Datenschutz

Wir müssen zur Selbstverteidigung übergehen

Gerhard Baum hat in einem Text auf foebud.org ein Plädoyer verfasst, warum wir beim Schutz der Privatsphäre zur Selbstverteidigung übergehen müssen.

Wir finanzieren uns fast vollständig aus Spenden von Leserinnen und Lesern. Unterstütze unsere Arbeit mit einer Spende oder einem Dauerauftrag.

Wir müssen zur Selbstverteidigung übergehen – auch durch Datensparsamkeit und Datenaskese. Alles in Allem: Ich plädiere seit langem für eine Bürgerbewegung zum Schutze der durch Art. 1 des Grundgesetzes geschützten Privatheit. Ich plädiere für eine Datenschutzbewegung nach dem Vorbild der erfolgreichen Umweltbewegung. In der letzten Zeit hat sich gezeigt, dass doch zahlreiche vor allem auch jüngere Menschen sich gegen Elemente des Überwachungsstaates und der Überwachungsgesellschaft wenden. Diese Chance sollte jetzt genutzt werden.

Weitersagen und Unterstützen. Danke!
12 Kommentare
  1. Hallo Markus,

    nun muss ich mich mal melden. Ich sehe dieses Thema mit sehr gemischten Gefühlen.
    Es fängt an bei Bewerbungen, dem Telefonat mit dem z. B. Psychologen, dann die
    Emails und weiteren Aktivitäten per mail, Festnetz oder Handy. Ich selber weiß um die
    Ausspähung durch z. B. AG’s ,seitdem ich in einer Versicherung tätig war. Wer etwas wissen will, soll fragen – oder er hat ein Problem, dass alle Antworten auf Lügen basieren!
    Was denkbar möglich wäre.

    Es k*tzt mich an, wenn man Menschen, egal wo, überwachen muss, sich Meinungen bildet, anhand von Aussagen anderer Personen, sich Zugang zu Daten verschafft, ohne die rechtlichen Bedingungen und demokratischen Regeln – ja – Grundgesetze beachtet, weil es einem „scheissegal ist! Legal. illegal usw….

    Ich selber sehe diese Entwicklung nur noch mit Schaudern. Wenn ich mich bewerbe lesen viele Leute mit – okay, ich könnte PGP benutzen, nur der vermeintliche AG könnte denken, ich hätte nicht mehr alle beisammen.
    Wer verschlüsselt, hat ein Problem. Aber – von 100 Usern im Netz sind meiner Meinung nach, sehr viele nicht in der Lage,
    die wirklichen Gefahren der Datenabzocke zu sehen. Grusel..

    Der Selbstschutz ist sicherlich eine gute Sache. Nur wie ? Anonymus senden, mailen oder mit Passwörtern reden?
    Da bin ich ja gleich laut der BND/BKA/STASI Sprechblase Bosbach ein Terrorist! Oder wenn ich einkaufe, derzeit sollen Fingerprintscanner getestet werden – wo bleiben denn meine Abdrücke, wenn ich gegangen bin? Oh ja – beim
    nächsten Einkauf brauche ich die Fingerprints nicht mehr – sind ja gespeichert – Analyse= Kunde kauft immer Donnerstags ein
    und das für eine Woche! Zynischerweise empfehle ich den Retinascanner, welcher gerne in Security Bereichen eingesetzt wird ( USA ).

    Wer sich 1984 angesehen und verstanden hat, wer HL 2 gespielt hat und wer sich kritisch mit den aktuellen Geschehnissen der
    Welt, als Beispiel USA: Terroralarm…blabla ( mal wieder ) oder München: Labtop-Bombe – sind wir jetzt alle in Gefahr=? auseinandersetzt,
    der müsste es sehen, dass dies alles zu einer neuen Form von totalitärer und fanatischer Überwachung führt ( ich denke, vieles ist gefakt
    und soll dem Bürger Angst einjagen). Vielleicht wurde dies alles auf dem Bilderberg Treffen ( Mai 2009 ) haarklein eingefädelt. Hoffe nur,
    WIKIleaks wird in Zukunft weiterhin recherchieren und berichten.

    Der Grund scheint mir dem System effektiver – reine Angst verbreiten – um jeden Preis der Welt. Jeder Bürger, egal ob in
    China oder in Europa, USA oder Skandinavien, soll sich fürchten, denn – wie ich es erlebt habe, ist die Angst ein nützlicher Komplize,
    um engste Rahmenbedingungen zu schaffen, damit das Klientel der Reichen und Mächtigen weiterhin vom Profit und der Angst der Masse
    profitieren kann. Nur wer Angst hat, der ist gefügig und bereit, alles zu akzeptieren.

    Ich werde mich nicht beugen – getreu dem Motto: Lieber stehend sterben als gebückt weiterleben und mich dem System
    zu jeden erdenklichen Bedingungen ( Abbau der Bürgerrechte z. B. ) zu unterwerfen. Den Anti Demokraten Merkel und Co,
    die den Beinamen „soziale Abrissbirne“ verdient haben, wünsche ich eine demokratische Neuwahl mit Piraten und Co.!

    Ich hoffe, für dieses Land und Europa, dass sich genug Menschen auf die Strassen begeben, sich demokratisch zeigen und
    dem menschlichen Antlitz Unterstützung geben. Auch im Hinblick auf die nachfolgenden Generationen.
    Soweit meine Anmerkung dazu.

  2. wieder mal : “ … vor allem auch jüngere Menschen …“

    Ich kenne wirklich alte Menschen, für die die Vorratsdatenspeicherung eine Unverschämtheit des Staates ist. So etwas gab es früher auch nicht …

  3. Jemand im Heise-Forum schrieb letztens:

    Das Problem mit der CDU erledigt sich in ca. 10 Jahren eh von selbst, da denen die Wähler schneller wegsterben als die jungen Parteien Wähler hinzugewinnen.

    Will sagen: Viele ältere Menschen wählen die CDU, aber viele ältere Menschen werden auch irgendwann sterben. Und die jungen Menschen von heute und morgen, die wissen schon wieso sie die CDU NICHT wählen werden. Und irgendwann werden sich CDU/SPD zu einer Partei zusammen tun müssen, um zu überleben.

    Klingt momentan noch zu schön um wahr zu sein, aber gönnen würde ich der CDU das allemal. Auch wenn man in 10 oder auch 20 Jahren noch ne Menge Sch**** durchsetzen kann.

  4. @Simon: Vermutlich haben wir keine 10 Jahre mehr. Bis dahin sind wir entweder vollends im rechtlosen Polizeistaat, im Krieg gegen die USA oder in einer Revolution …

  5. Diese Chance (zahlreiche vor allem auch jüngere Menschen wenden sich gegen Elemente des Überwachungsstaates und der Überwachungsgesellschaft) sollte jetzt bitte wie genutzt werden?

    Danke an Herrn Baum für den Text, es bleibt jedoch die Frage nach dem Wie.

  6. @Simon

    Die CDU-Wähler von heute sind keine 90-Jährigen, die in 10 Jahren gestorben sein werden, sondern es sind 50- und 60-Jährige. Der Anteil der Alten (und damit des Wählerpotentials der CDU) wird in den kommenden 10 und 20 Jahren eher zu- statt abnehmen.

    Zumal die CDU auch von sehr vielen jungen Leuten gewählt wird. Die einzige Partei, denen wirklich die Wähler „wegsterben“ ist die SPD. Am deutlichsten sah man das bei der „TV Total Wahlshow“ (wo natürlich hauptsächlich junge Leute anriefen), als die SPD durchweg in allen Bundesländern etwa bei 10% landete.

    Die SPD stirbt. Wer sie heute noch wählt, tut das aus Tradition und guter Erinnerung an Brandt und Schmidt. Wer Schröders Agenda 2010 mochte, wählt heute CDU. Wer sie von Anfang an nicht mochte, wählt heute die Linke.

    Aber wir kommen vom Thema ab…

    1. > Die SPD stirbt […]
      In der Argumentation wird die Dynamik lustig ein- und ausgeschaltet: Daß aktuell Wähler wegrennen ist offensichtlich, das liegt aber eben auch an der aktuellen Situation. Wenn die SPD irgendwann in der Zukunft wieder eine bessere Politik macht, wird es auch wieder mehr Stimmen geben.

  7. > Wenn die SPD irgendwann in der Zukunft wieder eine bessere Politik macht, wird es auch wieder mehr Stimmen geben.

    Das mag logisch klingen, es das wird so nicht funktionieren. Wo will die SPD auch hin? Links hat sich die Linkspartei eingenistet, und von rechts kommt die CDU immer näher. Für die SPD gibt es praktisch keine „Raum“ mehr. Und obendrein wird man ihr auf Jahre hinaus diesen Schlingerkurs der letzten Jahre nicht vergessen (Hartz IV beschließen, dann wieder Teile zurücknehmen; Netzsperren beschließen, dann doch wieder dagegen sein, dann doch wieder dafür aber nur halb, usw.). Die SPD ist am Ende.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.