Digitalisierung und Automatisierung machen auch vor Polizei und Justiz nicht Halt. In den USA spielt Software bereits heute eine große Rolle bei Ermittlungen, der Sicherung von Beweisen und Verurteilungen. Bei der New York Times erklärt Rebecca Wexler, wie unter Verschluss bleibende Computerprogramme das Justizsystem ungerechter machen (Artikel auf Englisch).
Wexler fordert die Öffnung der aufgrund von geistigen Eigentumsrechten geheimen Algorithmen und Technologien:
Das Grundproblem ist, dass automatisierte Technologien im Bereich der Strafjustiz zum großen Teil in privater Hand sind und gewinnbringend verkauft werden. Die Entwickler sehen ihre Technologien als Geschäftsgeheimnis. Folglich verweigern sie sich, Details über die Funktionsweise ihrer Werkzeuge zu veröffentlichen, selbst gegenüber Angeklagten und ihren Anwälten, unter vorläufigem Rechtsschutz oder im kontrollierten Rahmen eines Strafverfahrens oder einer Bewährungsanhörung.
Letztes Jahr hatte eine ausführliche Recherche von ProPublica gezeigt, wie in einigen US-Bundesstaaten genutzte Software zur Vorhersage von zukünftigen Kriminellen Schwarze diskriminiert.
