Demokratie

Geh nicht hin

„Geh nicht hin“ ist ein deutsches Copycat des US-Originals „Don’t vote“. In knapp 3:30 Minuten erzählen mehr oder weniger Prominente (Wer sind eigentlich die anstrengenden Prolls darunter?) erstmal, dass man nicht wählen soll und zur Hälfte des Clips wird dann irgendwann die Message gedreht und man soll doch wählen gehen. Mir gefielt der US-Clip recht gut, was auch an der Originalität liegt. Bei der deutschen Kopie bin ich etwas unschlüssig. Ich kann mir vorstellen, dass ein nicht unerheblicher Teil der Zuschauer ziemlich schnell ausschaltet, weil es teilweise echt anstrengend ist, den Clip zu schauen. Kann auch sein, dass man damit andere Zielgruppen erreicht, die schalten dann aber wiederum ab, wenn die Maischberger oder Mike Krüger kommen. Auf jeden Fall stand ich oftmals kurz davor, das Video zu beenden.


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Seit heute gibt es den Clip in einer zweiten Version. Zuerst hatte man eine Version ohne Drehung veröffentlicht, um die mediale Aufmerksamkeit zu steigern. Es kann aber auch sein, dass sich einfach das Erste weiter prominenter verbreitet. Erfreulich ist, dass man eine Creative Commons Datei für den Videoclip verwendet hat.

Etwas witziger ist der Spreeblick-Remix „Nicht rausgehen!“.

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16 Kommentare
  1. Für diese anbiedernde Kampagne gilt dasselbe wie für die „Du bist Deutschland“-Aktion: Ich möchte mir von Leuten wie Maischberger nicht sagen lassen, was ich sein oder denken soll. Fertig. Mir fehlt sowieso gerade das Bild der Resonanzbodengruppe, für die diese bevormundende Yuppie-Aktion gemacht sein soll.

  2. Das ist Meinungsäußerung wie in einer demokratie
    üblich und nützlich ist wer den sinn nicht versteht ist entweder von Gestern oder vom Denken
    eher schlicht.Ich gehe auf jeden Fall hin!!!r

  3. Wow. Der Film war erstaunlich… nichtssagend. Der erste Part wirkte wirklich überzeugend, aber ab der Mitte war es dann nur so eine… Werbetrommel. Ich denke auch das die Zielgruppe (junge Erwachsene die nicht wählen wollen) mit den aufgezählten Gründen warum man nun wählen sollte sowieso nichts anfangen können und sich sagen werden „Die erzählen nur Mist.“

  4. Ich stimme Chaki in vollem Umfang zu. Ich habe bei 1:02 Minuten abgebrochen. Und bis dahin wirkte der Film tatsächlich überzeugend. ;-)
    Mit Videos für Heizdecken lässt sich m.E. nicht erklären, warum man wählen gehen soll. Die Machart des Videos selbst zeigt, warum die Demokratie in der Krise steckt: Man nimmt sie und den Souverän nicht wirklich ernst.

  5. Sorry, aber so eine Scheiße habe ich schon lange nichtmehr vorgesetzt bekommen, in dieser placebo demokratie von dressierten medienäffchen zum Wählen animiert zu werden geht mir einfach voll unter die Gürtellinie…
    Ich will nur hoffen das die Piratenpartei schön zur Bundestagswahl zugelassen wird, das ist zumindest noch Protestwählen für den eigenen Seelenfrieden und nicht diese verkappte neofaschistische pseudo Demokratie… Ich meine mal im Ernst, Demokratie ist die Freiheit seine Ketten selbst zu wählen, danke für nichts…

  6. Bei dem einen Proll handelt es sich übrigens um Joe Rilla (der andere ist Massiv), der zuletzt vor allem dadurch bekannt wurde, ein Konzert des Labels Selfmade Records überfallen zu haben. Schöne Vorbilder haben sie da :-)

  7. nunja…was soll man dazu sagen?…also soll man waehlen gehen…aber bloss nix selber tun…man hat ja dann vertreter, die so entscheiden wie sie es selbst fuer richtig halten…zensieren das netz…speichern daten auf vorrat…schicken soldaten in kriege, die es eigentlich nicht gibt…geht mal waehlen…oder eben nicht…aber in den jahren dazwischen haltet weiter das maul…wie es immer war…das ist demokratie…

  8. Ja, wirklich ein schönes Filmchen, schön nichtssagend und einfallslos. Eben genau wie unsere Politiker mit ihren „genialen“ Ergüssen.
    Und das sich diese „Prominenten“ vor den Karren
    der Politik spannen lassen ist ja auch nicht wirklich neu. Bringt schliesslich Publicity!
    Also Leute, geht wählen!
    Aber bitte danach 4 Jahre die Schnauze halten…
    und nicht wundern das sich wieder nix ändert…

  9. Demokratie hat für mich sowieso nur einen Sinn: Wenn Politiker Scheiße bauen, heißt es nicht mehr „Kopf ab“ – so wie früher, sondern „Wie viele Millionen sollen es denn sein?“. Das haben die sich schon toll hin gebastelt.

    Ich werde wählen gehen. Und zwar Nichts. (ungültig)

  10. Also ich würde es bei dem ersten – negierenden – Teil belassen.

    Die Autoren haben wohl kein Vertrauen in das Publikum. Daher drehen sie sofort den Spiess um, so etwa wie „Natürlich war das alles nur ein pädagogischer Witz. Ihr habt uns doch nicht im Ernst geglaubt?“.

    Das ist populistisch und dämagogisch, aber es ist ja auch eine politische Auftragsarbeit…

  11. Also mir schmeckt dieser Clip auch nicht wirklich…..was will er uns sagen?! Ich kann mir vorstellen das einige unserer jüngeren Zuschauer darauf kömmen könnten diesen Spot auch noch ernst zunehmen….
    und wenn wir schon ALLES aus dem schönen Land der Sterne und Streifen kopieren wieso nicht gleich auch deren Politik?!
    Der Wahlwerbespot von Alberto ist wenigstens etwas origineller
    Peace Chris

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