Apple
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: Apple unterstützt Chinas Zensur und nimmt VPN-Apps aus dem Store
Virtual Private Networks bieten eine Art Tunnel raus aus zensierten Internet. (Symbolbild) : Apple unterstützt Chinas Zensur und nimmt VPN-Apps aus dem Store Alle bekannten Apps zur Nutzung eines Virtual Private Networks sind aus Apples App-Store in China verschwunden. Die Programme dienen der Umgehung von Zensur.
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: Apple-Transparenzbericht: Anfragen aus Deutschland im zweiten Halbjahr 2016 rückläufig
Apple legte den Transparenzbericht für das zweite Halbjahr 2016 vor. : Apple-Transparenzbericht: Anfragen aus Deutschland im zweiten Halbjahr 2016 rückläufig Deutsche Ermittlungsbehörden haben seltener bei Apple angeklopft und Nutzerdaten verlangt als im ersten Halbjahr 2016. Der halbjährliche Transparenzbericht des US-Unternehmens macht zudem erstmals den Erhalt eines „National Security Letter“ öffentlich.
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: USA: Recht auf Reparatur nimmt Fahrt auf – und Apple bremst
Derzeit droht noch ein Garantieverlust bei Reparaturen durch Drittanbieter. Das könnte sich mit dem "Recht auf Reparatur" ändern. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/">CC BY-NC-ND 2.0</a>, via flickr/<a href="https://www.flickr.com/photos/adamcohn/14588009477/">Adam Cohn</a> : USA: Recht auf Reparatur nimmt Fahrt auf – und Apple bremst Ein „Recht auf Reparatur“ sollen zurzeit diskutierte Gesetzentwürfe verankern, die in acht US-Bundesstaaten auf dem Tisch liegen. Darin wird gefordert, dass die Hersteller ihre Originalersatzteile auch an Verbraucher und unabhängige Dienstleister verkaufen sowie Diagnose- und Reparaturanleitungen öffentlich zugänglich machen.
Unternehmen wie Apple stellen sich dagegen, da sie mit ihrem Monopol auf den Reparaturservice viel und langfristig verdienen. Zudem befürchten Großkonzerne, dass solche Initiativen als Blaupausen für andere Bundesstaaten – und den Rest der Welt – dienen könnten. Dabei schrecken sie nicht vor überzogener Argumentation zurück: So soll etwa ein Apple-Repräsentant behauptet haben, Nebraska würde zum Mekka für zwielichtige Akteure („mecca for bad actors“) werden, sollte der dort vorliegende Gesetzentwurf auch Mobiltelefone miteinbeziehen.
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: Große Internetkonzerne geschlossen gegen Trumps Einreisepolitik
Proteste gegen den Muslim Ban am Flughafen in San Francisco. Foto: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/">CC-BY-NC 2.0</a> <a href="https://www.flickr.com/photos/43005015@N06/32431796902/sizes/h/">rawEarth</a> : Große Internetkonzerne geschlossen gegen Trumps Einreisepolitik Donald Trumps radikales Einreiseverbot für Bürger bestimmter muslimischer Länder stößt auch bei den großen Internetkonzernen auf breiten Widerstand. Bei Google gab es sogar eine Demo der Mitarbeiter an acht Standorten.
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: Offener Brief an das Silicon Valley: Die Verantwortung der Tech-Giganten in der Ära Trump
Donald Trump. (Archivbild) : Offener Brief an das Silicon Valley: Die Verantwortung der Tech-Giganten in der Ära Trump Die Big-Data-Forscherin Kate Crawford wendet sich in einem öffentlichen Appell an das Silicon Valley und ruft Unternehmen dazu auf, sich unethischen Anfragen der Trump-Administration zu widersetzen. Um Gefahren vorzubeugen, brauche es zudem mehr Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und Datensparsamkeit.
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: NSA-Untersuchungsausschuss: Google & Co verweigern öffentliche Aussage
Diese Firmen wollen nicht in der Öffentlichkeit über die Snowden-Enthüllungen aussagen. - <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/">CC BY-SA 2.0</a> via flickr/<a href="https://www.flickr.com/photos/iphonedigital/25555208090">iphonedigital</a> : NSA-Untersuchungsausschuss: Google & Co verweigern öffentliche Aussage Die CEOs der vier wichtigsten US-Internetunternehmen weigern sich, vor dem NSA-Untersuchungsausschuss (NSAUA) auszusagen. In einer Pressemitteilung verurteilen der Ausschuss-Vorsitzende Patrick Sensburg und die Obleute der Bundestagsfraktionen das Schweigen der Firmen. Der Obmann der SPD, Christian Flisek, spricht gar von einem „abgestimmten Vorgehen eines Schweigekartells“.
Eigentlich sollten die CEOs von Facebook, Microsoft, Alphabet (Google) und Apple heute vor dem NSAUA Stellung nehmen zu den Snowden-Enthüllungen. Der Whistleblower machte unter anderem die Zusammenarbeit von US-Firmen mit der NSA öffentlich. Obwohl für ausländische Zeugen keine Pflicht besteht, vor dem NSAUA auszusagen, waren die Unternehmen anscheinend bereit, am Ausschuss teilzunehmen.
Bis zur Rückmeldefrist am letzten Donnerstag meldete sich niemand. Erst gestern und heute kamen Absagen von Google und Facebook. Microsoft und Google schlugen vor, in einer nichtöffentlichen Sitzung auszusagen. Aufgrund des hohen Interesses in der Bevölkerung lehnte der Ausschuss dies ab.
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: Tracking unter iOS: Abstellen leicht gemacht
Wer im Internet unterwegs ist, hinterlässt Spuren. iOS-Nutzer können das mit einigen Klicks deutlich einschränken. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC BY 2.0</a>, via flickr/<a href="https://www.flickr.com/photos/fdecomite/225443235/">fdecomite</a> : Tracking unter iOS: Abstellen leicht gemacht Mindestens jeder fünfte deutsche iOS-Nutzer will sich nicht im Internet tracken lassen und unternimmt etwas dagegen. Wir finden, die Zahl könnte ruhig höher liegen, und zeigen die wichtigsten Einstellungen für das Mobilsystem von Apple.
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: Snowden’s Legacy: Hearing in the Parliamentary Enquiry Committee
Europasaal vor der Sitzung. : Snowden’s Legacy: Hearing in the Parliamentary Enquiry Committee During last week’s session, the German Parliament’s NSA Inquiry Committee tried to resolve many looming questions. Who controls and oversees the surveillance systems of intelligence agencies? What legislative progress has been made in the past years? How could we remedy the situation in the future? The answers were mostly chastening.
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: Das passiert, wenn man aus dem Pistolen-Emoji ein Wasserpistolen-Emoji macht
: Das passiert, wenn man aus dem Pistolen-Emoji ein Wasserpistolen-Emoji macht Apple hat neue Emojis angekündigt. Darunter moderne Icons wie einen alleinerziehenden Vater mit Kindern, eine Gewichtheberin oder die Regenbogenflagge. Geändert wird aber auch das Pistolen-Emoji, das bislang eine stilisierte echte Pistole zeigt. Es soll durch eine knallgrüne Wasserpistole ersetzt werden. Jetzt könnte man die Änderung der Pistole hin zum Kinderspielzeug einfach für typisch übervorsichtigen politisch korrekten Quatsch halten. Was es vermutlich auch ist.
Das Emojipedia-Blog weist aber darauf hin, dass Apple mit der Änderung einen grundsätzlichen Denkfehler gemacht habe. Emojis funktionieren auf allen möglichen Betriebssystemen, aber nur die Apple-Pistole ist ein quietschgrünes Kinderspielzeug. Die Pistolen-Emojis aller anderen Betriebssysteme sind weiterhin stilisierte echte Waffen.
Und das kann dann zu folgenschweren Missverständnissen führen:
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: Lobbyorganisation will Hersteller von Betriebssystemen zu Urheberrechtspolizei machen
Foto: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC-BY 2.0</a> <a href="https://www.flickr.com/photos/f-andrey/6820397580/sizes/k/">FAndrey</a> : Lobbyorganisation will Hersteller von Betriebssystemen zu Urheberrechtspolizei machen Wenn es nach einer schwedischen Lobbyorganisation ginge, sollen Apple, Microsoft und Google in Zukunft Urheberrechte durchsetzen. Microsoft hat eine solche Klausel schon in der Nutzungsvereinbarung.
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: Apples „Differential Privacy“: Privatsphäre als Verkaufsargument
: Apples „Differential Privacy“: Privatsphäre als Verkaufsargument Bei der gestrigen Apple-Show WWDC zeigte sich ein Trend: Der Konzern stellte mehrere technische Lösungen vor, die den Schutz der Privatsphäre der Nutzer in den Vordergrund stellen. Im hochpreisigen Marktsegment stellt sich Apple in Sachen Datenschutz weiterhin klar gegensätzlich zu Google oder Microsoft auf.
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: Sachmittel für Abgeordnete: Bundestag gab 270.000 Euro für Mobiltelefone aus
<a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/User:ToKo">Tobias Koch</a>, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Angela_Merkel,_Sigmar_Gabriel,_Frank-Walter_Steinmeier,_Christian_Schmidt,_Ursula_von_der_Leyen_(Tobias_Koch).jpg">Angela Merkel, Sigmar Gabriel, Frank-Walter Steinmeier, Christian Schmidt, Ursula von der Leyen (Tobias Koch)</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/legalcode">CC BY-SA 3.0 DE</a> : Sachmittel für Abgeordnete: Bundestag gab 270.000 Euro für Mobiltelefone aus 6,2 Millionen Euro haben Bundestagsabgeordnete im Jahr 2015 für Sachleistungen ausgegeben, darunter 375.000 Euro für Apple-Produkte. Welche Abgeordnete bestimmte Geräte bestellt haben und wofür sie genutzt werden, sagt der Bundestag jedoch nicht.
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: Android Pay beginnt die Eroberung Europas
: Android Pay beginnt die Eroberung Europas Mobile Bezahlmethoden werden als attraktiver Markt der Zukunft gesehen, den die großen Tech-Konzerne gerade unter sich aufteilen. In Europa sind die britischen Kunden heftig umworben: Apple Pay ist in Großbritannien bereits gestartet, ebenso Samsung Pay. Heute nun ist Google mit Android Pay an den britischen Markt gegangen.
Die mobilen Bezahldienste sollen sichere Zahlungswege bei teilnehmenden Shops ermöglichen, also am sogenannten „Point of sale“. Wettbewerber Apple Pay und das bereits in die Kritik geratene „Samsung Pay“ wurden zuerst in den Vereinigten Staaten angeboten. Seit Apple Pay auch in Großbritannien vertreten ist, konnte es sich bei vielen großen Shopping-Ketten als alternative Bezahlmethode schon etablieren. Nun zieht Alphabet Inc. (der umbenannte Mutterkonzern von Google) nach und erobert das erste Land außerhalb der Vereinigten Staaten. Dort war Android Pay ebenfalls schon seit September 2015 verfügbar. Voraussetzung ist weiterhin ein Android-fähiges Gerät (ab KitKat 4.4), das mit kontaktloser NFC-Technologie (Near Field Communication) ausgestattet ist.Android dominiert den Mobilmarkt mit etwa achtzig Prozent weltweitem Marktanteil bei Smartphone-Betriebssystemen, in Teilen Europas sogar um die neunzig Prozent, in Großbritannien immerhin etwa sechzig Prozent. Zum Vergleich: Apples iPhone kann nur etwa zwölf Prozent britischen und knapp achtzehn Prozent weltweiten Marktanteil erreichen. Entsprechend gilt der heutige Start von Android Pay in Großbritannien als ein möglicher Wendepunkt im europäischen kontaktlosen Mobile-Payment-Markt.
Der Konzern verlautbart:„Android smartphones will become even more useful with the launch of Android Pay. We’re bringing together payment networks, banks and retailers to help you pay simply and securely.“
Alphabet kündigt außerdem die Kooperation einer ganzen Reihe beliebter Shopping- und Franchise-Ketten sowie vielgenutzter Dienstleister an, darunter Starbucks, Deliveroo oder das Londoner Netzwerk des öffentlichen Personennahverkehrs. Unter welchen vertraglichen Bedingungen und Datennutzungsparametern die Partner arbeiten, ist bisher allerdings nicht bekannt.
Für die Nicht-Briten und Nicht-Amis unter uns: Wer die Funktionsweise von Android Pay aus Nutzerperspektive kennenlernen will, kann sich dieses Werbe-Video ansehen.
Bilderlizenz: CC-BY-ND 2.0, via jfingas.
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: Netzpolitischer Wochenrückblick KW 13: BKA, FBI & SAP
Die Elster (Foto:Diginatur /CC BY-SA 3.0) : Netzpolitischer Wochenrückblick KW 13: BKA, FBI & SAP Das massenhafte Sammeln von Daten durch deutsche Behörden war auch diese Woche wieder zentrales Thema. In immer mehr Bundesländern wurde bekannt, dass die Polizei weitläufig Informationen über Fußballfans sammelt und dabei datenschutzrechtliche Bestimmungen ignoriert. Die geheimgehaltenen Dateien wurden zusätzlich zu einer bestehenden bundesweiten Datenbank geführt und kamen nun durch kleine Anfragen an die Landesregierungen zu Tage.
Das brisante daran: Es werden auch Personen gespeichert, gegen die keine Verfahren eingeleitet wurden, sondern auch „Kontakt- und Begleitpersonen“ sowie „Umfeldpersonen“. Somit steht auch der Otto-Normal-Fan unter Generalverdacht. Journalist Thorsten Poppe berichtet auf seiner Webseite ausführlich über die skandalösen Datensammlungen.
Der Netzpolitische Wochenrückblick fasst die wichtigsten Meldungen der letzten sieben Tage zusammen und kann auch als E‑Mail-Newsletter abonniert werden.
EU weite „Anti-Terror“-Datenbanken
„Datenschutz ist schön, aber in Krisenzeiten wie diesen hat Sicherheit Vorrang“ – Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) forderte nach den Anschlägen in Brüssel, die „Datentöpfe“ europäischer Sicherheitsbehörden sollten besser miteinander „verknüpft“ werden. Einen entsprechenden Vorschlag habe er bereits vor den blutigen Attentaten letzter Woche bei der Europäischen Kommission eingereicht. Wie diese Verknüpfung im Detail aussehen soll, wurde nicht bekannt. Grundsätzlich geht es dabei um eine Kompetenzerweiterung von Europol.
Passend dazu berichteten wir über die verschiedenen Europol-Dateien zu „islamistischem Terrorismus“ und „ausländischen Kämpfern“. Zu 90 Prozent werden diese durch die Polizeiarbeit aus fünf Mitgliedsstaaten gefüllt, aber auch US-Behörden sind beteiligt. Die detaillierten Informationen zu den einzelnen Datenbanken basieren hauptsächlich auf dem jüngsten Bericht des „Anti-Terrorismus-Koordinators“ der Europäischen Union sowie auf mehreren Kleinen Anfragen.
FBI entsperrt iPhone selbstständig
Im Streit Apple vs. FBI kam es diese Woche zu einer Wende. Die amerikanische Ermittlungsbehörde bat das kalifornische Bundesgericht darum, die Entsperrungs-Anordnung gegenüber dem iPhone-Hersteller zurückzuziehen, da man nicht mehr auf Hilfe durch den US-Konzern angewiesen sei. Das FBI ist demnach eigenständig in der Lage, die verschlüsselten Inhalte des iPhone 5C des Attentäters von San Bernardino auszulesen. Methodik und beteiligte Personen des Einsatzes blieben unbekannt, laut US-Regierung seien „Parteien außerhalb der Regierung“ mit Entschlüsselungsmethoden an das FBI herangetreten. Die Aktion hat eine signalisierende Wirkung an Regime, Kriminelle und Verbraucher weltweit: Ganze iPhone-Modellreihen sind unsicher.
BKA-Liste zu vereitelten Terroranschlägen
Laut Aussagen des Präsidenten des Bundeskriminalamtes (BKA) diese Woche haben deutsche Sicherheitsbehörden elf Terroranschläge seit dem Jahr 2000 verhindert. Auf Anfrage bekamen wir eine Liste der vereitelten Anschläge. Angaben, wie die Anschläge verhindert wurden und welche Behörden beteiligt waren darin nicht enthalten. Wir haben die BKA-Angaben mit entsprechenden Presseberichten ergänzt und so ausführliche Informationen zu den einzelnen Anschlagsversuchen zusammengestellt. So wurde ersichtlich, dass bei mindestens vier Fällen Hinweise von ausländischen Geheimdiensten und oft auch glückliche Umstände ausschlaggebend waren.
Weitere Neuigkeiten zum BKA erwarten wir am 20. April. Dann will das Bundesverfassungsgericht nämlich seine Entscheidung zum BKA-Gesetz und zum Staatstrojaner verkünden. Mit diesem werden die informationstechnischen Geräte von Verdächtigen direkt angegriffen. Die umstrittene Methode installiert eine Spionage-Software auf den entsprechenden Geräten und soll bei verschiedenen Delikten angewendet werden. Wir werden live berichten.
Die Transformation des Journalismus durch Social Media
Unter dem Titel „Facebook, Google & Co. fördern und kolonisieren den Journalismus“ analyisiert Gastautor Prof. Dr. Volker Lilienthal die Veränderung der medialen Welt, insbesondere der Journalismus-Branche durch die Einflüsse von Social Media. Durch Initiativen, wie die „Instant Articles“-Funktion von Facebook oder die „Digital News Initiative“ von Google, bemühen sich die beiden Internet-Riesen zunehmend um die Integration und Förderung von journalistischen Tools. Dabei geht es auch um Datenschutz, die algorithmische Mechanik von Newsfeed und Suchergebnissen sowie Netzneutralität.
Neues zu Netzneutralität in der EU
Das EU-Parlament hat letzten Oktober einem Kompromiss zur Netzneutralität zugestimmt, bei dem vieles unklar blieb und der zu Gunsten der Telekommunikationsunternehmen ausfiel. Nun ist allerdings die Zivilgesellschaft gefragt, denn es wird unter SaveTheInternet.eu eine Online-Konsultation geben. Positive Beispiele gab es in den USA und Indien, dort hatten Millionen Stimmen aus der Bevölkerung die Beschließung der Netzneutralität erwirkt. Jetzt sind die Europäer an der Reihe, die Regulierungsbehörde von den Argumenten für Netzneutralität zu überzeugen!
Telekom Deutschland will künftig auch bei der Spotify-Flatrate die Geschwindigkeit drosseln. Schuld gibt der deutsche Konzern der EU-Verordnung zur Netzneutralität, die die weitgehende Gleichbehandlung des Datenverkehrs festschreibt (jedoch mit unklaren Ausnahmen). So sollen „vergleichbare Situationen nicht unterschiedlich und unterschiedliche Situationen nicht gleich behandelt werden“.
Auch bei der Überarbeitung des Rechtsrahmens auf dem europäischen Telekommunikationsmarkt will die Telekom mit halb-lauteren Methoden mitspielen und diktiert der deutschen Bundesregierung ihre Wünsche, die diese nur allzugerne übernimmt und eins-zu-eins an die EU-Kommission übergibt.
BND: Geburtstag ohne Reform
Das Bundeskanzleramt hat die Reform des Auslandsgeheimdienstes BND auf Eis gelegt. Dabei wäre doch der sechzigste Geburtstag der Schlapphüte ein schöner Anlass gewesen, den Laden etwas besser zu kontrollieren. Wir haben uns mal umgehört, wie Abgeordnete das „auf Eis legen“ der Reform auf Schäubles Intervention finden: Und siehe da, sowohl die SPD wie Grüne sind gar nicht amused über die Verzögerung. Nur – war die SPD nicht auch Teil der Regierung?
Beunruhigendes aus Uganda und Vietnam
Ausgehend von einer Länderstudie durch Privacy International (PI) berichteten wir von der exemplarisch über die Überwachungspraxis in Uganda. Im Gegensatz zu Aussagen der Regierung ist der Ausmaß an Überwachung im korrupten Uganda relativ gering, was an mangelnder Technik(kompetenz) sowie der hohen Bestechlichkeit der Beamten liegt.
Die Basisstudie „State of Surveillance“ untersucht verschiedene Länder weltweit entlang der Kategorien Kommunikationsstatistiken, Zivilgesellschaft, internationaler und nationaler Rechtsrahmen, Datenschutzmaßnahmen, wichtige staatliche und wirtschaftliche Akteure, vorhandene Überwachungstechnologien und bekannte Fälle von Überwachung.
Außerdem thematisierten wir die Verurteilung des vietnamesischen Bloggers Nguyen Huu Vinh und seiner Assistentin Nguyen Thi Minh Thuy. Die Beiden berichteten über soziale und wirtschaftliche Themen sowie Demokratie und kritisierten auch die Politik der vietnamesischen Regierung. Sie wurden zu fünf Jahren Haft verurteilt, rund 100 Demonstrierende solidarisierten sich vor dem Gerichtsgebäude.
Wissenschaftliche Gutachten und Zahlen gegen die Massenüberwachung
Laut einem Report von onlinecensorship.org löscht Facebook weit mehr Inhalte als die eigenen Richtlinien vorschreiben. Die Webseite sammelte seit November 2015 entsprechende Fälle verschiedener Social-Media Plattformen, um so mehr über die gängige Löschungspraktiken zu erfahren.
Wie wir berichteten, sind auf der Seite sehrgutachten.de die veröffentlichten Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages einsehbar. Wir haben die gut 2000 Dokumente ein bisschen durchgesehen und eine netzpolitische Leseempfehlung erstellt.
Für Aufsehen sorgte diese Woche das Bekanntwerden von Sicherheitsproblemen bei SAP. Der viertgrößte Softwarehersteller der Welt ließ im Update-Prozess seiner Programme dem Kunden die Wahl, eine unverschlüsselte oder verschlüsselte Verbindung zu nutzen. Bei letzterer ließen sich Datenpakete abfangen und manipulierte Pakete einschleusen.
Mit öffentlich verfügbaren Daten zu Terroranschlägen zeigte Kolummnist Sascha Lobo die Unsinnigkeit von Massenüberwachung auf. Demnach seien sämtliche identifizierte Täter der letzten fünf islamistischen Attentate auf europäischem Boden den Behörden bekannt gewesen.
An der Universität Arizona diskutieren die drei Kritiker von staatlicher Überwachung Snowden, Chomsky und Greenwald über Privatsphäre. Das interessante Gespräch wurde auf Video aufgezeichnet.
Die Stadt New York führt 10.000 kostenlose W‑LAN Hotspots ein. Diese erfreuliche Nachricht wurde allerdings von datenschutzrechtlichen Bedenken überschattet, denn die Säulen sind mit einer Kamera, Temperatursensoren und Mikrofonen ausgestattet. Außerdem werden die Mailadressen sowie die besuchten Seiten der Nutzer gespeichert. Auch in Berlin ist ein entsprechendes, wenn auch weitaus kleineres Projekt geplant, das hoffentlich ohne derart invasive Begleitmaßnahmen auskommen wird.
Besorgnis bereitete außerdem die zunehmende Intransparenz der US-Behörden. 4 von 5 Antworten auf Anfragen wurden entweder abgelehnt oder geschwärzt.
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: Nun amtlich: iPhone 5C ist unsicher
Das FBI bestätigt: Ganzen iPhone-Modellreihen ist nicht mehr zu trauen.. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/">CC BY-NC-ND 2.0</a>, via flickr/<a href="https://www.flickr.com/photos/jchristabelle/3143712907/">Christabelle‧迴紋針</a> : Nun amtlich: iPhone 5C ist unsicher Dem FBI ist es gelungen, das iPhone 5C des Attentäters von San Bernardino zu entsperren und die darauf liegenden, verschlüsselten Inhalte auszulesen. Das geht aus einer gestrigen Eingabe beim kalifornischen Bundesgericht hervor. Dieses hatte Apple im vergangenen Februar dazu verdonnert, der US-Regierung eine eigens entwickelte iOS-Version zur Verfügung zu stellen, die mehrere Sicherheitsmechanismen des mobilen Betriebssystems hätte aushebeln sollen.
Da die Ermittlungsbehörde nicht mehr auf die Unterstützung von Apple angewiesen sei, heißt es weiter in dem Schreiben, möge das Gericht die nunmehr obsolete Anordnung aufheben. Welche Methode beim augenscheinlich erfolgreichen iPhone-Hack zum Einsatz gekommen war, wer diesen durchgeführt hat und welche Daten genau ausgelesen wurden bleibt bis auf Weiteres unbekannt. Laut US-Regierung hatte der öffentlichkeitswirksam ausgefochtene Streit „Parteien außerhalb der Regierung“ auf den Plan gerufen, die mit Entschlüsselungsmethoden an sie herangetreten seien. Eine dieser Methoden hat sich nun offenbar als erfolgreich erwiesen.
In Frage kämen laut dem Sicherheitsforscher Jonathan Zdziarski ein Angriff auf die Hardware, etwa mittels „NAND mirroring“, oder das Ausnutzen einer Software-Lücke in iOS 9. Abhängig davon ergebe sich, welche iPhone-Modelle für diesen Angriff anfällig sind. Freilich stehe und falle eine solche Attacke mit der Länge des Passcodes, so Zdziarski. Hätte der Attentäter ein langes alphanumerische Passwort verwendet, wäre das Entsperren vermutlich nicht gelungen.
FBI muss Sicherheitslücke nicht offenlegen
Wie Ars Technica berichtet, stehen weder Apple noch der Öffentlichkeit effektive juristische Möglichkeiten zur Verfügung, die US-Regierung zur Offenlegung der Methode zu zwingen. Zwar schreibt der sogenannte „Vulnerabilities Equities Process“ entsprechende Leitlinien für Behörden wie das FBI oder die NSA fest, doch verbleibt die Entscheidung darüber, ob bislang unbekannte Sicherheitslücken an den jeweiligen Hersteller gemeldet oder so lange wie möglich für Überwachungszwecke eingesetzt werden, weitgehend bei den Behörden selbst. Andrew Crocker, ein Anwalt der digitalen Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF), machte sich denn auch keine allzu großen Hoffnungen, wollte aber nicht frühzeitig aufgeben:
„Given the profile of this case, it is an important test for the government’s disclosure policy and whether it is willing to provide more transparency about how it goes about weighing disclosure against intelligence or law enforcement uses of zero days,“ Crocker told Ars.
Sicherheit und Verbraucher bleiben auf der Strecke
Nicht öffentliche bekannte Sicherheitslücken stellen naturgemäß ein hohes Risiko für die Allgemeinheit dar, denn neben staatlichen Ermittlungsbehörden sind auch gewöhnliche Kriminelle daran interessiert, möglichst lange möglichst viele Einfallstore für Einbrüche vorzufinden. So hat sich rund um diesen digitalen Waffenhandel ein lukrativer Markt entwickelt, in dem mittlerweile bis zu einer Million US-Dollar für iOS-Lücken bezahlt werden.
Indem die US-Regierung nun offenlegt, über zumindest einen solchen Zero-Day-Exploit zu verfügen, sendet sie ein unmissverständliches Signal an deutlich fragwürdigere Regime, Kriminelle und letztlich an Verbraucher: Ganze iPhone-Modellreihen sind unsicher.
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: Netzpolitischer Wochenrückblick KW 12: Trauerstimmung und Geburtstagsfeier
(Foto: Wikipedia unter CC BY-SA 3.0) : Netzpolitischer Wochenrückblick KW 12: Trauerstimmung und Geburtstagsfeier Die abscheulichen terroristischen Anschläge von Brüssel dominierten diese Woche die Medienlandschaft. In einem Kommentar diskutierten wir die möglichen netzpolitischen Folgen dieser feigen Attentate und rieten zu Besonnenheit, Rechtsstaatlichkeit sowie zu mehr Freiheit und Demokratie als Antwort auf den Terror, an Stelle populistischer Forderungen nach mehr Überwachung. Denn wenn wir die demokratischen Säulen umstoßen und unsere Grundrechte aushöhlen, zu denen auch Privatsphäre und Datenschutz gehören, spielen wir den Terroristen in die Hände.
Der Netzpolitische Wochenrückblick fasst die wichtigsten Meldungen der letzten sieben Tage zusammen und kann auch als E‑Mail-Newsletter abonniert werden.
In ihrem Bericht aus Brüssel stellte Kirsten Fiedler klar, dass die Stadtteile, aus denen die Attentäter stammten, relativ zentral in Brüssel liegen. Die Täter stammten somit aus der Mitte der Gesellschaft, sind Bürger europäischer Staaten und lebten nicht am Rande der Gesellschaft, wie viele Medienberichte implizierten. Sie kritisierte die Forderungen nach einer Fluggastdatenüberwachung, denn schließlich seien die Terroristen von Brüssel wie auch Paris nicht zum Tatort geflogen. Auch die massenhafte Vorratsdatenspeicherung ließe sich durch Wegwerf-Handys einfach umgehen und scheine deswegen wenig effektiv. Stattdessen plädierte sie für eine evidenzbasierte Sicherheitspolitik mit gezielten Ermittlungen und präventiven Maßnahmen. Nur so ließe sich eine Radikalisierung aus der Mitte unserer Gesellschaft nachhaltig bekämpfen.
Happy Birthday Twitter
Anlässlich des zehnten Geburtstags von Twitter zog Markus Beckedahl ein Resümee über seine persönlichen Erfahrungen mit der Plattform und dankte für zehn Jahre Informationen durch 140 Zeichen. Darin betonte er die berufliche Nutzung des Dienstes als Informationsquelle. Gerade in den Branchen Politik und Journalismus sei das Medium nicht mehr wegzudenken. Außerdem lobte er die noch Algorithmus-freie chronologische Anzeige der Tweets und plädierte für eine zensurfreie Zukunft von Twitter.
Zudem berichteten wir über das Phänomen der Fake-Accounts, das den Kurznachrichtendienst seit jeher begleitet. So haben wir die besten, originellsten und witzigsten Fake-Tweets der letzten Jahre zusammengestellt und aufklärend kommentiert.
Nicht auf Twitter, sondern auf Facebook spielte sich die Farce ab, die der CDU-Frau Vera Lengsfeld neben der „Mausrede des Tages“ die genauso zweifelhafte Auszeichnung „Goldener Storch“ einbrachte. Die Politikerin und Publizistin veröffentlichte einen fragwürdigen Beitrag auf der Plattform, versuchte sich dann aber herauszureden und meinte, sich lediglich verklickt zu haben.
Drohnenkrieg, Whistleblower und Journalisten
Auf einer Podiumsdiskussion in Berlin schilderte der ehemalige Drohnen-Operator Brandon Bryant den Alltag eines Drohnen-Piloten und erzählte etwa, wie er und seine Familie bedroht und beschimpft wurden, als er mit seinen Berichten an die Öffentlichkeit ging. Der Whistleblower sprach sich für einen breiteren Protest der deutschen Bevölkerung gegen Drohnenkriege aus. Diskutiert wurde auch die Rolle Deutschlands und des BNDs hinsichtlich der Unterstützung der US-Drohneneinsätze. Die komplette Diskussion gibt es hier als mp3 zum Nachhören.
Auf dem Logan CIJ-Symposium trafen Investigativjournalisten und IT-Sicherheitsexperten auf die Realität von Whistleblowern. In einer Brandrede brachte etwa Jacob Appelbaum das Kernproblem auf den Punkt, unter dem Whistleblower und investigative Journalisten leiden: Nicht jeder, der an einer journalistischen Veröffentlichung mitwirkt, ist in seiner Arbeit automatisch durch Journalistenprivilegien geschützt.
Wende im Streitfall FBI vs. Apple
Interessante Neuigkeiten gab es diese Woche zum Streit zwischen Apple und der US-Regierung. In einem Antrag der Regierung hieß es, das FBI sei zum Umgehen der Sicherheitsmaßnahmen des iPhones eines der Attentäter von San Bernardino nicht mehr auf die Mithilfe von Apple angewiesen. Zuvor hatte ein Gericht das kalifornische IT-Unternehmen dazu zwingen wollen, der Ermittlungsbehörde eine iOS-Version mit eingebauter Hintertür zur Verfügung zu stellen. Apple hatte dagegen Berufung eingelegt und, flankiert von einem offenen Brief des CEOs Tim Cook, eine öffentliche Debatte über staatlich verordnete Hintertüren entfacht.
DYI-Geheimdienst
Bei einer Ausstellungseröffnung legte BND-Chef Gerhard Schindler offen, was den Geheimdienst zu einem attraktiven Arbeitgeber für IT-Fachkräfte macht: „Bei den ITlern ist es oft so, dass sie deshalb gerne zu uns kommen, weil sie das machen dürfen, was sonst gesetzlich verboten ist.“ Das erklärt natürlich all die Rechtsverstöße, die im NSA-Untersuchungsausschuss schon in mehreren Fällen aufgedeckt wurden.
Für obsolet hält Innenminister Thomas de Maizière offenbar Sicherungsmechanismen wie das Trennungsgebot und forderte in den Medien eine Verknüpfung der nationalen Datenbanken europäischer Polizeibehörden und Geheimdienste. Vom Parlament dazu befragt fallen die Antworten jedoch sichtlich zurückhaltender aus.
Mit der NSA als Vorbild sammeln niederländische Netzaktivisten öffentlich verfügbare Datenschnipsel ihrer Mitbürger, um sie in einer Datenbank unter dem Titel „National Birthday Calendar“ zu veröffentlichen. Das Kollektiv „Setup“ will so das Bewusstsein für das alltägliche und massenhafte Speichern von persönlichen Informationen fördern.
Passend dazu fand eine Studie heraus, dass staatliche Überwachung das Online-Verhalten von Internetnutzern beeinflusst und die Bereitschaft sinken lässt, sich öffentlich zu eigenen Ansichten zu bekennen.
Input zu EU-Konsultationen und Störerhaftungs-Petition gebraucht
Die EU-Kommission will Meinungen zum Thema „Geistiges Eigentum“ mit einer Online-Konsultation einholen und damit eine Gesetzesänderung im Bereich des Urheberrechtes vorbereiten. Die noch geltende EU-Richtlinie von 2004 soll von Bürgern, Rechteinhabern oder Anwälten hinsichtlich ihrer Effektivität und Angemessenheit eingeschätzt werden. Parallel dazu hat die Kommission Online-Konsultationen zu einem möglichen Leistungsschutzrecht auf europäischer Ebene sowie zur Panoramafreiheit gestartet.
Rege Beteiligung kann auch eine deutsche Online-Petition gut gebrauchen, die der Störerhaftung endgültig den Garaus machen will. Diese findet mittlerweile nicht einmal mehr bei Verkehrsminister Dobrindt oder dem Wirtschaftsrat der CDU Unterstützung.
(Nicht-)Zugang zu Wissen
Aus der IFG-Ablehnung des Tages ging hervor, dass die Bundestagsverwaltung über keine Dokumente verfügt, die auf eine Täterschaft eines russischen Geheimdienstes beim Bundestagshack hinweisen würden. Zudem könnten auch sonst keine Informationen herausgegeben werden, da dies nachteilige Auswirkungen auf die innere und äußere Sicherheit Deutschlands hätte. Das Informationsfreiheitsgesetz hilft auch in Fällen nicht weiter, wenn es zu Rechtsverstößen in der Privatwirtschaft kommt. So blockiert das Bundesverkehrsministerium weiterhin die Aufklärung des Abgasbetrugs bei Volkswagen und weiteren Autoherstellern („Diesel-Gate“) und verweigert die Auskunft über Details der Abgasmanipulationen.
Schon lange setzen sich alle maßgeblichen öffentlichen Wissenschaftsorganisationen für „Open Access“ ein, also für einen möglichst offenen Zugang zu öffentlich finanzierter Forschung. Unter Federführung der Max-Planck-Gesellschaft will die neue Initiative „Open Access 2020“ diesen Ansatz auf breiter Front zum Standard machen. So sollen alle bereits etablierten Zeitschriften „befreit“ und den Steuerzahlern zugänglich gemacht werden.
Findige Wikipedia-Nutzer in Angola haben es geschafft, eines der fragwürdigen Zero-Rating-Angebote auf den Kopf zu stellen, das Zugriffe auf das Onlinelexikon vom monatlichen Transfervolumen ausnimmt. So gelang es ihnen, mitunter urheberrechtlich geschützte Dateien in Wikipedia-Artikeln zu verstecken und die Plattform so zur kostenlosen Tauschbörse zu machen.
Aus „Gründen der nationalen Sicherheit“ wurden während der Präsidentschaftswahlen in der Republik Kongo für zwei Tage sämtliche Telefon‑, Internet- und SMS-Dienste abgeschaltet. Wenig überraschend gelang dem Präsidenten Denis Sassou-Nguesso die Wiederwahl, die erst durch eine Verfassungsänderung im vergangenen Oktober möglich gemacht wurde. Proteste dagegen hatte die Regierung damals schon mit ähnlichen Maßnahmen erwidert.
Außerdem schrieben wir über die Digitalisierung der Verwaltung und den damit verbundenen Risiken und Chancen. Thematisiert wurden auch die Praxis der Weitergabe von Meldedaten an die Bundeswehr sowie der zugehörige Protestaufruf der Internationalen Liga der Menschenrechte e. V. Zudem befassten wir uns mit den zwei Seiten und den Potentialen der „Sharing Economy“, die längst nicht alle Versprechen einlösen kann, und stellten uns die Frage: Was ist eigentlich ein Roboter?
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: FBI verzichtet auf Apples Hilfe beim iPhone-Hack
Der US-Regierung ist jedes Mittel Recht, um verschlüsselte iPhone-Inhalte auszulesen. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/">CC BY-SA 2.0</a>, via flickr/<a href="https://www.flickr.com/photos/matsuyuki/8444605838/">Toshiyuki IMAI</a> : FBI verzichtet auf Apples Hilfe beim iPhone-Hack Eine für heute anberaumte Anhörung im Verfahren zwischen Apple und der US-Regierung ist überraschend vertagt worden. Dem FBI sei von einer nicht genannten Stelle außerhalb der Regierung eine Methode präsentiert worden, mit der sich die Passcode-Sperre des betreffenden iPhone 5C aufheben lassen soll. Apples Unterstützung zum Umgehen der iOS-Sicherheitsmaßnahmen sei daher nicht mehr notwendig, heißt es im Antrag (PDF) der Regierung. Im nun ausgesetzten Verfahren hat das FBI bis zum 5. April 2016 Zeit, um den bislang unbekannten Hack auf seine Zuverlässigkeit zu testen.
Das kalifornische Gericht hat letzten Monat Apple dazu verdonnert, dem FBI eine eigens entwickelte iOS-Version mit eingebauter Hintertür zur Verfügung zu stellen. Dagegen hat das IT-Unternehmen Berufung eingelegt und mit einem offenen Brief des Firmenchefs Tim Cook eine öffentliche Debatte über staatlich verordnete Hintertüren entzündet. Beobachter gehen davon aus, dass die US-Behörden weniger darauf abzielen, dieses eine iPhone zu entsperren, sondern einen Präzedenzfall schaffen wollen. Neben dem kalifornischen Gerichtsverfahren sind mindestens zehn weitere laufende, ähnlich gelagerte Fälle bekannt, die Apple zum Einbrechen in die Geräte ihrer Kunden zwingen wollen.
Gesetzentwürfe im US-Kongress
Ausgestanden ist die Affäre damit also keineswegs, sondern bestenfalls aufgeschoben. Zudem nahm in den vergangenen Wochen eine überparteiliche Gesetzesinitiative im US-Senat Fahrt auf, die eine gesetzliche Grundlage für Hintertüren in US-amerikanischen IT-Produkten schaffen könnte. Über Details des Entwurfs ist derzeit nichts bekannt, allerdings sind die beiden federführend an der Ausarbeitung beteiligten Abgeordneten Richard Burr (R‑NC) und Dianne Feinstein (D‑CA) als Sicherheitspolitik-Hardliner bekannt. Das FBI unternehme alles, um Amerikaner zu schützen, erklärte die im Geheimdienstausschuss des Senats sitzende Feinstein. „Das kann man nicht machen, solange man nicht alle Informationen hat, um eine komplette Untersuchung durchzuführen“, so Feinstein.
Parallel dazu bereitet auch das US-Repräsentantenhaus einen Gesetzentwurf vor, der auf die Einrichtung einer „Verschlüsselungskommission“ drängt. Dort sollen Vertreter der Industrie, von Ermittlungsbehörden und Geheimdiensten Fragen zu Verschlüsselung behandeln, die jedoch schon in den 1990ern beantwortet wurden, wie die Electronic Frontier Foundation (EFF) betonte:
The commission is set to ask questions already answered in the 1990s like whether or not the government should mandate backdoors or otherwise change current law. The answer is no. At the end of the day, the commission shows Congress still hasn’t learned that math is not something you can convince to compromise.
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: US-Behörden stören sich an WhatsApp-Verschlüsselung
: US-Behörden stören sich an WhatsApp-Verschlüsselung Während der Streit zwischen dem FBI und Apple weiter schwelt und die US-Regierung dem Unternehmen vorwirft (pdf), gezielt Sicherheitsbehörden aus ihren Geräten auszuschließen, geht es in einer weniger öffentlichen Diskussion derzeit um den Zugang zu Daten des beliebten Instant Messengers WhatsApp. Wie die New York Times am Wochenende berichtete, seien in einem Ermittlungsfall richterlich angeordnete Überwachungsmaßnahmen an der WhatsApp-Verschlüsselung gescheitert.
Über den Fall ist so gut wie nichts bekannt, außer dass es sich nicht um eine Terrorismus-Ermittlung handelt. Das Justizministerium wie auch WhatsApp verweigerten einen Kommentar, über das weitere Vorgehen werde noch beraten – es bleibt vorerst unklar, ob sich die Regierung auf einen Streit vor Gericht einlässt. Wie Peter Eckersley von der Electronic Frontier Foundation (EFF) gegenüber der NY Times angab, warten FBI und Justizministerium jedoch nur auf einen geeigneten Fall, der ihre Forderungen nach Zugang zu verschlüsselten Inhalten angemessen erscheinen lässt. Sollte der Rechtsstreit mit Apple zugunsten des FBI ausgehen, fürchten Expert_innen weitergehende Forderungen der US-Regierung an Unternehmen wie WhatsApp, ihre Software so umzuschreiben, dass die Verschlüsselung bestimmter Nutzer-Accounts deaktiviert werden kann.
Im Winter 2014 hatte WhatsApp Ende-zu-Ende-Verschlüsselung eingeführt, wodurch im Idealfall nur Empfänger und Sender eine Nachricht im Klartext sehen können – das funktionierte auch, zumindest in der Android-Version. Whatsapp argumentiert demnach, ähnlich wie Apple, dass es keine Daten herausgeben kann, auf die das Unternehmen selbst keinen Zugriff hat. Mit dieser Begründung weigerte sich WhatsApp auch im Dezember in Brasilien, Gesprächsprotokolle an Drogenermittler weiterzugeben. Es folgte eine landesweite Sperrung des Messengers, die erst nach 14 Stunden von einem Gericht aufgehoben wurde. Anfang März nahm die brasilianische Polizei sogar den Facebook-Manager Diego Dzodan fest, weil dieser sich geweigert hatte, Daten an Ermittler zu übergeben.
US-Präsident Barack Obama warnte Unternehmen auf der Veranstaltung South by Southwest (SXSW) in Texas am Freitag, dass ein kompromissloser Kurs am Ende das Gegenteil bewirken könne.
Wenn etwas wirklich schlimmes geschieht, dreht sich die politische Situation, Dinge passieren überstürzt und Sachen gehen durch den Kongress in gefährlicher und undurchdachter Form […]. Die Lösung ist wohl eine so stark wie mögliche Verschlüsselung mit einer maximal sicheren Entschlüsselung, auf die eine kleinstmögliche Zahl von Menschen bei wenigen, wichtigen Anlässen Zugriff hat.
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: John Oliver: Apple vs. FBI
: John Oliver: Apple vs. FBI HBOs britischer Satiriker John Oliver hat die jüngste Folge seiner Show „Last Week Tonight“ erneut einem netzpolitischen Thema gewidmet. Dank des aktuellen Anlasses „Apple vs. FBI“ thematisiert die Episode „Verschlüsselung“ und Hintergründe zur juristischen Auseinandersetzung zwischen der Strafverfolgungsbehörde und des Technik-Konzerns.
Die wie immer gut informierte Sendung streift die Crypto Wars der 1990er Jahre, kurze Einspieler politischer Beamte der USA werden gezeigt (deren Sachverstand erwartungsgemäß als ausbaufähig dargestellt wird) und auch Apple als Technik-Gigant kommt nicht nur gut weg. „There’s no easy side to be on“, meint Oliver. Das Show-Segment gibt’s hier in voller Länge zu sehen. Viel Spaß!
