The Internet Defense League

Heute ist „The Internet Defense League“ offiziell gelauncht worden. Hinter „The Internet Defense League“ steht Fight for the Future, ein Aktivisten-Netzwerk, das u.a. bereits im November vergangenen Jahres den American Censorship Day organisierte und zu einem der zentralen Player in der SOPA-Debatte wurde. Fight for Future hat zahlreiche Organisationen eingesammelt, um eine gemeinsame Kampagnenplattform für digitale Bürgerrechte zu schaffen. Dazu gehören die üblichen US-Verdächtigen wie EFF, Mozilla, Public Knowledge, etc.

Eines der zentralen Elemente von „The Internet Defense League“ ist die Bereitstellung von Widgets zum Einbau in die eigenen Webseite. Das Ziel ist, dass auf vielen Seiten zukünftig auf Internetfeindliche Gesetzesprozesse und Aktionen dagegen hingewiesen werden kann. In Anlehnung an Comic-Culture und hier vor allem Batman hat man das zentrale Element des „Cat-Signals“ gewählt. Ebenso, wie ein fetter Beamer in Gotham-City Batman mitteilt, dass er gebraucht wird, soll das Cat-Signal signalisieren, dass das offene Internet in Gefahr ist. Im Vorfeld des Launches wurde über Crowdfunding Geld gesammelt, um mit starken Beamern das Cat-Symbol auch in den öffentlichen Raum zu werfen. In drei Städten war das Funding erfolgreich und ich bin auf die Bilder gespannt. Der heutige Launch-Tag ist dabei auch nicht zufälltig gewählt, hier hackt man im Idealfall mit der Aktion die Berichterstattung über den neuen Batman-Release.

Spannend wird sein, ob IDL weiterhin rein US-fokussiert bleibt oder eine weltweite Vernetzung klappen wird. Ich bin die kommenden zwei Wochen in den USA unterwegs und werde viele Organisationen und Aktivisten hinter dem Netzwerk besuchen und über mögliche Kooperationen reden. Es kann aber auch sein, dass wir einfach unsere eigenen europäischen Bündnisse ausbauen müssen, um unabhängig und eigenständig viele Gesetzesvorhaben zu bekämpfen, die auf EU-Ebene ablaufen. Aber das ist eine Diskussion, die schon länger im Rahmen von European Digital Rights geführt wird und noch lange nicht am Ende ist. Die USA haben es da einfacher: Keine Sprachbarrieren zwischen den Staaten und viele Organisationen mit viel Geld hinter sich.

Apropos: Ich hätte auch gerne solche Widgets. Ideen und fast fertige Konzepte haben wir seit langem, wir suchen nur Entwickler, die uns bei der REalisierung unterstützen wollen und können.

12 Kommentare
  1. 2called-chaos 23. Jul 2012 @ 19:27
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