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Petition: Keine Auslieferung von Richard O’Dwyer an die USA wegen angeblichem Urheberrechts-Verstoß

Ein 24-jähriger Brite soll an die USA ausgeliefert werden, weil er auf seiner Webseite auf Copyright-Verstöße verlinkt hat. Eine Petition ruft die britische Innenministerin auf, die Auslieferung zu stoppen. Gestartet wurde sie von Wikipedia-Mitbegründer Jimmy Wales.

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Auch wenn manche das nicht so sehen, kann man sehr wohl von Großbritannien in die USA ausgeliefert werden. Bereits 2006 traf das drei Geschäftsleute, die wegen Betrug verurteilt wurden. Aktuell betrifft das den Systemadministrator Gary McKinnon, der in Rechner der NASA eingedrungen sein soll, um Informationen über UFOs zu finden.

Seit einem Jahr ist außerdem ein Auslieferungsverfahren gegen den Studenten Richard O’Dwyer anhängig. Er war Betreiber der Seite TVShack.net, auf der Links zu Filmen, Musik und Serien gesammelt wurden. Obwohl er keine eigenen Inhalte hostete, hat er die wenigen „takedown notices“, die er erhalten hat, befolgt und die Links zu diesen Inhalten entfernt.

Trotzdem hat das amerikanische „National Intellectual Property Rights Coordination Center“ vor zwei Jahren die Domain TVShack.net beschlagnahmt und eigene Propaganda platziert. Nach einem kurzen Umzug auf TVShack.cc wurde auch diese beschlagnahmt und der Betreiber verhaftet. Die britischen Ermittlungen wurden jedoch wieder eingestellt. Dennoch wollen die USA ihn verklagen.

Dabei ist O’Dwyer britischer Staatsbürger, der nur als kleines Kind in den USA war. Die Server standen in Schweden. Die meisten User der Seite waren keine Amerikaner. Dennoch drohen ihm in den USA zehn Jahre Haft. Ein weiterer Fall, wie amerikanisches Urheberrecht in die ganze Welt exportiert werden soll. Der Magistrates‘ Court von Westminster gab dem Auslieferungsantrag statt.

Zur Unterstützung wurde jetzt eine Petition bei Change.org gestartet. Darin schreibt Jimmy Wales:

Richard O’Dwyer ist das menschliche Gesicht des Kampfes zwischen der Content-Industrie und den Interessen der Allgemeinheit. Anfang des Jahres hat die Öffentlichkeit im Kampf gegen die Anti-Copyright-Gesetze SOPA und PIPA einen ersten großen Sieg gewonnen. Dieser hier könnte unser zweiter sein.

Deswegen fordere ich die britische Innenministerin Theresa May auf, die Auslieferung von Richard O’Dwyer zu stoppen. Ich hoffe, sie schließen sich an.

Zum Unterschreiben muss man weder britischer noch amerikanischer Staatsangehöriger sein.

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