Öffentlichkeit

White-IT: Bündnis gegen Kinderpornographie

In Berlin ist heute das „White-IT – Bündnis gegen Kinderpornographie“ präsentiert worden. Dass ich dies bestenfalls für Symbolpolitik und eher als Förderverein der Netzzensur in Deutschland halte, hab ich heute Morgen schon WDR5 gesagt. Die MP3 findet sich online.


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14 Kommentare
  1. Grundsätzlich gutes Interview und du hast natürlich mit vielem Recht, aber ein Punkt stört mich: Deine Empfehlung ist quasi, dass das deutsche Bundeskriminalamt Provider in anderen Ländern anschreibt und auf illegale Inhalte hinweist.

    Damit ist aber auf jeden Fall eine staatliche bzw. fremd-staatliche Unter-Druck-Setzung der Unternehmen verbunden, die wir nicht wollen können.

    Ich gehe mal davon aus, dass wir alle es auch nicht gut finden würden, wenn „Sicherheitsbehörden“ aus irgendwelchen anderen Ländern – darunter auch weniger demokratische – uns hier anschreiben und um Entfernung von Inhalten „bitten“ würden, oder?

    1. Ich sehe da das Problem nicht. Ich denke, die Provider wären grundsätzlich für Hinweise immer glücklich, egal von wem die kommen.
      Und warum sollen wir das nicht wollen?
      Zensur will ich nicht und Illegales will ich auch nicht.

  2. Lieber Markus,
    schön mal wieder jemanden im Radio zu höhren, der klar spricht, gut formuliert, stringend argumentiert und das ganze noch verständlich für jedermann aufbereitet!

    Freue mich dich in ner Diskussion mit UvdL zu sehen!

  3. Hab Dich heute Morgen im Autoradio gehabt. Gut gebrüllt, Löwe. Und hinreichend oft das Wort „Zensurinfrastruktur“ platziert ;-) Allerdings hatte ich das Gefühl, dass die Moderatorin inhaltlich nicht ganz folgen konnte.
    Qualitätsjournalisten eben.

  4. @5/Jochen: Weil das nur der Probelauf für die Zensur ist. Und weil viele Menschen, die sich mit dem Thema beschäftigen sicher sind das die Kinder von der CDU missbraucht werden, um die Zensur durchzusetzen.

    Es geht nicht darum Kindesmissbrauch zu bekämpfen, es geht um Zensur. Und genau das ist es was nicht in Ordnung ist.

    Das beste Beispiel ist doch die „Deutsche Kinderhilfe“.

    Wenn die CDU sich wirklich um Kinder sorgen würde sähe das ganz anders aus.

    Und jeder Mensch, dessen Kind mal missbraucht wird/wurde wird genau erkennen was für einen *sorry* Bullshit die CDU labert und wie heftig die Kinder (erneut) missbraucht werden.

    Gegen Kinderpornographie und Kindesmissbrauch muss vorgegangen werden, ja. Aber im „richtigen Leben“ und nicht (nur) im Internet. Aber da das ja Geld kostet wird sich aufs Internet beschränkt, wo man ein paar blöde Parolen brüllen kann um die Leute zu verarschen. (Klappt doch gut wie man sieht.) Und jeder der nicht der gleichen Meinung ist ist sowieso Anhänger der Kinderpornographie. (Danke Frau v.d.L.)

  5. Und schon wieder müssen missbrauchte Kinder für Reklame herhalten. Ist ja schon eklig, wenn sich Leute im Tod Enkes sonnen und sich als Gutmenschen verkaufen.

    Es gibt offenbar welche, die sagen, „ja, der Uwe Schünemann weiß wovon er spricht, ja, der hat noch alle Tassen im Schrank“.

    Die Unterzeichner machen das wegen PR. PR kann es aber nur dann sein, wenn es echt noch so Leute gibt, die den Schünemann erst nehmen.

    @Markus du wirst immer besser.

  6. Hat nicht gestern Abend das BKA mit stolz geschwollener Brust Präsentiert wie viele Server sie „Abgeschaltet“ haben, auf denen Plagiate von Arzneimittel verkauft wurden?
    Hallo?
    Wieso geht es da? Warum angeblich nicht bei KiPo?
    Vielleicht weil bei den Plagiaten finanzielle Verluste der Pharama drohen…

  7. Was ich wirklich schade und traurig finde sind:
    a) Das es Menschen gibt die der CDU das auch noch abkaufen, das diese sich so um die Kinder sorgt (natürlich nur im Internet, woanders werden ja auch keine Kinder missbraucht)
    b) Das einige Politiker(innen) scheinbar überhaupt kein Gewissen haben. So dreist zu lügen und die (missbrauchen) Kinder für Wahlkampf, PR und Zensur zu benutzen.

    Ich bin wirklich froh das ich nicht so verdorben bin wie es einige Politiker(innen) zu sein scheinen. Ich bin froh das ich kein (so) schlechter Mensch (wie einige Damen und Herren Anzugträger) bin. Aber scheinbar braucht es ja nur genug Geld und Macht um sich (s)eines Gewissens zu entledigen.

  8. Das mit dem „White“ habe ich überhaupt nicht verstanden. Ich finde es aber grundsätzlich immer peinlich, wenn Regierungskreise aus Deutschland sich fremder Sprachen bedienen.

    Wahrscheinlich hat man bei der Bitkom den Namen gewählt, damit die Opposition das abschiesst. White Power, haha. Dieser Name ist ein vergifteter Apfel. So wie Schäuble verloren schon hatte, als die Presse vom Bundestrojaner sprach.

    Aber, man sollte nicht an Verschwörung glauben, wenn Inkompetenz die bessere Lösung ist, oder spiegelbildlich an die Schlauheit der Interessenvertretung gegen fantastische Dummheit.

    „If it is white it must be right…“

    Steilvorlage.

  9. @markus: Leider ist dir mit dem Beispiel BKA-USA ein grober Fehler unterlaufen.
    Die Zusammenarbeit von BKA und USA zeigt, wie die bilaterale Zusammenarbeit funktionieren kann, wie die Antwort auf eine Anfrage der FDP-Fraktion an die Bundesregierung offenbart. In der Antwort zu Frage 8 heißt es, dass das BKA das gleiche gesicherte Online-Formular benutzt wie die US-amerikanischen Strafverfolgungsbehörden.

    http://blog.odem.org/2009/06/11/2009-06-11-anfrage-sperren.pdf
    http://www.netzpolitik.org/2009/die-bundesregierung-hat-keine-kenntnis-will-aber-sperren/

    @Rebentisch: Ja, seltsamer Name. Die zweite oder dritte Assoziation war:
    White IT – Weißer Ring

    Ich sag nur „Douglas“:
    Come in and find out – Komm rein und finde wieder hinaus :)

  10. Disen Namen finde ich auch mehr als unpassend ist.
    Lob an Markus.
    Es gibt so sellten Leute ,die wie Markus, auf solch wunderbare Art und Weise Klartext reden können, trifft man leider sehr selten.

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