Politik

  • : Wie Jugendliche Politik und Nachrichten konsumieren
    Wie Jugendliche Politik und Nachrichten konsumieren

    Der Deutschlandfunk berichtete gestern in seinem Hindergrund „Wie Jugendliche Politik und Nachrichten konsumieren“.

    Kurze und lange Clips, professionell produziert. Viele Radio- und Fernsehsender versuchen die junge Zielgruppe über soziale Netzwerke zu erreichen. Die Zahl der Zuschauerinnen und Zuschauer bei YouTube, Facebook, Twitter und Instagram ist allerdings noch überschaubar. YouTube und erfolgreiche Nachrichten von etablierten Anbietern – noch passt das kaum zusammen.

    Hier ist die MP3.

    7. Dezember 2015 2
  • : Jung & Naiv – Folge 74: Wie funktioniert ein Untersuchungsausschuss?
    Jung & Naiv – Folge 74: Wie funktioniert ein Untersuchungsausschuss?

    Man hört von ihnen ständig, nur von den Ergebnissen recht wenig: Untersuchungsausschüsse. Was soll das sein? Warum nutzen Bundestagsabgeordnete dieses Mittel? Wie läuft das ab? Und vor allen Dingen: Worum geht es im aktuellen „Eurohawk“-Untersuchungsausschuss? Sollte mich das interessieren? Warum gerät unser Herr der Drohnen, Verteidigungsminister Thomas de Maizière, derzeit so in Bedrängnis? Hat er etwa gelogen?

    Dafür habe ich mich mit dem Parlamentsjournalisten meines Vertrauens, Thomas Wiegold, getroffen. Thomas kam gerade aus der letzten U‑Ausschusssitzung des Tages.

    Hier klicken, um den Inhalt von www.youtube-nocookie.com anzuzeigen.

    Too long to watch? Zitate aus der Folge:

    „Der sogenannte Eurohawk ist eine Riesendrohne, die die Bundeswehr in den USA gekauft hat und darin eigene Aufklärungstechnik für Krisengebiete eingesetzt werden. Doch man bekommt keine Zulassung, sie in Deutschland zu betreiben bzw. hier in zu starten.“

    25. Juli 2013
  • : Konferenz Rückeroberung des Öffentlichen: Das Internet nicht überschätzen
    Konferenz Rückeroberung des Öffentlichen: Das Internet nicht überschätzen

    Gestern und heute findet eine Konferenz des Goethe-Instituts in der Akademie der Künste in Berlin statt: „Rückeroberung des Öffentlichen. Kultur im Spannungsfeld von öffentlichem und digitalem Raum“. Im Vorfeld der Konferenz hatten sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Newthinking (darunter auch Markus, Andre und ich von Netzpolitik) sich in Blogbeiträgen mit Fragen nach Öffentlichkeit, digitalem Raum und digitalem Protest auseinandergesetzt. Heute wird auf vier Panels einerseits über Vernetzung, Kommunikation und Macht, andererseits über den „öffentlichen Raum“, seine Metaphorik und die künstlerische Auseinandersetzung diskutiert.

    Im zweiten Panel ging es heute Morgen um Kommunikationsverhältnisse und ihren Einfluss auf Proteststrukturen. Francisco Polo, der in Spanien Direktor von Change.org ist, begann die Diskussion mit der Aussage, das Internet sei nur eines von vielen Tools für Aktivistinnen und Aktivisten. Die Besonderheit liege darin, dass durch das Internet Proteste und Revolutionen sofort und in Echtzeit sichtbar gemacht werden, und dies äußert mobilisierend wirke. Dieter Mersch, Medien- und Sprachphilosoph an der Universität Potsdam, sprach von einer Mystifizierung des Internets: Es verliere dadurch den Sinn des Politischen. Als Stephan Wackwitz, der das Panel moderierte, eine Allgegenwart des Internets konstatierte, widersprach Politikwissenschaftler Christoph Bieber: Dieser Allgegenwart könne man bisher noch sehr gut ausweichen, das sehe man ja schließlich im Bundestag. Wenn Politikerinnen und Politiker nicht auf die Kommunikation, die im Netz geschieht, reagieren, dann bringt diese oft wenig. Dennoch habe das Web 2.0 eine Kommunikation mit sich gebracht, die stärker horizontal verläuft und dadurch wirkmächtigeren Einfluss besitze. Sprache drücke sich dann in Code aus und suche Anschluss an den politischen Raum.

    Mit dem Aktivisten Sherief Gaber bewegte sich der Fokus der Debatte dann auf den Einfluss des „digitalen Raums“ auf Proteste und Revolutionen. Gaber stellte sofort klar, dass der Einfluss des Internets für die Proteste in Ägypten überschätzt wird. Durch das Internet entstehe vielmehr die Gefahr eines falschen Anscheins von Aktivismus. Auch Polo sagte, das Internet kann immer nur ein Werkzeug von vielen sein, und ist dann hilfreich, wenn es gerade das richtige Werkzeug ist. Bieber warf Fragen der Kontrolle ein: Ist „das Internet“ eigentlich ein öffentlicher Raum? Ist Social Media ein öffentlicher Raum? Wer regelt die Zugänge? Letztendlich sei das Netz nur ein bedingt freier und allen zugänglicher Raum, so Bieber. Auch Mersch merkte an, dass es der Kommunikation im Netz oftmals an der Sensibilisierung füreinander fehlt, stattdessen sei es oft Kommunikation um der Kommunikation willen.

    Bieber führte zum Schluss noch die Geschwindigkeitskomponente des Internets an: Protest geschehe heutzutage im Schnellvorlauf, während die notwendigen Veränderungen dem nicht folgen können. Er sieht zum Beispiel die Piratenpartei als einen Versuch, diese zeitliche Kluft zu überbrücken, und fragt sich, ob die Piraten eigentlich Politik machen, oder doch eher Kunst?

    23. April 2013
  • : Neues ZDF-Politikmagazin: Berlin Politix
    Neues ZDF-Politikmagazin: Berlin Politix

    Vor zwei Wochen ist ein neues Politmagazin bei ZDFinfo gestartet: Berlin Politix. Immer wieder Mittwoch um 19:20 Uhr gibt es rund 15 Minuten Sendung. Die heutige Sendung ist bereits in der Mediathek zu finden. Dieses Mal geht es um die Debatte rund um das Leistungsschutzrecht bei der FDP-Bayern, wo der Netzpolitiker Jimmy Schulz am vergangenen Wochenende einen Sieg gegen Sabine Leutheusser-Schnarrenberger errang. Zudem ist Martin Delius aus der Berliner Piratenfraktion zu Gast und probiert analoge Kommunikation über ein Dosentelefon aus.

    Berlin PolitiX schaut genau hin: Wie kommen das Internet und die FDP zusammen, wie etabliert sind die Piraten, wer spielt mit beim Tarifpoker mit der Politik? Moderation: Britta Buchholz

    14. März 2012 4
  • : Jeder zweite Internetnutzer informiert sich online über Politik
    Jeder zweite Internetnutzer informiert sich online über Politik

    Die Forschungsgruppe Wahlen hat für das zweite Quartal 2010 Daten zur Internetnutzung in Deutschland veröffentlicht. Befragt wurden insgesamt 3.728 Deutschen ab 18 Jahren. Männer nutzen mit 79% das Netz mehr als Frauen mit 65% (Das liegt vor allem an den über 65-jährigen Frauen, die nur zu 25% im Netz sind).

    Interessant sind die Daten zu Politik:

    In den Partei-Anhängerschaften der Grünen (88 Prozent) und der FDP (85 Prozent) ist die Rate der Internet-Nutzer weit überdurchschnittlich. Bei der Partei-Anhängerschaft der CDU/CSU liegt sie leicht unter dem Durchschnitt (67 Prozent), die Anhänger von SPD (71 Prozent) und der Linken (74 Prozent) sind ungefähr genauso häufig wie alle Deutschen online. Vergleichsweise rege wird das Internet genutzt, um sich mit Nachrichten über Politik zu versorgen. Mehr als jeder dritte Deutsche (36 Prozent) nutzt diese Möglichkeit. Bezogen nur auf die Gruppe der Internet-Nutzer ist dies jeder Zweite (51 Prozent). Auch beim Onlineabruf von Politiknachrichten nutzen Männer aller Altersgruppen das Internet intensiver als Frauen.

    19. Juli 2010 9
  • : Zwölf nach Elf: Recht, Politik, Facebook, Pac-Man & die FDP
    Zwölf nach Elf: Recht, Politik, Facebook, Pac-Man & die FDP

    Bei der Debatte über den Richtlinienentwurf der EU-Komission zur Bekämpfung der Kinderpornographie gestern im Bundestag (Netzpolitik.org berichtete) ging es hoch her. Stefan Krempel hat für Heise Online noch einmal die Positionen der Parteien zusammengefasst.

    # Zusammenfassung der Debatte über den Richtlinienentwurf der EU-Komission zur Bekämpfung der Kinderpornographie im Bundestag (Stefan Krempel, Heise Online)

    Bereits am Montag hat sich Stefan Engeln mit dem von den deutschen Verlegern geforderten Leistungsschutzrecht für Presseerzeugnisse auseinandergesetzt. Und zwar mit einem erstaunlichen Ergebnis: Nach Ansicht der Gewerkschaften seien Blogger keine Presseverleger im Sinne des Leistungsschutzrechts. Den meisten Bloggern dürfte das herzlich egal sein, freiberuflich bloggende Journalisten hingegen wissen nun, was sie von ihren Vertretern zu erwarten haben. Schönen Dank auch!

    # Leistungsschutzrecht: Kein Herz für Blogger (Stefan Engeln)

    Wer wissen möchte, wie der Stand der Dinge im Verfahren gegen Jörg Tauss ist, bleibt bei der „Mitmachzeitung für Bruchsal“ auf dem Laufenden. Dort berichtet Rainer Kaufmann vom zweiten Prozesstag:

    21. Mai 2010 3
  • : Petition: Heilhilfsberufe – Sofortmaßnahmen zur wohnortnahen Versorgung mit Hebammenhilfe
    Petition: Heilhilfsberufe – Sofortmaßnahmen zur wohnortnahen Versorgung mit Hebammenhilfe

    Etwas offtopic: Wer schon Kinder bekommen hat oder das in Zukunft mal vor hat, wird die Arbeit von Hebammen zu schätzen wissen. Allerdings gerät die flächendeckende Versorgung mit Hebammenhilfe zunehmend in Gefahr und die Politik reagiert darauf nicht. Der Deutsche Hebammenverband hat gestern am Internationalen Hebammentag (Scheint es echt zu geben) eine ePetition beim Deutschen Bundestag gestartet. Hier kann man sich näher informieren und hier mitzeichnen.

    Am ersten Tag haben schon mehr als 25.000 Menschen mitgezeichnet.

    Petitionstext:

    Der Bundestag möge Sofortmaßnahmen beschließen, um eine wohnortnahe Versorgung von Frauen mit Hebammenhilfe und die freie Wahl des Geburtsortes auch nach dem 1. 7. 2010 sicher zu stellen. Gefordert wird auch die Aufnahme eines Sicherstellungsauftrages für Hebammenhilfe analog § 72 SGB V. Des weiteren möge der BT eine Datenerhebung zum Bedarf an Hebammenhilfe und deren Deckung beschließen.

    6. Mai 2010 10
  • : Lorenz Lorenz-Meyer über Polit-Journalismus im Netz
    Lorenz Lorenz-Meyer über Polit-Journalismus im Netz

    Auf der re:publica 2010 hat Lorenz Lorenz-Meyer einen Vortrag über „Upgrading Political Journalism“ gehalten.

    „Das Internet stellt dem professionellen politischen Journalismus mächtige neue Instrumente zur Verfügung. Zugleich relativiert es seine Bedeutung. Der Vortrag soll das positive Potential dieser Veränderungen ausloten und mögliche Schritte zu einer verbesserten politischen Öffentlichkeit skizzieren.“

    Davon gibt es die MP3 und eine Video-Aufzeichnung auf Youtube:

    29. April 2010 1
  • : Studie über US-Politik-Blogs
    Studie über US-Politik-Blogs

    Das Berkman Center hat eine ausführliche Studie über Politik-Blogs im US-Wahlkampf 2008 veröffentlicht, die von Yochai Benkler, Aaron Shaw und Victoria Stodden verfasst wurde: A Tale of Two Blogospheres: Discursive Practices on the Left and Right.

    Discussions of the political effects of the Internet and networked discourse tend to presume consistent patterns of technological adoption and use within a given society. Consistent with this assumption, previous empirical studies of the United States political blogosphere have found evidence that the left and right are relatively symmetric in terms of various forms of linking behavior despite their ideological polarization. In this paper, we revisit these findings by comparing the practices of discursive production and participation among top U.S. political blogs on the left, right, and center during Summer, 2008. Based on qualitative coding of the top 155 political blogs, our results reveal significant cross-ideological variations along several important dimensions. Notably, we find evidence of an association between ideological affiliation and the technologies, institutions, and practices of participation across political blogs. Sites on the left adopt more participatory technical platforms; are comprised of significantly fewer sole-authored sites; include user blogs; maintain more fluid boundaries between secondary and primary content; include longer narrative and discussion posts; and (among the top half of the blogs in our sample) more often use blogs as platforms for mobilization as well as discursive production.


    Hier ist das PDF.

    Eine Zusammenfassung findet man bei The Nation: New Study: Liberals More Open Than Conservatives Online.

    The study proposes a historical theory for the Democrats’ current edge online. (It’s a big one, as the 2008 election revealed, when Obama raised $500 million through the web alone. McCain raised under $200 million from all individual donors combined.) According to the authors, the netroots’ early embrace of deeper participation platforms, coupled with progressive bloggers interest in mobilizing fundraising and specific actions, helped prime the tactics and habits that supported the Democrats’ later web dominance. The survey data does show that progressive bloggers were far more demanding of their readers. One out of three liberal sites made direct fundraising pitches, and almost half asked readers to take some political action, according to a section of the study analyzing the top sixty-five blogs. On the right, however, only one out of twenty blogs pushed fundraising, and fewer than one out of five issued „calls to action.“

    29. April 2010
  • : Radio: Die „fünfte Gewalt“
    Radio: Die „fünfte Gewalt“

    Deutschlandradio Kultur hat über „Die „fünfte Gewalt“ – Eine kurze Geschichte des Lobbyismus in Deutschland“ berichtet:

    Fachleute schätzen die Zahl professioneller Lobbyisten allein in Berlin auf 5000, Tendenz steigend. In den 70er-Jahren waren es in Bonn gerade mal 600. Sie agieren in den Grauzonen der Politik und versuchen, Einfluss zu nehmen auf Gesetze und Regierungsentscheidungen.

    Davon gibt es irgendwie nur das Transcript aber keine MP3. Wer letztere findet, kann das gerne in den Kommentaren ergänzen.

    14. Dezember 2009 3
  • : Wir sind Deutschlands Nummer 1 für Freiheit und Gerechtigkeit
    Wir sind Deutschlands Nummer 1 für Freiheit und Gerechtigkeit

    Die Junge Union hat auch ein eigenes Lied und ein dazu gehöriges Musik-Video auf Youtube. Und jetzt alle mal gemeinsam: „Wir sind Deutschlands Nummer 1 für Freiheit und Gerechtigkeit“.

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    [via]

    Und nein: Das ist keine Satire.

    1. September 2009 76
  • : Interaktive Karte der Berliner Lobby-Szene
    Interaktive Karte der Berliner Lobby-Szene

    Lobbycontrol verweist auf eine interaktive Karte der Berliner Lobby-Szene in der ZDF-Mediathek:

    Frontal21 (ZDF) begleitete Heidi Klein von LobbyControl bei einer lobbykritischen Stadtführung in Berlin und daraus eine interaktive Karte der Berliner Lobby-Szene gemacht. Mit einem Klick auf ausgewählte Adressen lassen sich kleine Infofilme über die dort sitzenden Lobbygruppen aufrufen, wie etwa den Energiekonzern E.ON, den deutschen Zigarettenverband oder die PR- und Lobby-Agentur Pleon.

    Schön gemacht.

    4. August 2009 5
  • : Geh nicht hin
    Geh nicht hin

    „Geh nicht hin“ ist ein deutsches Copycat des US-Originals „Don’t vote“. In knapp 3:30 Minuten erzählen mehr oder weniger Prominente (Wer sind eigentlich die anstrengenden Prolls darunter?) erstmal, dass man nicht wählen soll und zur Hälfte des Clips wird dann irgendwann die Message gedreht und man soll doch wählen gehen. Mir gefielt der US-Clip recht gut, was auch an der Originalität liegt. Bei der deutschen Kopie bin ich etwas unschlüssig. Ich kann mir vorstellen, dass ein nicht unerheblicher Teil der Zuschauer ziemlich schnell ausschaltet, weil es teilweise echt anstrengend ist, den Clip zu schauen. Kann auch sein, dass man damit andere Zielgruppen erreicht, die schalten dann aber wiederum ab, wenn die Maischberger oder Mike Krüger kommen. Auf jeden Fall stand ich oftmals kurz davor, das Video zu beenden.

    Seit heute gibt es den Clip in einer zweiten Version. Zuerst hatte man eine Version ohne Drehung veröffentlicht, um die mediale Aufmerksamkeit zu steigern. Es kann aber auch sein, dass sich einfach das Erste weiter prominenter verbreitet. Erfreulich ist, dass man eine Creative Commons Datei für den Videoclip verwendet hat.

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    Etwas witziger ist der Spreeblick-Remix „Nicht rausgehen!“.

    28. Juli 2009 16
  • : Die Ökonomie der Aufmerksamkeit
    Die Ökonomie der Aufmerksamkeit

    Interessante Sendung von hr2-kultur | Der Tag: „Das Gebabbel von heute – die Fakten von morgen: Die Ökonomie der Aufmerksamkeit“. Kam gestern im Radio und ist heute als Podcast verfügbar:

    Bundesregierung will Banken zur Kreditvergabe zwingen. Bundesbank fordert Rente ab 69. 1,5 Millionen Milchkühe sollen geschlachtet werden. Drei Schlagzeilen aus den letzten Tagen. Ihnen gemeinsam ist: Sie entstanden aus Randbemerkungen oder Überlegungen, die eigentlich nichts Handfestes waren. Jetzt aber sind sie in der Welt und auf dem besten Weg ins Faktische. Sie starten als politischer Testballon und werden – bei Gefallen – Politik. Und bei Nichtgefallen immer noch ein schönes Scheingefecht…

    24. Juli 2009 6
  • : Europawahl 2009
    Europawahl 2009

    Die endgültigen Ergebnisse für die Europawahl 2009 stehen noch nicht fest, aber die derzeitigen Hochrechnungen von 20 Uhr werden sich nicht mehr groß ändern. Traurig ist die geringe Wahlbeteiligung. Die CDU / CSU hat leider nach Hochrechnungen mit 38,8% fast doppelt soviel wie die Sozialdemokraten mit 20,0 %. FDP steht bei 10,9 % und die Linke bei 7,7 %. Erfreulich ist, dass die Grünen bei 12% stehen. Damit zieht der 26-jährige Jan Philipp Albrecht ins Europaparlament ein, der auf Platz 12 der Grünen-Liste steht. Jan Philipp Albrecht macht gerade seinen Master in IT-Recht über die Vorratsdatenspeicherung und will sich in Brüssel um Netzpolitik kümmern. Mal schauen, in welchen Ausschuss er kommt. Als Ansprechpartner für Netzpolitik und Bürgerrechte im Europaparlament könnte er interessant werden. Wieder drin sind ebenfalls Alexander Alvaro von der FDP und Erika Mann von der SPDa

    (Update:) Die Piratenpartei in Schweden hat 7% erreicht und bekommt wohl mindestens eine Persons ins EP. Und auch hier wird es interessant, welcher Fraktion er/sie sich anschließen, um an den gemeinsamen Ressourcen einer Fraktion zu partizipieren). Ergebnisse für die Piratenpartei in Deutschland sind laut Bundeswahlleiter.de erst nach 22 Uhr zu erwarten. Bei Twitter kommen ständig lokale Ergebnisse. Aufgrund der geringen Wahlbeteiligung könnten die Piraten eventuell über 1% kommen und damit ein kleines Zeichen bei den etablierten Parteien setzen, dass man Netzpolitik ernster nehmen sollte. Update gegen 23 Uhr: Laut Bundeswahlleiter erreicht die Piratenpartei 0,9% und wurde von knapp 230.000 Menschen gewählt. In vielen Kommunen bekamen sie zwischen 1–2%, wobei die bisher bekannten Städte meist Universtitätsstadte. Von den Sontigen Parteien schnitten die Freien Wähler, die Republikaner, die Familien- und die Tierschutzpartei besser ab.

    Das Europawahlportal Piratenpartei.net wurde vom Provider gesperrt. Aktuell wird vermutet, dass es zuviel Interesse gab und der maximal erlaubte Datenverkehr überschritten wurde. Einen Mirror gibts u.a. hier.

    7. Juni 2009 23
  • : Netzsperren: Der Kampf spitzt sich zu
    Netzsperren: Der Kampf spitzt sich zu

    Es ist einiges passiert in den letzten Tagen. Mal der Reihe nach:

    Die FDP hat sich auf ihrem Bundesparteitag in Hannover gestern gegen die geplanten Sperren ausgesprochen :

    (…) Sperrungen von Websites bergen stets die Gefahr von Eingriffen in grundrechtlich geschützte Positionen, wenn versehentlich legale Websites gesperrt werden. Die Erfahrung mit derartigen Sperrungen in anderen Ländern hat gezeigt, dass dies regelmäßig vorkommt. Mit den geplanten Sperrungen wird die Tür für weitere Regulierung des Internets geöffnet. Wenn im Telemediengesetz die Ermächtigung zu Sperrungen für einen Tatbestand verankert ist, werden weitere folgen. Dies führt zu einem erheblichen Eingriff in die Informations- und Meinungsfreiheit sowie die allgemeine Handlungsfreiheit (…).

    Wie Thomas Möhle berichtet , war das Interesse ziemlich eindeutig:

    Der Antrag schien auch ordentlich auf Interesse gestoßen zu sein, bei der Wahl der Antragsreihenfolge landete er direkt auf Platz 4.

    Thomas hat auch noch ein sehr schönes Argument gefunden , mit dem man eventuell sogar die Konservativen davon überzeugen kann, warum solche Sperr-Infrastrukturen gefährlich sind:

    “Nun, ich glaube ihnen ja gerne, dass sie keine Zensur wollen, ich glaube Frau von der Leyen [dass sie] es alles nur gut meint, aber was machen sie, wenn in ein paar Jahren die Linkspartei mit ihren DDR-Fantasien an die Macht kommt?”

    Das mal ohne jede Wertung gegenüber der Linkspartei zitiert, es geht nur um das strukturelle Argument. Ich habe in Anlehnung an Karl Popper hier vor ein paar Wochen schon so ähnlich argumentiert :

    „Wie können wir unsere technischen Infrastrukturen so aufbauen, dass unfähige und unredliche Machthaber damit keinen großen Schaden anrichten können?“

    Aber die Übersetzung von Thomas für die CDU ist natürlich viel mehr zielgruppenorientiert.

    Dass die Warnungen vor einer generellen Inhalte-Kontrolle im Internet keine Hirngespinste sind, macht uns gerade die hessische CDU vor, wie Torsten Kleinz in einem lesenswerten Artikel bei ZEIT Online berichtet :

    Auch in Deutschland steht die Sperre der Glücksspiel-Seiten bevor – zumindest wenn es nach der hessischen Landesregierung geht. Sie drängt die deutschen Provider dazu, ausländische Glücksspiel-Seiten für ihre Kunden freiwillig zu sperren.

    Vor einigen Monaten war die Landesregierung bei einem internen Treffen bei den Providern noch abgeblitzt: Zu teuer und zu kompliziert seien die Sperren, die ohnehin keinen Erfolg versprechen. „Wir fühlen uns von den Providern getäuscht“, erklärte Heinrich Sievers, Leiter des Referats Glücksspiel im Hessischen Innenministerium im April auf dem Kölner Forum Medienrecht – schließlich hätten dieselben Provider ja nun der Sperre von Kinderporno-Seiten zugestimmt.

    Wenn die DNS-Sperren gegen Kinderpornografie eingeführt worden sind, will Hessen einen erneuten Anlauf unternehmen. Um weitere Sperrungen auszusprechen müsste nicht einmal das Gesetz geändert werden. Der Glücksspiel-Staatsvertrag sei Rechtsgrundlage genug. „Wir werden zu jedem Verfahren greifen, das Erfolg verspricht“, erklärt Sievers.

    Man sieht also schon sehr deutlich, dass es nicht bei dem Wahlkampf-kompatiblen Thema „Kinderpornografie“ bleiben wird.

    Die Volksrepublik China hat die Zensurdebatte in Deutschland offenbar gut verfolgt (immerhin ist die chinesische Botschaft gleich um die Ecke von der C‑Base). Bei den Konsultationen zum nächsten Internet Governance Forum der Vereinten Nationen in Genf haben sie den Vertretern des Westens das direkt aufs Brot geschmiert :

    [A]ll countries have the right to filter the contents of certain Internet sites. And I think that this is something that all countries are in the process of doing. IGF as a meeting hosted, under the auspices of the United Nations, talks about URL blocking. Now, will this give an impression to the outside world that the United Nations are against content blocking? Are the U.N. against the practice of certain states filtering some Internet sites so that when we talk about „blocking,“ should the theme of blocking be incorporated in our IGF meeting? We have to be very careful about that.

    Interessant ist bundespolitisch nun die Reaktion aus den Ländern. Der Bundesrat ist am Freitag vorerst auf die Seite der Sperr-Befürworter gegangen :

    Der Bundesrat habe am Freitag den Rahmenbeschluss des EU-Rats zur Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs und der sexuellen Ausbeutung von Kindern und der Kinderpornografie unterstützt. Dieser Beschluss sieht vor, dass jedes EU-Mitgliedsland den Zugang zu Internetseiten mit kinderpornografischem Inhalt sperren lassen kann.

    Da dürfte aber noch Bewegung drin sein. Wie man hört, wird das Thema in einigen SPD-Landesverbänden kontrovers diskutiert. Es könnte sich also lohnen, mal die Vertreter der Landesregierungen, wo es keine alleinige Mehrheit für CDU/CSU und SPD gibt, auf das Thema anzusprechen. Besonders junge Abgeordnete haben hier eher ein offenes Ohr, und wenn die sich zusammen schließen, hört wohl auch mal deren Fraktionsspitze auf sie.

    Johnny Häusler von Spreeblick war übrigens zu diesem Thema gestern bei Spiegel TV . Da gibt es einen ganz guten Eindruck, wie die Diskussion mittlerweile strukturiert ist.

    Was tun?

    Nun, da bietet sich immer noch einiges an:

    Ach ja: Die geplante Gegenoffensive der Sperr-Befürworter scheint noch interne Abstimmungsprobleme zu haben. Jedenfalls kam der bereits in der Presse kursierende Plan für einen Aufruf zu „besseren“ Sperren bislang offenbar nicht zustande.

    Update: Dass jetzt gleich die Seiten der Deutschen Kinderhilfe defaced werden, hätte ich nicht gedacht, als ich von „Zuspitzung“ schrieb. Leute: Das war eine saudumme Idee, Fefe hat das schon ganz richtig kommentiert .

    16. Mai 2009 28
  • : PC09: Einfluss von Netzöffentlichkeiten auf Politik
    PC09: Einfluss von Netzöffentlichkeiten auf Politik

    Eine der wichtigsten Botschaften für politische Internetaktivisten auf dem Politcamp war aus meiner Sicht: Sich nur im Netz zu artikulieren verändert noch nichts. Sondern die User müssen sich auch organisieren, wenn sie Politik beeinflussen wollen. Jemand, der nur vor dem Laptop sitzt und ab und an twittert oder Blogposts schreibt, beteiligt sich zwar an Netzdebatten, er nimmt aber dadurch noch keinen Einfluss auf Politik und verändert erst mal: nichts. So ähnlich haben das sowohl Volker Beck (Grüne) als auch Angelika Dorsch (SPD) dargestellt.

    Internetaffine Politiker wie Beck, Matthias Groote (SPD) oder Frank Schäffler (FDP) verfolgen zwar die Debatten im Netz, an der Vielzahl der 1.0‑Politiker und an den klassischen Massenmedien rauschen sie aber vorbei. Wenn öffentliche Debatten aber überhaupt einen Einfluss auf politische Entscheidungen haben, dann diejenigen, die in den „old school“-Medien geführt werden. Es gibt zwar Ausnahmen, aber die bestätigen – bisher jedenfalls noch – eher die Regel.

    Das Problem der Netzöffentlichkeit ist zum einen die Selbstgenügsamkeit der User. Andere auf dem Politcamp haben das provokativer „Selbstgefälligkeit“ genannt. Damit gemeint ist eine Haltung, die changiert zwischen Parteiverdrossenheit und dem Gefühl zu einer digal-demokratischen Elite zu gehören. Die einen wollen mit Politikern nichts (mehr) zu tun haben, die anderen finden, dass die Politiker gefälligst auf sie zukommen sollen. Das hilft nicht wirklich weiter, wenn man sich nicht nur beschweren, sondern auch politisch was bewegen will. Wenn man also politische Entscheidungen beeinflussen will.

    Ein weiteres Problem ist die oft technokratische Tendenz der Netz-Beiträge. Da beteiligen sich Quasi-Experten, die sich bestens zum Beispiel mit Internetzensur und den technischen Tools, mit denen man sie umgehen kann, auskennen. Um nicht falsch verstanden zu werden: das ist gut so! Es ist gut und wichtig, dass sich Leute zusammenfinden, die das technische oder auch juristische Know-How haben, um etwa Zensurvorstößen der Regierung gewichtige Argumente entgegenzusetzen. Das bietet auch netzaffinen Politikern und anderen Interessierten die Möglichkeit, mehr darüber zu lernen. Ein Problem ist es aber, wenn die guten Argumente von Laien und „Internetausdruckern“ kaum noch verstanden werden. Das macht dann die Debatte im Netz auch für die meisten Journalisten ziemlich unzugänglich. Das ist vielleicht auch der Grund dafür, die „Zensursula“-Problematik zwar heiß im Netz diskutiert wurde und wird, aber bestenfalls lauwarm in den klassischen Massenmedien.

    Was kann man daraus lernen? Zwei Sachen: Blogger organisiert euch! Bleibt nicht nur unter euch und genügt euch selbst, sondern schreibt euren Politikern, wendet euch an die Medien und macht auf eure Anliegen aufmerksam. So ist das nun mal in unserer Demokratie: Wer ein Anliegen hat und etwas verändern will, der muss nicht nur seine Stimme erheben, sondern auch politische Druck machen. Und das andere: schreibt Blogposts und Pressemitteilungen, die auch für Laien und Idiotes, Nicht-Wissende, verständlich sind. Denn wer die Masse erreichen will, der muss auch die Sprache der Masse sprechen. Der muss komplizierte Zusammenhänge vereinfachen und auf den Punkt bringen. Ein bisschen PR gehört da gegebenenfalls auch dazu.

    3. Mai 2009 12
  • : Immer schön mit SSL twittern
    Immer schön mit SSL twittern

    Update: Die ganze Story mit Ausgang gibt es hier nochmal in einem anderen Beitrag zu lesen: Wenn die CDU plötzlich SPD-Propaganda twittert.

    Nach dem Urlaub bin ich sofort auf das Politicamp09. Und hier kann man anschaulich sehen, warum man bei der Nutzung von sozialen Medien immer auf SSL-Verbindungen in offenen Netzwerken achten sollte. Der Twitternutzer cdu_news hat hier unverschluesselt Twitter genutzt und prompt hat wohl jemand SPD-nahes den Netzwerk-Verkehr mitgeschnitten, das Nutzer-Passwort aus dem Datenverkehr gezogen und im Namen von cdu_news erstmal die Verkündung eines neuen CDU-Parteiprogrammes verkündet:

    Angela Merkel verkündet daher morgen ein neues Programm: Atomausstieg, Mindestlohn und Vermögensteuer inklusive. Aha.

    Mal schauen, wann es auffällt. Daher merke: Immer schön das https nutzen.

    Update: Wie gerade in den Kommentaren geschrieben wurde, scheint das Passwort des Twitteraccount „cdu_news“ gewesen sein. Wenn das so stimmt und dafür gibt es Indizien, dann hatte es nichts mit https und Passwort-Sniffen im offenen Netzwerk zu tun, wie ich gestern vermutete, sondern war eher noch leichtsinniger von den Account-Betreibern. Ob die Zugangsdaten zu cdu.de aehnlich schwierig zu erraten sind, die von derselben CDU-Onlineredaktion gepflegt wird?

    2. Mai 2009 22
  • : Der Kampf der Kulturen
    Der Kampf der Kulturen

    Es geht in den aktuellen politischen Debatten um das Internet um mehr als nur unverbundene Einzelthemen. Es geht auch nicht nur um „das Internet“ als Ganzes. Es geht auch um die Demokratiefähigkeit der kommenden Internet-Gesellschaft.

    Auf den ersten Blick scheinen es einzelne Konflikte zu sein. Da diskutiert man momentan im Detail und sehr intensiv die Wirksamkeit und Verfassungsgemäßheit von Kinderporno-Sperren . Die Unterhaltungsindustrie fordert Sperren von Peer-to-Peer-Tauschbörsen oder Suchmaschinen wie Pirate Bay, wo das Urteil gerade Wellen schlägt . Second Life hat gerade angekündigt , dass man „Sex, Drogen und Gewalt“ in ein gesondertes Rotlichtviertel verbannen will, das nur per Altersnachweis betreten werden kann. Die Bildungsministerin Annette Schavan hat sich nach dem Massenmord von Winnenden für die Zensur von „Gewaltseiten“ ausgesprochen . Der geneigte Leser und die geneigte Leserin finden sicher noch mehr Vorstöße dafür, dass das Internet auf der Ebene der Inhalte kontrolliert und reguliert werden soll.

    Wie hängen diese Themen und Auseinandersetzungen zusammen? Nur schulterzuckend mit dem beginnenden Wahlkampf zu argumentieren reicht auf jeden Fall nicht aus.

    Die Zonierung des offenen Kommunikationsraumes

    Worum es hier geht, ist die grundlegende Eigenschaft des Internet als offener Kommunikationsraum. Dieser soll nach den verschiedenen Regulierungs-Vorschlägen in nationale und regionale Territorien zerstückelt werden, daneben sollen Alters-Zonen für Erwachsene und Kinder eingerichtet und noch weitere Zäune gebaut und chinesische Mauern errichtet werden. Manche Gegenden dürfen von manchen Leuten schon gar nicht mehr betreten werden, oder wenn, dann nur nach dem Vorzeigen eines Ausweises . Auch die zeitliche Zonierung wird vorangetrieben: Während die von den Zuschauern bezahlten Beiträge der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten nur maximal eine Woche lang bereitgestellt werden dürfen, wird anderswo schon über vorgeschriebene „Sendezeiten“ im Internet nachgedacht .

    Langsam fügen sich die Stücke zusammen, und die ersten Vorstöße zu einer allgemeinen Legitimierung der Inhalte- und Zugangskontrollen für das Internet tauchen auf. Susanne Gaschke schreibt heute auf der Titelseite der ZEIT, wie aus ihrer Sicht das Pirate-Bay-Urteil, die Kinderporno-Sperren und der Heidelberger Appell zusammenhängen: Es geht gegen „die Ideologen des freien Wissens“ (Der Text ist konsequenter Weise nicht online verfügbar Update: Einen Tag später doch).

    Und Jan Krone spricht sich ebenfalls heute bei Carta für eine umfassende Regulierung des Internet auf EU-Ebene aus:

    Das Credo „im Internet darf jeder, was er will“ stellt zur regulatorischen Entwicklung anderer Verbreitungskanäle von Informationen wie Fernsehen oder Radio eine vergleichsweise lange Epoche dar; die jetzt ihrem unaufhaltsamen Ende entgegenschreitet.

    Wie in der EU abschließend darüber gedacht wird, ist noch umstritten. Bei den Verhandlungen zuim Telekom-Paket scheinen die Netz-Aktivisten bislang erfolgreich dafür zu sorgen, dass es keine Inhaltekontrollen gibt. Aber der damalige Innenkommissar Franco Frattini hat bereits vor Jahren deutlich gemacht , worum es auch gehen kann:

    I do intend to carry out a clear exploring exercise with the private sector … on how it is possible to use technology to prevent people from using or searching dangerous words like bomb, kill, genocide or terrorism.

    Die digitale Freiheit und ihre Gegner

    Was die Befürworter der Forderungen nach einer Kontrolle des Internet nicht verstanden haben, ist die spezielle Eigenschaft digitaler Medieninhalte. Sie können einfach beliebig und fast ohne Transaktionskosten kopiert, verteilt, verschlüsselt und gespeichert werden. Es wächst derzeit eine Generation heran, die sich daran gewöhnt hat. Diese Generation wird auch weiterhin von den technischen Eigenschaften Gebrauch machen und sich nicht an künstlich eingezogene Grenzen halten wollen. Wenn nach Pirate Bay auch die Torrent-Suche bei Google verboten werden sollte, dann tauscht man eben wieder auf dem Schulhof per USB-Festplatte oder Handy-Verbindung (das haben wir früher mit C‑64-Games auch so gemacht). Die harte Pädophilen-Szene hat sich ja offenbar bereits auf diese Offline-Vertriebswege zurückgezogen . Und wenn die Regierung eine Great Firewall aufbaut um missliebige Feindsender auszusperren, dann gräbt man eben Tunnel .

    Die Versuche, den freien Fluss von Meinungen, Informationen, Kommunikationen und Inhalten technisch zu kontrollieren, können prinzipiell in drei Richtungen ausgehen:

    1) Sie werden ins Leere laufen. Damit hat man dann eine Situation, in der immer weiter verbreitete Kulturtechniken offiziell kriminalisiert sind, aber dies so gut wie keinerlei Auswirkungen auf das Nutzerverhalten hat. Ein solches Auseinanderklaffen von Recht und Rechtswirklichkeit kann und sollte auf Dauer nicht durchgehalten werden, weil damit die Idee des Rechts als legitimem Selbststeuerungsmechanismus der Gesellschaft insgesamt in Gefahr gerät.

    2) Sie werden Umgehungsstrategien und ‑technologien provozieren, die die Transaktionskosten (wahrscheinlich nur marginal) erhöhen. Damit erzeugt man eine neue digitale Spaltung – zwischen einer neuen Info-Elite, die weiss, wo sie sich ihre Informationen beschaffen und ungestört kommunizieren kann, und denen, die das nicht können. Ob das für eine demokratische Gesellschaft und ihre Ideale von (Chancen-)Gerechtigkeit förderlich ist, wage ich zu bezweifeln.

    3) Sie verwandeln den ersten vollständig transnationalen offenen Kommunikationsraum in eine kontrollierte Maschine, die nur noch das zulässt, was vorher technisch erlaubt wurde. Statt Sperrlisten hätten wir dann vom Ministerium für Wahrheit und Liebe herausgegebene Whitelists mit zertifizierten Webseiten, die wir uns zu vorgesehenen Uhrzeiten ansehen dürfen, und in Chats dürfte man nur noch die netten Wörter benutzen , die vorher ins System eingebaut wurden. Dass diese Version eine gesellschaftliche Dystopie darstellt, die mit einer freiheitlichen Gesellschaft nicht vereinbar ist, liegt auf der Hand.

    Natürlich rede ich hier nicht dem freien Fluss von Dokumenten des Kindesmissbrauchs das Wort. Auch personenbezogene Daten sollten nicht frei im Netz umherschwirren können, und geschäftsmäßige Urheberrechtsverletzung verstößt im übrigen auch gegen die in diesem Blog verwendete Creative-Commons-Lizenz. Der Punkt ist aber, wie bei der normalen Kriminalitätsbekämpfung auch: Man muss an echte Menschen und wirkliche Täter heran, man muss abwägen nach öffentlichem Verfolgungsinteresse und Schwere des Vergehens, man muss sich auf fundamental veränderte kulturelle Praktiken auch einstellen können.

    Wer dabei mit technischen Lösungen auf soziale Probleme reagiert, hat den Wandel, den wir gerade durchlaufen, nicht verstanden. Er hat vor allem nicht verstanden, dass der freie Fluss von Inhalten, Wissen, Kulturgütern und auch von unrasierten und ungewaschenen Meinungen insgesamt ein riesiger Fortschritt ist.

    Glücklicherweise hat das die ZEIT verstanden, die heute neben Susanne Gaschke auch den Darwin-Biografen Jürgen Neffe über das Ende des gedruckten Buches und seine multimediale Zukunft schreiben lässt :

    Wir sehen Venedig im 17. Jahrhundert, lassen uns durch Vatikan oder Pentagon führen, verfolgen den Briefroman mit der täglichen Mail oder erfahren den biografischen Hintergrund einer Schlüsselszene bei Robert Walser. Wir erleben Autoren im Ringen um ihr Lebenswerk, das sie immer weiter verfolgen und verändern. Andere schreiben runde Bücher mit unendlichen Geschichten ohne Anfang und Ende. Zettels Albtraum als Erfüllung der Träume von Walker Percy und David Foster Wallace mit seinen unsterblichen Fußnoten. Und nur ein Augenzwinkern entfernt, sämtliche Sekundärliteratur – goldene Zeiten für Kundschafter auf den Spuren des K., die mehr verstehen wollen, als sie allein begreifen können.

    Der Kampf der Kulturen und die Zukunft der Demokratie

    Dieser Kulturkampf, der sich gerade zuspitzt, verläuft zwischen den Vertretern der freien Informations- , Kommunikations- oder Wissensgesellschaft auf der einen Seite und denjenigen, die vor der neugewonnenen Freiheit Angst haben und sie begrenzen und umzäunen wollen.

    Natürlich ist das kein reiner Generationenkonflikt zwischen „Digital Natives“ und Internet-Ausdruckern und ‑wiedereinscannern . In jeder Generation (update: und in jeder Partei ) gibt es Menschen, die sich an der hinzugewonnenen Freiheit erfreuen und solche, die sie fürchten. Da unterscheidet sich Deutschland nicht prinzipiell von China. Es könnte aber sein, dass die mit dem Internet und anderen digitalen Kulturtechniken aufgewachsenen Menschen stärker darauf drängen werden, diese Freiheiten auch weiterhin leben zu können. Wir hätten dann auch auf politischer Ebene einen demografischen Wandel hin zu liberaleren oder libertäreren Positionen zu erwarten.

    Falls die klassischen Massenmedien und Unterhaltungskonzerne es nicht schaffen, dieser Entwicklung Ausdruck zu verleihen und sie auch in neue Formen von Öffentlichkeit und neue Geschäftsmodelle umzusetzen, dann werden die Kinder der neuen Freiheit ihre eigenen Medien und Öffentlichkeiten schaffen und Musik oder Filme weiterhin als kostenlose Wegwerfware verstehen. Das wäre tragisch, aber kein Untergang. Was noch fehlt, sind dann aber neue übergreifende politische Öffentlichkeiten, die die derzeitige Fragementierung der diversen Blogo‑, Twitter- und Facebook-Sphären in persönliche Öffentlichkeiten und meinungshomogene Echo-Chambers überwinden können.

    Falls aber die herrschende Politik (damit meine ich alle etablierten Parteien) darauf nicht reagiert und diesen kulturellen Wandel aufgreift, wird dies zu noch mehr Parteienverdrossenheit (nicht Politikverdrossenheit ) führen, zu mehr außerparlamentartischen Protesten, oder zum Erstarken von thematisch begrenzten Protestparteien. Diese Entwicklung macht mir mehr Sorgen, denn hier geht es um die Integrationsfähigkeit unserer Demokratie.

    Es geht aber auch um die technisch bedingte Nachhaltigkeit unserer Demokratie. Wir müssen sehr aufpassen, dass mit all den Kontroll‑, Filter- und Überwachungstechnologien nicht mittelfristig eine Infrastruktur entsteht, die unglaubliche Missbrauchsrisiken birgt. Von Karl Popper stammt der Satz

    „Wie können wir unsere politischen Einrichtungen so aufbauen, dass auch unfähige und unredliche Machthaber keinen großen Schaden anrichten können?“

    Dass Institutionen und Technologien ähnliche Strukturen haben, wusste schon Arnold Gehlen . Beide sind mehr oder weniger rational geschaffene Werkzeuge, die Handeln ermöglichen, zu dem man als einzelner nicht in der Lage wäre. Spätestens heutzutage, in einer Welt, die so durchdrungen ist mit Technologien, muss Popper daher ergänzt werden durch die Frage:

    „Wie können wir unsere technischen Infrastrukturen so aufbauen, dass auch unfähige und unredliche Machthaber damit keinen großen Schaden anrichten können?“

    Es geht in den konkreten Auseinandersetzungen um die Regulierung und Kontrolle des Internet im Kern um die Frage: Soll man erst einmal alles zulassen und dann sehen, ob einzelne Gesetze übertreten? Oder soll man von vornherein versuchen, unerwünschtes Verhalten zu verhindern und potenzielle Übeltäter (also uns alle) präventiv zu überwachen und zu kontrollieren?

    Was ich an anderer Stelle schon mal dazu geschrieben hatte , gilt heute umso mehr:

    Die utopischen Visionen des Netzes basieren auf einem demokratischen Misstrauen der Bürger gegenüber dem Staat, die dystopischen auf einem autoritären Misstrauen des Staates gegenüber den Bürgern. Welche Vision sich am Ende durchsetzen wird, ist noch offen. Der Kampf zwischen ihnen wird allerdings auf beiden Seiten teilweise mit neuen Mitteln geführt, die das Internet erst möglich gemacht hat.

    Mal sehen, ob die „Generation Internet“ den Kampf gewinnt.

    23. April 2009 212
  • : Ronald Pofalla vs. Dirk Niebel
    Ronald Pofalla vs. Dirk Niebel

    Der CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla hat zuletzt mit dem FDP-Generalsekretär Dirk Niebel öffentlich diskutiert. Dieses schöne Schauspiel kann man nun in einer 30 Sekunden rhetorischen Glanzleistung bei Youtube bewundern:

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    Politik ist manchmal auch nur wie ein Kindergarten.

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    9. März 2009 21