USA

  • : Privacy auf Mobiltelefonen: Amerikanische Bürger wollen mehr Datenschutz von Firmen und Behörden
    Privacy auf Mobiltelefonen: Amerikanische Bürger wollen mehr Datenschutz von Firmen und Behörden

    Eine große Mehrheit der Amerikaner betrachtet die Informationen auf ihren Mobiltelefonen als mindestens so privat wie die Daten auf ihrem Rechner zu Hause. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage von Forschern der University of California, Berkeley. Diese Erwartung steht in krassen Widerspruch zu gängigen Praktiken von Firmen und Behörden.

    Für die Erkenntnis, dass das Internet zunehmend auf mobilen Endgeräten genutzt wird, braucht es kein komisches Buzzword. Diese Entwicklung bringt ganz neue Auswirkungen und Gefahren für Datenschutz und Datensicherheit mit sich. Nicht nur kann das Gerät einfacher in fremde Hände fallen, es fallen auch neue Datentypen an, die auch einfacher mal eben unbemerkt ins Internet geschickt werden.

    In ihrer Studie Mobile Phones and Privacy untersuchen jetzt Jennifer M. Urban, Chris Jay Hoofnagle und Su Li die Einstellung der Amerikaner zu privaten Daten auf Mobiltelefonen. In einer von Nokia bezahlten repräsentativen Umfrage führten sie über 1.200 Telefoninterviews zum Thema durch.

    15. August 2012 2
  • : Laserscanner: Nacktscanner 2.0
    Laserscanner: Nacktscanner 2.0

    Mit einem Scanner auf Laserbasis soll es möglich sein Menschen aus bis zu 50 Metern-Entfernung zu scannnen und tiefgreifende Informationen zu erfassen. Der Laserscanner kann Spuren von Schießpulver oder Drogen erkennen, aber auch Körperinformationen auslesen, wie besipielweise den Adrenalinspiegel oder was die betreffende Person gefrühstückt hat. Das Ganze funktioniert auf Molekularebene, anhand derer lässt sich feststellen mit welchen Stoffen die gescannte Person in Kontakt gekommen ist – ohne das diese den Scanvorgang mitbekommt.

    Eingesetzt werden sollen die Scanner an Flughäfen und an Grenzübergängen in den USA um Sprengstoffe, gefährliche Chemikalien oder biologische Waffen aus der (sicheren) Distanz erkennen zu können. Der Laser ist klein, unauffällig und leistungsfähig – er eignet sich auch für den mobilen Einsatz oder um eine größere Menge Menschen zu scannen – in Echtzeit. Das der Einsatzbreich nicht auf die Erkennung gefährlicher Stoffe im Grenz- und Flughafenbereich beschränkt werden bleibt ist mehr als wahrscheinlich. Mobile Nacktscanner, „die auf Trucks montiert sind und ganze Fahrzeuge durchleuchten“ sollen, sind bereits seit mehreren Jahren im Einsatz.

    14. August 2012 39
  • : Medienradio 059: Netzpolitische USA-Reise
    Medienradio 059: Netzpolitische USA-Reise

    Ulf Buermeyer und Anne Roth haben mit Philipp Banse im Medienradio Folge 059 über unsere netzpolitische USA-Reise geredet. Das finde ich prima, denn so muss ich das nicht mehr machen.

    Ulf Buermeyer und Anne Roth sind mit einigen anderen Internet-Experten auf Einladung der Heinrich-Böll-Stiftung eine Woche durch die USA gereist, um den netzpolitischen Austausch voran zu bringen. In Boston, Washington und San Francisco haben sich sie sich mit vielen interessanten Leuten getroffen und über Datenschutz, Urheberrecht und Bradley Manning unterhalten. Im Medienradio berichten Anne und Ulf über ihre Erkenntnisse und atmosphärischen Eindrücke: Wie EU-Recht den US-Datenschutz beeinflusst; warum die Amis uns für das ACTA-Aus bewundern; warum wirkt Google aus der Nähe wie eine Sekte?

    Hier ist die MP3. Und hier mein Tumblr-Blog von der Reise.

    13. August 2012
  • : BitTorrent-Seite Demonoid abgeschaltet: Durchsuchung in Ukraine, Ermittlungen in Mexiko
    BitTorrent-Seite Demonoid abgeschaltet: Durchsuchung in Ukraine, Ermittlungen in Mexiko

    Letzte Woche haben ukrainische Behörden den Server-Standort der BitTorrent-Seite Demonoid durchsucht und Daten kopiert. Seitdem ist die populäre Seite offline. Die aktuelle Durchsuchung ist scheinbar das Ergebnis von Ermittlungen der mexikanischen Behörden – und gilt als Gastgeschenk des ukrainischen Vize-Ministerpräsidenten auf seinem ersten Besuch in den USA.

    Demonoid ist eine der populärsten BitTorrent-Seiten und die wohl größte verbleibende Kombination von sowohl einer Suche als auch einem Tracker. Nun haben Behörden im größten Rechenzentrum der Ukraine ColoCall die „Informationen der Server kopiert und die Server versiegelt“. ColoCall musste seinen Vertrag mit Demonoid kündigen, die Server dürfen nicht wieder ans Netz.

    Natürlich war die Information zuerst auf TorrentFreak, als Primärquelle diente ein Bericht der ukrainischem Tageszeitung Kommersant (Google Translate).

    Demnach war die Durchsuchung eine Reaktion der Abteilung Wirtschaftskriminalität des ukrainischen Innenministeriums auf einen Antrag von Interpol. Laut einer Quelle des Innenministeriums wurde das genaue Datum der Aktion mit dem ersten USA-Besuch des neuen Ersten Stellvertretenden Ministerpräsidenten der Ukraine abgestimmt. Dort soll Walerij Choroschkowskyj auch über das Thema Urheberrechtsverletzungen diskutieren.

    8. August 2012
  • : TVShack: Amerikanische Filmindustrie will Berichterstattung mit Astroturfing beeinflussen
    TVShack: Amerikanische Filmindustrie will Berichterstattung mit Astroturfing beeinflussen

    Die amerikanische Filmindustrie nutzt Meinungsartikel in Zeitungen und Blogs von Dritten als Teil ihrer Kommunikationsstrategie. Das geht aus einem internen Dokumenten der Motion Picture Association of America hervor, die TorrentFreak nun veröffentlicht hat. Anlass ist die geplante Auslieferung des mutmaßlichen Betreibers der Webseite TVShack in die USA.

    Über den Fall des 24-jährigen Briten Richard O’Dwyer hatte netzpolitik.org bereits berichtet. Weil er auf seiner Webseite TVShack auf Copyright-Verstöße verlinkt hat, wurden seine Domains beschlagnahmt und soll ihm der Prozess gemacht werden. Obwohl Großbritannien nicht gegen ihn ermittelt, soll er in die USA ausgeliefert werden.

    In der Öffentlichkeit kommt das nicht so gut an. Laut einer Umfrage sind 95 Prozent der Briten gegen die Auslieferung. Eine Petition von Wikipedia-Mitbegründer Jimmy Wales gegen die Auslieferung hat schon über 240.000 Unterschriften.

    Das gefällt der Filmindustrie nicht. Das Blog TorrentFreak veröffentlichte jetzt einen internen Kommunikationsplan (Mirror) der Motion Picture Association of America (MPAA), der vom Guardian bestätigt wurde. Um die „schwierige Berichterstattung in den Medien“ und die angebliche „Desinformationskampagne“ zu „kontern“, werden darin eigene Schritte zur Kommunikation entwickelt.

    8. August 2012 11
  • : Was sonst noch so war
    Was sonst noch so war

    US-Behörde liest Mails von kritischen Mitarbeitern
    Nach einem Futurzone Bericht überwachte die US-Behörde FDA (Food and Drug Administration) 21 Angestellte.

    Die für die Arzneimittel-Kontrolle zuständige US-Behörde FDA hat nach einem Bericht der „New York Times“ 2010 eine großangelegte Spähaktion gegen kritische eigene Wissenschaftler ausgeführt. Tausende private E‑Mails von insgesamt 21 Angestellten an Kongressmitglieder, Rechtsanwälte, Journalisten und sogar an Präsident Barack Obama seien mit Hilfe von Spionage-Software heimlich mitgelesen worden, meldete die Zeitung am Sonntag.

    Berlin: Unübersichtliche Demonstrationen sollen wieder gefilmt werden
    Der Berliner Senat hat beschlossen einen entsprechenden Gesetzentwurf in das Abgeordnetenhaus einzubringen. Kundgebungen und Demonstrationen sollen zukünftig mit weitwinkligen Aufnahmen überwacht werden dürfen. Ein Gericht hatte 2010 Übersichtsaufnahmen von Demonstrationen für nicht rechtmässig erklärt.
    Mehr auf berlin.de

    3. August 2012 4
  • : Informationsaustausch zwischen Firmen und Behörden: US-Senat lehnt Cybersecurity Act ab
    Informationsaustausch zwischen Firmen und Behörden: US-Senat lehnt Cybersecurity Act ab

    Der amerikanische Senat hat ein umstrittenes Gesetz zur Cyber-Sicherheit abgelehnt. Der „Cybersecurity Act“ enthielt zwar Verbesserungen gegenüber seinem Vorgänger CISPA, trotzdem sollten weiterhin private Firmen verpflichtet werden, Informationen über die Sicherheit ihrer Netze an Behörden zu geben. Dagegen waren vor allem die Republikaner – die Demokraten und Präsident Obama sprachen sich für das Gesetz aus.

    Über den vom Repräsentantenhaus im April beschlossenen „Cyber Intelligence Sharing and Protection Act“ (CISPA) hatte netzpolitik.org wiederholt berichtet. Der verwandte „Cybersecurity Act of 2012“ wurde jetzt vom Senat mit knapper Mehrheit abgelehnt. Die Abstimmung verlief weitestgehend entlang Partei-Linien. Die Demokraten und das Weiße Haus zeigten sich enttäuscht, sprechen von „kritischer Infrastruktur“ und „Homeland security“.

    CISPA und der Cybersecurity Act wollen die nationale Cyber-Sicherheit stärken, indem Technologie-Unternehmen sicherheitsrelevante Informationen an die US-Behörden geben. Kritiker sehen darin erhebliche Gefahren für die Privatsphäre und Freiheitsrechte. CISPA wurde anfangs sogar als Nachfolger des Stop Online Piracy Act (SOPA) gesehen, mit dem die Durchsetzung des Urheberrechts im Internet verschärft werden sollte.

    Aktivisten freuen sich über das Ergebnis. Die Electronic Frontier Foundation (EFF):

    We can all be proud today that there was no law enacted on our watch that would have compromised the online privacy rights of Internet users in the name of cybersecurity.

    Sie warnen aber auch, dass das Thema bald wieder auftauchen wird. Die American Civil Liberties Union (ACLU):

    Regardless of today’s vote, the issue of cybersecurity is far from dead. When Congress inevitably picks up this issue again, the privacy amendments in this bill should remain the vanguard for any future bills. We’ll continue to work with Congress to make sure that the government’s cybersecurity efforts include privacy protections. Cybersecurity and our online privacy should not be a zero sum game.

    3. August 2012
  • : German Internet Experts Tour Through US on Digital Rights
    German Internet Experts Tour Through US on Digital Rights

    Am kommenden Sonntag, den 22. Juli, geht es los: Zehn Tage Rundtrip durch die USA. Besser gesagt: Drei Städte in fünf Tagen mit zahlreichen Terminen und dann noch vier Tage Entspannung hinten dran gehangen. Boston, Washington und San Francisco. An viele Orte, die ich schon immer mal live sehen wollte: M.I.T., Harvard/Berkman Center, Stanford, White House, US-Congress, Mozilla, Google, Creative Commons, EFF und mehr. Dazu viele Treffen mit spannenden Menschen, die ich nach langer Zeit wiedersehe oder zum ersten Mal überhaupt treffe.

    Die Heinrich Boell Stiftung in Washington hat zu einer „German Internet Experts Tour Through US on Digital Rights“ eingeladen und mit dabei sind noch Malte Spitz, Anne Roth, Ulf Buermeyer, Konstantin von Notz, Christian Stöcker und Jeanette Hofmann.

    Ich nehme mal alles an notwendiger Technik mit und werde sicher das eine oder andere Interview machen. Von vor Ort werde ich vermutlich am ehesten über Twitter berichten, vielleicht spiele ich auch mal mit Tumblr herum.

    Da ich vier Tage noch außerhalb des Programmes in San Francisco verbringe: Was muss man da unbedingt gesehen haben?

    20. Juli 2012 26
  • : The Internet Defense League
    The Internet Defense League

    Heute ist „The Internet Defense League“ offiziell gelauncht worden. Hinter „The Internet Defense League“ steht Fight for the Future, ein Aktivisten-Netzwerk, das u.a. bereits im November vergangenen Jahres den American Censorship Day organisierte und zu einem der zentralen Player in der SOPA-Debatte wurde. Fight for Future hat zahlreiche Organisationen eingesammelt, um eine gemeinsame Kampagnenplattform für digitale Bürgerrechte zu schaffen. Dazu gehören die üblichen US-Verdächtigen wie EFF, Mozilla, Public Knowledge, etc.

    Eines der zentralen Elemente von „The Internet Defense League“ ist die Bereitstellung von Widgets zum Einbau in die eigenen Webseite. Das Ziel ist, dass auf vielen Seiten zukünftig auf Internetfeindliche Gesetzesprozesse und Aktionen dagegen hingewiesen werden kann. In Anlehnung an Comic-Culture und hier vor allem Batman hat man das zentrale Element des „Cat-Signals“ gewählt. Ebenso, wie ein fetter Beamer in Gotham-City Batman mitteilt, dass er gebraucht wird, soll das Cat-Signal signalisieren, dass das offene Internet in Gefahr ist. Im Vorfeld des Launches wurde über Crowdfunding Geld gesammelt, um mit starken Beamern das Cat-Symbol auch in den öffentlichen Raum zu werfen. In drei Städten war das Funding erfolgreich und ich bin auf die Bilder gespannt. Der heutige Launch-Tag ist dabei auch nicht zufälltig gewählt, hier hackt man im Idealfall mit der Aktion die Berichterstattung über den neuen Batman-Release.

    Spannend wird sein, ob IDL weiterhin rein US-fokussiert bleibt oder eine weltweite Vernetzung klappen wird. Ich bin die kommenden zwei Wochen in den USA unterwegs und werde viele Organisationen und Aktivisten hinter dem Netzwerk besuchen und über mögliche Kooperationen reden. Es kann aber auch sein, dass wir einfach unsere eigenen europäischen Bündnisse ausbauen müssen, um unabhängig und eigenständig viele Gesetzesvorhaben zu bekämpfen, die auf EU-Ebene ablaufen. Aber das ist eine Diskussion, die schon länger im Rahmen von European Digital Rights geführt wird und noch lange nicht am Ende ist. Die USA haben es da einfacher: Keine Sprachbarrieren zwischen den Staaten und viele Organisationen mit viel Geld hinter sich.

    Apropos: Ich hätte auch gerne solche Widgets. Ideen und fast fertige Konzepte haben wir seit langem, wir suchen nur Entwickler, die uns bei der REalisierung unterstützen wollen und können.

    19. Juli 2012 12
  • : Copyright im US-Wahlkampf: Singender Obama in Romney-Spot auf YouTube geblockt
    Copyright im US-Wahlkampf: Singender Obama in Romney-Spot auf YouTube geblockt

    Kurze Online-Videos spielen im laufenden US-Präsidentschaftswahlkampf eine nicht zu unterschätzende Rolle. Derzeit liefern sich die beiden Kampagnen einen Schlagabtausch mittels Spots, indem der gegnerische Kandidat singend gezeigt wird. Den Auftakt machte die Obama-Kampagne mit einem eher holprig singenden Romney:

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    Der Gegenschlag der Romney-Kampagne verwendete Obamas Interpretation einer Zeile aus Al Greens „Let’s Stay Together“, wurde allerdings nach kurzer Zeit von YouTube blockiert (vgl. Screenshot der Sperrung zu Dokumentationszwecken):

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    In den bisherigen Berichten (z.B. usnews) gibt es keine Informationen darüber, warum die Verwendung in der Romney-Kampagne geblockt, die ungeschnittene Fassung aber weiterhin auf YouTube zu sehen ist. Eine Vermutung meinerseits ist, dass das Kampagnenvideo automatischen Suchalgorithmen von YouTube zum Opfer gefallen ist, die vor allem die ersten Sekunden von YouTube-Videos zu überprüfen scheinen. Und während das Romney-Video offenbar mit dem singenden Obama eröffnet hat, beginnt er im von der Nachrichtenagentur Associated Press hochgeladenen Video erst in der Mitte zu singen. In diesem Fall wäre das wohl das erste Mal, dass ein automatischer Copyright-Algorithmus in einen US-Präsidentschaftswahlkampf eingegriffen hätte.

    Die Romney-Kampagne beruft sich (wohl zurecht) darauf, dass die Verwendung des Ausschnitts unter die Fair-Use-Regelung des US-Copyrights fällt – eine allgemeine Ausnahme, die es im deutschen Urheberrecht so nicht gibt. Es ist also davon auszugehen, dass das Video bald wieder online sein wird. Angesichts der mit dem nun einsetzenden Streisand-Effekt verbundenen Aufmerksamkeit ist es außerdem wahrscheinlich, dass am Ende Romney mehr von der Sperrung profitiert als Obama.

    17. Juli 2012 11
  • : Wenn wir bald alle winzige Peilsender haben, werden wir dann auch alle GPS stören und fälschen?
    Wenn wir bald alle winzige Peilsender haben, werden wir dann auch alle GPS stören und fälschen?

    GPS-Geräte werden bald kleiner und genauer als bisher, mit gewaltigen Auswirkungen auf die Privatsphäre. Neben praktischen Vorteilen wächst damit die Gefahr, ausgespäht zu werden. Beispiele gab es schon. Jetzt haben zivile Forscher einen GPS-Spoofer entwickelt, mit denen sie auch Drohnen austricksen und übernehmen können.

    Dr. Todd Humphreys vom Radionavigation Laboratory an der University of Texas hat auf der TEDxAustin einen Vortrag zu „GPD Dots und Unbehagen“ gehalten, davon gibt’s ein Script und das Video:

    Hier klicken, um den Inhalt von www.youtube-nocookie.com anzuzeigen.

    17. Juli 2012 10
  • : Mobilfunk-Anbieter in den USA: Alle 25 Sekunden eine Anfrage nach Nutzer-Daten, Tendenz steigend
    Mobilfunk-Anbieter in den USA: Alle 25 Sekunden eine Anfrage nach Nutzer-Daten, Tendenz steigend

    Letztes Jahr haben amerikanische Mobilfunk-Anbieter 1,3 Millionen Anfragen nach Nutzer-Daten erhalten. Das haben die neun größten Anbieter auf eine Anfrage des Abgeordneten Ed Markey geantwortet. Die Anzahl der betroffenen Personen ist noch viel höher, eine einzige Anfrage kann auch eine komplette Funkzellen-Abfrage sein.

    Da in den USA weder Mobilfunk-Anbieter noch Behörden Statistiken über solche Anfragen führen, hat der demokratische Abgeordnete Ed Markey selbst nachgefragt. Die Antworten der neun Anbieter fässt Eric Lichtblau in der New York Times zusammen.

    So erhält allein der Anbieter AT&T mehr als 700 Anfragen pro Tag, davon 230 als „Notfall“ ohne richterliche Anordnung. Die Zahl der Anfragen ist damit dreimal so hoch wie noch vor fünf Jahren. Sprint hingegen hat mehr als 1.500 Anfragen täglich. Darunter fallen beispielsweise SMS-Nachrichten, Ortsdaten oder Verbindungsdaten. Oder aber auch ein „Dump“ einer gesamten Funkzelle.

    10. Juli 2012 8
  • : British Airways googelt nach Personen und erstellt Dossiers
    British Airways googelt nach Personen und erstellt Dossiers

    Die Fluggesellschaft British Airways möchte mit ihrem Programm „Know Me“ seine Mitarbeiter nach Passagieren googeln lassen und die Daten dann in Dossiers über die Personen speichern. Laut Bericht des London Evening Standard stellte die British Airways das Programm „Know Me“ vor wenigen Tagen vor.

    Über die Google Bildersuche sollen Fotos von den Fluggästen gefunden und gespeichert werden – um diese proaktiv erreichen zu können, so British Airways. Auch Probleme zwischen Fluggesellschaft und Passagier sollen erfasst werden – die Fluggesellschaft könne sich dann bei einer erneuten Reise entschuldigen.

    Ziel des Programmes sei es der Fluggesellschaft einen persönlicheren Touch im Umgang mit ihren Kunden zu verleihen so ein Konzernsprecher. Es gehe darum, dass Gefühl nachzuempfinden, wenn jemand in ein Restaurant geht und dort wiedererkannt wird. Geplant seien bis Ende 2012 täglich rund 4’500 Dossiers an die Besatzung weiterzuleiten.

    Die britische NGO BigBrother Watch kritisiert die Datensammlung und fragt, seit wann denn der Kauf eines Flugtickets mit einer Erlaubnis zu Datenrechereche einhergehe und warum die Fluggesellschaft ihre Kunden denn nicht einfach um die Daten bitte. Dann könnten die Kunden selbst entscheiden, ob sie an dem Programm teilnehmen wollen oder nicht.

    Das Programm „Know Me“ ist leider nur die neue Spitze des Eisberges. Auch bisher sammeln Fluggesellschaften fleissig Daten über ihre Fluggäste – bis zu 60 Einzelinformationen werden dabei für jeden Reisenden für einen einzigen Flug zusammengetragen. Genannt werden die Daten PNR (Passenger Name Record). Diese werden auch an Staaten wie die USA übermittelt. Hierzu schlossen EU und USA erst im April ein Abkommen – wir berichteten.

    6. Juli 2012 6
  • : Automatisiert erstelle Dossiers für US-Sicherheitsbehörden
    Automatisiert erstelle Dossiers für US-Sicherheitsbehörden

    Wie die Zeitschrift Technology Review in ihrer Online-Ausgabe berichtet entwickelt Raytheon BBN ein System das nahezu in Echtzeit automatisiert Dossiers für Militär und Sicherheitsbehörden erstellt. Hierzu greift es auf momentan 40 Nachrichtenseiten in englischer, chinesischer und arabischer Sprache zu – weitere sollen Folgen. Die Dossiers sollen an Wikipedia-Einträge erinnern, die allerdings nicht von Menschen geschrieben, sondern von dem System zusammengestellt werden.

    Die US-Militärforschungsbehörde DARPA forscht schon seit geraumer Zeit an Maschinen die menschliches auswerten (lesen, übersetzen, zusammenfassen) ersetzen können. Zwar scheint mit den automatisierten Echtzeitdossiers ein weitere Schritt genommen, dennoch tut sich das System immer noch mit der Texterfassung schwer. Probleme bereiten vor allem „Humor, Sarkasmus, Redewendungen oder feine Bedeutungsnuancen in der Formulierung durch eine veränderte Satzstellung“. Die Dossiers klingen manchmal seltsam, aber man kann bereits erahnen wohin die Reise geht…

    30. Juni 2012 9
  • : NSA: Eine Auskunft würde die Privatsphäre verletzen
    NSA: Eine Auskunft würde die Privatsphäre verletzen

    Die beiden Senatoren und Bürgerrechtler Ron Wyden und Mark Udall wollten wissen wie viele Amerikaner von der NSA (National Security Agency) seit 2008 ausspioniert wurden. 2008 wurde der Foreign Intelligence Surveillance Act unter der Bush-Regierung erweitert und soll demnächst verlängert werden. Seither darf die NSA jegliche Kommunikation abhören an der Nicht-Amerikaner beteiligt sind. Sie braucht dafür keinen hinreichend begründeten Verdacht mehr.

    Die NSA weigert sich aber die Anzahl der Überwachten herauszugeben, weil dies deren Privatsphäre verletzen würde. Außerdem hätte die Behörde nicht genügend Kapazitäten um die Daten zusammenzustellen – sollten sie die Kapazitäten dennoch einsetzen, würden ihre Spionagemissionen behindert.

    Das Wirded-Magazin zitiert Wyden dazu wie folgt:

    „All that Senator Udall and I are asking for is a ballpark estimate of how many Americans have been monitored under this law, and it is disappointing that the Inspectors General cannot provide it,“ Wyden told Danger Room on Monday. „If no one will even estimate how many Americans have had their communications collected under this law then it is all the more important that Congress act to close the „back door searches“ loophole, to keep the government from searching for Americans’ phone calls and emails without a warrant.“

    25. Juni 2012 5
  • : Petition: Keine Auslieferung von Richard O’Dwyer an die USA wegen angeblichem Urheberrechts-Verstoß
    Petition: Keine Auslieferung von Richard O’Dwyer an die USA wegen angeblichem Urheberrechts-Verstoß

    Ein 24-jähriger Brite soll an die USA ausgeliefert werden, weil er auf seiner Webseite auf Copyright-Verstöße verlinkt hat. Eine Petition ruft die britische Innenministerin auf, die Auslieferung zu stoppen. Gestartet wurde sie von Wikipedia-Mitbegründer Jimmy Wales.

    Auch wenn manche das nicht so sehen, kann man sehr wohl von Großbritannien in die USA ausgeliefert werden. Bereits 2006 traf das drei Geschäftsleute, die wegen Betrug verurteilt wurden. Aktuell betrifft das den Systemadministrator Gary McKinnon, der in Rechner der NASA eingedrungen sein soll, um Informationen über UFOs zu finden.

    Seit einem Jahr ist außerdem ein Auslieferungsverfahren gegen den Studenten Richard O’Dwyer anhängig. Er war Betreiber der Seite TVShack.net, auf der Links zu Filmen, Musik und Serien gesammelt wurden. Obwohl er keine eigenen Inhalte hostete, hat er die wenigen „takedown notices“, die er erhalten hat, befolgt und die Links zu diesen Inhalten entfernt.

    Trotzdem hat das amerikanische „National Intellectual Property Rights Coordination Center“ vor zwei Jahren die Domain TVShack.net beschlagnahmt und eigene Propaganda platziert. Nach einem kurzen Umzug auf TVShack.cc wurde auch diese beschlagnahmt und der Betreiber verhaftet. Die britischen Ermittlungen wurden jedoch wieder eingestellt. Dennoch wollen die USA ihn verklagen.

    Dabei ist O’Dwyer britischer Staatsbürger, der nur als kleines Kind in den USA war. Die Server standen in Schweden. Die meisten User der Seite waren keine Amerikaner. Dennoch drohen ihm in den USA zehn Jahre Haft. Ein weiterer Fall, wie amerikanisches Urheberrecht in die ganze Welt exportiert werden soll. Der Magistrates’ Court von Westminster gab dem Auslieferungsantrag statt.

    Zur Unterstützung wurde jetzt eine Petition bei Change.org gestartet. Darin schreibt Jimmy Wales:

    Richard O’Dwyer ist das menschliche Gesicht des Kampfes zwischen der Content-Industrie und den Interessen der Allgemeinheit. Anfang des Jahres hat die Öffentlichkeit im Kampf gegen die Anti-Copyright-Gesetze SOPA und PIPA einen ersten großen Sieg gewonnen. Dieser hier könnte unser zweiter sein.

    Deswegen fordere ich die britische Innenministerin Theresa May auf, die Auslieferung von Richard O’Dwyer zu stoppen. Ich hoffe, sie schließen sich an.

    Zum Unterschreiben muss man weder britischer noch amerikanischer Staatsangehöriger sein.

    25. Juni 2012 1
  • : 377 Schlüsselbegriffe des US Heimatschutzministeriums veröffentlicht
    377 Schlüsselbegriffe des US Heimatschutzministeriums veröffentlicht

    Seit geraumer Zeit besteht im US Heimatschutzministerium (Department of Homeland Security kurz DHS) eine eigene Abteilung zur Internetüberwachung. Die Social Networking/Media Capability (SNMC), wurde zuvor nur temporär für die Unterstützung des DHS während dem Erdbeben in Haiti und den Olympischen Winterspielen 2010 eingerichtet, gehört seit Juni 2011 zu den festen Abteilungen des DHS. Ihr Aufgabenbereich liest sich in der hauseigenen Privacy Compliance Review wie folgt:

    Since then […] SNMC analysts, monitored publicly available online forums, blogs, public websites, and message boards to collect information used in providing situational awareness and establishing a common operating picture.

    Die öffentlich zugänglichen Daten, die auch Twitterstreams oder Facebook-Profile, zum Teil auch von Journalisten, beinhalten, wurden auf bestimmte Schlagworte gescannt. Diese 377 Begriffe mussten nun nach dem Freedom of Information Act veröffentlicht werden. Der BND, der 2010 37,3 Millionen E‑Mails auf mehrere Tausend Schlagwörter scannte, musste diese bisher nicht veröffentlichen.

    5. Juni 2012 36
  • : Immer mehr Polizeibehörden kopieren routinemäßig Daten von Mobiltelefonen
    Immer mehr Polizeibehörden kopieren routinemäßig Daten von Mobiltelefonen

    Polizeibehörden lesen immer häufiger Daten von Mobiltelefonen aus. Nach den USA kauft auch Großbritannien spezialisierte Hardware dafür ein. Mit der zunehmenden Verbreitung der Geräte steigt auch deren Nutzung.

    22. Mai 2012 26
  • : US-Repräsentantenhaus beschließt CISPA
    US-Repräsentantenhaus beschließt CISPA

    Das US-Repräsentantenhaus hat vergangene Nacht den Cyber Intelligence Sharing and Protection Act (CISPA) beschlossen. Die EFF kritisiert die Entscheidung und hofft jetzt darauf, dass der US-Senat das Überwachungsgesetz noch stoppen kann: EFF Condemns CISPA, Vows to Take Fight to the Senate.

    „As the Senate takes up the issue of cybersecurity in the coming weeks, civil liberties will be a central issue. We must do everything within our power to safeguard the privacy rights of individual Internet users and ensure that Congress does not sacrifice those rights in a rush to pass vaguely-worded cybersecurity bills,“ said Lee Tien, EFF Senior Staff Attorney.

    „Hundreds of thousands of Internet users spoke out against this bill, and their numbers will only grow as we move this debate to the Senate. We will not stand idly by as the basic freedoms to read and speak online without the shadow of government surveillance are endangered by such overbroad legislative proposals,“ said Rainey Reitman, EFF Activism Director.

    US-Präsident Barack Obama hat bereits angekündigt, sein Veto bei CISPA einlegen zu wollen.

    Viele kritische stimmen zu CISPA hatte die EFF im Vorfeld hier zusammen gestellt: Voices of Opposition Against CISPA.

    Gestern sendete DemocracyNow ein Interview mit Jacob Appelbaum zum Thema: Targeted Hacker Jacob Appelbaum on CISPA, Surveillance and the „Militarization of Cyberspace“.

    Hier klicken, um den Inhalt von www.democracynow.org anzuzeigen.

    Computer security researcher Jacob Appelbaum argues the measures included in the proposed Cyber Intelligence Sharing and Protection Act (CISPA) would essentially legalize military surveillance of U.S. citizens. „When they want to dramatically expand their ability to do these things in a so-called legal manner, it’s important to note what they’re trying to do is to legalize what they have already been doing,“ Appelbaum says. He is a developer and advocate for the Tor Project, a network enabling its users to communicate anonymously on the internet, and has volunteered with WikiLeaks. [includes rush transcript]

    Jacob Appelbaum wird auch kommende Woche auf der re:publica zum Thema sprechen: Resisting the Surveillance State and its network effects.

    (*Zuerst hatte ich US-Kongress geschrieben. Das war falsch, gemeint war das US-Repräsentantenhaus)

    27. April 2012 16
  • : CISPA and You: A Musical PSA
    CISPA and You: A Musical PSA

    Nettes Mobilisierungsvideo gegen CISPA aus den USA: CISPA and You: A Musical PSA.


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    25. April 2012 1