Netzpolitik
Netzpolitik hauptsächlich in Deutschland, aber auch international. Kernthema dieses Blogs.
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: Die Piratenpartei: Land unter oder Neuland in Sicht
: Die Piratenpartei: Land unter oder Neuland in Sicht Der Deutschlandfunk hat gestern einen Bericht über den aktuellen Stand der Piratenpartei gesendet, wovon es derzeit nur ein Transcript zum lesen gibt: Land unter oder Neuland in Sicht.
Die Piratenpartei konnte beachtliche Wahlergebnisse erzielen. Im Superwahljahr 2011 aber scheint die Piratenpartei viele Chancen zu verspielen – weil sie über sich selbst stolpert.
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: Hans-Peter Friedrich über Netzpolitik & vieles mehr
: Hans-Peter Friedrich über Netzpolitik & vieles mehr Markus hatte sich ja gefragt, was wohl vom uns bis dahin völlig unbekannten neuen Innenminister zu halten ist, insbesondere im Hinblick auf die Netzpolitik. Natürlich konnten wir uns das schon denken, aber hier zur Einführung in die Neue Personalie schon einmal ein YouTube-Video von der Pressekonferenz der CSU am 07.01.2011, bei der Hans-Peter Friedrich zu allen möglichen Politikbereichen äußert. Ab Minute 23 geht es um dokumentierten Kindesmissbrauch, in Minute 25 nochmal um die Vorratsdatenspeicherung. Anschließend, ab 26:23 kommt noch ein Phoenix-Interview. Ich hab das Video mal bis zum ersten Netzpolitik-Teil vorgespult.
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: Tolles Ziel von Angela Merkel: 50Mb/s bis 2040! (Update)
: Tolles Ziel von Angela Merkel: 50Mb/s bis 2040! (Update) Hab ich eigentlich was verpasst? Angela Merkel hat gestern auf ihrer Rede zur Eröffnung der Cebit ein großes Ziel für den Breitbandausbau angekündigt:
Wir haben jetzt eine nahezu vollständige Versorgung mit dem Breitband-Internet in seiner untersten Entwicklungsstufe. Wir wollen, dass drei Vierteln der Bevölkerung bis 2040 das Internet mit einer Übertragungsrate von 50 Megabit pro Sekunde zur Verfügung steht. Dafür müssen wir noch viel investieren.
In Zeiten, wo aktuell z.B. Südkorea und Australien mit 100 Mb/s Breitbandversorgung in den nächsten Jahren planen, halte ich 50 Mb/s in 29 Jahren für unterambitioniert, um es mal vornehm auszudrücken. Aber ich hab es mehrfach gelesen, im Redetranscript auf bundeskanzlerin.de steht tatsächlich 50 Mb/s bis 2040 für 3/4 der Bevölkerung.
Update: Nach gut 30 Stunden hat man dann das Redemanuscript korrigiert und die 2040 durch 2014 ersetzt.
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: 3sat Kulturzeit: Brauchen wir eine Internetverfassung? (Update)
: 3sat Kulturzeit: Brauchen wir eine Internetverfassung? (Update) 3sat Kulturzeit hat mich für einen Beitrag interviewt, der heute voraussichtlich in der Sendung um 19:20 Uhr ausgestrahlt wird und das volle Interview mit mir online gestellt: Brauchen wir eine Internetverfassung?
Das Internet ist im Leben der meisten Menschen ganz selbstverständlich: Sie chatten, netzwerken, kaufen ein, informieren sich und andere. Das Netz bietet Chancen und Freiheiten – und natürlich: Gefahren. Datenmissbrauch, Urheberrechtsbrüche, Cyberkriminalität – immer wieder rufen deutsche Politiker deshalb nach einer Internetverfassung, einem Netz-Gesetzbuch. Wir sprechen mit Markus Beckedahl von Netzpolitik.org.
Das Interview gibts auch bei Youtube.
Und hier ist der ganze Beitrag, wo auch nochmal unsere IT-Beauftragte der Bundesregierung zu Wort kommt. Da sind auch noch ein paar mehr Zitate als in dem obigen Interview von mir.
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: Netzneutralität ist Sozialismus-Internet?
: Netzneutralität ist Sozialismus-Internet? Am vergangenen Freitag gab es im Bundestag eine Debatte über Netzneutralität. Diese konnte ich leider nicht live verfolgen, weil parallel die Arbeitsgruppe Urheberrecht der Enquete-Kommission tagte. Heise berichtet aber über die Debatte und ich gehe hier nur mal auf die dort zitierten Beiträge und Argumente ein. Besonders eingeschlagen hat das plakative Statement der FDP „Netzneutralität ist Internet-Sozialismus“.
Es dürfe nicht zu einer „sozialistischen Gleichmacherei“ im Netz kommen. „Das ‚Sozialismus-Internet’ haben wir schon in China“, ergänzte der Liberale Jimmy Schulz. „Das wollen wir alle nicht.“
Das ist natürlich mehreren Gründen falsch, die ich hier mal kurz ausführen will. Erstmal, welche Definition von Netzneutralität liegt dem zu Grunde?
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: Frankreich: Netzneutralitätsdebatte im Schneckentempo
: Frankreich: Netzneutralitätsdebatte im Schneckentempo
Die Netzneutralität steht in Frankreich schon länger unter Beschuss, seit einiger Zeit gibt es aber auch Versuche, sie gesetzlich zu schützen. Am 17. Februar wurde in der französischen Nationalversammlung über eine gesetzliche Verankerung des Prinzips der Netzneutralität diskutiert. Grundlage hierfür ist ein Gesetzesentwurf (pdf) der sozialdemokratischen Parti Socialiste (PS).Der Entwurf möchte allen französischen Bürgerinnen und Bürgern Neutralität und Gleichheit im Netz garantieren. Ziel ist also ein diskriminierungsfreies Netz, in dem Daten unabhängig von Inhalt, Herkunft und Bestimmung übertragen werden. Anlass des Entwurfs der PS waren unter anderem Berichte der Organisation Reporter ohne Grenzen, die immer öfter Verletzungen der Grundfreiheiten in Frankreich feststellt. Weiterhin soll der Entwurf in Frankreich das Grundrecht auf Breitband nach finnischem Vorbild sichern.
Artikel 1
Das Prinzip der Neutralität muss von Maßnahmen oder Entscheidungen respektiert werden, die eine Auswirkung auf die Organisation, die Bereitstellung oder die Nutzung eines öffentlichen Netzes haben. Dieses Prinzip wird definiert als das Verbot von Diskriminierungen aufgrund des Inhalts, des Senders oder des Empfängers eines digitalen Informationsaustauschs.
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: Google gründet Institut für Internet und Gesellschaft in Berlin
: Google gründet Institut für Internet und Gesellschaft in Berlin In einem Gastbeitrag für die Berliner Morgenpost hat der zukünftige Ex-Google-Chef Eric Schmidt die Gründung eines Institut für Internet und Gesellschaft in Berlin angekündigt: Google gründet Zukunftsinstitut in Berlin.
Wir werden nicht nur unsere Teams in den Bereichen Vertrieb und Engineering in Deutschland massiv erweitern, sondern darüber hinaus mit erheblichem finanziellen Aufwand ein neues wissenschaftliches Institut für Internet und Gesellschaft in Berlin aufbauen. Dabei werden wir mit führenden akademischen Institutionen zusammenarbeiten, um die Zukunft des Internets auf drei Feldern zu untersuchen: internet-basierte Innovationen, politische Rahmenbedingungen sowie die damit verbundenen rechtlichen Aspekte.
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: Bitkom-Diskussion zu Netzneutralität
: Bitkom-Diskussion zu Netzneutralität Vergangene Woche hat der Bitkom die das „Forum Kommunikations- und Medienpolitik“ zum Thema Netzneutralität veranstaltet. Dabei gab es auch eine Podiumsdiskussion mit Dr. Holger Enßlin, Vorstand Legal & Regulatory Affairs Sky Deutschland; Markus Haas, Managing Director Corporate & Legal Affairs Telefónica o2 Germany und Vorsitzender BITKOM Arbeitskreis Telekommunikationspolitik; Prof. Dr. Justus Haucap, Direktor Institut für Wettbewerbsökonomie Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und Vorsitzender der Monopolkommission; Dr. Hans Hege, Direktor Medienanstalt Berlin-Brandenburg; Dr. Jeanette Hofmann, Wissenschaftszentrum Berlin; Mitglied der Enquête-Kommission Internet & digitale Gesellschaft des Deutschen Bundestages; Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen und Herbert Merz, Head of Operations und Mitglied des Executive Board Nokia Siemens Networks.
Für mehr Teilnehmer gab es offensichtlich keinen Platz auf dem Podium. Die Befürworter eines Abbaus von Netzneutralität waren auch deutlich in der Überzahl.
Davon gibt es ein Video:
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: Gekaufte Vorfahrt – Abschied vom neutralen Internet?
: Gekaufte Vorfahrt – Abschied vom neutralen Internet? Der Deutschlandfunk hat in der Sendung Hintergrund gestern über Netzneutralität berichtet: „Gekaufte Vorfahrt – Abschied vom neutralen Internet?“
Grundsätzlich gilt bisher: Alle Daten werden gleich schnell durchs Netz geleitet. Altgedienten Internetaktivisten – unter ihnen viele politisch und sozial engagierte Bürger – ist dieses Prinzip heilig. Neue Geschäftsmodelle basieren aber auf anderen Verkehrsregeln – ein Ende der Netzneutralität wäre die Folge.
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: ZDF: Netzpolitik der Parteien im Vergleich
: ZDF: Netzpolitik der Parteien im Vergleich In der ZDF-Mediathek kam vergangene Woche jeweils täglich ein Interview mit einem Politiker / einer Politikerin der im Bundestag vertretenen Parteien plus der Piratenpartei zum Thema Netzpolitik in kleine Informationshappen geschnitten online. Die Serie ist jetzt abgeschlossen und man kann sich die folgenden Personen zu Fragestellungen wie Netzsperren, Vorratsdatenspeicherung, etc. anschauen: Dorothee Bär (CSU), Konstantin von Notz (Grüne), Michael Kretschmer (CDU), Lars Klingbeil (SPD), Sebastian Blumenthal (FDP), Halina Wawzyniak (Linke) und Christopher Lauer (Piraten).
Als Beipackzettel beachten: Die Aussagen einzelner Politiker entspricht ihrer Meinung und ist nicht unbedingt die Position ihrer Partei.
Update: Danke an Geralt für die Fleißarbeit, Deeplinks zu den einzelnen Beiträgen in den Kommentaren zu posten.
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: CSU-Netzrat: Netzpolitik-Positionspapier „Freiheit und Fairness“
: CSU-Netzrat: Netzpolitik-Positionspapier „Freiheit und Fairness“ Im Vorfeld ihres Netzkongresses (Der lediglich aus Vortrag und anschließender Podiumsdiskussion besteht), hat die CSU jetzt das angekündigte Positionspapier ihres Netzrates veröffentlicht. Das überraschende ist: Würde da nicht überall ganz groß CSU drauf stehen, käme niemand auf den Gedanken, dass es von der CSU kommt. Naja, direkt von der CSU kommt es nicht, sondern von ihrem Netzrat und es soll dazu dienen, die innerparteiliche Diskussion zu starten. Dorothee Bär schreibt im Vorwort, man wolle damit der „parteiinternen und öffentlichen Debatte zur Netzpolitik neuen Schwung geben und einen Beitrag zur Meinungsfindung leisten“. Das ist zumindest als Aufschlag für die innerparteiliche Debatte gelungen, auch wenn viele Positionen so blumig und schwammig gehalten sind, dass sich jede Seite dort drin wieder findet (Z.B. der Punkt zu Netzneutralität).
Das Papier sieht „Freiheit und Fairness“ als Leitmotive an.
Dies wird realisiert durch
• Zurückhaltung (Grundsatz der Subsidiarität)
• Interessenausgleich (Gebot der Rücksichtnahme) und
• Vorsorge (Schaffung einer sicheren IuK-Infrastruktur). -
: Minenfeld Internet Governance
: Minenfeld Internet Governance Wolfgang Kleinwächter hat für Telepolis in einem umfangreichen Artikel die aktuellen „Minenfelder der Internet Governance – Debatte“ auf globaler Ebene beschrieben.
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: Leistungsschutzrecht: IGEL „leakt“ ein Schreiben des BdP ans BMJ
: Leistungsschutzrecht: IGEL „leakt“ ein Schreiben des BdP ans BMJ Der Bundesverband deutscher Pressesprecher (BdP) hat sich per Brief an Frau Minister* Leutheusser-Schnarrenberger gewandt und darin das viel diskutierte Leistungsschutzrecht für Presseverleger (Presse-LSR) als „Abofalle kraft Gesetzes“ bezeichnet. Der Verband fordert die Regierung auf, „die Frage der Vorlage eines entsprechenden Gesetzentwurfes auch im Interesse der Wahrung der Informationsfreiheit vielleicht sogar ganz grundsätzlich zu überdenken“.
Das Schreiben des BdP vom 27.1. ist über die Website leistungsschutzrecht.info der „Initiative gegen ein Leistungsschutzrecht“, kurz IGEL**, verfügbar gemacht worden. Um auf dem Laufenden zu bleiben, was rund um das gerne auch als „Online-GEMA“ bezeichnete geplante Leistungsschutzrecht passiert, kann man IGEL auch auf Twitter folgen unter http://twitter.com/lsrinfo
* so möchte sie, dem Vernehmen nach, angeredet werden
** Disclaimer: Der Verfasser ist Mitglied der IGEL-Redaktion
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: Rheinland-Pfalz auf dem Weg zum Überwachungsstaat: SPD, CDU und FDP beschließen umfangreiches Überwachungspaket
: Rheinland-Pfalz auf dem Weg zum Überwachungsstaat: SPD, CDU und FDP beschließen umfangreiches Überwachungspaket SPD, CDU und FDP haben am vergangenen Mittwoch ein umfangreiches Überwachungspaket für Rheinland-Pfalz beschlossen. Mit einer Novelle des Polizei- und Ordnungsbehördengesetzes (wir berichteten) wurden heimliche Online-Durchsuchung von Rechnern sowie Quellen-Telekommunikationsüberwachung (also das Abhören von Verbindungen vor der Verschlüsselung auf dem Rechner) eingeführt. Außerdem hat die Polizei die Befugnis bekommen, zur Gefahrenabwehr Mobilfunkverbindungen zu unterbrechen oder gar zu verhindern. Lediglich dem Bundesverfassungsgericht ist es wieder einmal zu verdanken, dass die Ermächtigung zum automatisierten KFZ-Kennzeichen-Scanning entfernt werden musste und mit der Rasterfahnung nicht mehr „bereits im Vorfeld einer konkreten Gefahr“ (sic!) operiert werden darf, sondern „nur“ noch zur Abwehr einer „Gefahr für den Bestand oder die Sicherheit des Bundes oder Landes oder für Leib, Leben oder Freiheit einer Person“. Die Gesetzesnovelle ist relativ umfangreich weswegen vermutlich noch weitere, kritische Punkte zu Tage kommen werden.
GRÜNE, LINKE und Piratenpartei kritisierten die Umsetzung in den letzten Atemzügen der SPD-Alleinregierung scharf. Daniel Köbler, Landesvorstandssprecher der GRÜNEN hielt der SPD vor, sie nutze die letzten Tage ihrer absoluten Mehrheit, um noch schnell die Gesetze durchzudrücken, „die in vielen gesellschaftlichen Gruppen auf Ablehnung stoßen und für die es nach der Landtagswahl im März keine Mehrheit mehr gibt.“ Rasterfahndung, Online-Durchsuchung, Ausbau polizeilicher Befugnisse würden aus Rheinland-Pfalz einen Überwachungsstaat machen, so Köbler. Die Novelle widerspräche auch den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichtes und das Landeskriminalamt erhalte weitergehende Befugnisse als sie selbst der Staatsanwaltschaft zustünden , die sich im Rahmen der Strafprozessordnung an engere Grenzen zu halten habe, so die GRÜNEN.
Wolfgang Ferner, Landesvorsitzender der LINKEN attackierte SPD-Innenminister Bruch, der „auch noch stolz“ darauf sei, dass Rheinland-Pfalz das erste Bundesland ist, dass nach der Neufassung des BKA-Gesetzes die Online-Durchsuchung einführt. Zur Glaubwürdigkeit der SPD-Fraktion zitierte er aus einer Presseerklärung von vor einem Jahr in der es noch gehießen habe:
„Wer die kritische Haltung der SPD-Landtagsfraktion zu solchen Themen wie einer pauschalen automatischen Kennzeichenerfassung oder der Online-Durchsuchung kennt, wird sicher nicht annehmen können, dass die SPD solchen Regelungen im Landtag ihre Zustimmung geben wird“
Angelo Veltens, Politischer Geschäftsführer der Piratenpartei erklärte, es sei „unserer Demokratie absolut unwürdig“, dass Polizeibeamte zukünftig heimlich und unkontrolliert Computer und Festplatten ausspionieren dürften und dass diese Maßnahmen sogar durchgeführt werden dürfen, selbst wenn Dritte unvermeidbar davon betroffen sind. Die „ehemalige Bürgerrechtspartei FDP“, so Veltens, habe sich aus bürgerrechtlicher Sicht einmal mehr als unglaubwürdig erwiesen. Die Piratenpartei fordert nun den sofortigen Stopp der POG-Novelle und prüft eine Verfassungsbeschwerde. CDU, SPD und FDP forderte sie auf, sich auf Grund- und Menschenrechte zurück zu besinnen und „vom Irrweg des Überwachungsstaates“ abzukehren, „bevor es zu spät“ sei.
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: Jetzt geht’s lo-hos: Netzpolitischer Showdown im Bundestag?
: Jetzt geht’s lo-hos: Netzpolitischer Showdown im Bundestag? Spiegel Online hat heute eine Vorabmeldung aus dem Montag erscheinenden Print-Spiegel, die den netzpolitischen Ausblick auf die kommenden Wochen nicht unbedingt schöner macht.
So langsam deuten sich die zum Jahreswechsel angekündigten Entscheidungen bei der Vorratsdatenspeicherung und bei Zensursulas ausgesetztem Zugangserschwerungsgesetz an. Die Rede ist von erheblich verhärteten Fronten innerhalb der Regierungskoalition:
Die Union will sich keinesfalls auf die Forderung der liberalen Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger einlassen, Daten nur dann zu speichern, wenn es den Anfangsverdacht auf eine Straftat gibt. […] Um wieder Bewegung in die Gespräche zwischen Union und FDP zu bringen, soll nun die Vorratsdatenspeicherung im Paket mit den Themen Visa-Warndatei, Terrorismusgesetze und Internetsperren verhandelt werden.
Prösterchen! Sorry, falls ich gerade jemandem das Wochenende versaut habe, das war nicht meine Absicht.
Siehe auch: FDP will Vollzugsdefizit beim Löschen von Kinderpornographie lösen (Heise Online, 20.01.2011)
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: Tim Wu über „The Master Switch“
: Tim Wu über „The Master Switch“ Der US-Wissenschaftler Tim Wu hat vor kurzem sein Buch “The Master Switch: The Rise and Fall of Information Empires.” veröffentlicht, was sich thematisch um Netzneutralität und Medienimperien der vergangenen 80 Jahre beschäftigt. Das liegt schon auf meinem Nachttisch (auf einem riesigen Stappel weiterer Bücher) und ich muss es noch lesen, denn es soll sehr gut sein und Tim Wu ist sowie ein hörenswerter Redner (Hier sein Vortrag auf der re:publica’10 über Netzneutralität und Meinungsfreiheit).
Beim Berkman Center war er vergangene Woche, um die Thesen seines Buches zu präsentieren und über das Thema zu diskutieren. Davon gibt es eine MP3 und OGG und hier auch ein Video.
Und hier gibts eine 500 MB große Version des Videos als Download (.mov).
Mehr dazu gibt es auch hier zu lesen: Das Internet ist ein Paradies für Monopole.
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: Kann Interessensausgleich zwischen Kunstschaffenden, Industrie und Nutzern funktionieren? Diskussion zum Urheberrecht in Hannover
: Kann Interessensausgleich zwischen Kunstschaffenden, Industrie und Nutzern funktionieren? Diskussion zum Urheberrecht in Hannover
Am heutigen Donnerstag findet um 19:30 Uhr eine Diskussionsrunde zum Thema Urheberrecht statt. Spezieller Fokus soll dabei laut Einladungstext der Grünen-EU-Abgeordneten Rebecca Harms und Jan Philipp Albrecht auf der Frage des Interessensausgleichs zwischen Kunstschaffenden, Industrie und Nutzern liegen.Das Urheberrecht spaltet die Geister. Oft scheint ein Interessensausgleich zwischen KünstlerInnen, der Industrie und den NutzerInnen unmöglich. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt: Wem gehören die Ideen und Werke von KünstlerInnen und wer darf sie nutzen? Wie kann das Urheberrecht neu gestaltet werden? Wer soll davon profitieren? Und wie kann eine gerechte Vergütung der KünstlerInnen gewährleistet sein?
Auch der OMC e.V. (der Verein hinter dem Open Music Contest) wird auf dem Podium durch seinen Vorsitzenden Meik Michalke vertreten sein. Für die Musikwirtschaft spricht Reinher Karl vom Verband unabhängiger Musikunternehmen e.V. (VUT). Bereits eine Stunde vor Diskussionbeginn soll eine kleine Creative-Commons-Ausstellung an einigen Beispielen freie Kultur veranschaulichen. Die Veranstaltung ist öffentlich und kostet keinen Eintritt.
Meik Michalke hatte bereits auf der SIGINT einen Vortrag zum Thema „Chancen, Risiken und Nebenwirkungen freier Musikultur“ gehalten, dessen Aufzeichnung hier online ist.
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: Bundestag debattiert über Aufhebung des Zugangserschwerungsgesetzes
: Bundestag debattiert über Aufhebung des Zugangserschwerungsgesetzes Am heutigen Donnerstag debattiert der Bundestag um 16 Uhr 16:30 Uhr (Verschiebung) über die Aufhebung des mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit verfassungswidrigen Zugangserschwerungsgesetzes (Tagesordnung). Das so genannte „Zensursula“-Gesetz war 2009 trotz massiver öffentlicher Kritik und entgegen aller fachlichen Einwände von der SPD zusammen mit CDU und CSU verabschiedet worden. Dem Gesetz nach soll das BKA eine geheime Liste mit Webseiten führen, die Dokumentation sexuellen Missbrauchs von Kindern beinhalten. DNS-Provider sollen die auf dieser Liste befindlichen Webseiten dann „sperren“.
Aktuell ist das Gesetz allerdings mittels einer verfassungsrechtlich hoch fragwürdigen Konstruktion „ausgesetzt“: Das BKA, das eigentlich per Gesetz angewiesen ist, jene geheime Sperrliste zu betreiben, ist per „Nichtanwendungserlasses“ des Bundesinnenministeriums angehalten, eben dies gerade nicht zu tun, sondern sich auf das Löschenlassen dieser Webseiten zu konzentrieren. Kritiker wie der Arbeitskreis gegen Internetsperren und Zensur fordern die umgehende Aufhebung des Gesetzes. Nach Informationen der Rheinzeitung hat sogar Bundestagspräsident Norbert Lammert in der Unionsfraktion die Regierung dazu aufgefordert diesen „offensichtlich verfassungsrechtlich fragwürdigen Zustand schnellstmöglich zu beenden“.
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: Der emotionale Wert eines Megabytes?
: Der emotionale Wert eines Megabytes? Bei Sueddeutsche.de gibt es ein Interview mit dem Chef des Netzwerk-Ausrüsters Alcatel-Lucent, Ben Verwaayen, über „Netzneutralität? Bald kein Thema mehr“. Alcatel-Lucent hat ja ein Eigeninteresse daran, dass Netzneutralität abgebaut wird, weil sie u.a. die passende Technik für Netzwerkmanagement für die „neuen Geschäftsmodelle“ anbieten, die dann „Diensteklassen“, etc. haben sollen. Interessant ist die Ansicht, dass man jetzt Megabytes einen emotionalen Wert geben möchte. Dieses Bildnis hab ich das letzte Mal von der Musikindustrie gehört:
SZ: Das sagen Sie, weil Ihre Industrie am meisten darunter leidet.
Verwaayen: Ja, wir verkaufen Megabytes, aber niemand kann sich vorstellen, was ein Megabyte ist. Wir müssen diesem Nichts einen emotionalen Wert geben, zum Beispiel, indem wir es ermöglichen, dass man überall in der Welt seine Familie auf den Bildschirm holen kann. Dann hat ein Megabyte einen fühlbaren Wert. Dann ist jeder bereit, dafür zehn Cent auszugeben. Wir müssen solche neuen Dienste finden, die attraktiv genug sind, um damit Geld zu verdienen.
Und auch ein anderes Bild ist wieder dabei: Die Netzkapazitäten reichen nicht!
SZ: Der Kunde will Videos und Bilder versenden, Sie wollen dafür Geld sehen. Läuft das auf ein Internet der zwei Geschwindigkeiten hinaus, ein kostenloses langsames und ein hochwertiges teures?
Verwaayen: Die Debatte um die Netzneutralität gibt es nur, weil die Kapazitäten nicht reichen. Stocken wir die Kapazitäten massiv auf, ist das kein Thema mehr. Wir müssen Netze für Videoverkehr bauen, die auch interaktiv sind. Das wird eine Wissensgesellschaft schaffen. Der Arzt, der Ihre Röntgenaufnahme analysiert, sitzt künftig vielleicht nicht mehr in Ihrer Heimatstadt, sondern in Indien. Und Sie konsultieren ihn online.
Die Netzkapazitäten sind aktuell ein Running-Gag in der Arbeitsgruppe Netzneutralität der Enquete-Kommission im Deutschen Bundestag. Viele Industrievertreter reden davon, aber niemand kann das beweisen. Selbst wenn man die Industrie nach belastbaren Zahlen fragt, kommt da nichts, was nicht sofort in sich zusammen fällt. Und solange mir und anderen dort keine Belege für diese These vorgelegt wird, glauben wir die Behauptung einfach nicht und kommen u.a. deshalb auch zu ganz anderen Schlußfolgerungen in dieser Debatte. Aber die Industrie wiederholt die Behauptung mantraartig und viele Politiker glauben das, weil es ja oft genug gesagt wurde.
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: eco: Löschen statt Sperren funktioniert
: eco: Löschen statt Sperren funktioniert Der eco vermeldet erneut, dass Löschen statt SperrenVerstecken funktioniert und beziffert dies mit einer „Erfolgsquote von 99,4%“ im vergangenen Jahr.
Unabhängig davon, ob sie im Ausland liegen,
können wir diese Bilder immer schneller abschalten lassen, egal wo sie lagern. Denn kein Land der Erde will sich nachsagen lassen, es biete einen Hafen für Kinderpornographie
, zitiert die Pressemitteilung Oliver Süme, denVorstand für Recht und Regulierung beim eco
.Nicht nur dieses Zitat, auch die Zahlen, die der eco vorlegt, bestätigen die Sperr-GegnerInnen rund um den AK Zensur, der schon im Mai 2009 zeigte, dass sich entsprechende Seiten auf dem kurzen Dienstweg schnell entfernen lassen. Zahlen, die heute jeder Jungpirat auswendig aufsagen kann: Innerhalb von zwölf Stunden wurden 60 Webauftritte gelöscht.
Beim eco sind es 84% nach einer Woche, nach 14 Tagen 91%. Auf die Zahl 99,4% kommt man, weil auf 656 Hinweise 448 im Zuständigkeitsbereich von INHOPE der eco Internet-Beschwerdestelle vollständig abgeschaltet wurden, 208 wurden ins Ausland gemeldet. Davon wurden 204
vom jeweiligen Provider entfernt und Beweismaterial für die Strafverfolgung gesichert
, ein Betreiber verlegte die Seite flugs nach Kanada, wo sie dann aber auchentdeckt und gelöscht
wurde. Der letzte verbleibende Fall wurdewegen des späten Meldezeitpunkts nicht mehr im Jahr 2010 beseitigt
, so der eco weiter./via heise