Netzpolitik

„Ein freies Internet schafft Möglichkeiten, auch auf Missstände hinzuweisen“

Der Deutschlandfunk hat mich zum eG8- und G8-Gipfel interviewt: „Ein freies Internet schafft Möglichkeiten, auch auf Missstände hinzuweisen“. Davon gibt es ein Transcript und auch eine MP3.

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Ramme: Also Sarkozy ist da einen Schritt voraus, was Strenge im Internet betrifft?

Beckedahl: Was heißt Strenge im Internet? Sarkozy hat in Frankreich erst mal eine Überwachungsbehörde geschaffen, die Hadopi-Behörde, um gegen Menschen vorzugehen, die Kultur tauschen, über Tauschbörsen zum Beispiel. Denen soll dann bis zu einem Jahr das Internet weggenommen werden, eine Maßnahme, die in Deutschland eigentlich nur unter verborgener Hand irgendwie gefordert wird, wo kein Politiker sich wirklich trauen würde zu fordern, dass man Menschen von der Kultur und von Information und Kommunikation ausschließen möchte. Und in Frankreich gibt es auch mittlerweile eine Zensur-Infrastruktur im Kampf gegen Kinderpornografie, etwas was heute das Bundeskabinett in Deutschland nach zwei Jahren endlich wieder abgeschafft hat, weil man zu der Erkenntnis gekommen ist, dass das kontraproduktiv ist, unnütz und gefährlich für eine Demokratie.

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13 Kommentare
  1. Da scheint die Idee der digiges doch schon ein wenig gefruchtet zu haben, wenn man jetzt öfter zu Meinungsäußerungen geladen wird. Oder hätte man das sowieso gemacht?

    Eine Bitte, wenn das sprachlich möglich ist: weniger Füllwörter, das Ganze ist etwas schwer lesbar. In manchen Sätzen kam das Wort „halt“ 3x vor, und das wirkt niedergeschrieben etwas unprofessionell.
    Wobei das auch daran liegen kann, dass es eben ein Transkript ist.

    1. @KH: Ja, das ist ein Transcript und ich schaue mal, ob ich es zukünftig schaffe, weniger Füllwörter in einem Telefoninterview zu verwenden.

      Ansonsten gibt es im Moment noch nicht mehr Anrufe wegen Digiges als früher, aber wir können mittlerweile die Interviews auf mehr Köpfe verteilen.

  2. Also, ich muss mal fragen, wenn du die MP3 schreibst, meinst du die MP3-Datei richtig? Das geht komplett gegen mein Sprachgefühl, da ich an das mp3-file und damit an das mp3 denke. Der Effekt ist in etwa so, wie wenn man einer Katze gegen den Strich durchs Fell fährt. Helfen würde vielleicht immer den Zusatz „Datei“ („und auch eine MP3-Datei“) mitzuschreiben, aber nichts für ungut.

    1. Komisches Sprachgefühl. „Paris“ hat bestimmt eine eigene französische Bezeichnung, le MPEG-1/2 Audio Layer 3 MP3-Dateien haben natürlich nicht zu tun mit MP18
      http://www.youtube.com/watch?v=HWiO5SFoh8g

      Ich finde dein „Sprachgefühl“ reichlich autoritär strukturiert, aber das gibt es hierzulande häufig. In den Redaktionen lässt man die Sprachkritiker mit Veröffentlichungsrecht auf Lebenszeit videobloggen, damit es dem Leser der Printausgabe nicht zugemutet werden müssen, und sich die alten Herren prima fühlen.

      http://www.youtube.com/watch?v=S5mPEYIFlfs&NR=1

  3. was mich verwundert (na, eigentlich auch nicht) ist die arroganz, mit der sich der luis de funes-verschnitt herausnimmt, für milliarden? user zu sprechen. ich denke der mann muss zum psychiater. dringend.

      1. Er mag vielleicht für die französischen User sprechen können. Aber keineswegs für den Rest der Welt.
        Ich kann mich zumindest nicht erinnern, dass ich mal einen Wahlzettel ausgefüllt habe, auf dem man sein Kreuzchen neben den Namen Sarkozy machen konnte. Und ich war bisher bei jeder Wahl, seit ich darf.

  4. Leider ist das BMBF gleich auf denselben Zug aufgesprungen und meint nun auch mit einer Liste von Akademikern, aber IT-Nonames (bis auf Prof. Hören) ebenfalls mit gestalten zu müssen: Vgl: Konferenz „Zukünftiges Internet“, http://www.future-internet-konferenz.de .

    (Der Konferenz(domain)name ist übrigens ein Plagiat und wurde von der Konferenz „Future Internet Conference “ , Prag, geklaut. Das BMBF lebt also in bester akademischer Tradition :=) )

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