Firefox unterstützt ab der kommenden Version 52 eine umstrittene HTML5-Schnittstelle nicht mehr, gaben die Entwickler des Open-Source-Browsers in einem Blogeintrag bekannt. Die auf den ersten Blick harmlos scheinende Batterieschnittstelle war diesen Sommer wegen Datenschutz-Problemen in die Kritik geraten, da sie sich zum verborgenen Tracking-Werkzeug umfunktionieren lässt.
Eigentlich soll die im Frühjahr abgesegnete Schnittstelle dazu dienen, bei Bedarf den Akku schonende Webseiten auszuliefern. Allerdings erlaubt das auf sechs Kommastellen genaue Auslesen des Batteriefüllstands, abgeglichen mit der gesamten Akkukapazität, das zuverlässige Identifizieren einzelner Nutzer. Zudem kann ein schwindender Füllstand dazu verwendet werden, um unter Stress stehenden Kunden teurere Produkte zu verkaufen.
Wer Firefox treu bleiben, aber nicht warten will, bis die aktualisierte Version als stabiles Update angeboten wird, kann die Funktion „dom.battery.enabled“ über die Konfigurationsseite „about:config“ ausschalten. Ein Kurztest (Testseite) in der netzpolitik.org-Redaktion ergab, dass neben Firefox auch der Google-Browser Chrome unter Android betroffen ist und entsprechende Werte zurückliefert. iOS-Nutzer bleiben von dem Problem einstweilig unberührt, da weder Safari noch darauf aufbauende Dritt-Browser die Schnittstelle unterstützen.
