Netzpolitik

Netzpolitik hauptsächlich in Deutschland, aber auch international. Kernthema dieses Blogs.

  • : Goldmedia-Studie: Netzneutralität
    Goldmedia-Studie: Netzneutralität

    Vergangene Woche hat der Verein Digitale Gesellschaft zur Anhörung gesetzlicher Regelungen im TKG, die auch die Netzneutralität betreffen, in einer Pressemitteilung betont, dass Provider Belege für eine tatsächlich existierende Überlastung bislang schuldig blieben.

    Einen Tag später präsentierte der VATM in der US-Botschaft Berlin eine Studie der Firma Goldmedia, die anscheinend diese Belege liefern sollte. Zur Netzneutralität ist die Position des VATM eindeutig: Abschaffen. Der VATM ist der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten, und seine Mitglieder hätten gerne sowohl reservierte*, als auch priorisierte** Diensteklassen – natürlich gegen Bezahlung.

    Bestimmte Dienste sollen also gegenüber anderen bevorteilt, und dadurch Geld verdient werden. Zum Beispiel, indem man dem Kunden Geld dafür abnimmt, dass YouTube-Videos auch in HD*** geschaut werden können (obwohl die Bandbreite des Anschlusses x‑fach dafür reichen würde) oder indem man EC-Bezahlsystem-Anbietern*** Geld dafür abnimmt, dass die IP-basierte Verifikation der Karten eine Sekunde schneller abläuft, und die Kunden dadurch glücklicher werden.

    Innerhalb von Diensteklassen aber, so wird immer betont, solle es dann keine Diskriminierung geben, deshalb sei das das Netz dann auch weiterhin neutral. „Keine Diskriminierung nach der Diskriminierung“ also. Mit diesem recht einfachen Trick  nehmen die Autoren die große Hürde der „prinzipiellen“ – also das offene Internet betreffenden – Erwägungen, die im weiteren Verlauf als „gelöst“ betrachtet und entsprechend ignoriert wird. Der Einwand, dass das Beispiel EC-System ohne Diskriminierung von Konkurrenzanbietern kein Geschäftsmodell wäre, blieb unbeantwortet. Für diese eigenwillige Definition von Netzneutralität eine Argumentationsgrundlage zu liefern, war der Auftrag, den der VATM der Firma Goldmedia erteilt hatte, und dessen sich die Autoren Prof. Dr. Klaus Goldhammer, Dr. Michael Schmid und Dr. André Wiegand angenommen haben.

    Wes Brot ich ess, des Lied ich sing

    Das Ergebnis der Studie ist entsprechend vorhersehbar:Lobby-Verbände geben keine wissenschaftlichen Studien in Auftrag, sondern definieren deren Ergebnis. Dafür taugen unabhängige Wissenschaftler nur begrenzt, weshalb man mit Vorliebe auf Unternehmensberatungen zurückgreift, bei denen ein vorhandener Doktortitel dem Leser Seriosität vorgaukeln soll.

    Ein erster Blick ins Literaturverzeichnis der 44 Seiten kurzen Studie enttäuschte aber selbst die niedrigste Erwartung. Nicht einmal die Suche nach bekannten Studien zur Netzneutralität, die für andere Lobbyverbände in anderen Ländern von anderen Lobby-Instituten geschrieben worden waren, war von Erfolg gekürt. Stattdessen: zuhauf Bezüge auf Pressemitteilungen(!), Zeitungs(!)- und Blog(!)-Artikel, die zu allem Überfluss auch noch durch falsche und vielleicht sogar bewusst irreführende Zitationsform als wissenschaftliche Artikel ”getarnt” wurden.

    Die einzige annähernd wissenschaftlichen Quelle war ein Wirtschaftspolitik-Lehrbuch aus dem Springer-Verlag von 2004. Von diesem Buch sind seither 2 neue, überarbeitete Auflagen erschienen.

    Zum eigentlichen Inhalt: hier wäre eine Datenerhebung oder der Bezug auf bereits bestehende Daten zu erwarten gewesen. Endlich Klarheit, wo die vielbeschworenen Überlastungen auftreten, und wie sie durch eine Verletzung der Netzneutralität auf wundersame Weise verschwinden würden? Fehlanzeige.

    Stattdessen wird anhand frei verfügbarer Daten des DE-CIX illustriert, dass die Internetnutzung über den Tagesverlauf fluktuiert. Dieser Befund ist ohne jegliche Aussage zum Thema und findet sich in ähnlicher Form zum Beispiel bei der Wasser‑, Strom‑, und TV-Nutzung. Auch der Hinweis, dass dem Endverbraucher immer höhere Bandbreiten zur Verfügung gestellt werden, mit dem die Leser sich zufrieden geben müssen, ist nicht überraschend. Dies wird an mehreren Stellen mit dramatischen Grafiken illustriert. Eine davon rechnet bereits im nächsten Jahr mit einer Bandbreitenexplosion durch IP-vermitteltes 3D-Fernsehen in HD-Qualität – wie realistisch diese Prognose ist, wird sich zeigen.

    Ohne also nur den Hauch eines empirischen Anhaltspunktes zu liefern, heißt es dann in Abb. 18, S.41, technisch sei Netzwerkmanagement „offensichtlich“ notwendig und auf der „dienstebezogenen Ebene“ die Notwendigkeit von „Qualitätsklassen & Dienstegütern weitgehend anerkannt.“ Dass der Begriff Netzwerkmanagement nicht äquivalent zu der Einrichtung ökonomisch verwertbarer Qualitätsklassen ist, fällt bei dieser Aufstellung sicher nur der Minderheit der Leser auf, was an dieser zentralen Stelle der Argumentation wenn nicht beabsichtigt, dann zumindest billigend in Kauf genommen wurde.

    Ansonsten wird angeführt, dass heute viele VOIP-Telefonanschlüsse und TV-Angebote mit reservierten Bandbreiten angeboten würden. Das, so der präsentierende Autor Klaus Goldhammer, erfordere Netzwerkmanagement, und verletze bereits heute die Netzneutralität zum Vorteil der Kunden.

    Diese Verschmelzung von Inhalte- und Netzanbietern ist eines der Grundübel in der Debatte um die Netzneutralität. Der Anreiz für einen Anbieter von Internet-Infrastruktur und TV-Diensten natürlich groß ist, einen Konkurrenten zu behindern bzw. eigene Dienste zu priorisieren und für die gleiche Qualitätsklasse von Konkurrenten Wegegeld zu verlangen. Darüber, wie die Diensteklassen definiert werden sollen, um (1) nicht Konkurrenten und Privatkommunikation zu diskriminieren (das geht nicht) und (2.) gleichzeitig neue Verdienstmöglichkeiten zu eröffnen, ohne die jetzigen Internetanschlüsse zu beschneiden, um die Kunden zum Buchen von Zusatzdiensten zu zwingen (auch das geht nicht), darüber wird in der Studie kein Wort verloren. Stattdessen gibt es folgende entlarvende Grafik:

    Diese Tabelle stellt ausschließlich Vorteile dar. Die Existenz von Nachteilen wird noch nicht einmal in Erwägung gezogen – sei es auch nur, um sie zu entkräften.

    Die Zusammenstellung ist eine Beleidigung für jeden denkenden Menschen: Sie ist ein Vorzeigebeispiel dafür, wie durch pseudowissenschaftliche Wirtschafts“studien“ Argumente in der Politik unterfüttert werden sollen, die jeglicher Anforderung an Nachvollziehbarkeit und Konsistenz widersprechen. Dass auf dieses Machwerk ein Politiker hereinfällt, sollten eigentlich selbst die Auftraggeber des VATM nicht glauben können.

    Der interessierte Leser findet sie Studie hier zum Download.

    * reservierte Bandbreiten werden auch bei Nichtnutzung nicht freigegeben
    ** priorisierte Dienste werden zum Nachteil von anderen Diensten schneller behandelt.
    *** Die Beispiele stammen von VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner

    15. Juni 2011 21
  • : Justizministerin präsentiert Gesetzentwurf zur Vorratsdatenspeicherung
    Justizministerin präsentiert Gesetzentwurf zur Vorratsdatenspeicherung

    Die Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger hat einen Gesetzentwurf zur Vorratsdatenspeicherung vorgelegt. Dem AK Vorrat ist der Text als PDF zugespielt worden.

    Zunächst berichtete und kommentierte Thorsten Jungholt auf Welt Online: Der Vorschlag kann Innenminister Friedrich nur missfallen.

    Die Ministerin selbst bezeichnet das Verfahren als Quick Freeze.

    Auf den ersten Blick sieht es jedoch so aus, als wurde das von uns kritisierte Eckpunkte-Papier vom Januar weitestgehend übernommen. So steht im Entwurf u.a:

    § 113a – Pflichten zur Speicherung von Daten
    (1) Wer öffentlich zugängliche Internetzugangsdienste für mehr als [X] Endnutzer erbringt, ist verpflichtet, Daten, die von ihm bei der Nutzung seines Dienstes erzeugt oder verarbeitet werden, nach Maßgabe der Absätze 2 und 4 unverzüglich für sieben Tage im Inland oder in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union zu speichern.

    Eine verdachtsunabhängige anlasslose Speicherung der „Daten, die bei der Internetnutzung erzeugt werden“ (o_O) bleibt jedoch eine Speicherung auf Vorrat und damit eine Vorratsdatenspeicherung.

    Als erste Reaktion haben 14 Personen der „Netz-Gemeinschaft“ einen offenen Brief an die FDP-Fraktion verfasst:

    Andererseits wird dann aber vorgeschlagen, Internet-Zugangsanbieter zu verpflichten, flächendeckend und ohne Anlass für die Dauer von sieben Tagen auf Vorrat zu speichern, wer wann unter welcher IP-Adresse mit dem Internet verbunden war. Solche Protokolle sollen es Staatsbeamten ermöglichen, schon bei dem Verdacht einer Bagatellstraftat die Identität des Nutzers einer IP-Adresse ohne richterliche Anordnung offenlegen zu lassen, voraussichtlich aber auch schon präventiv sowie für geheimdienstliche Ermittlungen (§ 113 TKG). Alleine die Deutsche Telekom AG musste 2010 täglich über 50 Staatsanfragen nach der Identität des Nutzers einer IP-Adressen beantworten.

    Soweit ungewohnt in aller Kürze von mir. Eine weitere Analyse des Papiers gerne in den Kommentaren.

    Update: Den Hardlinern der Union geht der Vorschlag natürlich nicht weit genug. SpOn:

    Der Unions-Innenexperte Hans-Peter Uhl hat den von Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) vorgelegten Gesetzentwurf zur Vorratsdatenspeicherung als völlig unbrauchbar bezeichnet. Der CSU-Politiker lehnt ab, den Entwurf als Grundlage für weitere Verhandlungen zu nehmen.

    Wolfgang Bosbach:

    „Auf dieser Basis wird eine Verständigung nicht möglich sein“, sagte er dem Kölner Stadt-Anzeiger. „Der Entwurf bleibt weit hinter der europäischen Richtlinie zurück. Er bleibt auch weit hinter den Erfordernissen der Verbrechensbekämpfung zurück. Das weiß sie selbst ganz genau.“ Zur Charakterisierung des Gesetzentwurfes, so Bosbach, „wäre selbst das Wort Placebo noch übertrieben“.

    10. Juni 2011 17
  • : Morgen: Anhörung zur TKG-Änderung
    Morgen: Anhörung zur TKG-Änderung

    Morgen findet im Bundestag die Anhörung zur Änderung des Telekommunikationsgesetzes statt. Auf der Website des Bundestages wird die Sitzung als Livestream übertragen. Der Entwurf der Bundesregierung ist bereits als .pdf erhältlich.

    Dazu gibt es hier die Anträge der einzelnen Fraktionen und hier die Stellungnahmen der geladenen Sachverständigen.

    Auch der Verein Digitale Gesellschaft* hat eine Stellungnahme verfasst. Dazu gibt es auch eine Pressemitteilung: Bundesregierung muss Etikettenschwindel beim Internetzugang verhindern und Netzneutralität sicherstellen!

    Darin wird gefordert: (Kurzfassung)

    1. Datensicherheit/Datendiebstahl:

    Der Verein Digitale Gesellschaft fordert Nutzerbenachrichtigungen auch bei Abhandenkommen verschlüsselter Daten, da Verschlüsselungen stets nur temporären Schutz bieten. (§109a TKG‑E)

    2. Netzneutralität: 

    7. Juni 2011 4
  • : Vint Cerf über die Zukunft des World Wide Web
    Vint Cerf über die Zukunft des World Wide Web

    Am vergangenen Freitag gab es in der Konrad-Adenauer-Stiftung eine Veranstaltung mit Vint Cerf über die Zukunft des World Wide Web. Davon gibt es bei der KAS einen Bericht: Glühbirne mit Internet. Und eine MP3 des knapp zweistündigen Vortrages mit anschließender Diskussion.

    30. Mai 2011 3
  • : „Ein freies Internet schafft Möglichkeiten, auch auf Missstände hinzuweisen“
    „Ein freies Internet schafft Möglichkeiten, auch auf Missstände hinzuweisen“

    Der Deutschlandfunk hat mich zum eG8- und G8-Gipfel interviewt: „Ein freies Internet schafft Möglichkeiten, auch auf Missstände hinzuweisen“. Davon gibt es ein Transcript und auch eine MP3.

    Ramme: Also Sarkozy ist da einen Schritt voraus, was Strenge im Internet betrifft?

    Beckedahl: Was heißt Strenge im Internet? Sarkozy hat in Frankreich erst mal eine Überwachungsbehörde geschaffen, die Hadopi-Behörde, um gegen Menschen vorzugehen, die Kultur tauschen, über Tauschbörsen zum Beispiel. Denen soll dann bis zu einem Jahr das Internet weggenommen werden, eine Maßnahme, die in Deutschland eigentlich nur unter verborgener Hand irgendwie gefordert wird, wo kein Politiker sich wirklich trauen würde zu fordern, dass man Menschen von der Kultur und von Information und Kommunikation ausschließen möchte. Und in Frankreich gibt es auch mittlerweile eine Zensur-Infrastruktur im Kampf gegen Kinderpornografie, etwas was heute das Bundeskabinett in Deutschland nach zwei Jahren endlich wieder abgeschafft hat, weil man zu der Erkenntnis gekommen ist, dass das kontraproduktiv ist, unnütz und gefährlich für eine Demokratie.

    26. Mai 2011 13
  • : Pressespiegel: G8 & e‑G8
    Pressespiegel: G8 & e‑G8

    Eine Vorschau auf die Ergebnisse des G8-Gipfels zum Thema Internet haben wir hier ja schon gegeben. Journalisten der New York Times (NYT) haben nun mit 2 Personen gesprochen, die den Entwurf zum Abschluss bereits gelesen haben. Es sieht nach einem vollen Erfolg für Sarkozys breiten Angriff auf das freie Internet aus:

    Die Regierungschefs der G8 werden auf Maßnahmen zum Schutz von Kindern vor online-Straftätern, zur Stärkung des Rechts auf Privatsphäre und zum Starken Durchgreifen gegen Urheberrechtsverletzungen drängen.

    Selbst die NYT-Journalisten bezeichnen das e‑G8-Forum als Whitewashing:

    Zusätzlich zu seiner Funktion als Seifenkiste für Herrn Sarkozy, der sich für seine Kampagne zur Wiederwahl im nächsten Frühling rüstet, bietet das e‑G8-Forum ein öffentliches Fenster für die Debatten, die das Abschluss-Communiqué der G8 geformt haben.

    Vielerorts fragen sich Journalisten, was genau sich hinter den wohlklingenden, leeren Phrasen Sarkozys verbirgt. Die Deutsche Welle bringt es auf den Punkt:

    In Frankreich ist rigoroses Durchgreifen und straff organsierte Netzpolitik längst Realtität. Anders als in Deutschland werden dort zur Bekämpfung von Online-Kriminalität die viel kritisierten Netzsperren eingesetzt. Auch ahnden die Franzosen wiederholte Urheberrechtsverletzungen im Internet mit bis zu 300.000 Euro Bußgeld und drei Jahren Gefängnis. Schon vorher kann der französische Staat einem bereits verwarnten Wiederholungstäter den Internetanschluss für ein Jahr sperren. Um die Überwachung etwa von verdächtigen Filesharing-Plattformen kümmert sich eine eigens eingerichtete Behörde.

    Jillian C. York zitiert Nova Spivak:

    Wenn wir uns nicht extrem vorsichtig und eifrig bemühen, das offene Internet vor Interessen von Wirtschaft und Regierungen zu schützen, glaube ich, dass wir am Ende ein Internet haben werden, dass eher einem Gefängnis, als einer Startrampe für eine fortschrittliche Entwicklung der Menschheit gleichen wird.

    Jérémie von la quadrature du net wandte sich mit einem harschen Publikumsbeitrag an das e‑G8-Forum, für den er großen Zuspruch erhielt. Mein Französisch reicht leider nur fürs grobe Verstehen, und nicht fürs Übersetzen aus. Im Youtube-Kanal des eG8-Forums findet sich eine Version mit amerikanischer Simultanübersetzung. Diese hat ein YouTube-Nutzer freundlicherweise etwas gekürzt nur die Statements von John Perry Barlow und Jérémie Zimmerman übrig gelassen. Hier  direkt zu Jérémies Intervention. In unseren Kommentaren findet sich auch eine deutsche Übersetzung.

    [Update]

    Torsten Kleinz titelt treffend mit einem Zitat John Perry Barlows: „Ich glaube, wir kommen nicht vom selben Planeten“:

    Internet und Politik zu vereinen – das war das erklärte Ziel des eG8-Forums in Paris. Doch die Veranstaltung zeigte einmal mehr, wie tief die Gräben zwischen den Lagern sind. Bürgerrechtler reden über Freiheit und einen neuen Lebensraum, Politiker und Wirtschaftsbosse vom Geschäft.

    […]

    Doch einigen Gästen reichte es nicht, den G8-Gipfel durch ihre Anwesenheit zu legitimieren. Als John Perry Barlow, Mitgründer der amerikanischen „Electronic Frontier Foundation“ zu einer Podiumsdiskussion geladen wurde, machte er aus seinem Unwillen keinen Hehl: „Ich weiß gar nicht, was ich auf diesem Panel soll. Die anderen Teilnehmer scheinen von einem anderen Planeten zu kommen“. Die von den Industrievertretern geforderten verschärften Maßnahmen zur Durchsetzung des Urheberrechts wies er zurück: „Man kann freie Rede nicht besitzen“. Damit distanzierte er sich auch von Industrievertretern wie dem Google-Aufsichtsrat Eric Schmidt, der davon fabuliert hatte, technische Lösungen gegen Urheberrechtsverletzungen zu finden, die wirkungsvoller seien als staatliche Regulierungen.

    25. Mai 2011 27
  • : Holland will Netzneutralität vorschreiben
    Holland will Netzneutralität vorschreiben

    Endlich mal wieder schöne Nachrichten, die Hoffnung machen: Das holländische Ministerium für Wirtschaft, Landwirtschaft und Innovation will einen Netzneutralität und einen freien Zugang zum Internet gesetzlich festlegen.

    In einer Pressemitteilung spricht Minister Verhagen folgende Punkte an:

    1. Von Mobilfunkanbietern erhobene Zusatzgebühren für die Nutzung von Skype und WhatsApp gehen zu weit und sollen verboten werden.
    2. Netzneutralität soll in das Telekommunikationsgesetz aufgenommen werden.
    3. Auch in der europäischen Union will Verhagen für ein klares Bekenntnis zum freien Zugang und zur Netzneutralität werben.

    Dafür kündigt Minister Verhagen einen Gesetzesentwurf an, der in wenigen Wochen eingebracht werden soll.Wenn sich dieser Vorstoß durchsetzt, wird Holland das erste Land der Welt mit einem kompromisslosen Bekenntnis zur Netzneutralität – und hoffentlich ein weltweites positives Beispiel.

    25. Mai 2011 19
  • : Kleine netzpolitische Karte Europas
    Kleine netzpolitische Karte Europas

    Anlässlich des e‑G8 hat die französische Nachrichten-Plattform OWNI eine Karte erstellt, die eine Übersicht über die verschiedenen netzpolitischen Brennpunkte in jedem europäischen Land bietet. Wir konnten auch ein paar Inhalte zur Karte beisteuern :

    Die Karte kann und soll natürlich noch komplettiert werden.

    Wir erinnern auch nochmals an die Petition zum G8-Gipfel, die man hier unterzeichnen kann. Die internationale Erklärung der Petition wurde von insgesamt 36 Organisationen weltweit initiiert und kann im Volltext hier gefunden werden.

    (Crossposting von vasistas?)

    25. Mai 2011 6
  • : #servergate: Durchsuchungsbeschluss geleakt
    #servergate: Durchsuchungsbeschluss geleakt

    Zur Durchsuchung des Rechenzentrums in Offenbach vom Freitag den 20. Mai 2011, bei dem ein Großteil der Server der Piratenpartei beschlagnahmt und teilweise durchsucht worden war, wurde heute morgen offenbar der Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts Darmstadt vom 19. Mai geleakt. Die betroffene Firma bestätigte auf unsere Anfrage hin die Authentizität des Inhalts.

    Der Beschluss bestätigt auch die bisherigen Berichte nach denen die Behörden versuchten, über die Beschlagnahme an Informationen über Verdächtige zu kommen, die möglicherweise an Angriffen auf die Webseite des französischen Energiekonzerns EDF beteiligt waren. Im Beschluss dagegen nicht genannt wird der von der Piratenpartei verkündete Sachverhalt, es sei nach einem SSH-Schlüssel gesucht worden.

    Fehlendes Rechtshilfeersuchen, mangelhafte Rechtsgüterabwägung

    Die Tatsache, dass es sich beim Betreiber der betroffenen Dienste um eine Partei mit besonderem Schutz nach Art. 21 Grundgesetz handelte, deren gesamte Kommunikationsinfrastruktur durch die Maßnahme für viele Stunden lahmgelegt wurde (und wohl für Wochen durch dauerhafte Server-Beschlagnahme ausgeschaltet worden wäre, wenn sie nicht vor Ort kooperiert hätte), spielte in der Abwägung des Grundrechtseingriffs offenbar keinerlei Rolle. Eigentlich kann dem richterlichen Beschluss attestiert werden, dass überhaupt keine entsprechende Rechtsgüterabwägung stattgefunden hat.

    Rechtsanwalt Thomas Stadler weist in seinem Blog Internet-Law.de noch auf eine andere wichtige Tatsache hin, die in der bisherigen Diskussion ziemlich untergegangen ist: Durchsucht wurden ja nicht Räume der Piratenpartei, sondern ein Rechenzentrum in Offenbach, das lediglich IT-Dienstleistungen erbringt. Da dessen Betreiberfirma nicht Beschuldigte im Verfahren ist, wären für die Durchsuchung ihrer Räumlichkeiten eigentlich noch deutlich höhere Anforderungen an die Verhältnismäßigkeitsprüfung zu stellen gewesen. Stadler kommt insgesamt zu dem Schluss, dass der Beschluss des AG Darmstadt bereits „bei rudimentärer Prüfung evident unverhältnismäßig und rechtswidrig“ sei.

    Entgegen der Aussage der Staatsanwaltschaft Darmstadt, es habe ein „justizielles Rechtshilfeersuchen“ vorgelegen, bestätigt der veröffentlichte Beschluss auch die Version der Piratenpartei, dass die Übermittlung eines solchen Ersuchens lediglich angekündigt worden sei. Nach Ansicht des Richters war die Beschlagnahme vorab dennoch „aufgrund der Flüchtigkeit von Daten im Internet“ zu rechtfertigen. Straftverteidiger Udo Vetter, schätzte den Vorgang auf Twitter spontan als „vorauseilenden Gehorsam deutscher Gerichte gegenüber der französischen Justiz“ ein.

    Piratenpartei: „Beschluss war rechtswidrig“

    Die Piratenpartei hat derweil Beschwerde eingelegt (Beschwerdeschrift, PDF) und beantragt, den Beschluss aufzuheben, sichergestellte „Gegenstände“ herauszugeben, gespeicherte Daten zu löschen und festzustellen, dass der Beschluss rechtswidrig war.  Der Beschluss verstoße „klar gegen das Übermaßverbot“, da er „im wahrsten Sinne des Wortes „maßlos““ und damit echtswidrig sei. Die Sache wird also noch ein interessantes juristisches Nachspiel haben.

    (Der veröffentlichte Text enthält einen Schreibfehler im Wort „Darmstat“ im Seitenkopf und auch die Domain an einer Stelle genannte Domain „piraten-pad.de“ existiert nicht, was einerseits misstrauisch macht, allerdings auch auf OCR-Scan- oder Abtippfehler zurückzuführen sein kann. Das Aktenzeichen stimmt mit dem überein, das gestern bereits auf Twitter die Runde machte. [Update: Die Piratenpartei bestätigt, dass die Schreibfehler so auch im Original zu finden sind.])

    Der veröffentlichte Inhalt des Durchsuchungsbeschlusses

    Update: Da es verschiedene Aussagen gibt, ob die Veröffentlichung des Durchsuchungsbeschlusses jetzt legal (im Sinne der Pressefreiheit) oder illegal (eben nicht im Sinne der Pressefreiheit) ist, verlinken wir der Einfachheit halber auf die Quelle bei pastebin.

    Aixit GmbH NOC, Aixit GmbH
    25. Mai 2011 59
  • : G8: Die Möchtegern-Sheriffs des Internet
    G8: Die Möchtegern-Sheriffs des Internet

    Andrian Kreye hat für die Süddeutsche Zeitung einen guten Kommentar zum (e)G8-Gipfel geschrieben: Die Möchtegern-Sheriffs des Internet. Sehr schön ist das Bildnis von Lederstrumpf.

    Das Problem der digitalen Bürgerrechtsbewegungen ist nicht nur, dass sie auf die Rolle der lästigen Zwischenrufer reduziert werden. Ihre größte Herausforderung wird sein, ein Gros der Bürger davon zu überzeugen, dass das wichtig ist, für was sie hier kämpfen. Denn das Internet ist fester Bestandteil des beruflichen und privaten Alltags, deswegen betreffen Innovationen und Regelungen jeden Einzelnen. Gesteigerte Produktivität digitaler Technologien bringt mehr Nutzen, aber auch Arbeitsplätze in Gefahr. Mehr Kontrolle bedeutet mehr Schutz vor Online-Verbrechen, aber auch weniger Freiheit im Netz. Es gehe um „das zivilisierte Internet“, ließ Sarkozy vor seiner Initiative wissen. Das trifft den Konflikt im Kern. Denn schon Lederstrumpf wusste, dass die Zivilisation das Ende der grenzenlosen Freiheit bedeutet. Doch er ahnte wohl auch, dass die Gesetzlosigkeit des Wilden Westens nicht ewig währen kann. Die Frage ist nur: Wer soll der Sheriff sein?

    25. Mai 2011 7
  • : e‑G8 stream
    e‑G8 stream

    Bekanntermaßen findet heute das e‑G8-Forum (#eg8) statt.

    Hier gibt es den Stream davon:

    24. Mai 2011 3
  • : Nein zur Vorratsdatenspeicherung: über 50.000 Menschen appellieren an Bundesregierung
    Nein zur Vorratsdatenspeicherung: über 50.000 Menschen appellieren an Bundesregierung

    Über 50.000 Menschen sagen Nein zur Vorratsdatenspeicherung und lehnen jede Form einer pauschalen Protokollierung von Telefon- und E‑Mail-Verbindungsdaten oder IP-Adressen ohne Verdacht entschieden ab. Die Unterzeichner erklären:

    „Wenn alle telekommunikationsbezogenen Standort- und Verbindungsdaten oder IP-Adressen protokolliert werden, höhlt dies unser Recht auf ein selbstbestimmtes und privates Leben aus. Die EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung ist zudem mit der europäischen Grundrechte-Charta unvereinbar.“

    Der Appell richtet sich an die schwarz-gelbe Bundesregierung, die aufgefordert wird, eine Umsetzung der Vorratsdatenspeicherung in deutsches Recht zu verhindern und sich für eine Änderung der EU-Richtlinie einzusetzen, damit das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung geachtet bleibt. Zu der Online-Unterschriftenaktion hatten wir vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung (AK Vorrat) gemeinsam mit der Kampagnen-Plattform campact aufgerufen. Der Appell kann hier nach wie vor mitgezeichnet werden: http://www.campact.de/vorrat/sn1/signer . Die gesammelten Unterschriften sollen in den nächsten Tagen in Berlin an Bundesinnenminister Friedrich (CSU) oder Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) übergeben werden.

    Vor dem Hintergrund der anstehenden Verhandlungen zwischen Friedrich und Leutheusser-Schnarrenberger über die Wiedereinführung einer Internet-Vorratsdatenspeicherung (Speicherung von IP-Adressen ohne Verdacht) bietet der AK Vorrat seit heute außerdem ein Wissensquiz an.

     

    23. Mai 2011 8
  • : #servergate: Piratenpartei wehrt sich gegen Server-Beschlagnahme
    #servergate: Piratenpartei wehrt sich gegen Server-Beschlagnahme

    Nachdem am Freitag in einer fragwürdigen Aktion ein Großteil der Server der Piratenpartei vorrübergehend vom Bundeskriminalamt (BKA) beschlagnahmt und vom Netz genommen wurden (wir berichteten), wehrt sich die Partei nun gegen das Vorgehen. Beim verantwortlichen Amtsgericht Darmstadt sei Beschwerde gegen den Durchsuchungsbeschluss und die Beschlagnahme eingelegt worden, die die PIRATEN als unnötig und unverhältnismäßig kritisieren. Der Umfang der Aktion sei überzogen und der Termin kurz vor der Bremer Bürgerschaftswahl ein absoluter Skandal, erklärte der Bundesvorsitzende Sebastian Nerz. Geklärt werden müsse, ob die erfolgte Durchsuchungs- und Beschlagnahmeanordnung rechtlichen Vorgaben entsprochen hat, insbesondere ob die Grundsätze der Verhältnismäßigkeit gewahrt wurden.

    21. Mai 2011 83
  • : Erklärung der Zivilgesellschaft an e‑G8 und G8
    Erklärung der Zivilgesellschaft an e‑G8 und G8

    In der kommenden Woche findet in Frankreich der 37. G8-Gipfel statt. Bereits vor einigen Monaten hatten wir mit Misstrauen festgestellt, dass man sich dort nun erstmalig auch des Internets annehmen möchte – ausgerechnet unter der Präsidentschaft von Nicolas Sarkozy, der für Netzsperren und 3‑strikes einsteht. Als Weltwirtschaftsgipfel steht der G8 nicht gerade für eine bürger- oder bürgerrechtsfreundliche, geschweige denn eine freiheitsorientierte Politik, wie die Gipfel der vergangenen Jahre eindrucksvoll gezeigt haben.

    Um den Ergebnissen hinsichtlich der Netzpolitik Legitimation zu verleihen, wird in den Tagen vor dem eigentlichen Gipfel das e‑G8-Forum abgehalten, bei dem zu Sitzplatz-Preisen von 100.000 bis 500.000$ über Netzpolitik diskutiert werden soll. Kaum verwunderlich, dass Bürgerrechtsorganisationen an diesen Tischen unterrepräsentiert sein werden. Stattdessen sitzen dort Vertreter von Konzernen, die seit Jahren Lobbyismus für ihre finanziellen Interessen – und gegen ein freies, offenes Netz betreiben.

    Zusammen mit la quadrature du net, dem CCC und vielen weiteren Organisationen haben wir bereits vor einigen Tagen zu kreativem Protest aufgerufen. In einer Initiative von AccessNow vereinen sich nun Bürgerrechtsorganisationen weltweit, und wenden sich in einem offenen Brief direkt an die G8 (pdf, englisch), der von Mitgliedern des CCC und des Vereins Digitale Gesellschaft gemeinsam ins Deutsche übersetzt wurde.

    Wir bitten um Verbreitung des Briefs, das Mitzeichnen der Erklärung bei AccessNow und vielfältigen, kreativen Protest.

    ~~~

    Die Unterzeichner dieser Erklärung sind Vertreter der Zivilgesellschaft aus der ganzen Welt, die Freiheiten im Internet, digitale Bürgerrechte und freie Kommunikation fördern wollen.

    Unmittelbar vor dem diesjährigen G8-Gipfel in Deauville richtet die französische G8-Präsidentschaft das so genannte „e‑G8 Forum“ aus, das G8 Internet-Treffen. Hier will Frankreich die Agenda des G8-Gipfels hinsichtlich zentraler Internet-Regulierungsfragen formen. Dieses Treffen ist deshalb so wichtig, weil die Rolle des Internets in Gesellschaft und Wirtschaft erstmalig ausdrücklich auf der G8-Agenda steht.

    20. Mai 2011 28
  • : Netzneutralität im australischen Fernsehen
    Netzneutralität im australischen Fernsehen

    Der australische TV-Sender ABC hat eine Sendung  für digitale Kultur namens „Hungry Beast“ und in der aktuellen Ausstrahlung einen guten Beitrag über Netzneutralität gesendet. „Hungry Beast“ scheint ein spannendes TV-Format zu sein, leider sind die Inhalte auf deren Webseite nur von australischen IPs anschau- und herunterladbar, aber es gibt einen Youtube-Kanal:

    In diesem Fenster soll ein YouTube-Video wiedergegeben werden. Hierbei fließen personenbezogene Daten von Dir an YouTube. Wir verhindern mit dem WordPress-Plugin „Embed Privacy“ einen Datenabfluss an YouTube solange, bis ein aktiver Klick auf diesen Hinweis erfolgt. Technisch gesehen wird das Video von YouTube erst nach dem Klick eingebunden. YouTube betrachtet Deinen Klick als Einwilligung, dass das Unternehmen auf dem von Dir verwendeten Endgerät Cookies setzt und andere Tracking-Technologien anwendet, die auch einer Analyse des Nutzungsverhaltens zu Marktforschungs- und Marketing-Zwecken dienen.

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    19. Mai 2011 4
  • : G8: Aufruf zu kreativen Aktionen!
    G8: Aufruf zu kreativen Aktionen!

    Schon vor einiger Zeit hatte ich hier vor dem diesjährigen G8-Gipfel gewarnt, bei dem Nicolas Sarkozy, der mit Hadopi und Loppsi erfolgreichste europäische Zensur- und  3‑strikes-Befürworter, Gastgeber sein wird. Da hat er natürlich nicht die Gelegenheit ausgelassen, sein Lieblingsthema Netzpolitik prominent auf der Tagesordnung zu platzieren.

    Unter G8 vs Internet haben nun mehrere netzpolitische Aktivistengruppen einen Aufruf zum kreativen Einsatz für ein freies und offenes Internet veröffentlicht: Call for creative action.

    Hier die deutsche Übersetzung:

    Das Internet ist der Ort an dem wir uns treffen und unterhalten, kreativ sind, lernen und uns organisieren. Wir sind nun aber an einem Wendepunkt in der noch jungen Geschichte des Netzes angelangt: Es kann ebenso so gut ein Mittel zur Verbesserung unserer Gesellschaften, unseres Wissen und unserer Kulturen bleiben, wie es sich zu einem totalitären Mittel für Überwachung und Kontrolle entwickeln kann.

    Nach 15 Jahren des Kampfes gegen das freie Teilen von Kultur und für ein obsoletes Urheberrechts-Regime, schließen sich die Regierungen der Welt nun zusammen, um das Internet zu kontrollieren und zu zensieren. Der Totalausfall des ägyptischen Netzes, die Reaktion der USA auf Wikileaks, das Einführen einer Sperrinfrastruktur in Europa, oder die Pläne für „Internet-Notausschalter“ 1 sind große und ernsthafte Bedrohungen unserer Meinungs- und Kommunikationsfreiheiten. Diese Bedrohungen kommen von Konzernen und Politikern, die durch das Aufkommen des Internets in hohem Maße beunruhigt sind.

    Als Gastgeber des G8-Gipfels will der französische Präsident Nicolas Sarkozy eine zentralisierte Kontrolle des Internets verstärken. Er hat die großen Staatsoberhäupter der Welt zu einem Gipfel berufen, der ein „zivilisiertes Internet“ zum Ziel haben soll – ein Konzept, das er sich von der chinesischen Regierung abgeguckt hat. Indem Ängste wie „Cyber-Terrorismus“ beschworen werden, soll Ausnahmeregelungen erst zur Akzeptanz verholfen werden, um sie dann zur Regel zu machen: So sollen Zensur und Kontrolle langsam eingeführt werden – und Meinungsfreiheit und Bürgerrechte eingeschränkt werden.

    Wie immer werden sie diese Gesetze hinter Wörtern wie „Demokratie“ und „Verantwortung“ verstecken und damit schmücken – aber bewerten wie sie doch anhand ihrer Taten: Sarkozy hat in Frankreich schon die „digitale Todesstrafe“, das Abschalten von Internetanschlüssen (3‑strikes) und eine Netzzensur-Infrastruktur erfolgreich eingeführt! Das zeigt, wo es langgehen soll.

    Das Internet ermöglicht es uns, unsere Meinungen überall und auf viele Wege auszudrücken. Das Internet verbindet uns und macht uns stark. Es ist der Ort, an dem sich die vielen Menschen unseres vielfältigen Planeten treffen. Allein mit unserer Kreativität und unseren Idealen müssen wir antreten, unsere Rechte und das freie Internet zu schützen. Und zwar über alle öffentlichen Kanäle, die wir uns geschaffen haben. Wenn sich die Herrscher der Welt am Ende dieses Monats versammeln, müssen wir alle zusammenkommen und unsere Kreativität nutzen. Wir müssen alle gemeinsam verhindern, dass unser freies Internet in ein Mittel zur Unterdrückung und Kontrolle verwandelt wird.

    Werdet kreativ und schickt uns Links zu Reaktionen auf diesen Aufruf an submit@g8internet.com.


    1
    Siehe auch: Die Beschlagnahmung hunderter Domains durch die US-Regierung oder Urheberrechtsfundamentalisten, die mit dem PROTECT IP Act der USA Internet-Provider in eine privatisiere Polizei und Justiz verwandeln wollen, die IPR enforcement Initiativen und das „Große Europäische Mauer“-Projekt, oder ACTA.

    Dieser Aufruf wird auch von Digitale Gesellschaft e.V. und netzpolitik.org unterstützt.

    17. Mai 2011 7
  • : The Future of Security and Open Standards on the Internet
    The Future of Security and Open Standards on the Internet

    Am 26. Mai redet Vint Cerf, „Chief Internet Evangelist“ von Google in Berlin bei der der Konrad-Adenauer-Stiftung bei einer Veranstaltung über „The Future of Security and Open Standards on the Internet“, die zusammen mit Google Deutschland und der Heinrich-Böll-Stiftung organisiert wird.

    Bei der globalen Organisation des Internets bedingen und unterstützen sich Offenheit und Sicherheit wechselseitig. Seit seiner Entstehung basiert der Erfolg des Internets auf der Offenheit der Daten-Kommunikations-Standards, die von den Pionieren des Internets gewählt wurden. Dr. Vint Cerf wird über eine zeitgemäße Weiterentwicklung der globalen Netzinfrastruktur und drohende Gefahren für Offenheit und Sicherheit sprechen und mit Ihnen diskutieren.

    Beginn ist 18:15 Uhr und man soll sich vorher anmelden.

    13. Mai 2011
  • : Rheinland-Pfalz: Rot-Grüner Koalitionsvertrag veröffentlicht
    Rheinland-Pfalz: Rot-Grüner Koalitionsvertrag veröffentlicht

    Den rot-grünen Koalitionsvertrag aus Rheinland-Pfalz hatte ich eigentlich erst am Wochenende erwartet. Ganz so, wie von der Tagesschau angekündigt.

    Mein Plan: Vorher kurz bei Pia Schellhammer anfragen, ob sie mir einen Ansprechpartner für Netzpolitik in Rheinland-Pfalz nennen könne, dem ich ein paar Fragen stellen kann. Bei der SPD wollte ich in der Zwischenzeit auch noch fragen.

    Könne sie, lautete die Antwort. Der Ansprechpartner für Netzpolitik bei den Grünen sei sie nämlich selber. Und den Koalitionsvertrag (PDF) hat sie auch gleich mitgeschickt. Ein Statement zu den netzpolitisch relevanten Punkten findet man in ihrem Blog, meine Anmerkungen unten.

    Was steht drin?

    6. Mai 2011 18
  • : Noch mehr Videos der re:publica’11
    Noch mehr Videos der re:publica’11

    Es gibt einen weiteren Schwung an Videos der vergangenen re:publica’11 online. Hier sind wieder die aus netzpolitischer Sicht interessanten zusammengestellt.

    Jérémie Zimmermann – Copyright Vs. The Internet

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    Jürgen Ertelt – Medienkompetenz #wtf

    5. Mai 2011 3