DRM

  • : Das DRM von AP erklärt
    Das DRM von AP erklärt

    Die Nachrichtenagentur AP möchte zukünftig ihre Inhalte per DRM schützen und hat dazu eine Werbe-Grafik erstellt. Davon gibt es einen Remix (Große Version), der die Buzzwords erklärt:

    (Danke an Hanno)

    Mehr zum Thema gibts bei Ed Felten.

    29. Juli 2009 12
  • : ZDF: eBook-Händler können Lizenzen auflösen
    ZDF: eBook-Händler können Lizenzen auflösen

    Das ZDF-Morgenmagazin hat heute über die Amazon-Kindle Löschaktion von 1984 berichtet und damit auch generell in die DRM-Problematik eingeführt. Gast im Studio war Axel Kossel von ct’. Den ca. 6 Minuten langen Beitrag gibt es im ZDF-Youtube-Kanal oder in der ZDF-Mediathek:

    In diesem Fenster soll ein YouTube-Video wiedergegeben werden. Hierbei fließen personenbezogene Daten von Dir an YouTube. Wir verhindern mit dem WordPress-Plugin „Embed Privacy“ einen Datenabfluss an YouTube solange, bis ein aktiver Klick auf diesen Hinweis erfolgt. Technisch gesehen wird das Video von YouTube erst nach dem Klick eingebunden. YouTube betrachtet Deinen Klick als Einwilligung, dass das Unternehmen auf dem von Dir verwendeten Endgerät Cookies setzt und andere Tracking-Technologien anwendet, die auch einer Analyse des Nutzungsverhaltens zu Marktforschungs- und Marketing-Zwecken dienen.

    Zur Datenschutzerklärung von YouTube/Google

    Zur Datenschutzerklärung von netzpolitik.org

    24. Juli 2009 16
  • : Schöne neue DRM-Welt
    Schöne neue DRM-Welt

    Stell Dir vor, Du kaufst ein Buch im Geschäft. Und Nachts bricht der Buchhändler in Deine Wohnung ein, nimmt Dir das Buch wieder weg und lässt Dir den Geldbetrag auf dem Küchentisch zurück. Klingt verrückt. Aber genau das hat jetzt Amazon mit dem Kindle-Store getan. Und ausgerechnet bei den beiden Orwell – Büchern „Animal Farm“ und „1984“, die beide das Thema Kontrolle haben.

    Die Bücher wurden im Kindle-Store mit DRM für 99 Cent angeboten. Anscheinend waren die Rechte aber nicht geklärt. Und Amazon hat die Nutzungsrechte zurückgezogen und den verwirrten Käufern Geld zurück überwiesen. Schöne neue DRM-Welt! Man bedauert jetzt bei Amazon, dass man die Käufer nicht vorher aufgeklärt hat, die verwirrt nachfragten, wo denn die gekauften Bücher seien. Dummerweise war die Aktion auch nicht durch die Amazon-AGB gedeckt. Und jetzt hat man ein PR-Problem.

    Nachdem die Musikindustrie DRM erstmal teilweise aufgegeben hat, fangen jetzt die nächsten Rechteindustrien an, auf die Risikotechnologie DRM zu setzen und die Verbraucher zu verarschen. Und auch sie werden hoffentlich daran scheitern.

    20. Juli 2009 17
  • : Netzpolitik-Podcast 075: Die Kulturflatrate
    Netzpolitik-Podcast 075: Die Kulturflatrate

    Der Netzpolitik-Podcast Folge 075 ist ein zweistündiges Gespräch mit dem Medienforscher Dr. Volker Grassmuck über die Kulturflatrate. Kaum ein Thema ist derzeit umstrittener als die Kulturflatrate. Die einen sehen es als die einzig machbare Alternative, um das Wettrüsten im Kampf um das Urheberrecht durch Risikotechnologien wie Netzfilter und DRM zu beenden und die Offenheit des Internets zu erhalten.- Für die anderen ist es eine Zwangsabgabe und/oder die Einführung des Kommunismus. Dabei gibt es viele Vorurteile und Missverständnisse, was die Kulturflatrate sein soll.

    In dem langen Gespräch gehe ich mit Volker Grassmuck auf viele Vorteile und Missverständnisse ein. Er erzählt, was die Idee ist, welche Probleme damit gelöst werden könnten und vor allem wie man das technisch lösen kann. Für das Interview hab ich vorher auf Twitter nach möglichen Fragen gefragt und diese haben wir alle in das Gespräch aufgenommen. Insofern ist der Podcast fast schon ein Referenzmedium zur Debatte rund um die Kulturflatrate geworden.

    Wie wird der Schlüssel errechnet? Wer bekommt das ganze Geld? Welche Probleme löst die Kulturflatrate, welche Probleme kann auch die Kulturflatrate nicht lösen? Wollen wir als Gesellschaft Kultur fördern? Sollen Tauschbörsen weiterhin bekämpft und eine ganze Generation kriminalisiert werden? Ist das nicht alles eine GEZ oder Zwangssteuer? Sind überhaupt noch Geschäftsmodelle wie iTunes oder Musikflatrates möglich? Ist die Kulturflatrate auch die Rettung für Journalismus und werden damit auch Blogs vergütet? Wer zieht das Geld ein und verteilt es? Wie gehen wir mit neuen Kulturproduktionsformen wie freien Communities um? Gefährdet die Kulturflatrate den Datenschutz und die Netzneutralität?

    Diese und viele andere Fragen werden beantwortet. Ich hoffe, dass man mit dem Podcast ein wenig die gesellschaftliche Debatte entfachen kann, die dringend notwendig ist, Alternativen zum Wettrüsten und dem Abbau von Grundrechten im Netz zu schaffen. Letztere sind durch eine immer stärkere Verfolgung von Urheberrechtsdelikten in Gefahr, wie vor allem die Diskussionen auf europäischer Ebene zeigen. Und wir brauchen eine gesellschaftliche Debatte, wie man zukünftig Kultur fördern will. Die Kulturflatrate könnte ein neuer Sozialvertrag sein, der dies unterstützt: Kompensation ohne Kontrolle und dabei die gesellschaftlichen und technologischen Realitäten akzeptieren: Das nicht-kommerzielle Teilen von Kultur legalisieren und die Künstler dabei vergüten.

    Hier ist die MP3 und hier die OGG.

    Im Netzpolitik-Wiki hab ich eine neue Seite „Kulturflatrate-FAQ“ angelegt. Wer Lust hat, kann gerne die Fragen und Antworten aus dem Gespräch in das Wiki packen.

    27. Februar 2009 56
  • : Revolution: Bei Suedeutsche.de schreiben jetzt Bots
    Revolution: Bei Suedeutsche.de schreiben jetzt Bots

    Die Süddeutsche Zeitung begreift sich seit längerem als Hüter des Grals eines starken Urheberrechts. Das ist ja auch nichts Schlechtes, verschiedene Meinungen sind gut für den Diskurs. Auch heute gibt es wieder einen neuen Artikel dazu: Falsche Revolutionäre. Allerdings bin ich mir über die Intention des Artikels nicht so recht im Klaren. Da wird soviel durcheinander geworfen und falsch verstanden, dass man nach Lesen des Artikels kopfschüttelnd davor steht und nicht weiß, was eigentlich gemeint ist. Aufhänger ist der Verzicht vom iTunes Store auf Kopierschutz für Musik. Das wird vom Autor irgendwie als Aushebelung des Urheberrechts verstanden und irgendwie soll das auch ein Zweiklassensystem schaffen. Allerdings hat der Kopierschutz mit dem Urheberrecht nicht besonders viel zu tun und bis vor 20 Jahren gab es Kopierschutz auch gar nicht, obwohl es davor sehr lange das Urheberrecht schon gab.

    Ein kleiner Textausschnitt:

    Viele Namen hat sich die digitale Welt schon gegeben. Cyberpunk, Digerati, Free Culture. Das klang nach jugendfrischem Krawall, intellektuellem Diskurs oder nach jener unwiderstehlichen Mischung aus Adorno, Rock’n’Roll und Gruppensex, mit der die Ära der Hippies verklärt wird. So konnte Apple eben auch den betriebswirtschaftlichen Coup als revolutionären Akt verkaufen, die Kulturindustrie bei Verhandlungen um den Kopierschutz in die Knie gezwungen zu haben.

    Meine Vermutung: Das hat ein Bot geschrieben, der wahllos Begrifflichkeiten (wie LSD, Cyberpunk, Urheberrecht, etc.) in eine grammatikalisch richtige Reihenfolge gesetzt hat.

    10. Januar 2009 18
  • : iTunes – Musik ohne Kopierschutz
    iTunes – Musik ohne Kopierschutz

    Es ist erfreulich, dass Apple in seinem iTunes Store jetzt Musik ohne Kopierschutz vertreiben will und die Labels wohl auch mitspielen. Die Signalwirkung dürfte vielleicht auch dafür sorgen, dass andere Anbieter in Deutschland ebenfalls auf Kopierschutz verzichten, der die Nutzer nur gängelt. Allerdings ist damit der DRM-Kampf noch nicht entschieden. Die Filmbranche hat sich vorgenommen, dieselben bösen Fehler der Musikbranche wiederholen zu wollen. Und diese ist um einiges größer als die Musikwirtschaft. Auch sie wird damit scheitern. Gut für den Online-Vertrieb und die Künstler ist diese Strategie nicht: Kunden werden enttäuscht weiter zu Tauschbörsen rennen, wo sie Filme bequemer bekommen können. Meist geht es nicht um Geld. Ich würde auch oft genug für Filme und Serien Geld ausgeben. Nur ist mir das leider legal im Netz kaum möglich. Und wo es möglich ist, stehen die Filme unter freien Lizenzen oder finden sich bei den üblichen Video-Portalen.

    7. Januar 2009 3
  • : Steal this Comic
    Steal this Comic

    Eine nette Erklärung, wie DRM funktioniert gab es bei xkcd: Steal this Comic.

    13. Dezember 2008 1
  • : 35 Tage gegen DRM
    35 Tage gegen DRM

    Die Plattform Defective by Design hat gerade die „35 Tage gegen DRM“ – Aktion am Laufen. Das Ziel ist es, jeden Tag bis Neujahr einen Hersteller und/oder ein Produkt an den Pranger zu stellen, die Verbraucherrechte durch den Einsatz von digitalen Rechtekontrollsystemen beschneiden. Bisher wurden u.a. Windows Media, WII, Apple MacBook und Prince präsentiert. Vorschläge können immer noch eingereicht werden.

    Freut mich auch, dass heute.de darauf verweist: Anti-DRM-Aktion fordert zum Boykott auf.

    Das „digitale Rechtemanagement“ ist eigentlich eine Maßnahme gegen illegale Kopien von Musik und Filmen. Kritiker sehen darin eine Gängelung des Verbrauchers und prangern auf der Webseite „35 Days Against DRM“ bis Jahresende täglich ein Produkt an.

    8. Dezember 2008 1
  • : EU-Kulturminister: Mehr DRM wagen
    EU-Kulturminister: Mehr DRM wagen

    Morgen wird der EU-Ministerrat in Brüssel unter Vorsitz der französischen Kulturministerin Christine Albanel zusammentreten. Die Futurezone berichtet kurz vor dem Treffen: EU-Kulturminister: Mit DRM gegen Piraten. Kurz zusammengefasst wollen sie mehr „Raubkopierer sind Verbrecher“ und mehr DRM für alle.

    Der morgen zu verabschiedende Ratsbeschluss der Kulturminister hat zwar keinen rechtlich verbindlichen Charakter, wirft aber ein Schlaglicht auf Denkweisen und Strategien der Medienindustrie und der französischen Ratspräsidentschaft. So sollten die Konsumenten durch „objektive Kampagnen“ darüber aufgeklärt werden, welche Konsequenzen die Online-Piraterie für die Kreativindustrien hätten.

    Als Beitrag zum Konsumentenschutz sehen die Kulturminister ihre Forderung, die Kopierschutzsysteme der Medienindustrie (DRM) europaweit interoperabel und transparenter zu machen. Weiterhin fordern sie, die Urheberrechte durch internationale Abkommen und Kooperationen mit Drittstaaten zu stärken – gemeint ist damit wohl unter anderem das umstrittene Anti Counterfeiting Trade Agreement (ACTA), das unter Ausschluss der Öffentlichkeit und ohne demokratische Kontrolle derzeit zwischen der EU, den USA und anderen Industriestaaten ausgehandelt wird und auch zur Bekämpfung der Internet-Piraterie beitragen soll.

    Die dazu gehörigen informellen Treffen gab es schon vor einiger Zeit.

    19. November 2008 8
  • : 007 Vorpremiere wegen DRM-Fuckup abgebrochen
    007 Vorpremiere wegen DRM-Fuckup abgebrochen

    Ja, sie schießen sich so richtig schön selbst ins Knie – in der Vorpremiere in Bukarest wurde mitten im Film die Vorstellung abgebrochen. Grund:

    «Unsere US-Partner hatten uns Passwörter für die Ausstrahlung des Films gegeben, da es ja die Vorpremiere war, aber die sind um 22 Uhr abgelaufen», zitiert das Online-Magazin Mediafax einen Kinovertreter. […] «Jetzt wissen wir, dass der Schutzmechanismus gegen Raubkopien funktioniert»

    Von 20minuten.ch via Fefe, Danke. (AFP)

    10. November 2008 9
  • : DMCA: 10 Jahre unabsichtliche Konsequenzen
    DMCA: 10 Jahre unabsichtliche Konsequenzen

    Der „Digital Millenium Copyright Act“ (DMCA), die „an das digitale Zeitalter angepasste“ US-Copyright Gesetzgebung, feiert heute den 10. Geburtstag. Der DMCA war auch Vorbild für unsere „European Copyright Directive“ (EUCD), woraus dann im 1. und 2. Korb unser „an das digitale Zeitalter angepasstes“ Urheberrecht wurde. Beide gemein haben den gesetzlichen Schutz von technischen DRM- / Kopierschutz-Massnahmen.

    Zur Feier des Tages hat die Electronic Frontier Foundation einen 19-seitigen Report mit den grössten Schauermärchen rund um die restriktive Copyright-Gesetzgebung veröffentlicht: Unintended Consequences: Ten Years Under the DMCA. Die EFF kommt dabei zum Fazit, dass der DMCA Fair Use, Freie Meinungsäusserung, wissenschaftliche Forschung und den Wettbewerb beeinträchtigt hat. Gelobt wird hingegen die Regelung des „Notice and take-down“. Nach dieser Regelung müssen Inhalteanbieter und Provider Inhalte erst runternehmen, wenn ein Rechteinhaber dies berechtigterweise wünscht. Eine solche Regelung fehlt in Deutschland, weswegen hier weniger Netz-Innovation möglich ist. Diese Regelung könnte z.B. im Telemediengesetz eingeführt werden.

    Bei Heise gibt es auch einen Übersichtsartikel: Zehn Jahre Digital Millennium Copyright Act: Recht fürs Internet? Mehr Informationen bieten auch Freedom-to-Tinker und Public Knowledge.

    28. Oktober 2008 2
  • : 25 Argumente gegen Kopierschutz und DRM
    25 Argumente gegen Kopierschutz und DRM

    Das Technologizer-Blog hat „25 Arguments for the Elimination of Copy Protection“. Das sind 20 Argumente mehr, als wir vor zwei Jahren mal in dem Beitrag „Kopierschutz entmündigt!“ gebloggt haben.

    18. Oktober 2008 2
  • : Zitat des Tages
    Zitat des Tages

    Das Zitat des Tages kommt von der Electronic Arts – Sprecherin Mariam Sughayer:

    Nun das überraschende Eingeständnis von EA-Sprecherin Mariam Sughayer: „Abgesehen von den rechtlichen Fragen um das Kopierschutzsystem sollte klar sein, dass nicht jeder Download über Bittorrent für eine erfolgreiche Kopie oder einen entgangenen Verkauf des Spiels steht.“

    Konkret geht es um die Diskussion des Spieles Spore, was mit DRM ausgeliefert wird und viele Käufer mit dem Kopierschutz frustriert hat. Über Bittorrent gab es eine Version ohne Kopierschutz und die war ziemlich beliebt.

    Das Zitat passt zu den üblichen „Studien“ der Rechteinhaber, dass jeder Download eine entgangene verkaufte Lizenz bedeutet. Das ist Blödsinn, wird aber immer wiederholt. Daher freut es mich, endlich mal ein Zitat aus den Reihen der Rechteinhaber zu haben, das den Blödsinn bestätigt.

    1. Oktober 2008 2
  • : Europäische Datenschutzbeauftragter analysiert Telekom-Paket
    Europäische Datenschutzbeauftragter analysiert Telekom-Paket

    Der Europäische Datenschutzbeauftragter (EDPS) hat eine Analyse des Harbour-Reports (Die Universaldienste-Richtlinie im Telekom-Paket) veröffentlicht. Darin werden weitgehend unsere Kritikpunkte am Telekom-Paket geteilt. Interessant ist die Bewertung im Hinblick auf die Etablierung von DRM-Infrastrukturen (TCPA), der Frage, ob IP-Adressen personenbezogene Daten sind (Wird bestätigt) und wie das „Three strikes and you’re out“-Modell aus Sicht der europäischen Datenschützer gesehen wird. Das überwachen und monitoren von Tauschbörsen durch private Ermittler der Rechteinhaber verletzt demnach die Privatsphäre von Internetnutzern.

    Der FFII fühlt sich durch das Papier in seiner Analyse bestätigt, dass die enthaltenen Punkte im Harbour-Report ein „sowjetisches Internet“ schaffen könnten.

    Mal schauen, was diese Woche die Verhandlungen zwischen den Fraktionen bringen und was von den kritisierten Punkten nächste Woche noch akut ist. Im schlimmsten Fall sind dies alle, aber es ist auch möglich, dass einige davon rausfliegen.

    Update: Die Futurezone hat die Zusammenfassung: EU: Warnungen vor „Three Strikes Out“.

    Insgesamt empfiehlt Hustinx den EU-Parlamentariern, die Harbour-Änderungsanträge 9, 30, 76, 81, 112, 130 und 134 nicht anzunehmen. Diese würden den Schutz persönlicher Daten von Internet-Nutzern gefährden.

    3. September 2008 2
  • : Open Market: Sony Pictures will DRM retten
    Open Market: Sony Pictures will DRM retten

    Das iRights-Blog berichtet über die neue Idee von Sony Pictures, wie man DRM retten könnte: “Open Market” soll für Interoperabilität sorgen.

    Das von Singer vorgeschlagene System hätte aus Kundensicht mit Sicherheit einige Vorteile gegenüber den bisherigen Ansätzen. Allerdings kann das System nur mit einem monopolistischen Domänenverwalter funktionieren, bei dem sich prinzipiell umfangreiche Informationen über die Mediennutzungsgewohnheiten aller angeschlossenen Nutzer ansammeln würden. Weder Wettbewerbshüter noch Datenschützer dürften von dieser Vorstellung begeistert sein.

    29. August 2008
  • : Urheberrechts-Debatte: 95 Jahre, Warnbriefe und die Kulturflatrate
    Urheberrechts-Debatte: 95 Jahre, Warnbriefe und die Kulturflatrate

    In der Debatte rund um die Zukunft des Urheberrechts im digitalen Zeitalter ist in der vergangenen Woche wieder soviel passiert, das sich die offenen Tabs in meinem Browser ganz schön vermehrt haben. Daher gibt es hier einen Überblick rund um das Geschehen.

    Die EU-Kommission will die Schutzrechte für Tonaufnahmen von 50 auf 95 Jahre erhöhen und hat einen Richtlinienvorschlag vorgelegt. Das ist eine alte Forderung der Musikindustrie und hat mit dem ursprünglichen Zweck des Urheberrechts, durch ein Schutzrecht mehr Kreativität zu entfalten überhaupt nichts zu tun. Damit wird mal wieder klar, dass das Urheberrecht zu einem Recht der Verwerter wird, denn die Allgemeinheit wird ihrem kulturellen Erbe beraubt und Kreative wird es auch nicht motivieren, neue Werke zu schaffen. Eine vernünftige Forderung wäre, die Schutz-Dauer zu senken, anstatt sie zu erhöhen.

    ORF.at hat ein Interview mit den beiden Wissenschaftlern Martin Kretschmer und Paul Stepan, die ökonomische Hintergründe des Leistungsschutzrechtes und die mögliche Auswirkungen längerer Schutzfristen auf Konsumenten und Kreative erläutern: „EU-Subventionen an Musikkonzerne“. Basis der EU-Entscheidung ist übrigens eine (sicher ganz unabhängige) Studie der britischen Musikindustrie, die niemals veröffentlicht wurde. Kretschmar und Stepan argumentieren, dass von der Erhöhung der Schutzdauer nur einige Superstars profitieren und der „gemeine“ Künstler davon wenig hat.

    Bei genauerer Betrachtung muss man sehen, dass die meisten Aufnahmen zwischen 1913 und 1958 [d.h. die, die heute unter die Verlängerung der Schutzfrist von 50 auf 95 Jahre fallen würden] von Labels aufgenommen wurden, die von den vier Major Unternehmen [Universal, Warner, Sony BMG und EMI] im Laufe der Zeit aufgekauft wurden. Folglich würden die Einnahmen fast ausnahmslos an diese vier Giganten gehen, die wiederum zu einem Großteil in Ländern außerhalb der EU bilanzieren. Mit einer derartigen Verlängerung fließt auch Geld aus der EU ab.

    Die britische Times hat ein einen offenen Brief von einigen Urheberrechts-Gelehrten zu diesem Thema veröffentlicht:

    Many of us sympathise with the financial difficulties that aspiring performers face. However, measures to benefit performers would look rather different. They would target unreasonably exploitative contracts during the existing term, and evaluate remuneration during the performer’s lifetime, not 95 years. We call on politicians of all parties to examine the case presented to them by right holders in the light of independent evidence.

    Kommentar von iRights.info: EU-Kommission beschließt Schutzfristverlängerung für Musikaufnahmen.

    Unterm Strich wird der Zugang zum musikalischen Erbe erschwert und verteuert. Genau davor hatten Juristen, Musiker und Ökonomen aus mehreren EU-Mitgliedsstaaten am 21. Juni in einem Brief an José Manuel Barroso gewarnt: „Die vorgeschlagene Richtlinie zur Verlängerung der Schutzfrist wird Kreativität und Innovation in Europa irreparablen Schaden zufügen.“ Niemand hat in Brüssel auf sie gehört. Dem europäischen Einigungsprozess hat McCreevy ganz sicher einen Bärendienst erwiesen. Die Europaskepsis unter denen, die die Entwicklung des Urheberrechts kritisch verfolgen, wird zunehmen. Dem verbreiteten Eindruck, dass die EU sich immer mehr zu einem „Europa der Lobbyisten“ entwickelt, hat Charlie McCreevy wenig entgegen zu setzen, im Gegenteil.

    Mehr zu dem Thema auch bei Heise, Futurezone und Golem.

    Wenigstens in einer anderen Sache sieht es mal etwas besser aus: Die EU-Kommission hat europäischen Verwertungsgesellschaften verboten, ihr Angebot im Ausland einzuschränken und will damit den Erwerb EU-weiter Lizenzen ermöglichen. Das ermöglicht Künstlern zukünftig, ihre Verwertungsgesellschaft frei wählen zu können. Das könnte für Künstler interessant sein, die von der GEMA daran gehindert werden, eigene Werke unter Cretaive Commons Lizenzen zu veröffentlichen. Dann geht man einfach nach Österreich oder Dänemark. Vielleicht erhöht es auch nur einfach den Druck, endlich mehr Wahlfreiheit ihrer eigenen Mitglieder zu ermöglichen.

    Die GEMA ist übrigens not amused. Mehr dazu bei Heise und Golem.

    Bei einem informellen Treffen haben sich die EU-Kulturminister für eine aktivere Rolle der Provider im Kampf gegen Piraterie geeinigt. Demnach sollen Internetanbieter künftig eine aktivere Rolle bei der Information ihrer Kunden über Urheberrecht und Urheberrechtsverstöße übernehmen. So wird es derzeit beim Telekom-Paket diskutiert. Bezeichnend ist auch das Zitat unseres Kulturstaatsminister Bernd Neumann: „Eine Verpflichtung der Serviceprovider, Nutzer auf urheberrechtliche Verpflichtungen und Verstöße hinzuweisen, ist ein Schritt in die richtige Richtung“. Und der nächste Schritt sind dann die Internetsperrungen. Ich hab ja imme rnoch nichts von der Bundesregierung gehört, die ich mal vor zwei Monaten zu der Position erund um Internetsperungen angefragt habe.

    In Grossbritanien haben die sechs grossen Provider British Telecom, Virgin, Orange, Tiscali, BSkyB und Carphone Warehouse ein Abkommen mit der Musik- und Filmindustrie, sowie dem britischen Wirtschaftsministerium unterzeichnet. Das zunächst für drei Monate geltende Abkommen soll die Provider verpflichten, Warnbriefe an ihre eigenen Kunden zu schicken, sobald sich die Musik- und Filmindustrie über Urheberrechtsverletzungen beschwert. Ein solches Vorgehen steht uns übrigens auch bevor, wenn das Telekom-Paket auf EU-Ebene mit der derzeitigen Kompromisslinie im EU-Parlament durchkommt. Es gibt natürlich keine Überprüfung, ob eine IP jetzt tatsächlich einem Kunden richtig zugeordnet wird und die Provider werden zu Handlangern der Unterhaltungslobby – gegen die eigenen Kunden. Dafür werden die Pläne zu Internetsperrungen zunächst ausgesetzt. Aber wie man das ja aus der Urheberrechts-Diskussion kennt, dürfte dies mal wieder nur ein Zwischenschritt sein, und sobald sich die Unterhaltungslobby wieder beschwert, kommt dann die nächste Eskalationsstufe. Der drittgrösste britische Provider verweigert sich dem Abkommen aber. Zitiert wird der CEO: „Es ist nicht meine Aufgabe, Polizist im Internet zu sein.“

    Die britische OpenRightsGroup kommentiert die Pläne: Government to consult on legislation to curb illicit filesharing as industry agrees voluntary scheme.

    Mehr dazu in Heise, Golem, Futurzone, The Register und BBC.

    Interessant ist, dass das britische Kulturministerium über eine Kulturflatrate nachdenkt, um eine massive Kriminalisierung der Internetnutzer zu verhindern: Music industry to tax downloaders.

    Währenddessen halten die Internet-Provider in Österreich die britische Vorgehensweise für problematisch: Absage an Tauschbörsen-Warnschreiben. Kurt Einzinger, Generalsekretär des Verbandes der österreichischen Internet-Anbieter ISPA, wird von der Futurezone zitiert: „Die Provider könnten nicht wissen, ob die Vorwürfe der Rechteinhaber auch stimmen würden, sagte Einzinger zu ORF.at. Wenn etwas vorliege, könne die Musikindustrie ohnehin rechtliche Mittel ergreifen. Liege nichts vor, sei auch eine Warnung nicht angebracht.“

    Das grosse DRM-Sterben geht weiter: Im September schliesst der Yahoo! Music Unlimited Store und dann kann man seine gekauften Dateien nicht mehr abspielen. Kunden, die sich die Schrott-Dateien gekauft haben, werden beruhigt: Man könne sich die Dateien auch brennen, anschließend rippen und dann wieder als MP3 konvertieren. Da kann man sich die Lieder auch gleich bei Tauschbörsen holen und verbrennt kein Geld. Die Electronic Frontier Foundation kommentiert das: Here We Go Again: Yahoo! Music Throws Away the DRM Keys. „We’ve warned music fans for years that they could lose their DRM-wrapped music if vendors decided to withdraw support for it. Nonetheless, we hoped that the experience of MSN Music would encourage other vendors to think twice before making their customers pay the price for the vendors’ own faulty business decisions.“

    Das Netzwertig-Blog verlinkt auf ein Discussion Paper des Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung: “Das Internet und die Transformation der Musikindustrie” (PDF).

    Die Rekonstruktion des technikgetriebenen Wandels der Musikindustrie zeigt, dass die wesentlichen Impulse der Restrukturierung von den Rändern des Sektors beziehungsweise von sektorexternen Akteuren ausgingen – und nicht von den etablierten Musikkonzernen. Diese haben die neuen technologischen Herausforderungen sehr zögerlich aufgenommen, darauf zunächst vor allem mit Blockadehaltungen und Eindämmungsstrategien reagiert und erst vor dem Hintergrund eines massiven und unabweisbaren Veränderungsdrucks damit begonnen, sich strategisch neu zu positionieren.

    Telemedicus verweist auf eine Deklaration des Max-Planck-Institut für Geistiges Eigentum, Wettbewerbs- und Steuerrecht zum sog. Drei-Stufen-Test im Urheberrecht: Drei-Stufen-Test in der Kritik. In der Erklärung wird für mehr Schranken zum Schutz öffentlicher Interessen plädiert:

    The Three-Step Test should not be interpreted in a manner that jeopardizes an adequate solution for this multi-level conflict of interests. (…) The public interest is not well served if copyright law neglects the more general interests of individuals and groups in society when establishing incentives for rightholders.

    Man kann die „„Deklaration für eine ausgeglichene Auslegung der Dreistufentests im Urheberrecht“ auch online unterzeichnen.

    iRights.info hat eine Zusammenfassung zu der Deklaration: Urheberrechtsexperten kritisieren dogmatische Anwendung von Dreistufentest aus TRIPS.

    Die Urheberrechtsexperten fordern mit ihrer Deklaration dazu auf, die Interessen von Urhebern, Verwertern und der Öffentlichkeit in Zukunft alle angemessen zu berücksichtigen – wie es im TRIPS-Abkommen auch ausdrücklich vorgesehen ist. Bisher, kritisieren die Fachleute, seien die Interessen der Öffentlichkeit, zum Beispiel an einem funktionierenden Wettbewerb und einem Zugang zu geschützten Werken, nicht ausreichend ins Kalkül gezogen worden. Sie betonen die Bedeutung urheberrechtlicher Ausnahmebestimmungen („Schranken“) zur Wahrung der gesamtgesellschaftlichen Interessen. Insbesondere wollen sie Menschen- und Freiheitsrechten, Wettbewerbsüberlegungen und „andere[n] öffentliche[n] Interessen wie beispielsweise den wissenschaftlichen und kulturellen Fortschritt, die soziale oder ökonomische Entwicklung“ einen höheren Stellenwert eingeräumt sehen als bisher.

    25. Juli 2008 8
  • : Fünf gute Gründe gegen das neue iPhone
    Fünf gute Gründe gegen das neue iPhone

    Es ist ja schon etwas surreal, wieviel man in der letzten Woche über das neue Konsumprodukt aus dem Hause Apple lesen musste, bzw. überall damit konfrontiert wurde. Klar, das Userinterface ist nett gelöst und man wundert sich, dass Mobiltelefone immer so schlechte designt waren. Aber gleichzeitig kommt mir die ganze Diskussion rund um dieses neue Statussymbol sehr unkritisch vor. Hat sich mal jemand überlegt, was man sich da in schönem Design ins Haus holt?

    Das Commonsblog hat einen kurzen Text der Free Software Foundation mit fünf guten Gründen übersetzt, warum man das i Phone der 3. Generation da lassen sollte, wo es ist: beim Händler. (frei übersetzt)…

    * Das iPhone blockiert komplett freie Software. Entwickler müssen an Apple eine Steuer zahlen, Apple herrscht dann darüber wer was mit seinem Gerät machen darf und was nicht.
    * Das iPhone befürwortet und unterstützt das so genannte Digital Restrictions Management (DRM) – also digitale Nutzungseinschränkungen (zugunsten der Inhaber der Monopolrechte, also Apple)
    * Das iPhone verrät wo Du bist und gibt Anderen ein Instrument in die Hand, Dir ohne Dein Wissen nachzuspüren.
    * Auf dem iPhone laufen keine patent- und DRM freien Formate wie Ogg Vorbis und Theora.
    * Das iPhone ist nicht die einzige Option. Es zeichnen sich bessere ab, die Deine Freiheit respektieren, Dich nicht ausspionieren, freie Medienformate abspielen und Dich freie Software nutzen lassen wie FreeRunner.

    Viel Spass beim Konsum.

    17. Juli 2008 29
  • : VZBV gegen Internet-Überwachung und für nettes DRM
    VZBV gegen Internet-Überwachung und für nettes DRM

    Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) reagiert jetzt auch auf die Diskussion rund um das Telekom-Paket mit einer Pressemitteilung: Internet-Überwachungspläne gefährden Grundrecht auf Informationsfreiheit.

    „Die Ideen zur zwangsweisen Abschaltung des Internetzugangs sind völlig unverhältnismäßig und inakzeptabel“, sagt Vorstand Gerd Billen und ergänzt mit Blick auf die jüngste Abhöraffäre der Telekom: „Wenn die EU-Pläne umgesetzt werden, ist morgen Gesetz, was gestern noch ein Skandal war.“ Mit solchen Überwachungsmaßnahmen würde sich die Europäische Union von der Netzneutralität verabschieden und ein Internet-Überwachungsregime etablieren.

    Nach den Abstimmungen von gestern Abend fordert der vzbv nun ein „klares Bekenntnis des Parlaments gegen das französische Modell, das ein Abschalten der Internetverbindung nach wiederholter Zuwiderhandlung gegen das Urheberrecht vorsieht.“ Das gab es zwar schonmal im Kulturausschuss, kann aber nicht sicherlich nicht nochmal als allgemeines Signal schaden.

    Nur die Schlussfolgerungen kann ich so gar nicht teilen:

    Eine allgemeine Internetüberwachungspflicht bezeichnet der Verbraucherzentrale Bundesverband als massiven Eingriff in die Informationsfreiheit und unverhältnismäßige Reaktion auf Urheberrechtsverletzungen im Internet. „Anstelle immer schärferer Kontroll- und Sanktionsforderungen sollte die Medienindustrie endlich dazu übergehen, nutzerfreundlichere Kopierschutzsysteme zu entwickeln“, sagt Gerd Billen. Denn viele, die in der Vergangenheit digitale Inhalte legal erworben hatten, wurden häufig enttäuscht: Trotz der gesetzlich erlaubten Privatkopie verhindern Kopierschutzmaßnahmen nicht selten die Nutzung ganzer Datenträger (CD, DVD). Der Verbraucherzentrale Bundesverband streitet seit Jahren für ein Recht auf Privatkopie und für eine anwenderfreundliches digitales Rechtsmanagement (DRM).

    Den letzten Absatz hätte man sich ruhig sparen können. Mag ja sein, dass sich der vzbv nicht so weit aus dem Fenster lehnen kann und will oder die Technologiefolgenabschätzung im Hause noch nicht so weit ist, aber die Forderung, „nutzerfreundlichere Kopierschutzsysteme“ und ein „anwenderfreundliches digitales Rechtsmanagement“ zu entwickeln, finde ich daneben. Es werden zukunftsfähige Geschäftsmodelle gebraucht, die mit der Offenheit des Internets funktionieren. Und keine Gängelungen und mehr Kontrolle mit Hilfe einer Risikotechnologie.

    8. Juli 2008
  • : Weiterer DRM-Sarg: in2movies
    Weiterer DRM-Sarg: in2movies

    Die Filmplattform in2movies ist knapp ein Jahr nach dem Start tot. Ein schnelles Ende hatte ich beim Start schon prophezeit. Die Plattform war ziemlich an den Verbraucherbedürfnissen vorbei konzipiert gewesen und dazu kompliziert in der Handhabung. Grösstes Problem: DRM. Und DRM macht nun auch die meisten Probleme für die wenigen Kunden, die dort Filme gekauft haben. Zum Geschäftsmodell gehörte es, dass man Windows Media DRM-Files über eine extra Software herunterladen konnte. Man erwarb damit quasi die Nutzungsrechte für einen Film, was im realen Leben mit einer DVD vergleichbar wäre. Aber die im Laden gekaufte DVD funktioniert immer noch, wenn der Hersteller pleite ist.

    Bei in2movies wird zwar verkündet, dass die WMV-Dateien weiterhin abspielbar bleiben, also auf höchstens drei angemeldeten Rechnern. Aber: Die Lizenzrecovery und ein Nachladen der Dateien funktionieren nach dem 11. Juni nicht mehr. Ein Virus oder Festplattencrash und die gekauften Medien sind weg. Schöne neue DRM-Welt.

    Hier haben wir mehr Informationen zu Digitalen Rechtekontrollsystemen zusammengestellt.

    Eine nette Aktionform gegen DRM hat Freeculture Harvard vergangene Woche durchgeführt: Ein „Zuneral“. Dabei wurden sowohl ein Zune- als auch ein iPod-Player feierlich als Grabstein in der Erde versenkt. Bilder gibts im Blog zu sehen.

    29. Mai 2008
  • : Plays for sure?
    Plays for sure?

    In den letzten Jahren promotete Microsoft die eigene DRM-Infrastruktur mit dem Slogan „Plays for sure“ (Spielt zuverlässig / sicher). Wer den WMA-Schrott im Hauseigenen MSN-Musik-Store kaufte, bekam damit das Versprechen, dass die gekauften Stücke natürlich überall abspielbar waren. Also natürlich auf der Windows-Plattform und wenigen autorisierten Rechnern und nicht überall, wo man Musik hört. Aber selbst auf der Windows-Plattform läuft das nicht mehr so wirklich. Erst kam der Zune-Player von Microsoft (Nutzt den eigentlich jemand?) und schon der war nicht mehr abwärts kompatibel.

    Nun wird der MSN-Musik-Store zum 31. August 2008 abgeschaltet und an die Kunden wurde eine Mail verschickt, dass man doch bitte für jede darüber gekaufte Musik die Rechteverwaltung ändern soll: DRM sucks redux: Microsoft to nuke MSN Music DRM keys. Sonst funktioniert die Musik nicht mehr. Und wehe, die Mail landet im Spamfilter… Man stelle sich das mal übertragen in die analoge Welt vor:

    Man will in einem Laden Musik kaufen und gibt dort erstmal die fünf CD-Player an, auf denen die Musik abläuft. Mehr geht nicht, aber ok. Man ist ja schmerzfrei. Zusätzlich hinerlässt man noch eine Adresse, falls was passiert. Und irgendwann meldet sich der Musikhändler und erklärt, dass man leider eine Scheiss Technologie verkauft hat und nun alles ändern müsste. Bitte geben Sie fünf neue CD-Player für jede CD an. In der Realität ist das noch bizarrer.

    Ist DRM damit tot? Nein, sicher nicht. Aber es zeigt, dass man sich auf die Technologie und die Versprechen der Hersteller nicht verlassen sollte. Nur offene Formate sind nachhaltig und garantieren, dass man auch in Zukunft noch zuverlässig auf die gekaufte Musik zugreifen kann. Selbst wenn der Hersteller die Technologie abschaltet, bzw. nicht mehr weiter entwickelt.

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    23. April 2008 10