Digital Rights

  • : Play09 Creative Gaming Festival
    Play09 Creative Gaming Festival

    In Potsdam findet derzeit ein „Festival für kreatives Computerspielen“ statt. Play09 dreht sich um Machinima, das Erstellen eigener Computerspielwelten und Balletttanzen in Ballerspielen.

    Es geht bei „Creative Gaming“ darum, Computerspiele anders zu nutzen, als eigentlich von den Entwicklern vorgesehen. „Aufzeigen, woraus Computerspiele noch bestehen, außer sie zu spielen“ will Tina Ziegler von der Initiative Creative Gaming. Etwa, indem die Medienpädagogen Schüler „in einem Ballerspiel Ballett tanzen“ lassen.

    Solche aufgenommenen Filmsequenzen aus Computerspielen haben sich als „Machinima“ zu einer aufstrebenden Kunstform entwickelt. Besucher der Play09 können an Work-Stations eigene Filme drehen. Aber die Mitglieder der Initiative Creative Gaming wollen über das Umdeuten bestehender Spiele hinaus.

    4. Dezember 2009 2
  • : Netzzensur-Debatte in Spanien
    Netzzensur-Debatte in Spanien

    Spanien hat jetzt auch eine Netzzensur-Diskussion. Anders als in Deutschland wollte man dort aber keine Webseiten mit Kinderpornographie sperren, sondern gleich Seiten, die Urheberrechte verletzen. Die Futurezone hat einen dpa-Artikel dazu veröffentlicht: Streit über Internet-Sperrgesetz in Spanien.

    Die Initiative sieht vor, ohne richterliche Anordnung Websites sperren zu lassen, die das illegale Kopieren von Musik, Filmen oder Software ermöglichen. User, Betreiber von Online-Portalen und auch Journalisten kritisierten das Vorhaben als Verstoß gegen die Informations- und Meinungsfreiheit. Angesichts der Proteste ist die Regierung nach Medienberichten vom Freitag zum Einlenken bereit.

    Nach einem Aufschrei in der Blogosphäre rudert die spanische Regierung jetzt zurück und gelobt Verbesserungen. Im ursprünglichen Plan des Kulturministeriums sollte eine Kommission die Netzzensur-Infrastruktur beaufsichtigen und Nutzer dieser Seiten sollten ermittelt werden.

    Spanische Blogger haben ein Manifest veröffentlicht, was hier in der Google-Übersetzung zu lesen ist: „In defense of fundamental rights on the Internet“.

    Update: Markus Trapp hat viele Infos im Cibera-Blog zusammengefasst: El Manifiesto: Wogen im Web in Sachen Ley Antipirata.

    4. Dezember 2009 11
  • : Global Information Society Watch 2009
    Global Information Society Watch 2009

    Association for Progressive Communications (APC) hat den „Global Information Society Watch 2009“-Report veröffentlicht. Mit dem Untertitel „Access to online information and knowledge – advancing human rights and democracy“ werden in der umfangreichen Publikation zahlreiche Netzpolitische Entwicklungen in vielen teilen der Welt beschrieben. Insgesamt 48 Länderreports sind darin zu finden.

    The report unpacks the key issues impacting on access to online information and knowledge, including discussions on intellectual property rights, knowledge rights, open standards and access to educational materials and libraries. The report also offers an institutional overview and a reflection on indicators that track access to information and knowledge. 48 country reports –-ten more than last year— analyse the status of access to online information and knowledge in countries as diverse as the Democratic Republic of Congo, Egypt, Mexico, Switzerland and Kazakhstan, while regional overviews offer a bird’s eye perspective on trends in North America, Latin America and the Caribbean, Africa, the Middle East, South Asia and Europe. For the first time there is an innovate section that visually maps global rights as seen through the lens of Google searches, as well as a visual analysis of Twitter messages sent out during the recent Iranian political crisis.

    Der Report ist ein lesenswertes Dokument für die globale Perspektive auf Netzpolitik. Hier ist das 5 MB große PDF.

    3. Dezember 2009
  • : Kein Unterauschuss Neue Medien im Bundestag?
    Kein Unterauschuss Neue Medien im Bundestag?

    Das European-Magazin verkündet in einer Pressemitteilung, dass der Unterausschuss Neue Medien im Bundestag in dieser Legislaturperiode nicht mehr eingesetzt wird. Dies habe das Magazin aus Bundestagskreisen erfahren. (Finde die Meldung nicht online, kam per Mail) Der Unterausschuss Neue Medien war bisher dem Kultur & Medien untergeordnet. In dem Unterausschuss wurde Netzpolitik debattiert. Schon zu Beginn der letzten Legislaturperiode stand der Unterauschuss Neue Medien auf der Kippe und sollte abgeschafft werden.

    Der Unterauschuss Neue Medien war zwar eher zahnlos gegenüber z.B. dem Rechtsausschuss, aber trotzdem war und ist es sinnvoll, im Bundestag ein Forum zu haben, was sich explizit mit der digitalen Gesellschaft auseinandersetzt und die Themen nicht nur nebenbei debattiert.

    Das erste Bundestagsbüro, was uns das bestätigt, bekommt die Möglichkeit zur Kommentierung dieser Nachricht.

    Update: Das Büro von Tabea Rößner, der medienpolitische Sprecherin der Grünen Fraktion, hat die Meldung in den Kommentaren dementiert. Von Seiten der CDU wird die Absetzung wohl forciert, aber es ist wohl noch nicht entschieden. Ich hab heute Nachmittag mal alle Pressestellen der Fraktionen angeschrieben und um eine kurze Stellungnahme gebeten. Darauf hat aber noch niemand geantwortet.

    Update: Frank Bergmann von der CDU/CSU-Fraktion hat die Meldung in den Kommentaren dementiert:

    Diese Meldung ist nicht richtig. Es wird auch in dieser Wahlperiode wieder einen Unterausschuss Neue Medien geben. Die Arbeitsgruppen Kultur und Medien von CDU/CSU und FDP haben sich in einer gemeinsamen Sitzung darauf verständigt, erneut einen Unterausschuss Neue Medien einzusetzen.

    3. Dezember 2009 17
  • : Mit uns geht die neue Zeit: Von neuen Netzen und alten Ideologien
    Mit uns geht die neue Zeit: Von neuen Netzen und alten Ideologien

    Dies ist ein Gastbeitrag von Jürgen Kuri. Eine erste Version dieses Textes erschien Mitte Oktober auf dem – derzeit leider geschlossenen – Blogger- und Journaistenportal Blogjournalisten.

    Mit uns geht die neue Zeit: Von neuen Netzen und alten Ideologien

    Das Elend der SPD und die Konfusion der CDU verführen professionelle Meinungsmacher dieser Tage immer wieder (zum wievielten Male?), das Ende der Volksparteien einzuläuten. Aber ach, wen interessiert das noch: Es ist zwar nicht gleich der Schwanz, der mit dem Hund wedelt, aber die kleinen Parteien treiben in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit die ehemaligen Volksparteien vor sich her. Die Linke jedoch kämpft mit ihrer Vergangenheit und ihrem sowohl kranken als auch irrlichternden Vorsitzenden, aber auch mit ihrer Rolle als Besitzstandswahrerin und soziales Gewissen der SPD; mit der neuen, allseits beschworenen Internet-Zeit hat sie wenig am Hut. Grüne, FDP und Piratenpartei dagegen sind gar nicht gut aufeinander zu sprechen: Jede würde sich allzu gerne als Vertreterin und Sprecherin der „Digital Natives“ und der vielbeschworenen Internet-Community in Szene setzen und damit Kaisers Kleid der Marke „Modernität“ anziehen.

    2. Dezember 2009 16
  • : Verlage vs. Google: ACAP, das intelligente robots.txt
    Verlage vs. Google: ACAP, das intelligente robots.txt

    Wolfgang Michal beschäftigt sich auf Carta mit dem Automated Content Access Protocol (ACAP), der „intelligenten“ Version von robots.txt: „ACAP ist Digitales Rechte-Management (DRM).“

    ACAP regelt, anders als das Protokoll robots.txt, nicht nur ob, sondern auch wie Suchmaschinen auf Webseiten-Inhalte zugreifen dürfen. Würden sich Google & Co. daran halten, bekämen Verlage und andere Website-Betreiber beträchtliche Macht über die Suchmaschinen-Anbieter.

    Aktuell spielt ACAP im Streit zwischen Verlagen und Suchmaschinen eine relativ geringe Rolle. Es dürfte aber zu den vielen „Säulen“ gehören, auf denen die Verlage laut Christoph Keese ihre zukünftige Strategie errichten wollen.

    Verlage contra Google: Der vergessene Kampf um ACAP auf Carta.

    2. Dezember 2009 2
  • : Die SchülerVZ-Datenlecks im Rückblick
    Die SchülerVZ-Datenlecks im Rückblick

    Die Frankfurter Rundschau hat die SchülerVZ-Geschichte mit den Datenlecks als Rückblick zusammengefasst: Unter Beobachtung.

    Das heißt im Klartext, dass es noch bis vor einem Monat für jeden, der die Grundkenntnisse des Programmierens beherrscht, möglich war, an die Profildaten aller VZ-Nutzer zu gelangen. Problemlos. Es ist deshalb davon auszugehen, dass weit mehr Menschen im Besitz der Daten sind, als bisher angenommen.

    2. Dezember 2009 12
  • : EU: Doch noch Verlängerung bei SWIFT?
    EU: Doch noch Verlängerung bei SWIFT?

    Die EU-Innenminister haben gestern das SWIFT-Abkommen mit den USA beschlossen. Interessanterweise haben sie es aber nicht unterzeichnet. Das ist insofern interessant, als heute der Lissabon-Vertrag in Kraft getreten ist, der dem EU-Parlament mehr Mitsprache-Rechte bringt. In Brüssel herrscht gerade etwas Verwirrung, was das bedeuten könnte. Das beschließen und nicht unterzeichnen deutet daraufhin, dass sich die EU-Innenminister doch nicht getraut haben, mit einer Art Taschenspielertrick kurz vor Schluss (Einen Tag vor Inkrafttreten des Lissabon-Vertrag) vollendete Tatsachen zu schaffen. Das EU-Parlament müsste jetzt um Zustimmung zu SWIFT gefragt werden und kann dem Abkommen zustimmen oder es ablehnen.

    Allerdings kann man bei der konservativen Mehrheit im Parlament davon ausgehen, dass diese jetzt nicht unbedingt für den Schutz unserer Bürgerrechte auf die Barrikaden geht, sondern sich „der Verantwortung stellt“. Aber trotzdem scheint es unerwarteterweise eine Art Verlängerung bei SWIFT zu geben. Und vielleicht gibt es doch zahlreiche konservative Abgeordnete, die sich für das Argument „Wirtschaftsspionage“ erwärmen lassen.

    Ich kenne mich jetzt nicht sehr gut mit den neuen Verhältnissen durch den Lissabon-Vertrag aus und würde mich über Einschätzungen in den Kommentaren freuen, was das jetzt genau bedeuten könnte und wie das genaue Verfahren ist.

    Der Innenausschuss im EU-Parlament behandelt morgen früh in seiner Sitzung zwischen 9:00 – 10:30 Uhr SWIFT als 2. Tagesordnungspunkt. Da wird jemand von der EU-Kommission berichten. Das kann man sich morgen live im Stream anschauen.

    Das Handelsblatt findet das Verhalten der FDP in Sachen SWIFT nicht lustig und hat das kommentiert: Westerwelle fällt um.

    Dass die Wahlversprechen der FDP eine kurze Halbwertszeit haben, ist mittlerweile hinlänglich bekannt. Aber dass sie gleich beim ersten Härtetest wie ein Kartenhaus in sich zusammenbrechen, ist doch bemerkenswert. Als Partei der Bürgerrechte und des Datenschutzes hatte FDP-Chef Guido Westerwelle die Liberalen im Wahlkampf präsentiert. Als Partei der Umfaller und Wegducker haben sie sich gestern in Brüssel entpuppt. Denn der Beschluss der EU-Innenminister, die umstrittene Weitergabe privater europäischer Bankdaten an die USA zu legalisieren, wäre ohne die stillschweigende Zustimmung des Vizekanzlers und Bundesaußenministers nicht möglich gewesen. Westerwelle musste sich zwischen Staatsräson und Prinzipientreue entscheiden – und hat die liberalen Prinzipien fahren lassen. Die hätten es nämlich geboten, das sogenannte Swift-Abkommen zu stoppen.

    Update:

    Kaum steht dieser Text online, bekommen wir auch schon weitere Hintergrundinformationen. Hier ist ein Brief von Jerzy Buzek (PDF), dem Präsidenten des Europaparlaments, den dieser offiziell an den EU-Rat geschickt hat. Und hier ist die Antwort des EU-Rates. Dieser Briefwechsel ist u.a. deswegen interessant, weil das wohl eine sehr harte Bandage ist und relativ ungewöhnlich. Das bedeutet, das komplette Präsidium des EU-Parlaments hat dahinter gestanden und alle Fraktionschefs haben mitgemacht. Gut möglich, dass aufgrund dieser harten Bandagen des EU-Parlaments kurz vor Schluss das oben gewählte Verfahren durch den EU-Rat gewählt wurde.

    Update: Peter Schaar hat in seinem Forum ein paar offene Fragen gebloggt.

    Nachdem der Rat der Europäischen Justiz- und Innenminister am 30.11.2009 den Entwurf des Abkommens gebilligt hat, harren zahlreiche Fragen einer Antwort. Auch die Vertreter der Kommission und des Rates konnten diese Fragen bei der heutigen Sitzung der Artikel 29-Gruppe der Datenschutzbeauftragten der EU-Mitgliedstaaten nicht befriedigend beantworten.

    1. Dezember 2009 20
  • : Rechtsfreier Raum des Tages für FAZ
    Rechtsfreier Raum des Tages für FAZ

    Jasper von Altenbockum hat in der FAZ die aktuellen Entwicklungen rund um das immer noch nicht unterschriebene Zugangserschwerungsgesetz kommentiert: World Wide Wirrwarr.

    Die Koalition ist deshalb von „Sperren“ auf „Löschen“ umgeschwenkt. Bislang ist allerdings unklar, wie das in einem Netzwerk funktionieren soll, das keine nationalen Grenzen kennt. Die Einzigen, die vom Berliner World Wide Wirrwarr profitieren, sind Leute, die in einem de facto rechtsfreien Raum mit Kinderpornographie ihr Geld verdienen.

    Seiner Meinung nach will die Bundesregierung das Gesetz auch nicht umsetzen, weil sie „Angst vor der Courage [hat], sich mit einer Öffentlichkeit anzulegen, die das Internet für ein Heiligtum hält.“

    Und für die bemerkenswerte Unkenntnis des Themas, was er kommentiert, bekommt er den „Rechtsfreien Raum des Tages“ verliehen.

    Dazu passt auch der Kommentar im Kontextschmiede-Blog: Von der wachsenden Relevanz rechtsfreier Räume.

    30. November 2009 28
  • : Innenminister beschließen SWIFT
    Innenminister beschließen SWIFT

    Die EU-Innenminister haben heute in Brüssel das SWIFT-Abkommen mit den USA beschlossen. Deutschland und Österreich enthielten sich der Stimme, damit konnte das Abkommen durchkommen. Deutschland hätte auch die Möglichkeit gehabt, dagegen zu stimmen. Als Kompromiss wurde eine Laufzeit für das Abkommen von neun Monaten gegenüber geplanten 22 Monaten verhandelt. Aber wie wir schon letzte Woche berichtet haben, waren der Koalition ein gutes Verhältnis zu den USA wichtiger als unsere Bürgerrechte zu sichern.

    Man kann auch sagen: Die Bundesregierung hat unsere Bürgerrechte an die USA verschenkt.

    30. November 2009 63
  • : Wikileaks – das demokratischste Medium des Internet?
    Wikileaks – das demokratischste Medium des Internet?

    Die Deutschlandradio Kultur – Sendung „Breitband“ hat heute über „Wikileaks – das demokratischste Medium des Internet?“ berichtet.

    Selbstbewusst sind sie, die Macher der Whistleblower-Plattform Wikileaks.org, die behaupten, Wikileaks sei das „demokratischste Medium, das sich seit der Gründung des Internet gebildet hat.“ Wir hatten das Portal bereits im Juli 2008 portraitiert, dieser Tage dürfte es seinen dritten Geburtstag feiern und präsentiert der Netzöffentlichkeit besonders durchschlagkräftigen, eigentlich nicht für die Öffentlichkeit vorgesehene Informationen.[.…] Nach einer Kurzeinführung von Philip Banse fragen wir Markus Beckedahl vom Weblog Netzpolitik.org ob Portale wie Wikileaks die Transparenz in der politischen Kommunikation erhöhen, wo die Grenzen von Mißbrauchsgefahr liegen – und in wie weit geschlossene Kommunikationsräume (z.B. zwischen Politikern und Lobbyisten) in der digitalen Welt überhaupt weiterbestehen werden.

    Hier ist die MP3.

    28. November 2009 17
  • : Bundespräsident verweigert Unterschrift für Zensursula-Gesetz
    Bundespräsident verweigert Unterschrift für Zensursula-Gesetz

    Vor über einem Monat hab ich den Bundespräsidenten angeschriebe und nachgefragt, wann denn das Zugangserschwerungsgesetz von ihm unterschrieben wird. Leider hab ich auf meine schriftliche Frage keine Antwort bekommen. Dafür berichtet jetzt der Spiegel in einer Vorabmeldung: „Köhler verweigert Unterschrift fürs Internetsperren-Gesetz“.

    Bundespräsident Horst Köhler hat von der Bundesregierung „ergänzende Informationen“ zum umstrittenen „Gesetz zur Erschwerung des Zugangs zu kinderpornografischen Inhalten in Kommunikationsnetzen“ erbeten. Erst nach Auswertung der Reaktion der Regierung will er entscheiden, ob er das von der bisherigen Familienministerin Ursula von der Leyen initiierte Gesetz unterschreibt oder nicht.

    Das ist sehr erfreulich und schiebt das Gesetz erstmal auf die längere Bank. Mal schauen, wie die nächsten Schritte aussehen.

    Interessant wird auch sein, wie die neue Familienministerin Kristina Köhler (CDU) das Gesetz weiter verfolgen wird. Erfreulich ist, dass es endlich mal eine junge Person auf den Posten der Familienministerin sitzt. Zur Diskussion rund um das Zugangserschwerungsgesetz hat sich Kristina Köhler mit eigenen Beiträgen bisher nicht mit Ruhm bekleckert, wie man hier noch im Google-Cache auf ihrer Webseite sehen kann. Daher bin ich mal gespannt, wie sie das Thema als Familienministerin weiter behandeln wird.

    28. November 2009 36
  • : Der Staat erobert das Internet zurück
    Der Staat erobert das Internet zurück

    Bei FAZ.net findet sich der Artikel „Der Staat erobert das Internet zurück“.

    Das Internet ist die bedeutendste Erfindung des zwanzigsten Jahrhunderts: eine friedliche Revolution im Geiste der Dezentralisierung, die größte Stimulation, die der Weltgeist je erfahren hat. Die weltweite Vernetzung des Denkens könnte den ersten Schritt auf dem Weg in eine postnationale Weltordnung markieren. Und doch konnte man hierzulande – nach den Invektiven staatlicher Stellen und mächtiger Lobby-Verbände – letzthin den Eindruck gewinnen, es handele sich um einen Tummelplatz von Räubern, Terroristen und Triebtätern. Nicht nur die Netzgemeinde argwöhnt, dass es bei der rhetorischen Degradierung des Internets zum digitalen Bahnhofsviertel darum ging, den staatlichen Zugriff auf das System zu erleichtern.

    27. November 2009 15
  • : White-IT: Bündnis gegen Kinderpornographie
    White-IT: Bündnis gegen Kinderpornographie

    In Berlin ist heute das „White-IT – Bündnis gegen Kinderpornographie“ präsentiert worden. Dass ich dies bestenfalls für Symbolpolitik und eher als Förderverein der Netzzensur in Deutschland halte, hab ich heute Morgen schon WDR5 gesagt. Die MP3 findet sich online.

    27. November 2009 14
  • : Rechtsanwalt Kornmeier lässt Blogbeitrag abmahnen
    Rechtsanwalt Kornmeier lässt Blogbeitrag abmahnen

    Jetzt gibts auch schon Abmahnungen für bloggende Juristen. Thomas Stadler von Internet-Law hat wegen der Berichterstattung über die Geschäftspraktiken von DigiProtect ein anwaltlichen Schreiben bekommen: Rechtsanwalt Kornmeier lässt Blogbeitrag abmahnen.

    Bloggen in Deutschland ist gefährlich, vor allem dann, wenn man Missstände beleuchtet. Das habe ich jetzt am eigenen Leib erfahren müssen, denn vor zwei Tagen flatterte mir eine Abmahnung einer Frankfurter Anwaltskanzlei ins Haus. Ihr Auftraggeber: Rechtsanwalt Dr. Udo Kornmeier und die Kanzlei Kornmeier & Partner. Stein des Anstoßes ist mein Blogeintrag „Filesharing-Abmahnungen: DigiProtect und Kornmeier – eine juristische Analyse“ sowie ein Interview, das ich dem Sender Radio Fritz am 21.11.09 gegeben habe.

    26. November 2009 16
  • : Urheberrecht: Video-Nutzung bei YouTube, kino.to und Co
    Urheberrecht: Video-Nutzung bei YouTube, kino.to und Co

    Dieser Artikel steht unter der CC-BY-ND-Lizenz und wurde von Till Kreutzer und John-Hendrik Weitzmann auf iRights.info publiziert:

    Video-Nutzung bei YouTube, kino.to und Co

    Videos sind angesagt im Internet: Per DSL kommen die neuesten Kinofilme in Minutenschnelle ins Haus, per UMTS und Datenflat kann man sie sich auf dem Mobiltelefon anschauen, YouTube erlaubt das Einbauen in die eigene Website und mit zusätzlichen Programmen kann man sie auf die eigene Festplatte speichern. Nur: was darf man und womit verstößt man gegen das Urheberecht?

    Streaming – Filme gucken im Internet

    Neben den bekannten Videoportalen wie YouTube oder MyVideo tauchen im Netz zunehmend rechtlich fragwürdige Streaming-Angebote wie kino.to auf. Sie werden massenhaft genutzt, obwohl die Verbraucherzentralen vor Abofallen und anderen Gefahren auf vielen dieser Seiten warnen.

    25. November 2009 33
  • : SWIFT: Bundesregierung ist umgekippt
    SWIFT: Bundesregierung ist umgekippt

    Was wir gestern schon angekündigt hatten, ist jetzt wohl Realität geworden: Die Bundesregierung ist auf Druck der USA bei SWIFT umgekippt und wird sich bei der Abstimmung im EU-Rat der Stimme enthalten. Damit kann das SWIFT-Abkommen noch vor Inkrafttreten des Lissabon-Vertrages beschlossen werden. Das ist kein guter Tag für unsere Bürgerrechte. Schade, dass die FDP ausgerechnet bei ihrem Kern-Bürgerrechtsthema „Kontodaten“ umgekippt ist. Da hätte man ruhig mal Krach in der Koalition organisieren können.

    Das Handelsblatt berichtet über die letzten Entwicklungen: Berlin macht Weg für Swift frei.

    Das Handelsblatt zitiert auch ausführlich den Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar:

    „Ich würde es sehr bedauern, wenn das Abkommen so zustande käme. Die rechtlichen Einwände gegen Inhalt und Prozedere sind nicht ausgeräumt“ sagte er im Gespräch mit dem Handelsblatt. „Das Zustandekommen des Abkommens ist höchst intransparent und entspricht nicht unserer demokratischen Rechtsordnung, die dem Parlament ein Mitspracherecht und eine öffentliche Diskussion garantiert“, kritisierte er. In einer Art „Geheimgesetz“ würden die Bürgerrechte ausgeschaltet werden, sagte Schaar.

    Passend zum Thema ist auch dieser Artikel bei Zeit-Online: Warum Europas Bankdaten für die USA tabu sein sollten.

    Das wäre tragisch. Denn der Streit um das sogenannte Swift-Abkommen lässt sich auf eine einzige Frage reduzieren – die gleiche, die sich in den vergangenen Jahren immer stellte, wenn es um Terrorismus ging: Wollen wir für seine Bekämpfung wirklich alle rechtsstaatlichen Grundsätze opfern, die sich Demokratien mühsam errungen haben?

    Update: Justizministerium weist Bericht über Einigung bei SWIFT zurück.

    Bleibt es spannend?

    Interessanterweise hat das Handelsblatt die Aussagen von Alexander Alvaro zurückgezogen. Dieser wurde u.a. so zitiert:

    Die FDP hatte sich bis zuletzt gegen das Abkommen gestemmt. Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger habe sich jedoch nicht gegen Innenminister Thomas de Maiziere (CDU) durchsetzen können, sagte der liberale Europaabgeordnete Alexander Alvaro dem Handelsblatt.

    Update: Jetzt rebelliert die CSU-Landesgruppe im Bundestag: CSU gegen SWIFT-Abkommen – „Die Entscheidung muss verschoben werden“.

    Nun protestiert in Berlin nach der FDP auch der zweite kleine Regierungspartner, die CSU: „Das ist ein Affront gegenüber den Beteiligungsrechten der Parlamente“, sagte Hans-Peter Friedrich, der CSU-Landesgruppenchef, dem „Münchener Merkur“. „Eine parlamentarische Beteiligung ist gerade im grundrechtssensiblen Bereich des Datenschutzes unverzichtbar. Die Entscheidung in Brüssel muss deshalb verschoben werden.“

    25. November 2009 37
  • : Bundesregierung kippt bei SWIFT
    Bundesregierung kippt bei SWIFT

    Die Verhandlungen rund um den SWIFT-Austausch gehen in die letzte Runde. Nach unseren Informationen ist die Bundesregierung schon am kippen. Innen- und Außenministerium sollen durch massivem Druck der US-Regierung schon von Opposition auf Kooperation umgeschwenkt sein. Nur das Bundesjustizministerium scheint derzeit noch zu stehen. Aber das kann nur noch eine Frage von Stunden oder Tagen sein.

    Bleibt zu hoffen, dass sich das Bundesjustizministerium durchsetzt und unsere Bankdaten besser geschützt werden.

    24. November 2009 15
  • : Löschen oder sperren? Kinderpornografie im Internet
    Löschen oder sperren? Kinderpornografie im Internet

    Gestern Abend kam bei NDR-Info ein 30-Minuten Feature: „Löschen oder sperren? Kinderpornografie im Internet“.

    Im April haben fünf große Internet Provider einen Sperrlisten-Vertrag mit dem BKA unterzeichnet und sich damit verpflichtet, den Kampf gegen Kinderpornografie zu unterstützen. Familienministerin Ursula von der Leyen feierte das als großen Sieg, Kritiker werteten das Abkommen dagegen als potentiell schädlich und vermuteten Wahlkampf-Getöse hinter den guten Absichten. Inzwischen hat die FDP in den Koalitionsverhandlungen die Sperrlisten zur Chefsache gemacht und einen Aufschub erwirkt. Die Diskussion über Kinderpornografie im Internet ist aber keineswegs beendet, fast täglich liest man Meldungen über Pädophilenringe, die auf nationaler oder internationaler Ebene operieren. Es geht also darum, Kinder so gut wie möglich vor solchen Verbrechen zu schützen. Einen möglichen Lösungsweg geht seit zehn Jahren die Organisation INHOPE , ein internationales Netzwerk von Internet-Hotlines, die sich dafür einsetzen, einschlägiges Material aus dem Internet zu löschen.

    Die MP3 zur Sendung steht für sieben Tage noch online.

    (Danke an Marc)

    24. November 2009 11