Freedom of the World Report 2017: Seit elf Jahren in Folge wird die Welt autoritärer

Es geht weltweit abwärts mit politischen Freiheiten und Menschenrechten. Das stellt der jährliche Bericht von Freedom House fest. Problematisch sind laut dem Bericht nicht nur verfestigte autokratische Herrschaften, sondern auch rechtspopulistische Regierungen.

Freedom House hat den Freedom in the World Report 2017 veröffentlicht. Die jährlich erscheinende Bestandsaufnahme sieht „nationalistische und populistische Kräfte“ als größte Gefährdung für Grund- und Freiheitsrechte sowie politische Freiheiten in der Welt. In 67 Ländern der Erde stellt die Nichtregierungsorganisation einen Verlust von Freiheit fest und nur in 36 Ländern eine Verbesserung. Damit fallen im elften Jahr in Folge die Verluste von politischen Freiheiten weltweit größer aus als die Zuwächse. Für die Bewertung nutzt Freedom House eine Skala von 0 bis 100 Punkten.

Die größten Verluste auf einen Zeitraum von zehn Jahren gesehen haben die Zentralafrikanische Republik, die Türkei und Gambia zu verzeichnen. In der Gesamtbewertung stehen Nordkorea, Eritrea und das Bürgerkriegsland Syrien ganz unten und gelten daher als die unfreiesten Länder der Welt.

Aufstrebende populistische Bewegungen in Europa und den USA

In Europa warnt der Bericht vor allem vor den Entwicklungen in Polen und in Ungarn, wo rechtspopulistische Regierungen sowohl Pressefreiheit wie auch politische Institutionen angreifen würden. Aufmerksam verfolgen solle man zudem die Tschechische Republik und Dänemark. Dort werden in diesem Jahr anstehende Wahlen respektive fragwürdige Gesetzentwürfe über den Zustand der Freiheit und Demokratie entscheiden. Deutschland kommt in der Gesamtwertung auf 95 von 100 Punkten.

Auf der Liste der Länder, die ein besonderes Interesse verdienen, finden sich zudem die Vereinigten Staaten wieder. Nach der „unorthodoxen Wahlkampagne“ des nunmehrigen Präsidenten Donald Trump blieben Fragen offen, wie die US-Regierung künftig mit bürgerlichen Grundrechten und der Aufstellung der USA im internationalen System umgehen werde. Auch Russland, das in den US-Wahlkampf eingegriffen habe und darüber hinaus seinen Einfluss in Syrien, der Ukraine und anderen europäischen Ländern ausbauen wolle, müsse man genau auf die Finger schauen.

Der Bericht (PDF) bewertet in seiner Methodik die Länder auf Grundlage der Umsetzung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Freedom House gibt außerdem auch den Freedom on the Net Report heraus, bei dem die Internetfreiheiten gemessen werden. Die Organisation Freedom House selbst wurde in der Vergangenheit für ihre Nähe zur Regierung der USA kritisiert, diese Kritik ist heute aber nicht mehr so laut.

17 Kommentare
    • Tom (Abonnent) 2. Feb 2017 @ 11:34
          • Horst Kevin 3. Feb 2017 @ 14:15
  1. Tom (Abonnent) 2. Feb 2017 @ 11:32
    • Tom (Abonnent) 2. Feb 2017 @ 16:08
        • Tom (Abonnent) 3. Feb 2017 @ 8:34
  2. Andreas Säger 2. Feb 2017 @ 18:05

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