Öffentlichkeit

Netz-Sperren: Dänemark zensiert Webseite von Immobilienmakler, weil das Wort „Home“ markenrechtlich geschützt ist

homelifespainDer dänische Provider Telenor sperrt jetzt die Webseite HomelifeSpain.com. Ein Gericht hatte die Sperre angeordnet, weil das Wort „Home“ die Markenrechte eines anderen Immobilienmaklers verletzt. Auch in Dänemark wurde die Einführung von Netz-Sperren mit Kinderpornografie begründet.

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Seit 2005 werden in Dänemark Webseiten gesperrt. Begründet wurde die Einführung der Sperren mit Kinderpornografie. Drei Jahre später landete die Filesharing-Seite The Pirate Bay auf der Liste, im Juni berichteten wir, dass die Sperren auch auf weitere „illegale Dienste“ ausgeweitet werden sollen.

Jetzt berichtet die dänische Seite ComON, dass auch die Seite HomelifeSpain.com gesperrt wird. (Google Translate)

Die dänische Immobilienfirma home.dk hat eine DNS-Sperre eines spanischen Immobilienmaklers erwirkt. Das bedeutet, dass die Webseite HomelifeSpain.com bald nicht mehr vom Internet in Dänemark aufgerufen werden kann.


Obwohl die dänischen Netz-Speren, wie damals in Deutschland diskutiert, ursprünglich gegen Kinderpornografie eingeführt wurden, sind die gesperrten Inhalte kontinuierlich ausgeweitet wurden. So werden auch Webseiten mit Glücksspiel oder „illegalem Medikamentenhandel“ gesperrt, wie beispielsweise 24hdiet.com. Erst vor wenigen Tagen sprach sich eine Mehrheit des Parlaments für die Abschaffung der Sperren gegen Medikamentenhandel aus. Die mitregierenden Sozialdemokraten lehnen das ab:

Es ist wirklich schwierig mit all den Dingen, die in einem Internet ohne Grenzen gemacht werden können.

Im März landete „aus Versehen“ Google in der Sperr-Liste.

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8 Kommentare
  1. das kann ja heiter werden, wenn das bei uns auch so wird. bei uns in deutschland, wo man sowieso glaubt, man könne alle probleme mit nem anwalt lösen.. ts tss

    1. Da gebe ich dir recht, Felix. Hier hilft in meinen Augen nur noch rohe Gewalt. Da wandern einfach viel zu viele schwarze Koffer von den Lobbyisten zu den Politikern. Wir brauchen mal wieder Krieg, damit wir mal ne neue Möglichkeit haben die ganzen Idioten aus der oberen Etage neu zu wählen. Die Anons sollen denen mal das Netz kappen oder deren Kommunikationsplattform kippen. Das Volk muss sie spüren lassen, dass sie in die komplett falsche Richtung arbeiten und dass das eben so nicht weiter geht. Wie damals bei ACTA, nur vllt. noch nen Ticken aggressiver. Wenn man das Volk direkt abstimmen lassen würde (liquid democracy) a la Piratenpartei, dann käme Deutschland weiter, denn mittlerweile handelt die Politik nicht mehr dem Gewissen verpflichtet, sondern dem Geldbeutel. Schließlich verdient man ja als Abgeordneter bzw. wichtige, politische Person nicht genug. Könnte echt aus der Haut fahren bei soetwas…

      1. Mit Störungen im Netz kriegste die aber nicht. Die würden das doch nicht mal merken, denen ist das Netz doch nur unheimlich.
        Die Proteste dürfen nicht mehr nur in „Software“ laufen sondenr müssen real werden, leider tut sich da überhaupt nix. Muss mich da leider mit einschliessen. gegen ein paar „Riots“ hier und da hätte ich auch nichts einzuwenden. Nur am Ende sind die fetten Schweine immer noch da wo sie jetzt sind und ziehen nur die Daumenschrauben für John Doe an

  2. Das war mal wieder mit Ansage. Kein Gesetz wird verhindern, daß Sperren auf zivilrechtlichem Weg weitergehende Anwendung finden, was auch immer die Regierungen sagen (genauer gesagt sagen sie zu diesem Punkt überhaupt nichts).
    Mag ja sein, daß Behörden und Ämter sich dazu verpflichten, die Technik für den genannten Zweck einzusetzen. Spätestens im Zivilrecht ist damit Schluss.
    Das OLG Hamburg hat das eindrucksvoll bestätigt: Damals war die Sperrung in einem Urheberrechtsfall nur deswegen nicht angeordnet worden, weil es sie noch nicht gab und die Verhältnismäßigkeit für den Provider nicht gewahrt war. Hat man sie erst einmal, fällt auch diese Hürde.

  3. Ja, es ist „schwierig“, die Frage ist, für wen –Für Regierungen, die die Grenzen nationalstaatlichen Handelns lernen müssen und vielleicht mit einer Gewissen Ohnmacht leben lernen.

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