Digital Rights

  • : Merkur: ePetitionen und Zensursula
    Merkur: ePetitionen und Zensursula

    Der Rheinische Merkur schreibt über ePetitionen: Seismograf mit gestiegener Präzision.

    Wissenschaftler Lindner hat das Verfahren der E‑Petitionen im Auftrag des Bundestages zusammen mit drei Kollegen vom Büro für Technikfolgen-Abschätzung evaluiert. Überraschenderweise haben die Wissenschaftler dabei keine deutlichen Verzerrungen in der Nutzung festgestellt: Weder sind die Online-Petenten ganz besonders jung, noch werden überdurchschnittlich viele Petitionen zu Internet-Fragen eingereicht, noch sind solche Themen unter den Mitzeichnern übermäßig beliebt. Wie viele Unterschriften zusammenkommen, hängt für Lindner davon ab, wie gut der Petent im Internet vernetzt ist.

    Interessant ist auche in anderer Artikel im Rheinischen Merkur, der die aktuelle Zensursula-Debatte beschreibt: Raum ohne Recht.

    Die Große Koalition setzt im Netz auf Stoppschilder. Experten halten das für sinnlos. Sie werben für besseren Datenschutz und mehr globale Zusammenarbeit.

    20. August 2009 5
  • : 2x Freiheit statt Angst im September in Berlin?
    2x Freiheit statt Angst im September in Berlin?

    Am 12. September findet wieder die Großdemonstration für digitale Bürgerrechte in Berlin statt. Veranstaltet wird sie von einem großen Bündnis aus verschiedensten zivilgesellschaftlichen Organisationen, Netzwerken und den Oppositionsparteien. Die Unterstützerliste kann sich schon sehen lassen und noch immer werden Spenden zur Finanzierung der Ausgaben gesammelt. Wenn das Wetter wieder so gut wird wie in den vergangenen Jahren kommen auch hoffentlich wieder zehntausende zum Protest gegen ausuferende Überwachung sowie Internetzensur und für Bürgerrechte und eine bessere Netzpolitik.

    Leider wurde ein Problem nicht gelöst, was seit Monaten unnötig Ressourcen verschwendet: Es wird nämlich zwei Demonstrationen in Berlin unter demselben Namen geben. Im März hatten wir über die „Aktion Freiheit statt Angst e.V.“ geschrieben. Diese Splittergruppe wurde inklusive dem „Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung Berlin e.V.“ von Ricardo Cristof Remmert-Fontes und Lotar Küpper gegründet. Die Vorgeschichte ist hier. Seitdem gehen sie mit den beiden Namen ihre eigene Demonstration organisieren. Zahlreiche Gespräche haben leider unnötig Zeit und Kraft verschwendet, weil man auf Seiten der „Aktion Freiheit statt Angst e.V.“ der Meinung war, sich nicht in einem großen Bündnis einzuordnen (Im Gegensatz zum Chaos Computer Club, ver.di, DGB, Humanisistische Union oder mehreren Parteien), sondern man wollte mehr Rechte, Profilierungsmöglichkeiten und Außenwirkung haben. Da gab es dann tolle Kompromissvorschläge, man würde einfach zwei Demonstrationen machen und in einem Sternenmarsch zusammen führen. Das fand natürlich niemand von den zahlreichen anderen Gruppen akzeptabel, zumal immer noch im Raum steht, dass die beiden Namen „Freiheit statt Angst“ und „Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung Berlin“ einfach durch Gründung von e.V.’s privatisiert worden, obwohl sie eigentlich allen gehören sollten.

    Was jetzt das traurige ist: Es wird am selben Tag in Berlin zwei Demonstrationen an verschiedenen Orten geben, die mit demselben Namen operieren und ähnliche Ziele haben. Das wird nicht nur die Presse, sondern auch viele Bürger desorientieren. Zumal die Chance sinkt, mit ganz vielen Menschen auf einer Demonstration ein Zeichen zwei Wochen vor der Wahl zu setzen, dass die derzeitige Politik einen unakzeptablen Grundrechtsabbau betreibt. Zugleich gibt es natürlich auch noch zwei weltweite Aktionstage namens „Freedom not fear“ (was international für viel Verwirrung sorgt). Es kostet auch eine Menge Zeit, Organisationen davon zu überzeugen, dass es eine Großdemonstration eines großen Bündnisses gibt und eine kleine, die nur die Namen geklaut hat, aber nicht das ist, was es nach außen zu sein scheint.

    Schade ist auch, denn so wird ein Streit innerhalb der Bewegung für digitale Bürgerrechte inszeniert, der nicht wirklich vorhanden ist. Auf der einen Seite finden sich eigentlich alle Organisationen, Netzwerke, Arbeitskreise und auch die Oppositionsparteien und auf der anderen Seite eine Handvoll Menschen, die ihren eigenen Sandkasten betreiben möchten und dafür einfach das Spielzeug der anderen geklaut haben.

    Die richtige Demonstration findet am 12. September ab 15 Uhr am Potsdamer Platz in Berlin statt.

    19. August 2009 66
  • : Die Demagogie der Zensursula
    Die Demagogie der Zensursula

    Die demagogischen Fähigkeiten von Ursula von der Leyen kann man in diesem ca. sieben Minuten langen Video-Mitschnitt einer Rede vor (meist älterem) CDU-Publikum zum Zensursula-Thema anschauen. Da geht gegen die Linken (Irgendwie alle ausser ihr), den CCC und die Piraten:

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    Laut Youtube-Beschreibung wurde die Rede gestern in Sulzbach (Saar) aufgenommen.

    [via]

    Update: Hier ist das Transcript. Danke an die Mittipper in den Kommentaren.

    …ernst. Und an bestimmten Stellen brauchen Sie eine durchsetzungsfähige Regierung und Sie müssen handeln. Noch mehr habe ich […] miterlebt beim Thema Bekämpfung der Kinderpornografie im Internet. Meine Damen und Herren, dieses Thema ist das Grauen. Wenn ich von Kinderpornografie im Internet spreche, spreche ich nicht davon, dass nackte Kinder posieren. Das ist schlimm genug. Ich spreche davon, dass Kinder vor laufender Kamera vergewaltigt werden. Dass diese Filme und diese Bilder ins Netz gestellt werden. 80% der Kinder sind jünger als zehn Jahre, 30% der Kinder sind jünger als drei Jahre. UNICEF sagt, jeden Tag werden weltweit 200 neue Bilder ins Netz gestellt. Die das Grauen erzählen, das diesen Kindern passiert. Warum? Weil es leider einen Nachfragemarkt gibt – insbesondere in den reichen Ländern. Die diese Angebote im Internet suchen und für 50 Euro, oder 90 Euro sich Zugang dazu verschaffen. Der Weg führt übers Internet weil sie diese Bilder bisher vollkommen frei in Deutschland anklicken können. Jeder, der halbwegs beieinander ist, muss doch sagen: „Himmel noch mal! Macht dem ein Ende!“Und das ist berechtigt, Politik das zu sagen. Natürlich muss es heißen „weltweit die Täter stellen“. Das ist richtig. Das ist Polizeiarbeit, die muss auch gemacht werden. Es ist eine unglaubliche Sisyphusarbeit, wenn sie weltweit die Täter suchen müssen. Der zweite Schritt muss natürlich sein, diese Bilder da löschen, wo die Quelle ist. Wo der Server ist. Aber weltweit stehen die zum Teil in Ländern, die Kinderpornographie nicht ächten. Da können Sie von Deutschland nicht hinein regieren. Sie können nicht die Weltpolizei da spielen. Und deshalb ist der dritte Schritt, ganz klar zu sagen: „Dann sperren wir hier von Deutschland aus den Zugang zu diesen Bildern.“ Auf dem Weg, den man ins Internet nimmt zu diesen Bildern wird eine Sperre eingebaut. Auch um als Land deutlich zu machen „Wir ächten da, wir tolerieren das nicht, das ist nicht ein Kavaliersdelikt was man mal so nebenbei machen kann.“ Meine Damen und Herren, was mir da begegnet ist, das schlägt dem Fass den Boden aus. Erst hieß es „technisch unmöglich“. Ich will Ihnen mal was sagen. Seit einem Jahr machen dieses: Schweden, Finnland, Dänemark, Großbritannien, Kanada, Neuseeland, die Schweiz – übrigens Länder, wo die Meinungsfreiheit eine ganz hohe Bedeutung hat. Auch Italien schafft das. Himmel noch mal! Dann sollten wir hier in Deutschland doch in der Lage sein, das zu schaffen.

    Und dann sag ich den Linken ganz deutlich: Ihr traut diesem Land nichts zu! Wir sollten in der Lage sein hier deutlich auch Zeichen zu setzen, dass wir diese Sperren können.

    [Beifall]

    Dann aber, meine Damen und Herren, dann wurde es eine Stufe schlimmer. Dann hieß es “verfassungsrechtlich bedenklich wegen der Informationsfreiheit”. Meine Damen und Herren, wir sollten nicht den Eindruck vermitteln, unsere Verfassung würde die Verbreitung der Vergewaltigung von Kindern Schutz geben. Das ist absurd! Massenkommunikation ist wichtig, ja. Aber es kann ja wohl nicht so weit gehen, dass man dafür, weil man die Massenkommunikation so hoch stellt, die Würde und den Schutz eines Kindes hinten anstellt und sagt: “Dies ist nachrangig”. Und dann habe ich, weil die Linken auf Tauchkurs gegangen sind, zunächst einmal alleine mit den Anbietern von Internetzugängen, das sind ganz normale Telefongesellschaften wie die Telekom, Vodafone, Arcor und so weiter, Verträge gemacht. Mein Kabinettskollege Karl-Theodor zu Guttenberg hat Ruck-Zuck ein Gesetz auf den Weg gebracht, das deutlich macht: “Wir sperren von Deutschland aus, weil wir eine ganz klare Haltung auch dazu haben, diese schrecklichen Bilder und den Zugang zu diesen schrecklichen Bildern.”. Und dann kam das Tollste. Dann kam der Chaos Computer Club und die Piratenpartei, die plötzlich schrien: “Das ist Zensur!”. Meine Damen und Herren, Kinderpornographie im Internet im Internet anzuschauen ist Kindesmissbrauch und ich rufe all denjenigen zu, die in diesem Zusammenhang von Zensur im Internet sprechen: Das Internet ist kein rechtsfreier Raum und das Recht gilt online genauso wie offline. Was wir niemals in einer Zeitung tolerieren würden, tolerieren wir im Internet genau so wenig.

    [Beifall]

    Meine Damen und Herren, hier ist der Schlüsselbegriff, auch wenns ungemütlich wird, Verantwortung. Wir werden eines Tages nicht nur gefragt nach dem, was wir getan haben, sondern auch nach dem, was wir vielleicht nicht getan haben. Wo wir gekniffen haben. Wo wir uns geduckt haben, nur weils anstrengend wird. Hier muss man dann auch Farbe bekennen. Hier muss man dann auch Stürme durchstehen. Antoine de Saint-Exupéry, der Vater oder der Autor des “kleinen Prinzen”, hat es eigentlich wunderschön auf den Punkt gebracht. Er hat gesagt: “Mensch sein heißt verantwortlich sein”. Genau das ist es: Mensch sein heißt verantwortlich sein. Wir haben in den vergangenen vier Jahren genau diese Fragen uns immer stellen müssen. Gerade als Bundesregierung in einer Zeit, wo wir am Anfang auf gutem Weg gewesen sind. Wir haben einen Haushaltsplan gehabt, wenn die Wirtschaftskrise nicht gekommen wäre, ich weiß, wenn das Wörtchen “wenn” nicht wäre, dann hätten wir 2011 einen ausgeglichenen Haushalt gehabt und wären ohne Neuverschuldung vorangekommen. Dann kam die Krise, die uns nicht nur diese Regierung…

    (Auf mögliche Fehler bitte in den Kommentaren hinweisen)

    18. August 2009 443
  • : Swift – ePetition
    Swift – ePetition

    Es gibt mal wieder eine neue ePetition, die man unterstützen kann: Bankenwesen – Keine verdachtsunabhängige Weitergabe von Daten an andere Staaten vom 27.07.2009.

    SWIFT: Der Bundestag möge sich dafür einsetzen, dass Bankdaten nicht verdachtsunabhängig an Behörden anderer Staaten weitergegeben werden.

    Begründung

    In Deutschland bestehen klare Grenzen bei der Informationserhebung und Nutzung von Telekommunikations- und Bankdaten. Es ist daher nicht einzusehen, warum Bankdaten von Bundesbürgern über den Umweg eines Privatunternehmens dritten Staaten, insbesondere den USA, zu Verfügung gestellt werden sollten, in denen diese strengen Standards nicht gelten bzw. nicht kontrollierbar sind. Die Begründung „Terrorabwehr“ ist zu allgemein gehalten, als dass sie einen so massiven Eingriff in die Privatsphäre der Bürger rechtfertigen könnte. Die verdachtsunabhängige Übermittlung privater Daten sollte daher unterbleiben.

    18. August 2009 9
  • : BMWI Expertenworkshops zur Bekaempfung der Internetpiraterie
    BMWI Expertenworkshops zur Bekaempfung der Internetpiraterie

    Im Moment finden vom Bundeswirtschaftsministerium veranstaltete Workshops zur „Pirateriebekämpfung“ statt. Bei Wikileaks finden sich mittlerweile freundlicherweise die Tagesordnungen und erste Protokolle: BMWI Expertenworkshop zu Kooperation bei der Bekaempfung der Internetpiraterie, 11 Aug 2009.

    Das 15-seitige Dokument stellt einen Ueberblick ueber eine Reihe von „Expertenworkshops“ des Bundesministeriums fuer Wirtschaft und Technologie zum Thema Internetpiraterie dar, und beinhaltet das Ergebnisprotokoll des ersten Treffens vom 11. August 2009. Teilnehmer der Meetings sind verschiedene ISPs sowie zahlreiche Vertreter aus der Wirtschaft (IRIS Media, NBC, Microsoft, Universal, GVU und andere). Ziel der Workshops ist unter anderem eine gemeinsame Erklaerung der Teilnehmer. Weitere Workshops sind geplant fuer den 18. und 25. August 2009.

    Bleibt zu hoffen, dass weitere Protokolle auch an die Öffentlichkeit kommen. Wenig überraschend ist die fehlende Einbindung der Zivilgesellschaft. Noch nicht einmal der Verbraucherzentrale Bundesverband scheint eingeladen worden zu sein. Ansonsten liest sichd ie Teilnehmerrunde wie ein Who is Who der Rechteindustrie und vermutlich soll damit Druck auf die Provider ausgeübt werden, um Internetsperrungen bei Urheberrechtsverstössen vorzubereiten.

    Hier ist das Dokument als PDF bei uns gespiegelt.

    Heute tagt die Arbeitsgruppe auch wieder. Wir würden uns über weitere Informationen sehr freuen. Gut möglich, dass der einer oder andere Leser dabei sein könnte.

    18. August 2009 15
  • : Internetpolitik von Gestern
    Internetpolitik von Gestern

    Wolfgang Kleinwächter schreibt bei Telepolis über „Websperren: Internetpolitik von Gestern“. Darin kritisiert er u.a. das fehlende Engagement der Bundesregierung in neuen Politikprozessen rund um Netzpolitik auf internationaler Ebene. Das Engagement fehlt aber auch auf nationaler Ebene:

    Die deutsche Politikkultur ist aber noch immer im 20. Jahrhundert: Sie kommt von oben und findet weitgehend hinter verschlossenen Türen statt, was einseitigen Lobbyismus und schräge Lösungen begünstigt. Auf den mündigen Bürger wird gerne in Sonntagsreden abgehoben, wenn er sich aber tatsächlich zu Wort meldet, ist das Erschrecken groß. Die Kanzlerin stärkt gerne den Rücken der Zivilgesellschaft in Russland und China. Das Argument aber, in Deutschland sei die Zivilgesellschaft ja über die Parteien im Parlament repräsentiert, greift im Informationszeitalter zu kurz. Die Repräsentationskette im politischen Betrieb ist mittlerweile so lang geworden, dass nur noch selten der Input von unten auch oben ankommt. Demokratieverdrossenheit ist eine der Konsequenzen der mitunter kafkaesken politischen Prozesse.

    18. August 2009 7
  • : 13. Auflage des eBooks zu Internetrecht
    13. Auflage des eBooks zu Internetrecht

    Von Thomas Hoeren gibt es die 13. Auflage des kostenfreien eBooks „Internetrecht“ (PDF).

    Der Aufbau dieses Buches richtet sich nach den Bedürfnissen der Internetanbieter. Diese brauchen, um im Internet auftreten zu können,

    eine Kennung (dies verweist auf das Domainrecht),
    Inhalte (ein Tummelplatz für das Immaterialgüterrecht),
    Werbung und Marketing (hier kommen die Wettbewerbsrechtler zu Wort),
    den Kontakt zum Kunden (was zu Ausführungen zum Vertragsschluss und zum E‑Commerce-Recht führt)
    sowie Daten der Kunden (hier kontrollieren die Experten des Datenschutzrechts).

    Abschließend findet sich noch ein Abschnitt zu der Frage, wer für alle diese Rechtsanforderungen haftet. Schließlich wird auch noch auf das Problem der Vollstreckung von Gerichtsentscheidungen im Internet eingegangen. Gerade das Vollstreckungsrecht ist der archimedische Punkt der Internetdiskussion.

    17. August 2009 7
  • : CRE135: Mut zur Freiheit
    CRE135: Mut zur Freiheit

    Chaosradio Express Folge 135 ist ein 2,5h langes Gespräch zwischen Tim Pritlove, Juli Zeh und Ilija Trojanow über „Mut zur Freiheit – Ein Versuch den Zusammenhang von Angst, Freiheit, Gesellschaft und Solidarität zu verorten“.

    Juli Zeh und Ilija Trojanow sind beide Schriftsteller und schreiben normalerweise fiktive Romane. Trotzdem haben sie sich zusammengefunden um ein Buch zu schreiben, das die fortwährende Zurückdrängung bürgerliche Freiheiten thematisiert und anprangert. Im Gespräch mit Tim Pritlove berichten sie von ihrer Motivation, sich auf dieses Projekt einzulassen und wie sie die Situation in unserer Gesellschaft einschätzen. Themen u.a.: Migration und Flucht, die Freiheit des Flüchtlings, Islamistenversteher, das Selbstverständnis des Staates, „Antisoziales Verhalten“, der unsichtbare Feind, die Skandalbesessenheit und umfassende Angst der Gesellschaft, Sicherheit und Freiheit, die Infantilisierung der Gesellschaft durch die herrschende Klasse, natürliche und artifizielle Ängste, Leben ohne Fernsehen und ohne 9/11, der hessische Dschihad und die „terroristische Bedrohung“ in Deutschland und der langsame Wandel zum gesellschaftlichen Widerstand.

    Hier ist die MP3.

    17. August 2009 10
  • : Save the date: re:publica 2010 in Berlin
    Save the date: re:publica 2010 in Berlin

    Die re:publica, unsere Konferenz über Blogs, soziale Medien und die digitale Gesellschaft, wird vom 14. – 16. April 2010 zum vierten Mal in Berlin stattfinden. Erstmalig werden in Kooperation mit der Deutschen Welle die „BOBs – die Best of the Blogs Awards“ im Rahmen der re:publica verliehen.

    13. August 2009 1
  • : HR-Info: Heftige Reaktionen auf „Zensursula“
    HR-Info: Heftige Reaktionen auf „Zensursula“

    HR-Info – Radio hat heute Morgen „Zensur im Internet?“ als Thema gehabt. Ich wurde für den ersten Beitrag interviewt. Hier sind die drei Teile:

    Heftige Reaktionen auf „Zensursula“ (MP3)

    Stopp-Schilder im Internet: Was für Ministerin Ursula von der Leyen und die Bundesregierung ein entscheidender Schritt ist im Kampf gegen Kinderpornografie, ruft bei denjenigen, die mit dem Internet aufgewachsen sind, Unverständnis hervor – und heftige Reaktionen: Die Ministerin muss sich Vergleiche mit den Herrschern totalitärer Staaten wie China oder Saudi-Arabien gefallen lassen. Jan Eggers ist der Frage nachgegangen: Weshalb hat Ursula von der Leyen die Internet-Generation derart heftig gegen sich aufgebracht?

    Wieviel Kontrolle braucht das Internet? (MP3)

    Braucht das Internet keine Regulierung? Das fragt hr-iNFO den Spitzenkandidaten der Piratenpartei in Hessen, Thorsten Wirth. Die Piraten treten für freien Zugang zu allen Internet-Angeboten ein und warnen vor Zensur. Wirth ist davon überzeugt, dass es in Zukunft einen gesellschaftlichen Konsens geben werde, dass das Netz frei und ohne Zensur bleibt.

    Wie politisch ist die neue soziale Bewegung im Netz? (MP3)

    Politische Blogs im Internet erfreuen sich größter Beliebtheit. Das Netz ist für knapp die Hälfte der User mittlerweile die erste Adresse, wenn es darum geht, sich politisch zu informieren. Diesen Umstand nutzen auch Blogs, deren Inhalte zumindest fragwürdig erscheinen – zum Beispiel der Blog „Politically-Incorrect“, kurz pi-news.net, eigenen Angaben zufolge Deutschlands meistgenutzter politischer Blog. Wie der einzuorden ist, fragt hr-iNFO den Medienjournalisten und Blogger Stefan Niggemeier.

    13. August 2009 24
  • : Wahlwerbung remixen sollte legal sein
    Wahlwerbung remixen sollte legal sein

    Vorgestern haben wir unseren Schäuble-Wahlplakat-Remix-Wettbewerb gestartet und gestern gab es eine Mail der Fotografin, die mit Hinweis auf ihr Urheberrecht eine weitere Nutzung untersagte. Einige Fotos der CDU-Werbekampagne stammen von Frau Laurence Chaperon. Sie macht schöne Politiker-Portraits, wie man auf ihrer Seite sehen kann und verdient ihr Geld damit, professionell Fotos zu machen und diese zu verkaufen. Ich habe zweimal mit ihr telefoniert, und dabei haben wir unsere Standpunkte ausgetauscht. Ihre legitime Meinung ist, dass sie als Urheberin ihre Bilder als Kunstwerk begreift und unerlaubte Nutzung unterbinden will. Das respektiere ich und kann ihren Standpunkt verstehen. Ich finde es auch lobenswert, dass sie mir vorab eine Mail mit der Aufforderung geschickt hat, die Bilder zu entfernen. Andere schicken sofort die Abmahnung. Aber das Urheberrecht ist nicht schrankenlos.

    Ich habe lange überlegt, wie ich mich verhalte. Eine Möglichkeit ist, der Aufforderung nachzukommen und alle Bilder in diesem Blog zu löschen. Die sind eh schon überall im Netz verteilt und können dort nicht mehr so einfach mit vielen Anwälten rausgeklagt werden. Diese Option würde mir möglicherweise eine Menge Stress ersparen, der mit einem Rechtsstreit einher geht. Die Alternative ist, zu meiner Meinung und Rechtsauffassung zu stehen, dass das Remixen und damit das kreative Auseinandersetzen mit Parteien-Werbung in einer demokratischen Gesellschaft vor allem im Wahlkampf möglich sein sollte. Und abzuwarten, was da rechtlich auf mich zurollen könnte.

    Nach einigen Telefonaten mit Rechtsanwälten wie Thorsten Feldmann von JBB (der mir schon in der Auseinandersetzung mit der Deutschen Bahn geholfen hat), Henning Krieg und Udo Vetter, sowie einigen Gesprächen mit Freunden bin ich aber zu dem Entschluß gekommen, das notfalls rechtlich durchzuziehen. Ich halte die ganze Aktion und die Remixe für legitim, sonst hätte ich sie auch nicht gestartet. Und ich glaube, der schwarze Peter liegt bei der CDU. Auf ihrer Webseite steht ganz klar bei den Plakat-Motiven:

    Die Bilder dürfen ausschließlich zur redaktionellen Berichterstattung über die CDU-Bundestagswahlkampagne 2009 genutzt werden. Die Nutzung ist bis zum 31.12.2009 honorarfrei. Danach tritt die Honorarpflicht zugunsten der jeweiligen Agentur/des jeweiligen Fotografen gemäß deren AGBs in Kraft. Eine Weitergabe an Dritte ist untersagt. Die Weitergabe an und Nutzung durch weiterverbreitende Agenturen und Pressedienste ist nicht gestattet.

    Es sollte vollkommen offensichtlich sein, dass der Remix-Wettbewerb im Rahmen einer redaktionellen Berichterstattung im Bundestagswahlkampf 2009 stattgefunden hat. Insofern gehe ich weiter davon aus, dass die Aktionen im Rahmen der von der CDU eingeräumten Nutzungsbedingungen stattgefunden haben. Dazu sind auch verschiedene Freiheiten im Spiel: Die Sache berührt sowohl das Zitatrecht, als auch die Kunst- und Satirefreiheit. Und durch die eingeräumten Nutzungsfreiheiten durch die CDU dürfte es auch die Pressefreiheit berühren.

    Der Fall hat noch eine andere Dimension: Der Rechtsfall kann jedem passieren, der oder die ein Blog betreibt und Remixe von Wahlwerbung darüber verbreitet (wenn auch nicht jeder einen Remix-Wettbewerb startet). Sollte es in unserer Demokratie möglich sein, unliebsame politische Satire durch das Urheberrecht wegklagen zu können oder ist das von der Meinungsfreiheit gedeckt, wenn man ein Remix-Bild in sein Blog einbindet und damit eine Meinung äussert? Meine Meinung ist ganz klar: Das muss eine demokratische Gesellschaft aushalten können.

    Danke für die viele Unterstützung, die mir seit gestern kommuniziert wurde. Danke auch für die vielen Angebote, mich im Falle eines Rechtsstreits durch Spenden zu unterstützen. Darauf werde ich zurück kommen müssen, wenn es hart auf hart kommt, was ich aber nicht hoffe.

    Ich hab die Auswahl der geremixten Werke stark eingeschränkt und bin damit der Aufforderung zur Löschung zum Teil nachgekommen. Die schönsten Motive lasse ich aber drauf. Den Rest findet man durch den Hash-Tag #cduremix09 im Netz und es soll auch schon einen praktischen Remix-Generator zum selber basteln geben.

    Man hört ja immer von Seiten der CDU, das Internet sei ein rechtsfreier Raum. Das wäre in dieser Frage mal zu klären.

    Absolut inakzeptabel und kontraproduktiv sind übrigens beleidigende Mails an die Fotografin. Benehmt Euch, bitte. Es geht hier um eine sehr sachliche Frage: wo beginnt die Kunstfreiheit und endet das Urheberrecht?

    Update: Die Sache ist erledigt. Frau Chaperon verzichtet freundlicherweise auf ein Verfahren, was ihr und mir eine Menge Stress erspart. Viel Spass beim Remixen. Besonders praktisch ist der Remix-Generator. Von Seiten der CDU wird wohl nichts kommen.

    12. August 2009 223
  • : CDU-Plakate darf man nicht remixen?
    CDU-Plakate darf man nicht remixen?

    Gestern hat die CDU ihre Werbekampagne für die Bundestagswahl 2009 vorgestellt. Wir haben dazu aufgerufen, das Plakat-Motiv mit Wolfgang Schäuble kreativ zu verändern. Das haben sehr viele Menschen tatsächlich gemacht und dabei sind mehr als 170 CDU-Wahlwerbe-Motive innerhalb eines Tages entstanden.

    Heute kam eine Mail des Fotografen, der uns erklärte, dass sein Motiv nur für die CDU lizenziert wurde und nicht für „Wettbewerbe“ und „Diffamierung“ freigegeben worden sind. Verbunden war die Mail mit der Aufforderung, die Seiten zu löschen. Meiner Meinung nach fallen die Remixe unter die Satire- und Meinungsfreiheit, was mir Anwälte eben auch bestätigt haben. Ich überlege gerade noch, ob wir die Bilder und Links auf Bilder im Netz hier löschen oder es auf einen Rechtsstreit ankommen lassen, um die Sache zu klären.

    Backups aller Einreichungen sind auf jeden Fall vorhanden.

    Die Remix-Aktion hat es heute Morgen tatsächlich in das ZDF-Morgenmagazin geschafft:

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    Update:

    Ich hab gerade mit der Fotografin telefoniert und sie besteht darauf, dass ich die Bilder entfernen soll. Die Argumentation ist, dass die Bilder nur zu bestimmten Bedingungen an die CDU lizenziert worden sind. Und für sie ist es eine Verletzung ihrer Kunst, wenn die Bilder so zerhackt werden. Die Ansicht ist legitim (aus ihrer Sicht). Aber meine Sicht halte ich auch für legitim. Das Problem könnte sein, dass es im Falle eines Rechtsstreits zu einem Duell zwischen mir und der Fotografin kommen würde. Und nicht unbedingt um die Frage geht, ob man (CDU-)Werbematerialien einfach so remixen kann im Sinne der Satire- und Meinungsfreiheit, sondern ob einfach eine Urheberrechtsverletzung vorliegt. Ich bin immer noch unschlüssig, was ich tun soll und ob ich mir den Rechtsstreit ans Bein binden soll, wo es doch viele sinnvollere Dinge gibt, die man in der Zeit tun könnte.

    Update: Absolut inakzeptabel und kontraproduktiv sind beleidigende Mails an die Fotografin. Benehmt Euch, bitte. Es geht hier um eine sehr sachliche Frage: wo beginnt die Kunstfreiheit und endet das Urheberrecht?

    11. August 2009 370
  • : SPIEGEL-Redakteurin erklärt rechtsfreien Raum im ZDF
    SPIEGEL-Redakteurin erklärt rechtsfreien Raum im ZDF

    Heute Morgen war eine SPIEGEL-Redakteurin beim ZDF-Morgenmagazin zu Gast und hat dort u.a. das mit dem rechtsfreien Raum erklärt. Ich weiß nicht, was redaktionell rund um die Frage noch ihr Part war. Gut möglich, dass sie generell die Top-Themen des aktuellen Spiegels dem ZDF-Morgenmagazin vorgestellt hat und etwas unwissend an das Thema Netzpolitik und die aktuelle Spiegel-Titelstory ran gegangen ist. Die Beschreibung ist aber etwas merkwürdig, wie man auf Youtube sehen kann:

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    (Das Video wiederholt den Part einmal. Nicht wundern)

    10. August 2009 81
  • : Missverständnis: Verkehrsregeln im Netz
    Missverständnis: Verkehrsregeln im Netz

    Unser Kanzleramtsminister Thomas de Maiziere hat in einem Interview mit der Rheinischen Post auch was zum Internet sagen dürfen. Dabei kam es zu einem Missgeschick mit einem falschen Sprachzettel. „Verkehrsregeln im Netz“ fordert er dort, wenn auch solche, wie auf den Finanzmärkten. (Also fast keine, bzw. unwirksame.) Aber: „Verkehrsregeln im Netz“ brauchen wir tatsächlich und hier kommt der vermutlich falsche Sprachzettel zum Vorschein. Es kann nicht angehen, dass wir keine klaren Regeln zur Netzneutralität haben. Hier brauchen wir eindeutig Verkehrsregeln. Die Datenleitungen sind vergleichbar mit privaten Strassen, wo Maut erhoben wird. Kein Politiker wird ernsthaft fordern, dass diese nicht den Allgemeinen Verkehrsregeln unterliegen dürfen. Bei den Datenleitungen haben Provider aber freie Hand und dürfen mangels Regeln mehr oder weniger machen, was sie wollen.

    Wir brauchen ganz klar eindeutige (Verkehrs-) Regeln zur Netzneutralität, die dafür sorgen, dass der Datenverkehr nicht-diskriminiert wird und das Netz innovationsfreundlich bleibt.

    10. August 2009 10
  • : SPIEGEL: Netz ohne Gesetz
    SPIEGEL: Netz ohne Gesetz

    Nachdem letzte Woche schon der SPIEGEL in seiner Ausgabe drei Seiten über Netzpolitik und die Netzöffentlichkeiten geschrieben hat, ist nun daraus eine Titelstory geworden. Der Titel „Netz ohne Gesetz – Warum das Internet neue Regeln braucht“ ist wieder gewohnt reisserisch und spielt mit dem beliebten Vorurteil, dass das Internet ein rechtsfreier Raum ist. Schade, das hätte man auch besser machen können, wie Heiko Hebig zeigt. Auf 13 Seiten widmet sich die Redaktion der Debatte um Netzregulierung und Netzpolitik.

    Als Spiegel-Abo-Besitzer konnte ich mir praktischerweise gerade schon die Story durchlesen. Die Kurz-Kritik nach dem lesen von 57680 Zeichen: Die Story ist besser als der Titel verspricht. Es werden viele richtige Fragen gestellt und Probleme beschrieben, auch wenn ich nicht alle Schlußfolgerungen teile.

    Übrigens heisst der Tital im Heft anderes:

    freiheit@unendlich.welt

    Längst ist das Internet ein Paralleluniversum. Die Refugien der Diebe, Rufmörder, Kinderschänder entziehen sich weitgehend der Kontrolle des Rechtsstaats. Nur einer transnationalen Instanz kann es gelingen, Ordnung zu schaffen. Das Ziel: die globale Netzdemokratie.

    8. August 2009 22
  • : Freiheit statt Angst: 1. Vodcast
    Freiheit statt Angst: 1. Vodcast

    Bis zur „Freiheit statt Angst“ – Groß-Demo für digitale Bürgerrechte am 12. September in Berlin gibt es jetzt noch einen Video-Podcast, der regelmässig über die Demo-Vorbereitungen berichten will. Teil 1 ist heute gestartet:

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    Hier ist der Podcast-Feed (Irgendwas klappt da gerade nicht, das soll aber laufen).

    8. August 2009 9
  • : Digital-Rights: Surveillance Self-Defense International
    Digital-Rights: Surveillance Self-Defense International

    Die Electronic Frontier Foundation (EFF) hat am 21. Juli 09 im Rahmen der Kampagne „Surveillance Self-Defense“ (SSD) einen Guide veröffentlicht: A Practical Guide to Internet Technology for Political Activists in Repressive Regimes. Dieser soll Aktivisten aus aller Welt helfen, das Internet auf eine halbwegs sichere Weise zu nutzen, auch wenn sie in autoritären / totalitären Staaten leben, in denen sie mit Überwachung und Repression rechnen müssen. Der Guide ist bereits in mehrere Sprachen übersetzt und kann auch als pdf heruntergeladen werden: SSDI english version

    Recent political protests in Iran, China, and elsewhere have demonstrated the enormous power of the Internet for organizing protests and reporting events to the world. But governments have also used the Internet to track, harass, and undermine. SSDI urges activists to consider the risks in using various technologies and outlines strategies that can allow protestors to continue to use the Internet safely.

    „The Internet remains a powerful way to give voice to repressed people around the world,“ said EFF Staff Technologist Peter Eckersley. „But with increasingly prevalent government censorship and surveillance, citizens seeking free expression must consider the risks and make careful decisions about how they use the Internet. Surveillance Self-Defense International can help them make those decisions well.“

    Doch die Kampagne richtet sich nicht nur an Aktivisten, die direkt von Repression bedroht sind, sondern vielmehr an all jene die mit einfachen Mitteln diese Menschen unterstützen können: Du

    „Surveillance Self-Defense International isn’t just about what to do when facing down surveillance and censorship in your own country,“ said Danny O’Brien, EFF’s International Outreach Coordinator. „It’s about what ordinary Net users can do to help protect others. Whoever you are, and wherever you are, you can help keep the Net safe for free speech.“

    Der Artikel „Anonymous Blogging with WordPress & Tor“ von Ethan Zuckermann ist nicht wirklich neu, aber gerade in diesen Tagen wieder hoch aktuell und wichtig.

    One of the great joys of working on Global Voices has been having the chance to work with people who are expressing themselves despite powerful forces working to keep them silent. I’ve worked with a number of authors who’ve wanted to write about political or personal matters online, but who felt they couldn’t write online unless they could ensure that their writing couldn’t be traced to their identity. These authors include human rights activists in dozens of nations, aid workers in repressive countries as well as whistleblowers within companies and governments.

    I wrote a technical guide to anonymous blogging some months back and posted it on Global Voices, outlining several different methods for blogging anonymously. Since then, I’ve led workshops in different corners of the world and have gotten comfortable teaching a particular set of tools – Tor, WordPress and various free email accounts – which used in combination can provide a very high level of anonymity. The guide that follows below doesn’t offer you any options – it just walks you through one particular solution in detail.

    Siehe auch: Tactical Technology Collective’s „Security in a Box“ guide.

    6. August 2009 4
  • : Verwirrung bei SPD rund um Zensursula?
    Verwirrung bei SPD rund um Zensursula?

    Bei der SPD gibt es anscheinend etwas Verwirrung rund um die Einführung der Zensursula-Infrastruktur. Da haben wir erstmal Ute Vogt, Landesvorsitzende in Baden-Würtemberg, die im Interview mit dem Mannheimer Morgen davon ausgeht, dass das Gesetz nicht kommt.

    Vogt: Da lassen sich Sperren in der Regel technisch sehr leicht umgehen. Ich bin froh, dass wir in der SPD eine junge Gruppe haben, die sich mit dem Internet beschäftigt. Und die warnen, dieses Gesetz würde nur einen Schritt hin zur Zensur im Netz bedeuten. Gut, dass es nun auf Eis liegt und wohl nicht mehr in Kraft treten kann.

    Schön wäre es ja. Aber wie wir gestern berichtet haben, ist das wohl eine juristische Minderheiten-Meinung von Heribert Prantl.

    Und dann gibt es nun bei Sueddeutsche.de das Blog „Schaltzentrale“. Johannes Boje hat dort Gert Weisskirchen, den außenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion fünf Thesen zur Debatte aufstellen lassen. Und eine lässt tief blicken:

    Eine Ausdehnung der Netzsperren auf andere Inhalte als Kinderpornographie sollte klug beachtet werden, z.B. um Antisemitismus besser zu bekämpfen.

    Nun kann man sich streiten, was die Formulierung „klug beachtet werden“ und der Hinweis auf die Bekämpfung von Antisemitismus im Netz bedeuten könnte. Klingt erstmal so, also würde man noch vor in Kraft treten des Gesetzes über eine Ausweitung diskutieren wollen. Das klingt etwas anders, als die Verlautbarungen vom SPD-Unterhändler Martin Dörmann, das Gesetz wäre selbstverständlich nur zur Bekämpfung von Kinderpornographie geschaffen worden.

    Niemand hat vor, eine Zensurinfrastruktur zu schaffen?

    5. August 2009 52
  • : Beschwerdeformular bei Werbeanrufen
    Beschwerdeformular bei Werbeanrufen

    Die Bundesnetzagentur hat ein praktisches PDF-Formular online gestellt, mit dessen Hilfe man sich nach unerwünscht empfangenen Werbeanrufen sofort beschweren kann. Kleiner Nachteil: Man muss es ausdrucken und faxen. Trotzdem sinnvoll.

    5. August 2009 16