Menschenrechte

  • : BGH: Haftbefehl gegen den Berliner Soziologen Andrej H. aufgehoben.
    BGH: Haftbefehl gegen den Berliner Soziologen Andrej H. aufgehoben.

    Der Bundesgerichtshof hat den Haftbefehl gegen den Berliner Soziologen Andrej H. aufgehoben.

    Dieses Rechtsmittel hat der für Staatsschutzstrafsachen zuständige 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs nunmehr zurückgewiesen und gleichzeitig den Haftbefehl aufgehoben. Die bisherigen Ermittlungen belegen zwar die Einbindung des Beschuldigten in die linksextremistische Berliner Szene, seine Mitwirkung bei der Veröffentlichung der letzten Ausgaben der aus dem Untergrund publizierten Szenezeitschrift „radikal“ und auch seine – konspirativ angelegten – Kontakte zu zumindest einem Mitbeschuldigten, der verdächtigt wird, als Mitglied der „militanten gruppe“ am 31. Juli 2007 an einem versuchten Brandanschlag auf drei Lastkraftwagen der Bundeswehr beteiligt gewesen zu sein. All dies begründet zwar den Anfangsverdacht, dass der Beschuldigte selbst dieser Gruppierung angehört, weshalb gegen ihn mit Recht Ermittlungen der Strafverfolgungsbehörden geführt werden. Jedoch darf nach den Bestimmungen der Strafprozessordnung (§ 112 Abs. 1 Satz 1 StPO) ein Haftbefehl nur dann erlassen werden, wenn der Beschuldigten einer Straftat dringend verdächtig ist. Dies ist nur der Fall, wenn die große Wahrscheinlichkeit besteht, dass er der ihm vorgeworfenen Tat schuldig ist und deswegen verurteilt werden wird. Eine solche Wahrscheinlichkeit, dass er sich an einer terroristischen Vereinigung mitgliedschaftlich beteiligt hat, kann im Fall des Beschuldigten zur Zeit nicht bejaht werden; denn die in den bisherigen Ermittlungen aufgedeckten Indizien sprechen nicht hinreichend deutlich für eine mitgliedschaftliche Einbindung des Beschuldigten in die „militante gruppe“, sondern lassen sich ebenso gut in anderer Weise interpretieren.

    Bei Telepolis gab es gestern einen Artikel dazu: Richter prüfen Terrorvorwurf.

    Freiheit oder Hochsicherheitshaft? Diese Frage stellt sich für einen Berliner Soziologen, wenn am Mittwoch ein fünfköpfiges Richtergremium des Bundesgerichtshofes vor die Presse tritt. Die Mitglieder des 3. Strafsenats werden dann bekannt geben, ob Andrej H. wegen des Vorwurfes der Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation wieder in Haft muss. Der Fall hatte in den vergangenen Wochen international für Aufmerksamkeit gesorgt.

    Sehr interessant zu lesen ist übrigens das Weblog der Lebensgefährtin von Andrej H., wo sie ihr Leben unter Überwachung dokumentiert.

    24. Oktober 2007 5
  • : Dem Bundestag die Pressefreiheit erklärt
    Dem Bundestag die Pressefreiheit erklärt

    Der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages hat ein Papier mti dem Titel „Strafrechtliche Ermittlungen gegen Journalisten wegen des Verdachts der Beihilfe zum Geheimnisverrat“ veröffentlicht.

    Neben Cicero-Urteil und allgemeinen Erklärungen der Pressefreiheit gibt es auch Punkte wie:

    Ermächtigung zur Strafverfolgung

    Wenn Bundestagsabgeordnete als geheim eingestufte Informationen an Dritte weitergäben, würden sie den objektiven Tatbestand des § 353 b Abs. 2 Nr. 1 StGB erfüllen. Der Geheimnisverrat wird nur mit Ermächtigung nach § 353 b Abs. 4 StGB verfolgt. Zuständig hierfür wäre in dem Fall, in dem Abgeordnete Informationen weitergegeben hätten, zu deren Geheimhaltung sie verpflichtet waren, der Präsident des Deutschen Bundestages (§ 353 b Abs. 4 Nr. 1 Buchstabe b StGB). Trotz der erforderlichen Ermächtigung obliegt es gleichwohl der Staatsanwaltschaft, die Initiative zu ergreifen und das Verfahren grundsätzlich einzuleiten. Als Herrin des Ermittlungsverfahrens ist sie gehalten, den Sachverhalt umfassend zu ermitteln (§ 160 Abs. 1 StPO).

    Journalisten unterliegen keiner besonderen Geheimhaltungspflicht im Sinne von § 353 b Abs. 1 oder Abs. 2 StGB. Da aber der entsprechende Lebenssachverhalt durch die Ermächtigung für staatsanwaltschaftliche Ermittlungen geöffnet wird und § 353 b Abs. 4 Nr. 1 StGB sachlich an die Tätigkeit des Geheimnisträgers anknüpft, an deren Ende journalistische Veröffentlichungen stehen, umfasst die Ermächtigung nach geltender Rechtslage auch diese beteiligten Personen, unabhängig davon, ob sie selbst dem ermächtigenden Organ gegenüber zu besonderer Verschwiegenheit verpflichtet sind.

    23. Oktober 2007 4
  • : Reporter ohne Grenzen: Rangliste der Pressefreiheit 2007
    Reporter ohne Grenzen: Rangliste der Pressefreiheit 2007

    Reporter ohne Grenzen (ROG) haben heute zum sechsten Mal die Rangliste der Pressefreiheit veröffentlicht. Die Liste vergleicht die Lage der Medienfreiheit in 169 Ländern. Deutschland ist zwar gegenüber dem Vorjahr um drei Ränge auf Platz 20 aufgestiegen, aber laut Reporter ohne Grenzen hat sich an der Lage in Deutschland wenig geändert: Rangliste der Pressefreiheit veröffentlicht.

    Erneute Ermittlungsverfahren gegen Journalisten wegen Beihilfe zum Geheimnisverrat, gesetzliche Regelungen und Vorschläge, die den Quellenschutz aushöhlen, Drohungen und Übergriffe gegen Journalisten, die im rechten Milieu recherchieren sowie Einflussnahme auf Redaktionen durch Anzeigenschaltungen haben zu Punkten geführt.

    Trinidad-Tobago liegt vor uns, Costa-Rica nur einen Platz hinter uns. Spitzenreiter sind Island und Norwegen, dicht gefolgt von und Estland und der Slowakai.

    Einen eigenen Punkt haben Repressionen gegen Blogger:

    Mehrere Länder sind auf der aktuellen Liste abgestiegen, da sie den freien Informationsfluss im Internet behindern und kritische Autoren verhaftet haben. Beispiele sind Malaysia (124.), Thailand (135.), Vietnam (162.) und Ägypten (146.). „Das Internet wird stärker zensiert“, so ROG. „Mehr und mehr Regierungen erkennen die Schlüsselrolle des Webs im Kampf für Demokratie und entwickeln immer ausgefeiltere Zensurmethoden. In repressiven Staaten sind Blogger und Internetjournalisten inzwischen genauso Zielscheibe von Repressionen wie schon die traditionellen Medien.“ Mindestens 64 Menschen sind derzeit weltweit wegen Veröffentlichungen im Internet im Gefängnis. China bleibt mit 50 Inhaftierten Vorreiter bei dieser Form der Unterdrückung. Acht Internetdissidenten werden derzeit in Vietnam festgehalten. In Ägypten erhielt der Blogger Kareem Amer vier Jahre Haft, da er Präsident Mubarak und den Einfluss des Islam an den Universitäten kritisiert hatte.

    16. Oktober 2007 5
  • : Unsubscribe – Kampagne für Menschenrechte von Amnesty International
    Unsubscribe – Kampagne für Menschenrechte von Amnesty International

    Amnesty International hat die internationale Kampagne „unsubscribe – unite against human rights abuse in the „war of terror“ gestartet. Unsubscribe will die klare Message aussenden, dass man nicht länger die Menschenrechtsverletzungen im Namen des „Krieg gegen den Terrorismus“ toleriert.

    Governments take for granted that you support their actions in the war on terror. The truth is you’ve never been given a choice. Until now. This is your chance to say NO, I didn’t sign up to a world governed by fear culture & accepting of racial discrimination. I didn’t sign up to secret detention, torture,… (more) rendition and the ill treatment of prisoners at Guantanamo Bay. Most petitions ask you to add your name to a list; this one asks you to take it off.

    Die Kampagne nutzt ein ziemlich unübersichtliches Design. Villeicht ist das eine Anspielung an den MySpace-Zeitgeist. Allerdings geht damit ein wenig die sehr nette Einbindung an verschiedene Soziale Medien verloren. Auf der Seite kann sich man nach dem Vorbild von PledgeBank zu Aktionen bekennen, wie dass PersonX sich an einer Petition oder an der Verbreitung von Banner beteiligt hat. Das ist gut gelöst und sorgt für mehr Partizipation und Transparenz unter den freiwilligen Helfern (Im englischen auch Volunteers genannt). Nutzer können Bilder und eigene Ansichten hochladen. Man kann sich auf der Seite auch direkt verschiedenen Gruppen in diversen Social-Networks anschliessen.

    Es gibt verschiedene Widgets wie Filme, Slideshows und Banner zum einbetten in die eigene Webseite. Hier ist mal der gute Kampagnenfilm:

    Insgesamt eine interessante Netz-Kampagne mit vielen Social Media-Komponenten, die leider an einer noch etwas komischen Usability leidet. Aber vielleicht ist das gerade Teil der Strategie von „Unsubscribe“.

    Hab ich schon geschrieben, dass wir auch gerne mal in Kundenprojekten unsere Vorstellungen von zeitgemässen Netz-Kampagnen umsetzen würden? Wer daran Interesse hat, kann sich gerne bei newthinking communications melden. Wir haben genug Ideen und Erfahrungen in der digitalen Welt.

    10. Oktober 2007 5
  • : China: Eine Reise in das Herz der Internetzensur
    China: Eine Reise in das Herz der Internetzensur

    Reporter ohne Grenzen hat zusammen mit den Chinese Human Rights Defenders einen Report über die Schlüsselmechanismen der chinesischen Online-Zensur erstellt: A “Journey to the Heart of Internet censorship” on eve of party congress. Hier ist der Report zu finden.

    “This system of censorship is unparalleled anywhere in the world and is an insult to the spirit of online freedom,” the two organisations said. “With less than a year to go before the Beijing Olympics, there is an urgent need for the government to stop blocking thousands of websites, censoring online news and imprisoning Internet activists.” This report shows how the CCP and the government have deployed colossal human and financial resources to obstruct online free expression. Chinese news websites and blogs have been brought under the editorial control of the propaganda apparatus at both the national and local levels.

    The use of the Internet keeps growing in China. The country now has more than 160 million Internet users and at least 1.3 million websites. But the Internet’s promise of free expression and information has been nipped in the bud by the Chinese government’s online censorship and surveillance system. “Journey to the Heart of Internet Censorship” explains how this control system functions and identifies its leading actors such the Internet Propaganda Administrative Bureau (an offshoot of the Information Office of the State Council, the executive office of the government), the Bureau of Information and Public Opinion (an offshoot of the party’s Publicity Department, the former Propaganda Department) and the Internet Bureau (another Publicity Department offshoot).

    The report also documents how the Beijing Internet Information Administrative Bureau has in practice asserted its daily editorial control over the leading news websites based in the nation’s Capital. It gives many examples of the actual instructions issued by officials in charge of this bureau. The last part of the report gives the results of a series of tests conducted with the mechanism of control through filtering keywords. These tests clearly show that, though there are still many disparities in the levels of censorship, the authorities have successfully coerced the online media into submission to censor themselves heavily on sensitive subjects.

    Der Report empfiehlt die Nutzung von Proxy-Servern und die Nutzung von „neueren Internettechnologien“ wie Blogs, Diskussionsforen und VOIP.

    10. Oktober 2007
  • : NetzpolitikTV 025: Vorratsdatenspeicherung und Menschenrechte
    NetzpolitikTV 025: Vorratsdatenspeicherung und Menschenrechte

    NetzpolitikTV Folge 025 ist ein Interview mit Rikke Frank Joergensen von Digital Rights Denmark und European Digital Rights über die Vorratsdatenspeicherung in Europa und die Auswirkung auf Menschenrechte. Das Interview hab ich auf dem letzten Chaos Communication Congress gemacht und es lag leider zulange auf meinem Rechner herum. Dafür ist es immer noch aktuell. Auch hatte ich zum ersten Mal zufällig mit Ann Harrison eine Ko-Moderatorin. Das Interview sollte eigentlich kurz sein, weil wir in einem hässlichen und lauten Treppenhaus standen, aber Ann hatte noch verschiedene interessante Fragen und wir haben die Kamera laufen lassen.

    Das Ergebnis gibt es in einer hohen Ogg-Theora Videoqualität und als kleiner komprimiertes MP4-Flash. Dazu auch als MP3 zum anhören.

    Hier klicken, um den Inhalt von video.google.com anzuzeigen.

    8. Oktober 2007 4
  • : Chaosradio Folge 46: Eine analytisch-philosophische Begriffsklärung zu „Sicherheit“
    Chaosradio Folge 46: Eine analytisch-philosophische Begriffsklärung zu „Sicherheit“

    Chaosradio Folge 46 dreht sich diesmal um den Begriff „Sicherheit“. Tim Pritlove und Pavel Mayer versuchen sich an einer analytisch-philosophischen Begriffsklärung. On das innerhalb von zwei Stunden klappt, hört ihr hier: MP3.

    Tim Pritlove und Pavel Mayer haben nichts besseres zu tun und reden daher ein wenig über Sicherheit. Das Gespräch ist der Versuch, den Begriff in seine aktuell gültigen Bedeutungsbestandteile aufzuteilen und Beispiele für Sicherheitsprobleme in Technik und Gesellschaft aufzuzeigen und letztlich eine analytisch-philosophische Diskussion mit offenem Ende, die zum Nachdenken anregen soll.

    5. Oktober 2007 2
  • : Neues vom Grundrechteabbau
    Neues vom Grundrechteabbau

    Viele Links haben sich mal wieder in den letzten drei Tagen angesammelt…

    Heise: „Ist das heute die Geburtsstunde von Big Brother EU?

    Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble zog eine saure Miene, EU-Justizkommissar Franco Frattini winkte mit großer Geste ab. Sie reagierten auf eine Frage, die in der Luft lag. Vier Stunden lang hatten die Innenminister der 27 EU-Staaten am Montag in Lissabon über weitreichende Schritte im Kampf gegen Terroristen beraten, als ein Reporter der angesehenen spanischen Zeitung El País wissen wollte: „Ist das heute die Geburtsstunde von Big Brother EU?“

    Passend dazu auch die Tageschau: EU-Innenminister wollen Datenbank nach US-Vorbild.

    Auch Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble sprach sich für die Datenbank aus. Ein elektronisches Register mit biometrischen Daten sämtlicher Nicht-EU-Bürger, die in die Gemeinschaft einreisten oder sie wieder verließen, biete die Möglichkeit, „größere Fälschungssicherheit mit einem schnelleren Ablauf der Kontrollen zu verbinden“. Schäuble hatte ein solches Register bereits im Zuge der Verhandlungen mit den USA über die Speicherung von Fluggastdaten gefordert.

    Die TAZ berichtet über die finanziellen Nebenkosten der Vorratsdatenspeicherung: Big Brother verteuert Telefon und Mail.

    332 Millionen Euro für die Vorratsdatenspeicherung sind laut dem Eco-Papier nur der Anfang. Nach der Einführung der neuen Technik für die Vorratsdatenspeicherung kämen auf die Unternehmen ab 2013 jährlich noch einmal gut 73 Millionen Euro zu, um die Technik regelmäßig zu erneuern. Personal- und Betriebskosten sind dabei nicht mitgerechnet. „Diese Kosten werden ebenfalls beträchtlich sein“, glaubt Eco-Sprecherin Maritta Strasser, „wir können sie aber nicht seriös schätzen, dazu gibt es zu viele unterschiedliche Beschäftigungsmodelle.“

    Währenddessen prüft der Bundesgerichtshof Anklagen gegen „militante gruppe“: Büchner und ein schwarzer Beutel.

    Es kommt Bewegung in den Rechtsstreit um eine angeblich in Deutschland operierende linksextreme Gruppe. Zwei Monate nachdem vier junge Männer unter dem Vorwurf (Angeblicher Schlag gegen Militante Gruppe, festgenommen und inhaftiert wurden, einer Organisation mit dem Namen „militante gruppe“ (mg) anzugehören, wird der 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofes (BGH) ab Freitag Beschwerden beider Seiten prüfen. Dabei geht es zunächst um die Haftverschonung eines der Beschuldigten. Die Staatsanwaltschaft hatte gegen die vorläufige Entlassung von Andrej H. Beschwerde eingelegt. Die fünf Richter werden aber auch darüber entscheiden müssen, ob die mg überhaupt als terroristische Vereinigung einzustufen und das harsche Vorgehen der Staatsanwaltschaft damit gerechtfertigt ist.

    In Grossbritianien gibt es jetzt ein Gesetz, was Bürger verpflichtet, die eigenen Krypto-Schlüssel auszuhändigen: UK: Schlüsselübergabe oder Gefängnis.

    Um an die Schlüssel zu gelangen, benötigen die Behörden „die angemessene Erlaubnis einer richterlichen Autorität, des Polizeipräsidenten, des Zollpräsidenten oder einer Person, die im Rang eines Brigadiers oder höher steht“, wie es im RIPA heißt. Mit einer solchen Erlaubnis ausgestattet, können die Behörden dann dem oder der Betroffenen in folgenden Fällen eine „Abschnitt-49-Benachrichtigung“ schicken: „im Interesse der nationalen Sicherheit; zur Verhinderung oder Aufdeckung eines Verbrechens; im Interesse des wirtschaftlichen Wohlergehens des UK; um Behörden die effektive Durchführung einer gesetzlichen Handlung oder Pflicht zu ermöglichen“. In den meisten Fällen soll statt der Schlüsselübergabe auch die Übergabe des Klartextes von Kommunikationsinhalten und anderen Daten genügen.

    Bei einer Verweigerung drohen bis zu fünf Jahre Knast. Es wird auch schon diskutiert, ob man zukünftig noch über Flüghäfen in Grossbritanien transit fliegen kann, wenn man die eigene Privatsphäre schützen möchte. Sieht aber nicht gut aus.

    Heise: Berliner Polizei wird technisch aufgerüstet.

    Die Strafverfolger der Hauptstadt sollen technisch deutlich besser ausgestattet werden. Der Berliner Innensenator Ehrhart Körting (SPD) hat für die kommenden beiden Jahre 4,2 Millionen Euro in seinem Haushaltsentwurf eingeplant, um für die Polizei unter anderem ein Biometriesystem zur elektronischen Aufnahme von Fingerabdrücken sowie verbesserte Anlagen zur Telefonüberwachung anzuschaffen.

    Das birtische Militär setzt auf Drohnen bei der Terror-Überwachung: Military spy planes monitor terror suspects.

    The intelligence agencies are using military aircraft equipped with sophisticated surveillance equipment to eavesdrop on and monitor the movements of suspected terrorists, the Guardian has learned.

    Und zum Schluss noch ein schönes Interview mit Patrick Breyer vom AK Vorratsdatenspeicherung bei Telepolis: Ermittlungen gegen alle, die die Internetseiten aufgerufen haben.

    Telepolis: In Deutschland filmte das iranische Fernsehen die Demonstration gegen die Vorratsdatenspeicherung, während das deutsche Fernsehen ausschließlich über die Mönchsmärsche in Myanmar berichtete – die wiederum im dortigen Fernsehen kaum erwähnt wurden. Wie konnte eine Demonstration mit 10 bis 15.000 Teilnehmern so weitgehend vollständig ignoriert werden?

    Patrick Breyer: Das öffentlich-rechtliche Fernsehen berichtete in den Nachrichten zum Teil durchaus in zwei, drei Sätzen über die Demonstration, etwa das ZDF. Dagegen wurden den Überwachungsplänen der Bundeskanzlerin zur Online-Durchsuchung erheblich längere Sendezeiten eingeräumt. Ich würde mir wünschen, dass in Fernsehberichten zur inneren Sicherheit, auch in den Nachrichten, immer auch Kritikern Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben wird, weil sich die Zuschauer sonst keine unabhängige Meinung bilden können. Dies ist vor allem deswegen wichtig, weil die vorherrschende Sicherheitsideologie in der Politik so verbreitet ist, dass sich innerhalb der großen Parteien keine glaubwürdigen, grundsätzlichen Kritiker mehr finden. Woran die spärliche Berichterstattung liegt, weiß ich nicht. Es wäre aber auch für mich interessant zu erfahren, wenn Sie Medienvertreter dazu befragen könnten.

    Komischerweise hat die „Freiheit statt Angst“-Demonstration in ausländischen Fernsehsendern mehr Aufmerksamkeit bekommen, als hier in Deutscland. Selbst CNN und BBC scheinen berichtet zu haben. Und dann auch noch das iranische Fernsehen…

    3. Oktober 2007 10
  • : Free Burma / Birma / Myanmar
    Free Burma / Birma / Myanmar

    Die TAZ berichtet über den von Oslo aus sendenden Exilsender Democratic Voice of Burma: Die Quelle im Hinterhof.

    „So einen Stress haben wir noch nicht erlebt“, sagt Khing Maung Win. Er ist Redaktionschef der Democratic Voice of Burma (DVB), eines TV- und Radiosenders, der seit 15 Jahren aus einem Osloer Hinterhof sendet. In diesen Tagen hat man die Sendungen über Kurzwelle und Satellit von den üblichen zwei auf neun Stunden verlängert. Und die Telefone stehen nicht still. Von Medien in aller Welt wird DVB in diesen Tagen der Proteste gegen die birmesische Militärjunta zitiert. CNN, BBC, eine Lokalzeitung in Nordnorwegen, eine indische Radiostation – sie alle bekommen von dem Exilsender Informationen. „Wir geben alles, was wir wissen, gern an andere Medien weiter“, sagt der Redaktionschef.

    Avaaz.org, sowas wie ein internationales MoveON.org, hat eine Online-Peition, die an die chinesische Regierung gerichtet ist: Seite an Seite mit der burmesischen Demokratiebewegung.

    Nach jahrzehntelanger brutaler Militärdiktatur erheben sich die Bürger von Burma – und sie brauchen unsere Unterstützung. Die Proteste begannen mit Mönche und Nonnen: Aus Dutzenden wurden erst Hunderte, dann Tausende und nun schliesst sich die breite Bevölkerung an. Die letzten Proteste der Demokratiebewegung, im Jahre 1988, wurden vom Militär brutal im Keim erstickt. Doch falls die Weltöffentlichkeit die Bewegung unterstützt, kann es diesmal anders herauskommen. Wir werden unsere Petition an die Medien und die Mitglieder des Sicherheitsrates senden (insbesondere an China, den Hauptprotektoren der Militärdiktatur). Wir müssen der burmesischen Demokratiebewegung unsere volle Unterstüzung zusichern:

    Da gibt es schon über eine halbe Million Unterschriften.

    Bei der Heinrich-Böll-Stfitung findet sich ein ausführlicher „Hintergrund zu den aktuellen Entwicklungen in Myanmar/Burma“:

    Die seit zehn Tagen von buddhistischen Mönchen angeführten landesweiten Protestmärsche haben die isolierte südostasiatische Militärdiktatur Myanmar / Burma schlagartig auf die Titelseiten der internationalen Medien katapultiert. Die Ausweitung und neue, politische Qualität der Protestwelle überraschte nicht nur internationale Burma-Experten, sondern offensichtlich auch die burmesische Militärregierung, die Bevölkerung und selbst ihre zentralen Akteure, die buddhistischen Mönche.

    Empfehlenswert sind auch die englischsprachigen Plattformen Irrawaddy.org und Mizzima.com, die ausführlich über Birma/Burma/Myanmar berichten.

    John Palfrey vom Berkman Center wurde von der Technology Review zur Internetzensur interviewt: Burma’s Internet Crackdown.

    TR: How does this shutdown compare with other state-controlled actions you’ve documented?

    JP: I’ve never seen anything like this cutoff to the Internet at such a broad scale so crudely and completely. They’ve taken the nuclear-bomb approach. We’ve witnessed what appear to be denial-of-service-type attacks during elections, for instance, but nothing so large-scale like this shutdown. Still, information has leaked out. So the military junta has found that given the many roots to the global telecommunications infrastructure, it’s very hard to cut off a place entirely.

    TR: How, exactly, have people been getting information out?

    JP: I really don’t know. We’ve tried not to ask people what they are doing in unprotected e‑mails, because of possible surveillance. There’s a „first, do no harm“ principle here.

    TR: Generally, then, what’s the next step for Burmese citizens?

    JP: Unfortunately, if the Internet is cut off entirely, it’s hard to imagine a good way around the blocking. Satellite imagery has gotten in and out, it seems, so perhaps there’s hope through that technology, but it would be very risky for those on the ground participating in such a system. The hope, I suppose, is that the military junta restores at least some form of Internet and cell access. The most clever people in Burma will find a way to use it to get information through the blockages. But the future of access to information about Burma, and by people within Burma, looks bleak.

    3. Oktober 2007 6
  • : Zum Verhältnis von Überwachung und Sicherheit in der Informationsgesellschaft
    Zum Verhältnis von Überwachung und Sicherheit in der Informationsgesellschaft

    Kleine Werbung in eigener Sache: Ich habe gerade einen etwas längeren Aufsatz veröffentlicht, der sich mit dem Wandel des Sicherheitsparadigmas und der Rolle der Überwachungs- und Informationstechnologie darin befasst. Erschienen ist er in kommunikation@gesellschaft, einer Online-Zeitschrift, die u.a. von dem Blogforscher Jan Schmidt herausgegeben wird. Hier die Zusammenfassung:

    Das Sicherheitsparadigma des Präventionsstaates im „Kampf gegen den Terror“ unterscheidet ich in zweierlei Hinsicht von dem des Gefahrenabwehrstaates im Kalten Krieg. In zeitlicher Hinsicht geht es nicht mehr um die Abwehr gegenwärtiger Bedrohungen, sondern um die Vorbeugung zukünftiger Risiken. Auf der Akteursebene sind die Träger dieser Risiken nicht mehr Staaten, sondern Individuen. Damit gelten nun alle als potenziell verdächtig. Hier spielt der Computer eine entscheidende Rolle, indem er die alten Überwachungstechniken des Aufzeichnens und Verbreitens von Informationen durch die Möglichkeit des automatischen Entscheidens ergänzt. Aus „Überwachen und Strafen“ wird damit „Überwachen und Sortieren“, aus individuellen Bewertungen wird massenhafte digitale Diskriminierung auf der Basis von vernetzten Datenbanken und in Algorithmen gegossenen Vorurteilen. Mit diesem Verfahren sind jenseits juristischer und politischer Schwierigkeiten drei strukturelle Probleme verbunden: das Problem der Modellbildung, das Problem der Probabilistik und das Problem der Definitionsmacht. Dennoch scheint der Trend zum weiteren Ausbau der Überwachungsinfrastrukturen nicht aufzuhören. Mögliche Erklärungen, aber auch Hinweise auf weiteren Forschungsbedarf, liefern dafür jeweils auf unterschiedlichen Ebenen die Gesellschaftsdiagnose, die Techniksoziologie und die politische Ökonomie. In normativer Hinsicht geht es hier letztlich auch um die Sicherheitsvorsorge der Bürger gegenüber dem Staat und damit um die Frage: Wie können wir unsere technischen Infrastrukturen so aufbauen, dass unfähige und unredliche Machthaber damit keinen großen Schaden anrichten können?

    Toll sind ja die schnellen Veröffentlichungszeiten bei Online-Journals – ich hatte erst am Samstag die letzte Überarbeitung eingereicht, und heute ist der Text schon erschienen. Bei einer gedruckten Fachzeitschrift hätte er nun wahrscheinlich noch ein Jahr in der Pipeline gehangen.

    Update: Faierweise sollte man die beiden Gründer und Mitherausgeber von k@g auch noch nennen: Klaus Schönberger und Christian Stegbauer.

    3. Oktober 2007 7
  • : Netzpolitik-Podcast: Web2forDev – Interview mit Moses Kisembo
    Netzpolitik-Podcast: Web2forDev – Interview mit Moses Kisembo

    Moses Kisembo arbeitet als Consultant und Koordinator für die Netzwerk-Organisation I‑Network Uganda, welche verschiedene Akteure, die sich mit Informations- und Kommunikationstechnologien für Entwicklung in Uganda beschäftigen, zusammenbringt. In dem 17-minütigen Interview berichtet er u.a. von dem „Rural Information Systems“-Projekt als Beispiel dafür, wie Bauern in ugandischen Dörfern von Internet-Nutzung profitieren können und in dem z.B. auch Wikis eingesetzt werden. Moses erläutert des weiteren, wo er die Chancen des Web 2.0 für ländliche Entwicklung in Uganda sieht, was die besonderen Schwierigkeiten sind und wie man daher an entsprechende Projekte herangehen sollte. Wir beziehen uns im Gespräch auf die vorhergehende Podiumsdiskussion, in der er auf die besondere Bedeutung der Entwicklung von Inhalten im ländlichen Raum hinwies.

    Hier der Podcast:

    2. Oktober 2007 1
  • : Netzpolitik-Podcast: Web2forDev – Interview mit Tobias Eigen
    Netzpolitik-Podcast: Web2forDev – Interview mit Tobias Eigen

    Tobias Eigen gründete vor 8 Jahren Kabissa – Space for Change in Africa. Kabissa unterstützt afrikanische zivilgesellschaftliche Organisationen in der Nutzung des Internets für ihre Arbeit.

    In Kürze wird es einen „Web 2.0 Relaunch“ von Kabissa geben, über den Tobias in dem 20-minütigen Interview berichtet. Die neue (Drupal/CivicCRM-basierte) Plattform wird ein einfach zu bedienendes Tool-Set von Blogs, persönlichen Profilen, Wikis etc. enthalten, aus denen sich die afrikanischen Kabissa-Mitglieder ihre Sites/Blogs/online Social Networks selbst zusammenstellen können. Im Laufe der Zeit sollen weitere Funktionalitäten hinzukommen – alles im Detail im Interview erläutert. Es geht zudem um die Anfänge von Kabissa, wie afrikanische Menschenrechtsorganisationen das Internet nutzen, und um Tobias’ Perspektiven auf die besonderen Chancen und Herausforderungen des Internets für NGOs in Afrika. Tobias bezieht sich auf das Beispiel von Greenlight Nigeria, ein Web-Projekt zur Wahlbeobachtung in Nigeria. Ausserdem weist er auf das Kabissa Research Paper „Web 2.0 in African Civil Society“ im Kabissa Wiki hin.

    Hier ist das Interview als mp3:

    2. Oktober 2007 2
  • : Netzpolitik-Podcast: Web2forDev – Interview mit Ethan Zuckerman
    Netzpolitik-Podcast: Web2forDev – Interview mit Ethan Zuckerman

    EthanZuckerman

    Ethan Zuckerman ist Mitgründer von Global Voices Online und Geekcorps. Am Berkman Center for Internet and Society arbeitet er an Projekten wie den Global Attention Profiles. Er ist bekannt für sein ausführliches Live Blogging von Konferenzen. Mitte der 90er war er Mitgründer von Tripod.

    Nach seiner Keynote am 3. Konferenztag hatte ich die Gelegenheit für ein 15-minütiges Interview mit Ethan. Es geht v.a. um Global Voices, Blogger in Afrika, die Bedeutung afrikanischer Blogs in den Ländern selbst und im Ausland, um das Verhältnis von traditionellen Medien und Blogs, um die innovative Nutzung alternativer Technologien wie Mobilfunk, und um die wichtige Rolle von Menschen beim Filtern, Bewerten und Organisieren der vielfältigen online Informationen.

    Die kenianische Website auf die er sich als Beispiel bezieht ist Mzalendo – Eye on Kenyan Parliament.

    Hier ist die MP3 dazu.

    1. Oktober 2007 5
  • : China: Pakt zur Selbstdiziplinierung
    China: Pakt zur Selbstdiziplinierung

    Das Deutschlandradio hat am Samstag über den „Pakt zur Selbstdiziplinierung“ in China geschrieben, wo Unternehmen wie Yahoo und MSN mit der chinesischen Regierung kooperieren.

    Mit dem Slogan „Einer weiß es immer“ warb vor einiger Zeit Yahoo in Deutschland für einen seiner zahlreichen Suchdienste. Auf dem chinesischen Markt würde diese Werbung seltsam klingen, denn dort wissen vor allem Sicherheitsdienste, wer was im Internet tut. Westliche Firmen sind dabei fleißige Zuträger.

    Hier ist die MP3.

    30. September 2007
  • : Jugendmedientage 2007
    Jugendmedientage 2007

    Am Freitag war ich bei den Jugendmedientagen 2007 in Leipzig, um über „Grenzenlos 2.0″ zu diskutieren. Das war eine sehr nette Diskussion mit vielen interessierten jugen Menschen. Zu den Jugendmedientagen kommen junge Menschen zwischen 15 und 25. Das Durchscnittsalter lag wohlbei 18,5 Jahren. Die Teilnahme kostet 50 Euro, dafür werden die Fahrtkosten und die Unterkunft übernommen und man erhält ggf. Schulfrei. Wer also jung ist und Interesse hat, sollte sich bei der Jugendpresse Deutschland informieren, wann die nächsten Jugendmedientage 2008 stattfinden. Dort erhält man übrigens auch einen Jugendpresseausweis, was für junge Blogger auch interessant sein dürfte.

    Über die Diskussion wurde anschliessend auch ein Podcast gemacht: Netz-Freiheit für alle. (MP3)

    29.09.2007: In der Anonymität der Netzes kann gebloggt, gepodcastet und vieles mehr werden, was des Menschen Herz bewegt. Der Autor und Journalist Farhad Payar, Karolin Sengebusch vom Eurient e.V., der ARD-Auslandskorrespondent Andreas Franz und Markus Beckedahl von netzpolitik.org diskutierten über Meinungs- und Pressefreiheit und die Möglichkeiten und Chancen des Web 2.0. Steffi Hanschke war dabei.

    Jan Schmidt war auch vor Ort und hat ausführlich über verschiedene Veranstaltungen gebloggt:

    Abends diskutierten zum Thema “Grenzenlos 2.0″ Farhad Payar (Deutsche Welle), Karolin Sengebusch (Eurient), Markus Beckedahl (netzpolitik.org) und Andreas Franz (MDR) – auch das eine sehr spannende Runde, in der es zunächst um die Potenziale des Internets ging, Gegenöffentlichkeiten zu schaffen und auch über Ländergrenzen hinweg politische Unterstützung zu mobilisieren. Später schwenkte auch diese Diskussion zumindest für eine Weile auf Themen wie Vorratsdatenspeicherung und Bundestrojaner um; Markus Beckedahl fasste dies prägnant zusammen: “Das Internet kann beides sein – Instrument für freie Meinungsäußerung UND Werkzeug der staatlichen Überwachung.” Auch hier hat mich die lebhafte Diskussion mit dem Publikum (per Mikro und per Chatwall) sehr begeistert; es klingt pathetisch und altersweise, aber es ist meines Erachtens tatsächlich ungeheuer wichtig, dass junge (wie ältere) Leute die “Werkzeughaftigkeit” des Internet erkennen und sehen, dass es für ganz unterschiedliche Zwecke eingesetzt werden kann, weswegen gerade im Umgang mit persönlichen Daten besondere Vorsicht geboten ist.

    Seine Einschätzung zu der lebhaften Diskussion mit den jungen Menschen teile ich. Hatte nicht so eine gute Diskussion über die Chancen und Risiken des Internets erwartet. Das hat echt Spass gemacht.

    Das Jugendmedien-Blog informiert regelmässig über „junge Medien“ aus Deutschland.

    30. September 2007 1
  • : Unterstützung für Myanmar/Burma/Birma
    Unterstützung für Myanmar/Burma/Birma

    Der Spiegelfechter hat einen Ticker über aktuelle Geschehnisse eingerichtet. Die CBox Burmanews übersetzt Nachrichten von einheimischen Blogs ins Englische. Wer besondere Sprachkenntnisse besitzt, kann dabei auch gerne mithelfen.

    Bei Robert Basic wird mit Hilfe des Blogs und einem Wiki ein „Burmaday“ für den 4. Oktober organisiert.

    29. September 2007 4
  • : Jugendmedientage: Grenzenlos 2.0 – Die große Freiheit?
    Jugendmedientage: Grenzenlos 2.0 – Die große Freiheit?

    Ich bin morgen Nachmittag in Leipzig, um bei den Jugendmedientagen 2007 an einer Diskussion über „Grenzenlos 2.0 – Die große Freiheit?“ teilzunehmen. Mit dabei sind Farhad Payar von der Deutschen Welle, Ines Braune, Orient- und Medienwissenschaftlerin aus Leipzig und ein Vertreter von Reporter ohne Grenzen.

    Das Internet macht es möglich: Über Blogs und E‑Mails lassen sich Informationen rasend schnell verbreiten. Moderne Programme wie Google Earth machen sichtbar, was gut versteckt werden sollte. In der Anonymität des Netzes kann geschrieben werden, was schon immer ein Misstand war. Regimekritik im Web und die grenzenlose Fülle an Informationen, die das Internet bietet, wird autoritären Staaten immer mehr zum Dorn im Auge. Ist das viel gepriesene Web 2.0 dabei tatsächlich ein Segen für die Meinungs- und Informationsfreiheit in Staaten, die ihren Bürgern das freie Wort auf der Straße verbieten? Wie frei sind Blogger, Pod- und Videocaster wirklich in ihren Äußerungen? Sind Informationen und die Weiten des Webs für sie tatsächlich „grenzenlos“? Wir diskutieren mit Menschenrechtlern, Webaktivisten, Bloggern und Journalisten aus Ländern mit eingeschränkter Meinungs- und Pressefreiheit über die Möglichkeiten und Chancen des Web 2.0.

    Die Jugendmedientage 2007 werden von der Jugendpresse Deutschland organisiert.

    27. September 2007 5
  • : Internetzensur in Burma
    Internetzensur in Burma

    Während in Burma die Mönche gegen das Regime demonstrieren, sorgen fleissige Blogger an den Universitäten erfolgreich dafür, dass Informationen darüber in die Aussenwelt dringen. Mehr dazu hat der Inquirer: Myanmar boggers outwit censors und ausführlicher die BBC: Burma cyber-dissidents crack censorship. Mehr Informationen über die Internet-Zensur in Burma hat wie immer die OpenNet-Initiative. Ausführlich über die Proteste berichtet das Deutschlandradio im „Hintergrund Politik“. Das ist als MP3 verfügbar: Barfuß gegen die Diktatur – der Kampf für Demokratie in Myanmar.

    Update: Spiegel berichtet jetzt auch und orientiert sich an der BBC: Bloggen für die Freiheit.

    Nochmal Update:

    GlobalVoicesOnline: Myanmar: Voices from the Region.
    Heise: Menschenrechtler beklagen schwierige Informationsbeschaffung über Lage in Burma.
    Time.com: Exclusive: Monks vs. Police in Burma.
    Tagesschau: Militär droht Demonstranten mit „extremen Aktionen“.
    OpenNetInitiative: Myanmar: a difference between movements.
    Reporter ohne Grenzen: News blackout accompanies military crackdown on protests.

    26. September 2007 4
  • : Der AK-Vorratsdatenspeicherung braucht Geld
    Der AK-Vorratsdatenspeicherung braucht Geld

    Vieles kann man mit sehr viel zeitlichem Engagement von vielen Freiwilligen schaffen. Aber die Organisation einer Demonstration und der nachhaltige Aufbau eines schlagkräftigen Netzwerkes kostet viel Geld. Soviel Geld, dass die ohnehin knappe Kasse des AK-Vorratsdatenspeicherung mittlerweile fast leer ist. Die Kasse war u.a. durch den Verkauf von „Stasi 2.0“-T-Shirts und einigen Einzelspenden gefüllt worden. Damit konnte die Demonstration am vergangenen Wochenende finanziert werden, immerhin die grösste Demonstration für mehr Datenschutz seit der Volkszählung im Jahre 1987. Aber der Protest gegen die Vorratsdatenspeicherung und gegen mehr Überwachung geht weiter.

    Also werden Spenden und Spender gesucht, um weitere Demonstrationen zu ermöglichen und ein noch grösseres und schlagkräftigeres Netzwerk zu schaffen und auf den geschaffenen Strukturen effektiv aufbauen zu können.

    Die Taz berichtet darüber: Datenschützer demonstrieren sich arm.

    Ihr größter Erfolg hat die Bürgerrechtler arm gemacht. Am Wochenende haben sie mehr als 10.000 Menschen gegen die verschärften Sicherheitsgesetze auf die Straße gebracht, doch jetzt sind sie pleite. „Unsere Geldreserven sind nahezu aufgebraucht“, sagte Ricardo Remmert-Fontes, einer der Demo-Organisatoren. „Wir wissen noch nicht, wie es weitergehen soll.“

    Damit geraten die Datenschutz-Protestler ausgerechnet zu einem Zeitpunkt ins Schlingern, zu dem ihre Anliegen nicht mehr die Nischenthemen zauselbärtiger Sonderlinge und aufrechter Blogger sind. Die Demonstration am Wochenende ist dafür der beste Beleg: Vor einem Jahr protestierten an gleicher Stelle in Berlin noch 300 Menschen, dieses Jahr waren es je nach Schätzung zwischen 10.000 und 15.000 Teilnehmern. […] Die Aktion kostete allerdings auch etwas. Etwa 12.000 Euro musste der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung laut Sprecher Remmert-Fontes für Bühnen, Flugblätter und Poster bezahlen. Damit war auf einen Schlag das Geld des Datenschützer-Netzwerks weg.

    Wenn jemand Zeit und Lust hat, würden wir uns über Spenden-Banner freuen. Diese sollten möglichst sympathisch ausschauen und natürlich unter freien Lizenzen stehen. Damit können auch schlecht umgesetzte Banner, die aber gute Ideen enthalten, von anderen noch schöner gemacht werden. Also seid kreativ und helft!

    26. September 2007 12
  • : Top10 der Seiten, die die Welt verändern
    Top10 der Seiten, die die Welt verändern

    Die Nominierungen gibt‚s auf der Seite von PoliticsOnline:

    For the seventh year in a row, PoliticsOnline subscribers and visitors from around the world are invited to help select the top 10 individuals, organizations and companies having the greatest impact on the way the Internet is changing politics.

    Im Jahr 2006 war netzpolitik.org dabei, dieses Jahr sind in der Liste wieder eine Menge Seiten die ich sehr mag, wie DailyKos.com, hoder.com, oder mysociety.org.

    26. September 2007