Kurzmeldungen
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: Süddeutsche Zeitung: Recherche-Serie zum Internet of Things
Über das Wochenende verteilt erscheinen fünf Artikel in einer Recherche-Serie. - <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC BY 2.0</a> via flickr/<a href="https://www.flickr.com/photos/itupictures/17197360777">itupictures</a> : Süddeutsche Zeitung: Recherche-Serie zum Internet of Things Die Süddeutsche Zeitung startet heute eine Recherche-Serie mit dem Namen „Krieg im Netz der Dinge“. Dabei soll es vor allem um die Gefahr durch ungesicherte, vernetzte Geräte gehen. Angreifer könnten diese benutzen, um zum Beispiel einen DDoS-Angriff zu starten.
Insgesamt sind fünf Artikel geplant, die über das Wochenende verteilt auf der Website erscheinen sollen. Im heutigen Stück ging es um die Gefahr von ungesicherten Webcams für die Privatsphäre. Besonders problematisch ist dabei, dass praktisch jeder durch spezielle Suchmaschinen Zugriff auf die Bilder der Kameras erlangen kann.
Im Rahmen der Serie gibt es auch einen Test, mit dem man die Sicherheit seiner vernetzten Geräte prüfen kann. Dabei wird die IP-Adresse mit einer Bedrohungsdatenbank abgeglichen. Zur Durchführung des Tests wird die IP-Adresse von der NSIDE Attack Logic GmbH (IT-Sicherheitsdienstleister und Kooperationspartner der SZ) verwendet, um sie mit Bedrohungsdatenbanken abzugleichen und um ein personalisiertes Ergebnis anzuzeigen. Laut Süddeutsche werden sämtliche personenbezogenen Daten, die bei diesem Test erhoben werden nach Abschluss des Tests gelöscht.
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: Der Kinderspace auf dem #33c3 sucht Duplo-Steine
<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/">CC BY-NC 2.0</a> via flickr/<a href="https://www.flickr.com/photos/64958688@N00/6006000623/in/photolist-a9JjJT-bYLJdW-98kyCC-qv7gzr-e2NLh9-kxs4t6-bfhVbv-jePjWM-xTjAR-c8wawE-e6kXS2-BZwxiR-8XFQne-CfSXs-fgxa6J-65cBoo-bYLJ5Y-AvHQw-qfCKqq-8bQwqw-96cwx7-fw2uE2-bbqkVR-fbbXHq-b8xLVn-oRCm94-7X7ScK-BXd8uL-rTTc9V-7nZjuH-7nZm6t-9Fp69j-o56TqJ-7nZhSB-dYMso1-cQBTkW-9cvvvz-4xb8CM-b6P7Zr-zLyRj-by33g-5wbJbP-cqMrx1-ejrtbk-5NCwfx-6aWiif-cgN3o7-6EbvUF-eGoQcJ-6H6F6P">scribbletaylor</a> : Der Kinderspace auf dem #33c3 sucht Duplo-Steine Der Kinderspace auf dem Chaos Communication Congress wird jedes Jahr größer. Zum obligatorischen Bällebad soll jetzt noch eine Duplo-Sammlung kommen. Und dafür werden Duplo-Steine gesucht! Wenn alle 12.000 Teilnehmer und Teilnehmerinnen jeweils nur einen Stein mitbringen, werden viele Kinderaugen glücklich strahlen.
Da nun nicht alle Teilnehmer zu Hause Duplo rumliegen haben, geht ein Spendenaufruf an alle raus, die vielleicht schon größere Kinder haben und Duplo nicht mehr zum Spielen brauchen. Die Steine können mitgebracht oder mit der Post an den Kidspace geschickt werden. Bitte vorher waschen.
Mehr zum Spendenaufruf steht im CCC-Eventblog: Kidspace@33c3 #33C3.
Wir brauchen Eure Hilfe! Der Kidspace braucht Duplo!! Spendenaufruf:
Dieses Jahr wird es nun schon zum vierten Mal einen Kidspace auf dem Chaos Communication Congress geben. Wir haben uns schon einige schöne Attraktionen für dieses Jahr ausgedacht und die Vorbereitungen dazu sind längst im Gange.
Eine schon traditionelle Attraktion waren immer die Duplo-Steine, die wir netterweise zur Verfügung gestellt bekommen hatten. Das klappt seit letztem Jahr leider nicht mehr und da wir alle die Steine sehr vermissen, wollen wir gerne einen neuen Bestand aufbauen.
Um damit zu beginnen, möchten wir Euch auffordern, nochmal in Euren alten Spielzeugkisten, in Euren Kellern oder Dachböden zu schauen, ob Ihr da nicht noch ein paar Duplo-Steine rumliegen habt, die Ihr spenden könnt.
Die Rechnung ist ganz einfach: Wenn 12.000 Besucher je einen Stein mitbringen, dann wären das 12.000 Duplo-Steine!!
Natürlich ist es eher unwahrscheinlich, dass jeder Besucher wirklich auch einen Stein mitbringt und so möchten wir Euch auffordern, Eure Duplo-Sammlungen, soweit Ihr diese entbehren könnt, zur Veranstaltung mitzubringen oder im Vorfeld an das CCH zu senden.
nycro UG
z. Hd. C3 Kidspace
Gaußstraße 19a
22765 HamburgEine große Bitte: Die Duplo-Steine sollten sauber bzw. vorher gewaschen sein! Das geht ganz einfach, indem man sie mit einem Stoffsack in die Waschmaschine steckt, maximal 40 Grad; danach Lufttrocknen.
Wenn Ihr Steine mitbringen wollt, dann gebt diese bitte im Kidspace (Zwischenfoyer vor Saal 1 im zweiten Stockwerk) ab.
Wir werden die Steine sammeln, bis sie wieder für weitere Veranstaltungen des CCC gebraucht werden.
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: FBI: Nutzer aus 120 Ländern mit Malware infiziert
Den Zahlen nach war es der größte Hack, den jemals eine Strafverfolgungsbehörde durchgeführt hat. - <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/">CC BY-ND 2.0</a> via flickr/<a href="https://www.flickr.com/photos/dskley/15698227419">dskley</a> : FBI: Nutzer aus 120 Ländern mit Malware infiziert Die amerikanische Bundespolizei FBI sammelte rund 8.700 IP-Adressen und hackte dafür Rechner aus 120 Ländern. Das geschah im Rahmen einer Ermittlung gegen Kinderpornografie, die innerhalb des Tor-Netzwerkes verbreitet wurde. Bekannt wurde der Hack schon im Januar dieses Jahres. Die konkreten Zahlen kamen erst jetzt im Zusammenhang mit einer Beweisanhörung ans Licht.
Anfang 2015 beschlagnahmte das FBI die Webseite „Playpen“, über die kinderpornografische Inhalte getauscht wurden. Anstatt die Seite offline zu nehmen, wurde sie jedoch 13 Tage lang weiter betrieben, um an die IP-Adressen der Nutzer zu gelangen. Da diese mit Hilfe von Tor ihre Identität zu verschleiern versuchten, stellte die Speicherung ein Problem dar. Deshalb hat das FBI die Nutzer mit einer Malware infiziert, um die Daten zu ermitteln.
Mit einer einzigen Gerichtsanordnung wurden so die rund 8.700 IP-Adressen gespeichert. Allerdings durfte der zuständige Richter einer Speicherung nur in seinem Bezirk zustimmen. Diese Regelung soll ab dem 1. Dezember nicht mehr gelten. Richter können dann auch Anordnungen außerhalb ihres Bezirks erlassen und damit das Hacken von Computern auf der ganzen Welt ermöglichen.
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: Fast 50 Stellen mehr bei der Bundesdatenschutzbeaufragten
Die Bundesdatenschutzbeauftragte Andrea Voßhoff. (Archivbild). : Fast 50 Stellen mehr bei der Bundesdatenschutzbeaufragten Der heute verabschiedete Haushalt sieht 49 neue Stellen bei der Bundesdatenschutzbeauftragten vor. Das berichtet heise.de:
Der jetzt vorgenommene Stellenaufbau ist in der Geschichte des deutschen Datenschutzes einmalig. Innerhalb von nur drei Jahren wird sich die Zahl der Mitarbeiter bei der Bundesdatenschutzbeauftragten Andrea Voßhoff von 85 im Jahr 2014 auf 160 im Jahr 2017 fast verdoppeln. Im kommenden Jahr sollen 29 der Planstellen eingerichtet werden, 20 weitere Stellen sind bis zum 1. Dezember 2017 gesperrt und dürfen erst dann besetzt werden. Damit will man trotz Bundestagswahl rechtzeitig Personal zur Umsetzung der Europäischen Datenschutzgrundverordnung bereitstellen können.
Als weitere Gründe für den Stellenzuwachs werden das IT-Sicherheitsgesetz, die Vorratsdatenspeicherung, das Transplantationsregister sowie die Tatsache genannt, dass die Behörde unabhängig wurde.
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: Sensburg will Beschwerde gegen Beschluss des Bundesgerichtshofs zu Snowden einlegen
: Sensburg will Beschwerde gegen Beschluss des Bundesgerichtshofs zu Snowden einlegen Der Vorsitzende des NSA-Untersuchungsausschusses, Patrick Sensburg (CDU), will offenbar Beschwerde gegen die Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) einlegen. Das Gericht hatte am Montag entschieden, dass der NSA-Untersuchungsausschuss Edward Snowden einladen muss, um ihn in Deutschland zu befragen. Die Oppositionsfraktionen im Bundestag hatten im August einen Antrag an den Bundesgerichtshof (BGH) gestellt, um eine Anhörung von Edward Snowden im NSA-Untersuchungsausschuss zu erreichen.
Gegenüber dem „Kölner Stadtanzeiger“ sagte Sensburg: „Ich kann mir vorstellen, dass die Koalition Beschwerde einlegt. Ich würde das machen. Denn ich hätte gern ein rechtlich sauberes Urteil.“ Zudem fühle er sich durch die Gerichtsentscheidung in seinem Recht als freier Abgeordneter eingeschränkt.
Die Kläger von der Opposition sind empört. Martina Renner (Linke) kommentierte auf Twitter:
Wie grotesk! Sich 2,5 Jahre den Geheimdiensten beugen und dann zu BGH-Beschluss von Freiheit der Abgeordneten reden.
Ähnlich äußerte sich Konstantin von Notz (Grüne):
Es würde ins Bild passen, wenn #CDU #CSU #SPD das erbärmliche + zynische Zeitspiel gegen @Snowden fortsetzen
Die Große Koalition blockiert eine Vernehmung Snowdens in Berlin seit mehr als zwei Jahren.
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: Hinweise, dass Facebook ein Zensurtool für den chinesischen Markt baut
<a href="https://www.flickr.com/photos/sarahmarshall/8409458002/"> Sarah Marshall </a> <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">[CC BY 2.0]</a> : Hinweise, dass Facebook ein Zensurtool für den chinesischen Markt baut Die New York Times berichtet, dass Facebook an der Entwicklung eines Zensurmechanismus arbeite, der Postings schon vor der Veröffentlichung in bestimmten geografischen Regionen unterdrücken kann. Bislang verfolgt Facebook die Praxis, dass Postings erst gemeldet werden müssen, bevor sie blockiert werden. Die Zeitung beruft sich in ihrem Bericht auf drei aktuelle und ehemalige Mitarbeiter von Facebook, die anonym bleiben wollen.
Das Tool soll nach Informationen der New York Times so aufgebaut sein, dass eine externe Firma oder Behörde die Zensur in Echtzeit steuert. Die Informanten sagten der Zeitung allerdings auch, dass die Software möglicherweise niemals angewandt werden würde. Zuckerberg werden jedoch Ambitionen für eine Expansion seines Unternehmens in das bevölkerungsreiche China nachgesagt. Auch wenn sich das mit dem Firmenmotto „make the world more open and connected“ nur schwer vertragen würde.
Ein etwas anders aufgebautes Vorzensur-Prinzip bei Facebook fordert in Deutschland der Bundesinnenminister. Der hatte sogenannte Upload-Filter ins Spiel gebracht und sich deswegen im August bereits mit Facebook-Vertretern getroffen. Er lobte damals Software, die proaktiv – ohne dass eine Beschwerde vorliegt – Inhalte blockiert, und hatte beim gemeinsamen Treffen Facebook dazu ermuntert, solche Technologien zu entwickeln.
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: ARD-Doku: Schicksale von Whistleblowern
Die ARD reagierte mit "Überraschung und Befremden" auf die Forderung der Netzallianz. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/">CC BY-SA 2.0</a>, via flickr/<a href="https://www.flickr.com/photos/95213174@N08/21612352501/">Metropolico.org</a> : ARD-Doku: Schicksale von Whistleblowern Die gestrige Story im Ersten: Whistleblower zeichnet reale Schicksale von Betroffenen nicht nur nach, sondern macht sie im besten Sinne erfahrbar. Dabei folgt der Filmautor Andreas Bellwinkel den Whistleblowern 44 Minuten lang in Gerichtsäle, beleuchtet deren Arbeitsverhältnisse und zeigt auch politische Reaktionen.
Aus der Beschreibung der ARD:
Sie haben getan, was sich nur wenige trauen. Und sie müssen lebenslang dafür bezahlen. Wenn Whistleblower Missstände ans Licht bringen, ernten sie selten Ruhm oder Geld. Zerbrochene Lebensläufe, Jobverlust, Einsamkeit oder sogar hohe Gefängnisstrafen prägen das Leben der Enthüller.
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: Internetfreiheit in Simbabwe weiter unter Druck
Mugabe steht immer wieder in der Kritik. Hier ein Archivbild aus dem Jahr 2006. Foto: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/">CC-BY-NC 2.0</a> <a href="https://www.flickr.com/photos/ethanz/248636230/sizes/o/">Ethan Zuckerman</a> : Internetfreiheit in Simbabwe weiter unter Druck Nach den großen Protesten gegen die Politik von Simbabwes Autokraten Robert Mugabe im vergangenen Sommer schränkt das Regime jetzt die Internetfreiheit deutlich ein. Das berichtet die Deutsche Welle in einem englischsprachigen Beitrag.
Bei den größten Protesten gegen das Regime seit mehr als zehn Jahren hatte die Mobilisierung über soziale Medien und Messenger maßgeblich zum Erfolg beigetragen. Am 6. Juli streikten landesweit Menschen, Geschäfte blieben geschlossen. Dann war WhatsApp für etwa fünf Stunden nicht erreichbar, es gibt Berichte, dass die Regierung dies veranlasst habe.
Weitere Maßnahmen im Anschluss waren die Erhöhung der Kosten von mobiler Kommunikation sowie die Festnahme von Menschen wegen ihrer Postings im Netz. Zudem plant Mugabes Regierung, mit China in Sachen Zensur zusammenzuarbeiten.
Im aktuellen Bericht von Freedom House wird Simbabwes Internet noch als „teilweise frei“ eingestuft. Eine Zensur des Internets gab es bislang nicht, weswegen das Netz einen Freiraum gegenüber der stark eingeschränkten Presse darstellte.
In Simbabwe wird es im Jahr 2018 Wahlen geben.
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: Finde den Fehler: Angela Merkel musste vor zehn Jahren noch nicht über Netzpolitik nachdenken?
Die Kanzlerin meint: Digitalisierung ist toll, man braucht aber auch Fakten im Kopf. - <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC BY 2.0</a> via flickr/<a href="https://www.flickr.com/photos/eppofficial/9304428101/">eppofficial</a> : Finde den Fehler: Angela Merkel musste vor zehn Jahren noch nicht über Netzpolitik nachdenken? Unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) möchte kommendes Jahr bei der Bundestagswahl wieder als Kanzlerkandidatin antreten und zum vierten Mal eine Mehrheit für ihre Kanzlerschaft erhalten. Das hat sie gestern in einer Pressekonferenz verkündet. Im Anschluss wurde sie in der ARD von Anne Will interviewt. Dabei ging sie einige Male am Rande auf das Thema Digitalisierung ein, als sie u.a. erkannte, dass Menschen ohne Breitband weniger Chancen haben. Wer war wohl in den vergangenen elf Jahren für den Breitbandausbau mit verantwortlich?
Der klarste Satz von Angela Merkel in diesem Interview zu unserem Thema kam später:
„Ich hab vor zehn Jahren nicht darüber nachdenken müssen, in welchem rasanten Tempo sich die Digitalisierung der deutschen Wirtschaft abspielt.“
Danke für die späte Einsicht, denn: Unsere Bundesregierung hat unter Angela Merkel das Thema Netzpolitik und Digitalisierung lange Zeit verschlafen. Viele netzpolitische Fragen stellten sich schon vor zehn Jahren. Da hätte man schon darüber nachdenken können.
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: Ungeplante Ausgaben, die wir gerne zurückzahlen: Verlagsausschüttungen der VG Wort
: Ungeplante Ausgaben, die wir gerne zurückzahlen: Verlagsausschüttungen der VG Wort Seit wenigen Jahren sind wir als Medium bzw. Verlag bei der VG Wort gemeldet. Das System sah bislang vor, dass die Vergütungen der VG Wort an Verlage sowie an Urheberinnen und Urheber ausgeschüttet werden. Unsere Redakteure erhalten in guten Jahren fast ein halbes 13. Monatsgehalt. Zumindest im ersten Jahr bekamen wir auch als Verlag noch 1736 Euro als zusätzliche Einnahme, bevor die Verlagsausschüttungen wegen Gerichtsverfahren zurückgehalten wurden.
Mittlerweile ist klar: Die Verlagsausschüttungen waren seit 2010 illegal und das Geld gehört den Urheberinnen und Urhebern alleine.
Jetzt will die VG Wort das Geld zurück. Die 1736 Euro fehlen uns zwar jetzt ungeplant in unserem Budget. Aber dafür kommen sie den Urheberinnen und Urhebern zugute. Und das finden wir im Prinzip gut und zahlen deshalb auch gerne den Beitrag zurück.
Wer uns helfen will, das Minus wieder raus zu holen, findet hier unsere Spendendaten und unseren Brief an die Leserinnen und Leser.
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: Den #33c3 – Fahrplan mitgestalten
: Den #33c3 – Fahrplan mitgestalten Der 33. Chaos Communication Congress findet zwischen Weihnachten und Neujahr wieder in Hamburg statt. Der Chaos Computer Club hat jetzt eine frühe Version seines Fahrplans veröffentlicht und bittet Besucherinnen und Besucher, ihre Vorlieben auszuwählen, damit die Vorträge auf die unterschiedlichen Säle aufgeteilt werden können. Klickt durch, was Euch interessiert.
Unsere Redaktion ist an neun Vorträgen beteiligt.
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: Angela Merkel hat gehört, dass sie Datenschutz jetzt Datensouveränität nennen soll
: Angela Merkel hat gehört, dass sie Datenschutz jetzt Datensouveränität nennen soll Bundeskanzlerin Angela Merkel hat heute eine Rede auf dem zehnten IT-Gipfel in Saarbrücken gehalten. Wie so häufig, hat sie lange geredet, aber wenig Konkretes gesagt. Spannend wurde es nur kurz, als sie sich zu Datenschutz äußerte und nebenbei erwähnte, dass sie gelernt habe, dass sie das in Zukunft Datensouveränität nennen soll. Dieser Begriff wurde also erfolgreich von der IT-Industrie-Lobby in der Politik platziert.
Gleichzeitig erwähnt sie, dass man die nationale Umsetzung der EU-Datenschutzgrundverordnung nutzen wird, um die unbestimmten Rechtsbegriffe zu nutzen, das Datenschutzniveau abzubauen. Wir hatten vor zwei Monaten den Gesetzentwurf des Innenministeriums zum neuen „Allgemeinen Bundesdatenschutzgesetz“ veröffentlicht. Der ehemalige Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar kommentierte vor einem Monat auf unerer „Das ist Netzpolitik!“-Konferenz diese Pläne mit „europarechtswidrig, handwerklich schlecht gemacht und datenschutzfreundlich ist es auch nicht“.
Angela Merkels Statement im Wortlaut:
„Wir haben jetzt auch die entsprechende rechtliche Grundlage, um das Thema Datenschutz, ich habe gehört wir nennen das in Zukunft Datensouveränität, zu bearbeiten. Die Datenschutzgrundverordnung ist eine Verordnung, aber der Minister de Maizière weist immer wieder darauf hin, dass es eine Vielzahl unbestimmter Rechtsbegriffe gibt, bei denen wir jetzt aufpassen müssen, dass wir es nicht wieder so restriktiv machen, dass das Big-Data-Management dann doch nicht möglich wird. Insofern wird die nationale Umsetzung nochmal sehr interessant werden und auch die Auslegung dann in den Gerichten.
…wir müssen auch im Bereich der Rechtssetzung und der Rechtssprechung das entsprechende Fachwissen haben, damit die Urteile dann auch entsprechend der neuen Zeit gefällt werden können. Denn das Prinzip der Datensparsamkeit, wie wir es vor vielen Jahren hatten, kann heute nicht die generelle Leitschnur sein für die Entwicklung neuer Produkte.“
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: Recherche: Wenn die Hotline eines Baumarktes deinen vollen Namen kennt
Wenn die Hotline des Baumarktes deinen Namen kennt, obwohl du noch nie angerufen hast... (Symbolfoto). Foto: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/">CC-BY-SA 2.0</a> <a href="https://www.flickr.com/photos/amirk/5777860796/sizes/l">Amir Kurbanov</a> : Recherche: Wenn die Hotline eines Baumarktes deinen vollen Namen kennt Der Journalist Jürgen Vielmeier staunt nicht schlecht, als er bei der Hotline des Hagebaumarktes anruft und dort mit vollem Namen begrüßt wird:
Einige Minuten sitze ich sprachlos da. Woher haben die meine Nummer, meinen Namen, mein Geburtsdatum und weiß ich was noch? Ich grase noch einmal meine E‑Mail-Konten, Rechnungen, sozialen Profile ab. Aber es ist sicher: Bei Hagebau.de habe ich noch nie etwas bestellt. Ich rufe also irgendwo an und man weiß schon, wer ich bin, wo ich wohne und wie alt ich bin, will mir aber nicht sagen, woher man das alles weiß.
Ausgehend von diesem Telefonat fängt Vielmeier an zu recherchieren, telefoniert sich durch Presseabteilungen, erstellt Auskunftsersuchen und legt offen, dass am Ende wohl der Versandhändler Otto die Daten weitergegeben hat. Vielmeier kommt zum ernüchternden Schluss:
Und doch hatte ich bis zu diesem Anruf bei der Hagebau-Hotline immer das Gefühl, dass schon alles irgendwie im Rahmen bliebe, Online-Dienste mit meinen Daten ja doch nicht viel anfangen könnten und sich schon irgendeine Instanz darum kümmert, wenn etwas aus dem Ruder läuft.
Seine lesenswerte Recherche ist nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Alltag des kommerziellen Datenaustausches. Dieser dürfte mit der Weitergabe der Telefonnummern von WhatsApp an Facebook bald eine neue Stufe erreichen.
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: Umfrage: Digitalisierung jetzt auch im Kuhstall angekommen
Den Kuhstall 4.0 finden auch die Tiere toll (Symbolbild). - <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC BY 2.0</a> via flickr/<a href="https://www.flickr.com/photos/30478819@N08/20134178700/">Marco Verch</a> : Umfrage: Digitalisierung jetzt auch im Kuhstall angekommen Robotik im Stall, Drohnen über den Feldern und alle wichtigen Daten aufs Smartphone. Knapp mehr als die Hälfte aller Landwirte arbeitet mittlerweile mit mindestens einer dieser Methoden. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Digitalverbands Bitkom mit dem Titel „Kuhstall 4.0: Gut für die Tiere“ hervor. In der vom Deutschen Bauernverband unterstützten Umfrage wurden 521 Landwirte und Lohnunternehmer aus der Branche befragt.
Am weitesten verbreitet sind demnach digital gestützte Fütterungsautomaten, die von 51 Prozent der Befragten genutzt werden. Auch Sensoren werden mittlerweile auf dem Bauernhof eingesetzt, um dem Landwirt wichtige Daten zu liefern, beispielsweise das Gewicht oder die Vitaldaten der Tiere. Ein Viertel der Befragten gab an, diese Technik bereits zu nutzen. Von Drohnen machen hingegen nur vier Prozent Gebrauch.
Datenschutz wird als Hindernis empfunden
In der Umfrage wurde auch nach einer Prognose für das Jahr 2030 gefragt. Zwischen 40 und 50 Prozent der Befragten sehen den Einsatz von autonomen Feldrobotern, Drohnen oder fahrerlosen Traktoren als wahrscheinlich an.
Interessant ist, dass 42 Prozent der Befragten den Datenschutz als Hindernis im Kuhstall 4.0 empfinden. Auch stärkere staatliche Kontrollmöglichkeiten werden als Gefahr wahrgenommen. 53 Prozent gaben an, dass die Digitalisierung dem Staat mehr Macht über sie geben könnte.
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: Bildung 4.0: Merkel entdeckt Online-Kurse und die „Cloud“
Die Kanzlerin meint: Digitalisierung ist toll, man braucht aber auch Fakten im Kopf. - <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC BY 2.0</a> via flickr/<a href="https://www.flickr.com/photos/eppofficial/9304428101/">eppofficial</a> : Bildung 4.0: Merkel entdeckt Online-Kurse und die „Cloud“ Im Vorfeld zum Nationalen IT-Gipfel in Saarbrücken äußert sich Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Digitalisierung im Bildungswesen. In einem Video-Podcast gesteht sie ein, dass Veränderungen notwendig seien. So sollen zum Beispiel Schülerinnen und Schüler besser auf den veränderten Arbeitsmarkt vorbereitet werden. Einsichtig zeigt sich Merkel dabei in Bezug auf die späte Reaktion der Bundesregierung.
Die Bundeskanzlerin zeigt sich von neuen Methoden des Lernens beeindruckt. Wenn sie über Massive Open Online Courses oder die Cloud spricht, klingt das folgendermaßen:
Ich glaube, das sind wichtige und interessante Dinge. Einmal diese offenen Kurse, in denen man sozusagen lernen kann; (…) Und was diese Cloud anbelangt, so halte ich das für eine sehr, sehr wichtige Angelegenheit, weil dann ja praktisch Zugriff auf das möglich ist, was heute schon an didaktischen und inhaltlichen Möglichkeiten da ist.
Die Fakten im Kopf
Digitalisierung schön und gut, aber Merkel erinnert daran, dass man „auch einige Fakten im Kopf haben“ muss. Daten ordnen und verarbeiten kann einem das Internet nicht abnehmen, so ihre Aussage. Auch Schreiben und Lesen soll weiterhin gelehrt werden. Wobei letzteres durch die Digitalisierung sowieso nicht bedroht ist.
Ob in Zukunft alle Schüler nur noch über das Internet unterrichtet werden, ist ohnehin fraglich. Oft verhindert die Haltung und mangelnde Kompetenz der Lehrenden einen Einsatz neuartiger Lernmethoden. Auch die Ausrüstung der Schulen spielt dabei eine Rolle. Inwieweit die geplanten fünf Milliarden Euro für die Ausstattung aller Schulen in Deutschland mit Computern und WLAN daran etwas ändern werden, bleibt abzuwarten.
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: Weltkarte der Videoüberwachung sucht Übersetzer
Spanische Version der Webseite "Surveillance under Surveillance" : Weltkarte der Videoüberwachung sucht Übersetzer Im Projekt „Surveillance under Surveillance“ können Menschen auf der ganzen Welt kollaborativ Überwachungskameras erfassen. So entsteht die bislang umfassendste Weltkarte der Videoüberwachung. Darüber berichteten wir im August.
Mittlerweile ist das Projekt nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Englisch und auf Spanisch verfügbar. Der Entwickler sucht jetzt weitere Übersetzungen, unter anderem für die französische und die russische Version. Er ist aber für alle weiteren Sprachversionen offen. Die Übersetzungen des Projektes bauen sprachliche Barrieren ab und tragen maßgeblich dazu bei, dass Eintragungen aus den jeweiligen Sprachräumen zunehmen.
Eine Ausweitung der Videoüberwachung steht gerade wieder in Deutschland auf der Tagesordnung. Das Innenministerium will Bestimmungen im Bundesdatenschutzgesetz lockern und damit die Zulässigkeit von Videoüberwachungssystemen erleichtern.
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: MediathekView wird als Communityprojekt weiterentwickelt
Screenshot: MediathekView : MediathekView wird als Communityprojekt weiterentwickelt MediathekView, das praktische Programm zum Downloaden von Inhalten aus öffentlich-rechtlichen Mediatheken, hat doch eine Zukunft. Der bisherige alleinige Entwickler Xaver hatte vor drei Wochen verkündet, dass er das ehrenamtliche Projekt aus Zeitgründen nicht weiter entwickeln und pflegen kann. Nun haben sich Menschen gefunden, die MediathekView als Community-Projekt weiterführen wollen, wie Xaver im Forum schreibt:
Das war’s…, und es geht doch weiter
inzwischen hat sich ein sehr engagiertes Team zusammengefunden, dass das Programm und die Infrastruktur dahinter als Community-Projekt und in Teamarbeit weiterführen wird. Das wird sicherstellen, dass das Programm weiter frei verfügbar bleibt und auch weiter benutzt werden kann.
Dazu dem Team viel Erfolg
Wir freuen uns mit und wünschen viel Erfolg.
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: BND bekommt eigene Spionagesatelliten
: BND bekommt eigene Spionagesatelliten Das Kanzleramt hat dem Bundesnachrichtendienst (BND) eigene Spionagesatelliten genehmigt. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung:
Der BND will das Satellitensystem mithilfe der Bundeswehr und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt entwickeln. Die Kosten werden auf mindestens 400 Millionen Euro geschätzt, spätestens 2022 sollen die Kameras des Satelliten erste hochauflösende Bilder liefern.
Der BND argumentiert, dass er Satelliten zur Überwachung von Konfliktregionen und Massenvernichtungswaffen benötige. In der Süddeutschen heißt es, dass am Prozess Beteiligte bereits vor Wochen von einem völlig veränderten Klima berichteten: man „könne nun anmelden, was man wolle“.
Das Budget des BND war erst kürzlich deutlich erhöht worden, seine Befugnisse werden durch im Oktober beschlossene BND-Gesetz massiv erweitert.
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: Große Koalition einigt sich auf neues „Sicherheitspaket“
: Große Koalition einigt sich auf neues „Sicherheitspaket“ Innenminister Thomas de Maizière hat Teile seiner im August vorgestellten „Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit in Deutschland“ (PDF) in der Großen Koalition durchbekommen. Über diese Einigung berichtet unter anderem die Tagesschau. Konkrete Gesetzesentwürfe seien für die meisten Maßnahmen noch nicht vorgelegt worden.
Zum „Sicherheitspaket“ gehören:
- Eine Ausweitung der Videoüberwachung im öffentlichen und privaten Raum (Gesetzentwurf zum „Videoüberwachungsverbesserungsgesetz“),
- Zulassung der elektronischen Fußfessel für verurteilte „Extremisten“ nach der Haft,
- Ausweitung der automatisierten Kfz-Kennzeichenerfassung bei der Bundespolizei,
- Einführung von Bodycams bei Bundespolizisten,
- Verschärfung der Strafbarkeit von tätlichen Angriffen auf Polizeibeamte.
Gegen die Ausweitung der Videoüberwachung gibt es starke Bedenken von Datenschützern. Der Datenschutzbeauftragte von Mecklenburg-Vorpommern, Peter Dankert (SPD), bezeichnete die Videoüberwachungspläne gegenüber Spiegel Online als „politischen Aktionismus“, der Sicherheit nur vortäusche. Der Gesetzentwurf begründet die Ausweitung der Videoüberwachung unter anderem mit der Verhinderung von Terrorismus, wobei es mindestens umstritten bis unmöglich ist, mit Videoüberwachung Anschläge zu verhindern.