Die Oscar-preisgekrönte Dokumentarfilmregisseurin Laura Poitras war acht Jahre lang bei fast jedem US-Aiport-Besuch exzessiven Sicherheitsüberprüfungen ausgesetzt. Die Kontrollen fußten laut dem Bericht von Associated Press auf einem vagen Verdacht: Demnach könnte Poitras Informationen zu einem drohenden Angriff auf das US-Militär im Irak verschwiegen haben, um diesen zu filmen. Weder wurde Poitras offiziell angeklagt noch wusste sie von den Vorwürfen des Militärs.
Das FBI verpasste ihr trotz der Entkräftung des Verdachts durch eine militärische Untersuchung das Label „high-risk-traveler“, mit teils geradzu absurden Folgen:
In Newark, New Jersey, wurde ihr von einem Sicherheitsoffizier mit Handschellen gedroht, weil sie Notizen mit einem Kugelschreiber gemacht hatte, der ihm zufolge als Waffe hätte genutzt werden können. […] Am John F. Kennedy International Airport in New York wurden ihr Laptop, Videokamera, Aufnahmen und Mobiltelefon weggenommen und für 41 Tage lang einbehalten.
Die restriktiven Sicherheitsüberprüfungen wurden erst gestoppt, nachdem ein Zeitungsartikel ihre Geschichte veröffentlichte. Poitras versucht nun auf juristischem Wege zu erfahren, ob diese Unterbrechung von Dauer ist und womit sie begründet wurde. Die gesamte Hintergrundgeschichte demonstriert eindrücklich, wie leicht ein Verdacht der US-Sicherheitsbehörden den Alltag von Menschen beeinträchtigen kann.
