Netzsperren
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: Netz-Sperren: Dänemark zensiert Webseite von Immobilienmakler, weil das Wort „Home“ markenrechtlich geschützt ist
: Netz-Sperren: Dänemark zensiert Webseite von Immobilienmakler, weil das Wort „Home“ markenrechtlich geschützt ist
Der dänische Provider Telenor sperrt jetzt die Webseite HomelifeSpain.com. Ein Gericht hatte die Sperre angeordnet, weil das Wort „Home“ die Markenrechte eines anderen Immobilienmaklers verletzt. Auch in Dänemark wurde die Einführung von Netz-Sperren mit Kinderpornografie begründet.Seit 2005 werden in Dänemark Webseiten gesperrt. Begründet wurde die Einführung der Sperren mit Kinderpornografie. Drei Jahre später landete die Filesharing-Seite The Pirate Bay auf der Liste, im Juni berichteten wir, dass die Sperren auch auf weitere „illegale Dienste“ ausgeweitet werden sollen.
Jetzt berichtet die dänische Seite ComON, dass auch die Seite HomelifeSpain.com gesperrt wird. (Google Translate)
Die dänische Immobilienfirma home.dk hat eine DNS-Sperre eines spanischen Immobilienmaklers erwirkt. Das bedeutet, dass die Webseite HomelifeSpain.com bald nicht mehr vom Internet in Dänemark aufgerufen werden kann.
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: Internet-Zensur in Großbritannien: Mehrheit der Bevölkerung will keine Porno-Sperren
: Internet-Zensur in Großbritannien: Mehrheit der Bevölkerung will keine Porno-Sperren Die große Mehrheit der Briten lehnt es ab, dass Internet-Provider automatisch Webseiten mit Pornografie sperren. Das ist das Ergebnis einer Umfrage von Bildungs- und Innenministerium. Als Konsequenz will die britische Regierung Provider nicht mehr dazu verpflichten, pornografische Inhalte zu sperren – stattdessen sollen sie ihre Kunden dazu „ermutigen“.
Wie wir bereits im Juli berichteten, wird im Vereinigten Königreich diskutiert, die existierenden Netz-Sperren gegen Missbrauch auch auf Webseiten mit Pornografie, Magersucht, Gewalt und anderen „schädlichen Inhalten“ auszuweiten. Vorreiter dieser Kampagne ist die politische rechte Tageszeitung Daily Mail, die auch offen von einer „von ihr angeführten Kampagne“ spricht.
Bildungs- und Innenministerium, die beide auch im UK Council for Child Internet Safety involviert sind, haben jetzt die Ergebnisse einer Konsultation zum Thema veröffentlicht. Ein zentrales Ergebnis ist, dass sich 85 Prozent der Befragten gegen automatische Sperren bestimmter Internet-Inhalte aussprechen:

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: Netz-Sperren in Australien: Provider sollen Webseiten mit Kinderpornografie sperren, nicht löschen
: Netz-Sperren in Australien: Provider sollen Webseiten mit Kinderpornografie sperren, nicht löschen Internet-Provider in Australien werden verpflichtet, Webseiten mit Kinderpornografie zu sperren. Das kündigte der Minister für Breitband, Kommunikation und digitale Ökonomie heute an. Die beiden größten Provider haben das schon vor zwei Jahren freiwillig gemacht, jetzt sollen auch die übrigen Provider dazu gebracht werden.
In Australien hat man anscheinend noch nichts von Löschen statt Sperren gehört. Der Minister für Breitband, Kommunikation und digitale Ökonomie, Stephen Michael Conroy, lies heute verlautbaren:
Minister for Broadband, Communications, and the Digital Economy, Senator Stephen Conroy, has today announced that Australia’s major Internet Service Providers (ISPs) are required to block child abuse websites on the INTERPOL „worst of“ child abuse list.
Australia’s largest ISPs have been issued with notices requiring them to block these illegal sites in accordance with their obligations under the Telecommunications Act 1997.
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: Ägypten sperrt Webseiten mit pornographischen Inhalten
: Ägypten sperrt Webseiten mit pornographischen Inhalten Der nationale Generalstaatsanwalt der Republik Ägypten, Abdel Meguid Mahmud, forderte gestern in einem Brief die Ministerien für Telekommunikation, Information und Inneres dazu auf, Maßnahmen zu erlassen, um Webseiten mit pornographischen Inhalten zu sperren. Im Mai 2009 hatte das Oberverwaltungsgericht Ägyptens dieses Verbot bereits befürwortet, nachdem der Anwalt Nezar Ghourab Klage eingereicht hatte.
Wie Al-Ahram Online berichtet, hat am Mittwoch eine Gruppe von salafistischen Muslimen, die der Graswurzelbewegung „Pure Net“ angehören, vor Kairos Oberstem Gerichtshof demonstriert und die Umsetzung des Verbots gefordert. Bisher wurden ähnliche Aufforderungen nicht umgesetzt, da die Kosten für die technische Umsetzung zu hoch seien. Dass das Verbot nun umgesetzt werden soll, liege vor allem an dem Druck von „hard-line Muslims“.
In 2009 under Mubarak, an administrative court in Cairo ruled in favor of a suit filed by an Islamist lawyer who argued that pornographic websites were destructive to Egyptian social values. The court ruled at the time that „freedoms of expression and public rights should be restricted by maintaining the fundamentals of religion, morality and patriotism,“ denouncing the websites in graphic terms.
Obwohl dieses Verbot hauptsächlich von salafistischen Predigern und als islamistisch geltenden Parlamentariern gefordert wird, hält Ramy Raoof, der zu Digitalen Rechten forscht, es nicht für ein Ergebnis von islamistischen Kräften: „I don’t see this has anything to do with Islamists. It is a continuous effort that has been happening from before“. Dennoch äußern säkulare und liberale Gruppen die Befürchtung, dass „Islamists may be trying to use the drafting of Egypt’s new constitution to impose a strict interpretation of Islamic law, or Shariah, and limit freedoms“.
Tarek Shalaby, ein Blogger aus Ägypten, hatte bereits im Januar 2011 einen Artikel dazu veröffentlicht, wie die damaligen Sperren umgangen werden können: „How to bypass Internet censorship in Egypt: A followup on the demonstrations“. Auch dieses Mal kündigte er sofort an, Umgehungsmöglichkeiten vorzustellen.
Der Generalstaatsanwalt, der nun die Ausführung der Sperren von den Ministerien fordert, ist zudem selbst Kritik ausgesetzt. Nachdem er einige Funktionäre Mubaraks freigesprochen hatte, denen vorgeworfen wird, für den Tod von Protestierenden während der Revolution verantwortlich zu sein. Die Muslim-Bruderschaft sowie der neue Staatspräsident Mohammed Mursi forderten daraufhin seinen Rücktritt, bislang erfolglos.
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: Internet-Zensur in Russland: Auch Anonymisierungsdienste, Proxy-Server und VPNs werden verboten
: Internet-Zensur in Russland: Auch Anonymisierungsdienste, Proxy-Server und VPNs werden verboten In Russland soll die Umgehung der Internet-Zensur verboten werden. Das berichtet Reporter ohne Grenzen unter Berufung auf einen neues Gesetz in der Duma. Wer Anonymisierungsdienste, Proxy-Server oder Virtual Private Networks nutzt, muss mit dem Abklemmen des Internet-Anschlusses und hohen Geldstrafen rechnen.
Letzte Woche berichteten wir über das neue Gesetz zur Internet-Zensur in Russland und Beispiele gesperrter Seiten. Reporter ohne Grenzen weist auf einen weiteren Punkt hin:
Amendments to the child-protection law had barely been put in place last July when the Duma (the lower house of the Russian parliament) decided to add the prohibitions on anonymizer and filter- bypass tools (proxies, VPN). According to the bill to amend the information law, filed on 21 September, internet users who continue to use these methods would face penalties ranging from blocking of their internet access to heavy fines.
Kevin Rothrock schildert bei Global Voices das Verfahren:
The law would create a registry (or “blacklist”) of any online materials containing illegal information relevant to children (specifically child pornography, drug paraphernalia, and instructions about self-harm). Once a website appeared on the list, the site’s hosting-provider would have 24 hours to notify the site-owner, who must then delete the offending data. If the owner fails to act, the hosting-provider is required to shut down or delete the site itself. In the event that the hosting-provider fails or refuses to act, it joins the registry and then web-providers must cut off access to that entire hosting-provider. Anyone included on the blacklist then has three months to appeal the decision in court.
Auf der Webseite zapret-info.gov.ru können User nachgucken, ob eine bestimmte Domain, IP oder URL auf der Sperrliste ist. Eine komplette Sperrliste soll es eigentlich nicht geben, jedoch dürfte das Crawlen nicht zu lange dauern.
Das Gesetz geht jedoch nicht nur auf Putins Partei Einiges Russland zurück, auch Oppositions-Politiker der Partei Gerechtes Russland sind dafür. Deren Duma-Abgeordnete Elena Mizulina sagte:
Niemand außer Pädophile und Drogenbosse hat irgendetwas vor diesem Gesetz zu befürchten.
Das war im Juli. Mit Inkrafttreten des Gesetzes Anfang November zeigte sich das ganze Ausmaß der Zensur und Überwachung.
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: Welche Internet-Inhalte Russland zensiert: Zeugen Jehovas, Extremismus, Suizid-Anleitungen – und eine ganze Bücherei (Update)
: Welche Internet-Inhalte Russland zensiert: Zeugen Jehovas, Extremismus, Suizid-Anleitungen – und eine ganze Bücherei (Update) In Russland wurden allein im September mehr als ein ein Dutzend Webseiten zensiert. Das geht aus Recherchen der Plattform Agentura.Ru hervor. Eigentlich richtet sich das Gesetz nur gegen „schädliche Inhalte für Kinder“, gesperrt werden aber auch politische Extremisten und Gegner der Putin-Regierung.
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Internet-Zensur in Russland: Es ist alles eingetreten, wovor wir immer gewarnt haben, sogar noch schlimmer
Internet-Zensur in Russland: Es ist alles eingetreten, wovor wir immer gewarnt haben, sogar noch schlimmer In Russland ist heute das Gesetz zur Internet-Zensur in Kraft getreten. Begründet wurde es mit Kinderschutz, trotzdem werden auch politische Webseiten von Oppositionellen zensiert. Umgesetzt wird das mit Deep Packet Inspection, womit neben der Zensur gleich noch Überwachung möglich ist – inklusive Anbindung an den Geheimdienst.
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: Straßburg für Netzstasi-Exportkontrollen
: Straßburg für Netzstasi-Exportkontrollen Das Europaparlament positioniert sich gegen den unkontrollierten Export von Netz-Überwachungstechnik. Der Arabische Frühling und die bürgerkriegsähnliche Situation in Syrien haben das Bewusstsein geschärft. Viele Europaabgeordnete waren pikiert, als ihnen die Betroffenen aus den Nahost-Diktaturen die Verstrickungen von europäischen Dienstleistern in die staatliche Netzüberwachung enthüllten. Am Dienstag ließen die Abgeordneten ihrer Empörung Taten folgen lassen. In der Position zur Verordnung der Gütern mit doppeltem Verwendungszweck (dual use goods) steht in Abänderung 11:
‚3a. Die Ausfuhr von Gütern mit doppeltem Verwendungszweck, die nicht in Anhang I aufgeführt sind, ist auch genehmigungspflichtig, wenn der Ausführer von den …Behörden …davon unterrichtet worden ist, dass diese Güter ganz oder teilweise zur Verwendung im Zusammenhang mit Verstößen gegen die Menschenrechte, die Grundsätze der Demokratie oder die Meinungsfreiheit, wie sie in der Charta der Grundrechte der Europäischen Union festgelegt sind, bestimmt sind oder bestimmt sein können, indem Abfangtechniken und Vorrichtungen der digitalen Datenübertragung, mit dem Mobiltelefone und Textnachrichten überwacht und die Internet-Nutzung gezielt beobachtet werden können (z. B. Überwachungsstellen und Schnittstellen zur legalen Überwachung [„Lawful Interception Gateways“]) verwendet werden.’
Diese Position aus erster Lesung darf in Kraft treten, wenn der Ministerrat zustimmt. Im Ministerrat sind die Regierungen der europäischen Mitgliedstaaten vertreten.
Es gilt eine angemessene Balance zu finden. Das ist herausfordernd. Mancher Advokat von Exportkontrollen stand auch schon einmal auf der anderen Seite. Die Älteren werden sich noch an die netzaffine Kritik aus den 90ern an Exportbeschränkungen für Verschlüsselungslösungen erinnern, und kreative Umgehungsmethoden wie die Veröffentlichung von Programmcode als Buch. Auf den zweiten Blick reichen vielleicht schon die Bordmittel eines unixartigen Betriebssystems um die Kriterien in Änderung 11 zu erfüllen. Tatsächlich geht es aber um „idiotensichere“ Spezialsoftware aus Europa. Die wird in den Ländern eingesetzt, um Jagd auf Regimegegner zu machen.
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: EU-Kommission distanziert sich von Netzsperren
: EU-Kommission distanziert sich von Netzsperren Internetsperren sind in der EU-Kommission ein heikles Thema, an der sich bereits die EU-Innenkommissarin Cecilia (Censilia) Malmström die Finger verbrannt hat. Vor zwei Jahren schlug sie einen Richtlinienentwurf für Internetsperren gegen kinderpornographische Webseiten auf EU-Ebene vor.
Auch die EU-Kommissarin für die Digitale Agenda, Neelie Kroes, ist Internetsperren nicht abgeneigt. Ihre Generaldirektion (GD Connect) ist für mehrere Projekte zur privatisieten Rechtsdurchsetzung verantwortlich und hat unter anderem die Mobile Alliance against Child Sexual Abuse Content unterstützt. Diese Allianz hat zum „freiwilligen“ Einsatz von Internetfiltern und bereits zahlreichen Pannen geführt, wie beispielsweise der unbeabsichtigten Zensur des Tor-Projekts in Großbritannien. Seit letztem Dezember gibt es nun das von Kroes ins Leben gerufene „Bündnis für ein kindersicheres Internet“ (CEO-Coalition) wo zunächst enthusiastisch Upload-Filter diskutiert wurden, sich die Komission aber nach einigem Druck von European Digital Rights sowie einzelnen Vertretern aus der Industrie wieder von der Idee verabschieden musste.
Jetzt wurde von der Abteilung Binnenmarkt und Dienstleistungen (GD Markt), geleitet von EU-Kommissar Michel Barnier, ein Aktionsplan gegen Online-Glücksspiel veröffentlicht. Diese Strategie schlägt nun seit gestern in der Presse und der Welt der Bürgerrechtler einige Wellen, da eine Rückkehr der Internetsperren befürchtet wird.
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Clean IT: Die EU-Kommission will das Internet überwachen und filtern, ganz ohne Gesetze
Clean IT: Die EU-Kommission will das Internet überwachen und filtern, ganz ohne Gesetze Europäische Internet-Anbieter sollen alle Internet-Verbindungen überwachen und bestimmte Inhalte herausfiltern. Das schlägt das Clean IT Projekt in einem internen Entwurf vor, den European Digital Rights heute veröffentlicht hat. Im Kampf gegen den Terrorismus sollen Firmen freiwillig ihre Geschäftsbedingungen verschärfen, am Gesetzgeber vorbei.
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: Interner Bericht: Musikindustrie will Netz-Sperren gegen Urheberrechtsverletzungen, auch in Deutschland
: Interner Bericht: Musikindustrie will Netz-Sperren gegen Urheberrechtsverletzungen, auch in Deutschland
Die Musikindustrie fordert weiterhin, dass Webseiten mit Urheberrechtsverletzungen von Internet-Anbietern zensiert werden sollen. Das geht aus einem geheimen internen Papier des Weltverbandes der Musikindustrie hervor, das netzpolitik.org exklusiv an dieser Stelle veröffentlicht. Die notwendige Technik haben Provider ohnehin schon installiert, man bedankt sich für „gesetzgeberische Impulse“, die Forderung umzusetzen.Im April präsentierte Mo Ali, Leiter der Anti-Piraterie-Maßnahmen im Internet beim Weltverband der Phonoindustrie (International Federation of the Phonographic Industry, IFPI) „weltweite Perspektiven und Trends der Online-Piraterie“. Seine „streng geheimen“ Vortragsfolien waren aus Versehen kurzzeitig auf einer Webseite der IFPI. Jemand hat sie bekommen, enigmax machte daraus eine Story auf TorrentFreak. Netzpolitik.org veröffentlicht jetzt das komplette Dokument.
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: Constanze Kurz: Gesetzgeber ist beim Datenschutz ins Hintertreffen geraten
: Constanze Kurz: Gesetzgeber ist beim Datenschutz ins Hintertreffen geraten In der aktuellen Debatte um das Meldegesetz wird leider nicht hinterfragt, ob der Staat überhaupt solche Daten verkaufen sollte. Das kritisiert Constanze Kurz, Sprecherin des Chaos Computer Clubs, in einem Interview mit dem Deutschlandradio. Die aktuelle Gesetzgebung zum Datenschutz sei nicht mehr zeitgemäß.
Auch die in Russland beschlossene Internet-Zensur wird thematisiert:
Fischer: In Russland regt sich Widerstand gegen ein Gesetz, das die Sperrung von Internetseiten mit kinderpornographischem Inhalt erlaubt; Regierungskritiker sehen darin aber auch die Gefahr, dass dadurch Meinungsfreiheit oder die Protestbewegung gegen Putin weiter eingeschränkt werden könnte – und es gibt ja Fälle von staatlicher Internetzensur gegen Oppositionelle. Wir hatten so was Ähnliches in Deutschland auch schon diskutiert.
Kurz: Richtig. Das erinnert natürlich sehr an die Streits bei uns um das so genannte „Zugangserschwerungsgesetz“, also die Netzsperren, die ja letztlich vom Parlament wieder gekippt wurden und die nicht mehr in Kraft sind. In Russland sieht natürlich die Lage anders aus in gewisser Weise. Technisch ist was Ähnliches geplant, man möchte eine Webseite installieren, die sich „No-List“ nennen soll, und darauf sollen all die ungewünschten Webseiten aufgelistet sein, die dann zu sperren sind.
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: Russische Wikipedia protestiert gegen Zensurgesetz
: Russische Wikipedia protestiert gegen Zensurgesetz Seit Dienstagfrüh erscheint auf der russischen Wikipedia eine Protestseite anstatt der Lexikonseiten. Der russische Ableger der Wikipedia protestiert damit gegen ein geplantes Internetzensurgesetz. Mit diesem sollen zentrale Sperrlisten erstellt werden auf denen Seiten die Kinderpornografie verbreiten, Drogenkonsum fördern oder Anleitungen zum Selbstmord geben gesetzt werden sollen. Die Webseiten-Betreiber, auf deren Webseiten Inhalte beanstandet werden, sollen diese innerhalb von 24 Stunden entfernen, kommen sie dem nicht nach, müssen die Webhoster innerhalb von ebenfalls 24 Stunden die Seite sperren – geschieht auch dies nicht innerhalb der Frist müssen die russischen ISPs (Internet Service Provider) die Seiten sperren. Dabei sollen nicht „nur“ DNS-Sperren zum Einsatz kommen, sondern auch ganze IP-Adressbereiche gesperrt werden, wodurch häufig auch nicht beanstandete Inhalte, die unter der gleichen IP-Adresse liegen, betroffen wären. Die Sperren können durch einen IP-Adresswechsel umgangen werden.
Kritisiert werden die weiten Formulierungen im Gesetz und befürchten eine Zensurinfrastruktur, die sehr schnell und nach Gutdünken von Regierungs- oder Behördenvertretern Inhalte aus dem Netz nehmen kann. Es werden auch Vergleiche mit der chinesischen Zensurinfrastruktur, die ironisch Great Firewall genannt wird, gezogen. Die Wikipedia befürchtet selbst von der Zensur betroffen zu sein.
Der Gestzentwurf wird von allen vier Parteien in der Duma unterstützt und soll am Mittwoch verabschiedet werden. Welche Behörde die Sperrlisten verwalten soll ist bisher noch unklar.
[update]Das Gesetz wurde am 11. Juli 2012 beschlossen. Laut Moscow Times wurde die vage Formulierung „schädliche Informationen“ gestrichen und das Gesetz damit leicht entschärft. Wie sich das Gesetz auf die Medienlandschaft und das Internet in Russland auswirkt, muss sich zeigen.[/update]
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: Internet-Sperren in Großbritannien: Nach Missbrauch jetzt standardmäßig auch Pornografie und „schädliche Inhalte“
: Internet-Sperren in Großbritannien: Nach Missbrauch jetzt standardmäßig auch Pornografie und „schädliche Inhalte“ Im Vereinigten Königreich sollen Internet-Provider jetzt auch Webseiten mit Pornografie, Magersucht, Gewalt und anderen „schädlichen Inhalten“ sperren. Damit erweitert der „Rat für Kinder-Sicherheit“ die Vorschläge der Regierung noch. Umstritten scheint nur noch, ob die Filter standardmäßig für alle Internet-Anschlüsse gelten oder die Inhaber gefragt werden, ob sie diesen „Kinderschutz“ wollen.
Bereits im Oktober kündigte Premierminister David Cameron auf einem Treffen mit der christlichen Organisation „Mothers’ Union“ an, die Internet-Pornografie eindämmen zu wollen. Die vier größten britischen Internet-Provider haben damals eingewilligt, pornografische Webseiten standardmäßig zu sperren. Die Technik existiert ja bereits durch die Sperren von Kindesmissbrauchs-Dokumentation. Kunden, die doch Pornos sehen wollen, könnten das ja wieder freischalten lassen.
Der von New Labour unter Gordon Brown ins Leben gerufene UK Council for Child Internet Safety will noch weiter gehen. Der Vorstand des Zusammenschlusses aus Regierung, Strafverfolgungsbehörden, Privatwirtschaft und Kinderschutz-Organisationen hat jetzt einen Vorschlag zum Kinderschutz im Internet veröffentlicht.
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: Was sonst noch interessant war: Netz-Sperren, Forschung mit E‑Mail, Open Data Kritik
: Was sonst noch interessant war: Netz-Sperren, Forschung mit E‑Mail, Open Data Kritik A Weapon We Can’t Control
New York Times – Misha Glenny
During the cold war, countries’ chief assets were missiles with nuclear warheads. Generally their number and location was common knowledge, as was the damage they could inflict and how long it would take them to inflict it.
Advanced cyberwar is different: a country’s assets lie as much in the weaknesses of enemy computer defenses as in the power of the weapons it possesses. So in order to assess one’s own capability, there is a strong temptation to penetrate the enemy’s systems before a conflict erupts. It is no good trying to hit them once hostilities have broken out; they will be prepared and there’s a risk that they already will have infected your systems. Once the logic of cyberwarfare takes hold, it is worryingly pre-emptive and can lead to the uncontrolled spread of malware.
International conference against commercial sexual exploitation of children in Tokio, Japan
Deutsche Kinderhilfe – Georg Ehrmann
First of all admitting, that Deutsche Kinderhilfe used to support the law regulated access blocking in 2009, I described the severe disappointments by reluctant policy makers hiding behind a false sense of security, ignoring that harming contents can turn up again on other websites easily, just to calm the voters. Bothered by doubtful statistics, created to support access blocking only, the Deutsche Kinderhilfe is now convinced that access blocking is neither an effective nor a desirable method. The opposite is true. Nowadays, defeating blocking system and moving web sides automatically is a breeze for criminals even with smattering knowledge.
Evgeny Morozov curbs Web enthusiasm
Los Angeles Times – James Rainey
His next book will include an attack on the „open data“ movement. In one cautionary example, the Indian state of Karnataka put millions of property records online in the name of convenience and transparency.
„The wealthy and the powerful used this new data to evict the poor, find the right people to bribe and so forth,“ Morozov said. „The moral of the story here is that transparency and efficiency should not be pursued for their own sake. They should serve as enabling factors to other goods and values.“
Globale Wanderungstrends im E‑Mail-Verkehr entdeckt
Max-Planck-Institut fürr demografische Forschung – Emilio Zagheni
Zusammen mit Ingmar Weber von Yahoo! Research wertete er den weltweiten E‑Mail-Verkehr von 43 Millionen Benutzerkonten des Internetdienstleisters Yahoo! aus. Für Nachrichten, die zwischen September 2009 und Juni 2011 geschrieben wurden, ermittelten die Forscher anonymisiert den Wohnort des Absenders – und damit letztlich sein Wanderungsverhalten. Sie nutzten dazu sogenannte IP-Adressen, aus denen sich für jedes Gerät bestimmen lässt, aus welchem Land es eine E‑Mails versendet.
Neben Datum und Ursprungsland jeder Mail verwendeten sie auch den Geburtstag und das Geschlecht des Absenders, die dieser in seinem Benutzerkonto angegeben hatte. Eine Person wurde dann als Migrant gezählt, wenn sie den Ort, von dem aus sie die Mehrheit ihrer Mails verschickt, dauerhaft änderte. So konnten Zagheni und Weber gezielt die Wanderungsströme aus fast jedem und in fast jedes Land der Welt messen.
PGP founder, Navy SEALs uncloak encrypted comms biz
The Register – Iain Thomson
Phil Zimmermann and some of the original PGP team have joined up with former US Navy SEALs to build an encrypted communications platform that should be proof against any surveillance.
The company, called Silent Circle, will launch later this year, when $20 a month will buy you encrypted email, text messages, phone calls, and videoconferencing in a package that looks to be strong enough to have the NSA seriously worried.
The Tor Project helps journalists and whistleblowers go online without leaving a trace
Nieman Lab – Adrienne LaFrance
With an infusion of Knight News Challenge funds announced Monday, Tor will establish a multilingual help desk so that people using the software around the world can get instant assistance any time.
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: Die EU will immer noch Netz-Sperren, jetzt sogar weltweit
: Die EU will immer noch Netz-Sperren, jetzt sogar weltweit Die EU will weiterhin Netz-Sperren gegen Kindesmissbrauchs-Dokumentation im Internet einsetzen. Nach einem internen Beschluss Anfang des Monats, will man das jetzt auch in einer globalen Allianz durchsetzen.
Im Beschlussdokument der Justiz- und Innenminster-Konferenz wird gefordert:
die größtmögliche Reduzierung der Verfügbarkeit von Kinderpornographie online, unter anderem durch die Erleichterung von Maßnahmen zum Entfernen, oder, wo angemessen, auch Sperren von Webseiten.
Joe McNamee von EDRi hat dazu bereits Anfang des Monats alles gesagt. Hier die Übersetzung, mit freundlicher Genehmigung von unwatched.org:
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: Was sonst noch interessant war: Google mahnt YouTube-mp3 ab, Netz-Sperren in Pakistan, Malware vom Europa-Parlament
: Was sonst noch interessant war: Google mahnt YouTube-mp3 ab, Netz-Sperren in Pakistan, Malware vom Europa-Parlament Google mahnt YouTube-mp3 ab
YouTube-mp3 – Philip
A few days ago we have received a cease and desist letter from Harris Cohen who is one of YouTube lawyers. Google is accusing us to threaten your safety and wanted us to close this service. If we wouldn’t comply they threatened to sue us. Unfortunately Google has just blocked all of our servers from accessing YouTube so we had to disable all conversion functionality.
Youtube geht gegen MP3-Konvertierungsdienst vor – ist das Downloaden trotzdem legal?
Wilde Beuger Solmecke Rechtsanwälte – Christian Solmecke
Es gibt tatsächlich einen Passus in den Nutzungsbedingungen, der die Konvertierung von Youtube-Inhalten in ein speicherbares Format, z.B. als MP3 Datei, untersagt.
Police, lobbyists defeat bill to regulate license-plate scanners
Center for Investigative Reporting – G.W. Schulz
Under pressure from law enforcement lobbyists and private industry, a California lawmaker has abandoned his effort to restrict how personal information on the whereabouts of drivers generated from high-tech license-plate scanners can be collected and stored in a database.
State Sen. Joe Simitian, D‑Palo Alto, proposed the bill in March after California Watch reported that a private company had stockpiled more than a half-billion records on drivers from the license-plate readers.
PTA’s alleged persistent pursuit of a URL filtration and blocking system is not acceptable
Bolo Bhi – Sana Saleem
We received information from a reliable source that Pakistan Telecommunication Authority (PTA) issued a notification to other government departments announcing the installation of a filtering system. This has in turn been sent to some IT companies. As citizens concerned about internet freedom and free flow of information, this unconfirmed news is of grave concern to us.
Spoofing the European Parliament – An Analysis of the Repurposing of Legitimate Content in Targeted Malware Attacks
On June 15, 2012, a malicious email with the subject “FW: the new decision of EUROPEAN PARLIAMENT about tibetan human right in China” was sent to over 80 unique email addresses, targeting individuals active in the Tibetan rights community.
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: HTTP-Statuscode: „Dieser Inhalt ist in ihrem Land nicht verfügbar“
: HTTP-Statuscode: „Dieser Inhalt ist in ihrem Land nicht verfügbar“ Der Google-Mitarbeiter Tim Bray schlägt einen neuen HTTP-Statuscode vor: 451 Unavailable For Legal Reasons. Diesen hat er bereits bei der Internet Engineering Task Force (IETF) zur Standardisierung eingereicht.
Der Server soll auf diesem Weg dem Nutzer mitteilen, dass der Inhalt aus rechtlichen Gründen gesperrt/zensiert wurde. Dabei soll nach Ansinnen von Bray auch eine Erklärung mit ausgeliefert werden, auf welcher Grundlage dies geschieht und wer für die Sperrung/Zensur verantwortlich ist.
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: Internet-Zensur im Iran: „Sauberes“ nationales Intranet statt Internet
: Internet-Zensur im Iran: „Sauberes“ nationales Intranet statt Internet Der Iran leitet die nächste Stufe der Internet-Zensur ein. Der Zugang zum weltweiten Netz soll standardmäßig abgeschnitten werden. Stattdessen will man ein nationales, sauberes Netz errichten.
Die Islamische Republik ist seit jeher Vorreiter der Internet-Zensur. Jetzt kündigte der iranische Minister für Informations- und Kommunikationstechnologie an, alle ausländischen Webseiten zu sperren. Schließlich fördert das freie Internet „Kriminalität, Uneinigkeit, unmoralische Inhalte und Atheismus“.
Stattdessen sollen nationale und damit „saubere“ Dienste genutzt werden. Wenn also im Mai E‑Mail-Anbieter wie Google, Hotmail and Yahoo gesperrt werden, soll man stattdessen Iran-Mail nutzen, ganz praktisch mit Klarnamenpflicht und Registrierung per Personalausweis.
In einem zweiten Schritt soll im August auch der Zugriff auf das restliche Internet abgeschnitten werden. Komplett mit „Iran Suche“ statt Google. Ausländische Seiten können dann nur noch aufgerufen werden, wenn die von der Regierung manuell freigeschaltet wurden.
Internet-Anbietern, die im August mehr als das „nationale Internet“ anbieten, drohen hohe Strafen.
Der Zugriff auf Tools, um Überwachung und Zensur zu umgehen, wie Proxy-Server und Anonymisierungsnetzwerke, soll komplett unterbunden werden. Damit macht die Islamische Republik einen riesigen Schritt im Wettrüsten mit Zensur-Gegnern. Erst vor wenigen Wochen wurde verschlüsselter Netzwerkverkehr weitgehend zensiert, worauf das Tor-Projekt wieder geantwortet hat.
Wer denkt, dass Ähnlichkeiten mit Clean-IT, Zensur, De-Mail, Klarnamenpflicht und nationalem Internet zu weit hergeholt sind sind:
Die iranische Regierung hat bereits angekündigt, ihr Erfolgsrezept für ein isoliertes Intranet in den Rest der Welt zu „exportieren“.
Update: Der Iran dementiert und schiebt es auf einem Aprilscherz sowie westliche Propaganda. Amrutha Gayathri, der Autor des International Business Times Artikels, bleibt jedoch bei seiner Interpretation: Das Dementi bestreite die wiederholt geäußerten Pläne eines nationalen Internets nicht.
Update 2: Der Autor legt noch einmal nach:
Unabhängig davon, ob Taghipours Aussage nur der Versuch war, mit einer unangenehmen Situation umzugehen oder ein echtes Dementi, ist die einzige Frage, wann und in welchem Umfang der Iran sein Internet verkrüppelt.