auch wenn sich Hacktivismus als gesellschaftliche und demokratische Möglichkeit politischer Teilhabe etabliert, werden sich viele Aktionsformen von Hacktivismus immer auf einem schmalen Grat zwischen Aktionen zivilen Ungehorsams und illegalen Angriffen bewegen bis hin zur Grenze des Cyberterrorismus.

    Der zweite Teil des Projekts „Hacktivisten“, der im ersten Quartal 2014 angelaufen ist, befasst sich mit dem Dunkelfeld in diesem Phänomenbereich. Nach der in diesem Bericht beschriebenen Aufarbeitung des Hellfelds (empirisch insbesondere für Deutschland) soll nach Möglichkeiten gesucht werden, Zugänge zum Dunkelfeld gewinnbringend zu erschließen und zu nutzen, um das Phänomen repräsentativer und genauer beschreiben zu können.

    Ein umfänglicher Abschlussbericht zum Projekt Hacktivisten wird nach Beendigung des Projektteils Dunkelfeld unter Einbindung aller gewonnener Erkenntnisse erstellt.

    Wir wissen nicht, ob wir lachen oder weinen sollen. Hacktivismus pauschal als „Cybercrime-Phänomen“ zu verunglimpfen ist schon arg peinlich – aber verständlicherweise die Position einer Behörde, welche überall nur Kriminelle sieht und ihre eigenen Befugnisse ausweiten will.

    Immerhin ist der Beitrag „Anonymous: Leuchtfeuer der digitalen Freiheit“ von Gabriella Coleman aus unserem Jahrbuch Netzpolitik 2012 als Quelle angegeben. Nächstes Mal sollten sie Biella vielleicht auch einfach mal anfragen.

    Update: V. weist in einem Kommentar auf folgende Forderungen hin:

    Insbesondere die Experten aus dem Bereich der Strafverfolgung rückten die Rechtsproblematik in den Fokus und forderten eine rechtliche Anpassung der Strafgesetze und Strafprozessregelungen sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene, damit Cybercrime wirkungsvoll begegnet werden könne. Dazu gehören auch die Vorratsdatenspeicherung und die Quellen-TKÜ. Vorhandene Straftatbestände im Bereich Cybercrime dürfen nicht entschärft werden und die Ermittlungsbehörden sollen die Möglichkeit zur Anonymisierung und zum Einsatz verdeckter Maßnahmen haben.

    10. Februar 2015 8
  • : Kiesewetter im Visier der BND-Vorfeldorganisation
    Kiesewetter im Visier der BND-Vorfeldorganisation

    kiesewetter-tweetNachdem die BND-Kontakte zu Reservisten durch die BND-Verstrickungen der Kiesewetter-Affäre (mp3) aktuell diskutiert werden, haben wir mal einen Blick auf die potentiellen BND-Zuträger geworfen, die den MdB Kiesewetter im Arbeitsalltag sonst noch umzingeln. Koalitionär SPD sowie Linke und Grüne möchten ja nun gern wissen, welche Kontakte es zwischen BND und Reservisten noch so gibt. Wir hätten da ein paar Hinweise.

    Man kann dafür neben seinem Amt im Reservistenverband auch seine Bundestagsarbeit heranziehen. Kiesewetter ist ja nicht nur Mitglied und Obmann im BND-Untersuchungsausschuss, sondern auch im Verteidigungsausschuss des Deutschen Bundestags. Dort sitzen ausweislich ihrer Vi­ten soviele Reservisten, dass die Quote der potentiellen Kandidaten als Inoffizielle Mitarbeiter des BND erklecklich sein könnte:

    • Ingo Gädechens, CDU/CSU, Berufssoldat, Deutscher Bundeswehrverband,
    • Dr. Michael Fuchs, CDU/CSU, Stabsapotheker der Reserve,
    • Robert Hochbaum, CDU/CSU, Reserveoffizier,
    • Wilfried Lorenz, CDU/CSU, Oberstleutnant a. D.,
    • Dr. Joachim Pfeiffer, CDU/CSU, Hauptmann der Reserve, Atlantikbrücke e. V., Reserveoffiziersgesellschaft Stuttgart,
    • Henning Otte, CDU/CSU, Reserveoffizier,
    • Oswin Veith, CDU/CSU, Oberst der Reserve,
    • Klaus-Peter Willsch, CDU/CSU, Hauptmann der Reserve,
    • Dr. Dr. h.c. Karl A. Lamers, CDU/CSU, seit Mai 2005 Vorsitzender der Gruppe der Konservativen, Christdemokraten und Assoziierten in der NATO PV,
    • Peter Beyer, CDU/CSU, selbsternannter Atlantiker.

    Muss man sich das eigentlich so vorstellen, dass die Herren bei Beginn der Sitzungen immer erstmal alle die Hacken zusammenklappen und sich gemäß Offiziershierarchie grüßen? Wie dem auch sei, wieviele der Reservisten in ihrer Militärkarriere zum BND abkommandiert wurden, ist bisher nicht bekannt. Wer hier Informationen hat, kann uns gern Hinweise senden.

    Kiesewetter ist zudem als Multifunktionär auch Mitglied des Auswärtigen Ausschusses. Die offizielle Begründung für das Ende seines Engagements im BND-Untersuchungsausschuss war insbesondere, dass er sich verstärkt seinen außenpolitischen Pflichten widmen wolle. Wir empfehlen da Vorsicht, denn auch im Auswärtigen Ausschuss könnte der BND mit Dr. Johann Wadephul, CDU/CSU, Major der Reserve, einen potentiellen Verbindungsmann plaziert haben.

    Update:

    Der Reservistenverband hat sich zu den Verstrickungen in einer Pressemitteilung (pdf) erklärt. Namentlich meldet sich Bernhard Brinkmann, Stellvertreter des Präsidenten Kiesewetter, zu Wort, denn der Präsident ist in dieser Sache vielleicht etwas befangen. Der Verbandschef sieht sich zu folgender Klarstellung genötigt:

    Eine Tätigkeit für den BND ist nichts Verwerfliches.

    Da auch Fragen danach aufkamen, was der BND im Inland zu suchen hätte, nimmt der Verband wie folgt Stellung:

    Fakt ist, dass der BND für die äußere Sicherheit zuständig ist und nicht nach innen wirkt. Die Befürchtung, dass der Reservistenverband vom BND ausgespäht werden könnte, entbehrt jeder Grundlage.

    10. Februar 2015 7
  • Telekom am Internetknoten DE-CIX: „Es gibt keine Änderung der Peering-Policy, man führt die Netzgemeinde vor!“
    Switch
    Switch im Internet-Knoten DE-CIX.
    Telekom am Internetknoten DE-CIX „Es gibt keine Änderung der Peering-Policy, man führt die Netzgemeinde vor!“

    Dass die deutsche Telekom jetzt auch am Internetknoten DE-CIX ist, hat mit Sicherheit nichts zu tun, stattdessen geht es um Geschäftsinteressen. Das bestätigten uns Branchenkenner – und widersprechen damit der PR-Kampagne des ehemaligen Staatskonzerns. Vielmehr besteht die Gefahr, dass die Telekom politischen Druck auf kleine Anbieter ausübt, wo rein wirtschaftlicher Druck bisher nicht fruchtete.

    4. Februar 2015 26
  • : Bundestag diskutiert heute 6x über Störerhaftung – immer hinter verschlossenen Türen
    Bundestag diskutiert heute 6x über Störerhaftung – immer hinter verschlossenen Türen

    Heute ist Tag der Störerhaftung im Deutschen Bundestag! Gleich sechs Bundestagsausschüsse diskutieren den „Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Telemediengesetzes-Störerhaftung“ (BT-Drucksache 18/3047) von Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke. Über die erste Lesung im Bundestag hatten wir berichtet. Wir würden heute ebenfalls gerne über die unterschiedlichen Debatten berichten, aber die finden leider alle hinter verschlossenen Türen statt, weil die CDU/CSU keine Transparenz wünscht.

    Deshalb bleiben uns nur die Tagesordnungen der sechs Ausschüsse:

    Der Digitale Gesellschaft e.V. schreibt in einer Pressemitteilung: Ausschussdebatten zur WLAN-Störerhaftung: Rechtssicherheit statt neuer Hürden.

    „Für eine flächendeckende Versorgung mit offenen Netzzugängen brauchen wir keine neuen Hürden, sondern Rechtssicherheit. Statt etwa über unpraktikable und kontraproduktive Identifikationspflichten zu diskutieren, müssen sich die Ausschussmitglieder deshalb für die konsequente und bedingungslose Abschaffung der WLAN-Störerhaftung stark machen.“, fordert Alexander Sander, Geschäftsführer des Vereins Digitale Gesellschaft.

    Die Freifunker haben vergangene Woche eine erneuerte Stellungnahme an die federführenden Ministerien verschickt: Erneute Stellungnahme zur Störerhaftung an BMWi, BMI, BMJV und BMVI verschickt.

    Im Detail ist die Berücksichtigung der folgende Anpassung des Telemediengesetz vom 26. Februar 2007 (BGBl. I S. 179) sehr erstrebenswert:

    An § 8 sollten folgende Absätze 3 und 4 angefügt werden:

    „(3) Der Ausschluss der Verantwortlichkeit (Absatz 1) umfasst auch gewerbliche und nichtgewerbliche Betreiber von Funknetzwerken, die sich an einen nicht im Voraus namentlich bestimmten Nutzerkreis richten (öffentliche Funknetzwerke).
    (4) Der Ausschluss der Verantwortlichkeit (Absatz 1) umfasst auch Ansprüche auf Unterlassung.“

    28. Januar 2015 1
  • : Chronisch unterversorgt: Die netzpolitische Dimension des Breitbandausbaus
    Chronisch unterversorgt: Die netzpolitische Dimension des Breitbandausbaus

    jahrbuch_300Dieser Beitrag „Chronisch unterversorgt: Die netzpolitische Dimension des Breitbandausbaus“ von Christian Heise, Christian Herzog und Jan Torge Claussen vom Center for Digital Cultures an der Leuphana Universität Lüneburg ist zuerst in unserem „Jahrbuch Netzpolitik 2014 erschienen.

    Chronisch unterversorgt: Die netzpolitische Dimension des Breitbandausbaus

    Erkannt hat die deutsche Bundesregierung die Wichtigkeit des Breitbandausbaus schon lange. Drei Bundesminister, Thomas de Maizière, Alexander Dobrindt und Sigmar Gabriel beschäftigen sich mit dem Thema. Zusammen haben sie die Digitale Agenda der Bundesregierung veröffentlicht. Darin wird die Bedeutung „flächendeckend verfügbarer leistungsstarker Breitbandnetze […] für gleichwertige Lebensverhältnisse und eine umfassende Teilhabe an den Chancen der Digitalisierung“ hervorgehoben.[1] Auch die Bedeutung von Breitband für die bisher unterversorgten ländlichen Regionen wird betont.[2] Bisher sind das nicht viel mehr als Lippenbekenntnisse, vor allem im ländlichen Raum herrscht nämlich nahezu Funkstille. Im Zeitalter von Cloud-Computing, Video-Streaming und Social Web verfügen nur 5,5 Prozent der Deutschen zum Anfang des Jahres 2014 über einen Internetanschluss mit mindestens 30 Mbit/s.[3] Die BRD nimmt damit Platz 13 der 26 europäischen Mitgliedsstaaten bei der Verfügbarkeit von neuen Zugangstechnologien,[4] allerdings nur Platz 17 bei der Verbreitung schneller Internetzugänge ein. Das ist unter Mittelmaß und führt dazu, dass Privatpersonen, sowie kleine und mittlere Betriebe in ländlichen Regionen, von der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung abgeschnitten sind – ein Armutszeugnis für Deutschland. Was hier versäumt wird, kann netzpolitisch anderswo nicht mehr aufgefangen werden.

    Der Plan: Subventionierter Ausbau auf Kosten der Netzneutralität und Frequenzverkauf

    Im Oktober 2014 hat die erst im März desselben Jahres gegründete Netzallianz einen Plan für den flächendeckenden Breitbandausbau vorgelegt. Bereits 2015 sollen dafür acht Milliarden Euro ausgegeben werden, insgesamt sind laut TÜV-Studie[5] 20 Milliarden Euro nötig, um bis 2018 das Ziel einer flächendeckenden Verfügbarkeit von schnellem (50 Mbit/s) Internet zu gewährleisten. Allein die Kosten für die Erschließung der letzten 5 Prozent der Haushalte summieren sich auf knapp 8 Milliarden Euro.

    Eine Möglichkeit diese Lasten zu schultern, stellt die bundesweite finanzielle Förderung im Rahmen verfügbarer Haushaltsmittel über die Einrichtung eines Sonderfinanzierungsprogramms durch die größte nationale Förderbank, die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), dar. Das gilt aber nur für den Anschluss an das Internet. Den Ausbau von Mobilfunknetzen muss der Markt weiterhin selber finanzieren, dafür werden in Deutschland keine Fördermittel an unterversorgte Kommunen bereitgestellt. In Großbritannien wird ein Teil des ländlichen Breitbandkabelausbaus – so eine Auflage aus der letzten Festsetzung der Rundfunkgebühren – von der BBC bezahlt. Parallel beteiligen sich die Kommunen. Allgemein gilt, dass es sich in ländlichen Gebieten ob der weiten Wege und wenigen Kunden für Kabelbetreiber nicht lohnt, den Breitbandausbau voranzutreiben. Um dies zu bewirken, bedarf es entweder positiver Regulierungsanreize oder Auflagen. Immerhin – so eine EU-Richtlinie zum Breitbandausbau – sind bis zu 30 Prozent Kostenersparnis zu erzielen, wenn vorhandene Infrastruktur und Leerrohre genutzt werden sowie zukünftige Bauvorhaben den Ausbau berücksichtigen.[6]

    Ihren hehren Zielen zum Trotz begegnet die Bundesregierung eigenen Investitionen beim Breitbandausbau bisher eher verhalten. Stattdessen privilegiert sie Kabelanbieter mit weniger Regeln zur Einhaltung der Netzneutralität. So wird im Gegenzug für die privatwirtschaftlichen Investitionen in den ländlichen Breitbandausbau ein essentielles Grundprinzip des Internets neu ausverhandelt: Die Netzneutralität. Man stelle sich vor, auf einer vielbefahrenen öffentlichen Straße gäbe es eine Überholspur, die nur von den Menschen benutzt werden dürfte, die dafür extra zahlten. Ist das fair, wenn doch alle durch Ihre Steuern für klassische Daseinsvorsorgepflichten der öffentlichen Hand – also die grundlegende Versorgung der Bevölkerung mit wesentlichen Gütern und Dienstleistungen durch den Staat – bezahlt haben? Die Antwort auf diese Frage hängt davon ab, wie weit oder eng Daseinsvorsorge ausgelegt wird. Im Rahmen einer weiter gefassten Auslegung, wie sie mitunter von den Autoren vertreten wird, ist das Prinzip der Netzneutralität zentral. Es über Bord zu werfen, würde die Chancen für die Entwicklungen in Deutschland durch den Breitbandausbau konterkarieren. Grundlage für Netzneutralität ist ein offenes Netz und offene Infrastruktur insgesamt. Offen muss es für das größtmögliche Angebot an Medien und Diensten sein, aus denen der Internetnutzer wählt – und nicht der Endkunden-Provider aufgrund seiner Schlüsselposition.[7]

    Die Hürden: Technologie-Mix, politische Versäumnisse und Störerhaftung

    Die letzte große Verkabelung in der Bundesrepublik fand unter Bundespostminister Christian Schwarz-Schilling (1982–1989) statt. Damals ging es um parteipolitische Differenzen. Die Konservativen wollten private Rundfunkveranstalter zulassen und die SPD suchte dies zu verhindern beziehungsweise zu verzögern, um die Frequenzknappheit und damit das öffentlich-rechtliche Rundfunkoligopol aufrechtzuerhalten. Schwarz-Schilling setzte damals gegen viele Widerstände durch, dass rund 21 Milliarden DM in den Ausbau eines Kupferkoaxialkabelnetzes investiert wurden.[8] Ein gewichtiger Einwand gegen diese Investition bestand damals darin, dass die Nachfrage ungeklärt war. Niemand konnte verlässlich sagen, ob Kabelfernsehen ein Erfolg werden würde und damit die Nachfrage privater Haushalte nach den Kabelverbindungen die Investitionen des Bundes refinanzieren würde. Ironischerweise garantieren heute eben diese Leitungen für das Kabelfernsehen mancherorts Übertragungsgeschwindigkeiten von 100 Mbit/s, während veraltete Telefonleitungen nur geringe Bandbreiten liefern können. Dies liege – so ein Mitarbeiter der Telekom zu einem der Autoren – am geringen Kabeldurchmesser sowie an der Entfernung zum nächsten Knotenpunkt.

    Bei den Möglichkeiten für den Ausbau wird zwischen kabelgebundenen und funkgebundenen Maßnahmen unterschieden. Die zum Einsatz kommende (Glasfaseranschluss-)Technologie unterscheidet an welcher Stelle das Signal über Glasfaser auf die vorhandene Telefonnetz (Kupferinfrastruktur) übertragen wird z.B. direkt am Haus, in der Wohnung oder wie am häufigsten eingesetzt zum jeweiligen Hauptverteiler. Eine weitere Option, anstelle der Verwendung der Kupferleitungen, stellen die rückkanalfähigen Kabel-TV-Netze dar. Da diese in ländlichen Regionen oftmals nicht vorhanden sind, bleiben nur Funktechnologien als letzte Alternative gegenüber der Verkabelung. Dabei werden über Richtfunk Verbindungen zwischen einem bereits mit Glasfaserkabel versorgten Verzweiger zu einem unterversorgten Verteiler aufgebaut. Zunehmend werden auch hybride Formen eingesetzt, die beide Technologien vereinen und bereits erfolgreich in den nördlichen Flächenländern wie Norwegen und Schweden eingesetzt werden. (Mobil-)Funk‑, reine Kupfer- und Satellitenlösungen sind nicht zukunftsfähig und trotzdem in Einzelfällen in Erwägung zu ziehen. Langfristig kann man dem Breitbandbedarf aber nur mit einer flächendeckenden Anbindung an Glasfaser gerecht werden.

    Ein weiterer Hoffnungsträger ist die Versteigerung der 700-MHz-Frequenzen (ehemals DVB‑T). Diese haben eine größere Reichweite als höhere Frequenzen und eignen sich vor allem zum kostengünstigen Aufbau der Netzabdeckung in Flächenländern. Bisher war der von den Mobilfunkbetreibern begonnene Ausbau allerdings keine Erfolgsgeschichte. Zu hohe Kosten und unzuverlässige Bereitstellung der Dienste haben dem LTE-Netz ein eher fragwürdiges Image beim Breitbandausbau beschert. Hinzu kommt die technische Einschränkung, dass beim Einsatz von mobilen Technologien wie LTE (Advanced)[9] zwar faktisch über 50 Mbit/s erreicht werden können, im Gegensatz zu Glasfaser, sich diese Bandbreite aber alle Teilnehmer einer Funkzelle teilen müssen.

    Eine weitere Hürde: Der Ausbau von Breitband-Kommunikationsnetzen und die daraus resultierenden Investitionen gehören nicht zu den gesetzlichen Pflichtaufgaben der Kommunen. Hier besteht zu wenig verwaltungspolitischer Druck. Die Lösung von staatlicher Seite kann also nur in einer stärkeren Zusammenarbeit in interkommunalen Verbünden mit Unterstützung der Landkreise, Länder und des Bundes liegen. Leider gibt es in vielen Kommunen auch heute noch keine direkt ausgewiesenen Verantwortlichkeiten für das Thema Breitband.

    Dabei ist der fehlende Zugang zum Breitband nicht ausschließlich auf fehlenden Leitungen zurückzuführen. Viele Zugänge ließen sich zumindest innerhalb von Ballungsräumen oder häuserübergreifend durch die gemeinsame Nutzung von privaten WLAN-Netzen mit Internetzugang herstellen. Solidarität unter privaten Internetnutzern wird jedoch durch den Gesetzgeber verhindert. Das Gesetz zur Störerhaftung[10] sorgt dafür, dass private Anschlußinhaber für eine rechtswidrige Nutzung von Dritten, z.B. Urheberrechtsverletzungen, haften. Auch wenn im Bundestag schon darüber debattiert wird, ist noch keine Lösung in Sicht. Damit behindert der Gesetzgeber mögliche Experimente freie und offene Netzinfrastrukturen auf kooperativer Basis aufzubauen und zu betreiben. Die Verbreitung von offenen Netzen sowie vom Internet unabhängigen Netzwerken wie Freifunk wird nicht nur behindert, sondern auch gegenüber gewerblicher Provider stark benachteiligt, die für das Nutzungsverhalten Ihrer Kunden sinnvollerweise nicht haften müssen.

    Die traurige Realität im Jahr 2014: DSL Lite mit 0,3 MBit/s

    Ländliche Regionen sind vielerorts besonders attraktiv für Familien mit Kindern. Home-Office und Telearbeit sind keine Seltenheit mehr und machen die ständige physische Präsenz am Arbeitsplatz zumindest in einigen Berufen obsolet. Solange auf deutschen Datenautobahnen außerhalb von Städten aber Geschwindigkeiten auf DSL-Lite (0,3 Mbit/s) oder weniger sinken, werden ebendiese Entwicklungen gebremst oder sogar verhindert. Zwei der drei Autoren waren am 7. November 2014 auf einer Veranstaltung organisiert vom Wahlkreisbüro der MdB Hiltrud Lotze (SPD) in Lüchow im niedersächsischen Wendland. Diskutiert wurde die Digitale Agenda. Im Rahmen der Vorträge und bei der anschließenden Diskussion wurde deutlich, wie viele weiße Flecken, also von der Breitbandversorgung ausgeklammerte Gebiete, der Landkreis Lüchow verzeichnet. Die davon betroffenen Bürger – die Mehrzahl der Anwesenden – waren vornehmlich am Breitbandausbau interessiert. Mitunter wurden von ihnen Strategien und (genossenschaftliche) Modelle angesprochen, diesen in Eigenregie zu finanzieren. Ohne die Bereitstellung von Breitband, so wurde bei der Diskussion mehr als deutlich, gehören viele Netzpolitikthemen weiterhin in den Elfenbeinturm. Für Bürger ohne schnelle Internetverbindung bleiben Themen wie Medienkonvergenz, Netzneutralität oder digitale Persönlichkeitsrechte einer digitalen Bohème vorbehalten. Transparenz, Partizipation und Teilhabe in Bezug auf digitale Medien sind ohne die entsprechenden Infrastrukturen nicht vermittelbar.

    [1] Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Bundesministerium des Innern, Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (Hrsg.) (2014) Digitale Agenda 2014–2017, S. 3.
    [2] Vgl. Digitale Agenda 2014–2017, S. 10.
    [3] Vgl. EU Kommission (2014) Digital Agenda Scoreboard. Online: http://ec.europa.eu/digital-agenda/en/digital-agenda-scoreboard. Abruf 24.11.2014.
    [4] Vgl. Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (2014) Kursbuch Netzausbau, S. 4.
    [5] Szenarien und Kosten für eine kosteneffiziente flächendeckende Versorgung der bislang noch nicht mit mindestens 50 Mbit/s versorgten Regionen. Studie im Auftrag des BMWi.
    [6] Vgl. Council of the European Union (2014) Council adopts new measures to cut broadband costs, 8 May, 9499/14. Brussels.
    [7] Vgl. Eumann, Marc Jan und Lischka, Konrad (2014) Wir müssen über Peering reden – sieben Thesen zur Netzneutralität. Online:https://netzpolitik.org/2014/wir-muessen-ueber-peering-reden-sieben-thesen-zur-netzneutralitaet/. Abruf 24.11.2014.
    [8] Vgl. Deutscher Bundestag (1984) Stenographischer Bericht, 10. Wahlperiode, 78. Sitzung. Bonn, Freitag, den 29. Juni 1984, S.5734–5736; Potschka, Christian (2012) Towards a Market in Broadcasting: Communications Policy in the UK and Germany. Basingstoke: Palgrave Macmillan, S. 189–190.
    [9] Long Term Evolution Advanced bezeichnet eine Funktechnologie für mobile Breitbanddatenübertragung mit deutlich erhöhter Leistungsfähigkeit in den Funkzellen unter Einsatz eines weiteren Frequenzspektrums (unterhalb 1000 MHz).
    [10] Vgl. Digitale Gesellschaft (kein Datum) Störerhaftung beseitigen. Online: https://digitalegesellschaft.de/portfolio-items/storerhaftung-beseitigen/. Zugriff: 24.11.2014; Beckedahl, Markus (2014) Live-Blog aus dem Bundestag: Alle wollen die WLAN-Störerhaftung abschaffen, außer CDU/CSU. Online: https://netzpolitik.org/2014/jetzt-live-im-bundestag-debatte-ueber-stoererhaftung/. Zugriff:25.11.2014.

    27. Januar 2015 5
  • : Junge SPD-Abgeordnete fordern eine bessere Netzpolitik
    Junge SPD-Abgeordnete fordern eine bessere Netzpolitik

    Hintergrundbild_SPD_Wuerfel2Eine Gruppe von 15 jüngeren SPD-Bundestagsabgeordneten hat ein Positionspapier geschrieben und fordern darin eine „Infrastruktur der Zukunft“ (PDF). Die Digitale Agenda ist den MdBs offensichtlich nicht genug und sie legen auch teilweise etwas den Finger in die Wunde des äußerst unterambitionierten und langweiligen Regierungsprogramm. „Mehr Entschlossenheit zum digitalen Fortschritt in Deutschland“ fordert das Papier bereits in der Überschrift, um dann erstmal zum üblichen Buzzword-Bingo überzugehen.

    Etwas mehr Breitbandausbau

    Mit 50 MBit/s bis 2018 möchte man sich nicht zufrieden geben und fordert ganze 100 MBit/s Grundversorgung bis 2025. Für die Gigabit-Gesellschaft hat es dann doch noch nicht gereicht, wenigstens wünscht man sich „leistungsfähige Hochgeschwindigkeitsnetze“ von „500 Mbit/s und mehr“ für Industrie und Mittelstand. Diese Ziele sollen u.a. durch eine konsequente Umsetzung der Breitband-Ziele bis 2018 und der Bereitstellung von über fünf Milliarden Euro für den Breitband-Ausbau aus dem Investitionspaket der Bundesregierung und dem Inbestionsprogramm der EU-Kommission erfüllt werden. Auch das ist eher zaghaft gefordert, immerhin soll das nicht jährlich ausgezahlt werden sondern über den Rest der Legislaturperiode, also über die kommenden drei Jahre.

    Weg mit der Störerhaftung und her mit Netzneutralität

    Man erkennt, dass „Freies und offenes WLAN“ „ein wesentlicher Bestandteil einer modernen digitalen Infrastruktur“ ist. Und wünscht sich, dass diese „Potenziale“ auch „in Deutschland endlich erschlossen werden.“ Durch die Blume fordert man sicherlich eine Abschaffung der Störerhaftung, wo das SPD-geführte Bundeswirtschaftsministerium gerade eine Verschlimmbesserung dieser nur für kommerzielle Anbieter vorbereitet. Ebenfalls an das BMWI gerichtet ist die Forderung „Das Prinzip der Netzneutralität muss gesetzlich verankert werden, um Innovationen und die Offenheit des Netzes zu sichern. Es darf kein 2‑Klassen-Internet in Deutschland und Europa geben.“ Müsste man mal, die Bundesregierung plant ja gerade das Gegenteil.

    Mehr Investitionen in IT-Sicherheit

    Die NSA-Affäre hat den jungen MdBs gezeigt, dass „Investitionen in Forschung und Entwicklung im Bereich der IT- und Datensicherheit sowie die Förderung von Verschlüsselungs- und Schlüsseltechnologien“ zur „Sicherung der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit deutscher Technologieunternehmen dringend erforderlich“ sind. Dafür fordern sie die „Bereitstellung von 2 Milliarden Euro für ein umfassendes IT-Sicherheitsforschungsprogramm mit Investitionen in Forschung und Entwicklung im Bereich der IT-Sicherheit (Software, Hardware und Netzwerktechnik)“ und der „Aufbau eines digitalen Immunsystems der Gesellschaft durch modernes IT-Sicherheitsgesetz und Meldepflichten.“

    Zu den Papierschreibern gehören u.a. die Netzpolitiker Christian Flisek, Christina Kampmann, Lars Klingbeil und Jens Zimmermann.

    5. Januar 2015 8
  • : Jetzt überall erhältlich: Unser Jahrbuch Netzpolitik 2014
    Jetzt überall erhältlich: Unser Jahrbuch Netzpolitik 2014

    Unser Jahrbuch Netzpolitik 2014 gibt es jetzt auf den üblichen eBook-Plattformen zum Preis von 4,99 Euro zu kaufen. Hier ist eine Auswahl: epubli (epub), Amazon (kindle), iTunes und Google-Play.

    jahrbuch_<730_170

    Die gedruckte Variante kostet 14,99 Euro bei ePubli. Wir werden einen großen Stappel mit zum 31. Chaos Communication Congress nach Hamburg nehmen und kündigen hier im Blog kurzfristig an, an welchem Tag wir damit wo genau für eine Stunde sitzen werden, um die Bücher zu verkaufen. Das Buch ist Print-on-Demand mit einer kleinen Startauflage gedruckt. Das bedeutet, dass man es theoretisch in der Buchhandlung um die Ecke anonym bekommen kann, aber diese das Buch dann über epubli direkt bestellen muss.

    Jahrbuch Netzpolitik 2014 – Fight for your digital rights!

    Herausgeber: Markus Beckedahl, Anna Biselli und Andre Meister

    Mit Beiträgen von: Johannes Baldauf, Ralf Bendrath, Benjamin Bergemann, Jochai Benkler, Kai Biermann, Anna Biselli, Jan Torge Claussen, Leonhard Dobusch, Julius Endert, Kirsten Fiedler, @GammaGroupPR, Claudio Guarnieri, Ben Hayes, Christian Heise, Christian Herzog, Arne Hintz, Jeanette Hofmann, Christian Humborg, Matthias Kirschner, Julia Krüger, Daniel Leisegang, Raegan Mac Donald, Joe McNamee, Hannes Mehnert, Katharina Meyer, Stefania Milan, Erich Moechel, Matthias Monroy, Markus Reuter, Anne Roth, Peter Schaar, Jan Schallaböck, Thomas Stadler, Michael Stognienko, Angela Sobolciakova, Dimitri Tokmetzis, Katrin Tonndorf, Eric Töpfer, Volker Tripp, Ben Wagner, Rüdiger Weis, Benedict Wermter, Kristian Woznicki, Jillian C. York

    Themen: Datenschutz, Überwachung, Netzneutralität, Open Source, Open Data, Edward Snowden, Whistleblowing, TTIP, Breitbandausbau, Creative Commons, Soziale Netzwerke, Internet Governance, …

    18. Dezember 2014
  • : Was kostet eine Stunde netzpolitik.org?
    Was kostet eine Stunde netzpolitik.org?

    anzeige_guentherIm Rahmen unserer Spendenkampagne wurde mehrfach angeregt, doch mal konkrete Zahlen zu nennen, um eine Spende greifbarer zu machen. Dem kommen wir gerne nach und haben lange überlegt und gerechnet.

    Was kostet Livebloggen aus dem NSA-Untersuchungsausschuss?

    Eine unserer Service-Leistungen hier auf netzpolitik.org ist die wohl umfassendste Berichterstattung über den NSA-Untersuchungsausschuss im Deutschen Bundestag. Dazu gehört auch immer ein weitgehendes Transcript in Echtzeit als Ersatzprotokoll, weil Ton- und Bildaufnahmen verboten sind und sonst auch noch niemand die mehrfach angekündigten Protokolle gesehen hat. Wir bleiben dabei immer vom Anfang bis zum bitteren Ende in einer öffentlichen Sitzung. Aber welche Kosten verursacht uns das?

    Grob gesagt kostet eine Stunde Livebloggen im NSA-Untersuchungsausschuss 32 Euro. So teuer ist generell eine Stunde Arbeit bei uns mit allem drum und dran. Von Versicherung über Gehalt, Hardware, Buchhaltung bis Strom. Nicht eingerechnet ist das Wissen, was in unseren Köpfen ist und was wir durch ganz viel lesen und kommunizieren erlangen. Und nicht einberechnet sind die Überstunden, die wir dann noch machen müssen, um die anderen Themen zu bearbeiten, die trotzdem passieren. Eine Stunde Untersuchungsausschuss kann man aber nicht alleinestehend berechnen, da An- und Abfahrt, Vor- und Nachbereitung fehlen.

    Aber wenn wir von einer zehnstündigen Sitzung ausgehen und pauschal fünf Stunden dazu rechnen, kommen wir auf 480 Euro, die uns eine Liveberichterstattung auf dem Geheimdienst-Untersuchungsausschuss kostet. Plus sechs Euro für zwei Club-Mate-Flaschen aus der Kantine des Deutschen Bundestages.

    Was kostet ein Monat netzpolitik.org?

    Einen Monat netzpolitik.org kostet derzeit rund 14.000 Euro (ab kommenden Jahr mehr, wenn wir eine weitere Stelle schaffen). Nicht einberechnet ist, dass ein Teil unserer Redaktion ehrenamtlich bloggt, wann sie oder er Lust und Zeit haben. Natürlich würden wir dafür gerne eine Vergütung zahlen, das ist derzeit aber leider noch illusionär. Unsere Einnahmen und Ausgaben haben wir im Oktober offengelegt. Anfang des Jahres machen wir nochmal einen Jahresrückblick, wenn alle Zahlen vorliegen.

    Eine Halbtagsstelle kostet derzeit bei uns mit allem drum und dran, von Strom über Versicherung, Hardware bis Gehalt mit sämtlichen Abgaben rund 25.000 Euro pro Jahr. Eine ganze Stelle kostet demnach rund 50.000 Euro – und der Kaffee ist schon inklusive.

    Und welche Kosten können noch entstehen?

    Wenn wir 5000 Aufkleber drucken lassen wollen, damit andere Menschen diese auf ihre Notebooks oder sonstwohin kleben können kosten diese rund 100 Euro. Wenn wir 100 T‑Shirts drucken lassen wollen, kostet uns das rund 800 Euro, wenn wir nicht die billigste Qualität nehmen und auf etwas Nachhaltigkeit achten.

    Das notwendige Equipment, um mit Video und Livestreams rumspielen zu können und mehr mit Bewegtbild-Vermittlung spielen zu können würde ca. 3000 Euro veranschlagen. Aber das ist Zukunftsmusik und erstmal keine Priorität.

    Ein neuer Arbeitsrechner samt Monitor kostet 400 Euro, wenn man ein ordentliches Gerät möchte und einen zweiten Monitor dazu packt, dann 650 Euro. Ein durchschnittliches Mittagessen in einem Restaurant ums Büro herum kostet rund 6 Euro (inklusive Trinkgeld). Das zahlen wir aber immer privat.

    Einen Kasten Club-Mate (mit Pfand) und Lieferung kostet 19,91 Euro. Ein Teil trinkt lieber Flora Power, da ist der Kasten mit 23,98 Euro inklusive Pfand etwas teurer.

    Unser Traum für dieses und das kommende Jahr

    Arbeit gibt es leider mehr als genug. Wir haben etwas gespart und konnten dadurch eine halbe weitere Stelle für nächstes Jahr aussschreiben und haben zahlreiche gute Bewerbungen bekommen. Unser Traum wäre es, wenn wir diesen Monat noch soviele Spenden bekommen könnten, um eine weitere halbe Stelle darüberhinaus zu schaffen.

    Das bedeutet, unser Traum-Spendenziel sind 25.000 Euro. Wenn Ihr uns dabei unterstützen wollt, damit das kein Traum bleibt sondern Realität wird, dann könnt Ihr hier spenden. Spenden an uns sind steuerlich absetzbar.

    16. Dezember 2014 30
  • : Spendenkampagne: Das sagen unsere Leserinnen und Leser
    Spendenkampagne: Das sagen unsere Leserinnen und Leser

    guentherEs ist Weihnachtszeit und wie jede andere gemeinnützige Organisation versuchen auch wir, diese Zeit zu nutzen, um etwas Geld anzusammeln und für die nächsten Monate vorfinanziert zu sein. Wir waren dieses Jahr sparsam und haben uns nur leicht vergrössert. Dadurch konnten wir etwas Geld ansammeln, um eine halbe Stelle auszuschreiben. Aber wie schön wäre es, wenn wir es gemeinsam schaffen würden, noch mehr Geld zu sparen und unsere Redaktion weiter auszubauen?!

    Dafür wollen wir die Weihnachtszeit nutzen. Hier haben wir unsere Ein- und Ausgaben bis Oktober offengelegt. Und hier gibt es „10 Gründe, um genau jetzt einen Dauerauftrag für netzpolitik.org einzurichten.Hier könnt Ihr uns spenden.

    Vielen Dank für Eure Unterstützung!

    Aber lassen wir mal unsere Spenderinnen und Spender sprechen. Dafür haben wir die letzten zwei Monate mal auf Twitter Stimmen gesammelt. Vielen Dank für Eure Unterstützung!

    https://twitter.com/i42n/status/520639833979772928

    https://twitter.com/luebbermann/status/520492170152017920

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    https://twitter.com/PiratKSegatz/status/530377262001307648

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    https://twitter.com/kaffeeringe/status/531863076447211520

    https://twitter.com/martinweigert/status/531857374039261185

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    https://twitter.com/glynmoody/status/538392215580860416

    https://twitter.com/fhemberger/status/538244955136081921

    https://twitter.com/Argentum201165/status/539517691145781249

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    https://twitter.com/MatthiasBock1/status/523041877705379840

    https://twitter.com/TheCocoaNaut/status/522781280912809985

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    https://twitter.com/claudine/status/522337890505084928

    https://twitter.com/TauonTeilchen/status/522005962941792256

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    Und jetzt Du

    Wenn Du auch in dieser Liste stehen möchtest, dann nutze Twitter für einen kleinen Spendenaufruf und wir ergänzen Dich. Wer nicht auf Twitter ist, kann auch gerne ein kurzes Statement in den Kommentaren hinterlassen, warum Du unsere Arbeit für wichtig und unterstützenswert hälst.

    9. Dezember 2014 13
  • : Jahrbuch Netzpolitik 2014 erscheint bald!
    Jahrbuch Netzpolitik 2014 erscheint bald!

    Jahrbuch2014preview

    Auch 2014 wird es wieder ein netzpolitisches Jahrbuch geben! Heute ist es in den Druck gegangen und noch vor Weihnachten wird es als Totbaum und E‑Book erhältlich sein: Das Jahrbuch Netzpolitik 2014 – Also die ideale Möglichkeit, euren nicht ganz so netzaffinen Freunden und Bekannten ausgedrucktes Internet zu Weihnachten zu schenken.

    Netzpolitik betrifft alle, jede und jeden. Was im Jahr 2014 wichtig war, was vielleicht auch zu kurz kam, darauf blickt dieses Jahrbuch zurück. Die Autorinnen und Autoren waren Beobachter und Akteure zugleich.

    Ihre Berichte in diesem Buch fassen die wichtigsten Themen des Jahres zusammen, ordnen ein und reflektieren. Und sie geben einen Eindruck, was das kommende Jahr bringen wird, in dem es wieder heißt:

    Fight for your digital rights!

    Herausgeber: Markus Beckedahl, Anna Biselli und Andre Meister

    Mit Beiträgen von: Johannes Baldauf, Ralf Bendrath, Benjamin Bergemann, Jochai Benkler, Kai Biermann, Anna Biselli, Jan Torge Claussen, Leonhard Dobusch, Julius Endert, Kirsten Fiedler, @GammaGroupPR, Claudio Guarnieri, Ben Hayes, Christian Heise, Christian Herzog, Arne Hintz, Jeanette Hofmann, Christian Humborg, Matthias Kirschner, Julia Krüger, Daniel Leisegang, Raegan Mac Donald, Joe McNamee, Hannes Mehnert, Katharina Meyer, Stefania Milan, Erich Moechel, Matthias Monroy, Markus Reuter, Anne Roth, Peter Schaar, Jan Schallaböck, Thomas Stadler, Michael Stognienko, Angela Sobolciakova, Dimitri Tokmetzis, Katrin Tonndorf, Eric Töpfer, Volker Tripp, Ben Wagner, Benedict Wermter, Kristian Woznicki, Jillian C. York

    Themen: Datenschutz, Überwachung, Netzneutralität, Open Source, Open Data, Edward Snowden, Whistleblowing, TTIP, Breitbandausbau, Creative Commons, Soziale Netzwerke, Internet Governance, …

    Bestellen kann man das Jahrbuch bald bei epubli für 4,99 € (E‑Book) und 14,99 € (Print).

    Downloaden kann man das Jahrbuch zeitnah bei PirateBay und auf unserem Blog.

    Stay tuned!

    Und bis es soweit ist, schonmal einen Teaser aus dem Editorial:

    Liebe Leserinnen und Leser des Jahrbuchs Netzpolitik 2014,

    es geht voran. Zumindest in einigen Bereichen. Netzpolitik ist spätestens seit diesem Jahr kein exotisches Randgruppenthema mehr, sondern rückt als ein sich entwickelndes Politikfeld ins Zentrum der Politik.

    Das dominierende Thema aus 2013 blieb uns auch in diesem Jahr erhalten: Die Komplettüberwachung der digitalen Welt geht genauso weiter wie die Enthüllungen von Edward Snowden und glücklicherweise weiteren Whistleblowern. Nach dem Fokus auf die Geheimdienste der USA und Großbritannien durch die Dokumente des Whistleblowers rückte dieses Jahr der Bundesnachrichtendienst in den Vordergrund.

    Der Deutsche Bundestag hat einen Untersuchungsausschuss zum Thema eingerichtet, dennoch kommen die großen Enthüllungen weiterhin von den Medien. Das Anzapfen riesiger Datenströme aus Glasfaserkabeln an Internet-Knotenpunkten wie in Frankfurt hat jetzt einen Namen: Eikonal. Nicht nur durchsucht der Geheimdienst dort Millionen und Abermillionen Kommunikationsdaten, sondern leitet auch Daten an die NSA und andere Dienste weiter. Verantwortlich für die Einrichtung waren zwei Pfeiler der heutigen Großen Koalition: Frank-Walter Steinmeier und Thomas de Maizière.

    Das erklärt wahrscheinlich auch die – freundlich ausgedrückt – mangelnde Unterstützung des Untersuchungsausschusses durch die Bundesregierung. Abgeordnete bekommen Dokumente später als BND-Mitarbeiter, dann auch nur geschwärzt und dürfen nicht darüber reden. Zeugen haben Erinnerungslücken und wollen am liebsten nur nicht-öffentlich aussagen. Quellen von uns werden vom Kanzleramt direkt mit Strafanzeige bedroht, wenn sie uns und anderen Medien Dokumente aus dem Umfeld des Geheimdienst-Untersuchungsausschusses leaken, um Licht ins Dunkel zu bringen. Und wir werden für unsere Berichterstattung von der Bundestagspolizei überwacht.

    Davon lassen wir uns nicht einschüchtern, gehen juristisch dagegen vor und machen selbstverständlich weiter. Immerhin kamen schon einige interessante Details ans Tageslicht, darunter geheime Gesetzes-Interpretationen des BND: Da gibt es zum Beispiel die Weltraum-Theorie – wenn der BND Satelliten abhört, gelten keine deutschen Gesetze, ist ja im Weltraum – und die Funktionsträger-Theorie – wenn Deutsche im Ausland für eine ausländische Organisation kommunizieren, gelten keine Grundrechte, Beispiel EU-Kommissar Oettinger. Hoffentlich zieht der Bundestag Konsequenzen und nimmt die Geheimdienste per Gesetzesänderung an die Leine. Bisher sind politische Konsequenzen auf den größten Überwachungsskandal der Menschheitsgeschichte leider ausgeblieben.

    Dauerbrenner-Thema bleibt natürlich auch die Netzneutralität. Das freie und offene Internet, wie wir es kennen und lieben, wird weiterhin von Telekommunikations-Anbietern und der Politik attackiert. Die Deutsche Bundesregierung hat es immer noch nicht geschafft, dieses elementare Grundprinzip des Internets gesetzlich festzuschreiben und Provider nutzen diese Unsicherheit, um Fakten zu ihren eigenen Gunsten zu schaffen.

    Auf EU-Ebene hat das Europaparlament im Frühjahr den Vorschlag der EU-Kommission zur Netzneutralität deutlich verbessert und sich für eine starke Netzneutralität ausgesprochen. Derzeit unterlaufen die Mitgliedsstaaten diesen Wunsch, bei den intransparenten Verhandlungen im Rat nutzen Telekom-Lobbyisten ihren Einfluss, ihre Gelddruck-Wünsche durchzusetzen. Das Thema wird uns noch weiterhin begleiten, an ein Happy End ist derzeit leider nicht zu denken.

    Auch der neue Digital-Kommissar aus Deutschland scheint sich dieser Linie anzuschließen. Günther Oettinger, ehemaliger Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, war die netzpolitisch überraschendste Personalie der neuen EU-Kommission. Wie schon als Energie-Kommissar, übernahm er innerhalb kurzer Zeit Sprechblasen von Industrie-Lobbys. Das bedeutet noch viel Arbeit für uns in den nächsten fünf Jahren – auch für unsere Freunde und Partner bei European Digital Rights (EDRi) in Brüssel. Als ob es mit der Datenschutzreform, den Freihandelsabkommen CETA und TTIP sowie der kommenden Urheberrechtsreform nicht schon genug zu tun gäbe. Immerhin hat der Europäische Gerichtshof die Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung gekippt – hoffen wir, dass sie tot bleibt.

    Neben dem Digital-Kommissar hat Deutschland jetzt auch eine Digitale Agenda! Was zwischenzeitlich als netzpolitischer Masterplan hochstilisiert wurde, erwies sich jedoch spätestens bei der Präsentation als Bettvorleger. Die einhellige Meinung, nicht nur von uns Dauerkritikern: Unterambitioniert und voller Konjunktive. Da war selbst der Koalitionsvertrag innovativer und konkreter. In der Öffentlichkeit bleibt nur „ ‚50 MBit/s bis 2018“’ hängen – selbst im globalen Vergleich deutlich unterambitioniert und das Ganze soll auch noch auf dem Rücken der Netzneutralität realisiert werden.

    Uns dürfte also auch im Jahr 2015 nicht langweilig werden. Nicht, dass das bisher so gewesen wäre. Schon seit 2004 berichten wir über die Themen der digitalen Gesellschaft, in diesem Jahr feierten wir unser zehnjähriges Bestehen: 10 Jahre netzpolitik.org! Vielen Dank an alle für die schöne Konferenz und Party im Oktober in Berlin.

    An dieser Stelle bedanken wir uns auch für die neuen Auszeichnungen: den Grimme Online Award in der Kategorie Spezial und einen Lead Award in Bronze in der Kategorie Independent des Jahres (Online).

    Neu in diesem Jahr war endlich ein frisches Design für das Blog, das auch für mobile Nutzung ausgelegt ist. Zusätzlich gibt es mittlerweile einen wöchentlichen Newsletter mit allen relevanten Infos. Und wir haben immer noch mehr Ideen als Zeit und Ressourcen zur Realisierung – das würden wir gerne ändern.

    Im vergangenen Jahr haben wir uns etwas neu erfunden: Mit der Einführung eines Modells der freiwilligen Leserfinanzierung haben wir ein Experiment gestartet. Wir wollten mehr recherchieren und uns unabhängig von Klicks und Reichweite auf die Themen konzentrieren, die wir für notwendig erachten. Gleichzeitig wollen wir unsere Berichterstattung ausbauen, um der Politik besser auf die Finger schauen zu können – auf Bundesebene wie auch in der EU. Nach eineinhalb Jahren stellen wir fest, dass das in unserem Fall überraschend gut funktioniert. Dank unserer Leserinnen und Leser konnten wir eine weitere Stelle schaffen und haben jetzt als drittes festes Redaktionsmitglied Anna Biselli an Bord, die neben vielen anderen Dingen entscheidend dazu beigetragen hat, dieses Jahrbuch zu verwirklichen. Und wenn alles gut läuft und die Unterstützung weiterhin so konstant wächst, können wir uns demnächst wieder erweitern.

    Das tut auch dringend Not. Viele unserer Themen explodieren und wir können uns über mangelnde Arbeit nicht beschweren – ganz im Gegenteil. Viele Themen, die wir als wichtig, notwendig und unterberichtet empfinden, gehen leider unter, weil wir zu wenig Zeit dafür haben. Das wollen wir ändern und hoffen auf eure Unterstützung. Wir bedanken uns bei allen Leserinnen und Lesern und allen, die uns Informationen zusenden oder unsere Inhalte verteilen. Und natürlich bei allen Spenderinnen und Spendern: Nur dank eurer Unterstützung können wir unsere Redaktion weiter ausbauen und unabhängig bleiben.

    Wir freuen uns auf 2015 und wünschen viel Spaß beim Lesen des Jahrbuch Netzpolitik 2014!

    3. Dezember 2014 6
  • : Wir wollen unsere Redaktion ausbauen und suchen eine/n Redakteur(in)
    Wir wollen unsere Redaktion ausbauen und suchen eine/n Redakteur(in)

    14971728024_d5c441d681_z(1)Dank der finanziellen Unterstützung unserer Leserinnen und Leser sowie größerer Spender wie dem Chaos Computer Club können wir unsere Redaktion vergrößern. Derzeit sind wir zu dritt auf 2,5 Stellen. Ab Januar können wir eine weitere Stelle schaffen, die zunächst als Halbzeitstelle ausgeschrieben ist. Möglicherweise können wir das auch aufstocken, je nach Spendeneingang im Dezember.

    Über netzpolitik.org

    Wir sind der zentrale Ort für netzpolitischen Debatte im deutschsprachigen Raum. In unserem Berliner Büro arbeitest du an der seltenen Schnittstelle zwischen Online-Journalismus und Netz-Aktivismus. Wir sind mehrfach ausgezeichnet worden, in diesem Jahr mit einem Grimme Online-Award und einem Lead-Award.

    Wir machen Open Journalism. Unsere Wurzeln liegen im Netz: Wir sind offen, wir verlinken unsere Quellen, wir kommunizieren mit unseren Leserinnen und Lesern auf Augenhöhe. Wir experimentieren, reflektieren unsere Experimente transparent und stehen im ständigen Dialog mit unserer Community. Uns liegen Dokumente nicht nur vor, wir veröffentlichen sie in der Regel auch. Denn die Leserinnen und Leser haben ein Recht darauf, sich selbst ein Bild zu machen. Unsere Inhalte stehen unter einer Creative Commons Lizenz und können zu nicht-kommerziellen Zwecken weiterverwendet werden.

    Deine Aufgaben

    Als Mitglied der Kernredaktion von netzpolitik.org besteht die tägliche Hauptarbeit im Recherchieren und Verfassen von Blog-Beiträgen. Im Mittelpunkt steht die Vermittlung und Analyse politischer Prozesse sowie deren Auswirkungen auf digitale Grundrechte. Dreh- und Angelpunkt ist unser gemeinsames Büro in Berlin, aber es geht auch immer mal dahin, wo spannende Sachen stattfinden. Unser Newsroom ist ein Chat-Kanal.

    Du solltest einen Überblick über unsere Themen haben, nicht nur die Grundlagen von politischen Prozessen verstehen, außerdem macht es Dir Spaß, dich in neue Themen einzuarbeiten, eigenständig zu recherchieren und Dingen auf den Grund zu gehen. Im Idealfall hast Du Ahnung von Informationstechnologie, ihren gesellschaftlichen Auswirkungen und Politik. Du kannst Dich sowohl in die Denkweise von Nerds als auch von Politikern hineinsetzen. Und Du hast auch schon mal einen juristischen Text gelesen.

    Unsere Anforderungen

    • Dir muss man nicht erklären, wie der Bundestag funktioniert und was der Unterschied zwischen EU-Kommission und EU-Rat ist.
    • Du kannst selbstständig arbeiten und brauchst keinen Chef, der Dir Aufgaben zuweist.
    • Urheberrecht, Datenschutz, Open Source und Netzneutralität hörst Du nicht zum ersten Mal, sondern Du kennst die jeweiligen Fragestellungen, Akteure und ihre Interessen.
    • Du hast Dich mit IT-Sicherheit auseinandergesetzt, kannst Mails verschlüsseln und Dein System aktuell halten. Du weißt, wie man Quellen schützt.
    • Du kannst Dich sehr gut ausdrücken und komplizierte Sachverhalte erklären.
    • Du findest relevante Abend-Events spannender als Nine-to-Five.
    • Du kannst vernetzt und kollaborativ arbeiten. Du kannst auch mit mehreren Personen in einem Etherpad in Echtzeit an Texten schreiben.
    • Du kannst politische Texte zwischen den Zeilen lesen.
    • Soziale Medien kennst Du nicht nur aus dem Fernsehen.
    • Kenntnisse in Grafik, Design, Audio und Video wären wünschenswert, sind aber kein Muss.

    Unser Angebot

    • Spannende Themen am Puls der Zeit
    • Deine Texte werden auch gelesen und mitunter haben sie direkte gesellschaftliche Auswirkungen
    • Flexible Arbeitszeiten
    • Bei uns wird man nicht reich, dafür hat man eine gesellschaftlich wichtige Funktion und Arbeitsstelle.
    • Flache Hierarchien und wenig Meetingkultur, dafür große Netzwerke um uns herum
    • Entspannte Arbeitsatmosphäre, die zum Ausprobieren und Experimentieren einlädt

    Bewerbung

    Wir brauchen echt keine eingescannten Zeugnisse und frisierte Fotos im Anzug. Uns interessiert vielmehr Dein Lebenslauf, Deine Erfahrung, Dein Wissen und vor allem Deine Motivation, bei uns mitzumachen.

    Schick Deine Bewerbung an bewerbung@netzpolitik.org. Wir planen eine Anstellung ab Januar oder Februar.

    Update: Einsendeschluss ist der 15. Dezember.

    1. Dezember 2014 7
  • : 10 Gründe, um genau jetzt einen Dauerauftrag für netzpolitik.org einzurichten.
    10 Gründe, um genau jetzt einen Dauerauftrag für netzpolitik.org einzurichten.

    DauerauftraegeUnsere Arbeit wird vor allem durch unsere Leserinnen und Leser finanziert. Das haben wir in unserem letzten Transparenzbericht nochmal aufgedeckelt. Aber nur ein Teil davon kommt kontinuierlich über einen Dauerauftrag rein. Dafür haben wir jetzt nochmal:

    „10 Gründe, um genau jetzt einen Dauerauftrag für netzpolitik.org einzurichten“.

    Für die ganz schnellen: Das geht hier.

    1. Wir sind eines der ersten fast komplett leserfinanzierten Netz-Medien in Deutschland. Wir sind niemandem verpflichtet, außer unseren Leserinnen und Lesern und unserer Haltung. Das sehen wir als Auftrag.

    2. Wir sind der zentrale Ort für die netzpolitische Debatte im deutschsprachigen Raum. Ob Politiker, Journalistin, Aktivist oder BND-Mitarbeiterin – an netzpolitik.org kommt keiner vorbei.

    3. Wir sind ein Frühwarnsystem. Wer netzpolitik.org liest, weiß was in der Zukunft debattiert wird. ACTA, Vorratsdatenspeicherung, Totalüberwachung, Netzneutralität oder Netzsperren sind dabei nur einige Themen, die wir schon von Beginn an begleitet haben.

    4. Wir sind kein Geschäftsmodell, sondern gemeinnützig und gemeinwohlorientiert. Die Spenden unserer Leserinnen und Leser sind nicht nur steuerlich absetzbar, sondern fließen direkt in unsere journalistische Arbeit. Mit Eurem Dauerauftrag können wir mehr Themen bearbeiten und der Politik noch besser auf die Finger schauen.

    5. Wir reden nicht nur, was man tun sollte. Wir tun etwas. Seit über zehn Jahren. Mit Leidenschaft, zu wenig Geld und derzeit 2,5 festen Stellen. Und mit einem großen Netzwerk um uns herum – deutschlandweit und international.

    6. Wir sind transparent und legen unsere Finanzierung offen. Durch unsere Leserfinanzierung sind wir unabhängig von großen Unternehmen und Institutionen. Wir können uns auf die Themen konzentrieren, die wir für wichtig und richtig halten, weil wir nicht abhängig von Reichweite und Klicks sind. Bei uns haben auch Themen eine Chance, die bei anderen unter den Tisch fallen.

    7. Wir haben schon über den NSA-Skandal berichtet, als Edward Snowden noch gar nicht für den Geheimdienst gearbeitet hat. Wir werden weiter darüber berichten, wenn die Medienaufmerksamkeit schon längst weitergezogen ist.

    8. Wir bloggen auch, wenn der Staat uns Polizisten in den Nacken setzt. netzpolitik.org hat Rückgrat und lässt sich nicht einschüchtern. Weder von Abmahnungen noch von staatlichen Stellen. Wir haben das Informationsfreiheitsgesetz fast durchgespielt und werden vermehrt unsere Transparenzrechte einklagen.

    9. Wir sagen nicht, dass wir neutral sind. Wir haben Haltung, berichten journalistisch und faktentreu. Immer mit Blick auf digitale Grundrechte, ein offenes Netz und das Gemeinwohl.

    10. Wir machen Open Journalism. Unsere Wurzeln liegen im Netz: Wir sind offen, wir verlinken unsere Quellen, wir kommunizieren auf Augenhöhe. Wir experimentieren, reflektieren transparent und stehen im ständigen Dialog mit unserer Community. Uns liegen Dokumente nicht nur vor, wir veröffentlichen sie in der Regel auch. Denn die Leserinnen und Leser haben ein Recht darauf, sich selbst ein Bild zu machen. Dafür stehen wir ein. Unsere Inhalte stehen unter einer Creative Commons Lizenz und können zu nicht-kommerziellen Zwecken weiterverwendet werden.

    One more thing…

    11. Günther Oettinger ist jetzt der neue EU-Kommissar für Netzpolitik. Deswegen braucht es noch mehr netzpolitik.org!

    Hier gibt es mehr Infos zum Einrichten eines Dauerauftrages oder einfach nur zu den Spendenmöglichkeiten. Und hier schreiben wir, wie teuer eine Stunde netzpolitik.org ist.

    26. November 2014 79
  • : Rezension: Aufstieg und Niedergang der Piratenpartei
    Rezension: Aufstieg und Niedergang der Piratenpartei

    auf_nieder_piratenEs ist doch ein „betreutes Tagebuch“ geworden – zumindest teilweise. Das streiten Christopher Lauer und Sascha Lobo im Vorwort ihres Buches zwar ab. Doch das heute nur digital erschienene Werk „Aufstieg und Niedergang der Piratenpartei“ fusst auf 60 Stunden Interviews mit Lauer. Die sind gerahmt von Analysen, die beide zusammen verfasst haben.

    Wiedergegeben wird die Geschichte der deutschen Piratenpartei chronologisch ab 2006; detailliert und angereichert mit so manchen Anekdoten. Zudem finden sich Verweise auf Resonanz sowie Einschätzungen in den Medien – selbstverständlich werden auch Tweets zitiert. Abgerundet werden die knapp 250 Seiten durch ein Personen- und „Gate“-Verzeichnis. Es handelt sich zwangsläufig um eine Geschichtsschreibung aus Lauers Perspektive – „oral history“. Das Ganze ist gut lesbar; auch die Analysen sind nicht im akademischen Ton gehalten.

    Lauers Weg

    Lauer ist sich durchaus seiner polarisierenden Rolle bewusst. So erinnert er sich an den Bundesparteitag 2011:

    Ich wurde als unfreundliches, arrogantes Arschloch dargestellt. Meine trotzigen Reaktionen auf die Angriffe machten es nicht unbedingt besser. Es mangelte mir auch nicht an Selbstbewusstsein, was bei den Piraten keinen großen Sympathiebonus ergab. (S. 110).

    Auch geht er an mancher Stelle selbstkritisch mit sich ins Gericht. Über Marina Weisband etwa sagt er:

    Ohne mir einzustehen, neidete ich ihr die Aufmerksamkeit und war deshalb aus ganz egoistischen Motiven erst mal froh, dass sie ging. Rückblickend wirkt mein Neid auf mich kindisch, kurzsichtig und charakterschwach. (S. 144)

    Aus der Sache ergibt sich, dass es viel um die Berliner Piraten geht. Als Leser kann man Lauers Weg in die Partei, seiner Karriere und schlussendlich seinen Ausstieg verfolgen. Dabei lernt man von den Anforderungen an einen Politikamateur, von heute auf morgen professionelle Politik in althergebrachten Strukturen wie dem Berliner Abgeordnetenhaus machen zu müssen. Und wie schwer es ist, gegen institutionalisierte Abläufe mit unerprobten und intern umstrittenen Verfahren anzugehen (Stichwort: Liquid Feedback).

    Es wird deutlich, welch’ bedeutende Rolle persönliche Animositäten innerhalb einer Partei spielen. Doch ist die Geschichte Lauers nur eine von unzähligen Politikkarrieren; solcherlei Dynamik und Machtspiele dürften sich in allen Parteien finden, wie auch in Vereinen und anderen Zusammenschlüssen.

    Die Analyse des Niedergangs

    Wesentlich ist an Lauers und Lobos Buch eine Sache: Wie analysieren sie den Umschwung vom Aufstieg zum Niedergang?

    Ihrer Meinung nach lag der Wendepunkt Mitte 2012:

    Viel spricht dafür, dass der legendäre Radiomonolog Sven Regeners der Auslöser war. (S. 165)

    Allerdings habe es eine Vielzahl von Vorraussetzung geben müssen, damit die Partei dadurch aus den Fugen geraten konnte. Es habe einen Umschwung im Narrativ gegeben, einen „Mediensturm“; die Haltung der Partei zum Urheberrecht geriet unter Beschuss und die Struktur der Piraten seien nicht in der Lage gewesen, dem zu begegnen.

    Danach habe nicht zuletzt Twitter als „Abhang“ gedient:

    Der Umbau der Piraten von einer Bewegung zur Partei war notwendig und schmerzhaft, wie bisher bei vermutlich jeder Partei, bei den Grünen ganz gewiss. Die Piraten waren aber die erste Partei, bei der sich diese Transformation unter den Augen der Öffentlichkeit vollziehen musste. (S. 202)

    Fazit

    Das u.a. von Lobo gegründete Portal „Sobooks“ erlaubt das Lesen nur am Bildschirm – ich persönlich hätte die Schrift gerne als eBook erhalten. Wen das nicht grundsätzlich stört, erhält ein lesenswertes Buch – falls er/sie sich für die jüngste politische Geschichte in Deutschland interessiert, für zum Teil etwas zu minutiöse Schilderungen über diverse interne Vorgänge und Flügelkämpfen in Vorständen und Parteigremien aus Sicht von Lauer. Es mag als Lehrbuch über die Schwierigkeiten politischer Arbeit und bei Großgruppenmoderation dienen, als Leitfaden für bad practise bei Social Media-Strategien sowie als Fallstudie über den problematischen Umgang mit Sexismus in männerdominierten Organisationen.

    Aber grundsätzlich Neues gibt es nicht zu erfahren. Die analytische Tiefe bleibt auf dem in der Regel unterkomplexen Niveau von Zeitungskommentaren; sie geht nicht über das Hinaus, was das Autorenpaar in einem am Wochenende erschienenen Interview in der FAZ antwortete. Bei Lobo und Lauer scheint die Piratenpartei in einer Laborsituation geschehen zu sein. Weder spielen andere politische Parteien mit ihren erfahrenen Apparaten eine Rolle, die durchaus nicht nur mit Sonntagsreden gegen die Piraten agiert haben dürften. Noch werden die Effekte von Vorgängen wie der „Finanzkrise“, des „arabischen Frühlings“ und nicht einmal von Snowdens Enthüllungen auf das gesellschaftliche Klima betrachtet. Dabei ist es der Nährboden jeder Partei. Den Niedergang hauptsächlich am Umgang mit dem Thema „geistiges Eigentum“ festzumachen, scheint mir zu simpel.

    Am Ende bleibt eine Binnensicht, die auch Lobo als als Parteiexterner nicht aufbrechen kann, weil er zu nah dran war. Trostlos ist das Fazit von Lauer, der sich gar nicht sicher sei, je in der richtigen Partei gewesen zu sein (S. 240). Warum die Piratenpartei ohne „inhaltliche Vision“ dringender gebraucht wird denn je, wie die beiden Autoren im Nachwort schreiben (S. 246f.), können sie mit ihrem Buch nicht deutlich machen.

    24. November 2014 16
  • : Thüringen: Koalitionsvertrag ist aus netzpolitischer Sicht gut geworden
    Thüringen: Koalitionsvertrag ist aus netzpolitischer Sicht gut geworden

    pk_koalitionsvertragIn Thüringen haben DIE LINKE, SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ihren KOalitionsvertrag für die 6. Wahlperiode des Thüringer Landtags mit dem Titel „Thüringen gemeinsam voranbringen – demokratisch, sozial, ökologisch“ vorgelegt. Aus netzpolitischer Sicht finden sich viele erfreuliche Dinge drin. Wir haben (wahrscheinlich) alle netzpolitisch-relevanten Kapitel hier mal zusammen gestellt. Auf den ersten Blick fiel uns nur auf, dass nichts zu Funkzellenabfrage und Offene Bildungsmaterialien (OER) zu finden ist. Sonst können wir das meiste unterschreiben. Gut gemacht.

    Wirtschaft

    Dabei bieten vor allem moderne Produktionsverfahren, intelligente Produktionssysteme und deren Verbindung mit der Kreativbranche einen „Thüringer Ansatz“ der Industrie 4.0. So stärkt die Kreativwirtschaft nicht nur die Thüringer Industrie, sondern soll gleichzeitig als Magnet für junge und talentierte Fachkräfte fungieren.

    Bildung:

    Wir wollen im Rahmen der haushälterischen Möglichkeiten, die Schulen mit modernen digitalen Geräten ausstatten.

    Öffentlich-rechtlicher Rundfunk

    Die Koalition wird sich dafür einsetzen, auf Bundes- und Europaebene Regelungen zur Netzneutralität zu diskutieren und zu schaffen.

    Netzneutralität / Internet als Lebensraum

    Der Zugang zu digitalen Netzen und deren Inhalten gehört zur Daseinsvorsorge. Er ist eine Voraussetzung für die Inanspruchnahme demokratischer Rechte und gesellschaftlicher Teilhabe. Die drei Parteien sprechen sich gegen jegliche Zensurversuche im und Überwachung des Internets aus. Es gilt der Grundsatz „Löschen statt sperren“. Die Koalition ist sich in der Ablehnung von Eingriffen in die informationelle Selbstbestimmung (insbesondere Vorratsdatenspeicherung, Online-Durchsuchungen, Staatstrojaner, sowie deep-packet-inspection privater und öffentlicher Stellen) einig. Wir werden jegliche – auch rechtliche und gerichtliche – Möglichkeiten ausschöpfen, um die Einführung und / oder Nutzung der genannten Eingriffe in Thüringen zu verhindern. Wir setzen uns für verstärkte Medienbildung und Aufklärung insbesondere bezüglich Datenschutz, informationellem Selbstschutz und Selbstbestimmung und vor unkontrollierter Profilbildung durch Big-Data-Algorithmen ein.

    Die Koalition sieht die Netzneutralität, d.h. die gleichwertige Übertragung von Daten ungeachtet ihrer Herkunft, ihres Zieles, ihres Inhalts, verwendeter Anwendungen oder verwendeter Geräte als fundamentalen Bestandteil der freien Meinungsäußerung im Internet. Alle Bestrebungen, die Netzneutralität zu beschränken, werden abgelehnt. Für Verstöße gegen die Netzneutralität sollen in Abstimmung mit der Bundesebene angemessene und wirksame Sanktionsmöglichkeiten entwickelt werden. Eine gesetzliche Fixierung der Netzneutralität wird für nötig gehalten. Wir werden prüfen, ob im Rahmen des Breitbandausbaus die Vergabe von Fördermitteln an die Wahrung der Netzneutralität geknüpft werden kann.

    Jugendmedienschutz

    Die Koalition will den Jugendmedienschutz, insbesondere im Internet, stärken. Wir sind davon überzeugt, dass technische Restriktionen nicht die Medienkompetenz von Eltern, Kindern und Jugendlichen ersetzen können Wir wollen eine zeitgemäße Novellierung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages, welche den Leitsatz, dass Jugendmedienschutz nicht die freien Strukturen des Internets beeinträchtigen darf, berücksichtigt.

    Wir werden die Medienkompetenz als Schlüsselqualifikation quer durch alle Altersgruppen fördern. Die Förderung der Medienkompetenz soll ihren Niederschlag auch in der schulischen Ausbildung finden. Entsprechende Ausbildungsmodule für Schülerinnen und Schüler, aber auch für Lehramtsanwärterinnen und ‑anwärter sowie Fortbildungsmodule für Lehrkräfte sollen ebenso implementiert werden wie zu erstellende Unterrichtsmaterialien für diese Bereiche. Der Thüringer Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit ist in diese Prozesse einzubinden.

    Hier werden gerade in der weiteren Befassung mit dieser Thematik die Herausbildung dieser Querschnitts- und Schlüsselqualifikation bei allen Mediennutzern sowie das Verständnis für den Umgang mit den Medien weiterhin zu fördern sein. Dies schließt den Umgang mit freier Software ausdrücklich mit ein. Netzwerkpartner sind die Thüringer Landesmedienanstalt (TLM) und das Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (Thillm) in Kooperation mit dem Bildungs- und Wissenschaftsressort.

    Breitbandausbau / Kommunales WLAN

    Die „Breitbandstrategie Thüringen 2020“ wird – in engerer Zusammenarbeit mit den Kommunen – fortgeführt. Hierzu werden Mittel aus den Europäischen Fonds verstärkt eingesetzt. Es werden Vereinbarungen mit dem Bund gesucht, um dessen Ziele in Bezug auf einen forcierten Breitbandausbau auch in Thüringen zeitnah zu realisieren und so die Ausbaugeschwindigkeit zu erhöhen. Besondere Anstrengungen werden wir dabei auf den Ausbau im ländlichen Raum richten. Für den schnellstmöglichen Glasfaserausbau (FttH) ist eine Förderung wichtig. Wir verstehen den Zugang zu schnellem Internet als Teil der Daseinsvorsorge und wollen flächendeckend einen gleichwertigen Netzzugang in engem Austausch mit den Kommunen mit unterschiedlichsten Maßnahmen (wie bspw. Verlegung von Leerrohren bei Bauvorhaben) fördern.

    Die Koalition unterstützt bürgerschaftliches Engagement im Bereich des Netzzugangs. Freifunkinitiativen in Thüringen sollen stärker gefördert und beraten werden. Ebenso werden die Kommunen bei Einrichtung öffentlicher WLAN-Netze unterstützt. Zur Herstellung von Rechtssicherheit setzt sich die Koalition auf Bundesebene für die Abschaffung der Störerhaftung für die privaten und kommunalen Anbieter freier Netzzugänge ein, wobei das Auferlegen von Datensammlungspflichten vermieden werden muss. Die Koalition wird ein Modellprojekt zum „Kommunalen WLAN“ und „WLAN im ÖPNV“ einrichten.

    E‑Government

    Die Möglichkeiten der digitalen Kommunikation sollen seitens der Thüringer Behörden besser genutzt werden. Dazu sind die Onlineportale auszubauen, Dokumente und Webangebote sollen möglichst durchgängig barrierefrei, nur in technisch begründeten Ausnahmen barrierearm gestaltet sein. Die zukünftige Regierung arbeitet darauf hin, dass alle Behördenangelegenheiten in Zukunft auch online erledigt werden können, soweit dies gesetzlich möglich und der Schutz persönlicher Daten gewährleistet ist. Dazu sollen die Kommunen bei der Umstellung auf elektronische Verfahren unterstützt werden. Die Koalition setzt den Landtagsbeschluss „End-to-End-verschlüsselte-Kommunikation“ in allen Landesbehörden umgehend um.

    Die Koalition wirkt darauf hin und unterstützt die Kommunen dabei, Angebote für die gesicherte (End-to-end-verschlüsselte und signierte) Bürger-Behörden-Kommunikation vorzuhalten. Thüringen wird sich umfangreich an der bundesweiten Datenplattform „GovData“ beteiligen und die dort eingespeisten Daten mit offener Lizenz zur Verfügung stellen, sodass den Bürgerinnen und Bürgern ein zentrales Informationsregister zur Verfügung gestellt wird, das den Open-Data-Prinzipien völlig entspricht.

    Open Source / Open Access

    Die Koalition unterstützt und fördert den Ausbau freier Software. Die Thüringer Hochschulen bieten hier umfangreiche Potenziale, die durch gezielte Forschungsförderung – insbesondere auch Techniken zur Wahrung der informationellen Selbstbestimmung – weiter gestärkt werden sollen. Darüber hinaus soll eine Aufnahme von FLOSS-Kriterien in die Vergabebestimmungen geprüft werden. Die Koalition unterstützt und fördert das Verfügbarmachen frei zugänglicher digitaler Inhalte. Gemäß dem OpenAccess-Ansatz sollen zukünftig insbesondere wissenschaftliche Informationen und wissenschaftlich erhobene Daten, die mit öffentlichen Geldern durch staatliche Stellen, Forschungseinrichtungen oder private Unternehmen gewonnen werden, der Allgemeinheit frei zur Verfügung gestellt werden, wenn nicht rechtliche Gründe dagegen sprechen. Dabei muss darauf geachtet werden, dass Autorinnen und Autoren nicht schlechter gestellt werden.

    Verbraucherschutz und Verbraucherzentrale

    Fachspezifische Institutionen und Portale der Verbraucheraufklärung, wie z.B. Patienteninformationssysteme, Pflegestützpunkte oder zur Gewährleistung des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung, will das Land in geeigneter Form unterstützen.

    Transparenz und Informationsfreiheit sichern

    Der freie Zugang zu Informationen ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass Einwohner mitentscheiden und Gesellschaft mitentwickeln können. Wir werden das Informationsfreiheitsgesetz zu einem echten Transparenzgesetz nach dem Vorbild Hamburgs unter Einbeziehung der Erfahrungen auch anderer Bundesländer fortentwickeln, die proaktive Veröffentlichung von Informationen durch die staatliche Verwaltung ausbauen, die Bereichsausnahmen sowie die Versagensgründe auf das verfassungsrechtlich zwingend gebotene Maß reduzieren und OpenData-Prinzipien in vollem Umfang berücksichtigen. Die Kontrollrechte des Informationsfreiheitsbeauftragten werden wir erweitern.

    Datenschutz zukunftsfähig ausbauen

    Die Koalition setzt sich auf allen gesetzlichen Gestaltungsebenen für ein Datenschutzrecht ein, das dem Einzelnen die vollständige informationelle Selbstbestimmung und die alleinige Verfügung über seine Daten garantiert, der Maxime „Datenschutz-per-Default (Datenschutz als Grundeinstellung) folgt und vor unkontrollierter Profilbildung schützt. Ein besonderes datenschutzrechtliches Augenmerk muss dabei auf die Nutzung von Big-Data-Algorithmen, sogenannte „Smart-Meter“ und Anwendungen aus dem Bereich des „Internets der Dinge“ (Verknüpfung physischer Objekte mit einer virtuellen Repräsentation in einer Internet-ähnlichen Struktur) gelegt werden.

    Nur explizit freigegebene Daten dürfen gespeichert und verwendet werden. Die Kompetenzen des Datenschutzbeauftragten sollen erweitert, seine Unabhängigkeit gestärkt und die Sanktionsmöglichkeiten ausgedehnt werden. Die personelle und sachliche Ausstattung ist dem erweiterten Aufgabenbereich und gestiegenen sachlichen und rechtlichen Anforderungen angemessen anzupassen.

    Reform des Landesamtes für Verfassungsschutz

    Die parlamentarische und damit öffentliche Kontrolle der Tätigkeit des TLfV wird weiter ausgebaut, […]
    eine künftige Landesregierung wird im Laufe der Legislaturperiode eine Expertenkommission berufen, die sich mit der Notwendigkeit und dem in einem demokratischen Verfassungsstaat möglichen Befugnissen einen nach innen gerichteten Geheimdienstes beschäftigen wird und dem Thüringer Landtag einen entsprechenden Vorschlag zur grundlegenden Neuausrichtung der Aufgaben des Schutzes der in der Verfassung garantierten Grundrechte erarbeiten wird.

    Verstärkte Bekämpfung von Wirtschafts‑, Umwelt- und Internetkriminalität

    Die Parteien werden zur besseren Bekämpfung der Wirtschafts- und Internetkriminalität die Schwerpunktstaatsanwaltschaft Mühlhausen weiter personell und technisch unterstützen. Zur effektiveren Bekämpfung der organisierten Kriminalität wird die Staatsanwaltschaft Gera weiter gestärkt. Gleichzeitig ist auf polizeilicher Ebene (LKA) durch geeignete organisatorische Maßnahmen sicherzustellen, dass eine zeitnahe Auswertung von Datenträgern gewährleistet ist. Die dauerhafte Auslagerung von Auswertungsaufgaben an private Dienste (sogenanntes Outsourcing) sehen die Koalitionsparteien kritisch.
    Die Einführung einer Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Umweltkriminalität wird geprüft. Den Herausforderungen der Wirtschafts‑, Umwelt und Internetkriminalität werden wir durch ein entsprechendes Fortbildungsangebot für Richterinnen, Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte begegnen.

    IT-Strategie

    Die Landesregierung will in Abstimmung mit den Kommunen und unter Einbeziehung des Landesdatenschutzbeauftragten die IT-Modernisierung in der öffentlichen Verwaltung voranbringen und eine bürgerfreundliche E‑Governmentstruktur in Thüringen entwickeln. Dazu wird eine Rahmenvereinbarung mit den kommunalen Spitzenverbänden erarbeitet. Die IT-Beschaffung soll vereinheitlicht, eine zentrale IT-Beschaffungsstelle eingerichtet und das Thüringer Landesrechenzentrum (TLRZ) sowohl personell als auch durch die Überführung weiterer bestehender Serverstationen und Rechenzentren in den Verantwortungsbereich des Zentrums gestärkt werden.
    Um dem IT-Fachkräftebedarf in der öffentlichen Verwaltung Rechnung zu tragen, wird gemeinsam mit den Kommunen ein Konzept zur Personalentwicklung, Weiterbildung und Fachkräftegewinnung erarbeitet. Thüringer Behörden, vorrangig diejenigen, die personenbezogene Daten verarbeiten und übermitteln, sollen modernste Verschlüsselungstechniken verwenden.

    21. November 2014 4
  • : Ungarn zieht Internetsteuer zurück
    Ungarn zieht Internetsteuer zurück

    ungarn_protest-300x225Der Standard berichtet mit Verweis auf den staatlichen ungarischen Staatsfunk, dass die ungarische Regierung die Pläne für eine Internetsteuer erstmal zurückgezogen hatte. Der Ministerpräsident Viktor Orban wird mit den Worten zitiert: „In dieser Form ist diese Steuer nicht einführbar, weil die Diskussion darüber entgleist ist“.

    Vorangegangen waren große Proteste, bei denen auch Festplatten und Datenträger auf das Gebäude der Regierungspartei geworfen wurden. Die Internetsteuer war vor allem als Instrument gedacht, um das die Nutzung des Netzes besser kontrollieren zu können. Umgerechnet 49 Cent sollten pro GB an Steuer erhoben werden. Nicht erwartet hatte die Regierung, dass sie damit das Lebensgefühl vieler Bürgerinnen und Bürger auch im eigenen Milieu angreift, indem sie die Internetnutzung verteuern wollte. Das führte zu den Massenprotesten auf der Strasse, die etwas an ACTA erinnerten.

    31. Oktober 2014 4
  • : #10np: Netzpolitik im Schnelldurchlauf
    #10np: Netzpolitik im Schnelldurchlauf

    14942934754_be68d99d7d_zNetzpolitik-Themen im Schnelldurchlauf gab es auch auf unserer „Das ist Netzpolitik!“-Konferenz zu sehen. Urspünglich geplant waren Kurzvorträge im Pecha Kucha-Stil, wo alle 20 Sekunden automatisch die nächste Folie erscheinen würde. Allerdings kommen damit nicht alle klar und so haben einzelne Vortragende einfach nur kurze Vorträge gehalten.

    Dafür haben wir jetzt knapp 50 Minuten Unterhaltungsprogramm mit viel Abwechslung für Euch zu bieten. Mit dabei sind:

    Das gibts Google-frei drüben oder als 2,4 GB großes MP4. Oder auf Youtube:

    In diesem Fenster soll ein YouTube-Video wiedergegeben werden. Hierbei fließen personenbezogene Daten von Dir an YouTube. Wir verhindern mit dem WordPress-Plugin „Embed Privacy“ einen Datenabfluss an YouTube solange, bis ein aktiver Klick auf diesen Hinweis erfolgt. Technisch gesehen wird das Video von YouTube erst nach dem Klick eingebunden. YouTube betrachtet Deinen Klick als Einwilligung, dass das Unternehmen auf dem von Dir verwendeten Endgerät Cookies setzt und andere Tracking-Technologien anwendet, die auch einer Analyse des Nutzungsverhaltens zu Marktforschungs- und Marketing-Zwecken dienen.

    Zur Datenschutzerklärung von YouTube/Google

    Zur Datenschutzerklärung von netzpolitik.org

    29. Oktober 2014
  • : #10np: Bilder von und Berichterstattung über unseren 10. Geburtstag (Update: Mit Torrent!)
    #10np: Bilder von und Berichterstattung über unseren 10. Geburtstag (Update: Mit Torrent!)

    14971728024_d5c441d681_zAm Freitag haben wir mit über 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf Konferenz und Party unseren zehnten Geburtstag gefeiert. Das hat einen riesen Spaß gemacht und mittlerweile haben wir uns auch wieder von allem erholt. Danke an alle, die gekommen sind, uns unterstützt und mitgefeiert haben.

    Die Videos aller Vorträge und Diskussionen kommen in den kommenden Tagen noch online. Bereits jetzt sind eine Reihe Bilder auf Flickr, einmal in unserem Account und noch mehr gibts bei Nibbler.

    Update: Es gibt bereits ein rund 20 GB großes Torrent-File mit allen Videos.

    Es gibt eine Reihe von Medienberichten über unseren Geburtstag, die wir hier mal zusammenstellen:

    Süddeutsche Zeitung: Internetaktivismus in Deutschland – „Das Feld nicht den Industrielobbyisten überlassen“ .

    Netzpolitik.org ist innerhalb eines Jahrzehnts zu einer wichtigen Stimme in der deutschen Medienlandschaft geworden.[…] Am überraschendsten an dem Projekt ist vielleicht, dass es noch immer existiert. Die chronischen Finanzsorgen, die viele Politaktivisten plagen, machen sich in der Netzpolitik besonders bemerkbar.

    Spiegel-Online / DPA: „Netzpolitik.org“ feiert Geburtstag: Blogger ärgern das Kanzleramt.

    Der Brief aus dem Kanzleramt war so etwas wie ein Geburtstagsgeschenk für „Netzpolitik.org“. Die Blogger feiern gerade mit einer Konferenz das zehnjähriges Bestehen. Mit Internetaktivisten und Experten sind die Netzpolitik-Blogger bestens vernetzt. Es gebe ein riesiges Netzwerk aus Kontakten, sagt Gründer Markus Beckedahl. „Jeder unterschätzt uns, wenn man uns nur auf diese zweieinhalb Personen oder nur auf meine Person reduziert.“

    Heise: Netzpolitik: Ritterschlags-Rüffel zum 10. Geburtstag.

    Das größte Dankeschön, von mehreren Rednerinnen und Rednern wiederholt, ging indes an Kanzleramtsminister Peter Altmeier. Dieser hatte kurz vor der Feier einen Drohbrief an die Abgeordneten des NSAUA geschrieben und sie wegen der Weitergabe von Informationen an die Medien gerüffelt. Dabei namentlich erwähnt: Netzpolitik.org. So sieht ein Ritterschlag aus.

    15563691785_146dd57f22_z

    NDR.info: 10 Jahre netzpolitik.org

    Nein, süchtig nach neuen Einträgen von netzpolitk.org sei er nicht, sagt Lars Klingbeil, der netzpolitische Sprecher der SPD im Bundestag – doch Pflichtlektüre, das sei diese Seite am Ende schon. „Ich lese es wirklich regelmäßig, ich ärgere mich auch regelmäßig darüber. Das ist aber glaube ich auch Aufgabe von so einem Blog, dass man uns Politikern nicht gefallen muss, sondern dass man immer wieder auch Stachel ist. Ob es jetzt das Medium Nummer eins ist – spontan würde ich sagen: Es gibt keins, was besser in Quantität und Qualität über Netzpolitik berichtet.“

    (Selbstverständlich führen wir einen Dialog mit Politikern, nur halten wir Podiumsdiskussionen mit 4–6 Netzpolitikern für wenig zielführend und langweilig).

    Golem: Erfolgreich stänkern gegen bösartige Politiker.

    Das Beispiel zeigt: Aus der Berichterstattung über netzpolitische Themen sind die Aktivisten um Markus Beckedahl nicht wegzudenken. Die Kommunikation mit der Politik selbst erscheint trotz Edward Snowden dagegen immer schwieriger.

    RBB: Sie sitzen der Bundesregierung im Nacken

    Geheimdienst-Überwachung und Big Data – seit den Enthüllungen von Edward Snowden sind das Top-Themen in den Medien. Das Internet-Portal Netzpolitik.org hat diese Entwicklungen schon beleuchtet, als sich sonst noch kaum jemand dafür interessierte. Zu ihrem zehnten Geburtstag haben die Netzaktivisten angekündigt, der Bundesregierung weiter im Nacken zu sitzen.

    LXPLM: “Wir haben eine knallharte Agenda für Demokratie und Grundrechte” – 10 Jahre netzpolitik.org

    Zwischendurch wurde auch diskutiert, ob und wie denn die Mischung Journalismus und Aktivismus funktioniert. Konsens: Ganz gut, vor allem, wenn man in dieser Hinsicht transparent ist. Und Objektivität gibt’s ja ohnehin nicht, was höchstens Teile der (pseudo)konservativen, unternehmensnahen Presse bestreiten würden. “Klar haben wir eine Agenda. Eine knallharte sogar. Für Demokratie. Und für Grundrechte”, sagt Beckedahl.

    t3n: 10 Jahre Netzpolitik.org.

    Seit nunmehr zehn Jahren existiert die Plattform netzpolitik.org, die beobachtet, wie die Politik das Netz verändert (und umgekehrt) und sich einmischt. Zum Jubiläum haben die Macher eine Konferenz mit dem Titel „Das ist Netzpolitik“ in der Berliner Kulturbrauerei auf die Beine gestellt.

    Taz: Ist das Journalismus oder was?

    Das Programm ist bereits ein Statement. Die Macher des einzigen deutschen Blogs mit politischem Einfluss laden unter der Parole „Das ist Netzpolitik!“ zum Geburtstag ein.[…]Die Blogger bekommen von ihren Fans aber nicht nur Geld zugesteckt, sondern auch Informationen. Immer wieder landen dann verschlüsselt im digitalen Posteingang, sehr wohl aber auch ganz analog im Briefkasten Unterlagen aus Behörden, Ministerien und Parteien. netzpolitik.org „leakt“ dann – und die anderen schreiben ab, etwa wenn es um das Ausmaß der Funkzellenabfrage geht oder um Unterlagen aus dem NSA-Ausschuss.

    Taz: Toll, toll, toll und auch noch weise.

    Es gibt aber einen noch wesentlich substanzielleren Indikator, der anzeigt, dass das kommende Jahrzehnt nicht nur für Netzpolitik.org ein nachdenklicheres zu sein hat: Die inhaltliche, reflektorische Debattenkultur, die Nachdenklichkeit, das Infragestellen auf offener Bühne.

    B5-Medienmagazin: Blogger: Was bewirkt Netzpolitik.org?

    Aktivistischer Journalismus, das ist das Selbstverständnis der Blogger auf netzpolitik.org. Sie recherchieren und analysieren das politische Geschehen aus der Distanz, so wie klassische Journalisten – einerseits. Denn andererseits treten sie immer wieder Kampagnen los oder rufen zu Demonstrationen auf. Schreiben mit Haltung nennt das Beckedahl und sagt: Diese Leidenschaft habe viele Themen doch erst groß gemacht.

    Sachdienliche Hinweise über weitere Bildersammlungen und Berichte können gerne in den Kommentaren ergänzt werden.

    Update: An dieser Stelle testet der wetter, ob auch der Embed-Code der zu den auf der Website zur Konferenz nun veröffentlichten Videos funktionert – mit der Begrüßung von Markus:


    Das ist Netzpolitik! auf Das ist Netzpolitik!, 17.10.2014, Berlin

    21. Oktober 2014 2
  • : Sigmar Gabriel: “Das Digitale ist politisch!”
    Sigmar Gabriel: “Das Digitale ist politisch!”

    Gabriel_Parteikonvent_Rede_9001-780x439Unser Bundeswirtschaftsminister und SPD-Parteivorsitzende Sigmar Gabriel hat am vergangen Samstag auf dem Parteikonvent der SPD in Berlin eine Grundsatzrede zum Start von #DigitalLEBEN, dem SPD-Parteiprozess zur Erkundung von Netzpolitik, gehalten. Lorenz Matzat hat gestern schon einen aus seiner Sicht wichtigen Punkt thematisiert: Sigmar Gabriel und das Feindbild Silicon Valley.

    Da ich die Rede insgesamt etwas interessanter und mehrschichtiger fand, dokumentiere und kommentiere ich sie nochmal aus meiner Perspektive. (Ich beziehe mich auf das Rede-Transkript auf der SPD-Seite, gut möglich, dass er davon abgewischen ist. Aber ich hab keine Lust und Zeit, mir die Rede zusätzlich anzuhören.)

    Der Anfang setzt schon mal die Headline: „das Digitale ist politisch“.

    Uns allen muss klar sein: das Digitale ist politisch! Politisch im umfassendsten Sinne, in dem Sinne, dass die digitale Revolution fast alle Lebensbereiche unserer Gesellschaft berührt! Wie wir kommunizieren. Wie wir arbeiten. Wie wir wirtschaften. Wie wir Freiheit und Demokratie gestalten. Was wir hier erleben, ist ein „Wendepunkt technologisch-gesellschaftlichen Wandels“, wie es der viel zu früh verstorbene Frank Schirrmacher auf den Punkt gebracht hat.

    Natürlich kann man anmerken, dass das auch schon früher klar war und spätestens seit Lawrence Lessig Buch „Code is law“ auch in der netzpolitischen Debatte fest verankert ist, aber hier haben wir zumindest mal den Parteivorsitzenden einer größeren Partei, die zufällig auch in der Regierung ist und der das nun mal 2014 sagt. Lieber spät als nie, wenn das jetzt angekommen ist, tut das der Debatte nur gut.

    Gabriel spannt den Bogen für die Sozialdemokratie vom Manchester-Kapitalismus zum Silicon Valley-Kapitalismus. Früher haben die Gewerkschaften und Sozialdemokraten viele Errungenschaften erkämpft, für die Zukunft erhofft er auch für beide Player eine tragende Rolle. Welche das ist, muss man nur noch finden. Aber es geht um das Große und Ganze:

    Denn ein Geschäftsmodell, das Menschen nur als Material betrachtet, dass die Würde des Menschen dem Profit nachordnet, kann niemals die Grundlage einer freien und humanen Gesellschaft sein! Das ist nicht unser Menschenbild! Das war es nicht im 19. Jahrhundert und das ist es nicht im 21. Jahrhundert! Dagegen haben wir damals gekämpft und dagegen kämpfen wir auch heute!

    20 Jahre nach Popularisierung des Internets erkennt Gabriel, dass man die Digitalisierung nicht nur dem Markt überlassen könne:

    Dafür braucht die digitale Gesellschaft Regeln! Dafür brauchen wir einen neuen Gestaltungsrahmen. Wir dürfen die Digitalisierung nicht nur dem Markt überlassen! So, wie wir damals den Manchester-Kapitalismus für die Menschen gebändigt haben, ohne als Maschinen-Stürmer die Industrie zu verteufeln und abzuschaffen, so müssen wir heute den Silicon-Valley-Kapitalismus zähmen! Das ist eine ursozialdemokratische Aufgabe.

    Wie wäre es für den Start mal mit klaren Regeln zur Netzneutralität? Das könnte zufälligerweise das Ministerium von Gabriel sogar machen.

    Aber mein Lieblingssatz in dieser Rede ist folgender:

    Denn sonst riskieren wir eine Zukunft, in der die Marktkräfte der digitalen Ökonomie mit immer gigantischeren Rechenkapazitäten durchschnittliche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zunehmend durch Software und Roboter ersetzt.

    So, und nun schauen wir uns nochmal alles an, was sonst in dieser Rede und überall von der Bundesregierung und unserem Bundeswirtschaftsminister zum Buzzword „Industrie 4.0“ geschrieben wird und fragen uns dann: Gibt es da nicht einen Zielkonflikt zwischen der Förderung von Industrie 4.0 oder der Tatsache, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zunehmend einer Automatisierung von Software und Robotern (=„Industrie 4.0“) zum Opfer fallen? Und wo ist die Antwort der Sozialdemokratie darauf, außer das blöd zu finden? Gabriel bleibt das leider schuldig. Und das ist das Kernproblem dieser Rede.

    Aber gut dass wir darüber debattieren, zumindest will Gabriel die Chance für die Sozialdemokratie nutzen, seit dem Farbfernsehen nochmal eine Technologie gestalten zu können:

    Wir müssen eine wachsame, eine kritische Debatte führen – aber keine Angst-Debatte! Ich will nicht, dass es heißt: „Den letzten technischen Fortschritt, den ihr Sozis uneingeschränkt gut gefunden habt, das war die Einführung des Farbfernsehens! Damals, 1967, als Willy Brandt auf den Knopf gedrückt hat.“ Das kann es nicht sein![…]

    Ich sage Euch: Wir dürfen das digitale Zeitalter weder verherrlichen noch verharmlosen! Denn dafür sind die Risiken für unsere freie Gesellschaft und unser Wirtschafts- und Sozialsystem viel zu groß! Wir dürfen es aber auch nicht verteufeln! Denn dann würden wir uns von den Zukunftschancen des digitalen Wandels und der Lebenswirklichkeit im 21. Jahrhundert verabschieden! Weder blinder Fortschrittsglaube noch die Flucht ins Analoge können politische Optionen sein! Wir dürfen es uns nicht in der ideologischen Komfortzone von „gut“ oder „böse“ bequem machen – wir müssen anpacken! Wir müssen gestalten!

    Deswegen müssen wir Netzpolitik als moderne Gesellschaftspolitik verstehen.

    Es ist 2014, aber dass Netzpolitik auch und gerade Gesellschaftspolitik ist, ist leider immer noch nicht überall angekommen. Aber zumindest jetzt bei Sigmar Gabriel:

    Deswegen müssen wir Netzpolitik als moderne Gesellschaftspolitik verstehen. Sie entscheidet darüber, wie wir zukünftig leben und arbeiten. Wie wir Wohlstand erzielen oder die demographische Entwicklung gestalten. So, wie wir damals den Manchester-Kapitalismus für die Menschen gebändigt haben, ohne als Maschinen-Stürmer die Industrie zu verteufeln und abzuschaffen, so müssen wir heute den Silicon-Valley-Kapitalismus zähmen! Das ist eine ursozialdemokratische Aufgabe!

    Nagut, also reden wir übers „Wie?“. Und da kommt leider recht wenig, was wahlweise damit zu tun hat, wie Lorenz Matzat es interpretiert (Er hat keine Ahnung) oder Gabriel der Programmdebatte nicht zuviel vorweg nehmen möchte. Aber man könnte ja mal Programmiersprache als Schulfach diskutieren:

    Technische und digitale Kompetenzen gehören ganz oben auf den Lehrplan. Vernetzte Bildungsangebote, Programmiersprache als Schulfach – alle diese Aspekte gilt es zu diskutieren.

    Eine gute Sache, wo doch z.B. das SPD-geführte Bundesland Hamburg gerade erst den Informatikunterricht als Pflicht abgeschafft hat. Da ist quasi Platz frei geworden.

    Zweitens: Als Partei der Freiheit müssen wir dafür kämpfen, dass „big data“, dass Silicon-Valley-Kapitalismus und Geheimdienste uns nicht auf ein Dasein als gläserne Konsumenten und digitale Untertanen reduzieren. Denn das ist die neue Machtfrage in unserer demokratischen Gesellschaft.

    Zu allererst könnte sich das Bundeswirtschaftsministerium mal dafür einsetzen, dass Deutschland bei der EU-Datenschutzreform wenige Steine in den Weg legt. Denn diese dürfte, wenn sie gut ausgeführt wird, dem Silicon-Valley-Kapitalismus die meisten Steine in den Weg legen und wirkungsvoller sein als in Deutschland das Kartellrecht zu bemühen. Und was macht die Bundesregierung sonst so, um zu verhindern, dass außer Kontrolle geratene kriminell agierende Geheimdienste uns totalüberwachen? Um zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen könnte man auch erstmal das Safe Harbour-Abkommen stoppen.

    Ist das die Welt, in der wir leben wollen? Eine Welt, in der unser Verhalten, unsere Gedanken, unsere Gefühle zum Gegenstand kapitalistischer Vermarktungsstrategien und geheimdienstlichen Überwachungswahns zu werden drohen? Gehört nicht zur Würde des Menschen vor allem sein Selbstbestimmungsrecht auch und gerade über seine persönlichen Daten? Das ist die Herausforderung, die wir annehmen müssen! Wir müssen dafür kämpfen, dass im Bereich der Datensammlung, – speicherung und – Weitergabe wirksame rechtliche Pflöcke eingeschlagen werden zum Schutz der Menschen. Wir müssen uns die Verfügungsmacht über den Gebrauch der digitalen Technologie sichern und, wo das notwendig ist, zurückerobern!

    Ja, müsste man mal. Könnte die Bundesregierung ja mal machen.

    Aber erstmal eine neue Wirtschaftsordnung:

    Drittens: Als Partei der sozialen Marktwirtschaft müssen wir den Rahmen definieren für eine Wirtschaftsordnung im digitalen Zeitalter. […] Unser Ziel muss sein, Datensicherheit zum Standortfaktor zu machen und Monopolisten kartellrechtlich in die Schranken zu weisen.

    Dazu will Gabriel Steueroasen austrocknen, einer der großen Fehler der ersten und einzigen Rot-Grünen Bundesregierung, als man noch glaubte, Finanzmärkte bräuchten weniger Kontrolle:

    Aber auch steuerrechtlich müssen den Daten-Giganten endlich Grenzen gesetzt werden! Es kann doch nicht sein, dass zum Beispiel Apple seine auf im Ausland erzielten Gewinne auf 1 Prozent reduziert! Indem Gewinne durch aggressive Steuervermeidung in das jeweils günstigste Ausland verlagert werden! Es muss gelten: Der Ort der Wertschöpfung ist auch der Ort der Besteuerung! Dafür müssen wir europäisch etwas unternehmen! Wir brauchen ein Stoppschild für Steuerdumping!

    Zum Schluß wird es nochmal historisch, die Erinnerung an den großen Bogen, die erinnerung an Werte der Sozialdemokratie:

    Die Zähmung des Silicon-Valley-Kapitalismus, die Zivilisierung und Humanisierung des digitalen Wandels ist eine historische Herausforderung. Unser Anspruch muss sein, auch eine weltweit vernetzte Gesellschaft auf die universellen Werte der Sozialdemokratie auszurichten: auf Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit, Solidarität und Demokratie. Unser Anspruch muss es sein, aus dem epochalen technischen Fortschritt der Digitalisierung auch einen gesellschaftlichen Fortschritt zu machen! Unser Anspruch muss es sein, da Grenzen zu setzen, wo Fehlentwicklung, wo ungebremste Kommerzialisierung und totalitäre Tendenzen unser Gesellschaftsmodell untergraben und die Ökonomisierung aller Lebensbereiche droht. Und unser Anspruch muss es sein, die Chancen zu ergreifen, die sich eröffnen für Emanzipation, Teilhabe und wirtschaftlichen sowie sozialen Aufstieg!

    Kann man ja so unterschreiben. Wir sind nur auf Positionen und Ergebnisse gespannt, die über schöne rhetorische Floskeln hinaus gehen. Das wollte diese Rede vielleicht gar nicht erreichen. Wir sind gespannt auf die Ergebnisse dieses SPD-Programmprozesses. Und vor allem sind wir gespannt, was die SPD und ihre Minister in dieser Bundesregierung abliefern. Daran werden wir sie messen, nicht an ihrer Rhetorik. Die wird aber zumindest besser.

    22. September 2014 10
  • : Kommentar: Sigmar Gabriel und das Feindbild Silicon Valley
    Kommentar: Sigmar Gabriel und das Feindbild Silicon Valley

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    Die SPD hat bemerkt, dass man “Netzpolitik als moderne Gesellschaftspolitik verstehen” muss. Auf einem Parteikonvent #DigitalLeben wurde am vergangenen Samstag ein Diskussionspapier auf den Weg gebracht. Der Parteivorsitzende der SPD, Sigmar Gabriel, hielt dort eine 35-minütige Rede. Sie war “Das Digitale ist politisch” betitelt.

    So sprach der Vizekanzler:

    „Und wenn wir uns heute anschauen, wer im Besitz der neuen Währung ist, nämlich Daten, dann sind das einige wenige amerikanische Konzerne. Ich finde es geht schon auch um die Frage, wie wir den Freiheitsanspruch gegenüber dem Staat – Stichwort Geheimdienste und anderes – aber auch gegenüber dem Markt und monopolistischen Unternehmen jedes Menschen rechtfertigen.“ [Gabriel weicht vom Manuskript ab, Video ab 19.45 min]

    Das klingt schon etwas lachhaft aus dem Munde eines Mitglieds einer Regierung, die unlängst dem parlamentarischen NSA-Untersuchungsausschuss viele Seiten komplett geschwärzter Unterlagen übergab.

    Aber lassen wir das Thema Geheimdienste mal beiseite. Das Bild von Daten als Währung ist zwar griffig, aber falsch. Die Daten sind eher als Rohstoff zu verstehen. Doch Gabriel geht es eben um das Plakative. Und das ist das unangenehme, weil er so unverfroren Ressentiments heraufbeschwört.

    Gabriel meint:

    „So, wie wir damals den Manchester-Kapitalismus für die Menschen gebändigt haben, ohne als Maschinen-Stürmer die Industrie zu verteufeln und abzuschaffen, so müssen wir heute den Silicon-Valley-Kapitalismus zähmen!“ [13.55 min]

    Und später:

    “Die Zähmung des Silicon-Valley-Kapitalismus, die Zivilisierung und Humanisierung des digitalen Wandels ist eine historische Herausforderung.” [29.12 min]

    Sonst, so legt es zumindest die Rede von Gabriel nahe, bräche sich “ungebremste Kommerzialisierung und totalitäre Tendenzen” die Bahn.

    Der Begriff “Silicon-Valley-Kapitalismus”, soweit ich das überblicke, tauchte im Rahmen der Debatte über das Leistungsschutzrecht erstmals 2012 in der FAZ auf und war selbstredend vor allem auf Google gemünzt.

    Eben dort in der FAZ, im Mai diesen Jahres, ließ sich Gabriel über “Die Demokratie im digitalen Zeitalter” aus und stieß in ein ähnliches Horn wie jetzt auf dem Parteikonvent. Damals schrieb er über einen “Datenkapitalismus”, der für ihn offenbar ebenfalls von Google versinnbildlich wird:

    “Aufgabe der europäischen Politik ist es, mit der Kraft einer kristallklaren Analyse, aber auch mit der Eingriffsmacht eines großen Wirtschaftsraums in der Lage zu sein, die demokratisch legitimierte Rechts- und Marktordnung des digitalen Zeitalters neu zu formulieren und dann durchzusetzen, ja durchzukämpfen, wo es sein muss.”

    Was will Gabriel sagen? Ist die Rechts- und Marktordnung in den USA nicht demokratisch legitimiert? Was meint er mit totalitären Tendenzen? Die Geheimdienste? Und hat die Bundesregierung mit dem Thema nicht mindestens genauso viel zu tun wie das Silicon Valley? Kommen Roboter sowie Software nur aus Kalifornien und werden wirklich nur dort Daten gehortet? Sind die Arbeitsbedingungen an der amerikanischen Westküste tatsächlich so schlimm oder bezieht er sich auf die Fertigung der Hardware in China? Warum wäre ein “rheinischer” oder ein europäischer Kapitalismus hier die bessere Wahl? Werden die Rahmenbedingungen des herrschenden Kapitalismus nicht durch die Welthandelsorganisation WTO bestimmt – und durch Handelsabkommen wie etwa das umstrittene TTIP? Und ist es nicht ausgerechnet Gabriel, der als Wirtschaftsminister dieser Tage für eben dieses Abkommen die Trommel rührt?

    Wir erfahren es nicht. Weil Gabriel sich hier offenbar in den Dienst der nationalen oder europäischen Wirtschaftsförderung stellt. Nehmen wir mal an, dass es ihm (bzw. seinen Redenschreiber) dabei gar nicht um einen plumpen Anti-Amerikanismus geht. Sondern er sich hier nur dem Feindbild “Silicon Valley” einer Verlegerlobby bedient. Weil es so schön simpel gestrickt ist.

    Dem beschworenen Aufbruch der SPD in eine netzpolitische Zukunft tut Gabriel damit keinen Gefallen; der leidet darunter und erhält einen dunklen Unterton. Gabriel konterkariert seine in der Rede getroffene Behauptung, keine „Angstdebatte“ führen zu wollen. Seine ganze Rede ist durchzogen von einem unheilvollen Unterschwang. Von einer Idee, welcherlei Gestalt die „Zukunftschancen des Digitalen Wandels“ annehmen könnten, ist vom SPD-Vorsitzenden kein Wort zu vernehmen. Nur mit Leerformeln kann Gabriel kaschieren, dass er davon offenbar keinen blassen Schimmer hat.

    21. September 2014 9