Pressefreiheit

  • : Was der Fall Deniz Yücel mit der Datenhehlerei und der EU-Anti-Terror-Richtlinie zu tun hat
    Deniz Yücel in Istanbul.
    Was der Fall Deniz Yücel mit der Datenhehlerei und der EU-Anti-Terror-Richtlinie zu tun hat

    Wir fordern die Freilassung von Deniz Yücel und aller anderen inhaftierten Journalisten in der Türkei. Gleichzeitig möchten wir an Einschränkungen der Pressefreiheit in Deutschland und der EU erinnern, mit denen sich – bei veränderter politischer Lage – ähnliche Vorwürfe konstruieren lassen könnten.

    28. Februar 2017 44
  • : Untersuchungshaft: Autokorsos für Deniz Yücels Freilassung am Dienstag in elf Städten
    Deniz Yücel bei einer Veranstaltung 2014. Foto: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/">CC-BY-SA 2.0</a> <a href="https://www.flickr.com/photos/95213174@N08/15346279608/sizes/h/">Metropolico.org</a>
    Untersuchungshaft: Autokorsos für Deniz Yücels Freilassung am Dienstag in elf Städten

    Ein türkischer Haftrichter hat gegen den sich seit knapp zwei Wochen in Polizeigewahrsam befindenden Journalisten Deniz Yücel Untersuchungshaft angeordnet, berichtet die Welt. Yücel ist Korrespondent der Zeitung „Die Welt“. Nach Angaben der Polizei wird gegen Yücel wegen Mitgliedschaft in einer Terrororganisation, Terrorpropaganda und Datenmissbrauchs ermittelt. Hintergrund der Vorwürfe ist dabei offenbar Yücels Berichterstattung über E‑Mails des türkischen Energieministers Berat Albayrak, einem Schwiegersohn von Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan. Yücel war durch seine kritische Berichterstattung schon zuvor in den Fokus von erdogantreuen Medien geraten.

    Für die Freilassung des Journalisten gibt es am Dienstag Proteste und Autokorsos in elf Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz, vermeldet die Unterstützungseite auf Facebook. In Berlin soll der Autokorso zur türkischen Botschaft ziehen.

    Korso4Deniz Frankfurt
    28.2., 16:00 Uhr, Gutleutstraße 38, 60329 Frankfurt am Main

    Korso4Deniz Wien
    28.2., 16:30Uhr, Ernst-Happel-Stadion, Wien, Österreich

    Korso4Deniz Hannover
    28.2., 16:30Uhr, Freizeitheim Linden, Hannover, Niedersachsen

    Korso4Deniz Hamburg
    28.2., 16:30Uhr · Glacischaussee, 20359 Hamburg, Deutschland

    Korso4Deniz Zürich
    28.2., 16:30 Uhr, Parkplatz Bienen am Letzigrund-Stadion, Herdernstrasse, 8004 Zürich.

    Korso4Deniz Berlin
    28.2., 16:30 Uhr, Berlin, Karl-Marx-Allee 32, vor dem Kino Intenational

    Korso4Deniz München
    28.2., 16:30 Uhr, Startpunkt: Am Bavariapark (Deutsches Museum Verkehrszentrum), 80339

    Korso4Deniz Köln
    28.2., 16:30Uhr, Gummersbacher Straße, 50679 Köln, Deutschland

    Korso4Deniz Bremen
    28.2., 16:30Uhr, Bürgerweide, Bremen

    Korso4Deniz Leipzig
    28.2., 17:00Uhr, Connewitz Kreuz Leipzig, Sachsen

    Korso4Deniz Bielefeld
    28.2., 17:30Uhr·

    27. Februar 2017 7
  • : BND hörte New York Times und BBC ab (Update)
    Die BND-Abhörstation in Bad Aibling - <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/">CC BY-NC 2.0</a> via <a href="https://www.flickr.com/photos/novofotoo/12416463195/">novofotoo</a>
    BND hörte New York Times und BBC ab (Update)

    Der Bundesnachrichtendienst soll laut einem Bericht des Spiegel-Magazins seit 1999 dutzende ausländische Journalisten und Redaktionen abgehört haben. Opposition und Journalisten-Vereinigungen bezeichnen die Überwachung als „Angriff auf die Pressefreiheit“ und fordern politische Konsequenzen.

    24. Februar 2017 12
  • : Türkei: Welt-Korrespondent Deniz Yücel als „Terrorverdächtiger“ in Polizeigewahrsam
    Von <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.flickr.com/people/95213174@N08">blu-news.org</a> - <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.flickr.com/photos/95213174@N08/15508696796/">Deniz Yücel</a>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0" title="Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0">CC BY-SA 2.0</a>, <a href="https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=36382520">Link</a>
    Türkei: Welt-Korrespondent Deniz Yücel als „Terrorverdächtiger“ in Polizeigewahrsam

    Der Journalist Deniz Yücel (Die Welt) wurde in der Türkei festgenommen. Ihm wird die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, Datenmissbrauch und Terrorpropaganda vorgeworfen, weil er über geleakte E‑Mails des Energieministers und Schwiegersohns von Erdogan berichtete hatte, in denen es um die Kontrolle türkischer Medienkonzerne ging. Ihm und anderen festgenommenen Journalisten drohen dafür bis zu zehn Jahre Haft.

    Die Welt schreibt: Türkei-Korrespondent Deniz Yücel in Polizeigewahrsam.

    Yücel, der im Zusammenhang mit Berichten über eine Hacker-Attacke auf das E‑Mail-Konto des türkischen Energieministers gesucht wurde, hatte sich am Dienstag in das Polizeipräsidium in Istanbul begeben, um sich Fragen der Ermittler zu stellen. Nach den Regeln des derzeit geltenden Ausnahmezustandes in der Türkei kann er bis zu 14 Tage ohne Anhörung durch einen Richter in Polizeigewahrsam gehalten werden. Anschließend kann die Staatsanwaltschaft Untersuchungshaft beantragen. Yücels Wohnung wurde durchsucht.

    Der deutsch-türkische Journalist war zwischen 2007 und 2015 Redakteur der taz und ist seit 2015 Türkei-Korrespondent der WeltN24-Gruppe.

    17. Februar 2017 16
  • : „Frontalangriff auf den Journalismus“ – Großbritannien will Geheimnisverrat härter bestrafen
    <a href="https://www.flickr.com/photos/markhillary/10206653986" data-external="true">MI6 Zentrale in London”</a> von <a href="https://www.flickr.com/people/markhillary/" data-external="true">Mark Hillary</a>lizensiert unter <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0" data-external="true"> CC BY 2.0</a>
    „Frontalangriff auf den Journalismus“ – Großbritannien will Geheimnisverrat härter bestrafen

    In ungewohnter Schärfe kritisieren Medien- und Bürgerrechtsorganisationen die Pläne der britischen Regierung, die Berichterstattung über geheime Dokumente mit drakonischen Strafen zu belegen. Hinzu kommt, dass die Gesetzeskommission behauptet, zivilgesellschaftliche Organisationen konsultiert zu haben – diese das jedoch abstreiten.

    13. Februar 2017 9
  • : Island: Der Traum einer „Insel der Freiheit“ stagniert
    Einst auf dem Weg zu einer weitreichenden Pressefreiheit, stagniert Island seit einiger Zeit. Foto CC-BY-2.0 Flickr/ flom ar.
    Island: Der Traum einer „Insel der Freiheit“ stagniert

    Die Icelandic Modern Media Initiative (IMMI) in Island, 2010 als Oase der Aufklärung und Insel der Freiheit bezeichnet, war ein parlamentarischer Entschluss der Isländer, welcher als Ziel hatte, die Meinungs- und Informationsfreiheit zu stärken. Die Idee: einen sicheren Hafen für Journalismus zu schaffen. Doch wie sieht der Stand der Dinge sieben Jahre später aus? Die Krautreporter gingen dieser Frage nach und berichten über die Inhalte, welche ursprünglich geschützt werden sollten:

    • Journalistische Quellen. Nicht einmal Richter sollen darauf zugreifen können.
    • Whistleblower. Menschen sollen durch Gesetze dazu ermutigt werden, Missstände zu veröffentlichen, statt kriminalisiert zu werden.
    • die Kommunikation zwischen Journalisten und ihren Informanten. Vorratsdatenspeicherung adé! (Auf die gehe ich unten noch einmal genauer ein)
    • Medien in Gerichtsprozessen. Auch kleinere Medien, mit wenig Geld sollen sich eine Verteidigung leisten können. Sie sollen nicht wegen fehlender finanzieller Mittel Veröffentlichungen scheuen oder zurückziehen müssen.
    • Archive im Netz. Niemand soll sie im Nachhinein verändern können.

    Nun, Jahre später, scheint das Projekt zum Stillstand verdammt zu sein. Weder das Parlament noch die Regierung setzen sich noch für die vollständige Umsetzung ein. Stattdessen scheint das Gesetzespaket in ungeöffneten Schubladen zu verstauben.

    Immerhin konnten Teilerfolge im Bereich des Whistleblowerschutzes und der Informationsfreiheit erreicht werden. Die Sprecherin der IMMI, Birgitta Jónsdóttir, denkt zwiespältig über die stagnierende Entwicklung, aber ist dennoch nicht gewillt, den Traum vom sicheren Hafen, aufzugeben.

    7. Februar 2017 2
  • : Freedom of the World Report 2017: Seit elf Jahren in Folge wird die Welt autoritärer
    Freedom of the World Report 2017: Seit elf Jahren in Folge wird die Welt autoritärer

    Es geht weltweit abwärts mit politischen Freiheiten und Menschenrechten. Das stellt der jährliche Bericht von Freedom House fest. Problematisch sind laut dem Bericht nicht nur verfestigte autokratische Herrschaften, sondern auch rechtspopulistische Regierungen.

    1. Februar 2017 18
  • : Whistleblowerschutz: Starker Aufholbedarf in Deutschland
    Damit Whistleblower Missstände enthüllen können, benötigen sie die Unterstützung der Zivilgesellschaft. Foto von flickr/ AK Rockefeller CC BY-SA 2.0
    Whistleblowerschutz: Starker Aufholbedarf in Deutschland

    Ein ausreichender Schutz von Whistleblowern in Deutschland ist nach wie vor nicht gegeben. Das Whistleblower-Netzwerk analysiert die gegenwärtige Lage beim Whistleblower-Schutz und stellt Forderungen mit konkreten Verbesserungsvorschlägen für eine starke Zivilgesellschaft.

    31. Januar 2017 2
  • : Drohungen und Übergriffe gegen das Recherchebüro Correctiv
    Seite aus dem Buch "Weisse Wölfe" über Neonazis, das Correctiv veröffentlicht hat.
    Drohungen und Übergriffe gegen das Recherchebüro Correctiv

    Correctiv steht im Kreuzfeuer zahlreicher Gegner. Russland-Fans, Erdogan-Anhänger sowie deutsche Rechte und Rechtsradikale haben sich auf das gemeinnützige Projekt eingeschossen.

    30. Januar 2017 123
  • : Datenhehlerei: „Die Brisanz des Gesetzes ist nicht seine Anwendung, sondern dessen Existenz“
    Pressekonferenz zur Verfassungsbeschwerde
    Datenhehlerei: „Die Brisanz des Gesetzes ist nicht seine Anwendung, sondern dessen Existenz“

    Wir berichten von der Pressekonferenz gegen den Datenhehlerei-Paragraphen, welcher unsere Pressefreiheit akut bedroht und mit dem Gesetzespaket zur Vorratsdatenspeicherung 2015 in Kraft trat.

    14. Januar 2017 8
  • : Kommentar: Darum klagen wir für mehr Pressefreiheit in Karlsruhe
    Symbolbild. Foto: <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de">CC0 1.0</a> | <a href="https://unsplash.com/photos/UGQoo2nznz8">João Silas</a>
    Kommentar: Darum klagen wir für mehr Pressefreiheit in Karlsruhe

    Die Datenhehlerei ist eine Gefahr für die Pressefreiheit und ist ein Damoklesschwert über vernetzten Redaktionen wie unserer. Deswegen haben wir eine Verfassungsbeschwerde eingelegt. Unsere Hoffnung ist, dass Rechtssicherheit für Journalisten gesteigert wird und die Pressefreiheit ein Update erhält.

    13. Januar 2017 18
  • : netzpolitik.org klagt vor Verfassungsgericht gegen Einschränkung der Pressefreiheit
    Symboldbild. Foto: <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de">CC0 1.0</a> | <a href="https://unsplash.com/photos/xekxE_VR0Ec">Markus Spiske</a>
    netzpolitik.org klagt vor Verfassungsgericht gegen Einschränkung der Pressefreiheit

    Investigative Recherchen, die auf Leaks aufbauen, sind zum strafrechtlichen Minenfeld geworden. Schuld daran ist der Paragraph gegen Datenhehlerei, der versteckt mit der Vorratsdatenspeicherung eingeführt wurde. Mit einer Verfassungsbeschwerde wollen Journalisten und Bürgerrechtler jetzt ein Stück Pressefreiheit zurückerobern.

    13. Januar 2017 30
  • : USA: Millionenklage gegen die Erfinder des Streisand-Effekts
    Mike Masnick, Gründer von Techdirt, gilt als Erfinder des Begriffes "Streisand-Effekt" (Archivbild) Foto: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC-BY 2.0</a> | <a href="https://www.flickr.com/photos/dennis/111222589/sizes/l">dennis</a>
    USA: Millionenklage gegen die Erfinder des Streisand-Effekts

    Das US-Technologieblog Techdirt wird auf 15 Millionen Dollar verklagt. Der Kläger behauptet, die „E‑Mail“ erfunden zu haben. Techdirt hatte Zweifel angemeldet und das auch mit Beweisen unterlegt. Die Kosten für den Prozess könnten dem unabhängigen und kritischen Medium das Genick brechen.

    12. Januar 2017 17
  • : Alles ist jetzt Fake News
    trump
    Donald Trump. (Archivbild)
    Alles ist jetzt Fake News

    Mittlerweile ist irgendwie alles Fake News: dubiose Geheimdienstleaks, ganz normale journalistische Artikel und sogar soziale Proteste in Mexiko. Unser Überblick zu den Debatten und Forderungen der letzten Tage und Wochen.

    11. Januar 2017 66
  • : Irreführende Beschwichtigung zu BND-Gesetz an UN: „Verhältnismäßigkeit unabhängig von der Nationalität“
    Grundrecht auf Fernmeldegeheimnis: Für alle oder nur für Deutsche?
    Irreführende Beschwichtigung zu BND-Gesetz an UN: „Verhältnismäßigkeit unabhängig von der Nationalität“

    Das BND-Gesetz unterscheidet Deutsche, EU-Bürger und Ausländer. Die Grundrechte der drei Gruppen werden in unterschiedlichem Maß geschützt, das kritisierten unter anderem drei UN-Sonderberichterstatter. Diese Kritik wurde irreführend abwiegelt, wie die hier veröffentlichte deutsche Antwort an die UN zeigt.

    11. Januar 2017 11
  • : Apple löscht auf Wunsch der chinesischen Regierung „New York Times“-App aus dem Store
    Das "New York Times"-Gebäude in Manhattan.
    Das "New York Times"-Gebäude in Manhattan. - <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC BY 2.0</a> via flickr/<a href="https://www.flickr.com/photos/samchills/5970392182/">samchills</a>
    Apple löscht auf Wunsch der chinesischen Regierung „New York Times“-App aus dem Store

    Apple hat die App der New York Times aus dem eigenen Store entfernt. Das IT-Unternehmen kommt damit einer Anfrage der chinesischen Regierung nach. Angeblich verstößt die App gegen „lokale Vorschriften“. Pikant: Kurz vor der Entfernung arbeitete die Zeitung an regierungskritischen Artikeln.

    5. Januar 2017 11
  • : Gefährdetes Gut – Pressefreiheit in Europa
    Gefährdetes Gut – Pressefreiheit in Europa

    „Der Tag“ auf HR2 hat gestern eine Stunde lang über „Gefährdetes Gut – Pressefreiheit in Europa“ berichtet.

    „Keine Freiheit ohne Pressefreiheit“ lautet eine der Grunderfahrungen aus allen Gesellschaften und allen Zeiten. Die Freiheit des Wortes ist eben auch die seiner Verbreitung – egal auf welchen Verbreitungswegen, egal mit welchem Medium. Im deutschen Grundgesetz steht es klipp und klar: „Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.“ Ein Blick auf die Weltkarte der Pressefreiheit zeigt allerdings, dass das für die meisten Länder der Erde nicht gilt, auch nicht in Europa, der Heimatregion des freien Wortes.

    Am Ende kommen wir noch vor. Hier ist die MP3.

    5. Januar 2017 2
  • : Bundesjustizminister Maas: Keine neuen Gesetze gegen Fake News
    Foto: <a href0"https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/">CC-BY-NC-ND 2.0</a> <a href="https://www.flickr.com/photos/zapdelight/2649606636/sizes/l">zapdelight</a>
    Bundesjustizminister Maas: Keine neuen Gesetze gegen Fake News

    Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) hat sich im ARD Morgenmagazin gegen eine gesetzliche Regelung zu Fake News ausgesprochen. Das berichtet die Osnabrücker Zeitung:

    Bei Fake News gehe es um die Frage, was wahr und was unwahr sei, fügte der Justizminister hinzu. Er wolle keine „Wahrheitskommission“ in Deutschland, die darüber entscheide. „Die Dinge, die strafbar sind, die müssen vor Gericht gebracht werden, und dort müssen sie abgeurteilt werden“, sagte Maas. Der Kampf gegen die Falschinformationen sei aber auch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Jeder könne etwas dazu beitragen, indem er Inhalte nicht einfach ungeprüft übernehme.

    Damit spricht sich der Justizminister deutlich gegen den Vorschlag des CSU-Bundestagsabgeordneten Stephan Mayer aus, der einen neuen Straftatbestand gefordert hatte (wir berichteten). Maas trägt damit Befürchtungen Rechnung, die auf eine mögliche Einschränkung der Pressefreiheit durch einen neuen Straftatbestand hingewiesen hatten.

    Weitere Artikel und Projekte zum Thema

    Tagesschau.de widmet sich dem Thema Fake News unter dem Motto „Erst denken, dann teilen“. Der Beitrag gibt einen Überblick von psychologischen Hintergründen bis zu der rechtlichen Bewertung von Fake News.

    Der Postillon macht, indem er die Türkei als Vorreiter in der Bekämpfung von Fake News darstellt, auf die Gefahren eines Falschmeldungsverbotes aufmerksam. Und weil es der Postillon ist, macht er das natürlich im Format einer satirischen Fake News.

    Der Deutschlandfunk hat ein längeres Stück über Meinungsroboter und manipulative Falschmeldungen. Im Beitrag werden Forscher befragt und auch Menschen, die schon Social Bots programmiert haben.

    In Sachen Bekämpfung von Falschmeldungen hat das US-Magazin Slate ein Experiment mit einem Browser-Plugin gestartet, das vor Falschmeldungen auf Facebook warnt. Das für den Chrome-Browser verfügbare Addon gibt es auf thisisfake.org 

    15. Dezember 2016 12
  • : Zensurdatenbank der großen Internetunternehmen könnte zu Overblocking führen
    Foto: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/">CC-BY-NC 2.0</a> <a href="https://www.flickr.com/photos/lewishamdreamer/79988877/sizes/o/">lewishamdreamer</a>
    Zensurdatenbank der großen Internetunternehmen könnte zu Overblocking führen

    Sarah Jeong hat bei Motherboard die kürzlich eingeführte Zensurinfrastruktur bei Youtube, Facebook, Twitter und Microsoft beschrieben. Unter anderem hat die Redakteurin bei Facebook gefragt, ob die Filter auch zum Scannen privater Nachrichten genutzt werden sollen – und von der Pressestelle darauf keine Antwort bekommen.

    Jeong weist auf die unterschiedlichen Regelungen der Unternehmen im Umgang mit Terrorismus hin. Während bei Facebook alles verboten sei, was auf eine wie auch immer geartete Unterstützung einer Terrororganisation hinweist, sind bei Youtube nur Rekrutierungsvideos und solche, die zur Gewalt aufrufen, verboten. In ihrer Presseerklärung stellten die Unternehmen zwar klar, dass beim Löschen immer noch die eigenen Regeln gelten würden und kein Automatismus entstehe, nur weil eine andere Firma etwas markiere. Doch daran gibt es Zweifel. Andy Sellars von der Boston University sagt gegenüber Motherboard: „Du hast einen Hammer gebaut und fragst jetzt die Welt nach Nägeln. Dieses System ermutigt dazu, mehr zu melden als nötig.“ Er sehe nicht, dass die Technologiefirmen zögern würden, markierte Inhalte zu löschen.

    Inhalte über Terrorismus können Nachrichten sein

    Gleichzeitig gebe es das Problem, zu definieren, was eine Terrororganisation und terroristische Inhalte denn eigentlich seien? Gegenüber Motherboard kritisiert Hugh Handeyside von der amerikanischen Bürgerrechtsorganisation ACLU das Vorhaben: „Diese Art von digitalem Fingerabdruck wurde genutzt, um Kinderpornografie zu identifizieren. Aber Kinderpornografie und so genannter Terrorismus sind nicht vergleichbar. Kinderpornografie ist immer strafbar, während die Inhalte über Terrorismus Nachrichten sein können.“

    Gleichzeitig sieht Jeong die Gefahr, dass die gemeinsame Datenbank der Internetriesen bald Strafverfolger auf den Plan rufen könnte, die die Erkenntnisse nutzen wollen. Die gemeinsame Presseerklärung der Firmen schließe dieses Szenario nicht genug aus.

    Wir haben in einem ausführlichen Artikel beschrieben „Warum die Uploadfilter der Internetkonzerne eine Gefahr für die Meinungsfreiheit sind“.

    12. Dezember 2016 4
  • : Falschmeldungsverbot: Wie stellen Sie sich das jetzt vor, Herr Mayer?
    Foto: <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/">CC-0 1.0</a> <a href="https://unsplash.com/search/newspaper?photo=tUyYnO_VdP0">Sam Wheeler</a>
    Falschmeldungsverbot: Wie stellen Sie sich das jetzt vor, Herr Mayer?

    Der CSU-Politiker Stephan Mayer will mit Fake-News und Desinformation im Internet aufräumen. Doch bevor es richtig losgeht: Wir haben da noch ein paar klitzekleine Fragen.

    12. Dezember 2016 101