Digital Rights

  • : Wir müssen zur Selbstverteidigung übergehen
    Wir müssen zur Selbstverteidigung übergehen

    Gerhard Baum hat in einem Text auf foebud.org ein Plädoyer verfasst, warum wir beim Schutz der Privatsphäre zur Selbstverteidigung übergehen müssen.

    Wir müssen zur Selbstverteidigung übergehen – auch durch Datensparsamkeit und Datenaskese. Alles in Allem: Ich plädiere seit langem für eine Bürgerbewegung zum Schutze der durch Art. 1 des Grundgesetzes geschützten Privatheit. Ich plädiere für eine Datenschutzbewegung nach dem Vorbild der erfolgreichen Umweltbewegung. In der letzten Zeit hat sich gezeigt, dass doch zahlreiche vor allem auch jüngere Menschen sich gegen Elemente des Überwachungsstaates und der Überwachungsgesellschaft wenden. Diese Chance sollte jetzt genutzt werden.

    21. Januar 2010 12
  • : Netzzensur ist wie eine neue Berliner Mauer
    Netzzensur ist wie eine neue Berliner Mauer

    US-Aussenministerin Hillary Clinton hat heute eine Grundsatzrede zum Thema „Net Freedom“ gehalten. Vorausgegangen war die Ankündigung von Google, sich möglicherweise vom chinesischen Markt zurück zu ziehen. Das Transcript der Rede findet man bei Foreignpolicy. Hier ist ein Video.

    Some countries have erected electronic barriers that prevent their people from accessing portions of the world’s networks. They have expunged words, names and phrases from search engine results. They have violated the privacy of citizens who engage in non-violent political speech. These actions contravene the Universal Declaration on Human Rights, which tells us that all people have the right „to seek, receive and impart information and ideas through any media and regardless of frontiers.“ With the spread of these restrictive practices, a new information curtain is descending across much of the world. Beyond this partition, viral videos and blog posts are becoming the samizdat of our day.

    Bei Heise gibt es die Zusammenfassung: US-Außenministerin: Internet-Zensur ist eine moderne Form der Berliner Mauer.

    Gute Kommentare gibt es von Ethan Zimmermann und Evgeny Morozov. IndexOnCensorship hat einige kurze Kommentare gesammelt.

    21. Januar 2010 2
  • : Six degrees of separation
    Six degrees of separation

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    Hier klicken, um den Inhalt von www.viddler.com anzuzeigen.

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    Siehe data-epi-spacing auch:

    19. Januar 2010 7
  • : Im Protokoll verfangen
    Im Protokoll verfangen

    Gestern war ich zum Datenschutzdialog beim Innenminister Thomas de Maizière geladen. Und noch einige Menschen mehr: zwei Professoren, Andy Müller-Maguhn vom Chaos Computer Club, Patrick Breyer vom AK Vorrat, der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar und dann noch diverse Institutionen- und Verbandsvertreter.

    De Maizière hatte gleich zu Beginn der Veranstaltung gesagt, man würde nun vom Netz lernen wollen und daher auch solch ein „für das BMI“ neues Format ausprobieren. Nehmen wir einmal an, der Bundesinnenminister wollte das wirklich. Und er wollte ernsthaft über Datenschutz im Internet diskutieren. Dann lief das weitgehend schief. Wenn ein Minister lädt, kommen nämlich nicht die Fachleute. Sondern die Vorstände. Das nennt man Protokoll – Minister reden in der Regel nicht auf Fachebene, und Vorstände wollen gerne mit Ministern reden.

    19. Januar 2010 28
  • : monitor: Wissen ist Macht – Die Datenkrake ELENA
    monitor: Wissen ist Macht – Die Datenkrake ELENA

    Das ARD-Magazin monitor berichtete am 7. Januar 2010 über das neue Verfahren zum elektronischen Einkommensnachweis namens „ELENA“, gemäß dem seit dem 1. Januar 2010 höchstsensible Daten von rund 40 Millionen Arbeitnehmern von den Arbeitgebern übermittelt und zentral erfasst werden müssen. Das Video ist beim WDR noch online, aber auch bei YouTube eingestellt:

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    ELENA ist ein Datenmonster. Die zentrale Speicherung von vielen sensiblen Informationen von rund 40 Millionen Arbeitnehmern. Um das Ausfüllen lästiger Formulare zu vereinfachen und zu verhindern, dass Sozialleistungen abgezockt werden. Ordentliche Bürger müssen da nicht misstrauisch sein? Aber warum misstraut dann der Staat den ordentlichen Bürgern so?

    Seit wenigen Tagen laufen im Online-Petitionssystem des Deutschen Bundestags auch zwei Petitionen, die sich mit ELENA beschäftigen.

    19. Januar 2010 15
  • : Zwei Petitionen zum „ELENA“-Verfahren veröffentlicht
    Zwei Petitionen zum „ELENA“-Verfahren veröffentlicht

    Im Online-Petitionssystem des Deutschen Bundestags sind seit Kurzem zwei Petitionen veröffentlicht, die sich mit dem „ELENA“-Verfahren beschäftigen. Die erste fordert die komplette Aufhebung des Verfahrens nach den Regeln des SGB IV (§§ 95 ff.) :

    Text der Petition

    Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass die Vorratsspeicherung gemäß dem 6. Abschnitt des Sozialgesetzbuch IV, §§95 ff. (Verfahren des elektronischen Entgeltnachweises) aufgehoben wird.

    Begründung

    Es werden unzulässig Daten erhoben, die weit über den ursprünglichen Sinn des Gesetzes hinausgehen. Zum Beispiel werden Streik- oder Aussperrungszeiten gespeichert, die Arbeitgeber müssen Abmahnungs- und Kündigungsgründe angeben. Dem Sinn des Gestzes widerspricht schon der 2 jährige Aufbau einer Datenbank, die auch mit erheblichem Aufwand der Arbeitgeber verbunden ist. Von der beabsichtigten Kostenersparnis kann keine Rede sein, es werden millionenfach Daten erhoben, die nie benötigt werden, da die meisten Bürger – aus welchen Gründen auch immer – weder Wohngeld, Eltergeld oder Arbeitslosengeld beantragen.
    Nach meiner Meinung wurde mit diesem Gesetz das Recht auf informationelle Sebstbestimmung verletzt.

    (Link zur Petition)

    Die zweite fordert lediglich eine Modifikation der erhobenen Datensätze:

    Text der Petition

    Der Deutsche Bundestag möge beschließen …das die Speicherung und Datensammlung der Art der Fehlzeiten der Arbeitnehmerdaten im sogenannten ELENA-Verfahren nochmals überarbeitet und überdacht werden.

    Begründung

    Es geht kein Finanzamt und keine Krankenkasse an, wenn ich zu spät zur Arbeit komme, wenn ich streike, wenn ich unbezahlten Urlaub nehme und so weiter. Ich fühle mich als Bürger total gläsern und total vom Staat überwacht. Desweiteren zweifle ich an, ob dieses Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht stand hielte. Folgende Daten müssen meines erachtens nach NICHT an die genannten Behörden/Körperschaften übertragen werden:

    Art der Fehlzeit
    05 = unbesetzt
    10 = unbezahlter Urlaub
    11 = unbezahlte Fehlzeit (z.B. unentschuldigtes Fehlen/
    Arbeitsbummelei/Wochenende oder Feiertage ohne Entgelt/
    Pflege eines kranken Kindes ohne Kranken- oder Verletztengeldbezug/
    kurzzeitige Arbeitsverhinderung wegen Pflege)
    12 = unrechtmäßiger Streik
    13 = Aussteuerung
    14 = rechtmäßiger Streik
    15 = Aussperrung
    16 = unwiderrufliche Freistellung ohne Weiterzahlung des Arbeitsentgeltes

    (Link zur Petition)

    Das Anliegen, gegen ELENA zu protestieren und diese gefährliche Vorratsdatenspeicherung von Arbeitnehmerdaten zu stoppen, ist natürlich sehr unterstützenswert. Als Wermutstropfen fallen aber wie bereits bei anderen Online-Petitionen in der letzten Zeit unsachliche Formulierungen sowie viele Rechtschreibfehler auf. Dabei sollten gerade solch wichtige Anliegen doch eigentlich besser vorbereitet sein und nicht überhastet eingereicht werden. Gemäß dem Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ werden spätere Petitionen ähnlichen Inhalts nämlich nicht mehr veröffentlicht.

    19. Januar 2010 38
  • : Feedback zur Datenschutz-Dialogveranstaltung
    Feedback zur Datenschutz-Dialogveranstaltung

    Heute fand in Berlin die erste vom Bundesinnenministerium organisierte Dialogveranstaltung “Perspektiven deutscher Netzpolitik” mit dem Themenschwerpunkt „Datenschutz und Datensicherheit“ statt.

    Vorbemerkung: Grundsätzlich ist die Bereitschaft des Bundesinnenministers zu begrüßen, sich in einen Dialog mit Vertretern der Internet-Community und den in diesem Kontext zuständigen staatlichen Stellen zu den “Perspektiven deutscher Netzpolitik” und speziell mit den Fragen von “Datenschutz und Datensicherheit im Internet” zu begeben. Die Glaubwürdigkeit eines Dialogs muß sich aber daran messen lassen, ob die diskutierten Lösungsansätze tatsächlich Ihren Weg in die Umsetzungsprozesse der politischen Willensbildung finden.

    Mein kurzer Kommentar:

    „Das Feedback der eingeladenen Experten war ganz klar: Datenschutz muss ernst genommen werden, die Politik muss dringend die Rahmenbedingungen verbessern und der Schutz der Privatsphäre muss beim Design staatlicher informationsverarbeitender Systeme mitgedacht werden. Um Vertrauen wieder zu gewinnen, sollte der Staat mit gutem Beispiel voran gehen und Datensparsamkeit praktizieren. Die Vorratsdatenspeicherung ist unverhältnismässig und gehört sofort abgeschafft. Die Mehrheit der Eingeladenen Experten sprach sich für mehr Transparenz und konkret für die Einführung eines Datenbriefes aus. Dieser soll Bürger regelmässig darüber informieren, welche Daten wo über sie verarbeitet und gespeichert werden.“

    Feedback von Patrick Breyer:

    „Der Minister hat verstanden, dass sich das Vertrauen der Netzgemeinde nur durch ihre frühzeitige Einbindung in Überlegungen der Politik und durch tatsächliches Aufgreifen unserer inhaltlichen Forderungen gewinnen lässt“, erklärt Patrick Breyer, der für den Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung an dem Gespräch teilgenommen hat. „Zu Recht wurden konkrete Vorschläge wie Anforderungen an Datenschutz durch Technik, Klagebefugnisse durch Verbraucherverbände und eine verschärfte Haftung für Datenpannen diskutiert. Vor dem Hintergrund der ausufernden Überwachung und zahlreichen Datenpannen der jüngsten Vergangenheit muss die Politik jetzt handeln.“

    Vorab wurde vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung ein Positionspapier zu den im Vorfeld formulierten Fragen veröffentlicht. Die vorformulierten Fragen spielten aber kaum eine Rolle in der dreistündigen Diskussion.

    18. Januar 2010 11
  • : Italien: Video-Upload nur noch mit staatlicher Erlaubnis? (Update)
    Italien: Video-Upload nur noch mit staatlicher Erlaubnis? (Update)

    Per Dekret will die italienische Regierung Internetnutzer dazu verpflichten, vor dem Hochladen von Videos eine Erlaubnis von Kommunikationsministerium einzuholen. Über entsprechende Warnungen der Opposition berichtet The Industry Standard.

    Bei dem Dekret handelt es sich um die Umsetzung einer EU-Direktive Product Placement. Die Regelung soll Ende Januar in Kraft treten. Zuvor gibt es eine Abstimmung im Parlament, die aber nicht bindend ist.

    Mit der Pflicht zur Autorisierung würden Video-Uploader der gleichen Regulierung wie Fernsehsender unterliegen. Artikel 4 des Dekrets legt fest, dass die Verbreitung „von bewegten Bilder, ob begleitet von Ton oder nicht,“ über das Internet eine ministerielle Authorisierung erfordert.

    18. Januar 2010 28
  • : Innenministerium lädt zum Kaffeekränzchen
    Innenministerium lädt zum Kaffeekränzchen

    Am morgigen Montag findet der erste Dialog “Perspektiven Deutscher Netzpolitik” mit dem Schwerpunkt „Datenschutz und Datensicherheit“ statt, wozu das Bundesinnenministerium eingeladen hat. Die Einladung mit den Fragestellungen und die Teilnehmerliste habe ich vor über einer Woche schon gebloggt. Als Feedback auf den Blog-Beitrag kamen einige Lesermails mit dem Vorschlag, da nicht hinzugehen, weil die Veranstaltung nur eine Farce sei und zur Image-Bildung der Bundesregierung verwendet wird. Christian Rath schreibt heute in der Taz auch in die Richtung und nimmt als Beleg einen Artikel von de Maiziere, in dem dieser den Wunsch hat, das Vertrauen in den Staat durch diese Veranstaltungen wieder her zu stellen: Union sucht Kontakt zur „Netzgemeinde“.

    Nun ist es durchaus vertretbar, wenn man diese Veranstaltung als Farce und PR-Gag bezeichnet, die Konsequenz wäre aber selbst dann nicht, eine solche Einladung zu ignorieren. Von unserer Seite kommt immer das Argument, dass Politiker uns nicht zuhören. Wenn wir also ihre Einladung ablehnen, können diese das gegen uns verwenden. Wenn wir hingehen, können wir ihnen klar unsere Meinung sagen. Und warum sollte ich meine Meinung zur Vorratsdatenspeicherung, Onlinedurchsuchung und den vielen anderen staatlichen Überwachungsmassnahmen ändern – nur weil der Innenminister mich zum Kaffee trinken eingeladen und dabei nett angelächelt hat? Vertraue ich deshalb auf einmal dem Staat, der mir nicht mehr vertraut? Ich lass mich mal überraschen, wie die Veranstaltung wird und werde bei Twitter und evtl. hier von dort berichten.

    Am Ende werden es keine Kaffeekränzchen mit oder ohne Blogger und Innenminister sein, sondern Aufklärung, Protest und grundrechtsfreundliche Lösungsansätze, die etwas ändern können.

    17. Januar 2010 38
  • : Interview: Richard Sennett über Privatsphäre
    Interview: Richard Sennett über Privatsphäre

    Spannendes Interview mit dem US-Soziologen Richard Sennett über Privatsphäre bei Spiegel-Online. Der Titel ist etwas Schlagzeilen-orientiert, der Inhalt des Interviews ist besser: „Die Stasi war eine Organisation wie Google“.

    15. Januar 2010 3
  • : Visualisierung der chinesischen Netzzensur
    Visualisierung der chinesischen Netzzensur

    Eine weitere nette Visualisierung der chinesischen Netzzensur:

    what-does-china-censor-online

    15. Januar 2010 12
  • : Neelie Kroes für Netzneutralität, muss aber nachsitzen
    Neelie Kroes für Netzneutralität, muss aber nachsitzen

    Die designierte EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien Neelie Kroes hat sich in ihrer Anhörung vor dem Europa-Parlamentariern klar für Netzneutralität ausgesprochen. Die niederländische Liberale muss allerdings „nachsitzen“ und noch einmal erscheinen, weil der Industrieausschuss mit ihren Aussagen nicht zufrieden war. Futurezone und Heise berichten ebenfalls von der Anhörung.

    Die bisher als Wettbewerbskommissarin durch ihren harten Kurs u.a. gegen Microsoft bekanntgewordene Kroes stellte ein breit angelegtes Sechs-Punkte-Programm vor. Die Fragen der Abgeordneten zielten allerdings vor allem auf Themenstellungen ab, die aus dem kürzlich verabschiedeten Telekom-Paket resultieren.

    Kroes sprach sich klar für Netzneutralität aus. „Wir müssen sehr wachsam sein gegenüber neuartigen Bedrohungen der Netzneutralität“, sagte sie und erteilte damit Unternehmen eine Absage, die bestimmte Dienste wie etwa Skype aus ihrem Portfolio ausschließen wollen. „Marktbeherrschende Unternehmen dürfen keine Dienste aus kommerziellen Gründen diskriminieren. Das ist ein ‚No Go’ – außer es geht um Spam oder Sicherheitsprobleme.“ Wenn Europa keine Entwicklungsmöglichkeiten verlieren wolle, brauche es ein „offenes Netz“.

    15. Januar 2010 3
  • : Der Mensch wird zum Datensatz
    Der Mensch wird zum Datensatz

    Frank Rieger vom Chaos Computer Club hat im FAZ-Feuilleton über Datenschutz geschrieben: „Der Mensch wird zum Datensatz“.

    Noch wichtiger ist ein nachdrückliches Eingreifen des Gesetzgebers. Dem Erstellen massenweiser Lebensprofile aus Vorratsdatenspeicherung und privaten Dateien durch Behörden wird hoffentlich das Verfassungsgericht einen Riegel vorschieben. Es ist jedoch erforderlich, dass auch Unternehmen bestimmte Arten der Persönlichkeitsprofilierung untersagt werden. Um eine neue Datenschutz-Balance wirksam zu erzwingen, ist die Einführung einer aktiven, regelmäßigen Mitteilungspflicht von Behörden und Unternehmen über die gespeicherten Daten an jeden einzelnen Betroffenen notwendig. Wir nennen es den Datenbrief. Dabei müssen nicht nur die Rohdaten mitgeteilt werden, sondern auch alle abgeleiteten Informationen, eben die extrahierten Merkmale und Profile, inklusive der Möglichkeit, sofort die Löschung zu verlangen. Zudem bedarf es der persönlichen Haftung der Geschäftsführung für Datenverbrechen, sowohl bei illegaler Weitergabe und Verarbeitung als auch bei Sicherheitsschwankungen.

    15. Januar 2010 5
  • : Änderungen am Digital Economy Bill eingebracht
    Änderungen am Digital Economy Bill eingebracht

    In Großbritannien haben Teile des von Lord Peter Mandelson eingebrachten Digital Economy Bill erwartungsgemäß für Wirbel gesorgt. Das Gesetz enthält unter anderem eine Klausel, die Ministern die Macht geben würde, die Urheberrechtsgesetzgebung durch Erlasse am Parlament vorbei zu erweitern.

    Ein von mehreren Ministern eingebrachter Änderungsvorschlag soll diese Klausel nun entschärfen. Zuvor hatten unter anderem große Web-Unternehmen wie Google Kritik an dem Abschnitt geübt. Sie befürchten, dass die Gesetzgebung auch über die Bekämpfung von Urheberrechtsverletzungen hinaus ausgeweitet werden könnte. Die BBC berichtet über die geplanten Änderungen:

    These would mean existing copyright laws could only be amended by statute if there was a „significant“ new threat of infringement and would provide for more parliamentary scrutiny before this happened.

    14. Januar 2010
  • : EFF: 12 Trends to Watch in 2010
    EFF: 12 Trends to Watch in 2010

    Die Electronic Frontier Foundation hat ihre „12 Trends to Watch in 2010″ veröffentlicht. Und das sind die Überschriften:

    1. Attacks on Cryptography: New Avenues for Intercepting Communications
    2. Books and Newspapers: .TXT is the new .MP3
    3. Global Internet Censorship: The Battle for Legitimacy
    4. Hardware Hacking: Opening Closed Platforms and Devices
    5. Location Privacy: Tracking Beacons in Your Pocket
    6. Net Neutrality: The Rubber Hits The Road
    7. Online Video: Who Controls Your TV?
    8. Congress: Postponed Bad Legislation Returns
    9. Social Networking Privacy: Something’s Got To Give
    10. Three Strikes: Truth and Consequences
    11. Fair Use of Trademarks: Mockery At Risk
    12. Web Browser Privacy: It’s Not Just About Cookies Anymore

    Die ganzen Thesen finden sich ausformuliert bei der EFF.

    14. Januar 2010
  • : Reaktionen auf Google vs. China
    Reaktionen auf Google vs. China

    Einen Tag später gibt es zahlreiche Kommentare und Analysen zur Ankündigung von Google, in China eventuell/wahrscheinlich nicht mehr ihre Services zensieren zu wollen.

    Jens Ohlig war gestern für den Chaos Computer Club live bei Phoenix zu sehen:

    In diesem Fenster soll ein YouTube-Video wiedergegeben werden. Hierbei fließen personenbezogene Daten von Dir an YouTube. Wir verhindern mit dem WordPress-Plugin „Embed Privacy“ einen Datenabfluss an YouTube solange, bis ein aktiver Klick auf diesen Hinweis erfolgt. Technisch gesehen wird das Video von YouTube erst nach dem Klick eingebunden. YouTube betrachtet Deinen Klick als Einwilligung, dass das Unternehmen auf dem von Dir verwendeten Endgerät Cookies setzt und andere Tracking-Technologien anwendet, die auch einer Analyse des Nutzungsverhaltens zu Marktforschungs- und Marketing-Zwecken dienen.

    Zur Datenschutzerklärung von YouTube/Google

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    Spannend sind die „Four possible explanations for Google’s big China move“ von Ethan Zuckerman.

    Skeptisch bleibt Evgeny Morozov: Doubting the sincerity of Google’s threat.

    Jonathan Zittrain hofft auf mehr Unterstützung von Google bei der Umgehung von Zensur: Google takes on China.

    Computerworld vertieft die Frage, was eigentlich im Hintergrund bei den Attacken passiert ist: Google attack part of widespread spying effort.

    Die richtigen Fragen stellt Rebecca MacKinnon: Will Google stand up to France and Italy, too?

    Und Johnny Haeusler schreibt über Vertrauen: Google, Google über alles?

    14. Januar 2010 13
  • : Reaktionen zur Einrichtung einer Netzpolitik-Enquete
    Reaktionen zur Einrichtung einer Netzpolitik-Enquete

    Die Regierungs-Koalition hat heute offiziell die Pläne für die Einrichtung einer Enquete-Kommission in einer gemeinsamen Pressemitteiltung vorgestellt. Volker Kauder MdB (CDU) und Birgit Homburger MdB (FDP) verkünden darin u.a.:

    Der Staat muss Rahmenbedingungen setzen, um das Internet als freiheitliches Medium zu schützen sowie seine Funktionsfähigkeit und Integrität zu erhalten und zu fördern. Für Bürgerinnen und Bürger, für Wirtschaft und Wissenschaft ist ein freier, ungehinderter Zugang zum Internet von großer Bedeutung und entscheidet mit über den Wohlstand eines Landes. Die Entfaltung der Freiheitsrechte, im besonderem Maße das Persönlichkeitsrecht und das Recht auf informationelle Selbstbestimmung, müssen im digitalen Zeitalter gewahrt und ihre Durchsetzbarkeit gesichert werden.

    14. Januar 2010 15
  • : EU-Handelskommissar: Telekom-Paket nicht mit ACTA aushebeln
    EU-Handelskommissar: Telekom-Paket nicht mit ACTA aushebeln

    Heise berichtet über die Anhörung des designierten Handelskommissars Karel de Gucht: Designierter EU-Handelskommissar will Telecom-Paket nicht mit ACTA aushebeln.

    Das Telekom-Paket sieht Zugangsbeschränkungen nur unter engen Voraussetzungen vor. Auf Nachfrage des SPD-Abgeordneten Bernd Lange soll daran auch das geplante internationale Abkommen nicht rütteln: „Mit ACTA darf kein Schlüssel geschaffen werden, mit dem sich das Netz abschließen lässt“.

    Inwieweit das durch den bisherigen Text des Abkommens gedeckt ist, können die Parlamentarier selbst noch nicht nachvollziehen: Für ACTA gilt hohe Geheimhaltung. Das verleitet zu der Vermutung, dass auf dem Papier Schlimmeres steht, als die Verhandlungspartner zugeben wollen.

    13. Januar 2010 2
  • : EU-Justizkommissarin Reding für starken Datenschutz
    EU-Justizkommissarin Reding für starken Datenschutz

    Gestern fand die Anhörung der designierten EU-Kommissarin für Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft Viviane Reding vor den zuständigen Fachausschüssen statt. Aufzeichnungen davon sind auf der Seite des Europaparlaments abrufbar, zudem berichten Heise und Futurezone ausführlich über die Aussagen der Christdemokratin.

    Der Datenschutz soll Priorität haben, „auch wenn es um die Strafverfolgung und die Vermeidung von Kriminalität geht“, sagte die bisherige Medienkommissarin. Die Luxemburgerin setzt sich auf für eine Stärkung der Bürgerrechte ein: „Wir müssen einen Kommissar haben, der für die Rechte zuständig ist.“ Sie kritisierte, dass „im letzten Jahrzehnt die Justiz vernachlässigt“ worden sei. Der Schwerpunkt habe ausschließlich auf der Sicherheit gelegen. Reding will nun „ausgewogener“ vorgehen und die Bereich Rechte und Freiheit stärker in den Mittelpunkt rücken. Die Kommissarin unterstrich, dass

    wir uns nicht Regeln aufzwingen lassen, die gegen unsere Grundrechte sind, die gegen den Schutz unserer Privatsphäre und von personenbezogenen Daten sind. Das wollen wir nicht, auch nicht zugunsten von Anti-Terror-Maßnahmen.

    13. Januar 2010 5
  • : Enquete-Kommission: „Internet und digitale Gesellschaft“
    Enquete-Kommission: „Internet und digitale Gesellschaft“

    Die Unions-Fraktion plant eine Enquête-Kommission zum Thema „Internet und digitale Gesellschaft“. Wer keine Ahnung hat, was das ist, wird bei Wikipedia fündig:

    Enquête-Kommissionen (von frz. enquête, „Untersuchung“) sind vom Deutschen Bundestag oder von einem Landesparlament eingesetzte überfraktionelle Arbeitsgruppen, die langfristige Fragestellungen lösen sollen, in denen unterschiedliche juristische, ökonomische, soziale oder ethische Aspekte abgewogen werden müssen. In der Enquête-Kommission soll eine gemeinsame Position erarbeitet werden. Ziel ist es, bei Problemen zu einer Lösung zu kommen, die von der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung (auch von dem Teil, der sich nicht durch die jeweilige Mehrheitsfraktion vertreten fühlt) mitgetragen werden kann.

    Das Papier zur Einrichtung dieser Enquete-Kommission wurde von der Unions-Fraktion beschlossen und soll nun mit dem Koalitionspartner FDP verhandelt werden. Zwei Jahre lang soll die Aktion laufen, die morgen offiziell präsentiert wird. Wie man so hört, sind die anderen Parteien / Fraktionen von dem Plan überrascht worden.

    Die letzte Enquete-Kommission zum Thema Netzpolitik fand 1995 statt und trug den Namen „Deutschlands Weg in die Informationsgesellschaft“. Man kann sich vorstellen, worüber man damals geredet hat und warum nun eine solche Kommission mehr als überfällig ist. Der positive Nebeneffekt wäre, dass man die politische Debatte rund um Netzpolitik durch die geplante zweijährige Laufzeit der Kommission mehr Aufmerksamkeit erhält.

    Spannend dürfte werden, wen die Fraktionen als Experten in die Enquete-Kommission berufen werden.

    Update: Ich hab mittlerweile das Papier zugeschickt bekommen, dabei aber auch zugesagt, dass ich es erst Morgen veröffentlichen werde.

    Da stehen auf jeden Fall noch mehr Infos drin, wie die Zusammensetzung:

    Der Enquete-Kommission gehören 13 Mitglieder des Bundestages und 13 Sachverständige an. Die Fraktion der CDU/CSU benennt 5 Mitglieder, die Fraktion der SPD 3 Mitglieder, die Fraktionen der FDP, LINKE je 2 und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ein Mitglied.

    Konkret soll es um diese Themen gehen:

    13. Januar 2010 39