Öffentlichkeit

Zensurdatenbank der großen Internetunternehmen könnte zu Overblocking führen

Foto: CC-BY-NC 2.0 lewishamdreamer

Sarah Jeong hat bei Motherboard die kürzlich eingeführte Zensurinfrastruktur bei Youtube, Facebook, Twitter und Microsoft beschrieben. Unter anderem hat die Redakteurin bei Facebook gefragt, ob die Filter auch zum Scannen privater Nachrichten genutzt werden sollen – und von der Pressestelle darauf keine Antwort bekommen.

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Jeong weist auf die unterschiedlichen Regelungen der Unternehmen im Umgang mit Terrorismus hin. Während bei Facebook alles verboten sei, was auf eine wie auch immer geartete Unterstützung einer Terrororganisation hinweist, sind bei Youtube nur Rekrutierungsvideos und solche, die zur Gewalt aufrufen, verboten. In ihrer Presseerklärung stellten die Unternehmen zwar klar, dass beim Löschen immer noch die eigenen Regeln gelten würden und kein Automatismus entstehe, nur weil eine andere Firma etwas markiere. Doch daran gibt es Zweifel. Andy Sellars von der Boston University sagt gegenüber Motherboard: „Du hast einen Hammer gebaut und fragst jetzt die Welt nach Nägeln. Dieses System ermutigt dazu, mehr zu melden als nötig.“ Er sehe nicht, dass die Technologiefirmen zögern würden, markierte Inhalte zu löschen.

Inhalte über Terrorismus können Nachrichten sein

Gleichzeitig gebe es das Problem, zu definieren, was eine Terrororganisation und terroristische Inhalte denn eigentlich seien? Gegenüber Motherboard kritisiert Hugh Handeyside von der amerikanischen Bürgerrechtsorganisation ACLU das Vorhaben: „Diese Art von digitalem Fingerabdruck wurde genutzt, um Kinderpornografie zu identifizieren. Aber Kinderpornografie und so genannter Terrorismus sind nicht vergleichbar. Kinderpornografie ist immer strafbar, während die Inhalte über Terrorismus Nachrichten sein können.“

Gleichzeitig sieht Jeong die Gefahr, dass die gemeinsame Datenbank der Internetriesen bald Strafverfolger auf den Plan rufen könnte, die die Erkenntnisse nutzen wollen. Die gemeinsame Presseerklärung der Firmen schließe dieses Szenario nicht genug aus.

Wir haben in einem ausführlichen Artikel beschrieben „Warum die Uploadfilter der Internetkonzerne eine Gefahr für die Meinungsfreiheit sind“.

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4 Kommentare
  1. Das Problem sind Zeitgenossen in der Politik die glauben, dass der ganze Terrorismus daher kommt, dass die Leute im Netz dazu verführt werden. Kleinlaut stellen sie fest, dass auch offline-Netzwerke notwendig sind. JEDOCH, wenn wir das Netz gut genug säubern, dann haben die offline-Netzwerk keine Chance.

    Nun frage ich mich, warum müssen die Netzunternehmen filtern? Wegen dieser falschen Annahme?

    Allerdings sollten auch Nippel zugelassen werden. Ich möchte mehr Nippel als Bombenbauanleitungen und Falke-Nachrichten im Netz sehen. Aber die Moral der Geschicht‘ über die Moral ist keine einfache Geschicht‘.

  2. Es ist absolut Inordnung das das Internet Zensiert wird. Wer Kinderpornos kriminalisiert als auch Zernsiert der befuerwortet auch allgemeine Zensur und die Strabarkeit bei aufruf entsprechner Seiten. Ihr heult doch jetzt auf weil Ihr betroffen seit. Was meint Ihr wieso Kinderpornos, Jugenpornos, Kindersex, bald auch Jugendsex kriminalisiert als auch Tabuisiert worden ist, um eine Triftigen Grund zu haben um eine Zensurinfrastruktur zu etablieren und diese wird jetzt gegen euch eingesetzt. Tja wie heisst es so schoen wer anderen eine Grube graebt der faellt selbst hinnein.

    Setzt euch fuer die Entabuiserung und Legalisierung von Kinderpornos als auch Jungendpornos ein, ansonsten ist euer ganzes Zensurgequatsche nur Heuchellei.

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    1. Was ist eigentlich, wenn in 10 Jahren die Grafikchips so gut werden, dass die Leute anfangen, virtuelle Sexbots zu bauen, die wie 10-Jährige aussehen? Wem wird da eigentlich geschadet? Den Grafikchips oder dem KI-Netzwerk?

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