Berlin

  • : Berliner Polizei führt politisch motivierte Datensammlung mit 16.959 Datensätzen zu digitalen „Kommunikationsmitteln“
    Das von den Nazis als Monumentalbau errichtete ehemalige Flughafengebäude in Berlin-Tempelhof, nun Sitz der Staatsschutzabteilung des LKA.
    Das von den Nazis als Monumentalbau errichtete ehemalige Flughafengebäude in Berlin-Tempelhof, nun Sitz der Staatsschutzabteilung des LKA.
    Berliner Polizei führt politisch motivierte Datensammlung mit 16.959 Datensätzen zu digitalen „Kommunikationsmitteln“

    Das Landeskriminalamt (LKA) Berlin hat 18.129 Personendatensätze in einer „Auswertedatenbank polizeilicher Staatsschutz“ erfasst. Dies geht aus der Antwort auf eine Anfrage der Piratenfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus hervor. Demnach war die Datensammlung 2006 zur Bekämpfung der „politisch motivierten Kriminalität“ eingerichtet worden. Beim LKA wird sie von der Abteilung „Staatsschutz“ betrieben.

    Es werden nicht nur Verdächtige gespeichert, sondern auch „Hinweisgeber“ oder Geschädigte. Vielen Tausend Betroffenen sind digitale „Kommunikationsmittel“ zugeordnet. Laut der Antwort gehören dazu „2.742 Festnetz-Anschlüsse, 7.421 Mobilnetz-Anschlüsse, 3.669 Email-Kennungen, 263 Fax-Anschlüsse und 1.459 Internet-Kennungen“. Mit 867 Kontodatensätzen eignet sich die Datei auch für Ermittlungen von Finanztransaktionen, deren zunehmende Nutzung der Innensenator Frank Henkel vor zwei Jahren angekündigt hatte.

    Benutzt wird die „Auswertedatenbank polizeilicher Staatsschutz“ offensichtlich rege: In den vergangenen zwei Jahren seien insgesamt 454.967 Abfragen zu einzelnen Ereignissen, Adressen, Objekten, Sachen oder Personen getätigt worden, im täglichen Durchschnitt also mehr als 600.

    „Anregung von Ermittlungen“ mit Software rs-Case von rola und Analyst‚s Notebook

    Zunächst war die Datenbank unter Windows Access betrieben worden. Inzwischen hat die Berliner Polizei ihre Fallbearbeitung jedoch auf das in den meisten Bundesländern genutzte rs-Case von der Firma rola Security Solutions in Oberhausen umgestellt. Auch das Bundeskriminalamt und der Inlandsgeheimdienst nutzen rola-Software. In Berlin wird das System als CASA („Computergestützte Anwendung für Sachbearbeitung und Auswertung“) bezeichnet. Das Programm diene laut dem Senat der „Aufhellung von Tat- und Täterzusammenhängen“. Daten können durch die „Analyse- und Auswertesoftware“ verknüpft und visualisiert werden. Für dieses rudimentäre Data Mining nutzt das LKA Berlin (ebenso wie das BKA) zudem die Software Analyst‚s Notebook von IBM.

    Der Verwendungszweck der „Auswertedatenbank polizeilicher Staatsschutz“ ist außerordentlich weit gefasst: Verarbeitet werden dürfen die Informationen zur Verfolgung von Straftaten und Gefahrenabwehr, aber auch zur „Verhütung“ oder zur „vorbeugenden Verbrechensbekämpfung“. Ihre Analyse dient der „Erkennung von Personen– und Sachzusammenhängen“ und der Unterstützung von Ermittlungen.

    Die zugrunde liegende Errichtungsanordnung hatte die Piraten über eine Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz bekommen. Demnach darf die Datei auch der „Anregung von Ermittlungen“ dienen. Hierbei wird womöglich auf Features der Analysesoftware von rola zurückgegriffen: Denn diese ermögliche laut dem Senat die Darstellung von Zusammenhängen der verschiedenen Kategorien „auch über indirekte Verknüpfungen“. Im Klartext: Aufgrund eines (nicht-öffentlichen!) Algorithmus der Polizeisoftware werden den ermittelnden BeamtInnen mögliche Zusammenhänge angezeigt, aufgrund derer sie überhaupt erst mit Ermittlungen beginnen. Es dürfte strittig sein, ob diese Art der vorbeugenden Ermittlung überhaupt vom Berliner Allgemeinen Sicherheits- und Ordnungsgesetz (ASOG) gedeckt ist.

    Zahlreiche weitere politische Datensammlungen bei Bundes- und Länderpolizeien

    Es ist unklar, wozu die „Auswertedatenbank polizeilicher Staatsschutz“ überhaupt benötigt wird. Denn auf Bundes- wie auf Landesebene existieren bereits ähnliche Datensammlungen. Hierzu gehört die beim BKA geführte Verbunddatei „Innere Sicherheit“, in der Beschuldigte, Verdächtige, Kontakt- und Begleitpersonen geführt werden. Auch bundesweit wird der „Kriminalpolizeiliche Meldedienst in Fällen politisch motivierter Kriminalität“ betrieben. Weitere Dateien des Landes Berlin sowie deren Errichtungsanordnungen hatten die Berliner Piraten ebenfalls kürzlich abgefragt.

    Bei den Staatsschutzabteilungen des BKA existieren zudem die von den Bundesländern gespeisten Verbunddateien „Gewalttäter rechts“ oder „Gewalttäter politisch motivierte Ausländerkriminalität. Die Datei „Gewalttäter links“ soll der Verhinderung von Straftaten bei politischen Versammlungen oder „Nukleartransporten“ dienen. Enthaltene Informationen werden auch für verdeckte Ermittlungen oder die heimliche Aufklärung genutzt.

    Berlin führt hierzu mehrere Einheiten „Fahndung, Aufklärung und Observation“ (FAO), die in den Polizeidirektionen der Bezirke angesiedelt sind. Sie mischen sich unerkannt unter politische Versammlungen, klären diese auf und geben etwaige „Störerhandlungen und andere Unwägbarkeiten“ an die Einsatzabschnitte weiter. Dabei handelt es sich nicht um Angehörige des LKA, das ebenfalls in Zivil gekleidete Trupps zur Beobachtung „politisch motivierter Kriminalität“ unterhält. Diese sind allerdings gewöhnlich gut zu erkennen, etwa durch Funkgeräte im Ohr oder stets gleiche genutzte Zivilfahrzeuge.

    Der Umfang der heimlichen Ausforschung von Demonstrationen durch die Direktionen soll geheim bleiben: Weder die Anzahl der eingesetzten Angehörigen von FAO-Einheiten noch noch die Anzahl ihrer Berichte wurde auf Anfrage der Piraten herausgegeben. Im „Phänomenbereich des politischen Extremismus“ werden diese jedoch auch an das LKA ausgeliehen. Für eine dort verlangte „Aufklärung“ seien in einem Fall ganze 18 Dienstkräfte der FAO eingesetzt gewesen.

    11. September 2014 4
  • : Public Streetview: Berliner Senat lässt ab Montag die Berliner Straßen abfotografieren
    Public Streetview: Berliner Senat lässt ab Montag die Berliner Straßen abfotografieren

    Google Streeview reloaded: Im Auftrag des Berliner Senats werden ab Montag alle Straßen, insgesamt 5130 Kilometer, abfotografiert. Wie schon für Google, und erst vor kurzem für Nokia, werden ein Jahr lang Autos mit hochauflösenden Kameras durch die Stadt fahren, die sämtliche Straßen, Brücken, Rad- und Gehwege erfassen. Die Bilder sollen dann zu einer einheitlichen Datenbank zusammengefasst werden, die in Zukunft zur Planung von Baumaßnahmen dienen soll. Die Kosten sollen 1,8 Million Euro betragen.

    Ab Ende 2015 sollen die erfassten Daten öffentlich zugänglich sein, abrufbar über das Geoportal der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, wie die Morgenpost berichtet. Das führt zu datenschutzrechtlichen Fragen:

    Denn wo öffentlicher Straßenraum für jedermann einsehbar ist, kommen die Datenschutzrechte der Bürger ins Spiel. Als der Internetriese Google für seinen Dienst Street View vor vier Jahren anfing, deutsche Großstädte zu scannen, war die Bevölkerung alarmiert. Laut Senat sollen Personen und Autokennzeichen „unmittelbar nach Erfassung der Daten anonymisiert“ werden. Das Vorhaben sei bereits mit Alexander Dix abgestimmt, dem Berliner Datenschutzbeauftragten für Informationsfreiheit.

    Doch Dix wartet noch auf die angekündigten Detailinfos zum Anonymisierungsverfahren. „Gesichter und Kennzeichen pixeln reicht nicht. Auch Häuserfassaden könnten ein Problem sein, wenn sie für Dritte einsehbar sind“, sagt Dix. Der Senat hat angekündigt, dass „die Kameras der Fahrzeuge nach unten gerichtet sind, so dass nur teilweise Fassaden aufgenommen werden.“ Wenn das eingehalten werde, sei nichts zu beanstanden, so Dix.

    10. September 2014 1
  • : 6500 Menschen demonstrieren auf der Freiheit statt Angst 2014 gegen Totelüberwachung und für Grundrechte
    6500 Menschen demonstrieren auf der Freiheit statt Angst 2014 gegen Totelüberwachung und für Grundrechte

    Gestern demonstrierten in Berlin rund 6500 Menschen auf der Freiheit statt Angst 2014 gegen Totelüberwachung und für Grundrechte. Einen schönen Bericht dazu hat Judith Horchert für Spiegel-Online geschrieben. Diverse Reden und Pressemitteilungen finden sich bei freiheitstattangst.de.

    Hier sind ein paar Impressionen:

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    31. August 2014 5
  • : Erste Sprecher/innen für unsere „Das ist Netzpolitik!“-Konferenz am 17.10.
    Erste Sprecher/innen für unsere „Das ist Netzpolitik!“-Konferenz am 17.10.

    Netzpolitik_Banner_grumpycat_250x300_Konferenz2014Wir feiern am 17.10. unseren zehnten Geburtstag mit einer Konferenz, einem netzpolitischen Salon und einer Geburtstagsparty.

    Für die Konferenz gibt es jetzt eine erste rudimentäre Webseite mit allen bereits festzugesagten Sprecherinnen und Sprecher. Ein Programm folgt in den kommenden Wochen.

    Auf jeden Fall dabei sind (neben vielen anderen, die noch dazu kommen):

    Renata Avila (WebWeWant), Markus Beckedahl (netzpolitik.org), Anna Biselli (netzpolitik.org), Ulf Buermeyer (netzpolitik.org), Volker Grassmuck (Leuphana Universität), Johnny Haeusler (Spreeblick), Jeanette Hofmann (WZB), Eric King (Privacy International), Constanze Kurz (CCC), Stef Marsiske (Parltrack), Andre Meister (netzpolitik.org), Andreas Lehner (CCC/TOR), Sascha Lobo (Sascha Lobo), Lorenz Lorenz-Meyer (Hochschule Darmstadt), Frank Rieger (CCC), Ton Siedsma (bits of freedom), Mario Sixtus (Blinkenlichten), Rüdiger Weis (Cryptolabs), Jillian C. York (EFF), Jeremie Zimmermann (La Quadrature du Net).

    Ticketverkauf startet demnächst.

    Wir werden zwei Arten von Tickets haben. Zum vergünstigten Preis von 10 Euro kommen Aktive rein, die sich ehrenamtlich für Grundrechte einsetzen. Demnächst gibt es ein Formular, wo man sich mit Namen oder Nicknamen melden kann und wenn wir Euch kennen, kommt Ihr vergünstigt rein. Alle anderen zahlen 50 Euro und refinanzieren damit die Debatte und ihre Unkosten.

    Sponsormöglichkeiten:

    Ebenfalls schauen wir gerade noch nach Sponsoren und Fördermöglichkeiten, um die Eintritte möglichst gering zu halten und vielleicht auch Abends auf der Party Freigetränke finanzieren zu können. Wer Interesse daran hat, schreibt am Besten an werbung @ netzpolitik.org.

    27. August 2014 1
  • : StreetView Reloaded: Nokia Here fotografiert in Berlin – mit ungekennzeichneten Autos? (Updates)
    Nokie Here Auto ohne Logo
    StreetView Reloaded: Nokia Here fotografiert in Berlin – mit ungekennzeichneten Autos? (Updates)

    Nokia fotografiert zur Zeit deutsche Großstädte für seinen Kartendienst Here, ähnlich Google Street View. Die Autos sollten laut offizieller Auskunft markiert sein, aber das erste, das wir gesehen haben, war komplett ohne Logo. Laut Principal Security Architect sei das ein Entwickler-Auto ohne „Echtdatenerfassung“. Wir haben beim Datenschutzbeauftragten nachgefragt.

    26. August 2014 8
  • : Aufrufvideo Freiheit statt Angst 2014
    Aufrufvideo Freiheit statt Angst 2014

    Am 30.8. kann man in Berlin wieder auf der „Freiheit statt Angst“-Demonstration gegen die Totalüberwachung auf die Straße gehen. Treffpunkt ist am Brandenburger Tor um 14 Uhr. Dafür gibt es jetzt ein Mobilisierungsvideo:

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    Und danach kann man in Berlin zur Entspannung auf das Torstraßenfestival gehen, was eine Tür weiter organisiert wird.

    18. August 2014 3
  • : Taxi-Konkurrent Uber in Berlin verboten
    Taxi-Konkurrent Uber in Berlin verboten

    Dem Chauffeurdienst Uber wurde vom Berliner Senat die Tätigkeit in der Bundeshauptstadt untersagt. Die Firma vermittelt über eine Smartphone-App Chauffeure und Privatleute als Fahrer und ist damit ein (oft billigerer) Wettbewerber für Taxiunternehmen. Die MoPo schreibt:

    Die App verstoße gegen das Personenbeförderungsgesetz, heißt es zur Begründung. Uber will dennoch weitermachen und kündigte an, die Entscheidung des Senats anzufechten. Die Senatsbehörde droht bei Zuwiderhandlung ein Zwangsgeld von 25.000 Euro an.

    […] Fahrern, die weiter ohne Taxischein Personen befördern, drohe nun ein Bußgeld von bis zu 20.000 Euro.

     

    14. August 2014 19
  • : Dienstag in Berlin und im Stream: Netzpolitischer Abend der Digiges
    Dienstag in Berlin und im Stream: Netzpolitischer Abend der Digiges

    Am Dienstag findet wieder der netzpolitische Abend des Digitale Gesellschaft e.V. ab 20:00 Uhr in der c‑base in Berlin und im Stream an den Emfangsgeräten statt auf c‑base.org statt.

    Das Programm:

    Renata Avila Pinto – Latin American Surveillance States: Brazil, Mexico, Colombia and Argentina

    Patrick Riechert – Überwachung, übersichtlich.

    Markus Beckedahl – Die Digitale Agenda der Bundesregierung im Beta-Schnelltest

    Einlass ist wie immer ab 19 Uhr, los geht’s gegen 20 Uhr.

    3. August 2014 1
  • : 14 Millionen Euro für 76 neue Spähfahrzeuge der Bundes- und Länderpolizeien
    Ein BeDoKW bei einem Einsatz anläßlich linker Proteste gegen die Migrationspolitik in Berlin-Kreuzberg.
    Ein BeDoKW bei einem Einsatz anläßlich linker Proteste gegen die Migrationspolitik in Berlin-Kreuzberg.
    14 Millionen Euro für 76 neue Spähfahrzeuge der Bundes- und Länderpolizeien

    Die Bereitschaftspolizeien der Länder haben 52 neue „Beweissicherungs- und Dokumentationskraftwagen“ (BeDoKw) beschafft. Die Fahrzeuge sollen Menschenansammlungen aus der Distanz beobachten und helfen, Personen zu identifizieren, zu verfolgen und herauszugreifen. Alle BeDoKW sind mit einem bis zu 4 Meter hoch ausfahrbaren Kameramast ausgestattet, auf dem eine bewegliche Einheit aus Videokamera mit Zoomfunktion, aber auch ein Richtmikrofon fixiert ist. Der Berliner Innensenat gibt den Stückpreis mit „zirka 179.000 Euro“ an. Die Fahrzeuge auf Basis eines Mercedes-Sprinter werden vom italienischen Rüstungskonzern Finmecchanica bzw. dessen deutschen Ableger Elettronica in Meckenheim gefertigt. „Entdecken, identifizieren und stören“ nennt der Geschäftsführer Gerhard Henselmann die Leistungsmerkmale der Elettronica-Produkte.

    Ein BeDoKW soll aktuelle Lageinformationen visuell und akustisch aufzeichnen und computergestützt bearbeiten. Zwei bis drei „Operateure“ sind an einem Arbeitsplatz im Innern der Fahrzeuge entweder für Kamerabedienung, Mastbedienung und Aufzeichnung oder Video- und Bildbearbeitung zuständig.

    Technische Austattung „je nach Kundenwunsch“

    Die aufbereiteten Daten können an Lagezentren übermittelt werden. Jeder BeDoKW ist zusätzlich mit einem Drucker bestückt, um Bilder von unliebsamen Personen zügig an Polizeikräfte zu übermitteln, gewöhnlich per schnellem Ausdruck eines Fotos. Dann können sie von speziellen Polizeitruppen aus der Menge herausgegriffen werden. Über ein digitales „Führungssystem“ können Einheiten einer „Beweis- und Festnahmeeinheit“ auch mit dem BeDoKW vernetzt werden.

    Je nach „Kundenwunsch“ werden die BeDoKW mit „individueller technischer Ausstattung“ nachgerüstet. „Im Besonderen“ liefere Elettronica „innovative Lösungen für die Einsatzprofile „Suche & Peilung“, „Beobachtung und Überwachung“, „Zielverfolgung“ und „Kommunikationsüberwachung“. Die BeDoKW sind mit einem Kommunikationssystem und Data-Links für Mobilfunknetze ausgestattet. Optional können weitere Netzwerkdienste genutzt werden, etwa „Video-Links oder WiFi“. Laut Elettronica werde das Videosignal in HD-Qualität aufgezeichnet. Im Videostream können einzelne Personen markiert werden, eine Software verfolgt diese dann selbständig. Eine ähnliche Funktion hatte ein Fraunhofer-Institut für Bundeswehr-Drohnen entwickelt.

    „Verdeckt oder offen geführte Ermittlungen“

    Auch Anwendungen zur Fernmeldeaufklärung (COMINT) und Signalerfassung (SIGINT) können eingebaut werden. Damit kann jede funkgebundene Kommunikation abgehört und lokalisiert werden. Auch Sensoren zum Aufspüren von Gasen werden angeboten. Die für die wunschgemäße Ausrüstung der BeDoKW zuständige Partnerfirma Medav schreibt, die Kombination der Fähigkeiten „Sehen“ und „Peilen“ könne bei „verdeckt oder offen geführten Ermittlungen und Einsatzszenarien, z. B. Demonstrationen, Versammlungen sowie Personen- und Objektsuche“ zur Anwendung kommen.

    Mittlerweile hat auch die Bundespolizei 24 BeDoKW beschafft, der deutsche Gesamtbestand summiert sich also auf 76 Fahrzeuge. Wie sich diese auf die Bundesländer und die Bundespolizei verteilen, wird aus der Antwort auf ein Ersuchen nach dem Informationsfreiheitsgesetz deutlich: Demnach werden für Berlin und Hamburg je vier BeDoKW gekauft, für Bremen zwei. Gemessen an der Bevölkerungsdichte sind die drei Städte damit besonders gut ausgerüstet.

    14 Millionen Euro

    Laut dem Bundesinnenministerium hatte eine Bund-Länder-Projektgruppe unter Leitung der Bundespolizei die „technisch-betriebliche Bedarfsbeschreibung“ für die Fahrzeuge erstellt und eine Leistungsbeschreibung mit dem Beschaffungsamt des Ministeriums abgestimmt. Die Beschaffungsmaßnahme sei durch das Beschaffungsamt des Bundesministeriums des Innern „realisiert“, also finanziert worden. Insgesamt gab der Bund für die neuen Spähfahrzeuge 14 Millionen Euro aus, im Schnitt also etwa 184.210 Euro. Der Berliner Senat gibt die Kosten mit rund 179.000 an. Es könnte also sein, dass sich die Ausrüstung in den einzelnen Bundesländern unterscheidet.

    Elettronica spricht von weiteren „kontinuierlichen Bestellungen aus dem zivilen als auch dem wehrtechnischen Bereich“. Ein BeDoKW wurde, obwohl mit der Bundespolizei durch eine zivile Behörde entwickelt, auch auf einer „Hausmesse“ der Bundeswehr vorgestellt. Schwerpunkte der Veranstaltung waren die Themen „Elektronische Aufklärung“, „Kommunikationsaufklärung“ und „Kommunikationsstörung“. Auch auf einer der größten, weltweiten Messe für Polizei, Geheimdienste und Militär wurde der BeDoKW gezeigt.

    23. Juli 2014 5
  • : Lichtprojektion auf US-Botschaft in Berlin: NSA in da house
    Lichtprojektion auf US-Botschaft in Berlin: NSA in da house

    Vergangene Nacht gab es in Berlin wieder eine Lichtdemonstration auf die US-Botschaft: „NSA in da house“. Dahinter steckte wohl der Licht-Aktionskünstler Oliver Bienkowski, der bereits vor Monate im Auftrag von Kim Schmitz eine ähnliche Aktion auf dasselbe Ziel gemacht hat. Auf Youtube findet sich ein Video von Russia Today zur Aktion. Das hat natürlich beim Ziel einen etwas faden propagandistischen Nachgeschmack.

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    Und hier gibt es die Aktion als knapp fünf Minuten langes Video zu sehen:

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    Fotos haben wir bisher nur auf Facebook gefunden.

    19. Juli 2014 5
  • : Informationsfreiheits-Ablehnung des Tages: Dokumente der Staatsanwaltschaft Berlin zur Funkzellenabfrage
    Sitz der Generalstaatsanwaltschaft Berlin: historisches Kammergerichtsgebäude. Bild: <a href="https://secure.flickr.com/photos/lt_paris/">lt_paris</a>. Lizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/">CC BY-NC-ND 2.0</a>.
    Informationsfreiheits-Ablehnung des Tages: Dokumente der Staatsanwaltschaft Berlin zur Funkzellenabfrage

    Im April haben wir berichtet, dass die Berliner Polizei allein im letzten Jahr 50 Millionen Verkehrsdaten per Funkzellenabfrage gesammelt hat. In der zugrunde liegenden Mitteilung der Berliner Justizverwaltung fanden sich auch folgende Details:

    Der Leitende Oberstaatsanwalt in Berlin hat eine allgemeine Verfügung verfasst, die seit dem 4. Juli 2013 für alle Staatsanwältinnen und Staatsanwälte seines Geschäftsbereichs gilt. Darin konkretisiert er die gesetzlichen Pflichten über die Benachrichtigung von Betroffenen und die Löschung der personenbezogenen Daten.

    Der Generalstaatsanwalt in Berlin hat eine Handreichung zu Funkzellenabfragen gem. § 100g StPO verfasst, die seit dem 16. August 2013 für alle Staatsanwältinnen und Staatsanwälte seines Geschäftsbereichs gilt. Darin benennt er die Kriterien, die die Dezernentinnen und Dezernenten vor der Beantragung eines Beschlusses zur Funkzellenabfrage bei dem Ermittlungsrichter zu prüfen haben.

    Diese Handreichung und Verfügung interessieren uns natürlich auch, daher haben wir zwei Anträge nach Informationsfreiheitsgesetz gestellt. Beide wurden mit identischer Begründung abgelehnt:

    Bei den beiden von Ihnen genannten Verfügungen handelt es sich um innerdienstliche Anordnungen der Staatsanwaltschaft Berlin, die Teil des so genannten Generalienheftes für Dezernentinnen und Dezernenten sind (Nummerierung der Verfügungen: H20 und H21) und welche Abläufe im Zusammenhang mit staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsverfahren regeln.

    Ein Akteneinsichtsrecht in diese Anordnungen besteht nicht.

    Das haben wir nicht eingesehen und den Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit um Vermittlung gebeten. Jetzt ist die Antwort aus dem Büro von Dr. Dix da, leider auch eine Ablehnung:

    Der Leitende Oberstaatsanwalt in Berlin hat Ihre Anträge auf Akteneinsicht vom 29. und 30. April 2014 in die o. g. Generalienverfügungen zu Recht abgelehnt.

    Nach § 2 Abs. 1 Satz 2 IFG gilt das IFG für die Behörden der Staatsanwaltschaft nur, soweit sie Verwaltungsaufgaben erledigen. Dies ist (nur) dann der Fall, wenn die Staatsanwaltschaft als Behörde der Justizverwaltung tätig wird, d. h. wenn sie nicht auf Grundlage strafprozessualer Vorschriften im Rahmen der Strafverfolgung tätig wird, sondern auf anderweitiger Rechtsgrundlage.

    Schade. Klagen können wir leider nicht, dazu fehlen uns die Ressourcen.

    Wie immer nehmen wir Dokumente gerne über die üblichen Kanäle entgegen – auch anonym und verschlüsselt.

    17. Juli 2014 5
  • : Noch mehr Spione, noch mehr abgehörte Handys
    Noch mehr Spione, noch mehr abgehörte Handys

    Auch nachdem man in BND und Verteidigungsministerium zwei mutmaßliche amerikanische Spione gefunden hat, sein Missfallen ausgedrückt, den Repräsentanten der amerikanischen Geheimdienste gebeten hat, das Land zu verlassen und diplomatische Verstimmtheit auf amerikanischer Seite erzeugt hat, reißen die Spion-Geschichten nicht ab:

    Der Spiegel berichtet es gebe noch mehr neue Fälle als den des CDU-Mann Kiesewetter, bei denen wahrscheinlich Handys ausgespäht wurden. So wie Steffen Bockhahn, Mitglied im Parlamentarischen Kontrollgremium der letzten Legislatur:

    Die engste Mitarbeiterin des Linken-Politikers Steffen Bockhahn bemerkte demnach am 30. Juli 2013 Manipulationen an ihrem Handy. Unbekannte sollen den gesamten SMS-Verkehr zwischen ihr und Bockhahn durchforstet haben. Außerdem sollen die unbekannten Angreifer gezielt nach Dienst-E-Mails mit Bezug zum Parlamentarischen Kontrollgremium des Bundestages gesucht haben.

    Außerdem verkündet die Bild am Sonntag unter Berufung auf „US-Geheimdienstkreise“, es gebe noch weitaus mehr als die beiden bisher aufgedeckten Spione. Über ein Dutzend sollen für die CIA in deutschen Einrichtungen tätig sein, vor allem in den Ministerien Verteidigung, Wirtschaft, Inneres und Entwicklungshilfe.

    Ob irgendwann außer der Ausweisung amerikanischer Diplomaten noch wirksame Konsequenzen gezogen werden, wie etwa die Aussetzungen der TTIP-Verhandlungen, bleibt zu bezweifeln. Merkel steht immer noch hinter den Verhandlungen und macht im ZDF-Sommerinterview auch deutlich, dass Deutschland mehr von dessen Zustandekommen profitieren würde als die USA. Heute werden sich der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier und sein amerikanischer Kollege John Kerry zu Gesprächen treffen, dabei setzt Steinmeier auf gute Partnerschaft und die „tatkräftige Mitarbeit“ der USA:

    Ich setze darauf, auch in den Gesprächen, die wir jetzt führen, dass alle Verantwortlichen bereit sind, dabei mitzumachen, und die transatlantische Freundschaft zwischen Deutschland und den USA ehrlich neu beleben.

    13. Juli 2014 1
  • : September in Berlin: Konferenz “Technik und Protest” – Zwischen Innovation, Akzeptanzmanagement und Kontrolle
    September in Berlin: Konferenz “Technik und Protest” – Zwischen Innovation, Akzeptanzmanagement und Kontrolle

    Am 22./23. September 2014 veranstalten die Initiative für Protest- und Bewegungsforschung (IPB) im Zentrum Technik und Gesellschaft (ZTG) und Zentraleinrichtung Wissenschaftliche Weiterbildung und Kooperation (ZEWK) die Konferenz Technik und Protest:Technik-und-Protest

    Auf der Konferenz soll das Verhältnis von Technik und Protest und sozialen Bewegungen und dessen Reflexion in der aktuellen Technikdebatte und Innovationsforschung in den Blick genommen werden. Dabei wollen wir unterschiedliche Technologien betrachten und unterschiedlichen Fragen nachgehen: Wie können unter diesen Umständen für weitreichende technologie- und innovationspolitische Entscheidungen künftig zivilgesellschaftliche Akteure mobilisiert werden, um die Effektivität wie Legitimität solcher Entscheidungen zu steigern? Wie wirkungsvoll ist derzeit die breite Beteiligung und ist die Anerkennung von Protesten nur symbolischer bzw. rhetorischer Natur? Welche Folgen für die Technikentwicklung haben die Interventionen zivilgesellschaftlicher Berater und Kritiker? Inwiefern geraten Bewegungen selbst in den Fokus der (Überwachungs-)Technik?

    Diese Entwicklungen nachzuzeichnen und die aktuellen Konstellationen von Technik und Protest auszuleuchten ist Aufgabe der geplanten Konferenz „Technik und Protest“ und soll in verschiedenen Themenpanels (Techniksoziologie und Innovationsforschung, Risikotechnologien, Energiekonflikte, Entwicklungen im globalen Süden, Big Data und Kontrolle) diskutiert werden. Mit den geplanten Schwerpunktthemen wenden wir uns an unterschiedliche Zielgruppen: Wissenschaft, Politik, Verwaltung, Gewerkschaften und Zivilgesellschaft.

    4. Juli 2014 1
  • : #cybarcamp14 – am 21.06. Cyborg-Konferenz in Berlin
    #cybarcamp14 – am 21.06. Cyborg-Konferenz in Berlin

    Am kommenden Samstag veranstaltet der Cyborgs e.V. in den Räumen von Wikimedia Deutschland e.V. das #cybarcamp14, die Cyborg-Konferenz in Berlin statt.

    Was macht uns zum Cyborg? Sind es schon Sensoren die wir im Smartphone mit uns tragen, mit denen wir Körperfunktionen überwachen? Oder müssen diese fest mit dem Körper verbunden, implantiert sein? Beginnt der Cyborg gar erst, wenn wir im Alltag auf Technik angewiesen sind, um voll am täglichen Leben teilhaben zu können? Wir als Cyborgs e.V. suchen nach Antworten. Um dieses vielschichtige Thema aus verschiedenen Perspektiven angehen zu können, veranstalten wir ein Barcamp. Wir laden Interessierte Cyborgs (in spe) und Nicht-Cyborgs unterschiedlichster Professionen ein, mit uns zu diskutieren und an einem Bild des Cyborgs zu arbeiten.

    Der Eintritt beträgt 5 Euro und kann vor Ort bezahlt werden.

    Samstag, 21. Juni 2014 von 10.00 bis 18.00 Uhr
    Wikimedia Berlin
    Tempelhofer Ufer 23–24
    10963 Berlin

    17. Juni 2014
  • : ZAPP: Wie Wikipedia die BND-Transparenzoffensive ausgelöst hat
    ZAPP: Wie Wikipedia die BND-Transparenzoffensive ausgelöst hat

    Der BND hat bekanntlich vor ein paar Tagen einige Schilder an ausgewählten Aussenstellen angebracht und das Ganze „Transparenzoffensive“ genannt. Was früher mal das „Amt für Schadensabwicklung“ oder das „Ionosphäreninstitut“ war, nennt sich jetzt schlicht „Bundesnachrichtendienst“.

    Zur Transparenzoffensive gehörte auch, dass einige Journalisten mit BND-Chef Gerhard Schindler Radome besichtigen durften.

    Die eher skurrile Veranstaltung hat das NDR-Magazin ZAPP dokumentiert. Um das depublikationssicher zu machen, hier mal ein paar Zitate aus dem wenige Minuten langen Beitrag. Schindler erklärt hier, der Bundesnachrichtendienst sei ein moderner Dienstleister, der sich nicht verstecken wolle. Ob dafür die Schilder reichen? Schindler:

    Das ist ja nur ein Modul unserer Transparenzoffensive. […] Wir werden ein Besucherzentrum in Berlin einrichten, wir haben eine moderne Homepage.

    Ein kleines bißchen ausweichend dann die Antwort auf die Frage, ob der BND Daten an die NSA weitergegeben habe:

    Ich würde mal folgendes vorschlagen, wir verlieren ein bißchen an Zeit und deshalb müssen wir uns jetzt auf den Weg zu den Antennen machen. Machen wir noch ein Foto?

    15. Juni 2014 8
  • : Morgen: 25. netzpolitischer Abend der Digiges in Berlin
    Morgen: 25. netzpolitischer Abend der Digiges in Berlin

    Am morgigen Dienstag, den 3. Juni, gibt es den 25. netzpolitischen Abend des Digitale Gesellschaft e.V. in der c‑base in Berlin (und im Stream auf c‑base.org).

    Und das ist das Programm:

    1 Jahr Snowden-Enthüllungen – Markus Beckedahl
    do:index – Digitaler Offenheitsindex – Walther Palmetshofer
    Recht auf Remix Museum – Leonhard Dobusch
    Exportkontrolle von Überwachungstechnik – Ben Wagner

    Einlass ist wie immer ab 19 Uhr, los geht’s gegen 20 Uhr.

    2. Juni 2014 1
  • : Funkzellenabfrage in Berlin: Jeder Hauptstadt-Bewohner war letztes Jahr 14 Mal verdächtig
    Berliner Justizsenator Heilmann.
    Funkzellenabfrage in Berlin: Jeder Hauptstadt-Bewohner war letztes Jahr 14 Mal verdächtig

    Die Berliner Polizei hat im letzten Jahr 50 Millionen Verkehrsdaten per Funkzellenabfrage gesammelt. Das geht aus einer Mitteilung der Senatsverwaltung für Justiz hervor. Ein System zur Benachrichtigung der Betroffenen per SMS würde 165.000 Euro kosten.

    29. April 2014 17
  • : Beta-Fahrplan für re:publica’14 ist online
    Beta-Fahrplan für re:publica’14 ist online

    rp14_banner_160x125_11Vom 6. – 8. Mai findet in der Station in Berlin unsere achte re:publica mit dem Untertitel „Into the wild“ statt. Immer mehr Sessions finden sich bereits in einer unsortierten Reihenfolge auf der Webseite und seit heute gibt es auch eine Beta-Version für den Fahrplan. Da sind noch Lücken drin, weil noch Texte der Sprecherinnen und Sprecher fehlen, aber auf unserer Wand nebenan ist seit Wochen fast alles schon fest verplant und letzte weiße Flächen werden belegt.

    Eine von der Bundeszentrale für politische Bildung geförderte Subkonferenz wird sich mit „Überwachtes Netz“ und den Enthüllungen von Edward Snowden beschäftigen. Ein kleiner Teil dieser Sessions wird bereits hier vorgestellt.

    Ermäßigte Tickets gibts noch zum Preis von 90 Euro, reguläre Tickets zum Preis von 180 Euro – zumindest solange der Vorrat reicht. Wer nichts zahlen möchte kann sich noch als Helfer/in melden und für eine Schicht kostenfrei reinkommen.

    15. April 2014 1
  • : Morgen in Berlin: Digiges-Abend zu ICANN, Chelsea Manning und 100 Tage Bundesregierung
    Morgen in Berlin: Digiges-Abend zu ICANN, Chelsea Manning und 100 Tage Bundesregierung

    Morgen findet der 23. Netzpolitischen Abend des Digitale Gesellschaft e.V. in der c‑base in Berlin statt. Und das sind die Themen:

    - Dr. Jeanette Hofmann fragt “Wer regiert das Internet? ICANN und die Multistakeholder-Debatte”
    – Hauke Gierow (Reporter ohne Grenzen) & Alexa O’Brien (Journalistin) präsentieren den Bericht “Feinde des Internets” sowie Hintergründe zum Prozess gegen Chelsea Manning.
    – Tamara Anthony stellt das “Journalism Cooperation Network” hostwriter.org vor.
    – Anna Biselli (Netzpolitik.org) zieht die Bilanz “100 Tage Bundesregierung”

    Einlass ist wie immer um 19 Uhr, Beginn um 20 Uhr, der Eintritt ist frei und einen Stream findet man unter http://c‑base.org.

    31. März 2014
  • : „Entfernen Sie sich bitte in die angegebenen Richtungen“: Berliner Polizei nutzt Twitter für Durchsagen an Demonstrierende
    Mit Twitter gegen die polizeiliche Informationshoheit - Die Polizei schlägt nun zurück.
    Mit Twitter gegen die polizeiliche Informationshoheit - Die Polizei schlägt nun zurück.
    „Entfernen Sie sich bitte in die angegebenen Richtungen“: Berliner Polizei nutzt Twitter für Durchsagen an Demonstrierende

    Seit Donnerstag nutzt die Polizei des Landes Berlin Twitter, um sich dort als „moderne und transparente Polizei zu präsentieren“, wie der Polizeipräsident gegenüber der Presse verlautbarte. Man wolle „bei Einsätzen besser wahrgenommen“ werden. Die Kurznachrichten auf PolizeiBerlin sollen aber auch der „Nachwuchsgewinnung“ dienen. Soll dies so verstanden werden dass die Polizei hofft, vor allem Jugendliche würden den Kanal abonnieren? Bisher freuen sich vor allem Berliner „Polizeireporter“, die zu den ersten Followern gehören. Einige von ihnen organisieren sich überdies in einem „Verein Berlin Polizeireporter“, deren Mitglieder regelmäßig von Behörden eingeladen und über die Schwerpunkt-Arbeit des Innensenators und der Polizei unterrichtet werden. Vor allem der „Tagesspiegel“ und das Bouleveardblatt „BZ“ sind dafür bekannt, Pressemitteilungen der Polizei inhaltlich 1:1 zu übernehmen, aber in eigenen Worten wiederzugeben. Auch andere Tageszeitungen verzichten gern auf eine Gegenrecherche; vor allem für eine Wochenendredaktion ist das leicht verdientes Zeilenhonorar.

    Bislang ist nicht erkennbar, welches Profil die Polizei mit dem Twitter-Account verfolgen wird. Die Rede ist von einer „guten Mischung“. Derzeit finden sich Hinweise auf Sperrungen, Beschädigungen oder einen fünftägigen Ausflug der Polizeispitze und des Innensenators nach Rumänien. Problematisch ist, dass die Polizei Twitter nicht nur für „Nachrichten, Informationen und Hinweise“ nutzen will. Über den Dienst sollen auch „eigene Standpunkte“ wiedergegeben werden. Damit dürften die Beurteilungen der Pressesprecher gemeint sein, für die sich innerhalb der Behörde vermutlich abgestimmt wird. Jeder Tweet wird mit einem Kürzel der jeweils verfassenden Person gekennzeichnet.

    Behauptet wird auch, die Nachrichten über Twitter kämen „schnell und unverfälscht“. Zumindest Letzteres kann bezweifelt werden: Denn immer wieder kommt es zu Polizeiübergriffen, zu denen die Polizei falsche Abläufe kolportiert, die dann von der Presse übernommen werden. Die Meldungen werden später nicht korrigiert. Im Falle der Demonstration „Freiheit statt Angst“ konnte das Fehlverhalten der prügelnden Polizei erst vor Gericht bewiesen werden – beinahe ein Einzelfall, denn oft decken sich PolizistInnen gegenseitig mit abgesprochenen Aussagen.

    23. März 2014 7