USA

  • : EFF startet eine „Hall of Shame“ für Fair-Use-Feinde
    EFF startet eine „Hall of Shame“ für Fair-Use-Feinde

    Die Electronic Frontier Foundation hat als Teil ihrer Kampagne No Downtime for Free Speech eine „Hall of Shame“ eingeführt. Aufgenommen werden Unternehmen, Organisationen und Einzelpersonen, die aufgefallen sind durch besonders dreiste „bogus takedowns“ – also ungerechtfertigte Aufforderungen zur Löschung von angeblich urheberrechtsverletzendem Material.

    Websites wie Youtube hätten zu einer „neuen Ära von Kreativität und Meinungsfreiheit im Internet“ geführt, aber einige der interessantesten Inhalte würden mittels falscher Urheberrechts-Ansprüche aus dem Netz entfernt. „Meinungsfreiheit hat es im 21. Jahrhundert häufig nötig, Video-Clips und andere Inhalte aus verschiedenen Quellen einzubinden“, schreibt die Anwältin der Electronic Frontier Foundation, Corynne McSherry.

    28. Oktober 2009 3
  • : WhiteHouse.gov nutzt jetzt Drupal
    WhiteHouse.gov nutzt jetzt Drupal

    Die Website des Weißen Hauses nutzt nun Drupal. Das Open-Source-CMS löst eine proprietäre Software ab, die seit der Bush-Ära in Gebrauch war. An der Gestaltung hat sich allerdings wenig geändert.

    Das New-Media-Team von Obama hat nach einer anpassungsfähigeren Entwicklungsumgebung für die Internetpräsenz des Weißen Hauses gesucht, um Features wie Videostreaming oder Foren besser in die Infrastruktur der Seite einbinden zu können. Die Entscheidung ist letztlich nach einer Ausschreibung auf Drupal gefallen.

    Laut New-Media-Chef Macon Phillips arbeitet das vom Weißen Haus mit der Umsetzung beauftragte Unternehmen General Dynamics Information Technology (GDIT) mit einer Reihe von Open-Source-Entwicklern und ‑Beratern zusammen. Mit im Boot ist unter anderem der auf Drupal spezialisierte Anbieter Acquia. Das Unternehmen wurde von Dries Buytaert gegründet, der auch als Vater von Drupal gilt.

    Die Wahl von Drupal als CMS für die Seite des Weißen Hauses ist offensichtlich ein Erfolg für die Entwickler der Software. Es lässt sich sogar ein Sieg der Open-Source-Gemeinde hineindeuten. Allerdings ist mit der Nutzung von Drupal für eine der wahrscheinlich am häufigsten angegriffenen Seiten der Welt auch eine Herausforderung verbunden. Sollte sich Drupal an dieser Stelle als stabil erweisen, dürften Offiziellen zufolge andere Seiten mit der Implementierung der Open-Source-Software nachfolgen.

    (via)

    26. Oktober 2009 8
  • : Open Internet – Plädoyer für Netzneutralität
    Open Internet – Plädoyer für Netzneutralität

    Das Video „Open Internet“ ist ein schönes Plädoyer für Netzneutralität und ein offenes Internet.

    This is a video we made about free and open web access as a right for all people, with all interests, of all backgrounds – it’s for all of us. Enjoy – Jesse Dylan, FreeForm

    In diesem Fenster soll ein YouTube-Video wiedergegeben werden. Hierbei fließen personenbezogene Daten von Dir an YouTube. Wir verhindern mit dem WordPress-Plugin „Embed Privacy“ einen Datenabfluss an YouTube solange, bis ein aktiver Klick auf diesen Hinweis erfolgt. Technisch gesehen wird das Video von YouTube erst nach dem Klick eingebunden. YouTube betrachtet Deinen Klick als Einwilligung, dass das Unternehmen auf dem von Dir verwendeten Endgerät Cookies setzt und andere Tracking-Technologien anwendet, die auch einer Analyse des Nutzungsverhaltens zu Marktforschungs- und Marketing-Zwecken dienen.

    Zur Datenschutzerklärung von YouTube/Google

    Zur Datenschutzerklärung von netzpolitik.org

    25. Oktober 2009 8
  • : McCain bringt Gesetz gegen Netzneutralitäts-Regelung ein
    McCain bringt Gesetz gegen Netzneutralitäts-Regelung ein

    Der ehemalige Präsidentschaftskandidat John McCain hat einen Gesetzesvorschlag eingebracht, der die FCC (Federal Communications Commission) daran hindern soll, verbindliche Netzneutralitäts-Regeln für Provider aufzustellen. Die FCC hatte am Donnerstag in einer Abstimmung offiziell entschieden, mit der Erstellung solcher Regeln zu beginnen.

    McCains „Internet Freedom Act“ soll die „Übernahme“ des Internets durch die Regierung, wie der Senator es formuliert, verhindern. Es soll „das Internet frei von behördlicher Kontrolle und Regulierung“ halten. Dahinter stehen von Seiten McCains wirtschaftspolitische Gründe. Allerdings hatte zuletzt auch die Electronic Frontier Foundation (EFF) vor dem Vorhaben der FCC gewarnt.

    23. Oktober 2009 4
  • : EFF warnt vor Netzneutralitäts-Plänen der FCC
    EFF warnt vor Netzneutralitäts-Plänen der FCC

    Die Electronic Frontier Foundation (EFF) hat sich gegen die derzeitigen Pläne der amerikanischen Federal Communications Commission (FCC) ausgesprochen, durch eine Richtlinie Internet-Provider zur Netzneutralität zu verpflichten. Sie nennt das Vorhaben ein „Trojanisches Pferd“.

    Zwar seien die Ziele von FCC-Chef Genachowski die gleichen, die auch die EFF verfolge. Doch die Behörde sei niemals vom Kongress authorisiert worden, das Internet zu regulieren. Die Frage lautet für die EFF nun, ob die FCC durch den bloßen Erlass von Bescheiden, die bestehende Gesetze ergänzen (sogenannte „ancillary jurisdiction“), Regeln für das Netz schaffen kann.

    Denn darin sehen die Bürgerrechtler die Gefahr, dass sich die FCC zur allmächtigen Regulierungsbehörde für das amerikanische Netz aufschwingt. Es gebe genügend Anlass zur Sorge, dass diese Regeln in Zukunft ganz und gar nicht mehr nach dem Geschmack der EFF wären:

    For example, it doesn’t take much imagination to envision a future FCC „Internet Decency Statement.“ After all, outgoing FCC Chairman Martin was a crusader against „indecency“ on the airwaves and it was the FCC that punished Pacifica radio for playing George Carlin’s “seven dirty words” monologue, something you can easily find on the Internet.

    Allerdings sieht die EFF noch zwei Möglichkeiten, die „Machtergreifung“ von Genachowski aufzuhalten. Einerseits wird diese Frage derzeit vor einem Bundesgericht in Zusammenhang mit der Klage des ISPs Comcast gegen einen FCC-Order bezüglich der Einschränkung von BitTorrent-Verkehr behandelt. Andererseits könnte auch der Kongress die Macht der FCC so einschränken, dass die Behörde nur zugunsten der Einhaltung der Netzneutralität regulieren könnte.

    [via]

    22. Oktober 2009 4
  • : Source Code von Sequoia-Wahlcomputern geleakt
    Source Code von Sequoia-Wahlcomputern geleakt

    BoingBoing berichtet über die Veröffentlichung des Source Codes, den die Wahlcomputer der Firma Sequoia verwenden:

    Sequouia, a company that makes many of the electronic voting machines used in the US and elsewhere, has inadvertently leaked much of the secret source-code that powers its systems. The first cut at analysis shows what looks like illegal election-rigging code („code that appears to control or at least influence the logical flow of the election“) in the source.

    Die Aktivisten der Election Defense Alliance haben Datenbanken von einer Wahl in die Hände bekommen. Sequoia hat die zwar vandalisiert, konnte aber nicht verhindern, dass die Aktivisten tausende Zeilen MS-SQL-Source-Code aufdeckten:

    The Linux „strings“ command was able to peel it apart. Nedit was able to digest 800meg text files. What was revealed was thousands of lines of MS-SQL source code that appears to control or at least influence the logical flow of the election, in violation of a bunch of clauses in the FEC voting system rulebook banning interpreted code, machine modified code and mandating hash checks of voting system code.

    Die Aktivisten haben auch gleich ein Wiki aufgemacht, wo man das ganze anschauen, herunterladen und diskutieren kann.

    21. Oktober 2009 3
  • : Kampf um Netzneutralität in den USA
    Kampf um Netzneutralität in den USA

    In den USA haben sich nach Republikanern und einschlägig bekannten Unternehmen nun auch 72 Abgeordnete der Demokraten an die FCC gewandt, weil sie Vorbehalte gegen die Festschreibung der Netzneutralität haben. Die Angehörigen des konservativen Flügels der Partei befürchten, dass der Ausbau des Breitbandnetzes unter der Regulierung leiden könnte.

    Laut Heise gehören zu den Unterzeichnern eine Reihe von Vertretern ethnischer Minderheiten, die „befürchten, dass unter der Ausrichtung auf die Erhaltung eines „neutralen“ Netzes der Ausbau der Internetversorgung in Ausländergemeinden leidet“. Diese Bedenken hatte zuvor auch schon eine Gruppe von Bürgerrechts-Organisationen in einem offenen Brief an die FCC geäußert.

    Befürworter der Netzneutralitäts-Regelung widersprechen diesen Befürchtungen u.a. mit dem Argument, dass die bisherige Situation dazu geführt habe, dass ethnische Minderheiten bei der Breitband-Versorgung deutlich benachteiligt seien. Unterstützt wird die FCC auch von fünf Internetpionieren. Vint Cerf, Stephen Crocker, David Reed, Lauren Weinstein und Daniel Lynch haben in einem gemeinsamen Schreiben vergangene Woche dem Chefregulierer Julius Genachowski den Rücken gestärkt:

    Your network neutrality proposals will help protect U.S. Internet users’ choices for and freedom to access all available Internet services, worldwide, while still providing for responsible network operation and management practices, including appropriate privacy-preserving protections against denial of service and other attacks.

    19. Oktober 2009 2
  • : Cloud-Probleme bei T‑Mobile
    Cloud-Probleme bei T‑Mobile

    Die „Cloud“ wird als Idee seit einigen Jahren von vielen Unternehmen als die große Zukunft verkauft. Dabei sollen viele Probleme gelöst werden: Die Daten sind immer verfügbar (Wenn das Netz funktioniert) und vor allem sind die Daten sicher, wenn man wieder mal einen Virus auf der Festplatte hat. Dass es bei dem Konzept einige Datenschutz-Bedenken gibt, weil man teilweise sein ganzes Leben an ein Unternehmen auslagert, indem man die eigenen Termine, Kontakte und Notizen darüber verwaltet, blenden viele aus. Eine große Kampagne zur Bewusstseinsschaffung für die Risiken des Cloud-Konzepts hat T‑Mobile nun in den USA etwas unfreiwillig gestartet.

    In den USA wird der Sidekick-Service durch T‑Mobile vertrieben. Das Sidekick ist ein kleines SMartphone, über das man Termine, Notizen und Kontakte verwalten kann. Die werden in der Cloud abgespeichert, in einem Datencenter der Microsoft-Firma „Danger“. Zumindest wurden sie das, denn von vielen Kunden sind die Daten jetzt verschwunden. T‑Mobile und Microsoft/Danger entschuldigten sich jetzt für den Vorfall. Ein Serverfehler sei Schuld, vielleicht könne man noch etwas retten. Na denn. Auf der Skala der möglichen Daten-GAUs liegt dieser Fall ziemlich weit oben. Und wirft vielleicht wieder etwas mehr Aufmerksamkeit auf den Trend, sein ganzes Leben in den Daten-Centern von irgendwelchen Firmen abzuspeichern. Was dann doch nicht so problemlos und zufriedenstellend sein kann.

    11. Oktober 2009 17
  • : USA: FBI-Überwachung wegen OpenGovernment Projekt
    USA: FBI-Überwachung wegen OpenGovernment Projekt

    Der 22-jährige US-Programmierer Aaron Swartz wurde vom FBI überwacht, wie er mehr oder weniger zufällig durch eine Anfrage über den Freedom of Information Act herausfand. Die Vorgeschichte war, dass Swartz einem OpenGovernment Projekt geholfen hat, US-Gerichtsdokumente zugänglich zu machen. Diese sollten eigentlich unter der Public Domain stehen, aber für den Zugang zur Datenbank wird Geld verlangt. Swartz hat eine Datenbank ausgelesen und zugänglich gemacht. Dafür wurde er dann umfangreich vom FBI überwacht, wie aus der Antwort der FOI-Anfrage ersichtlich wird, die er in seinem Blog gepostet hat.

    Das Wired-Blog Threatlevel hat mehr dazu: FBI Investigated Coder for Liberating Paywalled Court Records.

    The FBI ran Swartz through a full range of government databases starting in February, and drove by his home, after the U.S. court system told the feds he’d pilfered approximately 18 million pages of documents worth $1.5 million dollars. That’s how much the public records would have cost through the federal judiciary’s pay-walled PACER record system, which charges eight cents a page for most legal filings. “I think its pretty silly they go after people who use the library to try to get access to public court documents,” Swartz said. “It is pretty silly that instead of calling me up, they sent an FBI agent to my house.”

    Die Geschichte ist ganz lustig. Ihm wird vorgeworfen, mit einem Passwort auf die Datenbank zugegriffen zu haben, was ihm nicht gehöre. Er sagt, dass er kein Passwort benötigt habe und aus einer Bibliothek heraus mit einem Script die Datenbank kopiert hat, indem er ein Authentifizierungs-Cookie genutzt habe. Die 19,856,160 kopierten Seiten mit Gerichtsakten hat er dann dem OpenGovernment Projekt public.resource.org geschenkt.

    [Danke an mathias]

    6. Oktober 2009 5
  • : USA bekommen Olympiade nicht – wegen der Einreisekontrollen?
    USA bekommen Olympiade nicht – wegen der Einreisekontrollen?

    Man kann ja über so ein Monster-Ereignis wie eine Sommer-Olympiade denken was man will. Jedenfalls hat das nicht nur tolle Nebenwirkungen, sondern führt oft zu Verdrängungseffekten im städtischen Raum, zu merkwürdigen Bauprojekten und zu polizeilichen Sonderbefugnissen, die oft hinterher auf permanent umgestellt werden. Insofern sind die Einwohner von Rio de Janeiro nicht zwingend dafür zu beneiden, dass die Sommerspiele 2016 dort stattfinden werden.

    Die Vermutungen der New York Times zur Frage, warum der Gegenkandidat Chicago trotz hohem Einsatzes nicht ausgewählt wurde, sind aber auf der anderen Seite dann doch ein Grund für Schadenfreude aus Bürgerrechts-Sicht: Die Einreise-Prozeduren in die USA sind einfach zu harsch.

    Did Chicago lose the chance to host the 2016 Olympics because of airport security issues?

    Among the toughest questions posed to the Chicago bid team this week in Copenhagen was one that raised the issue of what kind of welcome foreigners would get from airport officials when they arrived in this country to attend the Games. Syed Shahid Ali, an I.O.C. member from Pakistan, in the question-and-answer session following Chicago’s official presentation, pointed out that entering the United States can be “a rather harrowing experience.”

    5. Oktober 2009 11
  • : Netzpolitik-Interview: Die Öffnung von ICANN?
    Netzpolitik-Interview: Die Öffnung von ICANN?

    jeanette-hofmann-pressefoto-2007-klein.jpgDie US-Regierung hat heute die Unabhängigkeit von ICANN mit der Veröffentlichung eines Joint Project Agreement verkündet. Zu den Hintergründen hab ich die ICANN-Expertin Dr. Jeanette Hofmann vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) für ein Netzpolitik-Interview befragt.

    netzpolitik.org: Kann man wirklich von einem historischen Tag für das Internet reden?

    Jeanette Hofmann: Das würde ich für etwas überzogen halten. Der zweite, für das Internet viel wichtigere Vertrag zwischen dem amerikanischen Department of Commerce und und IANA, der Internet Assigned Numbers Authority, besteht ja weiterhin.

    netzpolitik.org: Kann man von einer Öffnung von ICANN sprechen?

    Jeanette Hofmann: Ja, das würde ich schon sagen. Begrifflichkeiten wie „fact based policy development“ und „cross community deliberations“ verweisen auf Akteure außerhalb von ICANNs Dunstkreis, deren Urteil offenbar künftig ernster genommen werden muss. Wichtig in diesem Zusammenhang sind auch die neu eingeführen „review teams“, deren Zusammensetzung ja unter anderem von dem Vorsitzenden des Governmental Advisory Committees bestimmt werden. Hier rollt die Obama Verwaltung den seit Jahren über mangelnde Einflussmöglichkeiten klagenden Regierungen einen schmalen roten Läufer aus, der sich womöglich mal in eine internationales Aufsichtsgremium entwickelt. Die offene Frage dabei ist natürlich, ob die zivilgesellschaftlichen Interessengruppen auch mitmachen dürfen oder wieder auf die Zuschauerbank verwiesen werden.

    netzpolitik.org: Es wurden vier neue Gremien angekündigt. Was sind ihre Aufgaben?

    Jeanette Hofmann: Die neuen „review teams“ treten an die Stelle der Aufsichtsfunktionen, die bislang von der US Regierung wahrgenommen worden. Sie sollen für ICANN’s „accountability“ sorgen. Das heißt, sie sollen sicherstellen, dass ICANN von den verschiedenen Nutzergruppen des Internet zur Rechenschaft für seine politischen Entscheidungen gezogen werden kann. Die US Regierung hat vier Zuständigkeitsbereiche benannt, die im Abstand von drei Jahren zu evaluieren sind. Interessanterweise wird im Rahmen dieser neuen Aufsichtsstrukturen künftig auch die Arbeit des ICANN Direktoriums einer Evaluierung unterzogen.

    netzpolitik.org: Wie werden die vier Gremien personell zusammen gesetzt?

    Jeanette Hofmann: Hier hält sich die US-Regierung ein wenig bedeckt. Klar festgelegt ist lediglich, wer die Zusammensetzung bestimmt: der Vorsitzende des Regierungsbeirats sowie entweder der Chef (CEO) von ICANN oder der Direktoriumsvorsitzende. Hinzukommen wohl unabhängige Experten und die in ICANN organisierten Interessenvertreter, das sind Repräsentanten der einzelnen Gremien, die Regeln für das Domainnamensystem und den Adressraum formulieren.

    netzpolitik.org: Behalten die USA den Zugriff auf die Root-Server?

    Jeanette Hofmann: Aber sicher doch!

    netzpolitik.org: Wieviel Macht haben die neuen Gremien?

    Jeanette Hofmann: Die review teams haben keine Sanktionsmacht. Wir sehen in der internationalen Entwicklung mehr und mehr solche Gremien ohne formale Entscheidungskompetenzen. Niemand weiß, ob es sich hierbei um eine Luftnummer handelt oder um ein kluges Gegenmodell zu mächtigen, aber politisch diskreditierten Organen wie dem UN-Sicherheitsrat.

    netzpolitik.org: Vielen dank für das Interview.

    Vor zwei Jahren hatte ich Jeanette Hofmann schonmal ausführlich über ICANN und Internet Governance für den Netzpolitik-Podcast 047 interviewt.

    30. September 2009 8
  • : Netzpolitik-Podcast 082: Michael Carroll über Copyright Neutrality, REL u. a.
    Netzpolitik-Podcast 082: Michael Carroll über Copyright Neutrality, REL u. a.

    Beim Kongress der Medienwoche der diesjährigen IFA in Berlin hat CC-Mitbegründer und ‑Vorstandsmitglied Michael Carroll eine Keynote mit dem Titel „Creative Commons as Conversational Copyright“ gehalten. Sie sollte die Einleitung zu einer Paneldiskussion sein, die mit Prof. Dieter Gorny (BVMI), Annette Kroeber-Riel (Google Deutschland), Dr. Matthias Leonardy (GVU), Martin Moszkowicz (Constantin Film), Alexander Skipis (Börsenverein des deutschen Buchhandels), Oliver J. Süme (eco ISP-Verband) und Jens Seipenbusch (Piratenpartei) eigentlich sehr vielversprechend besetzt war. Leider erweckte die Runde dann weitgehend den Eindruck, man habe sich per Zeitmaschine in die 90er des letzten Jahrhunderts zurück begeben. Vielleicht lag das daran, dass Michael nicht als Panelteilnehmer vorgesehen war.

    Beim anschließenden Interview erzählte mir Michael u. a. etwas mehr darüber, was er mit „Conversational Copyright“ meint, was unter „Copyright Neutrality“ zu verstehen ist, was es mit der Metadatensprache REL auf sich hat, wieso das Fair-Use-Prinzip des US-amerikanischen Urheberrechts mit Vorsicht zu genießen ist und was eine Kultur-Flatrate für Creative Commons als Lizenzmodell bedeuten würde. Die Fragen habe ich auf Deutsch reingeschnitten und das Interview dauert ca. 15 Minuten. Die MP3-Datei ist etwas über 13 MB groß.

    25. September 2009 1
  • : Kommentar: Die FCC skizziert Regeln zur Netzneutralität
    Kommentar: Die FCC skizziert Regeln zur Netzneutralität

    Dies ist ein Gastbeitrag von Dr. Simon Schlauri, der zuerst auf Telemedicus erschien.

    Am Montag hat der Vorsitzende der US-amerikanischen Federal Communications Commission (FCC), Julius Genachowski, neue Regeln vorgeschlagen (PDF), mit denen die amerikanischen Breitband-Internet-Service-Providers (ISPs) verpflichtet werden sollen, Internetinhalte, ‑anwendungen und ‑dienste nichtdiskriminierend zu behandeln, also die „Netzneutralität” zu wahren. Hintergrund der Regelung der Netzneutralität ist, dass die bisherige Funktion des Internets als Innovationsmotor gewahrt werden soll, indem weiterhin die Endverbraucher, und nicht die ISPs, über Erfolg und Misserfolg von Inhalten, Anwendungen und Diensten des Internet entscheiden.

    Die FCC hatte bereits vor einiger Zeit vier Prinzipien zur Netzneutralität bekanntgegeben (PDF):

    1. To encourage broadband deployment and preserve and promote the open and interconnected nature of the public Internet, consumers are entitled to access the lawful Internet content of their choice.

    2. (…) consumers are entitled to run applications and use services of their choice, subject to the needs of law enforcement.

    3. (…) consumers are entitled to connect their choice of legal devices that do not harm the network.

    4. (…) consumers are entitled to competition among network providers, application and service providers, and content providers.

    Im Wesentlichen enthalten diese Prinzipien Verbote für ISPs, ihren Kunden den Zugang zu (legalen) Internetinhalten, ‑anwendungen und ‑diensten zu verwehren und ihnen den Anschluss von Geräten an das Internet zu verunmöglichen. Die Prinzipien waren zunächst allerdings rechtlich unverbindlich. Die FCC will nun diese vier Prinzipien für verbindlich erklären und durch zwei weitere, ebenfalls verbindliche Prinzipien ergänzen. Der Wortlaut der neuen Prinzipien ist noch nicht bekannt, indessen umschrieb Genachowski ihren Inhalt in seinem Vortrag:

    22. September 2009 8
  • : FCC: Netzneutralität als Freiheitsgarant
    FCC: Netzneutralität als Freiheitsgarant

    Netzpolitik ist auch Demokratiepolitik, wie die USA mal wieder vormachen. Die Federal Communications Commission ist so etwas wie die Bundesnetzagentur. Sie ist für die traditionell schwache Regulierung des US-Telekommunikationsmarktes zuständig, ihre Entscheidungen auch für die Internetprovider bindend Nun hat ihr Präsident Julius Genachowski zwei neue Regeln bekanntgegeben. Demnach sind Netzneutralität und Transparenz beim Netzwerkmanagement ein Muss, die FCC löst so ein Wahlversprechen Barack Obamas ein.

    Netzneutralität bezeichnet, dass die Provider den Verkehr in ihren Netzen gleich und ohne Bevorzugung behandeln – unabhängig vom Absender und der Art der Inhalte. Ob also ein User in Buxtehude oder der Server eines Fernsehsenders Daten verschickt oder empfängt, ob der Internet-Explorer oder Skype die Daten abruft oder erzeugt, ist demnach irrelevant. Genau das hat die FCC als Garant für die demokratische, offene Qualität des Internets erkannt und legt daher entsprechende Regeln fest. Kleine Brötchen sind hier nicht angebracht – daher heißt die zugehörige Domain: openinternet.gov.

    Die Regeln umschließen zum einen das grundsätzliche Prinzip und kennen davon nur wenige Ausnahmen: Netzwerkmanagement soll demnach möglich bleiben und Neutralität bei als illegal erachteten Inhalten ist nicht gegeben. Das wiederum ist ein Freibrief für Deep Packet Inspection. Allerdings müssen alle Eingriffe in die Netzneutralität den FCC-Rules entsprechend offengelegt werden – das ist mehr, als hierzulande üblich.

    Alles in allem ein mutiger Schritt: während sich die europäischen Regierungen unter anderem im Telekompaket nach wie vor nicht durchringen können, Netzneutralität als Basis allen Internets zu erkennen und das Prinzip festzuschreiben – vielleicht, weil sie Angst davor haben, dass ihre ehemals staatseigenen Telekom-Firmen weniger Rendite abwerfen könnten, wenn beispielsweise T‑Mobile die Skype-Nutzung zulassen müsste – wird in den USA agiert. Dabei würde auch in Europa eine staatliche Garantie für die Offenheit des Netzes Not tun. Dass man die Offenheit zum Beispiel für Copyright-Eingriffe wieder abschreibt, bleibt derweil natürlich bedauernswert.

    Hier ist die Rede des FCC-Präsidenten Julius Genachowski: „Preserving a Free and Open Internet: A Platform for Innovation, Opportunity, and Prosperity“.

    Und hier ist der Kommentar von Save the Internet: FCC Chief ‚Boldly’ Commits to Net Neutrality.

    21. September 2009 10
  • : Washington Post: Puttering Along The Digital Autobahn
    Washington Post: Puttering Along The Digital Autobahn

    Die Washington Post hat über den (Netz-)Wahlkampf in Deutschland geschrieben und mich dafür auch interviewt: „Puttering Along The Digital Autobahn“. In dem Artikel vergleiche ich die Situation in Deutschland mit dem US-Präsidentschaftsvorwahlkampf in den USA in 2003/2004. Konkret ging es darum, weshalb die Piratenpartei einen so großen Erfolg im Netz hat gegenüber den Bemühungen der etablierten Parteien. Da die Piratenpartei in dem Artikel raus gefallen ist (Und irgendwie den Nazis viel Platz eingeräumt wird), kommt das in dem Zitat

    „It is like comparing Kerry versus Dean in the 2004 American race,“ he told me. „They are afraid of losing control, so they have a broadcasting strategy instead of an incorporation strategy. Their Web sites are just virtual placards with boring videos and very few people who actually interact with users.“

    nicht so recht hervor. Interessant ist aber das folgende Zitat eines CDU-lers, weshalb man Online-Wahlkampf macht:

    „It’s not for the voters. Most of it is just to show the newspapers that we’re modern and relevant.“

    21. September 2009 16
  • : Burning Man Festival 2009 im Zeitraffer
    Burning Man Festival 2009 im Zeitraffer

    Vielleicht sollte ich in meinem Leben doch einmal zum Burning Man Festival in den USA fahren. Im Zeitraffer sieht das ganz schön spacig aus:

    In diesem Fenster soll der Inhalt eines Drittanbieters wiedergegeben werden. Hierbei fließen personenbezogene Daten von Dir an diesen Anbieter. Aus technischen Gründen muss zum Beispiel Deine IP-Adresse übermittelt werden. Viele Unternehmen nutzen die Möglichkeit jedoch auch, um Dein Nutzungsverhalten mithilfe von Cookies oder anderen Tracking-Technologien zu Marktforschungs- und Marketingzwecken zu analysieren.

    Wir verhindern mit dem WordPress-Plugin „Embed Privacy“ einen Abfluss deiner Daten an den Drittanbieter so lange, bis Du aktiv auf diesen Hinweis klickst. Technisch gesehen wird der Inhalt erst nach dem Klick eingebunden. Der Drittanbieter betrachtet Deinen Klick möglicherweise als Einwilligung die Nutzung deiner Daten. Weitere Informationen stellt der Drittanbieter hoffentlich in der Datenschutzerklärung bereit.

    Zur Datenschutzerklärung von Vimeo

    Zur Datenschutzerklärung von netzpolitik.org

    Evolution (Burning Man time lapses) from Delrious on Vimeo.

    Am besten sofort im Full-Screen Modus schauen.

    [via]

    20. September 2009 13
  • : Wer sollte die digitale Bibliothek kontrollieren?
    Wer sollte die digitale Bibliothek kontrollieren?

    Andere Aspekte der Diskussion um Google-Books hat in den USA NPR gesendet: Who Should Control The Virtual Library? In einem rund 30 Minuten Streitgespräch diskutierten Fred Von Lohmann von der Electronic Frontier Foundation und Daphne Keller von Google über Monopole und die Privatsphäre der Leser.

    Google stands to be the single repository for millions of the world’s books. Advocates applaud the organization and the access a digital library can afford. But critics worry about monopoly and profit motives, and what it means for readers’ privacy.

    Hier ist die MP3.

    19. September 2009
  • : USA kündigt Netzneutralität-Regeln an
    USA kündigt Netzneutralität-Regeln an

    Wovon wir in Europa und Deutschland bisher nur träumen können, wird in den USA wohl Realität: Nächste Woche sollen konkrete Regeln zum Erhalt der Netzneutralität vorgestellt werden. Spiegel-Online berichtet darüber: Präsident Obama setzt Netzneutralität durch.

    Die US-Telekommunikationsaufsicht FCC (Federal Communications Commission) wolle Internet- und Mobilfunkbetreibern vorschreiben, jeden Datenverkehr in ihren Netzen gleichzubehandeln, berichtet das „Wall Street Journal“ am Samstag. Gilt dieses sogenannte Prinzip der Netzneutralität, dann dürfen die Netzbetreiber zum Beispiel datenintensive Video- oder Spieledienste oder Konkurrenzangebote nicht benachteiligen.

    Spiegel-Online bezieht sich dabei auf diesen Artikel des Wall Street Journal: U.S. as Traffic Cop in Web Fight .

    The proposed rules could change how operators manage their networks and profit from them, and the everyday online experience of individual users. Treating Web traffic equally means carriers couldn’t block or slow access to legal services or sites that are a drain on their networks or offered by rivals. The rules will escalate a fight over how much control the government should have over Internet commerce. The Obama administration is taking the side of Google, Amazon.com Inc. and an array of smaller businesses that want to profit from offering consumers streaming video, graphics-rich games, movie and music downloads and other services.

    Es wird sich nächste Woche zeigen, wie gut die Regeln sind.

    In den Antworten der Parteien zu unseren vier Fragen zur Netzpolitik hatte nur die FDP konkret ihre Position dargelegt, dass man „grundsätzlich kein Bedarf für gesetzliche Regelungen zur Netzneutralität“ sehe. Alle anderen hatten sich mehr oder weniger für Netzneutralität-Regeln ausgesprochen (Wobei die CDU-Antwort hier, wie so oft, etwas schwammig ist).

    (Danke an Stefan für den Link zum WSJ Artikel)

    Update: Die Formulierung „legal services“ wirkt etwas komisch. Da kommen bei mir Erinnerungen an die Debatte rund um das EU-Telekom-Paket hoch, wo es auch ständig um „lawful content“ ging. Infrastruktur-Regeln sollten aber unabhängig vom Inhalt sein. Sonst ist man ganz schnell beim Sperren und Blocken.

    19. September 2009 4
  • : SWIFT-Debatte im EU-Parlament
    SWIFT-Debatte im EU-Parlament

    Das EU-Parlament hat heute über SWIFT und den geplanten Datenabgleich der Finanzdaten mit den USA diskutiert. Die Videos sind schon als WMV und MP4 verfügbar. Als einziger Deutscher sprach Jan-Philipp Albrecht von der Grünen EP-Fraktion zum Thema (MP4).

    Die Hintergründe der Debatte hatten wir Ende Juli ausführlich beleuchtet: EU will weiter Finanzdaten an die US-Geheimdienste geben.

    16. September 2009 3
  • : The Internet and Civic Engagement
    The Internet and Civic Engagement

    Das Pew Internet & American Life Project hat einen neuen Report zur aktuellen Situation in den USA veröffentlicht: The Internet and Civic Engagement.

    Political and civic involvement have long been dominated by those with high levels of income and education, leading some advocates to hope that internet-based engagement might alter this pattern. However, a new report by the Pew Research Center’s Internet & American Life Project shows that the internet is not changing the fundamental socio-economic character of civic engagement in America. When it comes to online activities such as contributing money, contacting a government official or signing an online petition, the wealthy and well-educated continue to lead the way. Still, there are hints that the new forms of civic engagement anchored in blogs and social networking sites could alter long-standing patterns. Some 19% of internet users have posted material online about political or social issues or used a social networking site for some form of civic or political engagement. And this group of activists is disproportionately young.

    Hier ist das PDF.

    2. September 2009 3