Öffentlichkeit

HTTP-Statuscode: „Dieser Inhalt ist in ihrem Land nicht verfügbar“

Der Google-Mitarbeiter Tim Bray schlägt einen neuen HTTP-Statuscode vor: 451 Unavailable For Legal Reasons. Diesen hat er bereits bei der Internet Engineering Task Force (IETF) zur Standardisierung eingereicht.


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Der Server soll auf diesem Weg dem Nutzer mitteilen, dass der Inhalt aus rechtlichen Gründen gesperrt/zensiert wurde. Dabei soll nach Ansinnen von Bray auch eine Erklärung mit ausgeliefert werden, auf welcher Grundlage dies geschieht und wer für die Sperrung/Zensur verantwortlich ist.

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34 Kommentare
  1. nein, nein, nein, nein….
    …so etwas ist ein rückschritt….was soll denn der blödsinn und das von nem Google-Mitarbeiter? O_o

    genauso wie drm in html….genau das gegenteil von weltweit, offen….

    1. Warum sollte ein Google-Mitarbeiter keinen Vorschlag machen dürfen, der nochmal den Blick darauf lenkt, wie stark der Normaluser, der keine Ahnung von Proxies hat geschweige denn wie man einen solchen einrichtet, inzwischen von solchen Sperren eingeschränkt ist? Verstehe ich jetzt nicht.

      1. Naja… 1984 steht in Deutschland seit 2011 auf dem Index; darf also nicht beworben oder öffentlich ausgestellt werden. Mittlerweile einfach zu nah an der Realität…

  2. Bin mir nicht sicher, wie http im Detail funktioniert, aber die meißten Sperren sind doch auf DNS/IP Ebene und eben nicht direkt auf dem betreffenden Server, funktioniert das ganze dann trotzdem?

    1. Zitat aus dem RFC:

      This status code indicates that the server is subject to legal
      restrictions which prevent it servicing the request.

      Der Content muss ja nicht für alle Besucher gesperrt werden, sondern einfach nur in einem bestimmten Land (z.B. Youtube-Videos)

  3. Meines Wissens arbeitet man schon am Problem: http://unblocker.yt/ Einfach mal gucke. Ich denke das auch dieses Thema abgehakt werden kann. Bedauerlich ist nur, das Google nun von sich aus in das gleiche Horn der Content-Mafia tutet.

  4. Ich bin mir ganz sicher, dass wir bald eine Restriktion kritischer Inhalte aus dem Netz erleben werden.
    Viele kritischen Videos sind schon jetzt, wie z.B. die Machenschaften des WWF „Der Pakt mit dem Panda“, hier mal gerade wieder zu sehen: :http://youtu.be/Wr3sPzwqcSU….
    Ansonsten sieht das gewöhnlich so aus: http://www.youtube.com/watch?v=lHV22gYiXME
    So bekommen wir schleichend und unbemerkt, diesmal unter dem Vorwand des Urheberrechts die Auswirkungen zu spüren..

    1. Was ist denn so schlecht daran, wenn man eine eindeutige, standardisierte Rückmeldung bekommt, dass Zensur am Werk ist?
      Entsprechende Programme lassen sich viel besser daran anpassen. Youtube-Proxy-Addons brauchen dann z.B. nicht jedes Mal über einen ausländischen Server gehen, sondern nur bei entsprechendem Statuscode. Entlastet das Web und „freie“ Videos laden deutlich schneller.

    2. erlehmann schreibt jetzt zur Strafe 100 Mal in ein Open-/LibreOffice-Dokument ohne Copy&Paste den Satz
      „Ich hab’s nicht verstanden“, druckt’s aus und klebt sich das Blatt Papier eine Woche lang neben den PC… *seufz*

  5. Viel „Lustiger“ wäre es doch wegen einer Urheberrechsverletzung immer gleich das ganze Internet in dem betroffenen Land zu Sperren … sicher wäre dann das Urheberrecht binnen kurzer Zeit Reformiert und Entschärft.

  6. für die, die mit 451 nichts anfangen konnten (zugegeben: konnte ich vorher auch nicht) ist definitiv die beispiel-response ein eindeutiges zeichen:
    „This request may not be serviced in the Roman Province of Judea due to Lex3515, the Legem Ne Subversionem Act of AUC755, which disallows access to resources hosted on servers deemed to be operated by the Judean Liberation Front.“

    und am schluss noch im appendix: „Thanks also to Ray Bradbury.“

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