Netzpolitik
Netzpolitik hauptsächlich in Deutschland, aber auch international. Kernthema dieses Blogs.
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: Nachrichtenüberblick 10.11.
: Nachrichtenüberblick 10.11. Den Fahrplan zur Vorratsdatenspeicherung und weitere Neuigkeiten gibts bei der Futurezone: EU-Fahrplan zur Datenspeicherpflicht.
Die CIA will ein Open Source Center erschaffen. Hat aber nichts mit Freier Software zu tun, wie Telepolis berichtet.
Bei den Volksentscheiden in Kalifornien gab es Probleme mit den digitalen Wahlmaschinen. Ausgerechnet bei der Stimmabgabe von Arnold Schwarzenegger wurde angezeigt, dass er schon gewählt hat. War sicher medienwirksam: Am Wahlcomputer herumgespielt.
„Digitale Kluft“ in der EU wird größer, so die Futurezone. Vor allem zwischen Jungen und Alten, Griechen und Schweden.
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: Nachrichtenüberblick 09.11.
: Nachrichtenüberblick 09.11. Heise berichtet darüber, dass die EU-Parlamentarier einen Kompromiss zur TK-Vorratsdatenspeicherung erarbeitet haben. E‑Mail-Daten und Mac-Adressen sollen nicht gespeichert werden, allerdings konnte sich die Forderung nach einer Befristung von drei Monaten auch nicht durchsetzen. Wenigstens scheint eine Koppelung mit dem Katalog im Gesetz für den Europäischen Haftbefehl vorgesehen zu sein.
Wolfgang Kleinwächter berichtet über weitere Entwicklungen beim WSIS und welche Punkte bei den Abschlusspapieren noch umstritten sind: Mit Volldampf nach Tunis.
Die Berliner Zeitung berichtet über einen Lauschangriff des Bundesnachrichtendienstes auf deutsche Journalisten vor zwölf Jahren: Ins Visier genommen.
Heute berichten einige Medien (Wired, Heise, Tagesschau) über das Anti-Zensur Bündnis, welches Reporter ohne Grenzen am Montag zusammen mit Investmentfonds präsentiert haben.
Reporter ohne Grenzen haben Köhler und Merkel einen offenen Brief geschrieben, in dem diese aufgefordert werden, mehr Druck auf China wegen Menschenrechtsverletzungen zu machen. Hier ist ein kleiner Ausschnitt aus der Pressemitteilung:
„Pressefreiheit und der Zugang zum Internet sind wichtige Bestandteile des Rechts auf Information und freie Meinungsäußerung und, ebenso wie die Beachtung der anderen Menschenrechte, entscheidende Voraussetzung für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit“, heißt es in dem Brief. Angela Merkel soll als künftige Kanzlerin im Dialog mit den chinesischen Behörden ein besonderes Gewicht auf die Wahrung der Presse- und Meinungsfreiheit legen.
Die CSU macht Zugeständnisse bei Telefonüberwachung. Sieht aber immer noch schlimm aus.
In Australien wurden jetzt auch die BigBrotherAwards vergeben. Heise hat die Zusammenfassung.
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: 22C3: Private Investigations
: 22C3: Private Investigations Die Planungen für den 22. Chaos Communication Congress des Chaos Computer Clubs gehen voran. Der 22c3 findet erstmalig vier Tage, vom 27.–30. Dezember 2005, im Berlin Congress Center statt. Das Motto lautet dieses Mal „Private Investigations“ und Joi Ito wird die Keynote dazu halten. Mittlerweile gibt es ein englischsprachiges Weblog, wo einzelne Vorträge vorgestellt werden. Antenne hat 22c3-Desktop-Wallpaper für verschiedene Auflösungen entworfen.
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: Interview mit Lawrence Lessig zum WSIS
: Interview mit Lawrence Lessig zum WSIS Die Zeitschrift Foreign Policy hat ein Interview mit Lawrence Lessig zum WSIS geführt: Battling for Control of the Internet. Themen sind u.a. Internet Governance, Zensurtechnologien und die politische Regulation des Internets. Interessant ist ein Punkt, wo Lessig darauf verweist, dass ihm bei einer WSIS-Vorbereitungskonferenz untersagt wurde, über eine notwendige Balance im Urheberrecht zu sprechen. Das ist eigentlich bezeichnend für den ganzen WSIS-Prozess, entscheidende Fragen einer wachsenden Informationsgesellschaft wurden gerne von den Diplomaten ausgeblendet.
LL: I question whether the [summit] is considering all the issues it needs to be. I was a speaker at one of the preparatory committees and, before my speech, I was asked about what I was going to talk about. I said I was going to talk about the need for balanced intellectual property rules in order to produce the best information society [possible]. The chairman of my session said I was not allowed to talk about intellectual property. She said that’s a problem for the World Intellectual Property Organization. It was ridiculous. It revealed a way in which the deal was struck to establish the World Summit on the Information Society, which was as long as you don’t touch intellectual property you can talk about whatever you want. The insane thing about that position is that there’s no way to strike the right balance unless you consider intellectual property. [For example,] database rights are going to fundamentally affect the future of the information society. The question remains whether the [summit] will be allowed to develop any coherent policy position about the proper balance for intellectual property. My skepticism suggests that they won’t. This issue will be negotiated off the table by those who want to keep control over that policy.
Bei intern.de gibt es eine deutschsprachige Zusammenfassung des Interviews: Kontrollansprüche der EU – eine Folge der US-Außenpolitik.
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: Nachrichtenüberblick 08.11.
: Nachrichtenüberblick 08.11. In Wien wurde gestern der Positivpreis der BigBrotherAwards an Europaparlamentarier vergeben. Dabei äusserte sich die Abgeordnete Eva Lichtenberger auch zur Vorratsdatenspeicherung. Heise hat mehr: EU-Abgeordnete: Nur Gerichte können TK-Vorratsdatenspeicherung stoppen.
Brasilien startet mit der Auslieferung von preiswerten Linux-Rechnern, wie Pro-Linux zu berichten weiss.
Neues vom SonyBMG-Rootkit Kopierschutz: Während SonyBMG im Moment versucht, das PR-Desaster damit zu beschwichtigen, dass die CDs nicht in Europa verkaft werden, kommen neue Informationen ins Netz. Demnach telefoniert das Rootkit „nach Hause“ und übermittelt Daten wie Uhrzeit, IP-Adresse und Album-ID. Diese eignen sich prima für detaillierte Nutzungsprofile, dienen aber natürlich nach Angaben von SonyBMG nur der Übertragung von Bannern. Wer’s glaubt…
Der österreichische Datenschutzrat hat sich am Dienstag für eine umfassende Regelung der privaten Videoüberwachung ausgesprochen: Regeln für private Videoüberwachung.
In Frankreich wurden die ersten drei Teenager verhaftet, welche in ihren Blogs zur Gewalt aufgerufen haben sollen. Bei Telepolis findet sich ein interessanter Artikel dazu: Frankreich geht gegen Blogger vor.
Doch die von ihm angesprochene Kommunikation „von Ort zu Ort, von Stadt zu Stadt per Internet“ beweist nicht die „gegenseitige Koordination“, sondern nur, dass auch ausgegrenzte Kids neue Medien nutzen, um sich teilweise ihrer Aktionen zu rühmen oder bei einem makabren Wettkampf die Ergebnisse auszutauschen. Dass es eine steuernde Kraft gibt, ist fraglich. Bislang gibt es dafür keine Hinweise. Bei der massiven Berichterstattung bedarf es wohl auch nicht des Internet, um Nachahmer zu finden, wenn es zudem vergleichbaren Unmut im ganzen Land gibt.
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: Internet Governance: US-Senator warnt vor „digitalem München“
: Internet Governance: US-Senator warnt vor „digitalem München“ Die Debatte rund um „Internet Governance“ verschärft sich gerade in den USA. Ein Senator ist sich nicht zu schade, gleich vor einem „digitalen München“ zu warnen. Zuerst dachte ich ja, der meint die Entscheidung Münchens, auf Linux zu setzen. Aber tatsächlich kommt die Nazi-Keule raus und er meint den Nicht-Angriffspakt von 1938. Florian Rötzer fasst aktuelle Entwicklungen der Debatte auf Telepolis zusammen: Kampf um die Kontrolle des Internet.
Bei den UN-Verächtern und Vertretern der US-Suprematie hat dies natürlich nicht gefruchtet. Man bleibt dabei, die alten Ängste zu schüren. Im Wall Street Journal durfte jetzt Senator Coleman noch einmal in einem Kommentar Position beziehen – und die viel bei einem bekannten Verächter der UN drastisch aus, der vor kurzem auch schon den Rücktritt von Kofi Annan gefordert hatte. Die Frage, wie das Internet verwaltet werden soll, wird gleich in den Hintergrund des Zweiten Weltkriegs eingetragen. Wer jetzt, wie beim Münchner Abkommen, nachgebe, begehe sozusagen Verrat an der Freiheit und arbeite den Kräften des Bösen zu. 1938 vereinbarten Hitler, Mussolini, Chamberlain und Daladier, dass die Tschechoslowakei um den Friedens Willen das Sudetengebiet an das Deutsche Reich abtreten müsse.
Die UN gilt nämlich ausgerechnet der in Korruption, Tricksereien und Propagandamachenschaften tief verstrickten US-Regierung und vielen Republikanern als Hort der Korruption und der politischen Beeinflussung, während die USA als Garant des Rechts und der Freiheit dargestellt wird. Daher ruft Coleman zur Verteidigung des Internet als eines Mediums auf, das nicht unter die Kontrolle der UN geraten dürfe und weiterhin Freiheit und Unternehmertum dienen müsse. Drastisch wird, wie gerne, wenn es um das Verhältnis UN und USA geht, gemacht wird, eine Verschwörungstheorie aufgebaut:
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: 2x WSIS und Internet Governance
: 2x WSIS und Internet Governance Es gibt zwei neue aktuelle Artikel zum WSIS. In der Online-Ausgabe der ZEIT geht es um die umstrittene Frage des „Internet Governance“: „Monroe“ im Cyberspace.
Möglicherweise will die EU die amerikanische Regierung mit ihrer Forderung nur unter Druck setzen und im internationalen Dialog halten. Der Frontverlauf ist nicht so eindeutet, und die USA sind nicht so isoliert, wie es den Anschein hat. Einiges deutet darauf hin, dass eine Lösung in einer Art Weltinternetforum liegen könnte, in dem die Entwicklung des Internets koordiniert würde in einer Form, die auch für die US-Regierung akzeptabel wäre.
Und Wolfgang Kleinwächter berichtet auf Telepolis über eine Tagung des Global Business Dialogue on eCommerce in Brüssel, wo „Internet Governance“ auch eine Rolle spielte: Das Internet und die gefühlte Bedrohung.
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: Wer ist eigentlich Markus?
: Wer ist eigentlich Markus? Markus ist vermutlich zu bescheiden, um darauf hinzuweisen, also mach ich das mal: Falk Lüke hat für das Online-Magazin Zuender der „Zeit“ ein Portrait über Mr. Netzpolitik himself, Markus Beckedahl, geschrieben: Ein ungleicher Kampf.
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: Kommentar von Kofi Annan zum WSIS
: Kommentar von Kofi Annan zum WSIS Der UNO-Generalsekretär Kofi Annan hat in der aktuellen Washington Post ein Editorial zum in der übernächsten Woche startenden World Summit on the Information Society (WSIS) verfasst. Hier ist ein kleiner Ausschnitt daraus: The U.N. Isn’t a Threat to the Net.
The main objective of the World Summit on the Information Society to be held this month in Tunisia is to ensure that poor countries get the full benefits that new information and communication technologies – including the Internet – can bring to economic and social development. But as the meeting draws nearer, there is a growing chorus of misinformation about it.
One mistaken notion is that the United Nations wants to „take over,“ police or otherwise control the Internet. Nothing could be farther from the truth. The United Nations wants only to ensure the Internet’s global reach, and that effort is at the heart of this summit.
Strong feelings about protecting the Internet are to be expected. In its short life, the Internet has become an agent of revolutionary change in health, education, journalism and politics, among other areas. In the United Nations’ own work for development, we have glimpsed only the beginning of the benefits it can provide: for victims of disaster, quicker, better-coordinated relief; for poor people in remote areas, lifesaving medical information; and, for people trapped under repressive governments, access to uncensored information as well as an outlet to air their grievances and appeal for help.
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: Montag ist Webtag
: Montag ist Webtag Morgen findet in Köln der so genannte „Web-Montag“ statt: Der Veranstalter Tim Bonnemann, der seit Mai in Kalifornien arbeitet, möchte damit auch in Deutschland das weite Feld von Social Software und Co. fördern und Interessenten zum öffentlichen Brainstorming einladen:
Web-Montag – bringt Anwender, Entwickler, Gründer, Unternehmer, Forscher, Pioniere, Blogger, Podcaster, Designer und sonstige Interessenten zum Thema Web 2.0 (im weiteren Sinne) zusammen.
Themen: Ajax, API, Atom, Collaboration, E‑Democray, E‑Learning, Emerging Technology, Feeds, FOAF, Folksonomy, Identity, Instant Messaging, Location-based Services, Long Tail, Microformats, Mobile, Multimodal Interactive (Wireless Voice), Open Source, Podcasting, Privacy, RFID, RSS, Search, Security, Semantisches Web, Social Bookmarking, Social Networks, Social Software, Spam, Syndication, Tags, Tagging, Voice over IP (VoIP), Web 2.0, Weblogs, Web Services, Wikis, Wireless, XFN…
Montag abend am 18 Uhr im Hallmackenreuther in Köln. Alle Informationen in Tims Wiki.
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: Nachrichtenüberblick 04.11.
: Nachrichtenüberblick 04.11. Ungefähr 90 Tage braucht die Polizei in England, um Festplatten von (potentiellen) Terroristen durchsuchen zu können: How long does it take to crack a terrorist hard drive?
Unter dem Motto »Race against root« wird am 9. September 2006 nach Treuchtlingen eingeladen: Wettstreit der Betriebssysteme wird mit Seifenkisten entschieden. Treuchtlingen ist übrigens eine kleine Gemeinde in Bayern, wo schon seit bald drei Jahren in der kommunalen Verwaltung auf Alternativen gesetzt wird.
Der Stern berichtet über OpenOffice 2.0: Her mit den Billigarbeitern.
Die Mozilla-Foundation veranstaltet unter dem Motto „Extend Firefox“ einen Erweiterungs-Wettbewerb, damit beim Erscheinen von Firefox 1.5 genug Plugins zur Verfügung stehen. Es gibt auch einige Preise zu gewinnen: Firefox 1.5: Erweiterungs-Wettbewerb.
Gestern schon berichtete Heise über Probleme beim Start des biometrischen Passes: Und wenn der Mensch ein Mensch ist: Holpriger Start für den ePass.
Wie zu erwarten, kümmert sich die grosse Koalition äusserst schnell um weitere Sicherheitspakete. Die Antiterrordatei soll kommen und sonst sieht es für den Datenschutz auch nicht gut aus: Schwarz-rote Koalition will Datenschutz auf den Prüfstand stellen.
Aber auch Dänemark plant weitere Anti Terror Massnahmen, darunter die Videoüberwachung öffentlicher Plätze, eine Vorratsdatenspeicherung von einem Jahr, weniger Datenschutz nd das übliche Verschärfungsprogramm: Dänemark will neue Gesetze gegen den Terror.
Die neu entfachte Debatte um die Broadcast-Flag in den USA spiegelt sich auch in deutschen medien leicht wieder. Heise berichtet ausführlich darüber: US-Abgeordnete beraten über Kopierschutz für digitalen Content . Und Mathias Spielkamp hat für Golem einen Artikel darüber geschrieben: US-Gesetzentwurf soll TV-Aufnahmen einschränken.
Äusserst lesenswert ist ein Kommentar von Bruce Schneier zur drohenden Einführung von RFID in US-amerikanischen Pässen: Fatal Flaw Weakens RFID Passports.
Überraschung: Urheberrecht verzögert Internet-TV.
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: Nachrichtenüberblick 03.11.
: Nachrichtenüberblick 03.11. Science@ORF berichtet über wissenschaftliche Podcasts und stellt einige erfolgreiche vor: Podcasts erobern die Wissenschaft.
Heute scheint wohl der Tage des Online-Journalismus zu sein. Die FAZ berichtet über die Tagung der „Online News Association“ (ONA) in den USA, wo sich der Herausgeber der New York Times ausgiebig zu Blogs und Wikis geäussert hat: Journalismus im Internet – Der neue Wilde Westen.
In unserem Lande findet der „2. Frankfurter Tag des Onlinejournalismus“ statt. Die Tagesschau hat dazu ein Dossier über Online-Journalimus erstellt und dazu gibt es einen Artikel über den Status quo und Zukunft des Online-Journalismus: Was Google, DSL und Blogs für die Medien bedeuten.
Das „Internet Governance Project“ hat einen Bericht zur Zukunft des DNS-Systems und die Frage um ICANN veröffentlicht. Monika Ermert beschreibt die Essentials auf Heise: Forscher fordern „ent-nationalisierte“ ICANN.
Der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Jörg Ziercke, fordert eine Vorratsdatenspeicherung von mindestens zwölf Monaten und will gleichzeitig die Industrie zur Terrorabwehr einsetzen.
Und die US-amerikanische Filmindustrie fordert 600000 Dollar von einem 67-jährigen Rentner, weil dessen 13-jähriger Sohn vier Filme via Filesharing heruntergeladen hat. Der Propaganda-Feldzug wird härter, bald geben sie auf?
Heise weist auf eine interessante Umfrage der Zeit in Zusammenarbeit mit der HU-Berlin hin: Allgegenwärtige Infotechnik vs. informationelle Selbstbestimmung?
Die Wochenzeitung Die Zeit hat gemeinsam mit der Berliner Humboldt-Universität eine Online-Umfrage zu den Auswirkungen von Ubiquitous Computing, RFID, Data Mining mit Kundenkarten und Scoring auf die Privatsphäre gestartet. Die Erhebung soll Erkenntnisse für das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Projekt Taucis (Technikfolgen-Abschätzung Ubiquitäres Computing und Informationelle Selbstbestimmung) bringen, welches das Institut für Wirtschaftsinformatik der Uni gemeinsam mit dem Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz in Schleswig-Holstein durchführt. Ein Schwerpunkt von Taucis stellt die Frage dar, inwieweit die in immer mehr Lebensbereiche eindringende, allgegenwärtig werdende Informationstechnik die (informationelle) Selbstbestimmung des Menschen einschränkt und inwiefern sich die Bürger eine Gängelung durch die Maschinen gefallen lassen.
Dazu bietet die Zeit ein interessantes Interview mit der Forscherin Sarah Spiekermann zu der Umfrage: Soll das Auto die Werkstatt alarmieren?
ZEIT: Um welche Technik geht es dabei konkret?
Spiekermann: Es geht um Ubiquitäres Computing, kurz auch UbiComp genannt. Übersetzt könnte man es »Allgegenwärtiges Rechnen« nennen. Der Grundgedanke dahinter ist, dass ein Großteil unserer Alltagsgegenstände »intelligent« werden soll. Das heißt: Sie sollen durch Chips oder Sensoren so weit mit Rechenpower ausgestattet werden, dass sie dem Menschen neuartige Serviceleistungen bieten können. Ein gutes Beispiel sind Skipässe. Früher hatte man ein Stück Papier um den Hals hängen, das vom Kontrolleur eingesehen wurde. Heute läuft man durch eine Zugangskontrolle, die den Chip im Skipass automatisch ausliest und überprüft. Außerdem sollen Gegenstände miteinander vernetzt werden, vielfach drahtlos über Funkschnittstellen. Man spricht deshalb in diesem Zusammenhang auch häufig vom »Internet der Dinge«.
Das Europaparlament ringt um eine gemeinsame Position bei der Vorratsdatenspeicherung. Im federführenden Ausschuss für Bürgerrechte, Justiz und Inneres sollen insgesamt 237 Änderungsvorschläge auf über 150 Seiten zum Kommissionsentwurf eingegangen ein. Heise berichtet darüber: Zahlreiche Änderungsanträge zur Richtlinie über TK-Vorratsdatenpeicherung.
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: WSIS-Interview mit Rainer Kuhlen
: WSIS-Interview mit Rainer Kuhlen Due Deutsche Welle hat Rainer Kuhlen vom WSIS-Koordinierungskreis zum UNO-Weltgipfel zur Informationsgesellschaft, dem Streit um ICANN und Menschenrechten in Tunesien befragt: Regierungen dürfen Internet nicht steuern.
Ein großer Kritikpunkt ist, wie Tunesien mit den Menschenrechten umgeht. Ist es denn falsch, ausgerechnet den Weltinformationsgipfel in einem Land auszurichten, in dem Presse- und Meinungsfreiheit nicht ausreichend respektiert werden?
Es ist schwierig von außen einzuschätzen, was ist Propaganda, was ist Gegenpropaganda. Der tunesische Präsident Ben Ali wertet es als Vertrauensbeweis der Welt für die politische Weitsicht seines Landes, dass der Gipfel in Tunesien stattfinden kann. Das Ereignis wird eindeutig politisch vereinnahmt. Andererseits gibt es massive Kritik von „Reporter ohne Grenzen“ und anderen Menschenrechtsorganisationen. Aktuell sind acht oder neun Menschen im Hungerstreik, die gegen die Politik Tunesiens protestieren. Sie fordern Presse- und Versammlungsfreiheit und die Befreiung politischer Gefangener. Die Zivilgesellschaft tut sich sehr schwer, dass ausgerechnet der Weltgipfel, der ja ein Gipfel der Informationsfreiheit sein soll, in einem Land stattfindet, wo die Menschenrechte nicht gerade gefördert werden.
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: EDRI-gram – Nummer 3.22, 3 November 2005
: EDRI-gram – Nummer 3.22, 3 November 2005 Das EDRI-gram – Nummer 3.22 vom 3 November 2005 ist mit folgenden Themen erschienen:
* European Parliament: no retention of internet data
* Article 29 WP rejects data retention once more
* Big Brother Awards presented in 4 countries
* French minister: copyright above privacy
* Citizens’ Summit on the Information Society
* Greek court will rule on CCTV
* European Data Protection Supervisor newsletter
* Petition update: over 55.500 signatures -
: Nachrichtenüberblick 01.11.
: Nachrichtenüberblick 01.11. SonyBMG hat einen neuen Kopierschutz für Musik-CDs, der für Furore und sehr schlechte PR sorgt. Schuld ist Mark Russinovich, der in seinem Blog seine Beobachtungen dokumentiert hat, was das DRM denn so alles mit dem System macht. Joerg-Olaf Schaefers kommentiert die Restriktionen bei Medienrauschen: „Sony Music: DRM reicht nicht mehr, nun wird gehackt“. Sehr ausführlich berichtet u.a. Heise darüber: „Sony BMGs Kopierschutz mit Rootkit-Funktionen.“
In den Lizenzvereinbarungen (EULA) der CD – der man zustimmen muss, damit die darauf befindliche Abspiel-Software für PCs startet – steht laut Russinovich nichts davon, dass eine Software installiert würde oder sich gar tief im System verankert. In der Diskussion zur Sysinternals-Meldung werfen Teilnehmer ein, dass dieses Vorgehen des Kopierschutzes wohl in Kalifornien nach dem California Business & Protections Code Section 22947.3 illegal sei und mit bis zu 1.000 US-Dollar Strafe pro betroffenem Computer geahndet werden könne.
Linksys hat einen neuen Router auf den Markt gebracht, welcher nicht mehr Linux als Basis-System hat und wo die Firmware nicht mehr so einfach erweitert werden kann. Ich bin etwas verwundert über die Firmenstrategie, da gerade die erweiterbare Firmware viel Kreativität auslöste und mit OpenWRT ein spannendes Community-Projekt entstand. Nun ist der Kaufreiz sicher nicht mehr so gross und Linksys verpielt meiner Meinung nach leichtfertig mit diesem Schritt das Potential von offener Innovation.
Die Filmindustrie setzt mal wieder zu einem neuen Anlauf für eine Broadcast-Flag in den USA an.. Die Electronic Frontier Foundation spricht von „Halloween on the hill“ und Heise liefert den passenden Artikel: US-Filmindustrie will per Gesetz die „analoge Lücke“ schließen.
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: Nachrichtenüberblick 31.10.
: Nachrichtenüberblick 31.10. Der morgen startende biometrische Reisepass ist auch heute wieder Thema in vielen Medien. Die Rheinische Post meldet einen grossen Ansturm auf den „alten“ Pass in den letzten Tagen. Heise, Tagesschau.de und Futurezone berichten über die Kritik an der vorschnellen Einführung.
Der Rechtsberater der Free Software Foundation, Eben Moglen, hat der eWeek ein Interview zur GPL 3.0 gegeben. Heise und Golem berichten darüber. Im November soll die Road-Map veröffentlicht werde.
Die Firma Blizzard macht sich gerade mit einer Anti-Cheating Software für World of Warcraft wieder unbeliebt. Die Software sorgt nicht nur dafür, dass keine Cheats in der Spielwelt genutzt werden können, sondern spioniert auch noch ausführlich die Spieler und ihre Tätigkeiten am PC aus. Natürlich werden die Informationen nicht von Blizzard verwendet, wie ein Firmensprecher verkündet. Schön blöd, wenn man diese Funktionalität trotzdem in der Software lässt und sich ein Nutzer mal ausführlich damit beschäftigt, was nach Blizzard übertragen wird: Warcraft game maker in spying row.
Während heute in Berlin die „Chaos-Tage“ gestartet sind, sind mehr Informationen über die Koalitionsverhandlungen öffentlich geworden. Die Vorratsdatenspeicherung wird kommen, anscheinend ist nur noch unklar, ob für sechs oder zwölf Monate: Schwarz-Rot nimmt Kurs auf Vorratsspeicherung von TK-Verbindungsdaten.
In der Schweiz fand im Kanton Zürich ein eVoting statt: Erste elektronische Wahl per SMS in der Schweiz erfolgreich.
Ansonsten soll es jetzt noch in Berlin ein WiMax-Netz geben. Das freut die Menschen z.B. in Pankow, welche noch weitere zwei Jahre auf DSL warten dürfen. Vielleicht geht das ja mit dem Breitband jetzt etwas schneller.
Und Wired berichtet darüber, wie Public Enemy mit dem Netz rumspielt: Public Enemy Takes It to the Net.
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: Interview mit Cory Doctorow als OGG
: Interview mit Cory Doctorow als OGG Mein Interview mit Cory Doctorow auf der EuroOSCON letzte Woche in Amsterdam ist jetzt Dank dem Wetterfrosch geschnitten und als OGG (19MB) verfügbar. In dem Interview geht es um die Entstehung von BoingBoing, welche Gefahren die Broadcast-Flag zukünftig für Innovation, Wettbewerb und Distribution im Internet bedeutet, wieso Cory für sein neuestes Science Fiction Buch die von Richard Stallman scharf kritisierte Creative Commons Development Licence verwendet, den Sturm auf die WIPO und über Digital Rights-Activism.
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: Nachrichtenüberblick 27.10.
: Nachrichtenüberblick 27.10. Der SWR behandelt den „Streit um biometrischen Pass“.
Über den massiven Ausbau der Überwachung in Frankreich berichten gleich mehrere Online-Medien, wie Heise, Telepolis und die Futurezone.
Über ein Zukunftsgespräch des Instituts für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT) in Berlin berichtet Heise ausführlich: RFID: Fußball-WM als Schrittmacher des Pervasive Computing.
Der baden-württembergische Justizminister Ulrich Goll hat heute in Stuttgart eine Anhörung zum Thema „Vorratsdatenspeicherung“ durchgeführt. Monika Ermert war dabei und berichtet live vom Podium auf Heise: Baden-Württembergs Justizminister für Begrenzung der TK-Datenspeicherung.
Gerd Gebhardt heisst jetzt Michael Haentjes. Zumindest hat die IFPI, der Verband der „Musikindustrie“ einen neuen Präsidenten. In dem Artikel dazu wird auch noch auf Gerüchte hingewiesen, dass der Verband der Unabhängigen Tonträger aus der IFPI austritt.
Über dpa ging heute ein sehr kritischer Artikel über den World Summit on the Information Society und sein Tagungsland, Tunesien. Der Präsident von Tunesien gilt zwar als „Internetfreak“, sperrt aber alle Menschen ins Gefängnis, die das Netz zur freien Meinungsäusserung nutzen. Ich finde es gut, dass dpa dies so offen thematisiert und verschiedene Medien wie die Netzeitung, Futurezone oder die Mitteldeutsche Zeitung dieses Thema aufnehmen. Letztere mit der Überschrift „Informationsgipfel im Land der Zensur und Schikane“. Ich werde nächsten Monat live aus Tunesien über den Gipfel berichten.
Gerade werden wohl wieder massiv Filtertechnologien zum Jugendschutz gefordert: Jugendschützer fordert von Internetanbietern mehr Engagement.
Internetanbieter müssen beim Jugendschutz im Internet noch mehr Flagge zeigen, forderte der Vorsitzende der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) Wolf-Dieter Ring bei der Jugendschutzdiskussionsrunde auf den Münchner Medientagen. Der Leiter der länderübergreifenden Stelle Jugendmedienschutz.net, Friedemann Schindler, forderte außerdem eine verstärkte Diskussion über Sperrverfügungen gegen Access-Provider. Auch in Norwegen, England und Dänemark werde intensiv über Sperrungen nachgedacht.
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: Nachrichtenüberblick 26.10.
: Nachrichtenüberblick 26.10. Der ADAC möchte nicht ohne Zustimmung verlinkt werden und schreibt das in sein Impressum. Die TAZ hat darauf reagiert und eine Glosse geschrieben: im internet verlinkt: die gelben engel.
Lieber ADAC, wir machen das jetzt so: Sie prüfen unsere Seite und mailen uns dann, ob das okay war, dass wir Sie verlinkt haben, ja? Und wenn Sie sauer sind, dass wir das so gemacht haben, dann schimpfen Sie uns ordentlich aus und wir stellen uns heulend in die Ecke und schämen uns, in Ordnung? Und dann, lieber ADAC, erklären Sie uns ganz in Ruhe das Internet, denn wir, ja wir allein kapieren das Internet nicht! Liebe Grüße, Ihre Wahrheit!
In Schweden ist erstmals ein Filesharer verurteilt worden und muss 1700 Euro Strafe zahlen, wie BBC und Netzeitung berichten.
In Österreich wurden gestern die BigBrotherAwards verliehen. Die Futurezone und Heise berichten über die Preisträger. In der Kategorie „Kommunikation“ konnte sich World of Warcraft gegen Google durchsetzen.