Datenschutz

Tracking unter iOS: Abstellen leicht gemacht

Mindestens jeder fünfte deutsche iOS-Nutzer will sich nicht im Internet tracken lassen und unternimmt etwas dagegen. Wir finden, die Zahl könnte ruhig höher liegen, und zeigen die wichtigsten Einstellungen für das Mobilsystem von Apple.

Wer im Internet unterwegs ist, hinterlässt Spuren. iOS-Nutzer können das mit einigen Klicks deutlich einschränken. CC BY 2.0, via flickr/fdecomite

Knapp zwanzig Prozent aller deutschen iOS-10-Nutzer wollen auf interessenbezogene Werbung verzichten und aktivieren deshalb die Einstellung „Kein Ad-Tracking“, meldet das Marketingunternehmen Adjust. Mit 19,3 Prozent nimmt Deutschland nach den Niederlanden (22 Prozent) den zweiten Platz ein, dahinter folgt Malta (18,8 Prozent). Deutlich weniger sensibilisiert sind offenbar türkische (8,5 Prozent), rumänische (9,8 Prozent) und bulgarische (10,9 Prozent) Nutzer. Weltweit stagniert der Durchschnitt laut Adjust bei rund 18 Prozent.

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Die entsprechende Option findet sich unter Einstellungen > Datenschutz > Werbung. Danach wird keine zielgerichtete, auf dieser Ad-ID aufsetzende Werbung mehr in Apps oder im App Store eingeblendet. Details darüber, was genau gesammelt wird und wo es anschließend zum Einsatz kommt, finden sich bei Apple.

Inhalts-Blocker verhindern unter iOS Tracking und Werbung.
Inhalts-Blocker verhindern unter iOS Tracking und Werbung.

Wenn man schon dabei ist, datenschutzfreundliche Einstellungen vorzunehmen, dann findet sich im Datenschutz-Menü noch Einiges: Unter „Ortungsdienste“ sollte man überprüfen, welche Apps den Standort auslesen dürfen. Ganz unten findet sich zudem der Menüpunkt „Systemdienste“, wo sich unter anderem „Ortsabhängige Apple Ads“, „Häufige Orte“ sowie mehrere Optionen zur „Produktverbesserung“ ausschalten lassen. Wer keine Diagnose- und Nutzungsdaten an Apple senden möchte, kann dies unter Datenschutz > Diagnose & Nutzung unterbinden.

Tracking in Safari verhindern

iOS-Nutzer, die mit dem Safari-Browser unterwegs sind, sollten unter Einstellungen > Safari den Punkt „Kein Tracking“ einschalten. Danach erstellen Webseiten, die den „Do Not Track“-Header respektieren, keine Nutzungsprofile mehr von ihren Besuchern. Leider halten sich aber nur die wenigsten Anbieter an diesen Standard.

Deutlich effektiver sind deshalb die zahlreichen „Content Blocker“, die sich im App Store finden – beispielsweise Adguard oder AdBlock for Mobile, um zwei kostenlose zu nennen. Aktivieren lässt sich ein solcher Werbe- und Tracking-Blocker nach der Installation unter Einstellungen > Safari > Inhalts-Blocker. Sicherheitshalber sollte man anschließend die Zuverlässigkeit testen, etwa mit dem Panopticlick-Tool der Electronic Frontier Foundation (EFF). Angenehmer Nebeneffekt: Viele Webseiten, vor allem mit Werbung überfrachtete, laden danach spürbar schneller. Voraussetzung für Content Blocker ist iOS 9 sowie ein iOS-Gerät mit einem 64-Bit-Prozessor, also mindestens ein iPhone 5S, ein iPad Air oder ein iPad Mini 2.

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7 Kommentare
  1. Und wer glaubt, dass man das Tracking damit auch wirklich abstellen kann, glaubt wohl auch noch an den Weihnachtsmann.

    Prüfen kann man es bei Closed Source wie iOS auf jeden Fall nicht…

    1. Doch, mit nem Netzwerk-Sniffer.

      Schade jedoch ist, dass Apple sich unter Tim Cook auch immer mehr unnötigem Verbindungs-Krimskrams zugewandt hat. Dennoch, für Closed Source das definitiv geringste Übel, da am ehesten Privacy-Vertretbar. Privates Surfen natürlich pflicht. Und Jailbreak für hosts-Datei als Blacklist für unerwünschte Verbindungen eigentlich auch.

      Schade ist auch, dass auf einem iOS-9-Gerät mit 32-Bit-Prozessor keine Adblocker installierbar sind … und kein DuckduckGo als Suchmaschine auswählbar, jedenfalls auf dem iPad Mini 1. Und das wirkt mal wieder willkürlich und künstlich obsolent.

      1. Als iOS-Nutzer habe ich mir schon jahrelang sowas wie Content Blocker (CB) gewünscht und empfinde sie nicht als „unnötigen Verbindungs-Krimskrams“.

        > Und Jailbreak für hosts-Datei als Blacklist für unerwünschte Verbindungen eigentlich auch.

        Jede/r wie er/sie mag, aber von einem Jailbreak würde ich dringend abraten. Das macht das Gerät garantiert nicht sicherer, sondern öffnet Hintertüren für Einbrecher aller Art. Alternativ würde ich mir eher was mit dem Apple Configurator zusammenklicken und unerwünschte Verbindungen so verhindern – oder bestimmte Hosts einem CB hinzufügen.

        > Und das wirkt mal wieder willkürlich und künstlich obsolent.

        Nicht unbedingt, denn CBs verursachen CPU-Last, was wiederum mehr Strom verbraucht. So laden Seiten, die kaum Werbung haben und nicht tracken (wir zB), minimal langsamer, wenn man einen CB aktiviert. Gut möglich und sehr wahrscheinlich, dass Apple einfach geschaut hat, wie sich das auf den A7-Vorgängern auswirkt und danach keinen Bock auf einschlägige Beschwerden und Clickbait-Überschriften hatte.

  2. iOS bleibt auch nach dem Ändern aller zur Verfügung stehenden Einstellungsmöglichkeiten ein Schüffler.

    Nachdem ich letztlich ein Wochenende damit verbracht habe, so halbwegs die Kontrolle über ein iPad zu bekommen – und damit natürlich gescheitert bin –, brachte ich es in den Apple Store zurück. Der Mitarbeiter wollte gern den Rückgabegrund wissen. Ich: „Gute Hardware. Schönes Design. Aber das Betriebssystem ist zu, äh, benutzerfreundlich.“ Er lachte und meinte: „Ich weiß, was Sie meinen“.

    Apple entmündigt den Nutzer eben sehr weitgehend. Aber: Android-Geräte, out of the box benutzt, sind deutlich übler.

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