Bundesjugendring fordert Tracking-Verbot von Minderjährigen

35 Millionen Menschen nutzen WhatsApp alleine in Deutschland. Foto: CC-BY-NC-ND 2.0 Alexander Rentsch

Personenbezogene Daten von Kindern und Jugendlichen sollen nicht kommerziell verwertet werden dürfen. Diese Forderung hat jüngst der Deutsche Bundesjugendring (DBJR) im Rahmen seiner 89. Vollversammlung beschlossen. Zur Begründung heißt es in dem Beschluss:


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Als junge Menschen sind wir vor der Auswertung unserer Daten – und das heißt an dieser Stelle unseres Lebens – besonders zu schützen. Weil die Lebensphase Jugend sich auszeichnen muss durch freie Persönlichkeitsentfaltung, durch Freiräume von Konsequenzen und Verzweckung.

In dem Grundsatzbeschluss zu informationeller Selbstbestimmung im Zeitalter von Big Data spricht sich der DBJR auch gegen anlasslose staatliche Massenüberwachung und für echten Schutz von Privatsphäre im Bereich elektronischer Kommunikation durch eine wirksame Reform der ePrivacy-Richtlinie aus. Der Bundesjugendring ist der Zusammenschluss der parteiunabhängigen politischen Jugendverbände in Deutschland und versteht sich als gemeinsame Vertretung für Interessen und Teilhabe junger Menschen. Der Beschluss enthält auch eine Selbstverpflichtung der Jugendverbände, sich künftig für Datensparsamkeit und das Recht auf informationelle Selbstbestimmug starkzumachen, emanzipatorische Digital- und Medienbildung zu fördern und beim Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologie den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden.

Offenlegung: Der Autor wirkt ehrenamtlich in einer Projektgruppe des DBJR mit, die den Beschluss in Teilen mit vorbereitet hat.

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22 Kommentare
    1. Warum? Mir der freiwiliigen Selbstkontrolle klappt das doch auch: Du setzt ein Opt-Out-Cookie „Ich bin keine 18, trackt mich nicht!“, und wer es trotzdem tut, fristet ein paar Jahre seines Lebens im Knast.
      Das nenn man politische Lösung eines Problems: Täter müssen bestraft werden. Fertig.

    2. Das sind ja zudem Informationen, über die die größten Tracker Facebook und Google bei angemeldeten Nutzerinnen und Nutzern durchaus verfügen.

  1. Die Gegenantwort aus dem Innenministerium wird nicht lange auf sich warten lassen … „radikalisierte Jugendliche“!
    Also, wird dann unser Innenministerium in Deutschland, in politischer Paranoia schwelgend, anfangen in Deutschland nach Kindersoldaten zu suchen!
    … und der Verfassungsschutz wird liefern …

    1. „Personenbezogene Daten von Kindern und Jugendlichen sollen nicht kommerziell verwertet werden dürfen.“ – wüsste jetzt nicht, was das Innenministerium dagegen haben sollte.

  2. Und wie erkennt man, dass da ein jugendlicher Mausschubser/Tabletwischer am klicken ist? Kommt jetzt ein obligatorischer header mit dem Geburtstag?

    Bleibt die Frage, warum man das Tracking nicht gleich vollständig verbietet?
    Es soll ja auch Erwachsene geben, die einen besonderen Schutz nötig haben.

    1. Deswegen brauchen wir ja den deutschen Internetführerschein … damit die Dienste wissen, diese ID (Führerscheinnummer) gehört einem Kind/Jugendlichen, also nicht abhören!
      Ferner können dann auch individuelle Filter angepasst werden, damit nur der Jugendliche gewaltverherrlichende Inhalte zu Gesicht bekommt, dessen später auch Anschläge verhindert werden sollen!
      … und klar, wurde dieser über das Internet radikalisiert, das man dann in Folge noch weiter einschränken muss!

  3. Ziemlich harten Tobak, dass deutschnational jetzt auch noch Altersüberwachung beim Zugang zum Internet gefordert wird. Der Hinweis darauf, dass Facebook über Altersinformationen verfüge, ist grober irreführender Unsinn. Der ehemalige Datenschützer von Schleswig-Holstein hat öffentlich gesagt, dass er unter Pseudonym auf Facebook unterwegs war. Warum sollen dann Jugendliche echte Angaben machen, wenn der Datenschützer ihnen davon abrät? Dieser Alterszugangsbeschränkungen sind hirnlos und zeugen nur von Hass auf das Internet. Und dieser Hass wird dann mit falschen Aussagen auch noch untermauert. Widerlich, dieser deutschnationale Hass. So richtig Spitzermäßig. Der kann das Internet und die Digitaliserung auch nicht leiden. Wahrscheinlich, weil er schon zu lange in der Psychiatrie ist. Er sagt ja selber, wenn man sich lange mit einer Sache beschäftigt, verändert sich das Gehirn.
    Wenn jemand eine Iniative bei der UN machen würde, würde ich drüber nachdenken: Aber dieser deutschnationale Hass auf das Internet ist nur widerlich. So absurd wie deutschnationales Leistungsschutzrecht.

    1. Weil Jugendliche Datenschutz uncool finden und die „Gib niemals deinen Namen im Internet an!“-Zeit nicht miterlebt haben … leider. Außerdem findet FB viele Daten von allein über Dritte und ihre Adressbücher heraus; es ist schwer, glaubhaft falsche Angaben zu machen. Anderer zuverlässiger Anhaltspunkt sind die gelikten Inhalte, die bekanntermaßen … nun, zu viel über Menschen aussagen.

      Daher kein grober Unfug und auch grundsätzlich eine Verbesserung, egal ob Pseudonym.

    2. Hallo Herr Ksoll, Ihnen kann geholfen werden:

      „Wenn jemand eine Iniative bei der UN machen würde, würde ich drüber nachdenken…“

      Ihr Wunsch wurde erhört, wir haben uns nur angewöhnt und sind dabei auch nach Kräften unterstützt worden ihn zu ignorieren. Und so begleitet er uns als „Blinder Fleck“ durch die Zeit:

      1992: UN-Kinderrechtskonvention, UN-Convention on the Rights of the Child (UN-CRC)
      2009: UN-Behindertenrechtkonvention, UN-Convention on the Rights of Persons with Disabilities (UN-CRPD)
      Dies sind absolut verbindliche höchste Rechtsnormen im Range der Menschenrechte.
      Jetzt entfaltet sich vor unseren Augen eine um 180° gedrehte Perspektive:
      Als e i n z i g e s Land erdweit haben die USA die UN-CRC n i c h t ratifiziert!
      Und so entwickelt sich unsere Erkenntnis und Perspektive von „deutschnational“ zu „USA-national“.
      Jetzt haben wir aus Sicht der Rechtsverpflichtung alle europäischen Staaten, sowie die Gesamtheit der nichteuropäischen Staaten versammelt, also bildhaft nach Asterix „Ganz Gallien“, mit Ausnahme eines Widerstand leistenden abtrünnigen Dorfes namens „USA“.
      In diesem erkenntnisreichen Sinne Beste Grüsse.

    3. Dieser Alterszugangsbeschränkungen sind hirnlos und zeugen nur von Hass auf das Internet. Und dieser Hass wird dann mit falschen Aussagen auch noch untermauert. Widerlich, dieser deutschnationale Hass.

      Herr Ksoll, ihre Art der Rhetorik ist widerlich, sie verlasen den Raum der redlichen Argumentation, den Berater sonst für sich beanspruchen. Sie unterstellen ihren Interessengegnern „Hass“ und etikettieren sie auch noch mit dem Label „deutschnational“. Damit disqualifizieren Sie sich als respektabler Berater.

      Der ehemalige Datenschützer von Schleswig-Holstein … Wahrscheinlich, weil er schon zu lange in der Psychiatrie ist.

      Das ist unterste Schublade, Herr Ksoll und erfüllt den Tatbestand übler Nachrede. Es sind durchgängig nicht die Intelligentesten, die so mit Dreck werfen, wie Sie es tun.

      1. Übrigens, Herr Weichert ist nicht in der Psychiatrie. Den habe ich neulich getroffen. Dem geht es gut, anders als Sie hier versuchen, irreführend darzustellen mit unsachlichen Auslassungen. Dennoch war er bei Facebook mit Pseudonym unterwegs.
        Zu Weicherts falschen Rechtsauffassung bei Pseudonymen kann man auch hier Fakten nachlesen:
        http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2013-02/facebook-weichert-klarnamen
        Aber gut, man kann auch auf Fakten verzichten und seinem Hass einfach so freien Lauf lassen. Geht auch. Ist aber hässlich. Wie das Wort schon sagt.

      2. ´Gut. Prof. Spitzer sagt ja, dass vielen Menschen durch die Digitalisierung die Textanalyse immer schwer fällt. Versuchen wir es noch mal.
        „So richtig Spitzermäßig. Der kann das Internet und die Digitaliserung auch nicht leiden. Wahrscheinlich, weil er schon zu lange in der Psychiatrie ist. Er sagt ja selber, wenn man sich lange mit einer Sache beschäftigt, verändert sich das Gehirn.“
        Prof. Manfred Spitzer ist seit vielen Jahren in der Psychiatrie in Ulm.
        http://www.uniklinik-ulm.de/struktur/kliniken/psychiatrie-und-psychotherapie/klinik-fuer-psychiatrie-und-psychotherapie-iii-ulm/home/personen/prof-dr-dr-manfred-spitzer.html
        Die meisten Leute nennen das ein nachweisbares Faktum, was Sie für den Tatbestand der üblen Nachrede halten. Na ja, freies Land, freie Meinung. Aber Sie sollten sich doch minimal sachkundig machen, bevor Sie hier mit Unsinn die Kommentatoren angehen und Straftaten nachsagen. Ich halte im Gegensatz zu Ihnen den Arbeitsort von Professor Spitzer nicht für Dreck, wenn ich auch mit seinen Meinungen nicht übereinstimme. Aber ich sagte ja, dass viel Hass unterwegs ist. Der dann hässlich ist. Wie das Wort schon sagt. Zu Intelligenz will ich mich lieber nicht äußern.

      3. ´Gut. Prof. Spitzer sagt ja, dass vielen Menschen durch die Digitalisierung die Textanalyse immer schwer fällt. Versuchen wir es noch mal.
        „So richtig Spitzermäßig. Der kann das Internet und die Digitaliserung auch nicht leiden. Wahrscheinlich, weil er schon zu lange in der Psychiatrie ist. Er sagt ja selber, wenn man sich lange mit einer Sache beschäftigt, verändert sich das Gehirn.“
        Prof. Manfred Spitzer ist seit vielen Jahren in der Psychiatrie in Ulm. Googeln Sie einfach „Spitzer Ulm“, dann werden Sie ihn dort in der Psychiatrie finden. Der Link ist zu lang hier.
        Die meisten Leute nennen das ein nachweisbares Faktum, was Sie für den Tatbestand der üblen Nachrede halten. Na ja, freies Land, freie Meinung. Aber Sie sollten sich doch minimal sachkundig machen, bevor Sie hier mit Unsinn die Kommentatoren angehen und Straftaten nachsagen. Ich halte im Gegensatz zu Ihnen den Arbeitsort von Professor Spitzer nicht für Dreck, wenn ich auch mit seinen Meinungen nicht übereinstimme. Aber ich sagte ja, dass viel Hass unterwegs ist. Der dann hässlich ist. Wie das Wort schon sagt. Zu Intelligenz will ich mich lieber nicht äußern.

        1. Hallo Herr Ksoll,
          Achtsamkeit lässt mich hoffnungsvoll einen möglichen kleinen gemeinsamen Anfang erkennen, um zukünftig mit Ihnen Seite an Seite zusammen das grossse Thema „… Tracking-Verbot von Minderjährigen“ anzugehen.
          „… . Googeln Sie einfach „Spitzer Ulm“, …“

          2012: Ich erkläre meinem Kind: „Du, Papa hat gerade Google gelöscht!“
          Sie schaut mich irritiert und ungläubig an. „Na ja“ sage ich „andere sitzen vor dem PC und löschen beim Fingernägellackieren versehentlich das Internet und ich hab‘ ja nur Google gelöscht.“
          Dann habe ich ihr an ihrem Computer gezeigt, das ich an ihrem, von mir verordneten Lieblingsbrowser Firefox die Suchmaschine „Google“ gelöscht habe und eine neue hinzugefügt habe: „startpage“ und gleich noch eine zweite: „ixquick“ und eine dritte: „Duck Duck Go“.
          „Ab jetzt ’startpagen‘ wir.“ sagte ich mit dem zuversichtlichsten Tonfall zu dem ich in der Lage war.
          Heute, 2016, 5 Jahre später nutzt sie wie selbstverständlich: „startpage“.

          Suchmaschinen die nicht tracken, die IP-Adresse nicht speichern, stichwortbezogene Werbung anzeigen, aber eben nicht individualisierte, also getrackte Werbung. und im Falle von „startpage“ und „ixquick“ durch Firmensitz in den Niederlanden europäisches Recht und vielfach Datenschutz zertifiziert auf EU-Ebene.

          Das was wir uns mit unseren Kindern leisten ist schon freundlichst ausgedrückt römische Dekadenz: Wir haben datenschutzfreundliche Suchmaschinen zur Verfügung, enthalten sie unseren Kindern aber vor. Insbesondere in der Schule, Ausbildung, Studium, Beruf.
          Etwas weniger freundlich, dafür etwas direkter: Wir überlassen sie der Schlachtbank von „Big Data“.

          Jetzt können wir „Spitzer Ulm“:
          „startpagen“ : https://www.startpage.com
          „ixquicken“ : https://www.ixquick.eu
          oder:
          „duckduckgoen“: https://duckduckgo.com

          In diesem Sinne Beste Grüsse

          1. Sie können als Suchmaschine zum Googlen nehmen, was Sie wollen. Aber auch mit den anderen Suchmaschinen werden Sie nichts finden, dass eine Altersverifzierungsmaßnahme beim Internetzugang für Minderjährige fordert. Ihre Nebelbomben zielen immer an den wichtigen Fragen vorbei.

            „Für die Lebensphase Jugend muss es Freiräume geben, in denen nicht jede Handlung auf Konsequenzen durchdacht werden muss.“

            Google löschen ist kein Freiraum, sondern Zensur.

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