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Open-Source-Hackathon für Frauen in Berlin

Nur elf Prozent aller Beteiligten an Open-Source-Projekten sind Frauen (Foto: Luis Llerna unter CCO-Lizenz)

Der Anteil von Frauen bei Programmierern ist auch in Open-Source-Projekten mit elf Prozent weiterhin sehr niedrig. Die Veranstaltung „Ladies that FOSS“ von Wikimedia Deutschland möchte das ändern. Für Samstag, den 29. Oktober, laden die Veranstalterinnen alle Frauen, die sich an freier und Open-Source-Software, kurz FOSS, beteiligen wollen, zu einem Workshop in Berlin ein.

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Einen ganzen Tag können die Teilnehmerinnen Projekte kennenlernen, programmieren und sich über Open Source austauschen. Zu den beteiligten Projekten gehören unter anderem Firefox, LibreOffice und Wikidata. Die Organisatorinnen, Lucie-Aimée Kaffee von und Julia Schuetze von Wikimedia Deutschland, erklären, wie die Veranstaltung abläuft:

Wir führen die Teilnehmerinnen mit Mentoren von den beteiligten Projekten zusammen, die sie am meisten interessieren. Zusammen mit ihnen erledigen sie Aufgaben, die auf ihre Fähigkeiten zugeschnitten sind. Das werden natürlich Sachen sein, die man an einem Tag schaffen kann.

Interessierte können sich bis zum 14. Oktober für die Veranstaltung anmelden.

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21 Kommentare
  1. Wäre ja schön, wenn man mehr Frauen dafür begeistern könnte, sich hier ehrenamtlich zu engagieren. Ehrenamtliches Engagement scheint noch mehr von Geschlechterrollen geprägt zu sein als im Beruf.
    Im sozialen Bereich sind fast nur Frauen ehrenamtlich tätig. Wäre auch Zeit hierfür mal mehr Männer zu gewinnen. Auch wenn das Netzpolitik.org natürlich wenig betrifft. Gesamtgesellschaftlich wäre eine Schnupperkurs Altenpflege nur für Männer durchaus sinnvoll.

  2. Hi!

    Die besondere Betonung für »wen« das ist, transportiert auf dem ersten Blick die aktuellen Gender-Fuckups. Und, wenn das nur für die einen ist, was ist mit den anderen? -> Nur zusammen sind wir stark!

    Greets.

    1. Das war auch mein erster Eindruck.

      Als ich auf Twitter kritisch nachfragte, ob dies nicht potentiell eine Diskriminierung des männlichen Geschlechts darstelle, lehnte man eine Auseinandersetzung mit meinen Argumenten und Fragen kategorisch ab.

      Die Tweets dazu hat man mittlerweile leider wieder gelöscht.

      Ich denke es geht hier weniger um ehrenamtliches Engagement, sondern in erster Linie ist das
      eine gesteuerte Aktion (Werbeveranstaltung) um grundsätzlich interessierte Frauen für die eine Angestellten-Tätigkeit bei der Wikimedia anzuwerben.

      Dabei spielt es scheinbar keine Rolle, OB und WAS man kann, wichtig ist nur, dass man weiblich und sympathisch ist. Die Wikimedia e.V. hat – so scheint es – eine leistungsunabhängige Frauenquote zum Nachteil männlicher Bewerber eingeführt.

      1. Na, wird auch Zeit! In allen anderen Berufen ist es ja genau andersherum, das ist nur „ausgleichende Gerechtigkeit“ – und die oft tesosteronüberladenen Wiki-Admins könnten einen Ausgleich auch ganz gut gebrauchen ;)

        1. Nein. Das Leistungsprinzip ist allgemein verbreitet.

          Dass bei GLEICHER Leistung/Qualifikation Frauen zu bevorzugen sind, steht auf einem anderen Blatt.

    2. Eigentlich transportieren dein und Maltes Kommentare den Gender-Fuckup viel mehr :-D

      Aus einer Mücke wird ein Elefant gemacht, die kleinste Geschlechter ungleichheit führt direkt zum Aufschrei. Fühlt ihr euch denn wirklich diskriminiert, weil es einen Coding Workshop exklusiv für Frauen gibt? Ist doch echt Unsinn da jetzt die Diskriminierungskeule auszupacken. Gönnt den Frauen doch einfach mal die Gelegenheit, unter sich zu coden…ohne großes Aufsehen, ohne daraus direkt ne Mann/Frau Grundsatzdiskussion zu starten.

        1. Faktisch sind die meisten solcher Workshops aktuell (exklusiv) für Männer…

          So sieht es halt aus. Tausende Workshops in denen die Quote Mann:Frau locker 20:1 ist. Aber das stört (die Männerwelt) nicht, weil theoretisch beide Geschlechter die gleichen Chancen bei der Anmeldung hatten. Warum nach Gründen dafür suchen, auf dem Papier herscht Gleichberechtigung und dann ist die Welt ja in Ordnung.

          Jetzt gibt es wenige Workshops in denen die Quote gezielt 0:20 ist und manche Männer meinen direkt sich beschweren zu müssen, es wäre ja sooo unfair und sie fühlen sich diskriminiert

  3. Zusammen mit ihnen erledigen sie Aufgaben, die auf ihre Fähigkeiten zugeschnitten sind. Das werden natürlich Sachen sein, die man an einem Tag schaffen kann.

    1. Frauen brauchen Mentoren – nicht etwa Mentorinnen.
    2. Frauen erledigen Aufgaben, die ihnen von Männern vorgesetzt werden.
    3. Auf ihre Fähigkeiten zugeschnitten – klingt ziemlich beschränkt.
    4. Natürlich! Ähm – wirklich?
    5. Was man an einem Tag schaffen kann: Den Haushalt besorgen. Hiwi-Niveau. Ausdauer braucht’s dafür nicht.

    Vernichtende Semantik. Wer hat das verbrochen? Schlagt ein Ei drüber!

    1. Zuerst dachte ich ähnliches, aber irgendwie ergibt sich bei Sympathie zwischen Coderin, Projekt und Maintainer schon automatisch eine weitere Mitarbeit. Wenn damit die Einstiegshürde überwunden ist, werden die Mädels sich schon von selbst die Projekte suchen/erstellen …

      Sehe das irgendwie als „Schul“-Praktikum. Viele machen „irgendwas“, andere organisieren sich dabei den weiteren Werdegang.

      1. > irgendwie ergibt sich bei Sympathie zwischen Coderin, Projekt und Maintainer schon automatisch eine weitere Mitarbeit.

        Natürlich! Irgendwie! Bei Sympathie!
        Wen interessiert da noch Kompetenz und Fähigkeit.

        1. Kompetenz und Fähigkeit sind in der Bevölkerung Normalverteilt, und ohne längere Zusammenarbeit auch kaum von außen zu erkennen. Kommen mehr Coderinnen, dann kommen automatisch auch mehr fähige Coderinnen. Analog natürlich auch unfähige. Und glaub bloß nicht, Männer würden nach Kompetenz eingestellt, da gibt’s einfach zu viele Gegenbeispiele.

  4. Wenn Männer ein Alan-Turing-Hackathon nur für Männer organisieren würden, wäre durch dei Gender-Polizei die Hölle los. Beim Girls-Day haben das jetzt einige gerafft und lassen auch Jungs zu. Aber es ist halt schwer, unsere Verfassung auch zu leben.

    1. Schön. Und was würde passieren, wenn man Frauen explizit ausschlösse?
      Auf den Hackathons, wo ich war, waren auch Frauen. Aber das Geschlecht steht mir bei Hackathons eher nicht im Vordergrund. Zudem musste ich bei einem Arbeitgeber pflichtgemäß eine E-Learning-Einheit absolvieren zum Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG), wonach es in beruflichen Situationen streng verboten ist, nach Geschlecht zu diskriminieren.
      https://de.wikipedia.org/wiki/Allgemeines_Gleichbehandlungsgesetz
      Ich halte geschlechtliche Diskriminierung für falsch.

      1. Au ja … das Ding (E-Learning-Einheit absolvieren zum Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG)) war gut!
        Einen Punkt hatte ich Falsch!
        Bezahlung Pfleger/Pflegerin … Realität Pflegerin 20% weniger als Pfleger!
        Was muss man ankreuzen? Na klar, die Irrealität, das beide den gleichen Lohn für gleiche Arbeit bekämen …

    2. Ein „Alan-Turing-Hackathon nur für Männer“ würde auch heterosexuelle Männer ausschließen. Wie hoch ist die Anzahl an homosexuellen Männern unter Informatikern im Vergleich zur Gesamtbevölkerung?

  5. In der TZI, einer Methode zur Arbeit in Gruppen, gibt es den Grundsatz: Störungen haben Vorrang.

    Warum?

    Nun, weil sie sich den Vorrang sowieso nehmen werden, ob wir ihnen diesen einräumen oder nicht.

    Hier geht es um ein Event für Frauen und einige Männer beschweren sich über Diskriminierung, vermeintlich. Doch es gibt eine interessante Hilfsregel in der TZI:

    „Vertritt dich selbst in deinen Aussagen; sprich per „Ich“ und nicht per „Wir“ oder per „Man“. Diese Formen lassen auf ein „Verstecken“ hinter der Gruppe oder einer öffentlichen Meinung schließen. Hinzu kommt, dass es durch eine derartige Kommunikation leicht fällt, Hypothesen entgegen ihrer Natur als Tatsache darzustellen.“

    Warum braucht es solche Hilfsregeln?

    Nun, es wird angenommen, dass Hilfsregeln die Interaktion in einer Gruppe günstig beeinflussen. Dabei ist es selbstverständlich wichtig, dass solche Hilfsregeln taktvoll und nicht diktatorisch angewandt werden. Jede Regel kann ad absurdum geführt werden.

    http://www.osz-ruth-cohn.de/schulportrait/ruth-cohn/themenzentrierte-interaktion-tzi

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