USA

  • : Mit Pornos für die Netzneutralität
    Wird mehr als eine Kissenschlacht: Ein Aktionstag soll die US-Netzneutralität retten.
    Mit Pornos für die Netzneutralität

    Ein breites Bündnis aus zivilgesellschaftlichen Gruppen und kommerziellen Anbietern plant im Juli einen Aktionstag, um gegen die drohende Abschaffung der Netzneutralität in den USA zu protestieren. Mit dabei sind Schwergewichte aus der IT-Branche.

    15. Juni 2017 4
  • : Wie geheime Algorithmen die Justiz ungerechter machen
    Nutzen vermehrt digitale Technologien: US-amerikanische Polizisten bei einem Einsatz
    Wie geheime Algorithmen die Justiz ungerechter machen

    Digitalisierung und Automatisierung machen auch vor Polizei und Justiz nicht Halt. In den USA spielt Software bereits heute eine große Rolle bei Ermittlungen, der Sicherung von Beweisen und Verurteilungen. Bei der New York Times erklärt Rebecca Wexler, wie unter Verschluss bleibende Computerprogramme das Justizsystem ungerechter machen (Artikel auf Englisch).

    Wexler fordert die Öffnung der aufgrund von geistigen Eigentumsrechten geheimen Algorithmen und Technologien:

    Das Grundproblem ist, dass automatisierte Technologien im Bereich der Strafjustiz zum großen Teil in privater Hand sind und gewinnbringend verkauft werden. Die Entwickler sehen ihre Technologien als Geschäftsgeheimnis. Folglich verweigern sie sich, Details über die Funktionsweise ihrer Werkzeuge zu veröffentlichen, selbst gegenüber Angeklagten und ihren Anwälten, unter vorläufigem Rechtsschutz oder im kontrollierten Rahmen eines Strafverfahrens oder einer Bewährungsanhörung.

    Letztes Jahr hatte eine ausführliche Recherche von ProPublica gezeigt, wie in einigen US-Bundesstaaten genutzte Software zur Vorhersage von zukünftigen Kriminellen Schwarze diskriminiert.

    15. Juni 2017 3
  • : Susan Crawford: Amerikaner müssen weg vom überteuerten, zu langsamen Internet
    Susan Crawford war unter anderem Co-Leiterin des Übergangsteams der amerikanischen Telekommunikationsaufsicht während Barack Obamas Amtsübernahme
    Susan Crawford: Amerikaner müssen weg vom überteuerten, zu langsamen Internet

    Schnelles und vor allem günstiges Internet für alle US-Amerikaner sei etwas Grundlegendes – so wie Luft und Wasser. Diese These vertrat Susan Crawford, Harvard-Professorin und Beraterin für Telekommunikationsrecht, in einem Interview mit Technology Review. Ihr Vorschlag zum Thema Internetversorgung und Netzausbau:

    [Ajit Pai, Chef der amerikanischen Telekommunikationsaufsicht] sollte Leute einstellen, um diese Netze auszubauen, was ähnlich wäre wie die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen unter Roosevelt – und gleichzeitig sicherstellt, dass der Zugriff so günstig wie möglich ist.

    Gleichzeitig hat die Trump-Regierung damit begonnen, die US-amerikanische Netzneutralität zu demontieren. Hintergrund des Gesprächs war die von Donald Trump neu besetzte Führung der Telekommunikationsaufsicht. Der neue Chef bekämpft schon seit Jahren die Netzneutralität.

    25. April 2017
  • : Laura Poitras: Acht Jahre lang ein Hochsicherheitsrisiko, ohne es zu wissen
    Poitras verlangt auf juristischem Wege immer noch Antworten von der US-Regierung.
    Laura Poitras: Acht Jahre lang ein Hochsicherheitsrisiko, ohne es zu wissen

    Die Oscar-preisgekrönte Dokumentarfilmregisseurin Laura Poitras war acht Jahre lang bei fast jedem US-Aiport-Besuch exzessiven Sicherheitsüberprüfungen ausgesetzt. Die Kontrollen fußten laut dem Bericht von Associated Press auf einem vagen Verdacht: Demnach könnte Poitras Informationen zu einem drohenden Angriff auf das US-Militär im Irak verschwiegen haben, um diesen zu filmen. Weder wurde Poitras offiziell angeklagt noch wusste sie von den Vorwürfen des Militärs.

    Das FBI verpasste ihr trotz der Entkräftung des Verdachts durch eine militärische Untersuchung das Label „high-risk-traveler“, mit teils geradzu absurden Folgen:

    In Newark, New Jersey, wurde ihr von einem Sicherheitsoffizier mit Handschellen gedroht, weil sie Notizen mit einem Kugelschreiber gemacht hatte, der ihm zufolge als Waffe hätte genutzt werden können. […] Am John F. Kennedy International Airport in New York wurden ihr Laptop, Videokamera, Aufnahmen und Mobiltelefon weggenommen und für 41 Tage lang einbehalten.

    Die restriktiven Sicherheitsüberprüfungen wurden erst gestoppt, nachdem ein Zeitungsartikel ihre Geschichte veröffentlichte. Poitras versucht nun auf juristischem Wege zu erfahren, ob diese Unterbrechung von Dauer ist und womit sie begründet wurde. Die gesamte Hintergrundgeschichte demonstriert eindrücklich, wie leicht ein Verdacht der US-Sicherheitsbehörden den Alltag von Menschen beeinträchtigen kann.

    19. April 2017 2
  • : Studie: 10 Regeln zum wissenschaftlichen Umgang mit Big Data
    Analysen von Big Data betreffen jeden – ob direkt oder indirekt.
    Studie: 10 Regeln zum wissenschaftlichen Umgang mit Big Data

    13 Forscher untersuchen in ihrer Studie mögliche Gefahren im Umgang mit Big Data und stellen dabei zuerst klar, was offensichtlich ist: Personenbezogene Daten haben mit Menschen zu tun. Was allerdings nicht so leicht zu erkennen ist, betrifft die Folgen und Handlungspflichten für diejenigen, die mit den Daten arbeiten. So können beispielsweise Bewegungsmuster für Predictiv Policing analysiert werden. Dabei mahnen sie Vorsicht an.

    Die zehn Regeln in übersetzter Form lauten auf das Wesentliche reduziert wie folgt:

    1. Erkenne, dass Daten personenbezogen sind und somit Schaden anrichten können,
    2. Erkenne, dass Privatsphäre mehr als nur ein binärer Wert ist [binär im Sinne von: privat/öffentlich],
    3. Schütze verwendete Daten vor möglicher Wiedererkennung [durch Reduzierung auf das Wichtigste],
    4. Teile Daten ethisch korrekt [z. B. bei Genproben],
    5. Beachte den Kontext der Daten und betone ggfs. doppelte Bedeutungen,
    6. Debattiere über die schwierigen ethischen Entscheidungen,
    7. Entwickle einen Verhaltenskodex für Organisationen, Unternehmen und Forschungsgruppen,
    8. Ermögliche eine Überprüfung deiner Analysemethoden,
    9. Beachte die Reichweite deiner Forschung und handle angemessen,
    10. Breche die Regeln [wenn es ethisch gesehen das Richtige ist].

    Die Wissenschaftler stammen aus verschiedenen Fachbereichen von US-amerikanischen Universitäten. Dazu gehören Informatiker, Soziologen sowie Juristen und drei Mitarbeiter des Microsoft Research Labs.

    3. April 2017 3
  • : USA: Bauern hacken eigene Traktoren
    Traktor im Sonnenuntergang.
    Auch Landwirt:innen kämpfen für ein Recht auf Reparatur.
    USA: Bauern hacken eigene Traktoren

    Strikte Regelungen zwingen Besitzer von modernen Traktoren in den USA dazu, jede Reparatur vom Hersteller autorisieren zu lassen. Das kostet hohe Extra-Gebühren und dauert kostbare Zeit, die Bauern in der Erntezeit nicht haben. Deswegen greifen viele Landwirte aus den USA auf gecrackte Software aus Polen und der Ukraine zurück, die gegen Bezahlung über Online-Foren erhältlich ist. Motherboard hat mit Bauern und Hackern gesprochen:

    Das Hacken von Traktoren verbreitet sich immer, mehr weil John Deere und andere Hersteller es unmöglich gemacht haben, „unautorisierte“ Reparaturen an ihren Landwirtschaftsgeräten durchzuführen. Das sehen die Bauern als ein Angriff auf ihre Souveränität und als Gefahr für ihre Existenzgrundlage, sollte ihr Traktor zu einem ungünstigen Zeitpunkt kaputt gehen. (Eigene Übersetzung)

    Aus dem Grund kämpfen Landwirte zusammen mit Nutzern anderer elektronischer Geräte in den USA für ein „Recht auf Reparatur“. Hersteller sollen ihre Originalersatzteile auch an Verbraucher und unabhängige Dienstleister verkaufen sowie Diagnose- und Reparaturanleitungen öffentlich zugänglich machen.

    Auf unsere kurzfristige Nachfrage zur Situation in Deutschland hat der Bauernverband bislang nicht reagiert.

    24. März 2017 6
  • : USA: Provider sollen sensible Nutzerdaten zusammen mit Surfverhalten verkaufen dürfen
    USA: Provider sollen sensible Nutzerdaten zusammen mit Surfverhalten verkaufen dürfen

    Die Republikaner haben im US-Senat mit 50 zu 48 Stimmen den Datenschutz bei den Internet Service Providern (ISP) geschwächt, berichtet die New York Times. Sollte das Repräsentantenhaus auch zustimmen, dürfen die Unternehmen Nutzerdaten wie besuchte Webseiten und App-Nutzung ohne Einwilligung der Kunden weiterverkaufen. Dabei handelt es sich um private und intime Informationen, wie die Electronic Frontier Foundation (EFF) auflistet. Sollten die Republikaner mit ihrem Entschluss durchkommen, bleibt den Kunden nur noch die Nutzung von VPNs und Tor, um ihre Privatsphäre vor den ISPs zu schützen.

    Für die Regulierung des Datenschutzes bei den ISPs ist in den USA die Regulierungsbehörde FCC zuständig. Als einen der ersten Schritte seiner Amtszeit hatte US-Präsident Donald Trump den erklärten Netzneutralitätsgegner Ajit Pai bei der FCC eingesetzt.

    24. März 2017 8
  • : Trump repolitisiert Journalisten – und das ist auch gut so
    Pressefreiheit ist Grundrecht
    Trump repolitisiert Journalisten – und das ist auch gut so

    Der Journalismus-Professor Stephan Weichert freut sich im Blog der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien, dass die Wahl von Trump in den USA Journalisten wieder repolitisiert hat und beschreibt das Phänomen als „Journavisten“.

    Und es gibt noch einen dritten Grund, mit dem wir umzugehen lernen müssen: Das Trump-Debakel hat nicht nur zu höheren Auflagen bei den Qualitätsmedien geführt, sondern auch viele Journalisten zu Aktivisten gemacht. Er ist mitverantwortlich dafür, dass daraus das neue Berufsbild „Journavisten“ entsteht. Freilich hat es Haltung im Journalismus schon immer gegeben. Aber dass Medienvertreter sich derart geschlossen gegen einen Staatsmann verbünden, sorgt für eine Repolitisierung unter Intellektuellen, Medienschaffenden und Kreativen, wie wir sie bisher eigentlich nur aus Diktaturen kannten. In Deutschland und Europa wird es ähnliche aktivistische Bewegungen geben. Und das ist auch gut so.

    In Deutschland denken viele Journalisten noch, dass man sich nicht mit einer Sache gemein machen dürfe. Das soll auf den verstorbenen Journalisten Hanns Joachim Friedrichs zurückgehen, aber das ist ein Missverständnis, denn dieser hat das anders gesagt und gemeint (Einordnung).

    15. März 2017 14
  • : Handbuch: Sichere Überquerung von US-Grenzen mit Laptop und Handy
    Agenten der Transportation Security Administration kontrollieren an einem Flughafen. Foto: <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.en">CC0-1.0</a> <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Thank_you_TSA_(25958200086).jpg">Wikipedia</a>
    Handbuch: Sichere Überquerung von US-Grenzen mit Laptop und Handy

    Die Electronic Frontier Foundation (EFF) gibt in einem Handbuch juristische und technische Tipps für das Überqueren von US-Grenzen. Eingeteilt in drei Kategorien wird erklärt, wie Reisende sich selbst und ihre Geräte beim Grenzübergang schützen können, welche Rechte sie dabei besitzen und wie die Privatsphäre mittels Technologie aufrechterhalten bleiben kann.

    Dabei gehen die Autoren und Mitarbeiter der EFF, Sophia Cope, Amul Kalia, Seth Schoen, und Adam Schwartz, nicht nur auf US-Bürger ein, sondern auch auf Gäste des Landes. So sollen vor, während und nach der Grenzüberquerung bestimmte Schritte zum Schutz der Geräte (z.B. Verschlüsselung, sichere Passwörter) unternommen, aber auch gewisse Handlungen (z.B. Lügen gegenüber dem Beamten) unterlassen werden.

    Hintergrund des Handbuchs sind verschärfte Einreisebestimmungen und Kontrollpraxen an US-Grenzen. So wurde Anfang Februar beispielsweise der US-Bürger und NASA-Mitarbeiter Sidd Bikkannavar bei der Einreise in die USA aufgehalten und genötigt sein Handy zu entsperren. Die EFF rief außerdem dazu auf, dass sich Betroffene bei ihnen melden.

    10. März 2017 14
  • : Daten aus der Assistenzwanze Amazon Echo werden für Ermittlungen genutzt
    Assistenzwanzen wie "Amazon Echo" geraten in den Fokus von Strafverfolgungsbehörden. Foto: PR
    Daten aus der Assistenzwanze Amazon Echo werden für Ermittlungen genutzt

    Bei den Ermittlungen in einem Mordfall in den USA werden die Daten aus Amazons Echo jetzt doch genutzt. Amazon hatte die Herausgabe zuerst verweigert und sich auf die Redefreiheit berufen. Nachdem der Prozessbeschuldigte die Daten doch herausgeben wollte, schloss sich das Unternehmen dem an.

    7. März 2017 39
  • : Europäische Justizkommissarin droht, transatlantisches Datenschutzabkommen zu kippen
    EU-Kommissarin Věra Jourová (Archivbild) <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/">CC BY-NC-ND 2.0</a> via <a href="https://www.flickr.com/photos/epp_group_official/15225172687">EPP Group/flickr</a>
    Europäische Justizkommissarin droht, transatlantisches Datenschutzabkommen zu kippen

    Die EU-Justizkommissarin droht, das Privacy-Shield-Abkommen aufzukündigen, wenn die US-Regierung nicht die Vereinbarungen einhält. Seit US-Präsident Trump festgelegt hat, den Datenschutz für Ausländer aufzuheben, ist die Zukunft des Datenschutzabkommens zwischen der EU und der USA ungewiss.

    3. März 2017 4
  • : Passwortabfrage an US-Grenzen: „Angriff auf fundamentale Rechte“
    Grafik: CC-BY 3.0 EFF.org
    Passwortabfrage an US-Grenzen: „Angriff auf fundamentale Rechte“

    Ein breites Bündnis von mehr als fünfzig Bürgerrechtsorganisationen und zahlreichen Einzelpersonen wendet sich in den USA gegen die Abfrage von Passwörtern bei der Einreise ins Land. Der neue Heimatschutzminister John F. Kelly hatte am 7. Februar gesagt, dass sein Ministerium eine solche Abfrage für Nicht-US-Bürger erwäge.

    Das Bündnis, dem auch die ACLU und die Electronic Frontier Foundation angehören, weist in einer gemeinsamen Erklärung auf die Unverhältnismäßigkeit hin, welche mit einer solchen Abfrage und Nutzung von Passwörtern einhergehen würde. Ein solches Vorgehen sei ein direkter Angriff auf fundamentale Rechte der Menschen und bringe zudem keine zusätzliche Sicherheit. Außerdem schränke die Maßnahme direkt die Meinungsfreiheit ein und würde Menschen dazu bewegen, weniger das Internet und soziale Netzwerke zu nutzen. Außerdem könne eine solche Maßnahme als Präzedenzfall Nachahmer in anderen Ländern finden, was wiederum die IT-Sicherheit der USA gefährde.

    Weiterhin heißt es in der Erklärung (unsere Übersetzung):

    Eine Politik, welche die Herausgabe von Passwörtern zur Bedingung für das Reisen macht und andere Bemühungen, die Einzelpersonen dazu zwingen, ihre Online-Aktivitäten sowie teils jahrelange private und öffentliche Kommunikation zu offenbaren, verursachen einen intensiven „Chilling Effekt“ auf die freie Meinungsäußerung. Die Meinungsfreiheit, die Pressefreiheit, der Zugang zu Informationen, die Vereinigungsfreiheit und die Religionsfreiheit sind durch so eine Politik gefährdet.

    Die erste Regel der IT-Sicherheit ist einfach: Geben Sie Ihre Passwörter nicht heraus. Keine Regierungsbehörde darf die Sicherheit, die Privatsphäre und andere Rechte von Menschen mit so einer Blanko-Richtlinie untergraben.

    In Deutschland wird eine ähnliche Maßnahme debattiert. Das Bundesinnenministerium plant, dass massenhaft die Smartphones und Handys von Geflüchteten ausgelesen werden sollen. Gegen den Vorstoß aus dem Hause de Maizière gibt es breite Kritik – auch vom Koalitionspartner SPD.

    21. Februar 2017 14
  • : Freihandelsabkommen: Neue Gefahr für den Datenschutz
    Brille auf einem Stapel Papier.
    <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de">CC0</a> via unsplash/<a href="https://unsplash.com/collections/180048/documents?photo=ilSnKT1IMxE">Mari Helin-Tuominen</a>
    Freihandelsabkommen: Neue Gefahr für den Datenschutz

    Auch wenn die TiSA-Verhandlungen gerade eingefroren sind: Der neueste Leak offenbart einen vermeintlichen Kompromissvorschlag der US-Seite, der den europäischen Datenschutz erheblich schwächen würde. Wenn die EU zu ihren Grundwerten stehen will, darf sie sich darauf nicht einlassen.

    17. Februar 2017 15
  • : Studie: Forscher können Nutzer über Browser hinweg identifizieren
    Foto: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC-BY 2.0</a> <a href="https://www.flickr.com/photos/dahlstroms/3444838707/sizes/o/">Håkan Dahlström</a>
    Studie: Forscher können Nutzer über Browser hinweg identifizieren

    Digitale Fingerabdrücke können auch bei der Benutzung verschiedener Browser auf dem gleichen Computer von einem angesteuerten Server analysiert werden. Forscher der Universität Lehigh aus Pennsylvania (USA) haben eine Studie veröffentlicht, die diesen Vorgang beschreibt.

    So werden Daten wie die Information über installierte Plugins, ausgewählte Sprachen, verfügbare Schriften und sogar die Eigenschaften der PC-Hardware selbst für die Erkennung der Nutzer verwendet. Dabei kamen die Forscher beim Identifizieren auf eine Erfolgsrate von 99,24 Prozent.

    Ein solches Fingerprinting kann in gewissen Fällen von Vorteil sein: Banken könnten fremde Zugriffe beim Online-Banking herausfiltern, wie Ars Technica in Bezug auf die Studie berichtet. Jedoch ist es sonst nicht im Sinne der Privatsphäre des Nutzers. Als Gegenmaßnahme nennen die Forscher unter anderem die Verwendung des Tor-Browsers. Eine andere Methode ist der zufällige Wechsel des User Agents, damit der Browser dem Server unterschiedliche Betriebssysteme und andere spezifische Informationen ausgibt. Hierfür gibt es Plugins für Browser.

    Unsere Tipps zum Schutz der Privatsphäre beim Surfen bleiben aktuell. Lest hier unseren Beitrag aus der Reihe How-To Analyze Everyone darüber, wie Fingerprinting funktioniert.

    14. Februar 2017 12
  • : US-Grenzbeamte zwingen NASA-Mitarbeiter, sein Diensttelefon zu entsperren
    Foto: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/">CC-BY-NC-ND 2.0</a> <a href="https://www.flickr.com/photos/chrisjl/5355922702/sizes/l">Chris JL</a>
    US-Grenzbeamte zwingen NASA-Mitarbeiter, sein Diensttelefon zu entsperren

    Der US-Bürger und NASA-Mitarbeiter Sidd Bikkannavar wurde eine Woche nach Einführung des so genannten Muslims Bans an der Einreise in die USA gehindert. Bikkannavar befand sich auf der Rückreise aus Südamerika. Er konnte den Flughafen von Houston erst verlassen, nachdem er der Customs and Border Patrol (CBP) sein Mobiltelefon einschließlich PIN aushändigte. Dies berichtet The Verge.

    Bikkannavar ist bei dem CBP-Programm Global Entry eingetragen, welche mehrfache Background-Checks verhindern und überflüssig machen soll. Zudem wurden die Login-Daten zu seinem Diensttelefon bei der NASA verlangt. Bikkannavar arbeitet an einem Raumsonden-Projekt im Jet Propulsion Laboratory.

    Diese Art von Kontrolle bei der Einreise nehmen zu. Die Electronic Frontier Foundation (EFF) rief Anfang Februar alle Einreisende und Opfer dieser Praxis dazu auf, sich bei ihnen zu melden. So soll genauer analysiert werden, wie die Grenzkontrollen von statten gehen und wie die Trump-Administration handelt.

    Die Aufforderung der Herausgabe von Passwörtern zu Social-Media-Diensten an Border-Agents könnte in Zukunft Standard werden. Heimatschutzminister John Kelly erwägt dies als eine von mehreren Maßnahmen. Im Weißen Haus wurden zudem Überlegungen angestellt, dass Einreisende ihre Adressbücher offenlegen sollen. Zudem werden seit Dezember bei der Einreise auch Social-Media-Accounts abgefragt. Bislang ist dies „freiwillig“.

    13. Februar 2017 12
  • : USA: Smart-TV-Hersteller Vizio spionierte Nutzer aus
    Bildunterschrift. Foto: <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/">CC0 1.0</a> via unsplash/<a href="https://unsplash.com/photos/ngMtsE5r9eI/">Jens Kreuter</a>
    USA: Smart-TV-Hersteller Vizio spionierte Nutzer aus

    Die Smart-TVs des US-amerikanischen Herstellers Vizio haben elf Millionen Kunden detailliert ausspioniert, ohne sie gefragt oder informiert zu haben. Wie die US-Handelsbehörde Federal Trade Commission (FTC) in ihrer Klageschrift [PDF] schreibt, hätten die Fernseher zunächst sekundengenau aufgezeichnet, was geschaut wurde.

    Dabei ermittelte Daten hat das Unternehmen mit personenbezogenen Daten wie Geschlecht, Alter, Einkommen und Bildungsstand verknüpft und anschließend an Dritte weiterverkauft. Diese wiederum haben die Informationen gezielt für Werbung eingesetzt, auch für geräteübegreifende.

    Nun hat die FTC bekannt gegeben, dass sich Vizio verpflichtet, eine Strafzahlung von 2,2 Millionen US-Dollar zu leisten und die erhobenen Daten zu löschen.

    7. Februar 2017 6
  • : Netzpolitischer Wochenrückblick KW 5: leise Beschränkung des Datenschutzes
    Ein junger Fuchs auf einem Stein.
    Reaktionen auf den geplanten Abbau des hohen Datenschutzniveaus gab es diese Woche nur wenige. - <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de">CC0</a> via unsplash/<a href="https://unsplash.com/photos/g8a9oCVI_TA">Jeannie Blackmer</a>
    Netzpolitischer Wochenrückblick KW 5: leise Beschränkung des Datenschutzes

    Die Woche im Überblick: Die geplante Datenschutz-Reform in Deutschland führt zum Abbau von Grundrechten und die meisten Experten halten Debatte um Fake News und Social Bots für vollkommen übertrieben.

    4. Februar 2017 1
  • : Nach Trump-Dekret: Irland prüft, ob vorgelagerte US-Kontrollen an Flughäfen verfassungswidrig sind
    Dieses Schild der U.S. Customs and Border Protection könnte bald in Frankfurt/ Main hängen.
    Nach Trump-Dekret: Irland prüft, ob vorgelagerte US-Kontrollen an Flughäfen verfassungswidrig sind

    US-Behörden kontrollieren Einreisende teils schon an europäischen Flughäfen. Nach Trumps Einreiseverbot für Bürger sieben mehrheitlich muslimischer Länder ordnet Irland jetzt eine Überprüfung der Praxis an. Die Vorkontrollen könnten gegen die Verfassung des EU-Landes verstoßen.

    31. Januar 2017 19
  • : Große Internetkonzerne geschlossen gegen Trumps Einreisepolitik
    Proteste gegen den Muslim Ban am Flughafen in San Francisco. Foto: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/">CC-BY-NC 2.0</a> <a href="https://www.flickr.com/photos/43005015@N06/32431796902/sizes/h/">rawEarth</a>
    Große Internetkonzerne geschlossen gegen Trumps Einreisepolitik

    Donald Trumps radikales Einreiseverbot für Bürger bestimmter muslimischer Länder stößt auch bei den großen Internetkonzernen auf breiten Widerstand. Bei Google gab es sogar eine Demo der Mitarbeiter an acht Standorten.

    31. Januar 2017 6
  • : Weißes Haus diskutiert, von Einreisenden Social-Media-Accounts und Adressbücher abzugreifen
    Das Weiße Haus will offenbar alle Kontaktdaten von Einreisenden abfragen. Foto: <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de">CC0 1.0</a> <a href="https://unsplash.com/search/friends?photo=96DW4Pow3qI">Ben Duchac</a>
    Weißes Haus diskutiert, von Einreisenden Social-Media-Accounts und Adressbücher abzugreifen

    Im Weißen Haus wird ernsthaft diskutiert, privateste Informationen von Einreisenden abzufragen. Der massive Eingriff in die Privatsphäre würde nicht nur die Social Media Accounts der Nutzer betreffen, sondern auch deren komplette Netzwerke bei der Einreise offenlegen.

    30. Januar 2017 25