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DJU/ver.di: Leistungsschutzrecht irgendwie in Ordnung

Die Deutsche Journalisten-Union bei ver.di (DJU) kritisiert das geplante Leistungsschutzrecht. Allerdings nicht wegen drohender Kollateralschäden für eine digitale Öffentlichkeit und die Wikipedia, drohender Rechtsunsicherheit für Blogger und soziale Medien, sondern weil man mehr Geld vom Kuchen der Verleger abhaben möchte: Leistungsschutzrecht ohne bessere Berücksichtigung der Urheberinnen und Urheber nicht akzeptabel.

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Auch wenn der Schutz journalistischer Inhalte im Netz und die Absicherung von Paid-Content-Modellen im Netz von ver.di unterstützt werde, sei der Gesetzentwurf in der vorliegenden Fassung nicht akzeptabel. „Die Interessen der eigentlichen Erbringer journalistischer Leistung, die Urheberinnen und Urheber, werden in dem Entwurf sträflich vernachlässigt“, betonte Werneke. Aus Sicht von ver.di ist es notwendig, dass ein unverzichtbarer – nur an eine Verwertungsgesellschaft abtretbarer – Anspruch auf angemessene Beteiligung an der Vergütungen für das Leistungsschutzrecht der Verlage im Gesetz festgeschrieben wird. Die Erlösbeteiligung für die Urheberinnen und Urheber sollte dabei aus Sicht von ver.di bei der Hälfte der erzielten Einnahmen liegen.

Mit anderen Worten: Wenn die von den Verlegern versprochenen 50% der zu verteilenden Einnahmen an UrheberTM verteilt werden, sind die Kollateralschäden alle in Ordnung. Schade, ver.di hat hier – mal wieder – die grandiose Chance verpasst, die Interessen der Gesellschaft und dem Großteil ihrer Mitglieder zu artikulieren.

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15 Kommentare
  1. Ich glaube, dass sich dieses antiamerikanische LexKeese durchsetzen wird. So viel geballter Antiamerikanismus wie bei Keese wird sich in der CDU nicht durchsetzen lassen. Es wird diese deutschnationale Sonderbehandlung von Keese nicht geben. Axel Springer wird sich im Grab umdrehen, wenn er von dieser unamerikanischen Sozialismusvariante erfährt, dass Bewährung auf dem Markt mit marktwirtschaftlichen Geschäftsmodellen (siehe Apple mit iTunes) von Keese ersetzen werden soll durch staatliche Zwangswirtschaft und mit Arbeitsbeschaffungsprogrammen für arbeitslose Anwälte.

    Auch die CDU wird sich wieder besinnen: „Freiheit statt Sozialismus“. Die paar wenigen, die sich im Deutschen Bundestag gegen scharfe Korruptionsbekämpfung wehren, werden die CDU nicht weiter verrotten lassen können.

    Was kommen wird ist, dass im Grundgesetz neben die Pressefreiheit und die Rundfunkfreiheit auch die Internetfreihiet treten wird und eigengesetzlich reguliert wird. Das Internet ist kein Presse, wo man auf Papier druckt udn es ist kein Rundfunk, wo einer an viele sendet. Dieser antiamerikanische und wirtschaftsfeindliche Versuch des LexKeese ist genauso ungeeignet wie ACTA, VDS und Zugangserschwerungsgesetz konservative Werte wie „Freiheit statt Sozialismus“ umzusetzen. Staat dessen orientiert man sich an Totalüberwachung Stasi und Gestapo auf deutschnationalen Sonderhandlungswegen. Keese würde mit seinem Entwurf gegen die Bürger nur die eigene Branche weiter ins Elend werfen: wie in Belgien würde Google auch Deutschland einfach nicht mehr besnippeln, die Verleger bekämen keine kostenlose Werbung mehr und die eigenen Werbeeinnahmen würden sinken. So bescheuert sind nicht mal Verleger wie Keese es für seinen antiamerikanischen Weg fordert.

    So sieht der real existierende Jammersozialismus aus, den Keese haben will:
    http://medienwoche.ch/2011/07/25/die-belgische-lektion/

    Also: Rettet die Verleger, schmeisst den LexKeese-Gesetz-Entwurf weg. Wir brauchen unsere Verleger noch und die CDU. Auch wenn letztere freitags schon immer blau macht und nicht mal ihre Mehrheit für Gesetze umsetzen kann. Es wird schon wieder werden, dass echte Konservative gegen die spinnerten antiamerikanischen Zersetzer durchsetzen werden. Guttenberg soll endlich seinen Mäzen Kissinger anrufen, dass der Keese-Amoklauf beendet wird.

    1. Kein Mensch braucht die antichristliche CDU !!!
      Das ist nur ein verlogener, popokriechender Abzockverein wie die SPD, DunkelGrüne und FDP !!!

  2. Auch eine interessante Reaktion, wie die spinnerten antiamerikanischen Ideen des linken (zynischerweise auch noch AFS-Kurator, wo er wohl bald wegen seiner deutschnationalen Sonderbehandlungswünsche demissionieren wird müssen) Prediger Keese bei den Feunden der Bundeswehr ankommt:

    man wird in Zukunft die deutsche Presse meiden und nur noch ausländische Presse verlinken und zitieren. Die Augen geradeaus!
    http://augengeradeaus.net/2012/06/mit-leistungsschutzrecht-kein-wehrbeauftragter-kein-general/

    Offenbar schwenken Teile der Bundeswehrfreund auf CDU-Kurs zurück: Freiheit statt Sozialismus! Keeses Freunde schmelzen wie Butter in der Sonne. Ist auch bei so offenem Antiamerikaismus nicht verwunderlich.

    1. Sind antimerikanisch und deutschnational Deine Lieblingswörter? Vielleicht kannst Du Deine platte Politik in ein anderes Forum tragen. 4chan oder so.

  3. Es wird wohl bald ein neues „Stopp – Schild“ für Deutschland geben.
    „Diese Webseite ist aus Leistungsschutzrechtlichen Gründen in ihrem Land nicht Verfügbar!“

  4. Ob und wohin da Geld geht ist meiner Meinung nach völlig zweitrangig!

    Ich glaube hier geht es viel mehr darum Diskussionen, Meinungen und Meinungsbildung unter Kontrolle zu bringen. Wenn sogar Wortketten auf einmal geschützt sind, geht morgen die Welle von Abmahnungen durch das Internet.
    Das wird ein Flächenbrand und deutliche Einschränkungen für die Freiheit und freie Meinungsäußerungen im Internet bedeuten.

    Politik versucht hier deutlich nicht gewünschte Meinungen zu unterbinden und der Möglichkeiten freien Äußerung zu berauben. Wie schön war die Zeit ohne Internet und ohne mündige Bürger die sich in Themen einmischen und Menschen informieren und mobilisieren.

    Frei nach Oli Kahn: Wir wollen Schafe, Schafe…

      1. Diese Anzahl reicht vermutlich aus, um das Thema für ver.di attraktiv zu machen. Mit steigenden Einkünften, steigen die Tarifbeiträge.
        Für den Staat bedeuten mehr Einkünfte, bessere Steuereinnahmen.
        Wie Du so schon geschrieben hast…“etwas vom Kuchen abhaben wollen“.
        Stellt sich die Frage wieweit die finanziellen Ansprüche gehen…ich glaube, wer sich die Beiträge von ver.di leisten kann, dem geht es finanziell nicht so schlecht, wie er behauptet.

      2. Ich finde nicht, dass man das einen Querschnitt nennen kann. Es fehlen dabei nämlich Arbeitslose, Schüler, Studenten, Hausfrauen, Hausmänner, Rentner, Beamte, Selbstständige, etc.. Eben all jene, die nicht in der ver.di organisiert sind.

  5. Bei ver.di geht es um dju in ver.di – die Deutsche Journalistinnen und Journalisten-Union. Und da war die Position auch schon vor zwei Jahren: beobachten und ggf. etwas vom Kuchen fordern (wobei die Verlage damals wohl weit weniger als 50% angeboten haben, die Rede ist von einem einstelligen Prozentbetrag).

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