verdi

  • Link auf Linksunten: Freiburger Journalist muss sich vor Gericht verantworten
    Das Logo von Radio Dreyeckland, Justitia und der Link von Indymedia Linksunten
    Verbände sprechen von Einschüchterung (Symbolbild)
    Link auf Linksunten Freiburger Journalist muss sich vor Gericht verantworten

    Am heutigen Donnerstag beginnt der Strafprozess gegen einen Redakteur von Radio Dreyeckland – wegen eines Links auf die Archivseite des verbotenen Portals Indymedia Linksunten. Journalismus-Verbände sehen die Pressefreiheit in Gefahr.

    18. April 2024 1
  • Betriebsrat für Content Moderation: Arbeitgeber will Wahlvorstand nicht ins Büro lassen
    Zeichnung eines angestellten vor einem Büro-Gebäude. Ein großes Betreten-Verboten-Schild.
    Betreten verboten (Symbolbild)
    Betriebsrat für Content Moderation Arbeitgeber will Wahlvorstand nicht ins Büro lassen

    Cengiz Haksöz ist ein engagierter Content-Moderator: Er ist im Bundestag aufgetreten, sollte die Wahl eines Betriebsrats organisieren. Jetzt sagt sein Arbeitgeber: Er darf die Firma nicht mehr betreten. Der Fall ist ein Frontalangriff auf die Demokratie. Ein Kommentar.

    23. Juni 2023 12
  • : Ver.dis Bild von digitaler Bildung: Wissenschaftsschranke ist wie Rechner requirieren
    Ver.dis Bild von digitaler Bildung: Wissenschaftsschranke ist wie Rechner requirieren

    Morgen wird im Bundestag ein gemeinsamer Antrag von CDU/CSU und SPD zu digitaler Bildung eingebracht. Teil des Antrags ist eine schwammige Aufforderung an die Bundesregierung, die „Arbeit an einem bildungs- und forschungsfreundlichen Urheberrecht als Grundlage der digitalen Lehrmittelfreiheit sowie damit verbunden der Einführung einer einheitlichen Bildungs- und Wissenschaftsschranke“ fortzusetzen. Soweit, so harmlos.

    Frank Werneke, stellvertretender ver.di-Vorsitzender, fühlte sich dennoch bemüßigt, heute via Pressemeldung einen Schuss vor den Bug zu knallen. Unter der Überschrift „Digitale Bildung fördern – aber nicht zu Lasten von Urheberinnen und Urhebern“ wird dann tief in die Metapherntrickkiste gegriffen (Hervorhebung von mir):

    „Wenn die Große Koalition in ihrem Antrag ein ‘bildungsfreundliches Urheberrecht‘ und den Zugang zu Inhalten fordert, hat sie unsere volle Unterstützung. Aber das kann es nur in Verbindung mit einer angemessenen Vergütung der Urheberinnen und Urheber geben. Man betritt ja auch keinen Elektrofachhandel und trägt dort Rechner für Schulen heraus, ohne zu bezahlen“, sagte Werneke.

    Abgesehen davon, dass auch im Wissenschafts- und Bildungsbereich Pauschalvergütungen (z.B. über Geräteabgaben auf Kopiergeräte und Speichermedien) anfallen, geht es bei einem wissenschaftsfreundlichen Urheberrecht vor allem darum, Dinge zu legalisieren, die im öffentlichem Interesse sind und gleichzeitig die herkömmliche Verwertung von Werken nicht beeinträchtigen. Abgesehen davon gibt es ein schönes Video der Künstlerin Nina Paley zum Thema, warum Kopieren kein Diebstahl ist:

    In diesem Fenster soll ein YouTube-Video wiedergegeben werden. Hierbei fließen personenbezogene Daten von Dir an YouTube. Wir verhindern mit dem WordPress-Plugin „Embed Privacy“ einen Datenabfluss an YouTube solange, bis ein aktiver Klick auf diesen Hinweis erfolgt. Technisch gesehen wird das Video von YouTube erst nach dem Klick eingebunden. YouTube betrachtet Deinen Klick als Einwilligung, dass das Unternehmen auf dem von Dir verwendeten Endgerät Cookies setzt und andere Tracking-Technologien anwendet, die auch einer Analyse des Nutzungsverhaltens zu Marktforschungs- und Marketing-Zwecken dienen.

    Zur Datenschutzerklärung von YouTube/Google

    Zur Datenschutzerklärung von netzpolitik.org

    Irgendwie passen diese Einlassung von Ver.di aber zu einem rabenschwarzen Tag für rote Urheberrechts- und Netzpolitik.

    25. März 2015 8
  • : DJU/ver.di: Leistungsschutzrecht irgendwie in Ordnung
    DJU/ver.di: Leistungsschutzrecht irgendwie in Ordnung

    Die Deutsche Journalisten-Union bei ver.di (DJU) kritisiert das geplante Leistungsschutzrecht. Allerdings nicht wegen drohender Kollateralschäden für eine digitale Öffentlichkeit und die Wikipedia, drohender Rechtsunsicherheit für Blogger und soziale Medien, sondern weil man mehr Geld vom Kuchen der Verleger abhaben möchte: Leistungsschutzrecht ohne bessere Berücksichtigung der Urheberinnen und Urheber nicht akzeptabel.

    Auch wenn der Schutz journalistischer Inhalte im Netz und die Absicherung von Paid-Content-Modellen im Netz von ver.di unterstützt werde, sei der Gesetzentwurf in der vorliegenden Fassung nicht akzeptabel. „Die Interessen der eigentlichen Erbringer journalistischer Leistung, die Urheberinnen und Urheber, werden in dem Entwurf sträflich vernachlässigt“, betonte Werneke. Aus Sicht von ver.di ist es notwendig, dass ein unverzichtbarer – nur an eine Verwertungsgesellschaft abtretbarer – Anspruch auf angemessene Beteiligung an der Vergütungen für das Leistungsschutzrecht der Verlage im Gesetz festgeschrieben wird. Die Erlösbeteiligung für die Urheberinnen und Urheber sollte dabei aus Sicht von ver.di bei der Hälfte der erzielten Einnahmen liegen.

    Mit anderen Worten: Wenn die von den Verlegern versprochenen 50% der zu verteilenden Einnahmen an UrheberTM verteilt werden, sind die Kollateralschäden alle in Ordnung. Schade, ver.di hat hier – mal wieder – die grandiose Chance verpasst, die Interessen der Gesellschaft und dem Großteil ihrer Mitglieder zu artikulieren.

    17. Juni 2012 15
  • : Netzneutralität: ver.di kopiert bei Deutsche Telekom
    Netzneutralität: ver.di kopiert bei Deutsche Telekom

    Noch Mitglied bei ver.di? Für Mitglieder gibt es eine weitere Möglichkeit, sich bei der Gewerkschaft über eine schlechte Netzpolitik zu beschweren. Der ver.di-Mitgliederzeitung liegt immer ein kleines Zusatzblättchen namens „Komm“ bei, zumindest wenn man im Telekommunikationsbereich arbeitet. In der aktuellen Ausgabe gibt es einen Schwerpunkt zu Netzneutralität (PDF). Und der liest sich wie eine Werbebroschüre der Deutschen Telekom – Lobbyisten. Praktisch, dass diese auch ausführlich zu Wort kommen und sonst nur über Blogs und Internet gelästert wird. Schon alleine die Einleitung verwirrt (Wenn man sich das Design wegdenkt), ob man es hier mit der Deutschen Telekom – Lobby oder mit einer Gewerkschaft zu tun hat:

    Am Pranger stehen die TK-Netzbetreiber, die – so ein immer wieder zu vernehmen- der Vorwurf in den Blogs und Foren der „Community“ – das offene, egalitaäre und innovative Internet zerstoören wollten.

    Fast unglaublich ist auch eine Fiktion, die im Jahre 2015 spielen soll und die ein Horrorszenario beschreibt, dass kein Breitbandausbau mehr stattfinden kann, weil eine böse Netzneutralitäts-Lobby die armen Telkos an ihren Netzwerkmanagement-Phantasien gehindert habe. Ganz üble Propaganda. (Aber fast schon wieder witzig, wenn eine Gewerkschaft Horrorbilder von staatlicher Kontrolle von Infrastrukturen an die Wand malt. Aber so selbstironisch ist man bei ver.di sicher nicht)

    Zwanzig Jahre nachdem auf Grundlage der Zweiten Postreform die Privatisierung der „grauen Post“ zur Deutschen Telekom AG umgesetzt wurde, reiben sich die Menschen beim Rückblick über die rasante Geschichte des TK-Marktes in Deutschland verwundert die Augen. Im Jahr 2015 ist das gesamte Festnetz der Bundesrepublik wieder unter staatlicher Kontrolle.

    Früher hatte ich ein anderes Bild von Gewerkschaften, die das Gemeinwohl im Blick hatten und nicht einseitige Konzerninteressen. Zeit für die verdi-Basis, sich mal für bessere Positionen in der Netzneutralitätsdebatte einzusetzen.

    Bei der Telekom abschreiben kann jeder, konsequent für digitale Bürgerrechte eintreten fällt verdi leider schwer.

    (Danke an Dirk)

    24. März 2011 30
  • : EU-Gewerkschaften fordern Überwachungs- und Filterinfrastrukturen
    EU-Gewerkschaften fordern Überwachungs- und Filterinfrastrukturen

    Jürgen Scheele hat im Blog der digitalen Linken eine interessante Entdeckung gemacht: UNI-Europa, europäische Sektion des internationalen Dachverbands der Gewerkschaften des Medien- und Unterhaltungssektors (UNI-MEI), hat sich bei der Konsulatation der EU-Kommission zur Netzneutralität beteiligt. Und das Konsultations-Papier schlägt das Urheberrechtspapier von verdi um Längen, über das wir vor kurzem berichtet haben. Im Grunde kann man das Papier auf die zentrale Forderung reduzieren: Totalüberwachung jeglichen Netzverkehrs mit Hilfe von Deep-Packet-Inspection-Technologien zur Filterung von Urheberrechtsverletzungen. Jürgen Scheele fasst das so zusammen: Gewerkschaftsdachverband fordert Netzwerkmanagement zur Bekämpfung von Urheberrechtsverletzungen.

    Nicht nur sollten Technologien des Netzwerkmanagements zur Bekämpfung von Urheberrechtsverletzungen im Netz zum Einsatz kommen, sondern auf deren Basis auch Nutzerinnen und Nutzer illegaler Angebote im Vorfeld auf die Rechtswidrigkeit des Aufrufs illegaler Angebote hingewiesen werden sowie geeignete Schritte für ein Access-Blocking solcher Inhalte ergriffen werden.

    Ich kann die Stellungnahme von verdi dazu schon vor meinen Augen sehen: Das verstehen wir sicher alles falsch und es ist irgendwie anders gemeint! Daher hier mal eine der entscheidende Stellen aus dem Papier:

    Any definition of “non-discrimination” and “reasonable network management” should permit Internet service providers to use all available tools in a competitively neutral manner to detect and prevent the illegal up- and downloading of copyrighted works. Just as reasonable network management practices today are employed to improve the quality of service to end-users (for example to block viruses), they should be permitted to block content distributed in violation of copyright. Net neutrality policies should promote the responsibility of Internet service providers and stipulate requirements regarding network management to tackle unauthorised use of protected works over the Internet. Requirements should include notifications of end-users who try to access copyright-infringing material. Following such notification, appropriate steps to block access to that content should be permitted.

    As long as these steps are implemented in an impartial manner, end-users should be able to view all lawfully distributed content of their choice. With respect to such procedures end-users should be informed of their rights and transparency be guaranteed. However the disclosure of specific tools or processes used to screen for stolen material should not be required. Excessive disclosure could undermine efforts to effectively combat the growth of unauthorised use of protected content over the Internet.

    Mehr Hintergründe zur Beteiligung von verdi an diesem Papier gibts dann drüben.

    Noch Mitglied bei verdi? Dann sollte man sich beschweren. In allen bisherigen Mailkontakten wegen derer Urheberrechtspositionen waren sie immer der Meinung, sie würden die Interessen ihrer Mitglieder vertreten. Schreibt dem verdi-Vorstand, wenn Ihr Euch nicht vertreten fühlt!

    23. November 2010 12
  • : verdi warnt: netzpolitik.org berichtet irreführend
    verdi warnt: netzpolitik.org berichtet irreführend

    Vor einer Woche hatten wir darüber berichtet, dass verdi ein Positionspapier zum Urheberrecht beschlossen hat, was („irgendwie“) vergleichbar mit der Stoppschilder-Idee ist, die im vergangenen Jahr in der Diskussion war. Einige Leser haben sich als verdi-Mitglied an ihre Organisation gewandt und wollten mehr zur Intention erfahren. Uns liegen Mails vor, wo verdi der Meinung ist, wir würden hier „bewusst oder unbewusst irreführend“ berichten.

    Wenn man sich die Position dazu im Papier nochmal genauer durchliest, stellt man fest, dass an dem Vorwurf was wahres dran ist:

    Ziel ist technische Instrumente zu finden, die es ermöglichen, dass beim Aufruf einer Seite mit illegalen Angeboten ohne Registrierung der Nutzer/innen-IP auf dem Monitor eine – von dazu legitimierten Institutionen vorgeschalteter – Information über die Rechtswidrigkeit des Angebots und dessen Nutzung erscheint.”

    Konkret steht da nicht, dass man Stoppschilder verwenden möchte. Statt Stoppschilder kann man z.B. auch große Ausrufezeichen verwenden!

    Im übrigen sind alle anderen Sorgen natürlich übertrieben:

    „Wenn nun in diversen Beiträgen die Sorge heraufbeschworen wird, mit der Einführung einer technischen Möglichkeit der Seitenkennzeichnung wachse die Gefahr, dass damit die Grundlage einer Kontrollinfrastruktur geschaffen werden könne, dann haben die Autor/innen solcher Beiträge unser Positionspapier – wie gesagt: bewusst oder unbewusst – nicht hinreichend durchdrungen oder verkürzt zitiert.“

    Wahrscheinlich verfügen iRights.info und wir über nicht soviel Technikkompetenz wie verdi, um das Vorhaben ausreichend zu verstehen, dass die gewünschten Maßnahmen selbstverständlich ohne Nebenwirkungen für unsere Grundrechte und eine offene Infrastruktur des Netz funktionieren werden.

    5. November 2010 32
  • : Verdi veröffentlicht Urheberrechtspapier und verletzt zugleich CCPL
    Verdi veröffentlicht Urheberrechtspapier und verletzt zugleich CCPL

    Ganz abgesehen von der enttäuschenden Einseitigkeit des bereits am Montag verabschiedeten Positionspapiers „Internet und Digitalisierung – Herausforderungen für die Zukunft des Urheberrechts“ (siehe zur Kritik hier und auch bei iRights.info und in der letzten Breitband-Sendung) hat Verdi es bei dessen Online-Veröffentlichung heute zugleich auch noch geschafft, die CC-Lizenz eines gewissen Pete Fletch zu verletzen, der das von Verdi verwendete Bild bei flickr eingestellt hat – jedenfalls wenn man realitätsnah davon ausgeht, dass die Verdi-Onlineredaktion nicht gesondert nachgefragt hat. Es hätte standardmäßig zumindest auch der Titel des Bildes und das Lizenzkürzel CC-BY-NC-ND mit Link auf die Lizenz angegeben werden müssen, das Cropping könnte zudem bereits Bearbeitung oder auch Entstellung des Werkes sein. Was soll man nun von einer Gewerkschaft halten, die sich zum Thema Urheberrecht im Internet erst inhaltlich sehr weit aus dem Fenster lehnt, dabei sogar CC-Lizenzen behandelt (und schon im Positionspapier als reine Verschenklizenzen fehlinterpretiert), sie dann selbst in Anspruch nimmt und letztlich nicht mal richtig liest/anwendet? Es passt allerdings gut dazu, dass Verdi auch die Kritik am Positionspapier bislang öffentlich vollkommen ignoriert hat.

    Update: Schon gestern abend war das Bild dann von der Verdi-Website verschwunden (vielleicht auf @Dirks Mail hin?). Netterweise hat David Pachali, der den Fehltritt auch als erster entdeckt hatte, die Sache bei iRights.info festgehalten.

    3. November 2010 18
  • : ver.di will (irgendwie) Stoppschilder gegen Urheberrechtsverletzungen
    ver.di will (irgendwie) Stoppschilder gegen Urheberrechtsverletzungen

    Es gibt ein Positionspapier des ver.di Bundesvorstand zum Thema Urheberrecht, was wir mit dem Stand vom 25.10.2010 zugeschickt bekommen haben. Unklar ist momentan, ob das Papier schon beschlossen wurde, oder noch in der Diskussion ist. Höhepunkt ist auf jeden Fall auf der letzten Seite eine Idee, die im vergangenen Jahr als „Stoppschild“ Furore machte:

    „ver.di wirbt für den Grundsatz, durch Aufklärung und Transparenz Sanktionen so weit wie möglich unnötig zu machen. Deshalb halten wir es für notwendig, um illegale Nutzungen zu vermeiden, auf den Schutz des Urheberrechts und die Gefahr einer Verletzung eindeutig hinzuweisen. Ziel ist technische Instrumente zu finden, die es ermöglichen, dass beim Aufruf einer Seite mit illegalen Angeboten ohne Re-gistrierung der Nutzer/innen-IP auf dem Monitor eine – von dazu legitimierten Institutionen vorgeschalteter – Information über die Rechtswidrigkeit des Angebots und dessen Nutzung erscheint.“

    ver.di und Internet: Im Zweifelsfall gilt hier das Prinzip – „Denn sie wissen nicht, was sie tun“. Apropos! Ein weiterer Höhepunkt ist ja:

    ver.di setzt sich für eine konsequente Verfolgung der Betreiber illegaler Tauschbörsen ein, die sowohl die Nutzer/innen als auch die Urheber/innen schädigen: die – oft ahnungslosen – Nutzer/innen, die durch Ausnutzung ihrer dezentralen Serverkapazitäten gleichzeitig als Anbieter illegaler Inhalte missbraucht werden, sowie die Urheber/innen, die das Verfügungsrecht über Werke verlieren.

    Noch Mitglied bei ver.di? Vor dem Austreten kann man sich auch nochmal beschweren!

    Update: Eine erste Analyse findet sich bei iRights.info: Gewerkschaft Verdi fordert Netzüberwachung gegen Urheberrechtsverletzungen.

    Es ist aus dem Papier nicht erkennbar, ob der Anlass der Kontrolle darin bestehen kann, dass Nutzer die Warnhinweise ignorieren und das Urheberrecht verletzen. Sollte das gemeint sein, was durch die Abfolge der Absätze im Dokument nahe liegt, müssten zu diesem Zweck die Daten registriert werden, von denen die Autoren das Papiers sagen, dass sie nicht gespeichert werden, allen voran die IP-Adresse der Nutzer.

    Ziel des Verfahrens sei, so das Positionspapier, „Auswüchse im derzeitigen Abmahnwesen einzudämmen“. Es ist allerdings schwer vorstellbar, dass dieses Ziel mit den vorgeschlagenen Mitteln erreicht werden kann, da es den Rechteinhabern weiterhin unbenommen wäre, gegen Urheberrechtsverletzungen vorzugehen. Um das zu verhindern, müssten weit reichende Gesetzesänderungen vorgenommen werden. Im Zweifel müssten Betroffene also ein Ordnungsgeld und die Kosten einer Abmahnung zahlen.

    29. Oktober 2010 37
  • : Berichte von der ver.di-„5 vor 12“-Pressekonferenz
    Berichte von der ver.di-„5 vor 12“-Pressekonferenz

    Es gibt jetzt einige Berichte zur „5 vor 12“-Pressekonferenz bei ver.di in Kooperation mit Verbänden der Rechteindustrie, die heute bei ver.di stattgefunden hat.

    Metronaut: Pressekonferenz: Gewerkschaft ver.di gespalten beim Urheberrecht.

    Mein Fazit: ver.di hat sich mit dieser Pressekonferenz vor der Karren der Rechteindustrie spannen lassen. Denn die genoss es sichtlich, den Eindruck zu erwecken, dass man auch mit der Gewerkschaft ähnliche Positionen habe. Da half das Zurückrudern ver.di auch nicht mehr. Wer im eigenen Haus beratungsresistente Scharfmacher wie Gorny oder Skipis auftreten lässt, bietet diesen den Raum so zu tun als verträten sie die Interessen der gesamten Gesellschaft. Ein Lichtstreif bleibt: es gibt kein Bündnis mit der Rechteindustrie und ver.di wird wohl in Zukunft vorsichtiger agieren, wenn es um das Urheberrecht geht.

    Digitale Linke: Kein Bündnis von ver.di und Industrie.

    Angesichts dieser Distanzierung der Gewerkschaft von der eigenen Veranstaltung stand bei den Verbandsvertretern das Unbehagen ins Gesicht geschrieben. Gorny schimpfte über “Internet-Maoismus” und erklärte, ohne die Industrie sei das Internet leer. Man dürfe den “Leitmarkt der Creative Industries nicht auf dem Altar der digitalen Coolness opfern”. Das Internet dürfe nicht nur von der Seite der Nutzer her gesehen werden. Man brauche eine “StVO für das Internet.” Frankreich und Großbritannien seien hier bereist weiter.

    Heise: Kreativwirtschaft fordert besseren Urheberrechtsschutz im Internet.

    „Wir wollen ein Warnmodell etablieren“, betonte auch Alexander Skipis vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Anders als in Frankreich und Großbritannien, wo nach dem „Three-Strikes“-Ansatz Internetzugangssperren rechtlich bereits möglich sind, sollten Nutzer bei rechtswidrigen Filesharing-Aktivitäten zunächst zweimal gewarnt werden. Dann solle die bis jetzt übliche zivil- und strafrechtliche Verfolgung einsetzen. Für dieses „Two-Strikes“-Modell seien neben der Kooperationsbereitschaft der Provider auch ein gesetzlicher Rahmen nötig. Bestandsdaten ertappter Nutzer sollten quasi „in Echtzeit“ vom Zugangsanbieter abgefragt werden. Verdachtsunabhängige Vorratsdaten oder Techniken zur Durchleuchtung des Netzverkehrs müssten dafür nicht genutzt werden.

    Spreeblick: Ver.di will ein stärkeres Urheberrecht, aber kein “Three Strikes”.

    Daran rüttelt auch der Rückzieher von ver.di bei der Wortwahl nicht. Bleicher-Nagelsmann betonte zwar immer wieder die Ablehnung von Maßnahmen wie Three Strikes im Kampf gegen die illegale Nutzung von urheberrechtlich geschützten Werken. Gleichzeitig forderte er allerdings explizit ein stärkeres Urheberrecht. Auffällig ist auch, dass Bleicher-Nagelsmann Präsident der UNI-MEI ist, der Internationalen Föderation der Gewerkschaften des Medien- und Unterhaltungssektors, die derzeit eine „Global Union Campaign Against Digital Theft“ durchführt, in deren Rahmen die heutige Pressekonferenz stattfand. Zum Forderungskatalog dieser Kampagne vom 11. Januar gehören gerade die Maßnahmen, die Bleicher-Nagelsmann explizit ausschloss:

    „[T]he introduction of technical measures by ISPs for repeat infringers at the earliest feasible stage is also a necessary tool. This could include a reduction in bandwidth, the blocking of specific website content or, as a last resort for egregious offenders who ignore repeated warnings and the implementation of other technical measures, temporary suspension of internet access.“

    Insgesamt war es wohl ein kleiner Erfolg der Berichterstattung in Blogs im Vorfeld der Pressekonferenz, dass ver.di sich etwas von den Forderungen der Rechteindustrie distanziert hat. Die Diskrepanz zwischen den von Spreeblick zitierten gemeinsamen Forderungen auf internationaler Ebene und der Distanzierung von diesen auf nationaler Ebene ist allerdings erklärungsbedürftig.

    26. April 2010 5
  • : Netzpolitik-Podcast 084: Netzpolitische Wochenschau KW 16
    Netzpolitik-Podcast 084: Netzpolitische Wochenschau KW 16

    Was wir schon länger auf der To-Do-Liste hatten, haben wir jetzt mal ausprobiert. Zusammen mit Matthias Mehldau (@Wetterfrosch) hab ich eine Netzpolitische Wochenschau als Rückblick auf die vergangene Woche 16 aufgenommen. Das Ergebnis ist rund 45 Minuten lang und liegt als MP3 und OGG auf dem Server.

    Die Sendung hat noch kein richtiges Konzept und soll unregelmäßig regelmäßig erscheinen. Im Optimalfall jeden Freitag, wenn wir beide in Berlin sind und Zeit haben. Diese Themen der vergangenen Woche haben wir in dieser Folge angesprochen:

    Über Feedback freuen wir uns natürlich. Wir haben im Internet ausreichend Platz bereit gestellt, damit Kommentare geschrieben werden können.

    23. April 2010 15
  • : 5 vor 12: ver.di beantwortet unsere Fragen
    5 vor 12: ver.di beantwortet unsere Fragen

    ver.di hat auf meine Fragen bezüglich der „5 vor 12“ – Pressekonferenz am kommenden Montag zusammen mit Lobbyverbänden der Rechteindustrie geantwortet. Ich lass das hier mal unkommentiert stehen:

    1. Wie kommt es zu diesem Bündnis?

    Es gibt kein Bündnis zwischen ver.di und den Interessenverbänden der Verwerter, mit denen wir am Montag gemeinsam eine Pressekonferenz zum Tag des geistigen Eigentums veranstalten. Sinn der Veranstaltung ist es, die im Europäischen Sozialen Dialog zwischen Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften deutlich gewordenen unterschiedlichen Sichtweisen auf die Problematik der Verletzung von Urheberrechten im Netz zu bündeln und den Medien zu präsentieren. Das soll dazu führen, auf die Problematik selbst und die daraus resultierende Gefährdung von Arbeitsplätzen in der Kreativwirtschaft aufmerksam zu machen. Unabhängig von zum Teil deutlich anderen Auffassungen wollen wir dabei Forderungen zur Sicherung und zum Entstehen von Arbeitsplätzen ebenso wie für einen wirksamen Urheberrechtsschutz in den Mittelpunkt stellen. In diesen Zusammenhang gehört natürlich auch die Forderung nach einer angemessenen Vergütung von Urheberinnen und Urhebern. Die Pressekonferenz steht im Kontext einer Kampagne der Internationalen Föderation der Gewerkschaften des Medien- und Unterhaltungssektors (UNI-MEI), die eine Kampagne gegen die Verletzung von Urheberrechten durchführt

    23. April 2010 23
  • : 5 vor 12: Fragen an ver.di
    5 vor 12: Fragen an ver.di

    Am Montag organisiert ver.di mit verschiedenen Lobbyorganisationen der Rechteindustrie eine gemeinsame Pressekonferenz zum Tag des „Geistigen Eigentums“. Darüber hatten wir schon kurz berichtet und ich habe jetzt der Pressestelle von ver.di einen kurzen Fragenkatalog mit der Bitte um Beantwortung geschickt, wie ich mir das vorstellen soll. Ich spiegel hier mal die Anfrage. Vielleicht wird sie ja beantwortet.

    Hallo ver.di,

    für eine Berichterstattung auf netzpolitik.org würde ich gerne heute noch die folgenden Fragen beantwortet haben:

    Am Montag organisiert ver.di zusammen mit einigen Lobbyorganisationen die Pressekonferenz „5 vor 12“ zum Tag des „Geistigen Eigentums“.

    1. Wie kommt es zu diesem Bündnis?

    23. April 2010 20
  • : ver.di startet Bündnis mit Rechteindustrie
    ver.di startet Bündnis mit Rechteindustrie

    ver.di hat eine Werbekampagne gestartet, um sich bei Internet-Nutzer nachhaltig unbeliebt zu machen. Das Blog „Digitale Linke“ berichtet über gemeinsame Aktionen von ver.di und Lobbyorganisationen der Rechteindustrie am nahenden Welttag des Geistigen Eigentums in Berlin: Medienindustrie holt ver.di ins Boot: Creative Coalition Campaign jetzt auch in Deutschland?

    Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di – oder ihre Spitze – hat sich nun offenbar entschlossen, diesem Bündnis beizutreten. Nachdem es zuletzt in Großbritannien (wir berichteten) unter maßgeblicher Mitwirkung der Creative Coalition Campaign gelang, das Modell einer „providergestützten Urheberrechtsdurchsetzung im Netz“ zu errichten, sollen nun auch hierzulande ähnliche Pläne verfolgt und eine Koalition der Gewerkschafts- und Unternehmensverbände geschmiedet werden. Dabei dürfte ver.di bekannt sein, dass die neuen Bündnispartner allesamt Sanktionsmaßnahmen um jeden Preis im Falle von Urheberrechtsverletzungen im Internet einfordern. Will die Gewerkschaft tatsächlich mit diesen den Weg von Überwachen und Strafen – der totalen Kontrolle des Netzes einschließlich Graduated Response, Netz- und Zugangssperren – gehen und sich damit in einem zentralen Bereich von Wirtschaft und Gesellschaft im Digitalzeitalter für Jahre politikunfähig machen?

    20. April 2010 29
  • : Netzpolitik-Interview: Die Datenschutz-Probleme der Hartz4-Software
    Netzpolitik-Interview: Die Datenschutz-Probleme der Hartz4-Software

    Über die katastrophalen Datenschutzprobleme bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) hatten wir schon berichtet. Um den Fall weiter zu beleuchten, haben wir Annette Mühlberg interviewt. Sie ist Leiterin des Referats für e‑Government, Neue Medien und Verwaltungsmdodernisierung des Fachbereichs Gemeinden bei ver.di und beschäftigt sich schon länger mit der Hartz4-Software und den Zuständen in den Arbeitsagenturen.

    netzpolitik.org: Frau Mühlberg, aktuell gibt es den neuen Datenskandal um die Hartz4-Software der Bundesagentur für Arbeit. Worum geht es da genau?

    Annette Mühlberg: Um den mangelnden Sozialdatenschutz bei der Bundesagentur für Arbeit und aktuell speziell um die virtuelle Jobbörse. Dort kann jeder Mensch sich als vermeintlicher oder realer Arbeitgeber einloggen, ohne dass seine wahre Identität auch nur ansatzweise überprüft würde. Dies hat zur Folge, dass jeder dort Stellenausschreibungen einstellen kann und die  Jobsuchenden, im Glauben, es handele sich um ein seriöses Angebot, sich mit ihren Bewerbungen und persönlichen Daten direkt an ihn wenden.

    netzpolitik.org: Und das ist das ganze Datenschutzproblem?

    Annette Mühlberg: Nein. die Problematik im Umgang mit Sozialdaten ist viel umfassender.

    netzpolitik.org: Inwiefern? Ist das ein Fehler der Software oder allgemein im Umgang mit Datenschutz in der Bundesagentur der Arbeit?

    30. Oktober 2009 14
  • : Berliner Manifest: Öffentliche Dienste 2.0
    Berliner Manifest: Öffentliche Dienste 2.0

    Gestern und heute fand in Berlin die ver.di-Konferenz „Öffentliche Dienste 2.0“ statt. Ich war u.a. als Teilnehmer eines Panels aktiv vor Ort. (Ich blog später nochmal mehr dazu.) Als eines der Ergebnisse der Konferenz gibt es das „Berliner Manifest: Öffentliche Dienste 2.0 – Die Daseinsvorsorge in der Informationsgesellschaft stärken!“, wo ich im Vorfeld etwas Input gegeben habe und jetzt in einer Liste von ErstunterzeichnerInnen auftauche.

    1. Grundversorgung und offener Zugang!
    Offener Zugang zum Internet gehört heute zu den unverzichtbaren Voraussetzungen einer Informationsgesellschaft. Nicht am Internet teilhaben zu können, bedeutet den Ausschluss aus weiten Teilen des gesellschaftlichen und familiären Lebens, Ausschluss von Bildungs- und Informationsmöglichkeiten, von demokratischer Teilhabe – privat, wie beruflich.

    Jeder Bürger – ob in Stadt oder Land, ob arm oder reich, ob behindert oder nicht – benötigt Zugang zum Internet mit ausreichender Bandbreite. Um die „digitale Spaltung“ von Arbeitswelt und Gesellschaft zu verhindern, gilt es:
    Die Grundversorgung neu zu definieren, Zugang für alle Menschen auch dadurch zu garantieren, dass Dienstleistungen von „Mensch zu Mensch“ erhalten bleiben und in der Arbeitswelt alle Beschäftigten (z.B. auch ArbeiterInnen) Zugang zu Intra- und Internet bekommen.

    2. Wissen teilen, Wissen mehren!
    Bildung und Zugang zu Wissen sind Grundrechte von zunehmender Bedeutung. Neue Technologien haben Zugang und Austausch von Informationen und Wissen grundlegend erleichtert. Diese Chancen sozialer, wirtschaftlicher und kultureller Teilhabe sowie kooperativen Arbeitens wollen wir erhalten, nutzen und fortentwickeln.

    Eine kalkulierte Verknappung der Informationsvielfalt, die Einführung technischer Barrieren und die schrittweise Privatisierung von öffentlichen Wissensbeständen ist ein Vergehen an der Allgemeinheit. Demokratische Teilhabe am öffentlichen Geschehen ist auf offenen Zugang zu Wissensbeständen angewiesen.

    5. September 2008 4
  • : ver.di warnt vor Google
    ver.di warnt vor Google

    ver.di warnt die eigenen Mitglieder vor zuviel Google: Unter der Google-Lupe.

    Aus den, im Internet hinterlassenen Spuren lässt sich ein Interessensprofil mit sehr hoher Aussagekraft über eine Person erstellen, meint auch der schleswig-holsteinische Datenschutzbeauftragte Thilo Weichert. Besonders warnend verweist der Datenschützer auf Google: „Hier kann auch ein Kommunikations‑, Bewegungs- oder Berufsprofil erstellt werden“, warnte Weichert. Ein Problem, mit dem sich die gewerkschaftlich organisierten Journalisten in den kommenden Jahren noch verstärkt auseinandersetzen müssen, um nicht am Ende doch in der Google-Falle zu landen.

    16. Juni 2008