USA
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: StudiVZ gewinnt gegen Facebook (in Köln)
: StudiVZ gewinnt gegen Facebook (in Köln) Das Landgericht Köln hat heute eine Klage von Facebook gegen StudiVZ abgewiesen . Facebook hatte das deutsche Copycat verklagt, weil die angeblich den Quellcode sowie das Design kopiert haben. Die Sache mit dem Quellcode war wohl so schlecht begründet, dass die Kölner Richter es nicht für nötig hielten, dafür überhaupt Sachverständige heranzuziehen. Zu der Design-Sache hatte ich schon früher hier kommentiert:
Wer sich über die Facebook-vs-StudiVZ-Klage freut, ist auch für Patente auf Software und Businessmodels. Wenn das Kopieren von “Look & Feel” satisfaktionsfähig wären, dann hätten wir heute weder Windows noch Mac OSX noch Linux, weil irgendwer bei XeroxParc mal die Idee mit Fenstern und Maussteuerung hatte. Und “Features & Services” (also: Freundeslisten, Profile, den ganzen Kram halt) von Social-Networking-Plattformen heute noch abzumahnen ist ungefähr so dreist wie eine Klage wegen Benutzung von HTML.
Auch wenn man StudiVZ nicht mögen muss: Die Entscheidung ist daher richtig.
Weitere Klagen sind noch in Kalifornien und in Stuttgart anhängig, die Sache ist also noch lange nicht ausgestanden. Mehr Hintergrund gibt es bei Web 2.0 & Recht (update:) und bei heise.
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: Know Privacy
: Know Privacy Know Privacy ist ein gemeinsames Projekt von Joshua Gomez, Travis Pinnick und Ashkan Soltani im Rahmen ihres Masters program an der UC Berkeley School of Information. Im Rahmen der Erstellung des Know Privacy Reports analysierte man das Tracking-Verhalten von 50 Top-Webseites, inklusive ihrer Datenschutzbestimmungen und der Nutzung von Google. 92% der untersuchten Webseiten nutzen Google Analytics oder Adsense. Oftmals wird darüber informiert, dass erhobene Daten auch mit Affiliates ausgetauscht werden. Keine der angeschriebenen Webseitenw ar aber bereit, detailliertere Informationen zu schicken. Es werden auch Empfehlungen gegeben, was man politisch machen köntne, um digitale Verbraucherrechte zu stärken. Hab mir noch nicht den ganzen 44-seitigen Report durchgelesen, das Ergebnis klingt aber interessant.
Our survey of privacy policies revealed that most of the top 50 websites domains collect information about users and use it for customized advertising. Beyond that, however, most contained unclear statements (or lacked any statement) about data retention, purchase of data about users from other sources, or the fate of user data in the event of a company merger or bankruptcy. Sharing of information presents particular problems. While most policies stated that information would not be shared with third parties, many of these sites allowed third-party tracking through web bugs. We believe that this practice contravenes users‘ expectations; it makes little sense to disclaim formal information sharing, but allow functionally equivalent tracking with third parties. Most policies also stated that information could be shared with affiliates. Thus, we requested lists of affiliates with whom data are shared from website operators, but received none. To get a general impression of the number of companies each website in the top 50 could potentially share data with under their current privacy policies, we looked up the parent company of each website and the list of subsidiaries those companies own. The average number of subsidiaries was 297, with a median of 93. This is a second key disconnect between user expectations and website practices. Users do not know and cannot learn the full range of affiliates with which websites may share information.
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: Open Government-Plattform data.gov ist gestartet
: Open Government-Plattform data.gov ist gestartet Die neue US-Plattform Data.gov soll der Bevölkerung Zugang zu einer großen Menge an maschinenlesbaren Daten ermöglichen. Diese werden von der öffentlichen Hand bereitgestellt und sind unter anderen als XML, Text/CSV oder RSS-Feeds verfügbar. Zudem sollen auch Tools und Anleitungen für die Verarbeitung der Daten angeboten werden. Ein wichtiger Bestandteil, wie auch schon bei der Entstehung, ist die Einbindung Interessierter: Zum einen kann sie bei der Verarbeitung helfen, z.B. durch das Programmieren von Anwendungen, zum anderen sollen Feedback, Kommentare und Empfehlungen zur ständigen Verbesserung der Seite und ihrer Inhalte beitragen.
Ein weiterer Schritt ist der Wusch nach einer „kreativen Nutzung“ der Daten, die den „noch nie dagewesenen“ offenen Zugang zu den Daten unterstreicht. Passend dazu startet die Sunlight Foundation die zweite Runde ihres „Apps for America“-Wettbewerbs: in einer Mashup challenge werden die besten Applikationen gesucht, die die bereitgestellten APIs sinnvoll oder kreativ nutzen.
“Sunlight is organizing Apps for America 2: The Data.gov Challenge to demonstrate that when government makes data available, it makes itself more accountable and creates more trust in its actions. The contest submissions will also show the creativity of developers in designing compelling applications that provide easy access and understanding for the public. At the same time, we can show how open data can save the government tens of millions of dollars by engaging the developer community in application development at far cheaper rates than traditional government contractors.”
Einer der ersten Teilnehmer hat schon mal den kreativen Weg eingeschlagen: unter http://fbi.thatsaspicymeatball.com/ findet man ein Memory-Spiel, dessen Bilder aus der data.gov-Datenbank der meist gesuchten Verbrecher des FBI abgerufen werden.
Größter Kritikpunkt ist bislang die scheinbar enttäuschende Menge an verfügbaren Quellen, die von nicht-staatlichen Websiten, wie www.usgovxml.com schon überboten wurde. Das Problem liegt wohl bei den Behörden, denen erst Sinn und Zweck der Mehrarbeit vermittelt werden muss. Trotzdem ist Ellen Miller von der Sunlight Foundation optimistisch:
„It bothers me less that there are 50 feeds available today because it represents this enormous change in attitude about what public means. It means it’s online. It’s means it’s available. I think it’s a dramatic breakthrough in the role of government.”
Es bleibt trotzdem spannend, ob es gelingen wird, einen Großteil der Behörden zur Freigabe ihrer Daten zu überreden, oder ob data.gov nur in Einzelfällen sinnvoll nutzbar seien wird. Dies könnte als Planspiel gesehen werden, ob es auch Chancen gibt, einen freien Zugang zu staatlichen Daten gegen den deutschen Behördenfilz durchzusetzen.
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: Dokumentation: Us Now
: Dokumentation: Us Now Die US-Dokumentation „Us Now“ behandelt in 60 Minuten die Frage, wie sich Demokratie und Regierungen öffnen können und transparenter werden. Bei Vimeo findet sich der ganze Film in HD-Auflösung und wenn man sich anmeldet, kann man den Film auch im Quicktime-Format herunterladen.
Us Now from Banyak Films on Vimeo.
In his student flat in Colchester, Jack Howe is staring intently into his computer screen. He is picking the team for Ebbsfleet United’s FA Trophy Semi-Final match against Aldershot . Around the world 35,000 other fans are doing the same thing, because together, they own and manage the football club. If distributed networks of people can run complex organisations such as football clubs, what else can they do? Us Now takes a look at how this type of participation could transform the way that countries are governed. It tells the stories of the online networks whose radical self-organising structures threaten to change the fabric of government forever.
Us Now follows the fate of Ebbsfleet United, a football club owned and run by its fans; Zopa, a bank in which everyone is the manager; and Couch Surfing, a vast online network whose members share their homes with strangers. The founding principles of these projects – transparency, self-selection, open participation – are coming closer and closer to the mainstream of our social and political lives. Us Now describes this transition and confronts politicians George Osborne and Ed Milliband with the possibilities for participative government as described by Don Tapscott and Clay Shirky amongst others.
Danke für den Hinweis: Hier ist der Torrent-Link.
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: Amazonfail
: Amazonfail Amazon.com hat gerade ein kleines PR-Problem, weil man wohl zahlreiche „Bücher mit Schwulen‑, Lesben- und Transgender-Inhalten als „Erwachsenenliteratur“ eingestuft und somit vom Sales-Ranking entfernt“ hat. Das berichtet die Futurezone: „Kritik an Amazons Zensurpolitik – Homosexuelle Literatur aus Verkaufsranking entfernt“. Ein betroffener Autor hat wohl nachgefragt und die Antwort bekommen, dass Amazon „auf Rücksicht der gesamten Kundschaft ‚Erwachsenen’-Material aus einigen Suchmaschinen und den Bestseller-Listen genommen hat“.
Nachdem der Aufschrei im Netz begonnen hatte, wählte die Amazon-Unternehmskommunikation dann wohl eine etwas merkwürdige Krisenstrategie. Plötzlich gab es keine Erwachsenen-Regeln mehr und alles sei nur eine technische Störung gewesen. Diese hat dann wohl rein zufällig nur Bücher mit Schwulen‑, Lesben- und Transgender-Inhalten getroffen. Kann ja mal zufällig passieren.
Update: Anscheinend betrifft es alles, was irgendwie mit Sex zu tun hat, wie DailyKos schreibt: Amazon’s New „Morality“ – for your protection.
Basically, any title that Amazon consider „adult“ will no longer be included in the „Best Sellers“ lists – or ranked at all. These titles will not show up on all searches, even when the exact title of the book is entered. Who decides what books are „adult“? That’s not at all clear. But whoever’s making the choices is casting the net far and wide, and hauling in an awful lot of GLBT books.
Mit einer solchen Unternehmens-Politik würde dann wohl auch der Bestseller „Feuchtgebiete“ aus der Bestsellerliste entfernt werden.
Jens Ohlig hat viele Links in seiner Suppe gesammelt:
iheartdigitallife: Amazon.com FAIL.
Church of the customer – Blog: Anatomy of the #AmazonFAIL customer revolt.
Templestark: Amazon Tries To “Clean” Itself Up: Result – AmazonFail.
net.effect: #Amazonfail and the politics of anti-corporate cyberactivism.Update: Jens Ohlig verweist auf einen weiteren Artikel, der das Problem aus einer anderen Sicht analysiert: tehdely: On Amazon Failure, Meta-Trolls, and Bantown. Bei Amazon gibt es die Möglichkeit, sich bei Artikeln zu beschweren (diese zu flaggen), wenn man das Gefühl hat, dass ein Artikel z.B. nicht „anständig“ ist. Gut möglich, dass die Algorithmen dann oftmals geflaggte Artikel automatisch als „Adult“ einstufen. Und dann wäre Amazon eher unschuldig, wenn ein Haufen prüder Amis alles geflaggt hat, was man im Bibel-Gürtel nicht als Teil der Realität anerkennen will.
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: ACTA-Dokumente veröffentlicht
: ACTA-Dokumente veröffentlicht Nachdem die Tage die US-Regierung ein offizielles Strukturpapier zum internationalen Anti-Piraterie-Abkommen ACTA veröffentlicht hat, sind jetzt die gesamten Draft-Dokumente bei Wikileaks erschienen: Classified US, Japan and EU ACTA trade agreement drafts, 2009. Und das ist interessant zu lesen, denn man sieht konkret auf 48 Seiten, wer was in den Verhandlungen fordert.
The file presents US, Japan and EU drafts of the controversial international copyright and patent trade agreement, ACTA („Anti-Counterfeiting Trade Agreement“). The documents were obtained by Wikileaks staff. The material is significant, both for those countries involved in the negotiations and those who have been excluded from them, such as China, Russia and the nearly all of the developing world.
Each entity’s diplomatic comments can be recognized by:
* US – United States
* J – Japan
* EU – European Union
* CAN – Canada
* AUS – Australia
* MX – Mexico
* SG – Singapore -
: Erster Fall von Wahlmanipulation mit Wahlcomputern
: Erster Fall von Wahlmanipulation mit Wahlcomputern Wir haben ja immer davor gewarnt, dass das möglich ist. Nun wurde offenbar eine Wahlfälscher-Bande zum ersten Mal dabei erwischt , wie Techdirt meldet :
[I]t appears that a group of Kentucky election officials, the circuit court judge and the county clerk, were arrested for changing votes in various elections between 2002 and 2006 on e‑voting machines. The details suggest that there were two parts to the vote changing. First, there was traditional vote buying – where they paid people to vote in a certain way. However, the second involved actually changing voters’ votes on ES&S e‑voting machines.
It didn’t involve any hacking or direct security flaws – but the elections officials made use of the confusing user interface and process of the e‑voting machines to trick voters into leaving before their votes had been cast. That’s because there’s a „vote“ button, that some people (silly them!) assumed meant they actually voted . Nope. It turns out that just gets you to a page to review your vote and then confirm it. However, these elections officials told people that once they hit vote they had voted – and were then able to go in and change the actual votes.
Die haben also offenbar nur die verwirrende Nutzeroberfläche ausgenutzt und die Rechner nicht wirklich manipuliert. Aber mit Papier und Stift wäre das eben nicht möglich gewesen. Viele Wahlbeobachtungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass Wahlcomputer viele, besonders ältere, Menschen verunsichern und oft mindestens dazu führen, dass das Wahlgeheimnis unterlaufen wird (hier nur ein Beispiel ). Mit entsprechender krimineller Energie kann man das natürlich nutzen, um die Stimmen zu manipulieren.
Insofern würde ich auch die Aussage von Techdirt – „it didn’t involve any hacking or direct security flaws“ – so nicht übernehmen. „Sicherheit“ von technischen Geräten ist nämlich nicht nur die Integrität der Technik, sondern auch die Vertraulichkeit und Verlässlichkeit der Interaktion mit dem Benutzer.
Update: Hier gibt es eine ausführliche Geschichte dazu, und die Anklageschrift ist jetzt auch verfügbar.
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: Studien zu Medien-Gewalt von politischem Opportunismus bestimmt
: Studien zu Medien-Gewalt von politischem Opportunismus bestimmt Überraschung: Studien zu Medien-Gewalt von politischem Opportunismus bestimmt.
Die meisten Studien zum Thema Videospiele und Aggression werden von Ideologie und Politik bestimmt – nicht aber von methodischer Qualität und Signifikanz ihrer Ergebnisse. Das ergab eine Meta-Analyse amerikanischer Psychologen
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: Wähler-generierter Wahlkampf
: Wähler-generierter Wahlkampf Eine data-epi-spacing schöne data-epi-spacing Folge data-epi-spacing vom data-epi-spacing Elektrischen data-epi-spacing Reporter data-epi-spacing behandelt data-epi-spacing das data-epi-spacing Thema data-epi-spacing „Web-Kampagne: data-epi-spacing Wähler-generierter data-epi-spacing Wahlkampf“.
US-Präsident data-epi-spacing Obama data-epi-spacing gilt data-epi-spacing als data-epi-spacing der data-epi-spacing erste data-epi-spacing Internet-Präsident data-epi-spacing überhaupt. data-epi-spacing Denn data-epi-spacing seine data-epi-spacing Strategie data-epi-spacing im data-epi-spacing Web data-epi-spacing war data-epi-spacing ausschlaggebend data-epi-spacing für data-epi-spacing den data-epi-spacing Wahlsieg. data-epi-spacing Er data-epi-spacing und data-epi-spacing sein data-epi-spacing Team data-epi-spacing haben data-epi-spacing die data-epi-spacing Regeln data-epi-spacing des data-epi-spacing Wahlkampfes data-epi-spacing kurzerhand data-epi-spacing umgeschrieben data-epi-spacing und data-epi-spacing es data-epi-spacing verstanden, data-epi-spacing eine data-epi-spacing Fan-Basis data-epi-spacing über data-epi-spacing das data-epi-spacing Internet data-epi-spacing aktiv data-epi-spacing in data-epi-spacing seinen data-epi-spacing Wahlkampf data-epi-spacing einzubinden. data-epi-spacing Mit data-epi-spacing Hilfe data-epi-spacing von data-epi-spacing Mikro-Spenden data-epi-spacing und data-epi-spacing von data-epi-spacing den data-epi-spacing Anhängern data-epi-spacing selbst data-epi-spacing gedrehten data-epi-spacing Wahl-Videos data-epi-spacing wurde data-epi-spacing Obama data-epi-spacing schließlich data-epi-spacing zum data-epi-spacing mächtigsten data-epi-spacing Mann data-epi-spacing der data-epi-spacing Welt. data-epi-spacing Der data-epi-spacing Elektrische data-epi-spacing Reporter data-epi-spacing untersucht data-epi-spacing die data-epi-spacing Mechanismen data-epi-spacing des data-epi-spacing Online-Wahlkampfs data-epi-spacing und data-epi-spacing zeigt data-epi-spacing auf, data-epi-spacing welche data-epi-spacing Lehren data-epi-spacing die data-epi-spacing Wahlkämpfer data-epi-spacing im data-epi-spacing bundesdeutschen data-epi-spacing Superwahljahr data-epi-spacing 2009 data-epi-spacing aus data-epi-spacing der data-epi-spacing Obama-Kampagne data-epi-spacing ziehen data-epi-spacing können.
Hier data-epi-spacing ist data-epi-spacing die data-epi-spacing MP4.
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: Anti-„Piraterie“-Vertrag jetzt Staatsgeheimnis
: Anti-„Piraterie“-Vertrag jetzt Staatsgeheimnis Ein umstrittener Vertragsentwurf ist in den USA gerade zu einer Art Staatsgeheimnis erklärt worden.
Seit Oktober 2007 verhandeln die EU, die USA, die Schweiz und Japan zusammen mit diversen anderen Ländern am „Anti-Counterfeiting Trade Agreement“ (ACTA), einem Abkommen, das allem Anschein nach einen Generalangriff auf all die vielen die Dinge ergeben soll, die unter dem Sammelbegriff „Piraterie“ laufen.
(Als ich klein war, waren Piraten noch mörderische Typen mit Messern zwischen den Zähnen. Erinnert sich noch jemand?)
Die Entwürfe zu diesem Vertrag werden strikt unter Verschluß gehalten. Wie strikt genau, das hat jetzt die US-Organisation Knowledge Ecology International (KEI) erfahren.
Die hatte eine Anfrage unter dem Freedom of Information Act gestellt und um Herausgabe der Vertragsentwürfe gebeten. Das Ergebnis (pdf):
Please be advised that the documents you seek are being withheld in full pursuant to 5.U.S.C. §552(b)(1), which pertains to information that is properly classified in the interest of national security pursuant to Executive Order 12958.
Die Vertragsentwürfe sind also geheim, weil sie die nationale Sicherheit der USA betreffen. Allerdings teilt die US-Regierung solche brisanten Informationen in der Regel nicht mit knapp zwei Dutzend Ländern – genau das ist aber bei ACTA der Fall.
Auch das Europäische Parlament hat die EU-Kommission zur Herausgabe der Vertragsentwürfe aufgefordert, und dort ebenfalls auf Granit gebissen.
KEI-Direktor Jamie Love fasst das Ganze in einem Artikel zusammen. Heise berichtet auf Deutsch.
Das Ziel der Geheimnistuerei ist es, sich lästige Kritiker vom Hals zu halten, die die Verhandlungen unnötig komplizieren könnten. Da die WIPO durch die Development Agenda-Debatte langsam zu Verstand zu kommen scheint, treiben die Industrieländer und ‑lobbies ihre Interessen eben anderswo voran. Der englische Begriff für diese unschöne Taktik lautet übrigens „forum shifting“.
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: Bürger sollen die Entstehung von data.gov unterstützen
: Bürger sollen die Entstehung von data.gov unterstützen Ein Howto-Wiki auf Wired.com befasst sich mit den Chancen für ein OpenGovernment in den USA, auf das man sich nach der Ernennung von Vivek Kundra zum federal CIO zu hoffen traut.
If you’re a fan of free data flow into and out of the government, Vivek Kundra seems like an ally. But we can’t rest on our laurels. Now is exactly the time when lobbying for particular data and documents to be made accessible could be most effective.
Daher soll der Bürger selbst mithelfen, die über 100 Behörden, die Daten und Statistiken für den Staat sammeln, zu überprüfen und gegebenenfalls zu melden. Als Hindernisse gelten falsche oder einschränkende Formate, erschwerter Zugang durch schlechtes Design oder die Anwendung falscher Technologien zur Verbreitung. Ziel ist es, eine Grundlage für die geplante Plattform data.gov zu schaffen, durch die Problemstellen schnell aufgefunden und behoben werden können.
Die Ergebnisse sollen direkt ins Wiki eingetragen werden, Organisator ist Alexis Madrigal (Twitter: @alexismadrigal).
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: Marihuana schlecht für Computerspieler
: Marihuana schlecht für Computerspieler Die US – National Youth Anti-Drug Media Campaign warnt: Marihuana schlecht für Computerspieler .
„Das Rauchen von Haschisch beeinflusst die Aufmerksamkeit, Konzentration, Wahrnehmung, Koordination und Reaktionszeit – viele Eigenschaften, die nötig sind, um auf einem Computerspiele-Schlachtfeld zu gewinnen und den Gegner zu besiegen.“
Hier gibt es sicherlich auch ganz andere Meinungen zu.
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: Obama ernennt Vivek Kundra zum Federal CIO
: Obama ernennt Vivek Kundra zum Federal CIO Die neu gegründete Stelle eines „Federal CIO“ (In Deutschland als Bundes-CIO diskutiert) soll zu einer effizienteren Verwaltung des Technologie-Regierungshaushalts in den USA führen. Des Weiteren verspricht sich Präsident Obama auch eine gute Zusammenarbeit mit dem „federal CTO“, den er noch benennen will:
„As chief information officer, he will play a key role in making sure our government is running in the most secure, open, and efficient way possible.“
Kundra war zuvor als CTO für den District of Columbia beschäftigt. Dort führte er einen offenen Data Catalog ein, auf dem eine Vielzahl von Daten in Standardformaten abrufbar ist, und veranstaltete den „Apps for Democracy“- Wettbewerb, wofür er 2008 zum IT-Manager des Jahres gewählt wurde. Da er in dieser Zeit wohl einiges im Umgang mit Behördenfilz bei neuen Technologien gelernt hat, bleibt zu hoffen, dass er seine Pläne auch im großen Maßstab durchzusetzen weiß.
Nach seiner Nominierung von Julius Genachowski, einem Vertreter der Netzneutralität, für den FCC-Vorsitz, holt sich Obama somit schon den zweiten Vertreter mit vernünftiger Ansichten zu Möglichkeiten und Wichtigkeit des Internets ins Team. Hoffen wir, dass diese Entwicklung trotz der üblichen Transferdauer auch bald in Deutschland ankommt.
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: Bundestag erklärt: Internet-Wahlkampf in den USA
: Bundestag erklärt: Internet-Wahlkampf in den USA Der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages hat wieder eine neue Analyse veröffentlicht und erklärt den Politikern, wie das Internet im US-Wahlkampf genutzt wurde. Auf 23 Seiten inklusive Deckblatt werden verschiedene Facetten beleuchtet. Und man sieht, dass das Thema dem Analysten Spass machte. Das Ergebnis ist nicht schlecht und interessant zu lesen.
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: Nachrichtenüberblick 3. März
: Nachrichtenüberblick 3. März ZDNet: Verteidiger fordert Freispruch im Pirate Bay-Prozess:
„Die Nutzung legaler Internetangebote zur Verbreitung illegaler Kopien sei kein Problem von The Pirate Bay, sondern ein Problem des weltweiten Internets“:
Golem: Julius Genachowski von Obama für die Federal Communications Commission nominiert:
„Genachowski gilt als Befürworter einer Politik der Netzwerkneutralität, des Ausbaus der Breitbandnetze und von mehr Vielfalt im Medienbereich“
Linux.com wechselt Besitzer von Sourceforge zur Linux-Foundation:
„For the community, by the community, Linux.com will be the central source for Linux information, software, documentation and answers across the server, desktop/netbook, mobile, and embedded areas“
Techcrunch: Vermisste Skifahrer mit Hilfe von Twitter und Google Maps gefunden:
„members of the group put out a request on Twitter in order to learn the numbers of their mobile phones, so they could use the signals to track them down“
Rechtsradikaler erhält Markenrecht für links-geprägten Begriff „Hardcore“:
Pressemitteilung der DPMA und Blog zur „Recherche über rechte Strukturen im Hardcore“„In einem öffentlichen Kommentar zur Reaktion des NDR betonte Kreymeier, dass er mit seiner Kampagne „weder zu einem Gebühren-Boykott aufgerufen noch das öffentlich-rechtliche System in Frage gestellt“ habe. Seine Kritik habe sich vielmehr auf Inhalte konzentriert. Allerdings habe ihm die Entscheidung des NDR nun gezeigt, „dass das öffentlich-rechtliche System am Ende ist.“
(Update: Torsten klärt in den Kommentaren auf, dass es sich eher um Selbstdarstellung handelt als dass da wirklich ein Skandal dran ist).
Heise: DNS-Filter können DNSSEC stören:„DNS-Filter würden durch das DNSSEC, das vor Fälschungen und Spoofing schützen soll, zumindest beeinträchtigt. Die Beantwortung einer DNS-Anfrage durch den „falschen“ Server könne je nach Implementierung dazu führen, dass die Antwort als „nicht-autoritativ“ verworfen wird. Eine mögliche Stopp-Seite würde dann nicht angezeigt, die Filtermaßnahme wäre nicht mehr transparent“
Heise: Web 2.0 hat hohe Bedeutung für islamistische Propaganda:
Zuvor hatte Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) die Einrichtung der Überwachungsstelle von Polizei und Geheimdiensten mit inzwischen 41 Mitarbeitern unter anderem mit dem Hinweis begründet, dass die „globale Informationsgesellschaft“ auch „Basis des Verbrechens“ ist.
Golem: Breitband-Anbindung im ländlichen Raum durch freie Funkfrequenzen:
In Deutschland gibt es noch rund 800 Kommunen, in denen Breitband nur über Satellit verfügbar ist. Diese weißen Flecken beeinträchtigten die Lebensqualität in den betroffenen Gebieten und führten dort zu „gravierenden Wettbewerbsnachteilen“
heute.de: Schnelles Breitbandinternet: Versorgung zwischen Wunsch und Wirklichkeit:
Wie viele Bürger völlig durch das bundesdeutsche DSL-Netz fallen, lässt sich nur schätzen. Bis zu 800 Städte und Gemeinden mit rund 2200 Ortschaften seien immer noch nicht angeschlossen, sagt Franz-Reinhard Habbel, Sprecher des Deutschen Städte- und Gemeindebundes.
sueddeutsche.de: Bericht und Interview zum Rechtsstreit zwischen Blogger Jens Weinreich und DFB-Chef Theo Zwanziger:
Haben Sie nicht das Gefühl, gegenüber dem DFB mit unterlegenen Waffen zu kämpfen?
Das muss man auseinanderhalten. In Fragen der Kommunikation und der Transparenz fühle ich mich nicht unterlegen. Überhaupt nicht.The New Republic: Der Niedergang der klassischen Zeitung im Zusammenhang mit Korruption in den neuen Medien:
The dispersion of attention, begun with cable and talk radio and crowned by the Internet, has led to a more inert and uninformed general public. The most politically engaged members of society have used the new diversity of offerings to flock together and become better informed than they could possibly have been in the past. But they are also more partisan. Because of these twin effects, the demise of the 20th century business model of newspapers threatens to undermine the way our democracy functions and to introduce a new era of corruption.
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: The Daily Show über Twitter
: The Daily Show über Twitter The Daily Show hat sich dem Thema Twitter angenommen. Und weil der Schwerpunkt auf twitternde US-Politiker liegt, gibts das auch hier:
[via]
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: Eine Visualisierung der Finanzkrise
: Eine Visualisierung der Finanzkrise Eine Visualisierung der Finanzkrise in Form einer 11 Minuten langen Animation gibt es hier:
The Crisis of Credit Visualized from Jonathan Jarvis on Vimeo.The goal of giving form to a complex situation like the credit crisis is to quickly supply the essence of the situation to those unfamiliar and uninitiated. This project was completed as part of my thesis work in the Media Design Program, a graduate studio at the Art Center College of Design in Pasadena, California.
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: Demokratie in sozialen Netzwerken?
: Demokratie in sozialen Netzwerken? Nach dem PR-Desaster um die neuen Nutzungsbedingungen hat die Netzwerk-Plattform Facebook jetzt eine Reihe von Neuerungen veröffentlicht. Unter anderem sind das folgende:
- Die Nutzungsbedingungen heissen jetzt „Rights and Responsibilities“ (etwa: „Rechte und Pflichten“). Sie werden ergänzt durch die „Facebook Principles“ (Facebook-Prinzipien), die eine Art von Rechte-Charta der Nutzer darstellen.
- Sie werden bis zum 29. März im Entwurf zur Debatte gestellt und sollen aufgrund des Nutzer-Inputs überarbeitet werden.
- Die Nutzer können über Änderungsvorschläge abstimmen, wenn mehr als 7000 der geschätzten 175 Millionen Nutzer einen Kommentar zu einer Änderung abgeben.
- Die Ergebnisse solcher Abstimmungen werden von Facebook als bindend angesehen, wenn mindestens 30% der Nutzer (ungefähr 52,5 Millionen) sich daran beteiligen.
- Die bisher vorgeschriebene außergerichtliche Einigung im Falle von Streitigkeiten zwischen Facebook und den Nutzern wird durch ein Verfahren vor den Gerichten (an Facebooks Sitz in Kalifornien) ersetzt.
Nach den bisherigen Reaktionen wird dies alles von Leuten von der Electronic Frontier Foundation, von Privacy International, und vom Electronic Privacy Information Center als sehr guter Schritt in die richtige Richtung bewertet. Ich bin da etwas skeptischer, weil z.B. das Mindestquorum von 30% der Nutzer ziemlich sicher nie erreicht werden wird und Facebook sich weiterhin das Recht vorbehält, auch ohne Ankündigung oder Abstimmung Änderungen an den Nutzungsbedingungen vorzunehmen.
Der Ansatz, für solche quasi-öffentlichen Räume im Netz eine Art Konstitutionalisierung einzuführen, geht aber auch nach meiner Meinung in die richtige Richtung. Sprachlich und konzeptionell ist das alles nämlich ein interessanter Sprung in Richtung einer „Verfassung“ für soziale Netzwerke. Es gibt eine Grundrechte-Charta, es gibt bindende Abstimmungen, es gibt den ordentlichen Rechtsweg. Das sind einige der zentralen Elemente moderner Verfassungen. Diese Sicht wird auch von Facebook selber bestätigt. Chris Kelly, der Chief Privacy Officer von Facebook, nennt die neuen Nutzungsbedingungen explizit „constitutional documents“, also „Verfassungsdokumente“. Auf die Tatsache, dass die Firma Facebook quasi eine Regierungsfunktion im Verhältnis zu ihren Nutzern hat, haben Online-Forscher wie Fred Stutzman schon vor einiger Zeit hingewiesen.
Was jetzt noch fehlt, wären natürlich Wahlen, also die direkte Vertretung der „Bevölkerung“ in den Entscheidungsprozessen des Unternehmens. Bislang ist nur ein handverlesener „Nutzerrat“ vorgesehen. Dass man hier das Prinzip noch nicht ganz verstanden hat, zeigt auch die aktuelle Stellungnahme von Gründer Mark Zuckerberg:
„History tells us that systems are most fairly governed when there is an open and transparent dialogue between the people who make decisions and those who are affected by them. We believe history will one day show that this principle holds true for companies as well, and we’re looking to moving in this direction with you.“
Während eine Demokratisierung auch von privaten Unternehmen nicht verkehrt ist, zumal wenn sie wie Facebook soziale Räume bereitstellen, muss irgendjemand Herrn Zuckerberg noch erklären, dass Demokratie mehr bedeutet als nur ein Dialog. Aber wie gesagt, mit dieser Entwicklung geht Facebook in eine interessante Richtung. Mal sehen, wann sich die Konkurrenz einen Schritt weiter traut.
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: USA: Comcast, Bittorrent und Netzneutralität
: USA: Comcast, Bittorrent und Netzneutralität Etwas Einblick in die US-Debatte rund um Netzneutralität bietet dieser Berkman-Podcast: Comcast, BitTorrent, and Network Neutrality.
Chris Riley, Policy Counsel at Free Press, gives a brief history of the Comcast proceeding and other net neutrality legal efforts, and then dives into a substantive policy discussion of present and future Congressional and Commission net neutrality proceedings.
Vom 28. Februar bis zum 1. März fand in Washington, DC das