Überwachung

US-Grenzbeamte zwingen NASA-Mitarbeiter, sein Diensttelefon zu entsperren

Foto: CC-BY-NC-ND 2.0 Chris JL

Der US-Bürger und NASA-Mitarbeiter Sidd Bikkannavar wurde eine Woche nach Einführung des so genannten Muslims Bans an der Einreise in die USA gehindert. Bikkannavar befand sich auf der Rückreise aus Südamerika. Er konnte den Flughafen von Houston erst verlassen, nachdem er der Customs and Border Patrol (CBP) sein Mobiltelefon einschließlich PIN aushändigte. Dies berichtet The Verge.

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Bikkannavar ist bei dem CBP-Programm Global Entry eingetragen, welche mehrfache Background-Checks verhindern und überflüssig machen soll. Zudem wurden die Login-Daten zu seinem Diensttelefon bei der NASA verlangt. Bikkannavar arbeitet an einem Raumsonden-Projekt im Jet Propulsion Laboratory.

Diese Art von Kontrolle bei der Einreise nehmen zu. Die Electronic Frontier Foundation (EFF) rief Anfang Februar alle Einreisende und Opfer dieser Praxis dazu auf, sich bei ihnen zu melden. So soll genauer analysiert werden, wie die Grenzkontrollen von statten gehen und wie die Trump-Administration handelt.

Die Aufforderung der Herausgabe von Passwörtern zu Social-Media-Diensten an Border-Agents könnte in Zukunft Standard werden. Heimatschutzminister John Kelly erwägt dies als eine von mehreren Maßnahmen. Im Weißen Haus wurden zudem Überlegungen angestellt, dass Einreisende ihre Adressbücher offenlegen sollen. Zudem werden seit Dezember bei der Einreise auch Social-Media-Accounts abgefragt. Bislang ist dies „freiwillig“.

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12 Kommentare
  1. Jede Bank, jeder Versandhändler, jeder noch so nischige Onlinedienst macht dich ständig darauf aufmerksam, dass sie niemals, nie, auf keinen Fall, unter keinen Umständen, nach deinem Passwort fragen werden und dass jede anderslautende Aufforderung ein Betrugsversuch ist.

    Das ist das Level an Unseriösität, dass die US-Regierung erreicht hat…

    1. Auf heise.de gibt es dazu die Info, dass „die Bürgerrechtsorganisation ACLU bei der Analyse von Behördendokumente herausfand, [das] es allein zwischen Oktober 2008 und Juni 2010 rund 6500 Durchsuchungen elektronischer Geräte beim US-Grenzübertritt – die Hälfte davon bei US-Bürgern.“
      Quelle: https://www.heise.de/newsticker/meldung/USA-NASA-Forscher-bei-Wiedereinreise-zu-Handy-Entsperrung-gedraengt-3623229.html

      Wer zu dem obrigen Thema mehr Hintergrund Infos haben will, dem kann ich aktuell den heise Artikel empfehlen, da dieser ausführlicher ist.

      1. 6500 Durchsuchungen in 21 Monaten – oder pro Monat?
        Selbst wenn es pro Monat wär, so gäbe es
        6500 / 25 entry ports / 30 Tage = ca 9 Durchsuchungen pro Tag pro (Air)Port. Und wieviele Leute kommen täglich an einem Airport (international) an?

        Nebenbei: Warum wurde bei der Person das Gepäck nicht durchsucht?

        Nebenbei2: Da hier wieder alle auf die USA schimpfen – die deutschen Beamten auf Flughäfen und Polizisten in der 30km Zone parallel zur Landesgrenze dürfen das auch. Das gesamte Gerät durchsuchen, ohne Anlass ;)

        1. In Deutschland musst du aber nicht an deiner Überführung mitwirken. Ein gesperrtes Gerät darf also gesperrt bleiben.
          Falls ich mich da irre bitte ich um Quellenangabe zum Nachlesen.

    1. Die praktikable Lösung heißt, kein Handy/Smartphone, Laptop mit Festplatte, USB-Stick oder dergleichen Speichermedium mit über eine Grenze zu nehmen. Wenn man im Zielland unbedingt Laptop etc. braucht, kauft man sich dort ein gebrauchtes Gerät oder (wenn man einen leeren Laptop mitgenommen hat) Festplatte und läd sich das Pattenimage aus dem Herkunftsland verschlüsselt (VPN, Tor) herunter. Vor der Ausreise werden die Daten wieder vernichtet.

  2. Diese Maßnahmen werden nicht unerhebliche Auswirkungen auf den USA Tourismus haben. Ich persönlich habe keine Lust ein Land zu besuchen, das einen bei der Einreise wie einen potentiellen Terroristen behandelt.

    1. Der Tourismus ist keine Schlüsselindustrie…….wchtig ist das sie den ganzen amerikanischen Müll kaufen…sie wissen schon die guten Markenartikel.

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