Kurzmeldungen
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: Spektrum der Wissenschaft: Sonderheft zu Digitalisierung und Datenschutz
: Spektrum der Wissenschaft: Sonderheft zu Digitalisierung und Datenschutz Beim Spektrum der Wissenschaft ist ein kostenlos verfügbares Sonderheft zum Thema „Der digitale Mensch“ erschienen. Darin finden sich auch drei längere Debattenbeiträge zur Zukunft der informationellen Selbstbestimmung.
Der Jurist Alexander Roßnagel kritisiert, dass die vorhandenen Datenschutzregeln gegen die Herausforderungen von „Big Data“ leerliefen. Er plädiert u. a. dafür, den Datenschutz durch Technik weiterzuentwickeln und bestehendes Recht durch „risikoadäquate“ Regelungen zu ergänzen. Der Verbraucherschützer Florian Glatzner vertritt dagegen eine pragmatischere Perspektive: Eine verbraucherfreundliche Auslegung der Datenschutzgrundverordnung könne die informationelle Selbstbestimmung bereits deutlich verbessern. Der Beitrag von Jeanette Hofmann (Politikwissenschaftlerin) und mir setzt sich schließlich ausführlicher mit der „informierten Einwilligung“ auseinander: Wie konnte dieses Instrument eine derart prominente Stellung im Datenschutz erlangen und wo gerät es an seine Grenzen?
Das Heft kann hier als PDF heruntergeladen werden.
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: ARD-ZDF-Onlinestudie: Mehr Internet, mehr mobil, mehr Video
: ARD-ZDF-Onlinestudie: Mehr Internet, mehr mobil, mehr Video ARD und ZDF haben ihre jährliche Onlinestudie zum internetbasierten Medien- und Kommunikationsverhalten in Deutschland veröffentlicht. Die für die deutschprachige Bevölkerung statistisch repräsentative Studie beruht auf telefonischen Interviews mit 1508 Personen ab 14 Jahren. Überraschende Entwicklungen lassen sich dabei nicht feststellen, vielmehr setzen sich Trends der letzten Jahre fort: Mehr Internet, mehr mobil, mehr Video.
Anders als in den letzten Jahren ist die Zahl der Internetnutzer dieses Mal um gut vier Prozentpunkte von 79,5 auf 83,8 Prozent gestiegen (im Vorjahr lag der Zuwachs bei lediglich 0,4 Prozentpunkten). Dies könnte aber auch damit zusammenhängen, dass die Forscher ihre Erhebungsmethode geändert haben und in diesem Jahr erstmalig nicht nur Festnetz‑, sondern auch Mobilanschlüsse angerufen haben: In der Gruppe der Menschen mit Handy dürfte der Anteil der Onliner schließlich höher liegen als in der Gruppe der Menschen mit Festnetzanschluss. Damit sind derzeit wohl etwa 58 Millionen Deutsche online, über 45 Millionen Menschen täglich.
Erstmals ist das Smartphone auch in der Gesamtbevölkerung mit 66 Prozent das meistgenutzte Gerät für den Internetzugang. Laptops werden von 57 Prozent genutzt, stationäre PCs von 44 Prozent und Tablets von 38 Prozent. Bei den 14–29-Jährigen geht fast jede*r mit dem Smartphone ins Internet. Insgesamt nutzen 28 Prozent (19 Millionen) der Deutschen täglich mobiles Internet und 64 Prozent der unter 30-Jährigen.
Nach wie vor gilt: Je jünger die Nutzer*innen, desto mehr Zeit verbringen sie „im Internet“: Bei 14–29-Jährigen sind es im Schnitt 245 Minuten täglich, bei 30–49-Jährigen 148, in der Altersgruppe 50–69 Jahre 85 Minuten und bei den über 70-Jährigen 28 Minuten. Männer (153 Minuten) verbringen durchschnittlich täglich 50 Minuten mehr „im Internet“ als Frauen (104 Minuten).
Der Anteil der Menschen, die täglich online Bewegtbilder konsumieren, liegt inzwischen bei 26 Prozent (17,9 Millionen, 14–29-Jährige: 51 Prozent). Schaut man auf die wöchentliche Online-Videonutzung, dann sind es 56 Prozent, 72 Prozent (50,01 Millionen) nutzen dieses Format zumindest gelegentlich.
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: Kurzfilm über Digitale Gesellschaft e.V. veröffentlicht
: Kurzfilm über Digitale Gesellschaft e.V. veröffentlicht Das Kreativnetzwerk LIGATUREN hat den Digitale Gesellschaft e.V. und seine Arbeit in einem Kurzfilm porträtiert. Anhand von Alltagssituationen erzählt der Film, wie wichtig der Einsatz für digitale Grundrechte heute für alle Menschen ist – auch wenn die Bedeutung im eigenen Leben nicht immer spürbar ist.
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: Die Yes Men – Jetzt wird’s persönlich
: Die Yes Men – Jetzt wird’s persönlich In der ARTE-Mediathek findet sich die kommenden Tage noch die Dokumentation „Die Yes Men – Jetzt wird’s persönlich“ über die Medien-Aktivisten aus New York.
In der Dokumentation kommen den Aktivisten angesichts der drohenden Klimakatastrophe und der zunehmenden Ausbeutung des Planeten Zweifel am Sinn ihres Engagements. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt. Auf einem Kongress für innere Sicherheit verkünden die Yes Men, getarnt als Polit-Prominenz, dass die USA künftig fossile durch erneuerbare Energien ersetzen wolle und schaffen es, Vertreter der Rüstungsindustrie, Sicherheitsdienstleister und Abgeordnete dazu zu bringen, für erneuerbare Energien zu tanzen. Bei solchen Erfolgen ist an Aufgeben nicht mehr zu denken! „Die Yes Men – Jetzt wird’s persönlich” ist ein Film über die Höhen und Tiefen der US-Politaktivisten und ein flammendes Plädoyer dafür, dass es sich lohnt, für eine bessere Welt zu kämpfen.
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: Open-Source-Hackathon für Frauen in Berlin
Nur elf Prozent aller Beteiligten an Open-Source-Projekten sind Frauen (Foto: <a href="https://unsplash.com/@albertosaure">Luis Llerna</a> unter CCO-Lizenz) : Open-Source-Hackathon für Frauen in Berlin Der Anteil von Frauen bei Programmierern ist auch in Open-Source-Projekten mit elf Prozent weiterhin sehr niedrig. Die Veranstaltung „Ladies that FOSS“ von Wikimedia Deutschland möchte das ändern. Für Samstag, den 29. Oktober, laden die Veranstalterinnen alle Frauen, die sich an freier und Open-Source-Software, kurz FOSS, beteiligen wollen, zu einem Workshop in Berlin ein.
Einen ganzen Tag können die Teilnehmerinnen Projekte kennenlernen, programmieren und sich über Open Source austauschen. Zu den beteiligten Projekten gehören unter anderem Firefox, LibreOffice und Wikidata. Die Organisatorinnen, Lucie-Aimée Kaffee von und Julia Schuetze von Wikimedia Deutschland, erklären, wie die Veranstaltung abläuft:
Wir führen die Teilnehmerinnen mit Mentoren von den beteiligten Projekten zusammen, die sie am meisten interessieren. Zusammen mit ihnen erledigen sie Aufgaben, die auf ihre Fähigkeiten zugeschnitten sind. Das werden natürlich Sachen sein, die man an einem Tag schaffen kann.
Interessierte können sich bis zum 14. Oktober für die Veranstaltung anmelden.
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: Bundesrat hat keine Einwendungen gegen BND-Gesetz
Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/janramroth/1298370325/">Katharina Nocun</a>, via <a href="https://www.flickr.com/photos/kattascha/29860041281/">flickr</a> : Bundesrat hat keine Einwendungen gegen BND-Gesetz Passend zum Eiltempo, mit dem die Bundesregierung das neue BND-Gesetz durch die Instanzen jagt, verzichtet der Bundesrat darauf, ihr dabei Steine in den Weg zu legen. Unter Berufung auf eine Stellungnahme der Länderkammer (18/9854) hat die Bundesregierung heute eine Unterrichtung (18/9529) veröffentlicht, die den Weg freimacht für die abschließenden Beratungen im Bundestag. Sie sollen noch im Oktober abgeschlossen werden. In der Stellungnahme heißt es lapidar:
Der Bundesrat hat in seiner 948. Sitzung am 23. September 2016 beschlossen, gegen den Entwurf eines Gesetzes zur Ausland-Ausland-Fernmeldeaufklärung des Bundesnachrichtendienstes gemäß Artikel 76 Absatz 2 des Grundgesetzes keine Einwendungen zu erheben.
Der Gesetzentwurf war unter heftige Kritik von beinahe allen Seiten geraten, da er bislang rechtswidrige Praktiken des deutschen Auslandsgeheimdienstes legalisiert und deshalb unter anderem vom Wissenschaftlichen Dienst des Deutschen Bundestages als in Teilen verfassungswidrig bezeichnet wurde. Zudem haben sich neben der Opposition im Bundestag namhafte Juristen, nationale und internationale Journalistenverbände, ARD und ZDF, zahlreiche Menschenrechtsorganisationen, die OSZE und drei Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen gegen das geplante Gesetz ausgesprochen.
Am 18. Oktober soll die abschließende Beratung im Innenausschuss des Bundestages stattfinden, bevor das Gesetzespaket am 21. Oktober vom Parlamentsplenum beschlossen werden soll. Mehrere Petitionen (1, 2, 3) sollen die Regierung noch zum Einlenken bewegen, während der Verein Digitale Gesellschaft darüber hinaus dazu aufruft, Abgeordnete der Regierungsparteien direkt zu kontaktieren, um sie von der Absegnung einer zunehmend ausgeweiteten Massenüberwachung abzuhalten.
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: Aktivismus im Netz: Vom Hashtag zur Bürgerbewegung
: Aktivismus im Netz: Vom Hashtag zur Bürgerbewegung Deutschlandradio Kultur hat in der Sendung Zeitfragen über „Aktivismus im Netz:Vom Hashtag zur Bürgerbewegung“ berichtet.
Man kann also sagen: Hashtag-Aktivismus ist im Grunde eine Weiterentwicklung der Außerparlamentarischen Opposition in den 60er Jahren in Deutschland. Eine Reaktion auf das Gefühl der Hilflosigkeit des Einzelnen, aber auch eine Reaktion auf die lange Jahre regierende „Alternativlosigkeit“, ein Begriff, der Angela Merkels Politikstil auf den Punkt brachte. Hashtag-Aktivismus ist also in diesem Sinne eine zeitgemäße Form der politischen Kommunikation geworden. Die genauso strategisch angegangen wird.
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: Breitband-Feature über Lip-Sync-App „Musical.ly“ als Beispiel für Remixkultur im Mainstream
: Breitband-Feature über Lip-Sync-App „Musical.ly“ als Beispiel für Remixkultur im Mainstream In der gestrigen Ausgabe der Sendung Breitband bei Deutschlandradio Kultur widmete sich ein von Matthias Finger gestaltetes Feature der App Musical.ly, mit der Playback-Videos mit 15-sekündigen Musiksequenzen erstellt und geteilt werden können (MP3-Download).
Zu urheberrechtliche Fragen rund um den Dienst und inwieweit Musical.ly-Videos eigentlich Remixes darstellen, durfte ich auch ein paar O‑Töne beisteuern.
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: Extra3: Der kleine Mann beim Kongress des Kopp-Verlags
Foto: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC-BY 2.0</a> <a href="https://www.flickr.com/photos/f-andrey/6820397580/sizes/k/">FAndrey</a> : Extra3: Der kleine Mann beim Kongress des Kopp-Verlags Die Satire-Sendung Extra3 auf NDR stand vor der Tür eines Kongresses des Kopp-Verlages und hat dort verschiedenen Reichsbürgern und anderen Kopp-Fans ein Mikrofon hingehalten. Drei Minuten Kurzweil im Video:
Das Traurige ist ja, dass die Interviewten wohl alle selbst an das glauben, was sie erzählen.
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: Bundesregierung macht Tempo: BND-Gesetz soll am 21. Oktober beschlossen werden
Draußen vor dem Reichstag demonstrieren Gegner des BND-Gesetzes. : Bundesregierung macht Tempo: BND-Gesetz soll am 21. Oktober beschlossen werden Die Bundesregierung hält trotz Protesten und kritischer Stellungnahmen von Sachverständigen an ihrem straffen Zeitplan zur Verabschiedung des BND-Gesetzes fest.
Schon am Dienstag, den 18. Oktober, soll die abschließende Beratung im Innenausschuss stattfinden. In zweiter und dritter Lesung soll das Doppelgesetz im Parlament dann am Freitag, dem 21. Oktober, zwischen 09:00 und 10:30 Uhr in zwei Einzel-Debatten beschlossen werden.
„Problematisch, verfassungswidrig, schlecht kontrolliert“
Das Gesetz wird breit kritisiert, weil es illegale Praktiken des Bundesnachrichtendienstes legalisiert (Überblicksartikel). Zu den Kritikern des Gesetzes zählen die Opposition im Bundestag, namhafte Juristen, nationale und internationale Journalistenverbände, ARD und ZDF, zahlreiche Menschenrechtsorganisationen, die OSZE und sogar drei Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen. Die Kritik richtet sich gegen eine Ausweitung der Überwachungsbefugnisse, gegen die negativen Auswirkungen des Gesetzes auf die Pressefreiheit sowie gegen die unzureichende Kontrolle des Geheimdienstes. Die Opposition hält das Gesetz für verfassungswidrig und sieht einen Gang vor das Bundesverfassungsgericht als unausweichlich an.
Es gibt mittlerweile drei Petitionen gegen das BND-Gesetz. Die von Medienrechtsorganisationen wie Reporter ohne Grenzen initiierte Petition stellt vor allem auf die Bedrohung der Pressefreiheit ab. Die Petition von Amnesty International richtet sich vor allem gegen die Gummiparagrafen im Gesetzestext und fordert eine bessere Kontrolle des geheimdienstlichen Datenaustausches. Eine weitere von Bürgerrechtsorganisationen fordert, die neuen Überwachungsbefugnisse für den BND abzulehnen. Insgesamt haben schon mehr als 15.000 Personen die Petitionen unterschrieben. Die Digitale Gesellschaft ruft darüber hinaus dazu auf, Bundestagsabgeordnete von SPD und Union anzurufen und mit diesen über das Gesetz zu diskutieren.
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: Immer noch keine Tarifverträge: Amazon wird bestreikt
Streik bei Amazon in Werne im Juni 2016. (Archivbild). Foto:<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/"> CC-BY-SA 2.0</a> <a href="https://www.flickr.com/photos/dielinke_nrw/27739076351/sizes/h/">dielinkenrw</a> : Immer noch keine Tarifverträge: Amazon wird bestreikt Amazon Deutschland beschäftigt Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer weiterhin ohne Tarifvertrag. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat deswegen die Beschäftigten des Versandhändlers für heute an den Standorten Rheinberg und Werne (NRW), Bad Hersfeld (Hessen), Leipzig (Sachsen) sowie Koblenz (Rheinland-Pfalz) erneut in den Streik gerufen.
In einer Pressemitteilung der Gewerkschaft heißt es, dass der Streik wegen des langen Wochenendes deutlich spürbar sein soll. In der Erklärung wird ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger zitiert:
Amazon muss verstehen, dass sich die Beschäftigten ohne einen Tarifvertrag nicht zufrieden geben werden. Wir fordern das Unternehmen auf, an den Verhandlungstisch zu kommen. Die Weigerung von Amazon hat weder mit Respekt für die Menschen noch mit Anerkennung ihrer Arbeitsleistung irgendetwas zu tun.
Die Süddeutsche berichtet, dass sich nach Angaben von Amazon rund 940 Mitarbeiter der Frühschicht an dem Streik beteiligten. Nach Zählung von Verdi waren es im Tagesverlauf 1.700 Teilnehmer. Amazon beschäftigt bundesweit etwa 11.000 Festangestellte und 3.000 Aushilfen.
Amazon wird in Deutschland seit 2013 immer wieder bestreikt.
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: 53. Netzpolitischer Abend heute Abend in Berlin
: 53. Netzpolitischer Abend heute Abend in Berlin Wie an jedem ersten Dienstag im Monat findet heute Abend, am 4. Oktober, der Netzpolitische Abend des Vereins Digitale Gesellschaft in der c‑base Berlin statt.
Diesmal mit folgenden Beiträgen:
- Adam Harvey: Camouflage, Visual Metadata, and Computer Vision
- Maria Reimer & Daniel Seitz: Bretter, die die Welt verbessern: Jugend hackt in der Volksbühne
- Markus Beckedahl: Infos zur „Das ist Netzpolitik!“-Konferenz
- Heart of Code: Ein neuer Hackspace für Frauensternchen
- LIGATUREN & DigiGes – DigiGes Film
Die c‑base befindet sich in der Rungestraße 20, 10179 Berlin. Der Einlass ist ab 19:15 Uhr, los gehts gegen 20:00 Uhr. Für alle, die nicht vor Ort dabei sein können, gibt es einen Live-Stream auf c‑base.org. Der Eintritt ist frei.
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: Bankenproblem: Einige Doppelbuchungen bei Spenden
: Bankenproblem: Einige Doppelbuchungen bei Spenden Liebe Spender und Spenderinnen,
im August gab es bei einigen Banken Doppelbuchungen – das bedeutet, dass einige Spenden von verschiedenen Banken doppelt ausgeführt wurden. All das betrifft ca. 20 Personen. Viele davon wurden schon von uns zurück gebucht, bei einigen war es etwas komplizierter, aber auch das ist jetzt geklärt. In spätestens einer Woche sollten alle doppelten Buchungen wieder zurück auf Euer Konto gehen. Warum dieser Fehler am gleichen Tag bei verschiedenen Banken auftrat, können wir nicht erklären, unsere Bank kann das auch nicht – aber zumindest konnten wir den Fehler beheben.
In diesem Zuge noch einmal vielen lieben Dank an alle von Euch, die regelmäßig an netzpolitik.org spenden. Damit ermöglicht Ihr uns unsere Arbeit, und wir bleiben unabhängig.
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: UN-Menschenrechtsrat: Verschlüsselung und Anonymität sind wichtig für Journalisten
Der UN-Menschenrechtsrat (Archivbild). Foto: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/">CC-BY-NC-ND 2.0</a> <a href="https://www.flickr.com/photos/unisgeneva/5033625310/sizes/l">UN Photo/Jean-Marc Ferre</a> : UN-Menschenrechtsrat: Verschlüsselung und Anonymität sind wichtig für Journalisten Der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen hat in einer Resolution die Bedeutung von Verschlüsselung und Anonymität für die Arbeit von Journalisten betont. Sie seien für Journalisten wesentlich, um im digitalen Zeitalter ihrer Arbeit frei nachzugehen, insbesondere um ihre Kommunikation und ihre Quellen zu schützen. Daher appelliert der Menschenrechtsrat an alle Staaten, nicht in die Nutzung von Werkzeugen zur Verschlüsselung und Anonymisierung einzugreifen.
Unseren Informationen zufolge handelt es sich bei dem Abschnitt um das bislang stärkste Bekenntnis eines Gremiums der Vereinten Nationen zum Recht auf Verschlüsselung. Allerdings stellen Resolutionen des Menschenrechtsrats nur eine Empfehlung an die Mitgliedsstaaten dar und sind nicht verbindlich. Die Resolution mit dem Titel „Sicherheit von Journalisten“ baut maßgeblich auf einen Bericht über die Bedeutung von Verschlüsselung und Anonymität des Sonderberichterstatters der UN zum Schutz der Meinungsfreiheit, David Kaye, auf. Kaye äußerte zuletzt zusammen mit zwei weiteren Berichterstattern „ernste Bedenken“ gegenüber der BND-Reform.
Der Absatz lautet in Gänze:
Emphasizes that, in the digital age, encryption and anonymity tools have become vital for many journalists to exercise freely their work and their enjoyment of human rights, in particular their rights to freedom of expression and to privacy, including to secure their communications and to protect the confidentiality of their sources, and calls upon States not to interfere with the use of such technologies, with any restrictions thereon complying with States’ obligations under international human rights law;
Eigene Übersetzung: Betont, dass im digitalen Zeitalter Verschlüsselungs- und Anonymierungs-Werkzeuge für viele Journalisten wesentlich geworden sind, um ihre Arbeit ungehindert auszuüben und um ihre Menschenrechte wahrzunehmen, insbesondere ihre Rechte auf Meinungsfreiheit und Privatsphäre, dazu gehört ihre Kommunikation zu sichern und die Vertraulichkeit ihrer Quellen zu schützen, und appelliert an die Staaten diese Technologien nicht zu beeinträchtigen und etwaige Einschränkungen mit den Verpflichtungen der Mitgliedstaaten hinsichtlich der Menschenrechtskonventionen in Übereinstimmigkeit zu bringen.
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: Nach Protesten: HP rudert bei Drucker-Enteignung zurück
Bei Druckern wird das große Geschäft mit teuren Patronen gemacht. Den Herstellern sind kostengünstige Patronen von anderen Herstellern deswegen ein Dorn im Auge. Foto: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC-BY 2.0</a> <a nref="https://www.flickr.com/photos/armydre2008/16664631562/sizes/h/">frankieleon</a> : Nach Protesten: HP rudert bei Drucker-Enteignung zurück Der Hardware-Hersteller HP hatte im März dieses Jahres seinen Druckern eine neue Firmware aufgespielt. Diese entfaltete am 13. September mittels Digital Rights Management (DRM) eine enteignende Wirkung: Druckerpatronen anderer Hersteller funktionierten plötzlich nicht mehr. Teilweise war die Funktion schon auf den Druckern vorinstalliert gewesen, bei anderen Druckern wurde das entmündigende Feature nachträglich hinzugefügt. Dieses Vorgehen von HP hatte zu wütenden Kundenprotesten im Netz und kritischer Berichterstattung geführt.
Wie heise.de berichtet, rudert HP jetzt zurück und will in den nächsten zwei Wochen ein Update anbieten, das die Enteignung rückgängig macht. Wer auf schwurbeligen Marketingsprech in Reinform steht, dem sei auch die Pressemitteilung von HP zum Thema empfohlen.
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: Präsidentschaftsduell: 200 Dollar für einen kaputten WLAN-Zugang
: Präsidentschaftsduell: 200 Dollar für einen kaputten WLAN-Zugang Das Duell der Präsidentschaftskandidaten Hillary Clinton und Donald Trump fand an der privaten Hofstra University statt. Und die ließ sich den Medienrummel fürstlich entlohnen. 200 Dollar mussten Journalisten für einen WLAN-Zugang hinblättern, 325 Dollar kostete ein Platz mit Ethernet-Zugang. Das berichtet Ars Technica.
Damit die Journalisten nicht selbst Hotspots mit ihren Smartphones aufbauten, scannte die Universität nach WLANs und drohte an, dass sie Journalisten mit „illegalen Hotspots“ des Platzes verweisen würde. Umgehen konnte man die WLAN-Repression wohl nur mit Bluetooth oder Tethering via USB-Kabel. Zu allem Überfluss streikte dann irgendwann auch noch das 200-Dollar-WLAN, wie eine Reporterin von Wired berichtete.
Das Vorgehen der Uni könnte übrigens illegal gewesen sein, wie ein Dokument der Federal Communications Commission zeigt.
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: Dem Bundestag erklärt: Industrie 4.0
: Dem Bundestag erklärt: Industrie 4.0 Der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages erklärt in seiner Rubrik „Aktueller Begriff“, was man sich unter dem Buzzword „Industrie 4.0“ (PDF) vorstellen soll.
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: Leistungsschutzrecht: Günther Oettinger will nicht wieder Dackel im Netz sein
<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/">CC-BY-ND-NC</a><a href="https://www.flickr.com/photos/geckoam/2946131648/">geckoam</a> : Leistungsschutzrecht: Günther Oettinger will nicht wieder Dackel im Netz sein EU-Kommissar Günther Oettinger kämpft gemeinsam mit Presseverlegern für ein europäisches Leistungsschutzrecht – und hat nun auf dem Zeitungskongress des Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger die BDZV-Mitglieder aufgefordert, für seine Pläne Stimmung zu machen. Vor allem sollte man bei den Online-Redakteuren Stimmung machen:
„In den Tageszeitungen Print war sie positiv, besten Dank auch für Ihre Stellungnahme, die war klar. Aber in vielen Ihrer Häuser haben Sie Offline und Online-Redaktionen. Und bei den Onlinern war die Reaktion relativ negativ. Nicht Zensur ist gefragt, aber Überzeugung, Argumente.“
Das ähnelt einer anderen Botschaft an eine andere Industrie-Lobby. Auf dem 17. Salzburger Telekom-Forum sprach er vor einem Monat zur Telekommunikationsindustrie und beschwerte sich, dass diese ihn bei der Netzneutralitätsdiskussion alleine haben stehen lassen und nicht ausreichend für Überholspuren im Netz gekämpft hätten:
„Wissen Sie, als ich anfing in der Aufgabe war das Thema Netzneutralität ziemlich schwierig, sag ich vorsichtig. Da war der blöde Oettinger, der daran glaubt, dass man für manche Dienste über einen Vorrang reden muss. Und deswegen eien fundamentale Neutralität aller Datentransporte ergänzt werden sollte. Dann kam der Shitstorm. Da war ich plötzlich der Dackel im Netz. Da hat die Netzgemeinde mich ziemlich an die Wand gedrückt, da hat mir Ihre Hilfe gefehlt übrigens.Da war nichts fürn Tag [Irgendwas genuschelt] lesbar. Ich bin bei dem Thema schon sehr brutal.“
[Ab 26:40ff]