Öffentlichkeit

CDU-Plakate darf man nicht remixen?

Gestern hat die CDU ihre Werbekampagne für die Bundestagswahl 2009 vorgestellt. Wir haben dazu aufgerufen, das Plakat-Motiv mit Wolfgang Schäuble kreativ zu verändern. Das haben sehr viele Menschen tatsächlich gemacht und dabei sind mehr als 170 CDU-Wahlwerbe-Motive innerhalb eines Tages entstanden.


netzpolitik.org - ermöglicht durch Dich.

Heute kam eine Mail des Fotografen, der uns erklärte, dass sein Motiv nur für die CDU lizenziert wurde und nicht für „Wettbewerbe“ und „Diffamierung“ freigegeben worden sind. Verbunden war die Mail mit der Aufforderung, die Seiten zu löschen. Meiner Meinung nach fallen die Remixe unter die Satire- und Meinungsfreiheit, was mir Anwälte eben auch bestätigt haben. Ich überlege gerade noch, ob wir die Bilder und Links auf Bilder im Netz hier löschen oder es auf einen Rechtsstreit ankommen lassen, um die Sache zu klären.

Backups aller Einreichungen sind auf jeden Fall vorhanden.

Die Remix-Aktion hat es heute Morgen tatsächlich in das ZDF-Morgenmagazin geschafft:

Update:

Ich hab gerade mit der Fotografin telefoniert und sie besteht darauf, dass ich die Bilder entfernen soll. Die Argumentation ist, dass die Bilder nur zu bestimmten Bedingungen an die CDU lizenziert worden sind. Und für sie ist es eine Verletzung ihrer Kunst, wenn die Bilder so zerhackt werden. Die Ansicht ist legitim (aus ihrer Sicht). Aber meine Sicht halte ich auch für legitim. Das Problem könnte sein, dass es im Falle eines Rechtsstreits zu einem Duell zwischen mir und der Fotografin kommen würde. Und nicht unbedingt um die Frage geht, ob man (CDU-)Werbematerialien einfach so remixen kann im Sinne der Satire- und Meinungsfreiheit, sondern ob einfach eine Urheberrechtsverletzung vorliegt. Ich bin immer noch unschlüssig, was ich tun soll und ob ich mir den Rechtsstreit ans Bein binden soll, wo es doch viele sinnvollere Dinge gibt, die man in der Zeit tun könnte.

Update: Absolut inakzeptabel und kontraproduktiv sind beleidigende Mails an die Fotografin. Benehmt Euch, bitte. Es geht hier um eine sehr sachliche Frage: wo beginnt die Kunstfreiheit und endet das Urheberrecht?

Weitersagen und Unterstützen. Danke!
370 Kommentare
  1. Jetzt ist die spannende Frage ob der Fotograf sich von der CDU zurück pfeifen lässt oder von ihr ermuntert wird sein Recht durchzusetzen zu versuchen. Die Links auf meine Einreichungen kannst du in jedem Fall erstmal gerne stehen lassen – geben wir der CDU eine Chance.

  2. Wenn ihr das finanziell leisten könnt: Unbedingt stehen lassen! Wenn es das Thema schon bis ins öffentlich-rechtliche Fernsehen geschafft hat, wäre eine Abmahnung und zwangweise Entfernung der Seiten ein wohlfeiles Thema für die Medien und gutes Beispiel für einen unsouveränen Umgang der CDU mit politischen Gegenern. Das können die doch nur verlieren.

  3. Ob der CDU ein Rechtsstreit zum Thema Urheberrecht gelegen kommt?

    Auf jeden Fall haben sie noch einen Grund mehr auf das „böse“ Internet, den Quell allen Übels, Unsittlichkeit und Hort krimineller Raubkopierer[…], zu schimpfen.

  4. ich seh das auch als Satire, wenn die Anwälte das bestätigt haben: lass sie kommen, sage ich. siehe DB, was auch immer passiert, genug Rückhalt hast du.

    Beste Grüße,
    Dodger

  5. Solltet Ihr es auf einen Rechtsstreit ankommen lassen: Viel kann ich als Student nicht hergeben, bin aber gerne bereit wenigstens etwas zu Spenden.

  6. Ich dachte mir schon, dass so was kommt. Hätte aber eher gedacht, dass sich die CDU meldet, nicht der Fotograf.

    War es überhaupt wirklich der Fotograf oder ein Spaßvogel, der sich als solcher ausgegeben hat?

    Wird das ZDF jetzt auch abgemahnt, weil es die Bilder gezeigt hat?

    Stand in der Mail nur die Afforderung einer Löschung oder auch die Androhung rechtlicher Schritte?

    Man weiß ja, was bei sowas passiert, wenn rechtliche SChritte gedroht werden – es wird noch populärer und der Imageschaden der CDU wird noch größer…

  7. Meine Empfehlung: Anwaltlich beraten (zB. RA Stadler oder Udo Vetter, ansonsten können die bestimmt gute Empfehlungen geben):

    Gegenabmahnung mit der Aufforderung, eine diesbezügliche Unterlassungserklärung abzugeben.

    Also mit dem Inhalt: Wenn ihr noch mal sagt, das sei erlaubt, erheben wir dagegen Feststellungsklage, dass es erlaubt ist.

    Ist eine zulässige Klageform, nur das Risiko müsste man vorher genau einschätzen. Die Abmahnung selbst kostet erstmal höchstens die Anwaltsgebühren, weitere Kosten durch die Gegenseite entstehen nicht, da sich der Streitgegenstand nicht verändert.

  8. Wenn es da hart auf hart kommt, spenden bestimmt genug für einen Rechtsstreit. Ob sich die CDU den so kurz vor der Wahl leisten will? Den kann man doch als gegenseite wunderbar auschlachten.

    Meine Spende hast Du in so einem Fall sicher…

  9. Na klar drauf ankommen lassen, es ist doch Wahlkampf und da machen die Parteien gerne große Gesten für ihr Wahlvolk, aufgrund dessen das Wahlvolk brav wählen geht.

    Ein richtig großer Rechtsstreit rund um die Verteidigung der Meinungsfreiheit in diesen Zeiten hätte allerdings auch was…

  10. Hmm wenn der Fotograf es lizensiert hat sollte man seinen Wunsch nachkommen.

    Ich denke dadurch, dass die Kampagne sogar im TV war hat man mehr erreicht als man sich erhofft hat. Wenn man jetzt nach gibt, wahrt man den sinn für Gerechtigkeit. Und riskiert keine negative resonanz anserer „Medien“
    „Der klügere gibt nach“

  11. Gott, wie dumm. Was soll das denn? Lasst euch nicht unterkriegen, ich glaube kaum, dass man euch was kann. Wir sind alle Bürger, Wähler, wir dürfen ja wohl auch Parteien kritisieren oder sogar verunglimpfen. Falls eine Partei das nicht versteht, versteht sie gar nichts.

  12. „Alle Bilder auf http://www.bilder.cdu.de können für redaktionelle Zwecke unter Angabe des Bildnachweises
    (Foto: http://www.bilder.cdu.de) sowie des Fotografen (soweit genannt) kostenlos verwendet werden.
    Wir bitten um Übersendung eines Belegexemplares.“

    Das sagt die Seite der CDU dazu!
    redaktionelle Zwecke, weiß jemand wie dass dann mit dem „Bearbeitungsrecht“ aussieht?

  13. Denke recht sicher, daß das voll legal ist. Die Drohgebärde ist natürlich ein Mittel, das die immer ausprobieren. Und wenn sie es machen, dann brauchst Du langen Atem und hast Ärger. Aber darauf würde ich es ankommen lassen!

  14. Mein Videospielgeschmack und meine kritische Meinung zum Zugangserschwernisgesetz sind auch nicht zur Diffamierung freigegeben, aber das interessiert die Politik nicht. Wenns denn mal so einfach wäre.

    Sämtliche Slogans funktionieren im Ernstfall übrigens genausogut mit irgendeinem anderen Politikerfoto im Hintergrund.

  15. Hm, mal ne abweichende Meinung, jenseits der politischen Sicht der Dinge: Ihr habt ein Foto geklaut und verwendet es für was anderes. Ob das remix heißt oder nicht – ihr sprecht dem Fotografen das Recht ab, zu entscheiden, welche Verwendung seiner Arbeit er zulässt. Das würde ich mir auch nicht gefallen lassen – noch nicht mal bei einer politischen Aussage, die ich unterstütze (was in diesem Fall ja noch nicht mal wahrscheinlich ist).

    Übrigens fände ich es witzig, mal zu sehen, wie die ZDF-Leute damit umgingen, wenn ihre Inhalte für andere Zwecke „remixed“ würden…

  16. Ist das dieses Jahr den kein Internetwahlkampf? Ich finde, dass Plakate remixen dazu gehört. Genau das war es ja, was bei Obama’s Kampagne so toll und einzigartig war, dass der Content aus User, nicht aus Politiker Antrieb entstanden ist. Wie war das noch mal mit Internet = „Rechtsfreier Raum“? Wenn der Fotograf jetzt eine Abmahnwelle lostreten würde, währe der Imageschaden für die CDU enorm und der Internetwahkampf gelaufen.

  17. Soweit das als Satire einzustufen ist, sollte das auch erlaubt sein. Noch sind wir nicht in einem Land, wo Satire verboten ist. Ob das allerdings mit den Urheberrechten kollidiert ist eine gute Frage an einen Anwalt. Falls tatsächlich eine Klage ansteht würde ich ebenfalls spenden.

  18. Ich stehe auch voll und ganz hinter dir.
    Lass es drauf ankommen, ich bin bereit fuer die aufkommenden Kosten zu spenden.
    Und bitte, wenn das nicht Satire ist was hier veranstalltet wurde, was soll es denn dann sein?

  19. Ich spende gerne eine Kleinigkeit für den Rechtsstreit und kenn hier mindestens 20 Leute, die dasselbe tun werden.

    Spendenkonto einrichten, rechtliche Gegenmaßnahmen anstoßen, und „es drauf ankommen lassen“.

    Finanzielle Unterstützung ist der Netzpolitik gewiss.

    MfG
    0mad

  20. Satire? Für mich war das nicht klaue ein Bild und gestalte es um sondern nutze einen Gegenstand als Inspiration für eine clevere, schlaue und gut durchdachte Kritik an etwas … Kinder, also echt!

  21. Nicht klein beigeben!

    Hab zwar die Befürchtung, dass solche Aktionen in weiten Teilen der unaufgeklärten Offline Welt eher kontraproduktiv wirken, aber wenn die CDU erneut ihre Unfähigkeit im Umgang mit neuen Medien demonstrieren möchte, lasst sie doch.

    Meine Spende hast du!

  22. Definitv im Netz lassen. Wir hatten einen ähnlichen Fall in Luxembourg und die Kraft der Demokratie und meinungsfreiheit hat gewonnen.
    Obwohl wir gedroht bekommen haben das man uns via „eil verfahren“ anklagen würde. Daraufhin sagten wir:

    Ok

    und es kam nie mehr etwas nach.

    Notfalls mirror, aber das wurde wahrscheinlich schon gemacht

  23. Ich kann den Fotografen verstehen. Auch den Designer. Da steckt eine Menge arbeit drin und wer mag schon seine Arbeit „verhunzt“ sehen?

    Im Kontext jedoch ist es interessant, dass sich nicht die CDU gemeldet hat und offensichtlich auch keinen Rechte-Buy-Out betrieben hat. Also gar nicht alle Rechte am Bild hat. Läßt tief blicken.

    Und eben weil Wahlkampf ist und eben weil es erkennbare Satire ist, würde ich auch eher zu „im Netz lassen“ tendieren.

    Menschlich korrekter wäre es jedoch, der Bitte des Fotografen nachzukommen. Es ist sein Werk.

    Und ich denke, die kreativen Köpfe hier brauchen keine Vorlage für eigene Plakat-Motive…

  24. § 24 I UrhG http://bundesrecht.juris.de/urhg/__24.html
    &
    BGH: „2. Wird ein urheberrechtlich geschütztes Werk im Rahmen einer Parodie verändert wiedergegeben oder zum Gegenstand einer Karikatur gemacht, kann nicht ohne weiteres allein aufgrund der vielfältigen Übereinstimmungen und der Wiedererkennbarkeit auf eine unfreie Bearbeitung geschlossen werden. Der Abstand, den ein in freier Benutzung nach § 24 Abs. 1 UrhG geschaffenes Werk zum Original einhalten muss, liegt in diesem Fall weniger in deutlichen Veränderungen, sondern in der antithematischen Behandlung des Stoffes“. http://www.jura-lotse.de/newsletter/nl75-001.shtml

    Ein Problem sehe ich nur in der Bereitstellung einer hochaufgelösten Version des Flyers ohne Slogan. Das stellt eine urheberrechtlich relevante und nicht vom § 24 I UrhG erfasste Bearbeitung sowie Verbreitung des Fotos (ob jetzt tatsächlich Lichtwerk oder nur Lichtbild sei dahingestellt) dar.

    Ich bezweifle, dass dies mehr als eine leere Drohung ist und es tatsächlich zu einer Abmahnung käme.

    1. Hinsichtlich der Frage ob die Slogans noch von der Meinungsfreiheit gedeckt sind oder es sich um Tatsachenbehauptungen handelt (irrelevant hinsichtlich der Urheberrechte des Fotografen):

      BVerfG, Bonnbons:
      „3. Eine mit Sprechblasen versehene Darstellung einer Person, der in der Sprechblase eine Äußerung „untergeschoben“ wird, kann jedenfalls dann von der Meinungsfreiheit gedeckt sein, wenn für einen objektiven Betrachter klar ist, dass die Äußerung nicht tatsächlich von der abgebildeten Person getätigt wurde.“
      http://www.telemedicus.info/urteile/Presserecht/Presserechtliche-Ansprueche/Geldentschaedigung/475-BVerfG-Az-1-BvR-35498-Bonnbons.html

      OLG F/M:
      „2. Eine Satire zeichnet sich durch drastische Übertreibungen in Inhalt und Wortwahl aus. Wird sie gar in einem „Satire- und Lifestylemagazin“ veröffentlicht, kann nicht erwartet werden, dass es sich dabei um wahre Tatsachenbehauptungen handelt.“
      http://www.telemedicus.info/urteile/Presserecht/Meinungsfreiheit/574-OLG-Frankfurt-am-Main-Az-22-U-2308-Zur-Einstufung-eines-satirischen-Aufrufs.html

    2. Hinsichtlich der Frage, ob die Slogans noch von der Meinungsfreiheit gedeckt sind oder es sich um Tatsachenbehauptungen handelt (irrelevant hinsichtlich der Urheberrechte des Fotografen):

      BVerfG, Bonnbons:
      „3. Eine mit Sprechblasen versehene Darstellung einer Person, der in der Sprechblase eine Äußerung „untergeschoben“ wird, kann jedenfalls dann von der Meinungsfreiheit gedeckt sein, wenn für einen objektiven Betrachter klar ist, dass die Äußerung nicht tatsächlich von der abgebildeten Person getätigt wurde.“
      http://tinyurl.com/pumxc4

      OLG F/M:
      „2. Eine Satire zeichnet sich durch drastische Übertreibungen in Inhalt und Wortwahl aus. Wird sie gar in einem „Satire- und Lifestylemagazin“ veröffentlicht, kann nicht erwartet werden, dass es sich dabei um wahre Tatsachenbehauptungen handelt.“
      http://tinyurl.com/r93zbp

  25. Is ja nett, dass er immerhin zuerst ne Mail schickt und nicht sofort abmahnt.

    Frag ihn doch einfach mal ganz unverbindlich, was es denn koste, die Bilder für „satirische Diffamierungen“ nachzulizensieren. :-)

    Ansonsten betrachte ich das auch als politische Satire, lass es notfalls halt vom Gericht bestätigen.

    „Du kommentierst zu schnell. Immer locker bleiben.“

  26. Servus!

    klingt sehr nach Larry Flint ;)
    Ich würde es darauf ankommen lassen!
    -> Schäuble ist eine öffentliche Person und muss wie jede andere öffentliche Person mit Kritik & Satire rechnen.

    Studentische Grüße aus Marburg
    S. Hild

  27. M.E. ist die Verwendung erlaubt, wenn man das Motiv nicht einfach übernimmt, sondern sich kritisch damit auseinandersetzt. Ist hier ja hundertfach geschehen.

    Man kann das Plakat natürlich auch mit eigenem Material nachbauen, dann ist aber die Wirkung weg, die es ja gerade durch die Originalfotos hat.

    Auf der CDU-Presseseite gibt es einen Bereich mit Photos von Merkel und Co. für die allgemeine Berichterstattung: http://cdu.de/presse/34_25440.htm
    Da steht, daß das Material ausdrücklich NICHT für satirische und diffamierende Zwecke freigegeben ist (wobei ich bezweifle, daß man das einfach so verbieten kann).
    Dieser Hinweis steht so bislang NICHT bei den Copyrightvermerken der Wahlplakate.

    Ich befürchte, pauschal unterstellte „Copyrightverstöße“ werden in Zukunft Mittel der Wahl, um freie Meinungsäußerung zu unterbinden oder zumindest zu erschweren, wie man z.B. bei dem „Du bist Terrorist“-Clip gesehen hat.

  28. Ich schließe mich dem Tenor an. Spendenkonto einrichten und drauf ankommen lassen. Wenn Satire nicht mehr erlaubt ist, dann wird es Zeit ganz schnell auszuwandern.

    Btw. kann von „diffamieren“ nicht die Rede sein, IMHO. Ich konnte auf keinem Bild grobe Unwahrheit entdecken. Eher, „den Spiegel vorhalten“.

  29. Ganz klar: Auf einen Rechtsstreit ankommen lassen. Die Anwaltskosten sind so schnell auf dem Spendenkonto, so schnell kannst du gar nicht schauen.

  30. Ein Plakat, dass so stark in der Öffentlichkeit steht, gehört nicht mehr allein dem Designer und Fotographen. Lass es drauf ankommen, deine Kriegskasse würde sicher prall gefüllt.
    Gruß

  31. Witzig, dass sie für Vergehen im Internet mit Unterlassungsaufforderung drohen, widersprechen sie damit nicht ihrer eigenen Auffassung, das Internet sei „ein rechtsfreier Raum“ ?

  32. Dieser kleine Vorfall zeigt

    a) es beschäftigen sich ja doch eine ganze Menge Menschen mit Inhalten der Parteien ;-) und

    b) wird man sehen, wie die CDU dieses Thema für sich nutzt. Entweder sie setzen es wahlkampfördernd ein (und zahlen dem Fotografen einen Zusatzobolus) oder

    c) sie hauen drauf und verschrecken noch ein paar Wähler mehr mit ihrer gestrigen Gesinnung.

    Und nun könnt ihr hier tippen, wie´s ausgeht.

    Ich tippe auf (c) – wie Copyright ;-)

    HG

  33. „Netzpolitik.org hat sich direkt ein Plakat geklaut“ — da sieht man mal wieder, dass es nicht nur die Politiker und Lobbyisten sind sonder auch immer noch viele andere, die das Verlinken anderer Inhalte als Diebstahl ansehen.
    Finde das fast schon ein viel größeres Problem. Denn wenn der Großteil der deutschen Bevölkerung glaubt, was andere Menschen in Machtpositionen ihnen vorgaukeln obwohl diese gar nicht verstehen, wie Kommunikation und Information im Jahr 2009 funktioniert, hilft jede Satire nichts.

    Wenn ihr es auf einen Rechtsstreit ankommen lasst, bin ich bereit, mit dem mir Möglichsten Unterstützung zu leisten.

  34. Kaum schreibt der Spiegel über netzpolitik.org und das ZDF bringt es in einer ihrer Sendungen, schon tummeln sich die ganzen Gutmenschen mit ihren rosaroten Brillen und dem Peacezeichen auf dem Hemd und schwatzen was das Zeug hält.
    Netzpolitik.org war mal ein seriöser Blog mit kritischen Autoren – und es verkommt zu einem Zoo voller blauäugiger Pawiane. Die einzige Politik die hier noch gemacht wird ist auf Bildzeitungs-Niveau. Halt fürs Volk eben.
    Es liegt nun an den Bloggern selbst sich aus diesem Würgegriff zu befreien, denn sie spielen mit nichts anderem als ihrer Glaubwürdigkeit.

    Nur zur Erinnerung:
    (Politische-)Blogs, zu denen übrigends netzpolitik.org nicht zählt, sind aus dem einzigen Grund der Desinformation, Manipulation und Propaganda seitens der Politik und der Medien entstanden um eine Gegenöffentlichkeit zu bilden die sich kritisch mit einem Thema auseinander setzt und sich lieber an Fakten orientiert als an unqualifizierter Meinung.

  35. Habe mich da jetzt nicht intensiv drum gekümmert, aber dieses überzogene CDU-Bashing nimmt so langsam wirklich lächerliche Formen an.
    Da steht doch ausdrücklich, dass die CDU überhaupt niemanden abmahnt, sondern der Fotograf.

    Die CDU (und alle Parteien) lizenzieren zT sehr sehr teuer die auf dem Plakaten usw. verwendeten Fotos von Bildagenturen usw. – und die machen damit richtig Geld und wollen natürlich nicht, dass andere ihre Fotos kostenlos nutzen. Diese Lizenzen sind aus Kostengründen übrigens oft sogar zeitlich begrenzt – sogar die CDU-Verbände selbst werden teilweise abgemahnt, wenn die Bilder über die Fristen hinaus (zB auf nicht gut gepflegten Homepages) genutzt werden.

    Für den Rechtstreit sehe ich im übrigen eher schwarz, weil es sicherlich keine „freie Benutzung“ des Fotos ist. Das Foto wurde vermutlich nicht einmal bearbeitet, sondern lediglich das Plakat.

    Tut mir ja leid, aber allgemeine Gesetze gelten manchmal sogar für Piraten… ;-))

  36. Dazu, ob die Slogans noch von der Meinungsfreiheit gedeckt sind oder es sich um Tatsachenbehauptungen handelt (irrelevant hinsichtlich der Urheberrechte des Fotografen):

    BVerfG, Bonnbons:
    „3. Eine mit Sprechblasen versehene Darstellung einer Person, der in der Sprechblase eine Äußerung „untergeschoben“ wird, kann jedenfalls dann von der Meinungsfreiheit gedeckt sein, wenn für einen objektiven Betrachter klar ist, dass die Äußerung nicht tatsächlich von der abgebildeten Person getätigt wurde.“
    http://www.telemedicus.info/urteile/Presserecht/Presserechtliche-Ansprueche/Geldentschaedigung/475-BVerfG-Az-1-BvR-35498-Bonnbons.html

    OLG F/M:
    „2. Eine Satire zeichnet sich durch drastische Übertreibungen in Inhalt und Wortwahl aus. Wird sie gar in einem „Satire- und Lifestylemagazin“ veröffentlicht, kann nicht erwartet werden, dass es sich dabei um wahre Tatsachenbehauptungen handelt.“
    http://www.telemedicus.info/urteile/Presserecht/Meinungsfreiheit/574-OLG-Frankfurt-am-Main-Az-22-U-2308-Zur-Einstufung-eines-satirischen-Aufrufs.html

  37. Schön fand ich auch wie gesagt wurde: der Blog Netzpolitik.org hat sich da ein Plakat geklaut…“ –>sind ja eh alles Piraten ob ofiziell oder nicht ;) Ach und die kennen eh nichts anderes als das Thema Netzsperren oder „Internetregulierung“(Unwort des Jahres wie wärs damit? ) obwohl die armen großen „Volksparteien“ doch alles dafür tun, dass sich was tut. :D
    Bitte durchhalten, medial wirken lassen und sehen ob vielleicht doch mal wieder nichts passiert.

  38. @64 Die Bilder sind dazu freigegeben, sofern Quellennachweis vorhanden ist. Steht so zumindest auf den Webseiten der CDU.

    Zitat: „Alle Bilder auf http://www.bilder.cdu.de können für redaktionelle Zwecke unter Angabe des Bildnachweises (Foto: http://www.bilder.cdu.de) sowie des Fotografen (soweit genannt) kostenlos verwendet werden. Wir bitten um Übersendung eines Belegexemplares.“

  39. Also die CDU wär schön doof wenn sie da rechtlich gegen vor gehen wollen würde, will sie ja aber wohl nicht, sonder der Fotograf. Aber mit einem Fotograf kann man doch reden. Das ist schließlich ein Mensch. Ein Telefonat sollte da nicht schaden!

  40. Bin kein Anwalt, aber ich kann ich mir nicht vorstellen, dass ein Rechtsstreit mit dem Fotografen zugunsten dieses Wettbewerbs ausfallen würde. Ich hatte mir sowas schon gedacht.

    Klar, von einem Künstler, dessen Fotos auf zehntausenden Wahlplakaten in ganz Deutschland verbreitet werden, könnte man etwas mehr Coolness erwarten. Immerhin ist Parodie immer auch ne Form von Anerkennung des Originals. Und dass im Wahlkampf Wahlplakate intensiv diskutiert oder lächerlich gemacht werden, dürfte für ihn auch keine Überraschung gewesen sein. Rein rechtlich ist sein Anspruch aber wohl unstrittig.

    Da die Gefahr von Abmahnungen im Raum steht, werde ich mein Plakat („Wir haben Angst“) mal lieber von meinem Twitpic-Account löschen…

  41. Tja, wenn ein Klaus Staeck so was macht, dann ist es politische Kunst, wenn 170 Internetnutzer das machen, ist es verboten? Ich sehe das als Satirefreiheit, es ist im übrigen das Foto nicht genutzt worden sondern aus einem Plakat, in dem das Foto nur ein Teil ist, eine Satire gemacht worden. Künstlerische Freiheit, wenn es wenigstens die noch gibt.

  42. Hier wäre doch etwas mehr Dankbarkeit angebracht ;-)

    Immerhin bringt es diese Aktion, hingegen der bisherigen kläglichen Versuche der Union sich in Sachen Online-Wahlkampf zu profilieren, in Sachen Aufmerksamkeit doch bereits beachtlich weit.

    Fotograf und CDU sollten sich selbst in dieser Sache nicht ach so ernst nehmen und diesen kurzen Moment erhöhter öffentlicher Aufmerksamkeit bzw. Popularität einfach mal genießen.

    Gruß

  43. ihr verdient mit dem foto ja kein geld. ihr habt den fotografen zwar nicht gefragt, aber gebt doch offen an wer das copyright auf das foto hat, dann ist wenigstens DER formfehler behoben!

  44. @53 Karl

    Wo steht, dass Satire das darf?
    Auch mit Meinungsfreiheit hat das hier nichts zu tun, die betrifft nur das gesprochene oder geschriebene Wort als solches.

    Hier geht es um ein urheberrechtlich geschütztes Werk, welches mit eigenen Aussagen verbunden wurde.

    Auf den Fotografen wirft die Negativkampagne gegen Schäuble kein gutes Licht, so dass ich ihn verstehen kann.

    Aber gut, allgemeines Bashing und Aufregen sind ja en vogue, so dass auf dieses unwesentliche Detail kaum jemand Rücksicht nimmt.

  45. „Netzpolitik.org hat sich ein Plakat geklaut (…)“

    Wow, das ist mal ein starkes Stück. An sowas erkennt man wie erfolgreich die Musikindustrie mit ihrer „Musik aus dem Internet laden bedeutet Musik klauen“-Kampagne in die Köpfe der Leute eingedrungen ist.

    Für mich als unbeteiligter Kommentator ist das noch viel schlimmer als die angedrohte Abmahnung, dass diese Slogans unreflektiert ins Fernsehen übernommen werden.

    Ich befürchte, es wird noch sehr, sehr lange dauern bis man diese Sch*** wieder aus den Köpfen der Leute hat. Kopien sind kein Diebstahl!

    Wegen der Abmahnung: falls ihr Zeit und Nerven hab – und finanziell abgesichert seid – lasst es drauf ankommen! Ich kann es persönlich aber nachvollziehen wenn ihr es nicht tut.

    Für den Fotografen hab ich aber nicht das geringste Verständnis. Wer sich mit einer politischen Botschaft an die Öffentlichkeit wendet und nicht völlig weltfremd ist muss damit rechnen, dass er persifliert wird.

  46. @64
    Ist das nicht ein wenig aus dem Zusammenhang gerissen?

    Das hier trifft es schon eher:
    http://www.schmunzelkunst.de/saq.htm

    „Die freie Benutzung eines vorhandenen
    urheberrechtlich geschützten Werkes im Sinne des Par 24 ist wie der Name schon sagt ganz ohne Zustimmung des jeweiligen Urhebers des benutzten Werkes erlaubt, und es muss anders als bei Zitaten nach Par 51 nicht einmal die Quelle angegeben werden.“

    Daß man sich aber auch für alles rechtfertigen muß. Sind wir Kinder, die bei etwas Verbotenem erwischt wurden oder mündige Internetbürger, die ihr Recht auf freie Meinungsäußerung wahrnehmen?

    Wegen @77 und @78 die Frage:
    Wenn man jetzt um des lieben Frieden Willens als Copyrightvermerk den Namen des Fotografen angibt, kann er dann nicht erst recht dagegen vorgehen, weil er seinen „guten“ Namen nicht mit einer derartigen Verfremdung in Verbindung gebracht haben möchte?

  47. ja geht’s noch, wo sind wir denn.
    (diverse beispiele wie staeck, titanic, etc. hier ja schon genannt…)
    ich spende auch was!
    (allerdings: erst ma freundl. gespräch mit fotografen suchen, das erklären zu versuchen, nicht gleich anwalt, und wenn dann zur mediation.)

  48. @79 Peter:
    „[…] Aber gut, allgemeines Bashing und Aufregen sind ja en vogue […]“

    Früher war mal Klappe halten und schlucken „en vogue“. Wäre dir das lieber?

  49. Ziviler Ungehorsam bedeutet auch das gelegentliche Brechen von Regelchen.

    „In Deutschland kann es keine Revolution geben, weil man dafür den Rasen betreten muss“

    Wer hier Paragraphen zitiert ist kleinkariert. Hier geht’s um mehr.

    Stehen lassen. Gehört zum Berufsrisiko eines Photografen, der für die CDU knipst. Pech gehabt.

  50. Das Netz vergisst nicht.

    Wenn „Sie“ im Wahlkampf wirklich klagen, ist es den Rechtsstreit sicher wert. Und die Berichterstattung dazu. Ich spende auch.

    All your Facts are belong to us.

  51. Nicht in diesen Abmahnunsinn verzetteln, dem Wunsch des Fotographen entsprechen, riesenfette Warnung plazieren und die Inhalte von der Community im Netz mirrorn lassen. Streisandeffekt.

    Es gibt doch wichtigere Themen. Zum Beispiel eine Firma zu finden, wo man die drucken kann, und dann an geeigneter Stelle in unseren Gemeinden kleben.

  52. @79: Klasse Post. Genau so ist es. Und übrigens, Ihr Schlauberger, Laurence Chaperon ist eine FotografIN nur mal so am Rande bemerkt.
    Und eine der profiliertesten des Landes was Politikerportraits anbelangt. Ich würde mich NICHT derart aus dem Fenster lehnen, einige Vorschläge hier was die Mißachtung des Urheberrechts angeht sind derart hobbyjuristisch dass es wirklich zum totlachen ist.
    Viel Spaß wünsche ich, demnächst flattert bestimmt ein Schreiben des wohl bekanntesten und besten Medienanwaltes der Republik Herr Dr. Schertz (und das ist KEIN Scherz) ins

  53. @96 + 97 Karl
    Hmmm… woran erinnert mich das nochmal? Ach ja: „Und ich glaube nicht, dass die Gegner, die damals noch gelacht haben, heute auch noch lachen.“

  54. Ich habe das Plakat von meiner Seite genommen und hier würde ich das auch vorschlagen. Stattdessen kann man ja jetzt genau diese Geschichte promoten: dass die Union keinen Spaß versteht. Zusätzlich kann man den youtube-Schnipsel im Netz lassen, da hat der geneigte Leser dann doch einen kleinen Einblick in die Remixe.

    Vielleicht gibt es noch die Möglichkeit, das Foto entsprechend nachzustellen (grafisch z.B.). Es kommt doch vor allem auf die Wiedererkennung an, jeder soll in erster Linie sehen, dass hier das Schäubleplakat persifliert wird. Also wäre die urheberrechtskonforme Lösung eine Aufgabe für einen Karikaturisten.

    Immerhin erweitern sich dadurch noch die Möglichkeiten der Gestaltung

  55. Hallo,

    jedes Schriftliche und Bildlicheerzeugniss ist in der BRD ein Werk welches dem Urheberrecht unterliegt.

    Auch wenn hier mehr die Satire im Vordergrund steht als das eigentliche Bild selber.

    Urheberrecht ist Urheberrecht. Und nu Feuer frei auf meine wenigkeit. Ich finde die Idee gut die hier umgesetzt werden sollte. *anmerk*

  56. Huch noch was vergessen habe:

    Kann hier ein Großteil nicht Lesen? Die CDU hat mit der Fotografin in diesem Sinne nicht viel am Hut. Nicht die CDU sagt das die Bilder runter sollen, sondern die Fotografin…

    *Gehirn an, denken, dann handeln* sry

  57. Ich denke,dass die Fotografin nur vorgeschickt wird,damit die CDU zur Zeit des Wahlkampfes bloß keine schlechte Presse bekommt und Sie wird genau aus dem Grunde volle Finanzielle Rückendeckung der CDU für einen Prozess haben.

    Alles unter dem Motto „Sie klagen,wir zahlen,aber halten Sie uns daraus,wir können es uns grad nicht leisten.“

    Also lass es drauf ankommen, ich bin auch gerne bereit was zu spenden.

    1. 1. Wenn netzpolitik.org politisch weiterhin ernst genommen werden will, muß es sich an das geltende Recht halten (Wobei ich die Rechtslage nicht beurteilen will). Es bringt der gemeinsamen Sache nichts, wenn die Herausgeber dieses Blogs in eine Gegnerschaft zur CDU drängen lassen, die nicht auf unterschiedlichen politischen Standpunkten beruht, sondern möglicherweise wegen der Verletzung der Rechte Dritter entsteht. Kurz: Nicht auf Nebenkriegsschauplätzen verschleißen!

      2. Zur Beurteilung der Satirefreiheit ist zwischen der Zeitung mit dem untergegangenen Schiff (und der untergegangenen Partei) und diesem Blog zu unterscheiden. Was die Titanic darf, dürfen dieses Blog und ggf. der politische Gegner noch lange nicht.

      3. Streitgegner wäre nicht die CDU oder Herr Schäuble, sondern die Fotografin. Sie fotografiert auch Politiker anderer Parteien. Aus diesem Rechtszug einen wirksamen Streisand-Effekt herzuleiten, ist sehr gewagt.

  58. Ich glaube folgendes ist hier interessant:

    1. Wenn ein Fotograf ein Werk für ein Wahlplakat einer politischen Partei Lizensiert, muss er dann hinnehmen, dass das Werk im zuge einer Satirischen Meinungsäußerung verwendet wird? Meiner Meinung nach müsste man als Fotograf damit rechnen wenn man ein Bild für ein Wahlplakat lizenziert.

    2. Müssten Parteien u.U. dazu verpflichtet sein sicherzustellen, dass sie ihre Werbematerialien so lizenzieren, dass sie im Zuge der freien Meinungsäußerung auch Satirisch verwendet werden können?

  59. Also Ich kann mir gut vorstellen das Du keinen Bock darauf hast Dich groß mit einem Rechtsstreit rumzuschlagen…Ich sag einfach mal ich überlasse Dir die Entscheidung, und falls es zu irgendwelchen Kosten kommt richtest Du einfach einen schönen Spendenbalken wie die Piraten ein, dann passt das schon alles, ich werde meinen Teil beitragen. Von mir aus können davon auch Honorare von Anwälten bezahlt werden die Dir dann den größten Teil der Arbeit abnehmen…
    Aber die Entscheidung liegt natürlich bei Dir!
    Piraten und Netzpolitik für den Gewinn! ;)

  60. Seid doch ein bißchen kreativ!

    Macht neue Bilder mit einer Person die ähnlich wie Schäuble aussieht! In die Person könntet ihr dann noch mehr Satireecken stecken!

  61. Auf jeden Fall standhaft bleiben!

    Wer seine Bilder zur Wahlwerbung auf die Öffentlichkeit loslässt, sollte sich nicht wundern, wenn andere dazu ihre Meinung kundtun – auch mit Hilfe eines abgewandelten Originals. Bei den Super-Sprüchen, die einige in ihrer Remixen verwenden, ist die künstlerische Schaffenskraft auch sicher nicht zu leugnen!

    Übrigens: wie mancherorts mit Meinungsfreiheit (dazu gehört auch das Recht, seine Meinung frei zu äußern…) umgegangen wird, sieht man z.B. hier: http://www.youtube.com/watch?v=SEyXKre0BKc

  62. ähem:
    bilder.cdu.de sagt, z. B. bei Schäuble (sinngemäß bei allen „Wir haben die Kraft…“-Plakaten“):

    Copyright:
    CDU/Laurence Chaperon

    Beschreibung:
    Großfläche Bundestagswahlkampf 2009, 1. Welle
    Plakat „Wolfgang Schäuble“
    Die Bilder dürfen ausschließlich zur redaktionellen Berichterstattung
    über die CDU-Bundestagswahlkampagne 2009 genutzt
    werden. Die Nutzung ist bis zum 31.12.2009 honorarfrei. Danach
    tritt die Honorarpflicht zugunsten der jeweiligen Agentur/des
    jeweiligen Fotografen gemäß deren AGBs in Kraft.
    Eine Weitergabe an Dritte ist untersagt. Die Weitergabe an und
    Nutzung durch weiterverbreitende Agenturen und Pressedienste
    ist nicht gestattet.

    Abdruck bis max. A 5.
    Verbreitungsgebiet: Deutschland

  63. ist eine schwierige frage und ich bin kein anwalt.deshalb mein bauchgefühl. da die bilder von der cdu freigegeben wurden, sind die dein „verhandlungspartner“. die photografin muss sich ebenfalls an ihren kunden wenden, der ihre scheinbaren einschränkungen bzl der lizenz nicht kommuniziert hat.ansonsten..hashtag steht, flickr und div seiten haben die bilder ebenfalls. sie sind also faktisch weiterhin öffentlich. und die idee lebt sowiso weiter… also so what? bilder löschen und einen artikel über den wettbewerb schreiben…

  64. @markus
    „Das Problem könnte sein, dass es im Falle eines Rechtsstreits zu einem Duell zwischen mir und der Fotografin kommen würde. Und nicht unbedingt um die Frage geht, ob man (CDU-)Werbematerialien einfach so remixen kann im Sinne der Satire- und Meinungsfreiheit, sondern ob einfach eine Urheberrechtsverletzung vorliegt. Ich bin immer noch unschlüssig, was ich tun soll und ob ich mir den Rechtsstreit ans Bein binden soll, wo es doch viele sinnvollere Dinge gibt, die man in der Zeit tun könnte.“

    Ich bin kein Jurist, aber für „Urheberrecht und satirische Verfremdung/Verwendung“ gibt es doch klare Regelungen bzw. Paragraphen und Urteile, die Klauseln wie „nur für diesen einen Zweck erlaubt“ aufheben. Sonst könnte ja jeder kommen und Satire sofort verbieten. Titanic, Eulenspiegel und Kalkofe machen doch genau dasselbe.
    Vielleicht kann jemand etwas dazu sagen, der sich damit auskennt?
    Ein abgetrennter Streit Fotografin/Blogger wäre ja so, als wenn der Kameramann einer von Kalkofe durch den Kakao gezogenen Sendung auf dem Urheberrecht der von ihm aufgenommenen Bilder beharrt.

  65. Schäuble als Motiv…ich glaube das jede Bearbeitung besser und inhaltsreicher war als das Original ist…

    desweiteren ist wahlkampfzeit da sind schärfe Aktionen durchaus normal…

    Außerdem:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Diffamierung

    Das ist keine Diffarmierung…es ist genau das was die CDU und speziell vdL und Schäuble tuen…
    Das mag Subjektiv sein, aber das ist letztenendes auch das Orignial…und die meisten sehen es sowieso als Lüge an…

    Desweiteren, wenn Sprayer das Plakat „berichtigen“ würden, würde sie auch Klagen? (wobei ich denk das ist sogar Verboten bin mir aber nicht sicher…)

    MfG
    Seth

  66. Warum die Aufregung? Wenn die dämliche Fotografin meint ihr wäre damit gedient Satire zu torpedieren, bitteschön.
    Einfach warten bis das erste dieser Plakate irgendwo öffentlich gezeigt wird und dann in Ruhe selbst ein Bild davon schiessen. Die Rechte an diesem Bild hat man dann selbst und kann damit machen was immer man möchte.

  67. Hm, frag halt mal jemanden, der sich damit auskennt:

    http://www.titanic-magazin.de/impressum.html
    TITANIC erscheint im
    TITANIC-Verlag GmbH & Co. KG
    Kopischstraße 10
    10965 Berlin
    verlag aaaadt titanic-magazin.de
    Abonnement: 030 – 747 55 00 0

    Geschäftsführer:
    Patric Feest

    Anschrift der Redaktion:
    Sophienstr. 8
    60487 Frankfurt/M.
    Tel.: 0 69 – 970 504 – 0
    Fax: 0 69 – 970 504 – 97
    E-Mail: info aaaaddt titanic-magazin.de

  68. @134: Danke, mit denen hab ich heute Mittag schon telefoniert. Bei denen steht Satire ganz groß drauf und die klären manchmal auch vorher die Rechte. Ist ein Unterschied zu meinem Fall.

  69. Interessant in dem Zusammenhang auch die Bedingungen zu dem Plakatbild in der öffentlichen Downloadsektion der CDU ():

    >Copyright CDU/Laurence Chaperon
    >Beschreibung Großfläche Bundestagswahlkampf 2009, 1. Welle
    >Plakat „Wolfgang Schäuble“
    >Die Bilder dürfen ausschließlich zur redaktionellen Berichterstattung
    >über die CDU-Bundestagswahlkampagne 2009 genutzt
    >werden. Die Nutzung ist bis zum 31.12.2009 honorarfrei. Danach
    >tritt die Honorarpflicht zugunsten der jeweiligen Agentur/des
    >jeweiligen Fotografen gemäß deren AGBs in Kraft.
    >Eine Weitergabe an Dritte ist untersagt. Die Weitergabe an und
    >Nutzung durch weiterverbreitende Agenturen und Pressedienste
    >ist nicht gestattet.
    >Abdruck bis max. A 5.
    >Verbreitungsgebiet: Deutschland

    Satire ist doch wohl redaktionelle Berichterstattung, oder? ;-)

  70. @135: Mist.

    Alternativ könnte man ja von jedem der Motive ein Digitalfoto vom Monitor (samt OS-Fensterchen und Blümchen aufm TFT) mit einer Digicam machen und diese dann online stellen. Die vom zdf-moma haben ja auch abgefilmt.
    Anschliessend können die „Originale“ dereferenziert werden. Damit wäre man ja dann kaum noch angreifbar.

    Ok, is umständlich, aber immer noch besser als ausdrucken :-)

  71. Alles Internet-Experten hier, aber einen Paragrafen googlen ist natürlich aufwändiger als mal eben eine Meinung abzugeben. Ein Blick ins Gesetz erleichtert die Rechtsfindung:

    Es gibt nämlich einen Paragrafen, der genau das regelt.

    http://dejure.org/gesetze/UrhG/23.html

    § 23 Bearbeitungen und Umgestaltungen

    Bearbeitungen oder andere Umgestaltungen des Werkes dürfen nur mit Einwilligung des Urhebers des bearbeiteten oder umgestalteten Werkes veröffentlicht oder verwertet werden. Handelt es sich um eine Verfilmung des Werkes, um die Ausführung von Plänen und Entwürfen eines Werkes der bildenden Künste, um den Nachbau eines Werkes der Baukunst oder um die Bearbeitung oder Umgestaltung eines Datenbankwerkes, so bedarf bereits das Herstellen der Bearbeitung oder Umgestaltung der Einwilligung des Urhebers.

    Ich wäre da also eher vorsichtig.

  72. Unbedingt stehen lassen, Marcus! Schließlich verfolgst Du keine kommerziellen Interessen! Außerdem hat doch die Fotografin und die CDU doch mit dieser Plakataktion doch alles erreicht, was Sie wollte: Aufmerksamkeit, Polarisierung und eine lebendige Diskussion! und wenn man wie die CDU dieses Plakat ins Netz stellt, muss man doch auch damit leben können, dass es geremixt und verändert wird. Ausserdem wird die Fotografin doch ein pauschales Honorar bekommen haben, und deshalb ist das remixen der Bilder für sie kein Einbuß von Einkommen.

  73. @139
    Und gleich nach §23 kommt §24, „freie Benutzung“. Greift der nicht in diesem Fall?

    § 24
    Freie Benutzung

    (1) Ein selbständiges Werk, das in freier Benutzung des Werkes eines anderen geschaffen worden ist, darf ohne Zustimmung des Urhebers des benutzten Werkes veröffentlicht und verwertet werden.

  74. Was hättet ihr den gemacht, wenn die Fotos unter einer cc-Lizenz gestanden hätten, die zwar die Weiterverbreitung, aber nicht die Bearbeituung gestattet?
    Hättet ihr das auch ignoriert? (das ist keine polemische Frage, sondern eine ernst gemeinte)

  75. „Ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts legte jüngst fest, dass auch satirische Fotomontagen dem Schutz der freien Meinungsäußerung und der Kunstfreiheit unterliegen (BVerfG, 1 BvR 240/04 vom 14. Februar 2005), allerdings nur dann, wenn sie als fiktive oder karikaturhafte Darstellungen erkennbar sind.“
    http://de.wikipedia.org/wiki/Satire#Situation_in_Deutschland_seit_1949

    Nach dieser Rechtsprechung stehen die Chancen bei einem Prozess leider nicht so gut, da von fiktiver oder karikaturhafter Darstellung bisher nicht die Rede sein kann.

    Daher schlage ich noch einmal vor zu warten bis die Plakate plakatiert wurden und sie dann zu fotografieren.

  76. Ich finde, dass der Künstler ein Recht auf die Verwertung seines Werkes hat. Und ob man bei einer Aktion wie dieser von Satire sprechen kann, vermag ich zwar nicht zusagen, denoch finde ich es von der Fotografin nett, dass sie ihren Standpunkt deutlich gemachte und nicht gleich Klage erhoben hat.

    Und die Meinungsfreiheit i.S. des Grundgesetzes ist auch aussen vor, das Grundgesetz regelt nur das Verhältnis von Staat zum Bürger und umgekehrt. Hier wären wohl eher strafrechtliche Tatbestände angebracht. Also wäre es durchaus sinnvoller keinen falschen Krieg zu führen, sondern sich zu einigen, wobei mich ein Urteil wirklich interessieren würde…

  77. BGH: TV Total
    Urteil v. 20.12.2007, Az. I ZR 42/05
    1. Auch bloße Teile von Filmwerken und Laufbildern genießen Leistungsschutz nach §§ 94, 95 UrhG.

    2. Eine nach § 24 Abs. 1 UrhG zulässige freie Benutzung fremder Laufbilder liegt nur dann vor, wenn ein selbständiges Werk geschaffen wird.
    http://www.telemedicus.info/urteile/tag/Freie+Bearbeitung

    Wenn man davon ausgeht, daß die „neuen“ Wahlplakate alle selbstständige Werke sind, stehen die Chancen bei einem Prozeß jetzt wieder besser.

    Ob hier oder an anderer Stelle, es scheint sinnvoll, irgendwann mal ein Grundsatzurteil zum Thema zu haben.

  78. @142: genau das habe ich auch gedacht. Dadurch, dass die Argentur ein neues Werk (unter zuhilfenahme des alten [Foto]) geschaffen hat, kann die Urheberin des Fotos doch keine Rechte mehr geltend machen.

    Die Frage ist, ob dann nicht die Agentur um die Ecke kommt und ins gleiche Horn trötet.

  79. @147
    Was denn, das Werk des Künstlers wurde doch „verwertet“. :)

    Und die Plakate beziehen sich auf die CDU, nicht die Fotografin. Sonst könnte man mit dieser Meinungsfreiheit-Argumentation wirklich Alles und Jeden mundtot machen.

    Und JA, das ist Satire. ;)

    „Die Satire bedient sich häufig der Übertreibung (Hyperbel), kontrastiert Widersprüche und Wertvorstellungen in übertriebener Weise (Bathos), verzerrt Sachverhalte, vergleicht sie spöttisch mit einem Idealzustand (Antiphrasis) und gibt ihren Gegenstand der Lächerlichkeit preis.“
    http://de.wikipedia.org/wiki/Satire

  80. @143: Schrankenregelungen wie die Kunstfreiheit sind unabhängig von der Verwendung von Creative Commons Lizenzen oder dem normalen Urheberrecht. Insofern, um Deine Frage zu beantworten: Da hätte ich keinen Unterschied gemacht.

  81. Beim Original stand ja:

    „Wir haben die Kraft für Sicherheit und Freiheit.“

    Ich dacht immer man kann garnicht beides haben also „entweder“, „oder“. Finde es aber toll das die CDU die Realität verändern will allerdings wäre es mir lieber, wenn sie es nicht am BuVerfG austesten würden sondern zuerst gesunden Menschenverstand herranziehen würden.

    MfG
    Seth

  82. Ich finde, das Urheberrecht ist bei manchen Sachen etwas zu Hart. Teilweise steht das ja über dem Recht am eigenen Bild. Wenn man nen Foto von sich machen lässt, zum Beispiel, bleibt das Urheberrecht am Bild beim Fotografen und man darf sein „eigenes Bild“ lizenzieren. Die Piraten wollten doch da auch ran, oder?…

    Naja, ich hab jedenfalls mal nen eigenes, selbständiges Werk im Sinne von § 24 gemacht:

    http://yfrog.com/12img2857dj

  83. Ich würd überschlagen wie hoch ihre Anwaltskosten wären im Falle eines Rechtsstreits und sie darauf aufmerksam machen.
    Oder ihr anbieten das bei jeden Photo ihr Name mit drauf steht als Werbung praktisch.
    Oder Spendenkonto für sie einrichten.

  84. Nimm die Bilder raus. Es würde wohl auf einen reinen Urheberrechtsstreit mit der Fotografin hinauslaufen (den du wahrscheinlich verlieren würdest) und nicht auf einen Meinungsfreiheitsstreit mit der CDU. Zumal die Bilder sich eh schon im Netz verbreitet haben und sich wohl kaum wieder einfangen lassen. Siehe z.B. hier http://www.flickr.com/photos/41336872@N02/

    btw : beim Captcha muss ich F.B.I eingeben :-(

  85. @149
    zu 2.: Wieso? Es heißt doch nicht „WER darf Satire?“, sondern „WAS darf Satire?“.

    zu 3.: Wieso ist die Fotografin Streitgegner, weil sie auch andere Politiker fotografiert? Warum ist es nicht zur Abwechslung der Entwickler der verwendeten Schrift? Schließlich wurde sie auch ungefragt verwendet…

  86. Warum ist denn die CDU so doof und besteht nicht auf Creative Commons Lizenzierung? Die haben nicht mal das „Geistige Eigentum“ an ihren eigenen Wahlplakaten. Das ist ja arm, und auch dumm für die Öffentlichkeit, die ja erwartet ihr Satire-Recht ausüben zu dürfen. Urheberrechtskompetenz bei der Union Fehlanzeige.

    Erinnert mich irgendwie an die DKP, sogar deren Parteizentrale gehörte der DDR, hahaha.

  87. Ein Rechtsstreit wäre Unsinn, ich würde sagen die Bilder bleiben auhc so im Netz, selbst wenn sie auf ihrer Seite gelöscht werden sollten, daher find ich den Aufwand um sie konkret hier öffentlich zu halten übertrieben, zumal der Effekt eh schon größer als erwartet ausgefallen ist (ZDF..) .. daher denke ich der Aktion ist ausreichend genüge getan und die Gelder sollten in andere Unterstützungen investiert werden.

    Liebe Grüße, x

  88. Mir fehlt leider jegliches Geschick, aber will nicht jemand das Schäuble-Plakat mit dem Slogan „Wir haben nicht die Kraft, Satire zu ertragen“ ‚verfeinern‘?

    MfG

  89. Geht eigentlich niemand auf die ZDF-Heute Moderatorin ein? Die behauptet, die Sache wäre durch „die Piraten“ zu verantworten, spricht von klauen, redet von „obwohl die Parteien versuchen im Internet Wahlkampf zu machen“, oder sowas und suggeriert damit, dass die Piraten Chaoten, Böse und Illegale sind. Hört von denen wirklich keiner zu, oder ist das ein weiterer Beleg für die Lobby dahinter?

    Liebes ZDF: ständige Falschmeldungen und Propaganda bringt vielleicht den einen oder anderen Extremen hervor. Ihr müsst Euch bald nicht mehr wundern…

    Da lob ich mit Fefe: immer mit der gleichen Beharrlichkeit, immer souverän, steter Tropfen höhlt den Stein…

    Vielleicht schreiben wir alle zu viel…wir sollten weniger schreiben…

  90. Sollte es zum Rechtsstreit kommen, würde ich Dich definitiv mit Spenden unterstützen.
    So sehr ich die Fotografin auch respektiere (Hat überhaupt schon jemand ihre großartigen Aufnahmen gelobt? So strittig der Verwendungszweck sein mag, die Fotos selbst finde ich grandios!), sollte hier auf gar keinen Fall ihrem Vorwand nachgegeben werden – womöglich hat die CDU selbst den Impuls zur Beschwerde gegeben, um die Angelegenheit zu regeln, ohne sich selbst in die Sache zu verstricken.
    Ein Durchhalten in dieser Sache, gegebenenfalls samt Rechtsstreit wäre hier in jeder Hinsicht förderlicher!

  91. Zur Fotografin: Tut mir leid für Sie und ihr Werk. Aber wer für die Politik arbeitet muss damit rechnen, im Wahlkampf in die Schusslinie zu geraten. Pervers aber: Kollateralschaden.

    Ich bin für folgendes: Wir zeigen denen mal wieder wie das Internet funktioniert. Du nimmst die Bilder runter und schreibst einen Beitrag darüber. und wir posten alle Links zu den Bildern die wir hier und da gepostet oder gespeichert haben haben. Jeder auf seinem eigenen Webspace, in anderen Foren, Flickr, one-klick-hoster etc. Du bist fein raus, alles ist x-mal kopiert, es gibt x Verursacher und dann noch zu mahnen bedeutet scheiße viel Aufwand und wird unverhältnismäßig teuer!

    Echt…

  92. Öhm…mal ne blöde Frage. Son Plakat steht ja (anzunehmenderweise) auch im öffentlichen Straßenland. Dasselbe ist bekanntlich wiederum öffentlich. Wenn jetzt jemand im öffentlichen Straßenland so ein Pestplakat übermalt und ich das ablichte – dann habe ICH doch ÖFFENTLICHEN Raum fotografiert und darf das doch wohl als Bild, obendrein noch: mit meinem Urheberrecht am Bild, verwenden wie mir gerade der Wirbel steht. Wie kann ich denn als Fotograf ein (Wahl-!)Werbefoto machen, das tausendfach plakatiert wird, und hinterher jammern, wenn es in der Öffentlichkeit ankommt?

    Wie auch immer man das juristisch würdigt, das ist doch panne hoch drei!

  93. Tja, sind doch nicht immer nur die bösen Verwerter, wegen denen man „ein neues Urheberrecht“ braucht und was im Internet an seine angeblichen Grenzen stößt, sondern die direkt betroffenen Künstler…

  94. Vielleicht ist die Idee absurd, aber wie wäre es, mal bei Schäuble selber (bzw. seinem Sprecher) nachzufragen, was er von den Remixen hält.
    Wind davon bekommen muss er sicher haben, vielleicht hat er ja auch DIE KRAFT, die Aktion gutzuheißen ;-)

  95. Meine Güte. Ich würde die Dame ja verstehen, wenn mit ihren Bildern Profit, auf welche Art auch immer, gemacht würde. Aber hier geht es um Kreativität, freie Meinungsäußerung und eben Satire.

    Ich wüsste zu gerne was pasieren würde, wenn ein gewisser S. Raab ihre Bilder mit alternativen Schriftzügen zur Schau stellen würde.

    Nur weil „Otto Normalverbraucher“ in der Regel nicht die Mittel hat einen Rechtsstreit durch zu stehen, wird hier einfach mal Terz gemacht.

    Lass es drauf ankommen, bitte. Der Vorschlag mit dem Spendenkonto für anfallende Prozesskosten kam ja bereits.

  96. Die Sache liegt doch relativ einfach.

    Wenn Fotos/Grafiken vom Fotografen/Grafiker nur für bestimmte Verwendungszwecke and einen Kunden Lizensiert werden ist das Werk immer noch Eigentum der Kreativen, nicht des Kunden. Damit gehört das Motiv auf dem Plakat nicht der CDU wenn es nicht zur Werbezwecken im Wahlkampf genutzt wird.

    Das gilt dann auch für die Verwendung in Satire oder ähnlichem… Außer jemand erwirbt zu diesem Zwecke eine Lizenz des Motives vom Urheber.

  97. Also, eigentlich ist das alles schon wieder total krank.

    Hier geht es bei der Plakatverfremdung ausschließlich um eine politische Diskussion mit den Mitteln der Satire. Das ist keine Urheberrechtsverletzung, sondern politische Notwehr. Urheberrechtsschutz in allen Ehren, aber nicht bei politischer Diskussion.

    Die originalen Plakate werden uns in der nächsten Zeit um die Ohren gehauen, damit die Schwarze Pest unsere Stimmen bekommt. – Mit der Wahlkampfkostenrückerstattung wird dann dieser Mist finanziert.

    Anders wird ein Schuh draus: Diese Steilvorlage kann man sich eigentlich nicht entgehen lassen. – Die Öffentlichkeit ist da, und wenn ein möglicher Rechtsstreit öffentlich ausgetragen wird, haben wir ein Paradebeispiel dafür, daß das Internet eben kein rechtsfreier Raum ist. – Sieht man allein schon daran, mit wievielen Paragraphen hier diskutiert wird.

    Dieser Schuß würde für die CDU voll nach hinten losgehen. Das Beispiel zeigt deutlich, wie Zensur umgesetzt werden kann, ohne so zu heißen.

    Also: Weitermachen!

  98. @189
    Einfach?
    In welchen Fällen ist das denn nicht der Fall, gibt es keinen eingeschränkten Verwendungszweck?
    Und welcher Urheber gibt freiwillig eine Lizenz heraus für die satirische Verfremdung seines Werks?
    Wenn das so einfach wäre, gäbe es die Titanic nicht.

  99. Nimm die Plakate raus.

    Die angedrohte Abmahnung kommt von der Fotografin, nicht von der CDU.

    Ein Prozess macht nur Ärger und wird wenig bis keinen „Nutzen“ haben.

    Ausserdem bin auch ich der Meinung, dass hier die Fotografin im Recht ist. Die Bilder sind an die CDU in einem gesetzten Rahmen freigegeben und das schmälert jegliche nicht vorhandene Erfolgsaussichten im Prozess.

    Die CDU wird sicherlich noch „sinnvollere“ Fehler im Wahlkampf machen.

    Warte darauf und nimm die Bilder raus.

    Ob es Satire ist oder nicht – who cares? Es gibt sinnvollere und wichtigere Themen in den nächsten sieben Wochen als geklaute und gephotoshoppte Wahlplakate in einem Blog.

    Auch wenn es vielen hier nicht gefallen wird, aber das ist meine Internetfuzzi-Meinung.

  100. Zur Sicherheit schlage ich Wikileaks vor :-)

    Ansonsten könnte ich mir vorstellen, für einen Rechtsstreit zu spenden. Um welchen Streitwert geht es denn?

  101. Macht Euch doch keine Sorgen um so was. Was einmal im Netz ist bleibt auch dort und es gibt schon genügend Mirrors :D
    Beispielsweise dataiload.us/blog und bei vielen anderen Webseiten.

  102. ich wäre für den vorschlag von #146 Arnoc

    einfach mal nett fragen ob ne verlinkung usw. reicht…. wenn das nicht gestattet wird einfach mal anwälte wie z.b. udo vetter fragen,wie er das einschätzt.

    ich würd die bilder erstmal runternehmen und auf die blogs,wo die bilder sind verlinken…bei einer einzelnen person wird bestimmt nicht so drastisch gehandelt,da blogs meist privat sind und da auch nicht von kommerziellen nutzen ausgegangen werden kann.
    auch wenn netzpolitik nicht kommerziel ist,hat dieser blog doch bei weitem mehr leser als die meisten ,wo die meisten bilder veröffentlicht wurden.

    bin aber n juranoob und hab kein plan.ich würde,wie gesagt, den vetter mal fragen…

    mfg

  103. Laß die Plakate drin.

    Die Poster haben sich so viel Mühe gegeben,
    den Motiven neue Aussagen zu verleihen.

    Sie sind eine wunderbare Satire auf die Mißstände in unserem Land und halten der CDU den Spiegel vor.

    Im Prinzip ist die Sache doch klar. Wir haben uns nichts vorzuwerfen und uns wie Diebe behandeln zu lassen. Das Recht ist auf unserer Seite. Nutzen wir es, solange wir können und eilen wir nicht mit einer Löschung gehorsam voraus.

  104. Das war so klar, auf jeden Fall drauf ankommen lassen.

    Was mich mal interessieren würde wieviel Monsanto gezahlt hat, das ihr „Top“ Produkt auf Schäubles Zeitung sichtbar ist.

  105. Wir haben nach meinem Verständnis ein Recht auf Meinungsfreiheit und satirische Verballhornung von Wahlwerbung. Ich glaube nicht, dass hier das Urheberrecht der Fotografin höher zu bewerten ist. Nicht, wenn es um Politik geht. Das ist auf jeden Fall meine Meinung.

    Und der „Sache“ Meinungsfreiheit, Bürgerrechte, Journalistische Freiheit und der Freiheit und Demokratie als solches kann ein öffentlicher Streit nur gut tun, um dies wieder mal eindeutig klar zu stellen.

    Und mal ehrlich: eine bessere Antiwerbung für die CDU könnte es gar nicht geben, als ein offener Streit um diese Plakat-Remixes.!

    Außerdem: vielleicht ist die Fotografin ja insgeheim CDU/Schäuble-Gegnerin und will absichtlich auf Deine Plakat-Remix-Aktion anspringen und einen Streit vom Zaun brechen, so dass die CDU-kritischen Remixes groß in die Medien kommen. ;-) ;-) ;-)

  106. Eventuell, wäre die Lösung die Plakate richtig zu remixen. Ich meine damit, in andere eigene Bilder zu integrieren. Oder eben warten bis die Kampagne hängt. Foto vom Plakat machen, dabei darauf achten, dass irgendetwas „wichtiges“ im Hintergrund präsent ist (Sehenswürdigkeiten o.ä), oder im Vordergrund Personen, die damit einverstanden sind. Dann verändertes Bild einsetzten? Wenn das Plakat nicht in den Vordergrund Tritt und nicht die bildwichtigste Info auf dem Bild ist, könnte das doch klappen.

    Aber auch da muss wohl ein Urheberrechtsexperte ans Werk.

    Auf jeden Fall wäre es dann richtiges Bildersampling und ein Collagieren.

    O.k. meine Claim ist nicht besonders, aber hier ein Beispiel zum Sample vom Sample. Wenn auch ohne Menschen und Sehenswürdigkeiten.

    http://twitpic.com/dixd3
    http://twitpic.com/diyf5

  107. Seid kreativ: Einfach das Original von der CDU einblenden und mit transparentem Overlay an den Stellen verändern, wo es nötig ist. Die Overlays könnte man sogar programmatisch erzeugen lassen.

  108. Vielleicht nicht uninteressant in diesem Zusammenhang:
    SpOn Bilderserie mit Wahlplakaten, u.a. auch mit dem Stein des Anstoßes:
    http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-45242-9.html
    Untertextet mit:
    „Wem dieses Motiv mit Innenminister Wolfgang Schäuble bekannt vorkommt – vor ein paar Jahren gab es ein ganz ähnliches Bild. Allerdings nicht von der Union, sondern von der SPD. Abgebildet war Gerhard Schröder.“

    Mal die Fotografin dezent darauf hinweisen, was ein Plagiat ist…

  109. 1. Du selbst hast ja gar nichts getan, du zeigst die Bilder nur.. wenn dann wäre die „Editoren“ die die das Problem haben.
    2. Besonderee Bedingungen? Wusste die was die da drauf schreiben und musste das mit Ihren Überzeugungen zusammenpassen? Hat die CDU ihre Slogans nach der Fotografin ausgewählt?
    Wenn sie es vorher wusste zählt: Beweisen!
    Jo und dann immer noch dir Frage der „Kreativen Freiheit“.

    Ich bin mir zwar nicht sicher, aber ich denke Sie hat die Bilder als Plakatvorlage verkauft, bzw. lizensiert, ich denke da muss sie damit rechnen, dass da wer was drauf schreibt, was ihr nicht gefällt.

  110. laecherlich. erst recht weil es durchaus moeglich ist das im vertrag mit der cdu nur „lizenziert“ wird, aber ganz ehrlich, wer will die denn haben ausser der cdu? solange niemand das remixen gegen geld macht sollte das klein problem sein, erst recht bei relativ niedriger aufloesung und solange die nieman irl druckt.

  111. Dadurch, dass die meisten Remixe auf Twitpic & Co. gelandet sind, kann ich den Unmut der Fotografin schon ein bisschen verstehen.

    Denn DA ist nicht mehr ersichtlich, wer die (zweifelsohne gut gelungenen) Fotos gemacht hat. Ich hab nun länger keine „Titanic“ mehr in der Hand gehabt, nehme aber an, dass in diesen Zeitschriften durchaus Bildnachweise zu finden sind.

    Andererseits wird hier kein Geld mit den Bildern verdient – und die Remixe werden auch wohl nicht auf Portfolio-Seiten von Grafik-Dienstleistern landen, die sich mit der Vorarbeit anderer neue Kunden angeln wollen. Wäre auch reichlich grotesk.

    Kompromiss?

    Wenn jetzt bei allen Remixes direkt etwas entsprechendes eingearbeitet werden würde, müssten doch eigentlich alle Seiten bedient sein. Die Remixer brechen sich keinen Zacken aus der Krone und eine bessere Werbung kann man sich als Fotograf kaum wünschen – zumal die Qualität der Fotos ja auch mit „korrigierten“ Texte weiterhin erkennbar bleibt.

  112. Die remix-Aktion verletzt allerhöchstens die Lizenzrechte der CDU. Es wird ja nicht eine neue Nutzung des Fotos vorgenommen, sondern es wird das Plakat der CDU remixed. Das ist der entscheidende Unterschied. Die Fotografin hat daher gar kein Recht, hier Unterlassung zu fordern.

  113. Ich habe mir jetzt nicht alle 214 Kommentare durchgelesen, bin aber ebenfalls der Meinung: lass es darauf ankommen. Spendenkonto wurde schon erwähnt – dafür gebe ich gerne Geld.

  114. Vielleicht einfach Kooperation anbieten: „Suchen Fotovorlage für Remixaktion“ – der Fotograf wäre der einzige Adressat der Ausschreibung.

    Als Honorar: ein Crashkurs zum Thema „Freie Kultur und die Baustelle Urheberrecht“, im Notfall ein Teil der hier angebotenen Spendengelder.

    Aber im Ernst: Ich wüsste gern, in welchem Punkt der Fotograf durch diese Aktion Schaden nimmt? Was genau verliert er (oder sie)?

    1. @Silke
      Gar nichts. Sie ist Künstlerin, manche Künstler sind exzentrisch und ab und zu leicht borniert, wenn es um ihre Kunst geht. (Nein, das ist nicht beleidigend gemeint…)

      Einen Imageschaden würde sie nicht erleiden, das dürfte sie sicher auch wissen – und sonst auch nichts. Aber sie möchte einfach ihre „Kunst“ schützen.

  115. Stehen lassen. Also 10€ würde ich auch spenden!

    Lächerlich finde ich die Aussage, dass wir alle Piraten sind… ich zitiere nicht, nenne die Stelle aber mit „Piraten inoffiziell blubb“

  116. Erstens: Wenn es losgehen sollte bin ich mit 100 Euro Beitrag zu den Anwaltskosten mit dabei.

    Zweitens: Oben ganz groß „Satire“ draufschreiben und die 170 Varianten immer zusammen abbilden. Dann kann man sich gesichert auf den Satire Paragraphen berufen.

    Drittens: Jetzt mal schnell JEDER die Bilder selber publiziert, ins FLick Account, in die eMail als Footer usw. – 2 Blogs kann man verklagen, bei 20.000 Blogs muß man sich dann schon mal fragen, ob das politisch so sinnvoll ist.

    Erinnert an eine Story von Helmut Schmidt im Krieg. Er war damals Offizier. Kommandeur verkündet Befehl des GröFaZ und geht mal kurz vor die Türe. Einer vom Stab dreht durch und schie0t ins Führerbild. Daraufhin zieht jeder im Offiziersstab die Pistole und schießt ebenso ins Führerbild. Kommandeur kommt zurück. Naja…und was soll er groß tun. Seinen gesamten Führungsstab verhaften?

    Also: Solidarität mit Markus. Bevor die Fotografin mal 10.000 potentielle Wähler verklagt…wird sich die CDU sehr schnell überlegen, die Lizenz vielleicht doch noch auf andere Nutzungsformen zu erweitern und die Bilder freizugeben.

    Stellt euch mal die Headline News vor: CDU verklagt 10.000 Blogger.

    Und selbst wenn sie das machen: Die Werbung, die wir für unsere Sache damit bekommen…die kriegen wir anders nicht gekauft. :-)

  117. Lass die Bilder da und mache ein Spendenkonto auf, da kannst du dir dann mehrer Anwälte aus der ganzen Welt einfliegen lassen. Ich spende und ich hoffe, dass du für uns alle kämpfst!

  118. Nun ja – ich hab das Bild „etwas“ bearbeitet. Natürlich nur für satirische Zwecke. Die meisten Fotos wurden NICHT verändert. Lediglich die Message wurde auf das aktuelle Zeitgeschehen angepasst. Wo ist nun das Problem, Frau „Fotografin“?

  119. Ich halte es für symbolträchtig, daß hier mit dem Hinweis auf das Urheberrecht einer Einzelperson einschränkend in die Auseinandersetzungen im Wahlkampf 2009 eingegriffen werden soll.

    Unabhängig von einer fachjuristischen Bewertung und Einordnung erinnert mich das durchaus auch an die Beschränkungen unserer Grundrechte als Opfer im Kampf gegen Urheberrechtsverletzungen (vgl. Krüger-Leißner).

  120. ich werds wohl so wie die meisten machen, bilder speichern und auf meinen anonymen blog hochladen.

    und auf andere blogs verlinken darfste ja sicher oder ist das dank cdu auch schon verboten wordden? ;)

  121. Ich verstehe die Dame voll und ganz:
    Wie würdet Ihr reagieren, wenn Ihr einen (mindestens) ganzen vormittag mit Dr. Evil in einem Zugabteil der Evil Transportation Corp. zubringen müsstet, um ein Foto zu machen, das so aussieht wie das damals von dem Schröder, ja so, aber nicht genauso eher so in der Art, naja, sie wissen schon, eben die Atmo und Authentizität und so, aber mit der WELT drauf…
    – und später würde Euch für diese Tortur nicht einmal Ruhm und Ehre (und auch nicht das entsprechende Schmerzensgeld) zu Teil werden

  122. Die gute Frau hat sich sicher eher übereilt aus einem Hauch von „Das passt mir jetzt aber gar nicht“ gehandelt.

    Als wenn die Lizenz und deren Bedingungen gegenüber der CDU etwas mit den Leuten zu tun hätten, die die Remixe erstellt haben.
    Da kann sie noch so viele besondere Umstände bezüglich der Rechte der CDU mit der Material eingeräumt haben. Das betrifft eben ihren Vertragspartner, die CDU.

    Es mag ja durchaus ihre legitime Ansicht sein, dass ihr das so nicht gefällt aber es gibt zum Glück Gesetze, sodass auch Dinge erlaubt sind, die so vielen nicht unbedingt gefallen. Sonst wäre ja auch alles verboten, wenn da einfach nur die Ansicht von einzelnen ausreichen würde.

    Mein Weg in der Sache wäre aber ein anderer: Weder nachgeben, noch Konfrontation. Einfach ausweichen.
    Ich würde die Bilder nicht auf Netzpolitik hosten, sondern einfach verlinken. Die sind ja alle schon auf den Servern von diversen Image-Hostern.
    Dann kann sie ja die verklagen.

  123. Mal kurz nachgefragt: Ich lese hier immer wieder so Sachen wie „Nein Bilder darf man nicht zitieren, oder ändern!“ das ist fast schon Musik-Content-Mafia-Niveau, von wegen „Ein Liedchen pfeifen von Jacko geht nicht ohne GEMA und Lizenz“.

    Wir haben doch diese Bilder der Fotografin bezahlt! Die CDU bekommt doch wie jede Partei Geld für den Wahlkampf vom Wähler. Also haben wir ja wohl alle zusammen ein Recht darauf zumindest die Bilder zu zitieren und zu Satire zu verarbeiten.

    Wenn die Fotografin ein Lizenzproblem hat, dann muss sie sich ja wohl an die CDU wenden, die diese Bilder mit Steuermitteln bezahlt hat.

    Übrigens dieser text hier da erhebe ich auch Urheberrecht drauf und kopieren, verändern, zitieren usw. also seine Meinung dazu zu sagen ist *V*E*R*B*O*T*E*N*!!

    Ätsch!!!!!

  124. so, alles gelesen, bin fertich! ich könnte verstehen, wenn sich markus das nicht antäte, trotzdem fände ich’s gut, wenn er die steilvorlage nutzte und weiter machte. kann nur wenig spenden, aber das tu ich sicher. jetzt nur noch googeln, ob hier die plakate oder das von frau lengsfeld mehr treffer erzielen… ;)

  125. @220.
    Die Fotografin sagte doch, dass die Bilder nur zu bestimmten Bedingungen an die CDU lizenziert worden sind, demnach kann die CDU die Lizenz wohl nicht einseitig erweitern.

    Insgesamt glaube ich auch nicht, dass ein Rechtsstreit mit der Fotografin (mit der CDU käme sowieso keiner) irgendwie die CDU tangieren würde, auch nicht in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit (abgesehen davon, dass in möglichen Medienberichten sicher Beispiel-Remixe gezeigt würden;)). Die Menschen im Lande würden die Urheberrechtsfrage bei so einer Aktio aber wohl überwiegend nicht so eng sehen.
    Die Bilder sind nun sowieso im Netz/auf der FP, einige landen vielleicht sogar an realen Wänden draußen. Also es gilt schon abzuwägen, was so ein Rechtsstreit (neben Erfolgsaussichten) unterm Strich bringt.

    Btw, irgendwie passt zu der ganzen Geschichte folgende Meldung von heute: „Regierung erwägt rückverfolgbaren „Internetausweis“ für alle“
    http://www.zeit.de/online/2009/33/internet-ausweis-ueberwachung

  126. Unproblematischer Fall einer nach § 24 UrhG erlaubten und zustimmungsfreien Parodie, da Übernahme eines Werkes in neuem, antithematischen Kontext als geistige Auseinandersetzung. § 24 UrhG fungiert insofern als verfassungsmäßige Konkretisierung der Meinungsfreiheit, Art. 5 Absatz 1 GG.

    Geradezu ein lehrbuchmäßiges Beispiel für diese Fallgruppe. Könnte glatt in der juristischen Ausbildung verwendet werden :)

  127. Ist denn mit der Fotografin mal über eine Summe gesprochen worden? Kann doch soo teuer nicht sein. Habe mit Bildlizenzen im web nicht die große Ahnung aber bei Verwendung nicht auf der Startseite sollte der Preis sicher unter 1,000,- liegen. Das bekommen wir hier doch wohl zusammen – und billiger als ein Rechtstreit ist das allemal.
    Allerdings: Lieferanten wie Agenturen und Fotografen wissen schon sehr genau, wer sie bezahlt. Ich denke, die haben durchaus ein gewisses Eigeninteresse daran, jedwede Verunglimpfung ihres Kunden – der CDU – zu unterbinden.

  128. Ich empfehle Markus seine bestimmt nicht unendliche Zeit lieber sinnvoll einzusetzen und sich nicht mit Urheberrechtsstreitereien den Tag versauen zu lassen. Allen Diskussionsteilnehmern die es gerne „drauf ankommen“ lassen wollen empfehle ich dagegen sich erstmal in eine Vorlesung Patent- und Urheberrecht zu setzen.
    Zum Poster vor mir: Die geistige Schöpfungshöhe ist bei deinem Text nicht gegeben, daher kannst du leider keine durchsetzbaren Urheberrechte geltend machen.

  129. Zitat Nr. 220:
    „Also: Solidarität mit Markus. Bevor die Fotografin mal 10.000 potentielle Wähler verklagt…wird sich die CDU sehr schnell überlegen, die Lizenz vielleicht doch noch auf andere Nutzungsformen zu erweitern und die Bilder freizugeben.“
    Die CDU hat über das 13-fache an potentiellen Wählern, die eine Petition mitgezeichnet hat, einfach so übergangen!

  130. *ggg*
    Warum müssen sie auch unbedingt im Internet, in dem sie sich ja nun mal nachweislich nicht auskennen, Wahlkampf zu machen versuchen?
    Nützt doch eh nichts mehr.

  131. Lieber Markus,
    ich finde Deinen Blog echt gut und lese ihn mittlerweile regelmäßig. Ich fand die Remix Aktion sehr lustig und GUT. Da dein Anwalt ja sagte, daß die Remixe unter die Satire- und Meinungsfreiheit fallen, würde ich es auf einen Prozess ankommen lassen. Je mehr darauf aufmerksam werden, desto effektiver ist die Aktion und im Zweifelsfall steht eine grosse Webcommunity zu Not mit Spenden sicher hinter dir, aber ich glaube nicht, daß es so weit kommen wird, da sich der Drecksladen sonst noch mehr schaden würde.

  132. Es gibt ein Innenverhältnis zwischen dem Fotografen und der CDU. Darin können die Vertragsparteien festlegen, was man mit den Dateien tun darf. Und es gibt ein Außenverhältnis zwischen der CDU und den Downloadern. Die Bedingungen stehen auf der Website der CDU. Für den Downloader zählt nur das. Mit dem Fotografen hat der Downloader kein Rechtsverhältnis. Wenn der Fotograf meint, da läft etwas nicht in seinem Sinn, dann muss er sich an die CDU wenden, aber nicht an den Downloader, da zwischen den beiden kein Rechtsverhältnis besteht.

  133. Die Fotografin ist kleinkariert und versteht die Dimension nicht. Sollte sie den Anwalt einschalten, würde das schnell hohe Wellen schlagen und eine Art Negativ Kampagne für die CDU sein. Wir sind das Volk und wir wollen mit diesen Remixen lediglich unsere meinung äussern, und bezwecken kein primäres kommerzielles Interesse, auch wenn der Blog unter anderem durch Werbung finanziert wird. Ausserdem verliert dann die CDU Ihre vielleicht letzten internetaffinen Wähler, die jetzt schon Piraten oder Grüne wählen würden.

  134. Mein Senf:
    Hau die Links halt wieder weg. Aufsehen gab es, Reaktionen auch. Das Netz vergisst eh nicht, also wird es wohl weitere Bilder geben.

    Ach ja zum Rechtsstreit: Den kann es doch gar nicht geben. Das Internet ist doch ein Rechtsfreier Raum!!11!1!

  135. Handelt es sich nicht in Wahrheit um eine Dokumentation, wie die Wahlplakate der CDU beim potentiellen Wähler ankommen und wirken? Markus ist Blogger und er berichtet über die Netzszene und dokumentiert Netzthemen. Offenbar haben diese Bilder viele dazu inspiriert die Bilder mit anderen sinnvollen und nichtsinnvollen Texten zu zu versehen.

    Zu Zwecken der Dokumentation und weil das so üblich ist Bilder nicht Cross-zu-laden hostet sie „markus“ auf diesem Server. (So wie bspw. der Spiegel die Wahlkampfbilder der CDU in einer Gallerie hostet.) Er macht sich die Bilder dadurch ja nicht zueigen.

    Ob die Photographin eine rechtliche Handhabe hat eine solche Berichterstattung zu unterbinden kann ich nicht sagen, ich bin kein Jurist. Andererseits wäre es schade, wenn sich „markus“ auf Nebenkriegsschauplätzen unnötig verheizen würde.

  136. Solche Aktionen, wie dieser Plakat-Remix, sind wahrscheinlich die Art von „Scheußlichkeiten, die jede Vorstellungskraft sprengen“, in diesem „rechtsfreien Chaosraum“, von dem die Politiker immer Reden. Da werde einfach so ahnungslose, körperlich beeinträchtigte und rechtschaffene Menschen verhohnepiepelt. So kann man doch nicht mit unserem Herrn Schäuble umgehen. Schließlich ist er es, der, laut Ursula von der Leyen, über unsere Verfassung wacht.

    http://www.youtube.com/watch?v=enkLT4CFWvs

    BTW:
    Bis jetzt ist dafür eigentlich das BVerfG dafür zuständig und nicht der Inneminister.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht

    Hybris? Oder weiß sie etwas was wir noch nicht wissen?
    Man beachte auch wie sie das Wort „Macht“ ausspricht. da läuft es mir eiskalt über den Rücken

  137. Ist es nicht schon aus netzpolitischer und urheberrechtl. Sicht interessant zu wissen wie die Gerichte das bewerten?
    Lass es drauf ankommen und wenn es soweit ist, spende ich auch.

  138. Spendenkonten einrichten.
    Zum Prozess kommen lassen.
    Prozess verlieren!
    Hinterher argumentieren, das Netz ist KEIN rechtsfreier Raum.
    Prozesskosten von den Spenden bezahlen.

  139. Auf Jedenfall auf einen rechtstreit ankommen lassen, es kann ja nicht sein das satiere nicht mehr erlaubt ist. will die CDU denn jeden spass verbieten?

    und natürlich ein spenden konto einrichten!

  140. Wahnsinn, welch geballter Dünnschiss mal wieder durch Herrn Beckedahl zum Erguss. Eine geballte Ladung vermeintlicher Fachidioten zerreißen sich dazu das Maul.

    Es gilt festzuhalten, dass es sich hier allein um eine rein privatrechtliche Auseinandersetzung zwischen der Fotografin und rechtsbrechern handelt. Und das zu Recht!

    Herr Beckedahl, Sie werden von Beitrag zu Beitrag immer unseriöser. Kommen Sie einfach mal wieder ein paar Stufen herunter.

    Beste Grüße

  141. Kaufen von solche Bilder nicht die Parteien die Rechte?
    Und was ist mit den Grafiken auf dem Bild hat die auch die Fotografin gekauft?

    Ich denke die CDU hat hier nur die Fotografin vorgeschick, weil die darin nicht involviert werden wollen.

    Ich weiss jetzt schon wenn ich das nächste Plakat von der CDU irgendwo hängen sehe werde ich auch einige Verbesserungen analog vornehmen.

    Ich bin auch sehr dafür die Plakate weiter zu zeigen. Spenden sind dir von mir auch sicher.
    Wie wärs die Aktion weiter laufen zu lassen und jeden Tag das Plakat des Tages zu Zeigen?

    Eine Weitere Möglichkeit wäre doch auch die Rechte des Bildes von der Fotografin zu kaufen!
    Das wäre doch klasse. Dafür wäre meine Spende auch sicher!
    Liebe Grüsse
    Andi

  142. @269: Ricola

    Und vor allem kommen Sie selbst mal wieder ein paar Stufen runter, bevor Sie sich an jemand anderes wenden. Dann haben Sie vielleicht auch inhaltlich was zu sagen auf das es lohnt inhaltlich einzugehen.

  143. Das ist doch hier der gleiche Stuss, wie die Geschichte mit den gelöschten Kindle-Ebooks. Wenn die CDU falsche Lizenzangaben macht, dann ist das ein Problem, welches der Fotograf mit der Partei zu klären hat. – Berufe Dich auf \Redaktionelle Zwecke\ (hier im speziellen Satire) und schon bist Du raus aus der Sache. Netzpolitik.org ist schließlich ein anerkanntes und mehrfach ausgezeichnetes Redaktionelles Blog. Wer dennoch klagt, sollte sich warm anziehen. – Also meine Spende hast Du. Ich würde nur zu gern sehen, was die CDU macht, wenn so ein Rechtsstreit (Blog vs. Fotograf) in Wahlkampfzeiten auf deren Rücken ausgetragen wird. Ich würde sogar raten, das noch alles vor der Wahl in Sack und Tüten zu kriegen.

  144. Die Fotografin wird es nicht einfach auf einen Rechtsstreit ankommen lassen. Ganz einfach, weil ihr Kunde (in diesem Fall die CDU!!!) mit drinnen hängt… :]
    Und wenn doch… Spendenkonto: wir sind das Netz!!!

  145. Die Fotografien von Frau Chaperon sind beeindruckend. Soviel erstmal vorneweg. Bei der Remix-Aktion geht es aber doch letztlich nicht um ihr Schäuble-Portrait – das die CDU für ein Plakat verwendet hat – sondern um dieses Plakat, und dessen Gestaltung. Was verändert und satirisches verunglimpft wird, ist das Plakat in seiner Gesamtzusammenstellung – und nicht das zugrundeliegende Foto.

    Wie wär’s mit einer „technischen“ Lösung des Problems: Darstellung nicht des remixten Plakats, sondern des Originals (redaktionelle Verwendung) und Überlagerung mit neuen Texten, Hinzufügungen usw.?

  146. Interessant wie hier die Diskussion läuft.
    Der Fotografin wird das Recht abgesprochen, zu bestimmen wie mit ihren Werken umgegangen wird, außerdem wird ihr unterstellt, dass sie mit ihrem Aufbegehren nur das Sprachrohr einer Partei ist. In meinem Fall wäre das üble Nachrede, denn Bier ist Bier und Schnaps ist Schnaps.
    Auch ich fotografiere manchmal Dinge, die ich persönlich nicht so toll finde, aber man muss von irgendwas abbeißen, nicht wahr? Und dann geht wer her und nimmt dieses Bild ungefragt und puzzelt daran herum. Es ist piepegal, was drauf zu sehen ist – das Bild wurde nicht CC lizensiert und ist damit eben nicht für die Allgemeinheit frei gegeben. Bedeutet, die Fotografin hat das Recht zu entscheiden, ob es verändert werden darf!
    Stellt Euch doch jetzt mal vor, ein schlechter Mensch mit einer ähnlichen Internetmacht wie netzpolitik hätte ein Bild vom Tauss genommen und seinen braunen Kumpanen zum Fraß vorgeworfen. Wenn jetzt der Fotograf dieses Bildes auf die Barrikaden gehen würde, weil er nicht möchte, dass sein Bild verändert wird, weil er nicht möchte, dass man ihn mit der braunen Soße in Zusammenhang bringt…. na? Klingelts?
    Es geht hier um das Recht des Urhebers, nicht um Pille Palle. Begreift das doch endlich und hört auf mit zweierlei Maß zu messen (und fangt an, ordentlich zu lesen!)

  147. Ich persönlich halte es für zulässig, da ich Wahlplakate im „öffentlichen Land“ ebenso „ertragen“ muss.
    Zum anderen gab es bereits mehrere Prozesse, die in einem ähnlichen Kontext (Satire) zu ähnlichen Urteilen kamen.
    Abschließend noch ein kleiner Hinweis auf einen neuen Artikel: http://www.heise.de/tp/blogs/6/143334.

  148. Die große Frage ist doch:
    wurde die Fotografin von der Union vorgeschickt oder nicht?
    Um das herauszufinden werde ich auf meinem (hier nicht verlinkten) Blog auch ein Satire-Bild einstellen & der union ein „Belegexemplar“ schicken. Wenn ich dann auch post von der Fotografin bekomme, wissen wir wer welche Interessen hat.

  149. @ Anonym

    Begriffen hast Du den Text von Tilla aber nicht, oder?

    Ich nehme an, die Arbeit die Du leitest ist nichts wert und Du willst auch kein Geld dafür?

    Ansonsten kann man sisch solche Aussagen einfach nicht erlauben…

  150. Sind die peinlich.

    Aber einen Rechtsstreit gegen die CDU bzw deren Fotofritzen wird man wohl kaum gewinnen können.

    Schade das die so wenig Spaß verstehen, aber wahrscheinlich gehen die derzeit eh zum lachen in den Keller.

    Auf alle Fälle sind bei den Remixen einige sehr gelungene dabei :-)

  151. Die Urheberrechtsverletzung liegt nach wie vor vor. Aber Du hast nichts zu befürchten: Du hast zum Remix aufgerufen, was eindeutig als Satire-Umwandlung zu verstehen ist. Die Urheberrechtsverletzung haben lediglich die Remixer zu verantworten, wobei ich mal denke, dass jedes Gericht die Anklage fallen lassen wird, da es wohl mehr unter die Rubrik: minderschwer Fall ohne öffentliches Intresse fällt.

    Ich würde es darauf ankommen lassen!

    Zudem ist es der erste Schritt in Richtung: Meinungsfreiheit und Netzkultur. Remixes finden Tag für Tag im Netz statt… ein Präzedenzfall währe ganz interessant.

  152. meine güte… wie zugenagelt kann man den sein ?? o_OO ??!!

    liebe Photofrau.. wenn du das hier liest… ach mist.. mir fehlen mal wieder die politisch korrekten worte um meiner verzweifelung darüber ausdruck zu geben, dass es menschen gibt die weder spaß verstehen, noch in der lage sind anderen einen erfolg zu gönnen. also möchte ich auch gar nicht lange ohne punkt und komma reden und schreiben einfach nur ein

    gnaa

  153. Ganz einfach: Wer sein Bild für ‚Wahlwerbung‘ verkauft, muss meiner Meinung nach auch damit rechnen das es nunmal karikiert wird.
    Hier sollte das Urheberrecht eingeschränkt werden dürfen, um die Satire zu erlauben.

  154. Ich denke, wenn die CDU sich schlau verhält wird sie sagen das sei Satire und damit ist es eine Sache zw. der Fotografin und Netzpolitik.org.
    Ich denke so wird es kommen.
    Schon die Tatsache das die Fotografin sich meldet und nicht die CDU zeigt das.
    Damit wäre das ein sinnloses Scharmützel.

  155. Ich finde die Aktion super und hab mich gefragt ob es nicht möglich wäre die Remixe in irgendeiner Art auzudrucken und an prominenter Stelle (Straßenbahnhaltestelle oder so) anzubringen, oder alternativ als kleiner Aukleber.

  156. @Tilla Pe (281): Soweit ich als Nicht-Jurist mit der Materie vertraut bin, hat die Fotografin im Falle von Kunst bzw. Politischer Satire gar kein Recht, dass man ihr nehmen könnte. Wenn dem so ist, wäre nur noch zu klären, ob hier ein Fall von Kunst/Satire vorliegt (was letztendlich nur ein Gericht kann).

    M.M.n. mag u.U. der einzelne Remix noch kein solcher Fall sein … in der Gesamtheit (als Teil einer Aktion) fällt das m.M.n. aber schon darunter.

    Und dann hat die Fotografin das auch hinzunehmen (ob’s ihr gefällt, oder nicht).

    Fragen nach der Verbindung Fotografin-CDU oder sonst was sind hierbei völlig uninteressant.

    Interessant ist jedoch die Frage, ob die Fotografin nicht ein Recht hat, dass auf/unter jedem Bild ihr Name als Fotografin genannt wird … in der Art: Satire-Aktion von Netzpolitik,org, Künstler: xyz, Original-Plakat CDU, Fotografin: Frau blabalaba)?

    Naja .. Mal gespannt ob da noch was kommt …

    Nix*

  157. Hier wird sie beerdigt, die freie Meinungsäußerung als Grundpfeiler der demokratischen Willensbildung.
    Wir erleben es gerade live.
    So wird mit dem Urheberrecht die Demokratie abgeschafft. Sooo macht man das.

  158. B.Brecht – Bankraub ist eine Initiative von Dilettanten. Wahre Profis gründen eine Bank. Heute haben eine HRE, KFW, IKB, SachsenLB usw. soviel zu unseren Politikern und den Dilettanten.

    Schoen, dass wir wieder sehen, wie Urheberrecht als Maulkorb missbraucht wird. Nun, Transparenz und eine offene, faire Diskussionskultur muessen unsere dekultivierten Parteien auch erst noch lernen.

  159. 1.) Frage:
    Hat die Fotografin überhaupt noch das Urheberrecht, oder hat sie dieses facktsich mit ihrem Vertrag mit der CDU an diese abgetreten?
    Dieses mit bitte um genaue Feststellung an die Fotografin senden, und beim Ergebnis, das sie das Urheberrecht noch besitzt, um unabhängige Beweise bitten, z.B. abschließende Erklärung eines Anwaltes in dieser Frage, oder Kopie des Vertrages mit der CDU, danach kann man weiter sehen.
    Gegebenenfalls dann drauf ankommen lassen, sollte das Recht bei der CDU liegen, hat sich die Fotografin eh erledigt und kann ignoriert werden.

    Ach ja @ Bruno!!!!!!

    „Ich dachte das Internet sein (noch) ein rechtsfreier Raum? Wie kann man da abmahnen?“

    Ganz klar, das Internet ist KEIN rechts freier Raum, auch hier kann man alle Gesetze verletzen, genauso wie im wirklichen Leben.

    Die Sache ist nur, wenn jemand gegen in Deutschland geltendes Recht verstößt, dieses aber von einen Land aus geschieht, in dem diese Rechtsverletzung gar keine ist , dann hat man auch keine rechtliche Möglichkeit dagegen vorzugehen.
    Deswegen möchten unsere lieben um uns besorgten Politiker gerne das Internet Zensieren, den so könnte man Rechtsverletzungen einfach für Deutschland sperren, und man hätte so auch gleich die Möglichkeit, sich unbequemer Inhalte zu entledigen, also quasi 2 Fliegen mit einer Klappe.

  160. Für mich ist die Sache klar:
    Wir haben hier die Fotografin, die das Urheberrecht am Bild hat und nicht möchte, dass das Bild remixt wird (was legitim ist). Auf der anderen Seite haben wir hier Markus, der zu der Rechteverletzung aufgerufen hat und User, die die das Urheberrecht verletzt haben. Und .. nur weil man sich einredet, dass das Satire ist, wird es dadurch nicht zur Satire. Am Ende bleibt die Urheberrechtsverletzung, und das aus meiner Sicht zu Recht.

    Im Prinzip wird es eine teure Sache, weil die Sache Wellen geschlagen hat. Markus hat eine Kettenreaktion in Gang gesetzt, die nicht mehr zu stoppen ist. Die Bilder sind verbreitet, und damit ist der Schaden nicht bezifferbar.

    Hoffen wir das Beste.

    P.S. Ich spende nichts für den Unfug.

    Holgi

  161. Naja, ich kann die Fotografin verstehen.
    Sie hat eine Arbeit geleistet, nämlich das Foto gemacht, vermutlich auch für das Szenario gesorgt, ihre Technik aufgebaut und eingesetzt, Fahrtkosten auf sich genommen und und und.
    Es gibt einen Vertrag, in dem ausgemacht wurde, für was ihre Arbeit verwendet werden darf – und zwar mit der CDU.
    Ggf. hat die CDU sogar in den Vertrag aufnehmen lassen, dass das EINZIGE Nutzungsrecht bei der CDU liegt und alle weitere Verwendung untersagt ist.
    Somit wäre sie quasi fast gezwungen, dagegen vorzugehen, zumindest darf sie dann nicht weitere Nutzungsrechte an den Fotos weitergeben.

    Wird ihre Arbeit darüber hinaus genutzt, sehe ich es durchaus so, dass es eine Urheberrechtsverletzung darstellt, selbst wenn das Bild veröffentlicht wurde.
    Schließlich gibt es keine Genehmigung für die weitere Nutzung des Bildes, erst recht nicht, wenn es darum geht, dass Personen evtl. diffamiert werden, wobei das bei Personen wie Wolle S. der falsche Begriff ist, denn die Satire hat einen gewissen Wahrheitsgehalt.
    Aber es könnte die Fotografin in Verruf bringen und das muss sie eben verhindern.

    Die Fotografin besitzt IMMER das Urheberrecht, da sie die Urheberin ist. Dies kann man auch nicht abgegen.
    Sie hat lediglich Verwertungs- und Nutzungsrechte abgetreten an die CDU, verwenden darüber hinaus andere das Plakat, kann sehr wohl eine Verletzung vorliegen, es sei denn, das Bild sei jetzt in irgend einem Kontext gemacht worden, z. B. dass das Plakat auf einem Foto irgendwo im Hintergrund auftaucht, aber eben nicht Hauptmotiv bzw. alleinstehendes Motiv ist.

    Teilweise kann ich sie jedenfalls verstehen, wenngleich ich von unserer Regierung, allen voran Leuten wie Wolle Schäuble, Laien-Uschi oder Gutmenschenberg etc. (Liste beliebig verlängerbar) nichts halte.

  162. Ach ja…
    Habs grade auf heise gelesen, die CDU hat die Fotos honorarfrei zu redaktionellen Zwecken zum Download freigegeben, d. h. der CDU liegen diese Rechte vor bzw. die CDU hat diese Rechte mitgekauft.

    In dem Falle dürfte sich das mit dem Urheberrecht eh erledigt haben, da die Fotografin die gesamten Nutzungs- und Verwertungsrechte auch gegenüber Dritten abgetreten hat.
    Wenn, dann müsste die Fotografin jetzt eher gegen die CDU vorgehen, wenn diese Form der Nutzung nicht vereinbart wurde

  163. Ohne alle Kommentare gelesen zu haben, zitiere ich einfach mal die CDU-HP ( http://cdu.de/portal2009/27919.htm )

    „Die Bilder dürfen ausschließlich zur redaktionellen Berichterstattung über die CDU-Bundestagswahlkampagne 2009 genutzt werden. Die Nutzung ist bis zum 31.12.2009 honorarfrei.“

    Ich finde, dass so ein Wettbewerb eindeutig darunter fällt. Achtung: Betoung liegt auf _ich finde_, ich bin kein Rechtsexperte.

    PS: Pflicht schreibt sich groß ;)

  164. „Ich bin immer noch unschlüssig, was ich tun soll und ob ich mir den Rechtsstreit ans Bein binden soll, wo es doch viele sinnvollere Dinge gibt, die man in der Zeit tun könnte.“

    1) Du hast Energie. Das sieht man daran, wieviel Du in Dein Projekt hier investierst.

    2) Anwälte und Gerichte sprechen eher für Deine Auffassung.

    3) Du kannst jederzeit einen Spendenaufruf starten.

    4) Auch, wenn sich eine Rechtssache zeitlich zieht, bedarf es doch nur eines summarischen Aufwandes von weniger als 10 Stunden. Der Anwalt arbeitet ein Gutachten aus, Du bezahlst den Anwalt mit Spenden. Zeitlich zieht sich höchstens die „psychische Belastung“. Bei dem, was Du hier leistest, spreche ich Dir aber die Fähigkeit zu, damit umgehen zu können.

    5) Sinnvoll ist es für künftige gleichgelagerte Fälle.

    6) Wenn nicht Du, wer dann?!

    Mit hoffentlich ermunternden Worten
    tnb

  165. @319 Klaus Graf
    Danke für den Link!
    Was mir absolut nicht einleuchtet ist, warum es keine „freie Verwendung“ und die „Neuschöpfung“ fehlen soll.
    Wenn das der Fall ist, ist ja alles in Ordnung, können die Remixe überall in den Straßen als CDU-Wahlwerbung verteilt werden.
    Hier geht es doch um das Gesamtwerk, das Plakat, welches umgestaltet wurde.
    Mit obiger Begründung könnte ja jeder kleine Mitarbeiter kommen, der irgendeinen Beitrag zum Werk geleistet hat. So z.B. der Grafiker, der die Schrift eingebaut hat, weil die ja in Form und Anordnung auch nicht verändert wurde.
    §24 sollte den Satirikern eigentlich Sicherheit geben, wie sollen sie sich denn sonst zum Thema äußern? Mit einem Text auf einem Zettel, der die Wrikung komplett verfehlt?

  166. Das was die Fotografin behauptet ist schlicht weg falsch! Sie hat das Urheberrecht nur am original! Wer ein Bild so verändert das es ein eigenes Kunstwerk ist insbesondere künstlerisch oder auch satirisch entsteht für dieses Werk ein eigenes Urheberrecht. Das ganze ist durch das Recht darauf gedeckt das Kunst nicht zensiert wird. Hier noch einmal für die CDU-GESTAPO das Grundgesetz zitiert.
    Grundgesetz Artikel 5,Absatz 1:
    „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.“

    Noch ist es also erlaubt sich „in Bild“ künstlerisch zu äussern und da eine Fotomontage ein neues künstlerisches Werk darstellt ist es schon fraglich ob man die Fotografin nicht wegen falscher Rechtebelehrung verklagen sollte.

    Aber jedem dürfte nun klar werden das die CDU gerne ein Wahrheitsministerium hätte und für Zensur, für Folter (Flüge nach Guantanamo über Rammstein) , für die Todesstrafe (sieht die EU Verfassung vor die Frau Märkel ohne Abstimmung durch Bundestag und Bundesrat unterschrieben hat) steht.

    Wer jetzt nicht die Piratenpartei wählt ist mit daran Schuld wenn wie Verhältnisse wie in George Orwelss 1984 haben.

    Wer Probleme auf .de Blogs hat sollte seine Bilder bei Kollegen uploaden die .com mit Whoisprotect haben! Laßt niemals zu das diese Lügner die Wahrheit beugen!

    1. @ 326 (Michael) „Hier noch einmal für die CDU-GESTAPO…“

      Leute Leute, macht mal ’n Fenster auf und laßt frische Luft rein. Das ist ja ein Niveau wie bei PI und Konsorten. Merkt mal was…

  167. Ein bisschen spät, dafür hoffe ich umso wuchtiger.

    http://www.123upload.de/image.php?id=f17bcfbc1c47bc4c32983000a938c1fb

    Die ISBN Nummer führt zu weiter reichenden Erkenntnissen bzgl. „WIR“, unbedingt eruieren (z.B. de.wikipedia.org und nach „wir“ suchen, Informationen zum Roman „Wir“ anklicken)!
    1984 ist nur ein Ablenkungsmanöver, die zu erwartenden Einschränkungen sind viel schlimmer als befürchtet. ;-)

    Danke an meinen Sohn für diesen Hinweis und für das Remix.

  168. Mir schweben da viel zu viele Behauptungen im Raum und viel zu wenige Fakten.
    Es drängen sich folgende Fragen auf:

    1.: Hat die Fotografin ihre Urheberschaft bewiesen?
    Denn:
    Möglicherweise handelt es sich um eine Auftragsarbeit (Dann läge das Urheberrecht beim Auftraggeber. Es wären ggfs. Werkvertrag oder Arbeitsvertrag zu prüfen)
    Welche Rechte wurden genau lizenziert? (Denn durch den CDU-Slogan wurde das Bild ja auch schon verfremdet. Musste der Slogan also vorher von der Fotografin freigegeben werden? Oder darf die CDU drauf schreiben, was sie will?)
    2.: Ist das Motiv nicht als Gesamtkunstwerk (also Foto einschließlich des Slogans) zu sehen?
    Wenn ja, wer besitzt an diesem Gesamtkunstwerk die Rechte?

  169. Die Sache ist ziemlich Kompliziert meiner Meinung nach und steht für die Politik. Ich denke so etwas ist geplant und bewusst provoziert, denn in der Vergangenheit wurde darüber diskutiert, ob Veralberungen im Netz gegen das Urhebergesetz in Deutschland verstoßen. So wurde zum Beispiel der Film 300 in youtube.de gezeigt und mit schwäbischem Stimmen synchronisiert. Bisher galt der Grundsatz, dass eine derartige Verfälschung mit einem geringen Grad an wiedererkennung Klar in die Satirefreiheit fällt. Mit einem neuen Ideengrundsatz und einem neuen Urteil, wäre eine solche Freiheit wieder geregelt. man erinnere sich an das Gesetz im 3 Reich, wo es verboten wurde, Adolf Hitler Satirisch darzustellen.

    Meiner Meinung nach, ist das nur wieder ein weiterer Schritt gegen unsere Freiheit!!

  170. Die Meinungsfreiheit im Westen ist eine Lüge.
    Sie wird ignoriert, sobald sich Firmen und etablierte Parteien bedrängt fühlen.

    Wollen wir verhindern, dass Deutschland zu einer Demokratie der alt-testamentarischen Brüdermörder wird, so müssen wir den Randparteien zu mehr Erfolg verhelfen. Aus diesen Parteien gehen die demrokatischen Denker und Reformer des 21. Jahrhunderts hervor. Jede Generation braucht einen Parteienwechsel!

  171. Hab mir inzwischen viele Seiten darüber, natürlich auch die hier netzpolitik.org betrachtet und finde die vielen Motive richtig gut!

    Ich sage, lass sie drin stehen – und falls es auf einen Rechtsstreit drauf ankommt, kann die CDU nur verlieren, Netzpolitik geht als klarer Sieger hervor (auch wenn die Bilder dann herausgenommen werden müssten). Die Fotos und Remixe sind ja zuhauf im Internet via Twitter und Blogs verbreitet und wenn schon eine Erwähnung im ZDF (auch wenn ich an der Internetkompetenz dieser ZDF-Frau zweifle) erscheint, ist das Ziel erreicht, mehr als die „typischen“ „bösen“ Internetuser zu erreichen, sondern vielleicht auch die Internetausdrucker-Generation.

    Unterstützung hast Du auf jeden Fall (siehe Kommentare hier).

    Ich hab auch mal ein Rechtsverfahren wegen diesem Video hier gehabt (http://www.tü.tv/?p=60) und gewonnen, weil es Parodie ist!

    Weiter so und ich auch ich stehe hinter Dir, würde auch wenn es denn rechtlich Probleme geben sollte, was Spenden :)

  172. also jemand kunst mit kunst anderer macht ist echt ein alter hut und völlig legitim und die fotografin sollte sich überlegen ob sie bei ihrer arbeit von kunst spricht, wenn sie hier mit urheberrechtsverletzung kommt.

  173. also das jemand kunst mit kunst anderer macht ist echt ein alter hut und völlig legitim und die fotografin sollte sich überlegen ob sie bei ihrer arbeit von kunst spricht, wenn sie hier mit urheberrechtsverletzung kommt.

  174. Irgendwie witzig, dass die Fotografin in ihrer mail an netzpolitik die selben worte verwendet wie die CDU schon lange vorher auf http://cdu.de/presse/34_25440.htm – Riecht für mich nach einer gezielten Aufscheuchung des Urheberrechtsinhabers durch die Partei. Warum sollte sich die Frau sonst über eine „Diffamierung“ ärgern – is schlißlich nicht sie auf dem Bild…

    Also von wegen, die CDU hätte „wichtigeres zu tun“, wie sie in einer Pressemeldung auf Fragen zum Plakat-Remix-Wettbewerb verlauten ließ…

    Die wissen genau, dass diese Urheberrechts-korinthenkackerei nicht sonderlich populär ist und delegieren die Aufgabe dann natürlich gerne mal möglichst weit weg!

    So langsam bleiben einem da doch echt die Worte im Halse stecken…

    Naja, vllt. die noch:

    http://ngin.de/cduremix/render.php?t2=M%DCSSEN+STERBEN&t3=DAMIT+FREIHEIT&t4=LEBEN+KANN&t5=http%3A%2F%2F09112018.org

  175. Ich finde die ganze Sache hier furchtbar albern. Niemand wird in der Äußerung seiner Meinung beeinträchtig, weil er nicht das Foto der Fotografin nutzen kann, welches die CDU auf Ihren Plakaten nutzt. Bleibt doch mal auf dem Teppich!

    Ich kopier dann übrigens mal den Sourcecode dieser Website und mach ne Seite Wolfgang-Schäuble.de daraus. Ist nur Satire!

  176. Moment leute ganz nüchtern, ganz sachlich.

    So ziemlich jede satirische Verarbeitung (sei es nun Toll!, Extra3, Kalkove, …) braucht das originale Bildmaterial, sonst ging das ja von vornherein nicht. Dann wäre diese Form von Satire von vornherein tot.

    Herr Schäuble dürfte kaum für einen Fototermin mit den Piraten bereitstehen.

    Aus diesem Grund: Ja, durch einen Rechtsstreit müssen wir/musst Du ggf. durch. Also drauf ankommen lassen. Da es (finanziell gesehen) „nur“ die Fotografin ist, keine millionenschwere Partei ist die Wahrscheinlichkeit aber hoch, dass sie nur bellt aber nicht wirklich beissen wird.

    Vielleicht hofft sie auch auf Kohle im Rahmen eines „Vergleichs“. Auch dem darf kein Vorschub geleistet werden.

    Also: Medienanwalt hast Du gefragt. Nun lass es drauf ankommen. Genauso wie man bei unberechtigten Abmahnungen nicht einknicken darf. Auch wenns keinen Spass macht. Auch wenns wichtigeres gibt.

    Btw: ‚N Update was draus geworden ist, wäre schön! Innerhalb von 4 Wochen hat sich da doch vielleicht jemand gerührt? (mit den notwendigen Schwärzungen) gnadenlos veröffentlichen.

    „Dumm ist, wer dummes tut.“ (Forrest Gump)

  177. yo, chill dich und gib der Fotografin nen Link zu ihrer seite oder erwähn sie…

    …wenn sie so ne tolle möglichkeit nicht wahrnemen will ise selber schuld! Mich persönlich würde es schon stören mein zeug zu verwenden ohne credits zu geben, bei diesen Plakaten wird niemand beleidigt, damit ises doch wurscht. Gib link und sie gibt ruh…

    …wenn nich dann lass es provokativ ohne Link drauf und erzähl vor gericht dassde das angeboten hast. xD

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