Netzpolitik

Was kostet eine Stunde netzpolitik.org?

anzeige_guentherIm Rahmen unserer Spendenkampagne wurde mehrfach angeregt, doch mal konkrete Zahlen zu nennen, um eine Spende greifbarer zu machen. Dem kommen wir gerne nach und haben lange überlegt und gerechnet.

Wir finanzieren uns zu fast 100 % aus Spenden von Leserinnen und Lesern. Unterstütze unsere Arbeit mit einer Spende oder einem Dauerauftrag.

Was kostet Livebloggen aus dem NSA-Untersuchungsausschuss?

Eine unserer Service-Leistungen hier auf netzpolitik.org ist die wohl umfassendste Berichterstattung über den NSA-Untersuchungsausschuss im Deutschen Bundestag. Dazu gehört auch immer ein weitgehendes Transcript in Echtzeit als Ersatzprotokoll, weil Ton- und Bildaufnahmen verboten sind und sonst auch noch niemand die mehrfach angekündigten Protokolle gesehen hat. Wir bleiben dabei immer vom Anfang bis zum bitteren Ende in einer öffentlichen Sitzung. Aber welche Kosten verursacht uns das?

Grob gesagt kostet eine Stunde Livebloggen im NSA-Untersuchungsausschuss 32 Euro. So teuer ist generell eine Stunde Arbeit bei uns mit allem drum und dran. Von Versicherung über Gehalt, Hardware, Buchhaltung bis Strom. Nicht eingerechnet ist das Wissen, was in unseren Köpfen ist und was wir durch ganz viel lesen und kommunizieren erlangen. Und nicht einberechnet sind die Überstunden, die wir dann noch machen müssen, um die anderen Themen zu bearbeiten, die trotzdem passieren. Eine Stunde Untersuchungsausschuss kann man aber nicht alleinestehend berechnen, da An- und Abfahrt, Vor- und Nachbereitung fehlen.

Aber wenn wir von einer zehnstündigen Sitzung ausgehen und pauschal fünf Stunden dazu rechnen, kommen wir auf 480 Euro, die uns eine Liveberichterstattung auf dem Geheimdienst-Untersuchungsausschuss kostet. Plus sechs Euro für zwei Club-Mate-Flaschen aus der Kantine des Deutschen Bundestages.

Was kostet ein Monat netzpolitik.org?

Einen Monat netzpolitik.org kostet derzeit rund 14.000 Euro (ab kommenden Jahr mehr, wenn wir eine weitere Stelle schaffen). Nicht einberechnet ist, dass ein Teil unserer Redaktion ehrenamtlich bloggt, wann sie oder er Lust und Zeit haben. Natürlich würden wir dafür gerne eine Vergütung zahlen, das ist derzeit aber leider noch illusionär. Unsere Einnahmen und Ausgaben haben wir im Oktober offengelegt. Anfang des Jahres machen wir nochmal einen Jahresrückblick, wenn alle Zahlen vorliegen.

Eine Halbtagsstelle kostet derzeit bei uns mit allem drum und dran, von Strom über Versicherung, Hardware bis Gehalt mit sämtlichen Abgaben rund 25.000 Euro pro Jahr. Eine ganze Stelle kostet demnach rund 50.000 Euro – und der Kaffee ist schon inklusive.

Und welche Kosten können noch entstehen?

Wenn wir 5000 Aufkleber drucken lassen wollen, damit andere Menschen diese auf ihre Notebooks oder sonstwohin kleben können kosten diese rund 100 Euro. Wenn wir 100 T-Shirts drucken lassen wollen, kostet uns das rund 800 Euro, wenn wir nicht die billigste Qualität nehmen und auf etwas Nachhaltigkeit achten.

Das notwendige Equipment, um mit Video und Livestreams rumspielen zu können und mehr mit Bewegtbild-Vermittlung spielen zu können würde ca. 3000 Euro veranschlagen. Aber das ist Zukunftsmusik und erstmal keine Priorität.

Ein neuer Arbeitsrechner samt Monitor kostet 400 Euro, wenn man ein ordentliches Gerät möchte und einen zweiten Monitor dazu packt, dann 650 Euro. Ein durchschnittliches Mittagessen in einem Restaurant ums Büro herum kostet rund 6 Euro (inklusive Trinkgeld). Das zahlen wir aber immer privat.

Einen Kasten Club-Mate (mit Pfand) und Lieferung kostet 19,91 Euro. Ein Teil trinkt lieber Flora Power, da ist der Kasten mit 23,98 Euro inklusive Pfand etwas teurer.

Unser Traum für dieses und das kommende Jahr

Arbeit gibt es leider mehr als genug. Wir haben etwas gespart und konnten dadurch eine halbe weitere Stelle für nächstes Jahr aussschreiben und haben zahlreiche gute Bewerbungen bekommen. Unser Traum wäre es, wenn wir diesen Monat noch soviele Spenden bekommen könnten, um eine weitere halbe Stelle darüberhinaus zu schaffen.

Das bedeutet, unser Traum-Spendenziel sind 25.000 Euro. Wenn Ihr uns dabei unterstützen wollt, damit das kein Traum bleibt sondern Realität wird, dann könnt Ihr hier spenden. Spenden an uns sind steuerlich absetzbar.

Weitersagen und Unterstützen. Danke!
30 Kommentare
  1. Der Artikel hat letztlich den Ausschlag für mich gegeben, auch mal was zu spenden. Vielleicht ist es für euch auch eine Idee, das Wikipedia-Konzept zu verwenden und anzugeben, wie viele Spenden euch noch zum Erreichen eines bestimmten Ziels fehlen.

    1. Hätten wir auch gerne. Dafür bräuchten wir aber auch so tolle Spendentools wie die Wikipedia, um das in Echtzeit auch darstellen zu können. Die kosten leider einiges an Einrichtung und Aufwand. So müssen wir das immer händisch machen, indem wir in der Regel drei Tage später sehen, wenn eine Überweisung auf dem Konto ist (und wir müssten dann händisch einen Balken malen).

      Vielleicht lohnt sich das kommendes Jahr mal, bisher waren wir sparsam mit sowas.

  2. Eure Bettelei ist widerlich. Ich stelle die – wenn auch kleineren – Spenden an Euch ein und bediene mal andere, und bessere Journalisten, die mich obendrein nicht staendig mit der narzistischen Gewissenskeule nerven. Danke, bin raus!

      1. Bei einer Sache muss ich leider teilweise zustimmen. Obwohl ich einen Dauerauftrag eingerichtet habe bekomme ich natürlich Hinweise zum spenden eingeblendet. Die Artikel zu aktuellen Details stören da keineswegs und ich lese sie gerne. Oft stört mich aber der Balken am unteren Rand den man jedes mal wegklicken muss. Oder gibt es da eine Funktion die ich noch nicht entdeckt habe?

        1. Der Hinweis unten ist in der Regel dezent und kommt einmal am Tag, wo man ihn kurz wegklicken kann. Wir haben bisher kein Verfahren gefunden, einfach und datenschutzfreundlich für Spender diese Funktion auszuschalten, so gerne wir diesen Service anbieten würden und er da ja auch Sinn machen würde (Über sachdienliche Hinweise freuen wir uns natürlich immer, vertrauen da aber auch unseren Admins). Wir möchten aber auch nicht ganz auf diesen dezenten Hinweis verzichten, weil wir von weniger als 10% Spender unter unseren Leser ausgehen und daher leider immer wieder daran erinnern müssen, wie unsere Arbeit hier finanziert wird.

          Aber danke für Deinen Dauerauftrag!

    1. Was wollen Sie denn?!
      Wie viele Wirtschaftsunternehmen z.B. sind nicht transparent und nehmen – ohne zu fragen – einem quasi das Geld weg, wobei sie tatsächlich noch glauben, es stände ihnen zu, so dass sie einen mehr oder weniger abzocken?!
      Aber hier setzt man sich doch wohl für eine gute Sache ein und zeigt differenziert auf, was wie viel kostet,
      das nenne ich Transparenz, welche unserer Bundestagsabgeordneten sind DAS z.B., wenn es um die Einkünfte für ihre Nebentätigkeiten geht?!
      Wo besteht da Transparenzbereitschaft? Ganz selten bei Politik und Wirtschaft!
      NGO z.B. legen doch auch z.T. offen, für was die Spenden gebraucht werden, ganz normal m.E. …
      Irgendwie muss doch alles finanziert werden, oder nicht?!
      Schließlich kommt von nichts – nichts!

    2. Hast du n Arsch offen frei ? Wenn die Hinweise nicht eingeblendet würden, würde auch kaum einer spenden. Nach dem Motto – aus den Augen aus dem Sinn. Das ist doch kein nerviges Popup Fenster wo sich noch eins öffnet wenn man es schließt z.B. wo ist also dein fucking Problem Amateur ? Auf Nichtsnutz-Leser wie dich die auch nix sinnvolles hier beitragen können alle hier verzichten. Hau ab

  3. Danke an das Team von netzpolitik.org für die unermüdliche Arbeit beim Ankämpfen gegen Windmühlen – dafür spende ich gerne und regelmäßig!

  4. Danke euch für die tolle Arbeit! – Die Arbeit, die mit Leidenschaft und aus innerer Überzeugung getan wird! So erscheint es mir auf alle Fälle. Die Windmühlen-Metapher finde ich unpassend. Das klingt so verhärmt und nach permanentem sinnlosen Gegen-Etwas-Ankämpfen. Erstens wird auch an anderen Stellen unermüdliche Arbeit getan. Zudem wird bei Netzpolitik auch was erreicht! Es entsteht ein spürbarer Mehrwert. Für eine große Leserschaft. Und es hat etwas mit Leidenschaft zu tun. Statt, sagen wir, selbstgefälliger Schwurbelei mit Nullaussagen und null Relevanz, hat hier jemand wirklich etwas zu sagen. Und das auch noch kompetent, elaboriert und eben auch mit einer Leidenschaft, die weit über den eigenen Vorteil hinausgeht. Das macht das Blog ja so toll. Gelle.

    Nichts für ungut, Besorgter Bürger, regelmäßige Spenden werden hier gebraucht. Ich finde nur das Wording unpassend und an der Sache vorbei. Ich bin so frei zu behaupten, hier wird für eine (Zukunfts-) Vision gekämpft.

    Wie auch immer: Ich finde Netzpolitik toll! Ich unterstütze gern. Coole Arbeit! Danke!

  5. Soviel Transparenz verdient Lob. Solltet Ihr eine weitere halbe Stelle zusammenbekommen, solltet Ihr auch eine neue Ausschreibung machen, falls vielleicht manch Interessierter die erste in dem Zeitfenster nicht wahrnehmen konnte.

  6. Ich bin schockiert! SCHOCKIERT! Das sind ja Preise wie in der Apotheke! Wie kann man sich denn erdreisten so viel Kohle zu verlangen. Dass Ihr die Spender hier dermaßen abzockt..

    … liebe Bundestagskantine die 3 Euro (DREI EURO!!11) für eine Flasche Clubmate verlangt. Das sind ja SECHS Mark! Das sind ZWÖLF Ostmark! 120 Ostmark auf dem Schwarzmarkt…

    ;-)

    1. 3 Euro kostets übrigens nur bei dem kantinenwagen vorm saal, einmal fahrstuhl runter in Kantine sinds nur noch 2 euro. Man muss denen ja nich mehr Geld geben als sein muss ;)

  7. Mir geht dieser Kommerz doch etwas zu weit, so dass ich zukünftig auf „Fefe“ ausweiche, wenn ich denn wissen möchte, was ich nicht schon wüsste. Eure Überwachungspanik nervt mich eh schon seit längerer Zeit. Damit dann noch Kohle zu scheffeln erst recht. Wie wäre es mal mit einer derartigen Webseite für Jedermann, wo Jedermann frei seine Sicht und Stimme niederschreiben kann als Beitrag? Hier werden einem fast nur „Studierte“ als erfahrene Schreiber vekauft. Der Querschnitt der Bürger folglich volkommen verfehlt.

    Kommerz nimmt die Objektivität. Ein reiner Blogger braucht die Scheinchen nicht und spricht „frei Schauze“. Hier wirds mir zu finanziell und „glatt“. Keinen Cent.


    1. Stell Dir vor… Bloggen kostet Geld. Und jetzt schreiben die Blogger auch noch über diese Kosten. Na dann ist ja klar, dass die auch nur noch Kommerzschweine sind.

      Wie naiv kann man sein? Selbst ein „reiner Blogger“ kriegt seine Hardware, Strom und die Kühlschrankfüllung doch nicht für lau!?!?!?

    2. LOL wie behindert du bist 2015. Die Überwachungspanik geht von den Bullen und Geheimdiensten und Politik aus. Daran erkennt man verblödete Menschen – denn die sehen den Überbringer einer schlechten Nachricht als den Täter. Na klar – nicht die Justiz und Politik sind die Schuldigen NEIN sondern die die darüber berichten und aufklären. OMG merkst du wie hohl du bist ?

      Und wen interessiert schon deine Meinung ?! Gründe nen gratis Blog und schreib da alles auf was du willst. Hier geht es um FAKTEN du Null ! Bei ner Diskussion hat jeder seine Meinung nur bringt die nix da es kein Ende hat und keine Struktur.

      Nimm dir als Vorsatz für das kommende Jahr mehr Zeit in Bildung zu investieren dann kannst du hier auch mithalten mit den kompetenten Kommentarschreibern oder in vielen Jahren vielleicht sogar mit den Netzpolitik Peoples.

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