USA: Provider sollen sensible Nutzerdaten zusammen mit Surfverhalten verkaufen dürfen

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Die Republikaner haben im US-Senat mit 50 zu 48 Stimmen den Datenschutz bei den Internet Service Providern (ISP) geschwächt, berichtet die New York Times. Sollte das Repräsentantenhaus auch zustimmen, dürfen die Unternehmen Nutzerdaten wie besuchte Webseiten und App-Nutzung ohne Einwilligung der Kunden weiterverkaufen. Dabei handelt es sich um private und intime Informationen, wie die Electronic Frontier Foundation (EFF) auflistet. Sollten die Republikaner mit ihrem Entschluss durchkommen, bleibt den Kunden nur noch die Nutzung von VPNs und Tor, um ihre Privatsphäre vor den ISPs zu schützen.


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Für die Regulierung des Datenschutzes bei den ISPs ist in den USA die Regulierungsbehörde FCC zuständig. Als einen der ersten Schritte seiner Amtszeit hatte US-Präsident Donald Trump den erklärten Netzneutralitätsgegner Ajit Pai bei der FCC eingesetzt.

8 Kommentare
    1. Nichts. Da europäische Nutzer normalerweise nicht über einen amerikanischen ISP -aka „Zugangsanbieter“- ins Netz gehen, sondern über einen lokalen, der dementsprechend an die örtlichen Gesetze gebunden ist.
      Wenn deine Daten allerdings erst mal über den Teich sind, sind sie sowieso mehr oder weniger „Freiwild“, da sind Privacy Shield und Safe Harbour, realistisch betrachtet, ohnehin nur Kosmetik.

  1. „Under the radar, Verizon, Sprint, Telefonica and other carriers have partnered with firms including SAP, IBM, HP and AirSage to manage, package and sell various levels of data to marketers and other clients. “
    Solche Firmen kicken sich mit diesen Verkäufen in Deutschland aus dem Markt. Heimlich Kundendaten verkaufen geht gar nicht.

    1. „…geht gar nicht“

      Abwarten, bis wirklich alles irgendwo, irgendwie geCloudet worden ist.
      Dann geht alles, was technisch möglich sein wird.

      Ich sage nur „Gesundheitskarte“.

      1. Wer so dumm ist, seine privaten Fotos, Videos, Dokumente in einer Cloud ablegt, ist selbst schuld. Bei dem Satz: „Kundendaten verkaufen geht gar nicht“ liegt die Betonung auf „gar“. Ist ne Redewendung für „inakzeptabel“.

  2. Das könnte man doch bei uns auch so machen, dann bräuchten wir die Diskussion um Vorratsdatenspeicherung nicht mehr. Warum ist in Europa da bisher keiner drauf gekommen? Oh, einen Moment … geht nicht die aktuelle Diskussion um allgemeine Datensouverenität (z.B. wem gehören die Daten, die ein Fahrzeug in Nutzung erzeugt: Dem Auto- oder dem Softwarehersteller?) in die selbe Richtung, nur noch ein klein wenig weiter? Würde mich auch wundern, wenn sich hier jemand den Schneid so schnell abkaufen ließe. Die Wortwahl ist beabsichtigt. Die Ironie vielleicht auch.

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