Kurzmeldungen
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: Australien: Justizminister plant Überwachung von nationalen Telekommunikationsnetzen
Der Justizminister versucht, Provider für die nationale Sicherheit zu gewinnen. - <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/">CC BY-ND 2.0</a> via flickr/<a href="https://www.flickr.com/photos/cebitaus/14110086495/">cebitaus</a> : Australien: Justizminister plant Überwachung von nationalen Telekommunikationsnetzen Der australische Justizminister George Brandis hat vergangenen Dienstag dem Parlament ein Gesetz vorgelegt, das nationale Telekommunikationsanbieter zur stärkeren Zusammenarbeit mit dem Justizministerium verpflichtet. Mit dem „Telecommunications and Other Legislation Amendment Act 2016″ müssen Provider dem Ministerium unter anderem Informationen über ihre Netzwerke übermitteln – andernfalls drohen zum Beispiel Strafzahlungen.
Das Justizministerium versucht laut eigener Aussage, mit dem geplanten Gesetz einen rechtlichen Rahmen zu schaffen, um besser mit Sabotage, Spionage und ausländischer Einflussnahme gegen australische Telekommunikationsnetze und Einrichtungen umgehen zu können. Die Provider werden verpflichtet, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um ihre Netze gegen solche Gefahren zu schützen.
Freifahrtschein für Überwachung
Allerdings ist die Verpflichtung, die den Providern dabei auferlegt wird, vage formuliert. Durch diese Unklarheit bekommt das Justizministerium einen Freifahrtschein für die Überwachung von Kommunikationsnetzen. Der Justizminister darf nämlich mit dem neuen Gesetz Informationen und Dokumente von Telekommunikationsanbietern verlangen, wenn diese relevant für die Erfüllung ihrer oben angeführten Pflicht ist. Außerdem dürfen alle Informationen, die so weitergegeben werden, auf unbestimmte Zeit gespeichert werden.
Der Generalstaatsanwalt erhält mit dem neuen Gesetz zudem die Befugnis, nach Beratung mit dem Premier- und Justizminister, solche Netze zu sperren, die nachteilig für die nationale Sicherheit sind. Wenn ein hinreichender Verdacht besteht, kann er sogar ohne Beratung eine Deaktivierung beantragen. Deshalb laufen australische Provider Gefahr, dass ihre Netze gesperrt werden, wenn sie sich nicht an die unklaren Vorgaben halten.
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: Browsernutzung: Monokultur auf Rechnern, Vielfalt beim Handy
Grafik: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nd/3.0/de/">CC-BY-ND</a> <a href="https://www.heise.de/newsticker/meldung/Statistisch-gesehen-Mobile-Vielfalt-und-stationaere-Monotonie-der-Browser-3460846.html">heise online/Statista</a> : Browsernutzung: Monokultur auf Rechnern, Vielfalt beim Handy Heise hat zusammen mit Statista die weltweite Browsernutzung visualisiert. Dabei fällt auf, dass auf Mobilgeräten noch eine relative Vielfalt der Browser vorherrscht. Sogar hier fast unbekannte Browser wie der UC Browser sind in manchen Ländern marktführend:
Auf stationären Geräten hat sich jedoch Googles Chrome fast weltweit durchgesetzt. Ausnahme ist unter anderem Deutschland, wo noch der Firefox führt:
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: Telekom sperrt sich gegen Gigabit-Ziel
In Deutschland wird das Gigabit-Lämpchen wohl noch eine Zeit nicht flackern. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC BY 2.0</a>, via flickr/<a href="https://www.flickr.com/photos/marcoarment/1961500621/">Marco Arment</a> : Telekom sperrt sich gegen Gigabit-Ziel Kaum jemand in Europa bezweifelt, dass es möglichst bald flächendeckend Gigabit-fähiger Anschlüsse bedarf. Dazu zählen unter anderem die EU-Kommission, das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, und selbst das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur will zumindest die „Voraussetzungen für die Gigabit-Gesellschaft“ schaffen. Als Zeithorizont ist oft von „bis 2025“ die Rede, also immerhin noch neun Jahre – Zeit genug, um ein schaffbares Ziel umzusetzen.
Doch selbst diese Zielsetzung scheint der Telekom Deutschland zu aggressiv zu sein. Wie Golem berichtet, lehnt Deutschlands größter Netzbetreiber eine Festlegung auf ein Ziel für Gigabit-fähige Anschlüsse in Deutschland ab. Mit dieser Ansicht steht die Telekom alleine in der Netzallianz da, in der sich die deutsche Netzbetreiberbranche versammelt, um beim Breitbandausbau mitzureden. Golem:
„Auf der vergangenen Sherpa-Sitzung am Donnerstag hatten alle Teilnehmer inklusive Bundesministerium sich erstmals auf die Formulierung verständigt, dass ein weitgehend flächendeckender Ausbau von gigabitfähigen Anschlüssen bis 2025 erforderlich ist. Nur die Telekom verweigerte ihre Zustimmung und auch die Frist am Freitag um 15 Uhr verstrich ohne Ergebnis.“
Damit sei klar, dass die Telekom „völlig isoliert von Politik und Markt an Übergangslösungen festhalten“ wolle, sagte eine Person Golem.de.
Alle Branchenvertreter in der Netzallianz – außer der Telekom – hätten sehr begrüßt, dass auch das Bundesministerium erkannt habe, dass es auf die Glasfaseranschlüsse und nicht das Kilometerzählen ankommt. Das Ministerium sei „hier auf dem richtigen Weg.“
Telekom Sprecher Philipp Blank sagte Golem.de auf Anfrage: „Wir wollen die Gigabit-Gesellschaft und setzen uns dafür ein, realistische Ziele zu formulieren und entsprechende Handlungsbedarfe zu benennen. Bislang haben die Wettbewerber in den Beratungen der Netzallianz nicht aufzeigen können, wie sie Ziele erreichen wollen und auch keine höheren Investitionen in Aussicht gestellt. Das ist keine Basis, um sich als Branche auf ein Gigabit-Ziel zu einigen.“
Zwei Quellen haben uns gegenüber die Richtigkeit des Artikels bestätigt. Die Meldung sei „zu 100 Prozent korrekt“, sagte uns ein Teilnehmer der Sitzung. Seit Donnerstag Abend hätte man nichts mehr von der Telekom gehört.
Morgen soll ein entsprechendes Papier beschlossen werden, in dem diese Zielsetzung nun höchstwahrscheinlich nicht enthalten sein wird. Bei der Vorstellung des letzten Kursbuches im Sommer hatte die Netzallianz für das vierte Quartal eine Studie in Aussicht gestellt, die „technische, zeitliche, qualitative und ordnungspolitische Rahmenbedingungen für den Weg in die Gigabitgesellschaft“ untersuchen soll. Wir bleiben gespannt, ob darin das Wort „Gigabit“ überhaupt noch enthalten sein wird.
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: Airbnb in Berlin: Wieder mehr Angebote und ein gesponserter Lobbyclub
: Airbnb in Berlin: Wieder mehr Angebote und ein gesponserter Lobbyclub Trotz des Zweckentfremdungsgesetzes in Berlin wachsen die Angebote von Wohnungen und Zimmern beim Anbieter Airbnb wieder. Das geht aus einer Untersuchung von Studio Karat hervor. Die Datenvisualisierer hatten schon das Projekt airbnbvsberlin.de gemacht und haben zuletzt die Entwicklung der Angebote auf der Plattform veröffentlicht. Die Zahl der Vermietungsangebote hatte kurz vor dem Gesetz bei knapp 20.000 gelegen und fiel dann auf etwa 11.000 zurück. Mittlerweile ist die Zahl der wöchentlichen Angebote wieder auf 12.400 angewachsen.
Airbnb reagiert auf politischen Gegenwind mit der Unterstützung von scheinbar unabhängigen Vereinen, den so genannten Home Sharing Clubs. Für Berlin hatte dies die taz in einer Recherche beschrieben. Etwa 100 solcher Clubs soll es mittlerweile weltweit geben, schreibt die Zeit, die sich auch dem Thema gewidmet hat. Diese Form der Lobbyarbeit mit einer vermeintlichen Graswurzelbewegung wird Astroturfing genannt. Der Name Astroturfing kommt von einer Kunstrasenmarke.
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: Heute Abend um 20 Uhr startet der offizielle Vorverkauf für den 33c3
: Heute Abend um 20 Uhr startet der offizielle Vorverkauf für den 33c3 Heute Abend werden ab 20 Uhr Ticketkontingente für den kommenden Chaos Communication Congress 2016 freigegeben. Der Chaos Communication Congress findet vom 27.–30.12. in Hamburg statt und die Tickets sind sehr begehrt.
Insgesamt gibt es drei Ticketkontingente. Wer heute leer ausgeht, hat am 19.11. um 15 Uhr oder am 25.11. um 10 Uhr erneut eine Chance. Wir wünschen viel Erfolg.
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: Regierung hält nichts von Gesetz zum „Digitalen Hausfriedensbruch“
Hessen will Hausfriedensbruch in die digitale Welt übertragen. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC BY 2.0</a> via flickr/<a href="https://www.flickr.com/photos/pasa/15026875534/in/photolist-oTSEyW-np3Chd-7fPHza-dhfVjY-f4m5MG-7X22dP-dvD66f-oChdLk-nQZpd1-pu6Jem-Dr2emK-cb5kYm-ejHRrB-dFo4yC-kLeLG-fPMgT3-iHHTMM-duLiAW-fPMDHL-gE8Khz-nESmnn-8aovPQ-dUFV1S-e9X7V2-a8yRZd-aLhoRk-8CnCkC-a81ioN-7Rjjyc-AR96f-61zXHD-7WnzkA-eg3kDW-6dGcAz-8dWJoc-bt867b-bfoCvM-9zZFEN-nBQrM-pXMT88-gQCexp-qoYpEb-5ziTCL-7u2nPZ-5nvyTM-a7XqpZ-pnNXAp-6hByEa-HaMni9-tiAS8">saba</a> : Regierung hält nichts von Gesetz zum „Digitalen Hausfriedensbruch“ Das Bundesland Hessen hat bereits vor einigen Monaten den Vorschlag gemacht, einen neuen Straftatbestand für „Digitalen Hausfriedensbruch“ einzuführen. Wir haben analysiert, warum das nicht nur sinnlos, sondern auch gefährlich wäre. In Kurzfassung: Zum einen gibt es keine signifikante Regelungslücke. Das heißt, Botnetze, die laut Hessen im Fokus der Betrachtungen stehen, sind bereits jetzt strafbar.
Zum anderen würden plötzlich noch ganz andere Dinge strafbar. Die Gesetzesbegründung führt selbst an, dass das Gesetz „einen weiten Anwendungsbereich hat“. Dem soll die Einschränkung abhelfen, dass eine Tat „geeignet“ sein muss, berechtigte Interessen eines anderen zu beeinträchtigten. Ein klassischer Gummiparagraph, der Interpretationsspielraum lässt. Das Strafmaß in Hessens Vorschlag würde in besonders schweren Fällen bis zu zehn Jahre betragen – für das „unbefugte Benutzen informationstechnischer Systeme“.
Jetzt hat sich auch die Regierung geäußert. Sie findet den Vorschlag offensichtlich auch nicht sinnvoll:
Die Bundesregierung bestreitet in ihrer Stellungnahme die vom Bundesrat angeführten Schutzlücken und zählt eine Reihe von Strafvorschriften auf, nach denen das unbefugte Eindringen in fremde IT-Systeme belangt werden könne. Sie sagt aber zu, trotz der Bedenken im weiteren Verfahren zu prüfen, „ob und inwieweit Strafbarkeitslücken ein gesetzgeberisches Handeln erforderlich machen“ und gegebenenfalls einen eigenen Gesetzentwurf vorlegen zu wollen.
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: Zentrales Informationsangebot zu Open Education in Deutschland: „OERinfo“
Screenshot: open-educational-resources.de/ : Zentrales Informationsangebot zu Open Education in Deutschland: „OERinfo“ Im Zuge eines Förderprogramms des deutschen Bildungs- und Forschungsministeriums (BMBF) zu offen lizenzierten Lehr- und Lernunterlagen (Open Educational Resources, OER) war auch explizit die Einrichtung einer bundesweiten Informations- und Koordinationsstelle zum Thema vorgesehen. Den Zuschlag erhielt ein Konzept, das vorsieht, eine Reihe bestehender Angebote – darunter die „Transferstelle OER“ und der „OER-Atlas“ – unter dem Dach von OERinfo (o‑e‑r.de) zu vereinen und darauf aufbauend die Verbreitung von OER in Deutschland zu fördern.
Zu den Angeboten und Aufgaben von OERinfo sollen Dossiers zu OER in den verschiedenen Bildungsbereichen (Schule, Hochschule, Berufsbildung und Erwachsenenbildung) sowie die Organisationen von Fort- und Weiterbildung mit dem Ziel der Sensibilisierung und Qualifizierung von pädagogischem Personal und Multiplikatoren gehören.
Der Relaunch des Webauftritts unter dem Label OERinfo soll bis Februar/März 2017 abgeschlossen sein.
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: Heute Abend: TTIP-Film „Tödliche Geheimnisse“ in der ARD
: Heute Abend: TTIP-Film „Tödliche Geheimnisse“ in der ARD Heute Abend sendet die ARD um 20:15 Uhr den politischen Film „Tödliche Geheimnisse“. Die Geschichte dreht sich rund um die TTIP-Verhandlungen, es geht um Whistleblower, investigative Journalisten und Lobbyismus. Wir konnten den Film vorab schon sehen und fanden ihn sehenswert. Es ist vor allem erfreulich, dass die ARD sich wagt, einen so politischen und kritischen Film samt Staraufgebot mit Nina Kunzendorf, Katja Riemann und Anke Engelke Samstag Abend zur besten Sendezeit zu senden.
Mit einer Starbesetzung macht der brisante Thriller die Ängste um das umstrittene Freihandelsabkommen TTIP greifbar: Nina Kunzendorf und Anke Engelke nehmen als mutige Journalistinnen den Kampf mit einem übermächtigen Konzern auf; Katja Riemann brilliert in der Rolle einer ebenso schillernden wie eiskalten Unternehmerin, die meisterhaft die Kunst der Täuschung beherrscht.
Hier gibt es den Trailer. Der Film steht sicher im Anschluss in der ARD-Mediathek. Schaut ihn euch an.
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: Staatsanwaltschaft München leitet Ermittlungsverfahren wegen Beihilfe zur Volksverhetzung gegen Facebook ein
: Staatsanwaltschaft München leitet Ermittlungsverfahren wegen Beihilfe zur Volksverhetzung gegen Facebook ein Spiegel-Online berichtet gerade, dass die Staatsanwaltschaft München I ein Ermittlungsverfahren gegen einige Facebook-Manager wegen Beihilfe zur Volksverhetzung eingeleitet habe.
Unter den Beschuldigten sind Firmengründer und ‑chef Mark Zuckerberg, seine Geschäftsführerin Sheryl Sandberg sowie der Europa-Cheflobbyist Richard Allan und dessen Berliner Kollegin Eva-Maria Kirschsieper.
Das Ermittlungsverfahren soll laut Spiegel-Online wegen einer Strafanzeige des Würzburger Anwalts Chan-jo Jun eingeleitet worden sein. Jun wirft Facebook vor, „Mordaufrufe, Gewaltandrohungen, Holocaustleugnung und andere Delikte zu dulden“. Facebook muss rechtswidrige Inhalte innerhalb eines Tages entfernen, wenn es davon Kenntnis bekommt. Dass die Löschpraxis eher Würfeln entspricht, ist allgemein bekannt.
Update: Das Ermittlungsverfahren geht wohl wegen Beihilfe zur Volksverhetzung. Wir haben das ergänzt.
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: Bundesrat winkt BND-Gesetz im Schnellverfahren durch
Das BND-Gesetz wird auch als Bedrohung für die Pressefreiheit angesehen. Darauf spielte ein Demonstrant vor dem Brandenburger Tor am 20. Oktober 2016 an. Foto: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/">CC-BY-NC 2.0</a> <a href="https://www.flickr.com/photos/kattascha/29823334163/sizes/h/">Katharina Nocun</a> : Bundesrat winkt BND-Gesetz im Schnellverfahren durch Der Bundesrat hat das umstrittene BND-Gesetz, das die Befugnisse des Auslandsgeheimdienstes drastisch ausweitet und bislang illegale Praktiken legalisiert, im Eilverfahren gebilligt. Schon vor der Verabschiedung im Bundestag hatte der Bundesrat angekündigt, keine Einwände zu erheben.
Schon im Bundestag legte die Bundesregierung beim BND-Gesetz ein hohes Tempo vor. Dem Bundesrat gab sie mit, dass er das BND-Gesetz wegen hoher Eilbedürftigkeit fristverkürzt behandeln solle. Dem ist das Ländergremium gefolgt. Zudem stellte es heute keinen Antrag auf Anrufung des Vermittlungsausschusses, die beiden Gesetze passieren damit ohne Umwege und weitere Beratung die Länderkammer und können noch dieses Jahr in Kraft treten.
Im Bundesrat hat die große Koalition keine Mehrheit und kommt nur auf 20 von 69 Stimmen. In allen weiteren Bundesländern sind vor allem die Grünen an Regierungen mit SPD oder CDU beteiligt. Es gibt jedoch kein Land im Bundesrat, in dem die Parteien der Bundestagsopposition eine Regierung ohne Beteiligung einer der beiden Bundesregierungsparteien stellen. Bei Einspruchsgesetzen wie dem BND-Gesetz enthalten sich Länder, in denen es aufgrund der Regierungskonstellation kein eindeutiges Votum gibt.
Die Opposition im Bundestag will gegen das BND-Gesetz vor das Bundesverfassungsgericht ziehen, auch die FDP kündigte an, dass sie klagen wolle.
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: Schöne Visualisierung der größten Datenlecks
: Schöne Visualisierung der größten Datenlecks Bei „Information is beautiful“ gibt es eine schöne Visualisierung der größten Datenlecks, sowohl nach Jahr als auch nach Größe sortiert.
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: Freiheit: gut. Kontrolle: besser! Demokratie und Überwachung
: Freiheit: gut. Kontrolle: besser! Demokratie und Überwachung Das Nachtstudio auf bayern2 hat ein hörenswertes einstündiges Feature über „Freiheit: gut. Kontrolle: besser! Demokratie und Überwachung“ gesendet.
Der Mensch zwischen Freiheit und Kontrolle – ein altes Thema. Doch die Kontrollinstanzen haben sich verändert. Wer bestimmt über die Freiheit in einer Demokratie in Zeiten von Big Data? Fragen Markus Metz und Georg Seeßlen.
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: #rp17: Der Call for Participation hat begonnen
<a href="https://www.flickr.com/photos/howardlake/5540462170/in/photolist-9rAjnQ-aiNT9d-dvMH1j-azUQYu-5SMbx4-aiL4Tg-5SRx1u-mZfjG-5tN2Cq-avRUqQ-fcivz7-f7iLDo-7Z8fRc-e6X1Pn-9j7g3H-6Df9AU-f2WwYh-cLVifJ-bWwXbf-6BUfrE-9xBYyh-5Dvzct-5DvwzH-5DvACp-764GFs-6EWB-65ikds-AYH7-bkXRYL-94e99Y-8XG73n-5DvAoT-ax45aY-cASaT-aA3tv7-9zib47-6tDPhs-e9gbHd-dvGJfg-jTNqd-8i19sc-7Mc35K-5gyfmr-9WnjT2-anVqfM-actLXv-4hXQ8F-fad6A-8rdX-2PHZJf">Howard Lake</a> / <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/">CC BY-SA 2.0</a> : #rp17: Der Call for Participation hat begonnen Vom 8. – 10. Mai 2017 findet in Berlin die nächste re:publica unter dem Motto „Love out loud“ statt. Jetzt wurde der Call for Participation gestartet. Neu gegenüber den Vorjahren ist, dass es drei verschiedene Deadlines gibt. Die erste endet am 4. Dezember, die zweite am 8. Januar und die dritte am 31. Januar. Der Grund ist, dass wir im Programm-Team früher auswählen können. Das motviert vielleicht auch, dass nicht die Hälfte aller Beiträge erst am letzten Tag eingereicht werden. Denn bei der dritten Deadline gibt es nicht mehr soviele offene Plätze.
Mit anderen Worten: Wenn Ihr besser planen wollt und zugleich bessere Chancen auf einen Vortrag, Workshop, Performance oder sonstwas auf der kommenden re:publica’17 haben wollt, dann wartet nicht bis zum Schluß, sondern nutzt die erste Deadline!
Ein Fokus unserer Konferenz liegt wie immer auf der Netzpolitik, bei der aktuelle politische Geschehen aus der digitalen Sphäre beleuchtet, diskutiert und hinterfragt werden. Weitere Politikfelder, wie Europapolitik oder Stadtentwicklung und Nachhaltigkeit sind ebenfalls beim Call for Participation spannend. Darüber hinaus bildet die re:publica natürlich auch die vielen Aspekte der digitalen Gesellschaft ab, von Pop- und Hacker-Kultur, über Inklusion, Hass im Netz und Maker-Bewegung, bis zum Social Media-Marketing. Jedes interessante oder überraschende Netzthema ist uns willkommen.
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: Wie die Blockchain Technologie die Welt verändern will
: Wie die Blockchain Technologie die Welt verändern will Der Zündfunk Generator auf br2 hat über „Wie die Blockchain Technologie die Welt verändern will“ berichtet.
Software-Entwickler halten die Blockchain für mindestens so wichtig wie die Erfindung des Internets. Wo wird die Technologie bereits eingesetzt und warum schwärmen so viele von ihr? Ein Überblick.
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: Bundesjugendring fordert Tracking-Verbot von Minderjährigen
35 Millionen Menschen nutzen WhatsApp alleine in Deutschland. Foto: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/">CC-BY-NC-ND 2.0</a> <a href0"https://www.flickr.com/photos/captain_die/7697183522/sizes/l">Alexander Rentsch</a> : Bundesjugendring fordert Tracking-Verbot von Minderjährigen Personenbezogene Daten von Kindern und Jugendlichen sollen nicht kommerziell verwertet werden dürfen. Diese Forderung hat jüngst der Deutsche Bundesjugendring (DBJR) im Rahmen seiner 89. Vollversammlung beschlossen. Zur Begründung heißt es in dem Beschluss:
Als junge Menschen sind wir vor der Auswertung unserer Daten – und das heißt an dieser Stelle unseres Lebens – besonders zu schützen. Weil die Lebensphase Jugend sich auszeichnen muss durch freie Persönlichkeitsentfaltung, durch Freiräume von Konsequenzen und Verzweckung.
In dem Grundsatzbeschluss zu informationeller Selbstbestimmung im Zeitalter von Big Data spricht sich der DBJR auch gegen anlasslose staatliche Massenüberwachung und für echten Schutz von Privatsphäre im Bereich elektronischer Kommunikation durch eine wirksame Reform der ePrivacy-Richtlinie aus. Der Bundesjugendring ist der Zusammenschluss der parteiunabhängigen politischen Jugendverbände in Deutschland und versteht sich als gemeinsame Vertretung für Interessen und Teilhabe junger Menschen. Der Beschluss enthält auch eine Selbstverpflichtung der Jugendverbände, sich künftig für Datensparsamkeit und das Recht auf informationelle Selbstbestimmug starkzumachen, emanzipatorische Digital- und Medienbildung zu fördern und beim Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologie den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden.
Offenlegung: Der Autor wirkt ehrenamtlich in einer Projektgruppe des DBJR mit, die den Beschluss in Teilen mit vorbereitet hat.
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: Firefox dreht Tracking über Batterieschnittstelle ab
Das Auslesen des Batteriefüllstands kann explosive Nebenwirkungen haben. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC BY 2.0</a>, via flickr/<a href="https://www.flickr.com/photos/jaaronfarr/2816033339/">J Aaron Farr</a> : Firefox dreht Tracking über Batterieschnittstelle ab Firefox unterstützt ab der kommenden Version 52 eine umstrittene HTML5-Schnittstelle nicht mehr, gaben die Entwickler des Open-Source-Browsers in einem Blogeintrag bekannt. Die auf den ersten Blick harmlos scheinende Batterieschnittstelle war diesen Sommer wegen Datenschutz-Problemen in die Kritik geraten, da sie sich zum verborgenen Tracking-Werkzeug umfunktionieren lässt.
Eigentlich soll die im Frühjahr abgesegnete Schnittstelle dazu dienen, bei Bedarf den Akku schonende Webseiten auszuliefern. Allerdings erlaubt das auf sechs Kommastellen genaue Auslesen des Batteriefüllstands, abgeglichen mit der gesamten Akkukapazität, das zuverlässige Identifizieren einzelner Nutzer. Zudem kann ein schwindender Füllstand dazu verwendet werden, um unter Stress stehenden Kunden teurere Produkte zu verkaufen.
Wer Firefox treu bleiben, aber nicht warten will, bis die aktualisierte Version als stabiles Update angeboten wird, kann die Funktion „dom.battery.enabled“ über die Konfigurationsseite „about:config“ ausschalten. Ein Kurztest (Testseite) in der netzpolitik.org-Redaktion ergab, dass neben Firefox auch der Google-Browser Chrome unter Android betroffen ist und entsprechende Werte zurückliefert. iOS-Nutzer bleiben von dem Problem einstweilig unberührt, da weder Safari noch darauf aufbauende Dritt-Browser die Schnittstelle unterstützen.
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: Keylogger in der taz-Redaktion: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage
: Keylogger in der taz-Redaktion: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage Der Fall des in der Redaktion der taz entdeckten Keyloggers hat ein weiteres Nachspiel: Die Staatsanwaltschaft in Berlin hat Anklage gegen Sebastian Heiser erhoben. Dass allerdings im Rahmen der Ermittlungen auch etwas über die Motivation des mutmaßlichen Straftäters zum Spionieren in der taz-Redaktion rauskommt, ist nicht sehr wahrscheinlich.
Voriges Jahr war der Journalist Heiser bei der taz erwischt worden, als er gerade ein kleines USB-Gerät von einem Rechner in der Redaktion entfernen wollte. Daraufhin wurde seitens der taz Anzeige erstattet, ohne allerdings anfangs den Kollegen öffentlich und namentlich zu benennen.
Es war schnell klar: Mehrere Monate lang hatte Heiser Daten von mindestens 23 Kollegen mitgehen lassen und damit das Redaktionsgeheimnis gebrochen. Die taz versprach, die Taten aufzuklären und ihr Wissen darüber öffentlich zu machen. Denn ein Keylogger mitten in einer Redaktion, die vertrauliche Informationen verarbeitet, kann das Vertrauen in eine Zeitung ruinieren. Die taz hatte den Keylogger-Fall natürlich auch kommentiert und später in einer spannenden Reportage aufgearbeitet.
Der langjährige taz-Journalist und mutmaßliche Spion Heiser hat sich unterdessen nach Asien abgesetzt. Er wurde dort von Journalisten der eigenen Redaktion nach langen Recherchen gefunden und aufgesucht, hat sich aber ihnen gegenüber nicht zu dem Keylogger-Einsatz erklärt.
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: Vectoring: Regulierer setzen Bedingungen vorläufig in Kraft
Die Bundesnetzagentur hat den Layer-2-Bitstromzugang durchgewunken, ohne das OK der EU-Kommission zu haben. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC BY 2.0</a>, via flickr/<a href="https://www.flickr.com/photos/dierkschaefer/8167412044/">dierk schaefer</a> : Vectoring: Regulierer setzen Bedingungen vorläufig in Kraft Schnell soll es gehen mit dem Vectoring im Nahbereich der Hauptverteiler, das hat die Bundesnetzagentur im Laufe des letzten Jahres wiederholt klargemacht. Nun haben die Regulierer die Bedingungen für den Layer-2-Bitstromzugang vorläufig in Kraft gesetzt, der Wettbewerbern der Telekom Deutschland immerhin indirekten Zugang zu potenziellen Kunden ermöglicht. Der Entscheidungsentwurf muss noch von der EU-Kommission genehmigt und soll ihr in den kommenden Tagen zur Notifizierung vorgelegt werden.
Mit Vectoring ausgestattete Hauptverteiler (oder Kabelverzweiger) schließen ein direktes Nebeneinander mehrerer Netzbetreiber aus, sodass immer nur einer davon Zugang zur „letzten Meile“, der Teilnehmeranschlussleitung (TAL), erhalten kann. Alle anderen Betreiber müssen sich mit einem darüber laufenden Zugangsprodukt begnügen, etwa mit besagtem Bitstromzugang. Um mehr Flexibilität bei der Produktgestaltung zu haben, drängen Wettbewerber sowie EU-Kommission auf ein noch weitergehendes „lokales virtuell entbündeltes Zugangsprodukt“ (VULA). Das ist bislang aber noch nicht spezifiziert, somit bleibt Wettbewerbern bis auf Weiteres nur der Bitstromzugang als einzige Variante übrig.
Eine alternative Zugangsmöglichkeit zur TAL war Voraussetzung für den Start des Einsatzes von Vectoring mit dem 1. November als Stichtag. Kurzfristig soll der Fokus auf die auf Kupfer aufsetzende Technik dabei helfen, das von der Bundesregierung ausgerufene Breitbandziel „50 MBit/s für alle bis 2018“ zu erreichen. Aktuelle Ausbauzahlen sowie Marktstudien lassen jedoch bezweifeln, dass dieses Versprechen rechtzeitig eingelöst werden kann.
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: FifFKon16: in.visible systems vom 25. bis 27. November in Berlin
Logo der FifFKon16 : FifFKon16: in.visible systems vom 25. bis 27. November in Berlin Am Wochenende vom 25. bis zum 27. November findet in Berlin wieder die FifFKon im Mathematikgebäude der TU Berlin statt. Die FifFKon ist eine Konferenz des Forums der InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FIfF), dem Zentrum für Technik und Gesellschaft und der Fachgruppe Informatik und Ethik der Gesellschaft für Informatik. Auf dem Programm stehen Vorträge und Diskussionen zu Themen wie Informationsfreiheit, Geheimdienste, Datenschutz, Algorithmen und Verantwortung oder autonome Waffen. Das Motto lautet „in.visible systems – Versteckte Informationstechnik ist nicht diskutierbar“:
In einer digitalisierten Gesellschaft untergraben unsichtbare Systeme die individuelle Selbst- und demokratische Mitbestimmung. Doch nicht nur das, die Manipulation von Denken und Handeln ist zur treibenden Kraft der IT-Entwicklung geworden.
Zweck von Informationstechnik ist immer auch Komplexitätsreduktion und ‑verschleierung. Wir müssen also reflektieren, wie viel Transparenz möglich und nötig ist, um den unterschiedlichen Motivationen in Technikgestaltung und ‑organisation gerecht zu werden. Nur unter Beachtung dieser Doppelnatur können wir einen bewussten demokratischen Gestaltungsprozess in Gang bringen.
Das vollständige Programm und ein Videotrailer sind online zu finden. Die Teilnahme ist kostenlos, um Anmeldung wird jedoch gebeten.
Offenlegung: Auch ich werde am Freitag Abend mit einem Vortrag über „Geheimdienste außer Kontrolle und warum die BND-Reform keine ist“ vertreten sein.
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: Falschmeldungen im Netz: Den Fakes auf der Spur
: Falschmeldungen im Netz: Den Fakes auf der Spur Die Sendung „Der Hintergrund“ auf Deutschlandfunk hat am Samstag über „Falschmeldungen im Netz – Den Fakes auf der Spur“ berichtet.
Ob bei Videos aus der Ukraine, aus Syrien oder Bildern von Terroranschlägen: In den sozialen Netzwerken ist die Zahl der manipulierten Fotos oder Aufnahmen, die aus dem Zusammenhang gerissen werden, massiv gestiegen. Besonders im Journalismus wird deshalb die Überprüfung der Inhalte und Quellen von Tweets und Postings immer wichtiger.

